2016 Mai

Open Air im Dünen-Hus - Big Band "Just in Time"

 

Die Bühne des Dünen-Hus war zum Deich hin geöffnet. Das Wetter war bestens geeignet für den Open-Air-Auftritt der Big Band „Just in Time“ aus Stelle-Ashausen im Landkreis Harburg: Teilweise bedeckt, wolkig, ab und zu Sonnenschein, warm genug zum Sitzen auf der Tribüne, ein mäßiger Wind.- Die Tourismus-Zentrale muss es geahnt haben, als sie diesen Termin bei der Planung ihrer Veranstaltungen mit Martin Woodford ausgemacht hatte. So war der Bandleader mit den Mitgliedern von „Just in Time“ gerade zum richtigen Zeitpunkt nach St. Peter-Ording gekommen. „Tipp“ stand zu Recht im Veranstaltungskalender für dieses Konzert.

 

Big Band Swing, Oldies, Evergreens, Deutsche Schlager wurden an diesem letzten Maisonnabend geboten, jeweils einleitend erläutert von Martin Woodford. 1955 in Birmingham geboren, wurde er nach seinem Musikstudium in London Mitglied des Königlichen Orchesters und kam so 1977 zum ersten Mal nach Deutschland. Er spielt Klavier, Trompete und viele andere Instrumente, begleitete Sänger bei Rundfunk- und Fernsehauftritten und lernte bald ganz Europa durch Auftritte mit namhaften Bands kennen. Seit 1988 unterrichtete er dann an der Musikschule Winsen/Luhe, übernahm das Blasorchester und gab ihm neue Stilrichtungen. 1997 gründete er seine eigene „School of Music“ in Ashausen.

 

Die Tribüne war gut besetzt, auch einige jüngere Leute befanden sich zwischen den meist mittleren bis älteren Jahrgängen. Aus Rothenburg/Fulda kam eine älteres Ehepaar, er 80 und sie 72. Sie hatten es im Veranstaltungskalender gelesen. Zweimal im Jahr sind sie hier. St. Peter-Ording gefällt ihnen, weil man hier gut am Strand entlang laufen kann. 14 bis 15mal waren sie inzwischen im Badeort. Ihr Quartier haben sie im Fasanenweg. Früher waren sie in Büsum, aber jetzt kommen sie immer gern nach St. Peter. „Die Busorganisation ist ein tolle Sache“, lobte er die kostenfreie Nutzung des Ortsverkehrs über die Kurkarte.

 

Auf einer Bank in ihrer Nähe rechts des schmalen Ganges saß Gernot Steguweit aus Hamburg ganz allein. Seine Frau war mit Schwager und Schwägerin unterwegs spazieren. Er aber hatte unbedingt die Musik hören wollen und war ganz begeistert. Sie haben eine Ferienwohnung im Bad. Oft sind sie dann hier, aber nicht unbedingt für länger. „Von Hamburg nach St. Peter-Ording ist ja kein Problem. Wir sind 1975 von Remscheid nach Hamburg gezogen und kommen seit 1974 hierher. Unsere Tochter war 2 Jahre und hatte Bronchitis. Der Arzt hatte uns da St. Peter-Ording empfohlen. Wir wussten gar nicht, dass es das gibt“, sagte er mit einem Schmunzeln und setzte fort: “Nun können wir gar nicht mehr ohne. Sechs Wochen waren wir damals im Mai hier, und die Bronchitis war weg.- Wir lieben St. Peter, auch im Winter! Das Besondere ist die Weite, die Sandbank – man kann allein sein, wenn man möchte.“ Auch die Dünen-Therme hat es ihm angetan.

 

Auf der Bank vor ihm saß ein ebenfalls etwas Älterer aus Fitzbek/Kreis Steinburg, nicht weit davon ein Paar aus Hamburg. Sie lauschten „Rock around the Clock“, bekannt durch Bill Haley aus den 50igern. Wenn man fragte, waren es fast immer Urlaubsgäste. Die meisten waren schon mehrfach in St. Peter-Ording gewesen, und es zog sie immer wieder her. Ob aus Bad Lippspringe, Altensteig im Schwarzwald, Markkleeberg in Sachsen, Elmstein in der Pfalz, Kassel oder Gladbeck/NRW – allen gefiel die Musik der Band, und sie fühlten sich hier nicht nur in diesen zwei Stunden auf der Erlebnispromenade wohl. Welchen Erlebniswert St. Peter-Ording hat, machte dann noch deutlich, dass eine Gruppe junger Frauen aus Norderwöhrden in Dithmarschen den Junggesellinenabschied ihrer Freundin auf der Erlebnispromenade feierte. Mit einem Urlaubsgast tanzte die Braut zu den Klängen der Band Disco-Fox.

 

HRic, 28. Mai 2016

Das StrandGut Resort spendet 1.500 € für Frauenhaus in Sambia

 

Das StrandGut Resort hat sich Charity- Flohmärkte einfallen lassen. Auch die Öffentlichkeit wird im Frühjahr bzw. Herbst zur Beteiligung eingeladen. Die Einnahmen aus den Standgebühren und aus den eigenen Verkäufen, u.a. von verbliebenen Fundsachen, werden ausnahmslos für einen guten Zweck oder soziale Projekte gespendet. Der Erlös des ersten Flohmarktes 2013 führte zur Übernahme der Tierpatenschaft über ein Jahr für Seehund „Sammy“ im Westküstenpark. Dieses Mal hat man sich dafür entschieden, den Erlös aus den Flohmärkten im Herbst 2015 und im Frühjahr 2016 für das Frauenhaus in Sambia zu spenden. Marketing & Revenue Manager Kerstin Brandt freute sich, dem Geschäftsführer von „i + m Naturkosmetik Berlin“ Jörg von Kruse deswegen symbolisch einen Scheck über die Höhe von 1.500 € zu Gunsten der Einrichtung in Afrika überreichen zu können.

 

Im Rahmen von Bio und Fair Trade handelt „i + m“ viel mit Kenia, Uganda und Sambia. 40 Prozent der Gewinne gehen in soziale Projekte. 2013 wurde von der Mitarbeiterschaft der „Verein Frauenhäuser in Afrika e.V.“ gegründet mit dem Ziel, in Sambia das erste Frauenhaus des Landes zu gründen. Das gelang innerhalb von sechs Monaten. Mit diesem Projekt engagiert man sich gegen häusliche Gewalt gegenüber Frauen in Afrika und setzt Zeichen für deren Recht auf Selbstbestimmung.

 

„i + m Naturkosmetik Berlin“ ist benannt nach den Vornamen der Gründerinnen Inge Stamm und Monika Berg. Beide kamen sie aus der Frauenrechtsbewegung und gründeten 1978 das Unternehmen. In Sachen Kosmetik ist es eine „Bio-Pionier-Firma“. Seit 2013 wird „i + m“ von Jörg von Kruse und Bernhard von Glasenapp geführt. Kruse betont: "Auch in Zukunft wollen wir die politische Kosmetikmarke in Deutschland sein, die mit unseren Werten FAIR ORGANIC VEGAN Impulse für eine auf Nachhaltigkeit und Gemeinwohl ausgerichtete Gesellschaft gibt."

 

Gesichts-, Körper- und Haarpflegemittel werden ausschließlich aus pflanzlichen Rohstoffen in Bio-Qualität hergestellt. Dazu gehören u.a. Kokos-, Avocado- und Olivenöl, aber auch vergleichsweise teures Arganöl. Dieses ist besonders hautschützend. Es wird aus den Samenplättchen der reifen Beerenfrucht des Arganbaums durch Pressung gewonnen. Die nur im Südwesten Marokkos gelegenen Gebiete der Arganeraie wurden im Jahr 1998 durch die UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Projekte zur Erhaltung der traditionellen Bewirtschaftung, der handwerklichen Ölgewinnung und der Erhaltung der Kultur der Berber im Zusammenhang mit dem Arganbaum waren vorangegangen. Die jahrhundertealten Kenntnisse und Praktiken zur Nutzung des Baumes und seiner Früchte wurden im November 2014 als immarterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Das Sammeln und Verarbeiten der Arganfrüchte ist von jeher Frauensache.

 

Das StrandGut Resort setzt immer mehr auf nachhaltige Kooperationspartner. Mit „i + m“ Produkten weiß man sich dabei sehr gut aufgestellt. Seit Sommer steht den Gästen in den Badezimmern Duschgel, Seife und Shampoo dieses Naturkosmetik-Produzenten zur Verfügung. In 2015 hat man dann gemeinsam die „Fair Edition Sambia“ entwickelt. Das Besondere: Je verbrauchter bzw. an Gäste verkaufter Flasche geht ein Euro als Spende an das Frauenhaus in Sambia. Dazu kommt nun dieses Jahr einmalig die Extraspende in Höhe von 1500 Euro. Der Erlös des Herbst-Flohmarktes am 30. Oktober 2016 soll zweckgebunden wieder an den Westküstenpark in St. Peter-Ording gehen.

 

HRic, 24. Mai 2016

Aktionstag mit Daniel Schnelting im Nordsee-Internat St. Peter-Ording

 

Von mehr als 120 Schülerinnen und Schülern, die im Nordsee-Internat St. Peter-Ording betreut werden und die Nordseeschule - Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil – besuchen, sind 18 Diabetiker. Sie wohnen mit weiteren 16 nicht von Diabetes Betroffenen im Heidehaus. Ruth Daemberg-Thomas leitet den Diabetes Bereich. Unterstützt wird sie von Romy Lange. Diese ist tagsüber anwesend und nimmt u.a. mit den Jugendlichen die Blutzuckermessungen vor und berät in allen Angelegenheiten rund um die Krankheit. Das reguläre Hausteam ist besetzt mit Ariane Gödeke, Tobias Buth und Steffen Tendler als Tutoren sowie mit Kim Beyrau. Sie leistet ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Internat ab. Konzeptionell wechseln im Internat Heimfahrt- mit Internatswochenenden. An diesen finden für alle bestimmte Aktionen statt.

 

Bei der Suche nach möglichen Projekten für Diabetiker stieß Ruth Daemberg-Thomas auf die von Sanofi Deutschland 2005 initiierte und gesponserte bundesweite nachhaltige Aufklärungsaktion über die Volkskrankheit Diabetes „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“. Durchgeführt wird sie mit Sportlern wie Daniel Schnelting. Er ist 3-facher Deutscher Meister im 200 m Sprint und Typ 1 Diabetiker. Heute 1,97 m und 93 kg schwer, waren seine Bestzeiten für 100 m 10:34 sec. und für 200 m 20:53 sec. Im Berliner Olympiastadion hat er 2009 an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften teilgenommen. Vor der Olympia-Qualifikation für London 2012 zog er sich eine Achillessehnenverletzung zu. Damit endete die Profi-Karriere. Heute arbeitet er als Wirtschafts-Ingenieur. Sport aber gehört für ihn weiter zu einem gesunden Leben.

 

Geboren 1986 wurde bei ihm 1991 Diabetes diagnostiziert und zur Behandlung die intensivierte konventionelle Insulintherapie Therapie (ICT) angewandt. Diese Therapieform ermöglicht in Verbindung mit Blutzuckermessungen und der Protokollierung aller den Glucose-Stoffwechsel beeinflussenden Faktoren eine bessere Anpassung an die aktuelle Lebenssituation. So können Phasen der Bewegung, des sportlichen Tuns, der Ruhe und Arbeits- bzw. Lernzeiten entsprechend berücksichtigt werden. Jedes Quartal musste Daniel Schnelting zur Untersuchung. Sport wurde für ihn ganz wichtig, denn damit ließ sich sein Blutzucker senken. So ist er dann aufgrund seines sportlichen Talentes mit 13 Jahren Profisportler geworden. Sein HBa1C-Wert liegt unter 7. Das ist die Angabe für den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten drei Monate. Dieser Wert liegt bei den Diabetikern des Internates bei der Ankunft manchmal bei 14. Der zurzeit niedrigste ist 7,8.

 

Begeistert berichtete Daniel Schnelting allen Heidehäuslern nach der Begrüßung durch Ruth Thomas von seinem Sport und dem Umgang mit Diabetes. Gekommen war er am vergangenen Wochenende mit seiner Freundin Christina Rumphorst und Flora, einer Bearded Collie Hündin. Mit Einspielungen von Bildern, Video und Tabellen zu seinem Training in Abhängigkeit von den Messwerten brachte er den Jugendlichen nahe, wie man sein Leben trotz Zucker positiv und gesünder gestalten kann. Fast alle wussten, wovon er sprach, und für diejenigen, die nicht so genau über Diabetes informiert waren wie die Betroffenen, wurde es ein Zugewinn an Kenntnissen zum Verständnis. Erstaunlich war es, wie vor allem die Diabetiker anhand seiner Tabellen mit dargestellten Messwerten über einen Tag seine Trainingszeiten herauszufinden in der Lage waren. Unter- und Überzuckerung, Symptome dazu, Pumpe oder Spritze – die Jugendlichen tauschten sich mit ihm auf Augenhöhe aus. Auf die Frage, ob er auch gegen Usain Bolt ( 200 m – 19:19 sec.) angetreten sei, war seine lächelnde Antwort: „Aber den habe ich nur von hinten gesehen!“ Dazu ergänzte er dann im weiteren Gesprächsverlauf: „Immer wenn ich im Start sitze, denke ich nicht mehr über Diabetes nach.“

 

Begeistert machten sie anschließend mit ihm Sport am Böhler Strand. Zum Aufwärmen lief man erst einmal an die Flutkante, und dann folgte man seinen Anweisungen. Nach Blutzuckermessung ging es mit gezielten Übungen auf der Sandfläche weiter. Leichte Übungen auf dem Sportplatz der Nordseeschule folgten, ehe der Aktionstag mit ihm abends beim Grillen ausklang. Einig waren sich die Jugendlichen: „Super wäre, wenn Daniel Schnelting jede Woche kommen könnte, mindestens aber einmal im Jahr!“

 

HRic, 23. Mai 2016

MLE beteiligte sich am internationalen Museumstag

 

Wie in den Vorjahren beteiligte sich das Museum Landschaft Eiderstedt (MLE) auch in diesem Jahr am 22. Mai am Internationalen Museumstag. Museen sind jährlich einmal aufgefordert, sich der Öffentlichkeit bei freiem Eintritt zu präsentieren. Das Museum ist im Haus Jensen untergebracht. Für das Haus steht die Gemeinde St. Peter-Ording und für die Sammlung das Amt Eiderstedt. Betrieben wird das Museum seit 1998 mit Ehrenamtlichen vom Verein KulturTreff e.V. Vorsitzende ist Hilke Herzberg. Die Museumsleiterin ist Sabine Graetke. Sie ist dafür von der Gemeinde eingestellt worden.

 

Manch ein Besucher des Museums in der Olsdorfer Straße in St. Peter-Ording nutzte die Gelegenheit, sich vor Ort zu informieren, so auch Kai und Petra Friedrich aus Itzehoe. Sie haben eine Ferienwohnung im Ort und wollten sich an diesem Tag das Museum auch einmal von innen ansehen. Unbekannt war es ihnen nicht, hatten sie dort doch schon Veranstaltungen der Reihe „Musik und Literatur unter Reet“ besucht. Aber einen echten Museumseinblick hatten sie noch nicht gemacht. So kam ihnen dieser Tag recht, um sich u.a. bei dem angebotenen Kaffee und Kuchen zu informieren und mit Sigrid Haeder sowie Gudrun Fuchs ein wenig zu plaudern. Besonders interessiert zeigten sie sich an der Eiderstedter Tracht.

 

Zum Angebot des Museums gehörten an diesem Tag natürlich Informationen darüber. Das machte Gudrun Fuchs aus Tating. In der alten Küche des aus dem Jahre 1752 stammenden Hauses berichtete Susanne Schey über kulinarische Besonderheiten auf Eiderstedt. Sie ist Redakteurin für Kulinarik und wohnt in Karlsruhe. Aus Interesse an der Nordsee sowie insbesondere auch an der Natur und Kultur auf Eiderstedt macht sie zurzeit im Museum ein sechswöchiges Praktikum. Kurzführungen durch die Sammlungen gab es ebenfalls.

 

Gerne hätte man tagsüber mehr Besucher gehabt. Dafür aber war die Loo des Hauses am Abend übervoll. Der Kabarettist Henning Venske präsentierte sein aktuelles Programm: „Es war mir ein Vergnügen – gemein, aber nicht unhöflich.“

 

HRic, 23. Mai 2016

Ein großartiges Konzert

Die Freude von ca. 200 Mitwirkenden an ihrer Musik  übertrug sich an diesem Abend auf die gespannt lauschenden Zuhörer in der Utholm-Halle in St. Peter-Ording

Zur gleichen Zeit übertrug das Fernsehen das Pokalfinale des DFB in Berlin. Dennoch wollten sich fast 300 Zuhörer dieses Konzert nicht entgehen lassen. Ihr lang anhaltender Beifall ließ erahnen, dass ihre Freude an der Musik geweckt wurde und sie das Können und den Einsatz der Mitwirkenden begeisterte.

 

 "Antiche Danze Ed Arie" von Ottorino Respighi, Drei italiensiche Madrigale und  "Carmina Burana" von Carl Orff kamen an diesem Abend unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen zur Aufführung.

 

Mitwirkende:

Concerto Classico

Theodor Storm Chor von 1843, Husum und die Kanorei St. Peter, St. Peter-Ording  - Leitung: Christoph Jensen

Gemischer Chor Husum - Einstudierung Oliver Schultz-Etzold

Unter. und Mittelstufenchor des Nordseegymnasiums - Christine Melzer

Unter- und Mittelstufenchor der Friedrich Paulsen Schule Niebüll - Oliver Schultz-Etzold

Solisten: Sarah Weinberg, Sopran   Joaquin Asiain, Tenor    Thomas Wittig, Bariton                          gpan 22.5.2016

 

Großes Chorkonzert in einer Großsporthalle – geht das?- Ja, und das vor allem auch deswegen, weil die Begeisterung der Musizierenden spürbar hörbar und diese mit den Erwartungen des Publikums im Einklang war. So wurde das Konzert am Sonnabend, 21. Mai 2016 in der Utholm-Halle in St. Peter-Ording für die zusammen etwa 160 Sängerinnen und Sänger des Theodor Storms Chor von 1843 Husum, des Gemischten Chors Husum (Einstudierung Oliver Schultz-Etzold), der Kantorei St. Peter sowie der Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufenchöre der Nordseeschule St. Peter-Ording (Christine Melzer) und der Friedrich Paulsen Schule Niebüll (Oliver Schultz-Etzold) und des groß besetzten Concerto Classico sowie der Solisten Sarah Weinberg (Sopran), Joaquin Asiain (Tenore di Grazia) und Thomas Wittig (Bariton) unter der stets motivierenden und einfühlsamen Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen zu einem Konzerterlebnis. Jensen ist seit über 30 Jahren Kirchenmusiker in St. Peter-Ording und seit 2011 in Nachfolge von Jens Weigelt Dirigent und künstlerischer Leiter des „Theodor Storms Chor“. Das Orchester „concerto classico“ besteht seit 1986. Musiker aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Lübeck und Frankfurt kommen regelmäßig in St. Peter-Ording für größere Projekte zusammen. So war dieser Konzertabend zugleich doch auch ein Jubiläumsgeschenk, welches das Ensemble nicht nur sich, auch dem Publikum gemacht hat.

 

Zur Aufführung kamen im Teil 1 des Konzertes von Ottorino Respighi die „Antiche Danze et Arie“ aus den Jahren 1917 (Suite Nr. 1 für Orchester) bzw. 1932 (Suite Nr. 3 für Streichorchester). Es sind Bearbeitungen von Lautenstücken verschiedener Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts. Sie umrahmten drei Madrigale italienischer Meister für Chor zu vier bis fünf Stimmen. Man hätte mitsingen mögen.

In Teil 2 erklang von Carl Orff die „Carmina Burana“ für Chor, Soli und Orchester. Das Werk basiert auf einer Textvorlage einer mittelalterlichen Handschrift aus dem Kloster Benediktbeuren. In dieser Sammlung werden das Leben, die Liebe und die Lebenslust gefeiert. Dies entfaltet Carl Orff in drei Abteilungen: Der erste Teil mit „Primo vere“ und „Uf dem Anger“ feiert den Frühling, das Erwachen der Natur und der Lebensfreude. Der zweite Teil „In taberna“ besingt auf recht drastische Weise leibliche Genüsse in der Schenke, während im dritten Teil „Cours d’amour“ der Liebe in all ihren erdenklichen Spielarten gehuldigt wird. Umrahmt werden die 23 von Orff ausgewählten Lieder von dem klangmächtigen Lied „O Fortuna“. Die Solisten beweisen ihre Fähigkeiten besonders in den verschiedenen Klangfarben wie Sarah Weinberg oder zeigen zusätzlich ihr komödiantisches und dramatisches Talent wie Thomas Wittig und Joaquin Asiain. Mit ihm als „Schwan“ leidet man in der Pfanne. Chor und Orchester begeistern das Publikum mit Sanges- und Spielfreude. Lied 14 „In taberna quando sumus“ soll beispielhaft dafür genannt sein. Nicht zu vergessen sei der Kinderchor, der mit Sarah Weinberg „Amors Pfeile“ und mit ihr und Thomas Wittig im Duett die „Freudvolle Zeit“ besingt. Den jungen Sängerinnen und Sängern wird nicht nur ihr eigener Auftritt, sicher auch das Konzert selbst in ewiger Erinnerung bleiben.

 

Ein ausführliches Programmheft informiert insbesondere über Ottorino Respighi (1879 – 1936) und Carl Orff (1895 – 1985) als die beiden Komponisten des 20. Jahrhunderts, die im Vergleich mit anderen eine besondere Stellung einnehmen, indem sie auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen auf überlieferte Formen, Vorlagen und Texte zurückgegriffen und so eine auf dem Boden der Tonalität stehende, von Rhythmus, Bewegung und Tanz geprägte neue Klanglichkeit geschaffen haben.

 

Großen Beifall gab es. Mit Lied 5 „Ecce gratum“ verabschiedeten sich noch einmal den Lenz grüßend, Chöre und Orchester von ihrem begeisterten Publikum.

 

HRic, 22. Mai 2016

St. Peter-Bilder von Emil Nolde im Haus Schwabenland

DRK-Nordsee-Reha-Klinik Goldene Schlüssel erinnert an Emil Nolde

 

Vor genau 70 Jahren waren Emil Nolde und seine Frau Ada vom 27. April bis zum 14. Mai 1946 Gäste in der Nordsee-Kuranstalt „Goldene Schlüssel“ St. Peter. Dr. Oskar Arnold, der damals für den Gründer Dr. Richard Felten von den Engländern eingesetzte Chef der Klinik, hatte Nolde eingeladen. Er brachte die beiden im besten Zimmer der Anlage im Haus Schiff unter. Der Blick über die Dünen Richtung Nordsee konnte nicht schöner sein.

 

Ada Nolde litt an einer Vielzahl von Beschwerden. Beide erhofften sich von dem Kuraufenthalt in St. Peter und auch durch die Behandlung vor allem Linderung der Schmerzen.- Der Maler selber, voller Sorge um seine Frau, suchte malend nach Zerstreuung. Über 30 kleine Aquarelle, alle gleich groß auf Japan-Papier, das er bereits zugeschnitten mitbrachte, sind so in St. Peter zum Thema „Meer“entstanden. „Alles Ur- und Urwesenhafte immer wieder fesselte meine Sinne. Das große, tosende Meer ist noch im Urzustand, der Wind, die Sonne, ja der Sternenhimmel wohl fast auch noch so“, schrieb Nolde in seiner Autobiografie.

 

Heute wie seit der Gründung des Klinikdorfes 1913 vor mehr als einhundert Jahren legen Leitung und Team der DRK-Nordsee-Reha-Klinik großen Wert auf Behaglichkeit und Wohlbefinden ihrer Patienten. Diese genießen nun in dem in den Wintermonaten vollständig sanierten Bettenhaus ‚Haus Schwabenland‘ neuen Wohnkomfort im traditionellen Gewand. 1960 erbaut, ist es das letzte der vier Bettenhäuser, die im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte umfassend erneuert wurden. Der Name des Bettenhauses ist zurückzuführen auf einen ehemaligen langjährigen Vertragspartner aus Baden-Württemberg. Die anderen drei heißen ‚Everschop‘, ‚Utholm‘ und ‚Kiek ut‘.

Auf drei Etagen gibt es in diesem Haus 24 behindertenfreundlich und allergikergerecht wohnlich und funktional ausgestattete Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer. Aus den großen Panoramafenstern fällt der Blick in die Natur mit Kiefernwald und Rasenflächen.

 

In Erinnerung an den Aufenthalt von Emil und Ada Nolde hat man die Flure des Hauses mit 20 kleineren Kunstdrucken der von dem Maler hier geschaffenen Bilder ausgestattet. Die Folge der Aquarelle weist eine bemerkenswerte farbliche wie kompositorische Vielfalt auf. Es ist die letzte große Werkreihe im Schaffen des Malers. Wer vielleicht gedacht hatte, hier ein Original von Nolde zu sehen, wurde trotzdem nicht enttäuscht. „Hübsch und liebevoll“ bezeichnete Hans-Jürgen Krähe, ausgewiesener Nolde-Kenner hinsichtlich des St. Peter-Aufenthaltes, die Gestaltung der Flure mit den zusätzlichen Informationen. Geschäftsführer Markus Lubanski musste bei seiner Begrüßung von Gästen, Patienten und Mitarbeiterschaft der Klinik eingestehen, dass zu einem „echten Nolde“ das Geld denn doch nicht gereicht habe und „auf dem Dachboden haben wir leider auch keines mehr gefunden.“- Bei der anschließenden Besichtigung stand unter anderem von der Fünferfolge das Bild „Lichtes Meer (zwei weiße Segel) / St. Peter 1946“ im Mittelpunkt der Betrachtung. Wie auch die anderen Aquarelle hat Nolde diese Meeresstimmung ohne Vorzeichnung geschaffen. Dieses gehört zu jenen, die wie einige andere auch als Vorlage für das gleichnamige Ölbild dienten und ist dieses Jahr ebenfalls in Seebüll ausgestellt. Da ist es dann das Original!

 

So wird die Brücke geschlagen von St. Peter-Ording nach Seebüll. Vor 60 Jahren starb Emil Nolde dort am 13. April 1956. Ada Nolde starb bereits am 07. November des St. Peter-Jahres. Im Folgejahr war Nolde, wieder eingeladen, ein zweites Mal in St. Peter.

Bereits zum 60. Mal gibt es in Seebüll dieses Jahr eine Nolde-Ausstellung.

 

HRic, 18. Mai 2016

Beeten wat op Platt – Een wohr Geschicht över’n Charakterkopp

 

Opa för 2,60 € op‘n Mittwochmarkt in St. Peter-Dörp

 

Annerletzt keem ik Mitteweeken an‘n Wochenmarkt in St. Peter-Dörp vörbi. Wat heff ik mi wunnert! Dor stünn doch groot und breet an so’n Tafel „Opa  2,60 “. Wat dat Euro ween schull’n, kunnst vun wiet gorni seeh’n. Blots „Opa“, dat weer düütli to leesen. Glieks dach ik an dat Ohnsorg-Theoter mit Henry Vahl – dat is je al lang her – un dat Stück „Opa ward verköfft“. De Saak müss ik jo nu op‘n Grund gahn. So’n beeten niejierig is jo jedeen. Eegentli harr ik op‘n Markt gor nix mehr to sööken. Appeln har ik noog, un sünst kööp ik min Kroom meist in’e Dörpstraat.

 

Af un an bin ik denn je man doch op’n Markt, kööp dor bi min Obstkeerl Appeln un bi de Blomenständ, wat ik so hebb’n will, viellicht ok mol so‘n feine Wuss oder Fisch. Kannst dor jo meist all’ns kriegen, Mütz un Socken un ok, wat man gorni bruukt, de een oder anner aver liekers so’n Lengen op hett. Blot’s een Opa, dat harr ik no ni beleevt. Also furts op den Stand los.

 

Dor stünn Torsten Kalinka in sien Bäckerwoogen. He harr man ni blot‘s een Opa to verkööpen, dor leegen noch mehr - ni op den Footboden, ne, - op de Brotborte. Dat weer’n man so lütte Opas. Ok Hein’s harr he in‘n Angebot. Schokostuten, Weizenbrot un „Mein Brot“ geev dat ok. Un Opa heet mit vulllstännigen Noom‘ „Opa‘ s Liebling“ und weer backt ut twee Drüttel Wittenkorn un een Drüttel Vullkorn. Echte Opas schüllt dat jo ok bieten köön!- Ik heff jo ok mal een Opa hatt, de harr ok ni mehr al sien Täähn.

 

Na, Kalinka, kunn nu mooken wat he wull, he müss sik vun mi fotografeern laaten.- Dor hett nu sach’s een Opa sien‘ eegen „Opa“ in‘e Hand hol’n. Wat hebbt wi uns freit!-

 

Wenn dat ni weeten deist: Kalinka hett sien Bäckeri in Schuby, dat is bi Schleswig. He hört‘ mit to de glücklichsten Minschen bi uns in Norden. Dat hett de NDR 2013 mol rutfunn‘ un em för’n Trailer „Dat Beste im Norden“ engageert. He sülms hett dor an mehrsten lacht. - He hett ok een Hus in St. Peter, hört‘ also so’n beten ok na St. Peter-Ording. Kannst em je mol op’n Wochenmarkt besööken un em vun mi grööten. Aver denk dor an: „Opa’s Liebling“ gifft dat bi em to kööpen. Kööp man een! An „den Opa“ warrst di din Täähn wiss ni utbieten. Un een beeten Lachen hölt jung. Du wullt doch sach‘s noch keen oolen gnadderigen Opa ween‘! Oder?

 

 

© Hans Jörg Rickert, 2016, www.jb-spo.de

30 Jahre lebendiges Ev. Gemeindehaus in St. Peter-Ording

 

„In St. Peter am Marktplatz hinterm Deich steht ein Haus, das sieht man gleich!“ So heißt es im Gedicht, das Diakonin Andrea Streubier, Pastorin Regine Boysen, Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen und Jugendpfleger Daniel Schädler anlässlich des Geburtstages des Evangelischen Gemeindehauses in St. Peter-Ording in Form eines Staffellaufes vortrugen und das lebhafte Geschehen und Treiben im und um das Haus in Versform vor Augen führten. Jens-Uwe Bahr, lange Jahre Friedhofsgärtner, hatte das Haus mit Grün und Blütenpracht geschmückt, Irene Hems wirkte wie stets im Hintergrund, und viele weitere Hände hatten mit Küster Lorenz Clausen geholfen, für die Geburtstagsgäste alles herzurichten. Pfingsten 1986 hatte das Haus offiziell seine Türen geöffnet. Dreißig Jahre hat es nun nicht nur seine Aufgabe erfüllt, sondern mit seinem vollen Terminkalender bewiesen: „Die Tür geht zu, die Tür geht auf – die Lebendigkeit nimmt ihren Lauf!“

 

Alle Plätze im großen Saal und den angrenzenden Räumen waren besetzt, so viele Gäste konnte Regine Boysen beim Empfang freudig und dankbar über den großen Zuspruch begrüßen. Kein Wunder, wer eigentlich nutzt die Räumlichkeiten dieses von Kirchen- und Kommunalgemeinde gemeinsam geplanten und für über 2,2 Mio DM in unmittelbarer Nähe zur St. Peter-Kirche errichteten Hauses denn nicht! Das Kirchenbüro hat hier seinen Platz, die Pastorenwohnung ist angegliedert, das Jugendzentrum ist im Obergeschoss untergebracht wie auch eine Mitarbeiterwohnung, die heute für die vielen zeitweise für die Kirchengemeinde tätigen Ehrenamtler zur Verfügung steht. Es gibt einen Konfirmandenraum, ein Musik- und ein Kaminzimmer, eine Küche, Abstellräume und genügend breite Flurräume mit Garderobe und Sitzgelegenheiten. Neben der reinen kirchlichen Arbeit, den von der Kirchengemeinde und von der Urlauberseelsorge angebotenen Vorträgen und anderen Veranstaltungen, dem Konfirmandenunterricht, den Seniorenveranstaltungen, der Gute-Nacht-Geschichte für die Kleinen, den Proben der Musikgruppen vom Spatzenchor bis zu Posaunenchor und Kantorei ist das Gemeindehaus Anlaufpunkt für alle möglichen Einrichtungen. Der DRK-Ortsverein ist hier seit langem beim Blutspenden Gast und von diesem Jahr an mit all seinen anderen Veranstaltungen. Die anonymen Alkoholiker haben hier ihr „Zuhause“. Das Familienzentrum der KiTa wurde hier im Januar 2015 auf den Weg gebracht. Einmal im Monat ist „Tischlein deck dich“ für Ü-70-Senioren. Die Landfrauen bieten ihr Kuchenbuffet an und vieles mehr. Das Haus ist offen und kann genutzt werden – wenn denn ein Termin machbar ist. Langfristige Anmeldung ist schon zweckmäßig.

Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier blickte für die Kommunalgemeinde zurück. Er erinnerte an die Geburtsstunde des Hauses am 22. September 1978, wo politische und kirchliche Gemeinde ihr erstes Gespräch miteinander hatten. Christian Rüß war damals Pastor, Jürgen Gutleben Bürgermeister. Am 8. Juli 1985 konnte der Vertrag geschlossen werden. Am 15. April 1986 stimmte die Gemeindevertretung dem Vertrag zu. Die Gemeinde hat nicht nur erhebliche Finanzmittel für die Errichtung eingebracht. Bis heute beteiligt sie sich mit 20% an den Betriebskosten. Balsmeier dankte den Verfassern des Vertrages, den man sehr genau lesen müsse, und setzte dann fort: „Es ist genau das erreicht worden, was man sich damals gedacht hat: Ein harmonisches Miteinander über 30 Jahre zum Nutzen und zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger von St. Peter-Ording. ... Wegen der überaus positiven Erfahrungen und der Erfolgsgeschichte mache ich mir keine Gedanken über die Zukunft des Hauses.“

 

Wie am Pfingstmontag 1986 – Johann Weingärtner und Hans Peter-Honecker waren da die Seelsorger der ev. Kirchengemeinde St. Peter-Ording – war es am Pfingstsonntag die Trachtentanzgruppe St. Peter-Ording unter Leitung von Marion Dittmer, die in ihrer Eiderstedter Festtagstracht dem Haus zu Ehren und zur Freude des Publikums auf dem Platz vor dem Eingang drei Tänze aufführten. Ein holländischer Tanz eröffnete den prächtigen Reigen. Danach gab es eine gemeinsame Mittagsmahlzeit mit vegetarischer Spargelsuppe oder Lauchcremesuppe mit Hackfleisch und am Nachmittag ein reichhaltiges Kuchen- und Tortenbuffet. Wer trotz der etwas kühlen, aber sonnigen  Witterung Lust auf einen alkoholfreien Cocktail hatte, konnte sich ihn von jugendlichen Barkeepern in JiMs Bar mixen lassen.

 

Umrahmt wurde dieser besondere Pfingstsonntag von einem festlichen Gottesdienst am Morgen und dem Kindermusical “Kleiner Stock, ganz groß“ von Peter Schindler am Nachmittag jeweils in der St.Peter-Kirche. Dieses hatte Christoph Jensen mit zehn Jungen und Mädchen einstudiert. Joshua Bombis an den Trommeln unterstützte ihn am Flügel. Mit großer Begeisterung sangen und spielten die Kinder die Geschichte vom Ast, der durch den Wind zu einem Stock und schließlich, durch die Hand eines Mädchens in die Erde gesteckt, wieder zu einem Baum werden konnte.

 

In dem von Orgel und Posaunenchor musikalisch begleiteten Gottesdienst hatte Pastorin Regine Boysen mit der Pfingstgeschichte und dem Propheten Sacharja die Kraft des Geistes Gottes in den Blickpunkt gerückt. „Gottes Geist lässt uns leben und stiftet Gemeinschaft.“ Besser hätte es nicht passen können für diesen Pfingstsonntag. Für die Kirche ist Pfingsten ihr dritter großer Festtag. Für die ev.-luth. Kirchengemeinde St. Peter-Ording war es dieses Jahr ein ganz besonderer Tag. Als ob die Gemeindeglieder und auch viele Gäste von außerhalb das gewusst hatten und ihren christlichen Glauben bewusst leben wollten: Übervoll war die Kirche!

 

HJR, 15. Mai 2016

Ausstellung „Sommerwiese“ in der Deichgalerie

 

Eigentlich ein Geheimtipp, zog die Deichgalerie von Sibille Rehder anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Sommerwiese“ eine Vielzahl von Gästen an. Zu sehen und zu bestaunen gibt es Skulpturen und Windobjekte von Arne Prohn, gefertigt in seiner Schmiede in Almdorf, und in der Galerie neue Fotos und vor allem überraschende Collagen besonderer Art am Norderdeich 43 in Ording, gut erkennbar an der alten weißen reetgedeckten Deichkate und dem kleinen Galeriegebäude am Ende der kurzen Auffahrt.

 

Schon beim ersten Blick in die Galerie oder auf die Sommerwiese erkennt der Sehende: Sibille Rehder und Arne Prohn gehen jeder auf seine Art einen „breiteren“ Weg. Sie bleiben zwar ihren Techniken – Fotografie und Schmiedekunst – treu, aber nutzen die Wegränder. Wie die Wildblumen diese bunt gestalten und verschönen, nutzen sie die Grenzbereiche zum Überschreiten und zu ihrer eigenen Weiterentwicklung. Feste Strukturen werden aufgebrochen und mit anderen Mitteln neu zusammengeführt.

 

Wer kommt schon auf die Idee, verschiedene Fotos zu zerschneiden, Teile von ihnen zusammen zu fügen, sie dann mit Pastellkreide zu bearbeiten und so ganz neue Bilder zu kreieren? Das bedarf einer Eingebung und eines kreativen ausdauernden Schaffensprozesses. Das spürt man, und das ist Sibille Rehder in einer faszinierenden Weise gelungen. Aber auch ihre neuen Fotos fallen auf!-

 

Bei Arne Prohn ist es anders und doch irgendwie ähnlich. Dass er die Grenzbereiche bereits ausgetestet hat, zeigten schon manche seiner Arbeiten. Nun aber wird das dem Betrachter bewußt. Ob es der „Steinflieger“ ist, dessen Steine sich mit einer „Leichtigkeit im starken Wind bewegen, oder der „Kasper“, der vom Spiel des Windes getrieben den Besucher einfach anzieht. Den scheint er dann immer wieder sich verbeugend zu begrüßen sowie mit seinen weiten schwingenden Armen wie mit Flügeln zu umfangen versuchen. Nebenbei versetzt er dazu den Rundbesen einer Straßenkehrmaschine in eine anhaltende Drehbewegung. Statisches, sich laufend Veränderndes und Gleichförmiges schaffen ein Hampelwesen besonderer Art. Nicht weit davon der Tausendfüßler, der zwar statisch, aber wie auf Skiern über die Sommerwiese gleitet und mit seinen Grashüpferfühlern am Kopf des gliedhaften Körpers in die Welt „sieht“ – übrigens in einem Projekt mit Grundschulkindern aus Drelsdorf, Ahrenshöft und Bohmstedt entstanden.

 

Thomas Bartram, Vorsitzender des Vereins Kunstinitiative, hatte beide Künstler in seiner Eröffnungsansprache zur Ausstellung ermuntert, den eingeschlagenen, jetzt breiteren Weg gerne weiter zu gehen, als eine „Reise in die Unendlichkeit“.- Wer sich von dem Beginn dieser Reise begeistern lassen möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist von Mittwoch bis Freitag ab 14 bis 18 Uhr und im Juli und August auch am Sonntag 16 - 19 Uhr geöffnet, außerdem immer, wenn Sibille Rehder zuhause ist.

 

HRic, 14. Mai 2016

Tourismus-Ausschuss billigte sämtliche Beschlussvorlagen

 

Die Tagesordnung war umfassend, auch Nachfragen und Meinungen zu den einzelnen Punkten gab es genug, doch alle Beschlussvorlagen fanden die einhellige Zustimmung der Mitglieder des Tourismus-Ausschusses. Die Verschiebung der „Präsentation des ausgewählten Entwurfs Mehrzweckgebäude am Ordinger Strand“ in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung erfolgte nach etwas längerer Erörterung der Sachlage. Die Notwendigkeit eines solchen Multifunktionsgebäudes steht dabei außer Frage. Aber wegen noch offener Fragen hatte man den Architekten im Vorwege sinnvollerweise kontaktiert. Bei den Punkten Zweite Nachtragssatzung über die Erhebung einer Tourismusabgabe und Sechste Nachtragssatzung über die Erhebung einer Kurabgabe sowie die Preisanhebung für Privatzahler Kurmittel- und Wellnessbehandlungen und Tarife DÜNEN-THERME ging es um die Bewertung erhobener Statistiken und daraus zu ziehende Folgerungen.

 

Nach Abschluss der letzten Kalkulationsperiode 2013 bis 2015 für die Tourismus- und auch die Kurabgabe war jeweils eine Neukalkulation für die Jahre 2016, 2017 und 2018 erforderlich. Trotz gestiegenen Deckungsbedarfes konnte aufgrund der guten Umsatzentwicklung und der damit gestiegenen Summe der Maßstabseinheiten der Abgabesatz bei 6,9 % belassen werden. Entsprechend der Kalkulation sind nur die Anteilssätze in § 1 der Satzung zu aktualisieren. Die Abgabe dient dabei ausschließlich jeweils zur teilweisen Deckung des gemeindlichen Aufwandes für die Tourismuswerbung sowie für die Herstellung, Verwaltung und Unterhaltung der zu Kur- und Erholungszwecken bereit gestellten öffentlichen Einrichtungen. Ersterer wird gedeckt durch Benutzungsentgelte und sonstige Einnahmen zu 42 v.H.und durch die Tourismusabgabe zu 28 v.H. Letztere wird jeweils gedeckt durch Benutzungsentgelte und sonstige Einnahmen sowie durch die Kurabgabe zu 42 v.H. und dann noch 10 v.H. durch die Tourismusabgabe. Die Gemeinde trägt 30 % bzw. 6 % des Aufwands. In der Kurabgabeatzung werden die Deckungsanteile entsprechend angepasst. Saisonzeiten und Kurabgabesätze bleiben unverändert. Beide Nachtragssatzungen sollen rückwirkend zum 1. Januar 2016 an in Kraft treten.

 

Von den über 50 Einzelpositionen im Wellnessbereich sollen nach der letztmaligen Erhöhung zum 1.1.2013 um 12 % insbesondere die Kurmittelpreise für medizinische Bäder, Schlickpackungen, Inhalationen, Massagen und Physiotherapie für Privatzahler dem Preisniveau vergleichbarer Anbieter zum 1. Januar 2017 angepasst werden. Mit dieser Preisanhebung könnten dann in 2017 bis zu 18.000 EURO netto mehr erlöst werden. „Umsatztechnisch sind sie nicht der wahre Bringer“, so der Leiter der Wellness-Abteilung Georg Römer, aber im Vergleich zu Mitbewerbern sei das sinnnvoll. Die Kalkulationsgrundlage einschließlich Betriebsstoffen liege pro Minute bei maximal 1,20 Euro.- Vor Eintritt in die Sitzung hatten sich die Mitglieder des Ausschusses und viele weitere Gemeindevertreter von den gelungenen Umbaumaßnahmen mit hohem Qualitätsstandard und dem zusätzlichen Blick nach draußen als Wohlfühlarrangement überzeugen können. Carsten Werner vom StrandGutResort und Georg Römer hatten gemeinsam die 20minütige Besichtigung im Gesundheits- und Wellnesszentrum mit Meditationsraum, Übergang Hotel, Wellnesseinrichtung und Schlick durchgeführt.- Auf der Grundlage eines aktuellen Branchenvergleiches sowie der Erkenntnislage des Bäderreports 2015 wird für die Tarife der DünenTherme mit 0,50 Euro eine geringfügige Erhöhung um ca. 4% vorgeschlagen. Damit soll den Kostensteigerungen bei den Betriebskosten entgegengewirkt werden. Durch die Preisanhebung könnte auf der Basis des Betriebsjahres 2015 – 230.000 Gäste - ab 1. Januar 2017 dann ein Mehrerlös von 103.000 Euro netto erzielt werden.

 

Der Finanzausschuss wird am 24. Mai ebenfalls über diese vier Beschlussvorlagen abstimmen, ehe sie dann in der Sitzung der Gemeindevertretung am 18. Juli abschließend und rechtskräftig verhandelt werden. Bürgerinnen und Bürger haben damit noch einmal Gelegenheit, sich zu informieren. Leider waren dieses Mal keine anwesend, um aus erster Hand auch Hintergrundinformationen mitnehmen zu können.

 

Die stellvertretende Tourismusdirektorin Constanze Höfimnghoff vermeldete eine positive Entwicklung bei der Online-Vermittlung von Objekten und Buchungen (wir berichteten) und dadurch einer Zunahme von Provisionserlösen. Tourismusdirektor Rainer Balsmeier teilte für die TZ die Neubesetzung des Personalrates mit und konnte bezogen auf den Erfolgsplan eine Verbesserung prognostizieren. Der erhoffte zügige Umtausch der alten Jahresgästekarten durch Zweitwohnungsbesitzer in neue gestalte sich allerdings schwierig. Seit 2014 ist das bereits möglich. Mit bisher 2000 erfolgten Erneuerungen fehle vermutet noch die gleiche Anzahl. Das balle sich immer an Wochenenden. Die Kassierer sind jetzt angewiesen, die alten Jahresgästekarten einzuziehen und eine Ersatzkarte zum Umtausch in eine neue - innerhalb von 14 Tagen - auszugeben. Er bat um Verständnis für diese Maßnahme. „Wenn wir nicht so vorgehen, wird das nie was!“- Ausschussvorsitzender Tim Schäfer berichtete zu einer Anfrage bezüglich möglicher Probleme mit Migranten und Flüchtlingen. Die Mitarbeiter der TZ sind entsprechend geschult worden und haben geeignetes Informationsmaterial für diese Bevölkerungsgruppe. Bisher hat es keinerlei Probleme gegeben.

 

HRic, 10. Mai 2016

René Adler zu Gast bei den Nordseelern

 

Nationaltorwart Rene Adler, seit der Saison 2012/13 beim Fußball-Bundesligisten HSV unter Vertrag, war zu Gast bei den Nordseelern St. Peter-Ording im Cafe Lutz. Die Vorsitzende dieses offiziellen Fanclubs des HSV im Nordseebad Jasmin Jansen-Sievers hatte sich „eine volle Hütte“ gewünscht. Das war auch so. Die Nordseeler waren ihrer Aufforderung gefolgt und bereiteten ihrem HSV-Torwart einen begeisterten Empfang. Rene Adler und die Fan-Beauftragte des HSV Nicole Fister waren überaus erfreut von dem hohen Engagement und dem großen Interesse der Fans in St. Peter-Ording an „ihrem HSV“.

 

Das wurde besonders offenbar bei der Gesprächsrunde mit Rene Adler. Sympathisch, mitteilungsfreudig und überlegt, informativ und seinen Gesprächspartnern zugewandt, berichtete er zu den Fragen an ihn bzw. an die Arbeit beim HSV. Seine Freude über den feststehenden Klassenerhalt einen Spieltag vor Saisonende teilten die Fans uneingeschränkt, hatten sie doch in den beiden Vorjahren mitgelitten. „Die letzten Wochen funktioniert man irgendwie nur noch. Die Erleichterung beim Wissen um den Klassenerhalt war enorm.“ Das brachte er glaubhaft rüber, hatte er doch selber wegen

seiner Hüftverletzung nicht eingesetzt werden können. „Stehe ich im Tor, dann bin ich konzentriert. Von dort unten blicke ich dann aufs Feld, verfolge das Spiel von hinten und weiß, was ich zu tun habe. Aber am Spielfeldrand habe ich ein Gefühl der Machtlosigkeit.“

 

Profi ist er! Mit zehn Jahren war das schon sein Ziel. Für seinen damaligen Verein RB Leipzig freut er sich mit, nächstes Jahr in der Ersten Liga zu spielen. Über kurz oder lang würden die „eine Macht werden“. Bei allem Mythos für den HSV sei der Leipziger Verein für den Osten Deutschlands eine Mannschaft, mit der man sich dort identifiziere. „Der Fußballsport lebt von Emotionen und Leidenschaft. Wir Profis wollen auch spielen“, so sein Credo. Im nächsten Jahr werde man beim HSV alles tun, sich zu bewähren und: „Ich bin ehrgeizig und sehe mich als Nr. 1 im Tor.“ Torwarttraining als stetes Wiederholungstraining von Abläufen, Mannschaft und Trainer als Kollektiv, Trainingsprogramme auch im Urlaub, die Bedeutung des Fußballs im Falle eines befürchteten Abstiegs für Jobs und auch Fragen nach seiner Ernährung sowie Familie und Zukunft rundeten den Gesprächsteil ab.

 

„Ich bin nahezu weg geflasht von deiner Offenheit“, leitete Jasmin Jansen Sievers bei überaus großem Beifall der Nordseeler zur Autogrammstunde über. Das Fan-Foto der Nordseeler mit Rene Adler setze dann den Schlusspunkt. Hoch zufrieden zeigten sich alle nach diesen zwei Stunden.

 

HRic, 08. Mai 2016

"Viola tanzt !“

 

Mit musikalischen Grenzgängen zwischen Klassik, Tango Nuevo, Latin-Jazz und Klezmer unter dem Titel „Viola tanzt !“ begeisterte das Musikerehepaar Bella und Semjon Kalinowsky das Publikum in der St. Peter-Kirche. Beide in der Ukraine geboren und heute in Lübeck ansässig, konzertieren seit 1991 als „Duo Kalinowsky“ erfolgreich im In- und Ausland. Sie, die Pianistin, moderierte den Abend.

 

Bei der ungewöhnlichen Besetzung von Bratsche und Klavier wurde es nicht nur ein interessanter, sondern höchst abwechlungsreicher Konzertabend mit einem lebendigen Programm. Der fröhliche Beifall – manchmal auch spontan am Ende eines Konzertstückes - und das Lächeln in den Gesichtern waren nicht nur Beweis dafür, dass die beiden Künstler mit ihrem hervorragenden Spiel die Herzen erobert hatten, sondern es ihnen auch gelungen war, was ihr Anliegen ist: Die Bratsche von ihrer „stiefmütterlichen Behandlung“ zu befreien. Der Titel war nicht nur „Viola tanzt !“ Semjon Kalinowsky ließ sie wirklich tanzen, und seine Frau Bella am Klavier war gleichberechtigte Partnerin. Beide Instrumente erklangen unter ihrem Anschlag und seiner Bogenführung so, dass das Zuhören ein Miterleben wurde, denn das „Duo Kalinowsky“ lebt und liebt einfach die von ihnen selbst für die beiden Instrumente arrangierten Stücke.

 

„Fünf Alte Französische Tänze“ von Marin Marais (1656-1728) machten den beschwingten und tänzerischen Auftakt. Das war Musik von jugendlicher Frische und französischem Charme. „Suite Antique“ von John Rutter (*1945) und „Petite Suite Latine“ von Jérôme Naulais (*1951) nahmen die Konzertbesucher mit auf den Grenzgang, der sich dann mit “Oblivion” des Argentiniers Astor Piazolla (1921-1992), dem „Spanischen Tanz“ des Ukrainers Myroslaw Skoryk (*1938) und der „Ukrainischen Rhapsody“ seines Landsmannes Ivan Levitsky (1875-1938) fortsetzte. Mit der Klezmer-Musik „Sholem-alekhem, rov Feidmann!“ von Béla Kovács (*1937) war das Konzert offiziell zu Ende. Aber der Beifall forderte eine Zugabe. Vorbereitet darauf war das Duo mit einer Extra-Komposition, arrangiert für Bratsche und Klavier.

 

HRic, 08. Mai 2016

Schinkenbrot und mehr – zum 25. Mal an Himmelfahrt

 

Seit 1992 sind die Mitglieder des Ortsvereins der SPD in St. Peter-Ording am Himmelfahrtstag für die Allgemeinheit tätig. Begonnen hatte es damals in Ording beim „Ording Hus“ der Kurverwaltung mit dem Verkauf von Schinkenbrot, Kaffee und Kuchen u.a.m.- Martina Bräuning hatte die Idee.

 

Der Erlös wird jedes Jahr für einen guten Zweck gespendet. Inzwischen nutzt man schon viele Jahre (ab 2009) den günstigen Standort des Backhauses. Einheimische wie Gäste nutzen dieses Angebot. Gleichzeitig ist es auch interfraktioneller Treffpunkt geworden.

 

Der Kreisvorsitzende der SPD, MdB für Nordfriesland und Dithmarschen-Nord, Matthias Ilgen war begeistert von der Aktivität seiner Genossen und der behaglichen Atmosphäre. Mit dabei waren dieses Jahr Walter Petersen, Peter Hansen, Ilse Stiewitt, Monika Grutza, Margret Hinrichs, Wilma Groß, Daniel Andersen, Jörn Tiedemann und Sönke Sund.

 

HRic, 05. Mai 2016

10. KulturHimmel auf der Buhne beim DÜNEN-HUS

 

Ein Tag rund um Eiderstedt am 5. Mai 2016

 

Regionalität ist Trumpf. Das galt in St. Peter-Ording auch für den 10. Kultur Himmel, der sich am 5. Mai zum zweiten Mal bewusst dem Schwerpunkt kulturelle, kulinarische und historische Schätze der Halbinsel Eiderstedt widmete. Von 12.00 bis 17.00 Uhr präsentierten sich rund um das DÜNEN-HUS auf der Erlebnis-Promenade im Ortsteil St. Peter-Bad verschiedene Einrichtungen aus Kunst & Kultur, Freizeit & Tourismus, Natur sowie Kulinarik. An diesem Himmelfahrtstag war wieder der Brückenbogen von St. Peter-Ording bis Friedrichstadt gespannt.

 

Eine Besonderheit ist die Lebendigkeit des Marktes. Eingeladen war zum Kennenlernen, sich Informieren  und Mitmachen. Insbesondere für Kinder war an diesem Tag einiges geboten. So war wieder das „Erfahrungsfeld Mars Skipper Hof“ gemeinsam mit dem  Kinderspielhaus der Tourismus-Zentrale vertreten. Beide Einrichtungen hielten jede Menge Aktionen und Gerätschaften bereit. Mit „Sandskulpturen Westerhever“ konnte man an anderer Stelle Figuren aus Sand formen.

 

Außerdem präsentierten sich neben vielen anderen das Museum Landschaft Eiderstedt gemeinsam mit der AG Ortschronik sowie die Partner der Lokalen Tourismusorganisation (LTO) und der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) zusammen mit dem Nationalparkhaus und seinen Nationalparkpartnern.

 

Auf der Bühne gab es zudem ein abwechslungsreiches informatives und unterhaltendes Programm.

 

HRic, 05. Mai 2016

 

Siehe auch: 2015 Mai - Gelungener Kulturhimmel

Bach, Mendelssohn, Brahms und Reger zum Ausklang

 

Die Mitgliederversammlung des „Vereins zur Förderung und Pflege der Kirchenmusik – Orgelbauverein St. Peter-Ording e.V.“ schloss mit einem besonderen Programmpunkt in der St. Peter-Kirche. Hans-Jürgen Krähe am Pult und Christoph Jensen an der Lobback-Orgel stellten mit Unterstützung von Lorenz Clausen am Projektor die Komponisten und Kirchenmusiker Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms und Max Reger in Worten, ausgewählten Bildwerken und Ton vor. Mit seinen Worten zum Leben der Musiker und den Erläuterungen zu den Gemälden von Elias Gottlob Hausmann (Bachporträt von 1746 – Museum für Geschichte in Leipzig), James Warren Childe (Porträt von Mendelssohn 1830 – Berliner Staatsbibliothek), Max Klinger ( Brahms-Plastik 1898 – Musikhalle Hamburg) und Max Beckmann (Porträt von Reger 1917 – Kunsthaus Zürich) machte sie Krähe in der jeweiligen Zeitepoche für das Publikum lebendig. Zugleich schaffte er Bezüge zu durch die Existenz des Fördervereins Verein ermöglichte Aufführungen. Mit ihren Werken - „Dorische Toccata“, „Praeludium und Fuge d-moll“ bzw. „g-moll“ und „Introduktion und Passacaglia d-moll“ – rückte sie Jensen jeweils nach dem Wortbeitrag klangmächtig mit ihrer großartigen Musik ins Bewusstsein. Großen Beifall gab es für die beiden Vortragenden.

Zuvor hatte der 2. Vorsitzende des Vereins Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen in Vertretung für den seit 2002 tätigen Vorsitzenden Pastor em. Hans Peter Honecker die Versammlung eröffnet. Schon in der Einladung hatte er mitgeteilt, dass dieser das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr werde wahrnehmen können und auch Hans-Jürgen Krähe – seit 1993 mit der Gründung als „Orgelbauverein“ Mitglied des Vorstandes – aus Altersgründen nicht erneut für den Beisitzerposten kandidieren werde. Er würdigte die stets engagierte Arbeit beider. Die Vakanzen im Vorstand konnten mit den Wahlen von Ursula Reuter-Manß als 1. Vorsitzende und Christine Melzer als Beisitzerin nahtlos besetzt werden. Beide haben über ihre Tätigkeiten eine langjährige Verbindung zu Musik und Arbeit im Chor. In ihren Ämtern bestätigt wurden Christoph Jensen, Ove Ohls (Schatzmeister), Sönke Sund (Schriftführer), Kerstin Frehse und Gaby Bombis (Beisitzerinnen). Als Wahlleiter fungierte Hans Edlef Paulsen.

 

Im Jahresbericht erinnerte Jensen nicht nur mit der Matthäus-Passion von J.S.Bach

an herausragende Aufführungen, sondern auch an die Vielfalt der mit kleineren und größeren Konzerten im vergangenen Jahr gut besuchten Reihe „Musik in der Kirche“. Kantatefest, Offene Kantorei und Orgelmusik zur Marktzeit gehören dazu. Sein Dank galt allen Mitwirkenden, den 124 Mitgliedern für das nachhaltige Existieren des Vereins, den kleineren und größeren Sponsoren wie den Kliniken am Ort und besonders auch Gemeinde und Tourismus-Zentrale für ihre Unterstützungsvielfalt. Offene Ohren und tatkräftige Mitarbeiter schafften ein unbürokratisches Miteinander, das die Organisationsarbeit effektiv erleichtere.- Der Kassenbericht von Ove Ohls machte deutlich, in welch starker Weise der Verein außergewöhnliche Kirchenmusik mit pro Jahr über 50 Konzerten ermöglicht.- Abschließend sagte Jensen: „Wir schauen von Jahr zu Jahr und können uns auch 2016 wieder auf schöne und hochwertige Musik freuen. Begonnen haben wir am 20. März mit der Markus-Passion in der Kirche St. Magnus in Tating. Freuen dürfen wir uns nun auf die ´Carmina burana`von Carl Orff mit Orchester und Chören am 21. Mai in der Utholm-Halle.“ Seiner Einladung zu „Wort und Musik“ in die St. Peter-Kirche unmittelbar im Anschluss folgten alle sehr gerne.

 

Hric, 14. April 2016

Henning Scherf über gemeinschaftliches Wohnen

Ein Graus sei ihm die Vorstellung, dass in Zukunft 30 Millionen Menschen bei uns in Deutschland nicht mehr im Beruf stehen und dann versorgt sein wollen. Es muss aber nicht jeder Rentner oder Pensionär versorgt werden. Wir werden älter, bleiben rüstiger und dann aufs Abstellgleis? Da wird man seines Lebens nicht froh. Nein!  Länger lebt man, wenn man nicht alleine bleibt. Länger lebt man, wenn man was zu tun hat. Die meisten älteren sind nicht hilfebedürftig, sondern helfebedürftig. Sie können und wollen helfen.  Was können wir für andere beisteuern? Wir alle haben kreative Potentiale in uns. Deshalb braucht man eine Lebensform, in der man am Lebensende zusammenbleiben kann. Henning Schrf berichtete aus seiner eigenen 1987 gegründeten Wohngemeinschaft in Bremen, verschwieg dabei Probleme nicht, ermunterte aber zu solch einer Lebensform, weil weltweit etwa 90 Prozent durchhalten.Das Hauptproblem sei, dass man zusammenpassen muss und das solle man vorher ausprobieren!

Wer Henning Scherf so reden gehört hat, wer erlebt hat, wie er auf seine Zuhörer zugeht und auf ihre Fragen eingeht, wer seine humorvolle und liebenswerte Art erfahren durfte, der konnte keinen Zweifel daran haben, dass hier einer seine Erfahrungen unaufgeregt weitergibt, die beste Werbung für sein Anliegen.

3.5.2016 gpan

 

Shantychor überrascht den DRK-Ortsverein

 

Sichtlich überrascht war die Vorsitzende Marlene Pauly-Burchatzky des DRK-Ortsvereins St. Peter-Ording: Der Shantychor „Die Strandräuber“ war nicht nur in Chorstärke erschienen und brachte den anwesenden Mitgliedern ein Ständchen, sondern hatte auch noch einen Scheck in Höhe von 300 Euro dabei. Ove Ketels löste das Rätsel des Chorauftritts schnell: “Wir haben gehört, hier gibt es was zu essen! – Aber wir wollten als Ehrenamtliche Euch Ehrenamtlichen auch einmal Danke sagen für Eure Aktivitäten.“ Aus der geteilten Freude wurde eine doppelte.- Zum monatlichen Treffen des Ortsvereins mit Grillabend gab es ein fröhliches Miteinander bei Shantys, Grillfleisch, Würsten, Salaten und anderen Beigaben. Es stimmt eben: „Achter Dünen un Diek, dor lett sik to al Tied goot leben.“

 

HRic, 03. Mai 2016

In der KiTa St. Peter-Ording ist Inklusion doppelt Praxis

 

Für Sandra Rubbel ist vor etwas mehr als zwei Jahren ein Sehnsuchtswunsch erfüllt worden. Sie hat einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz inne. Für sie ist die Ev. Kindertagesstätte St. Peter-Ording ein Glücksfall.

 

Die heute 27jährige kennt nur ein Leben mit Beeinträchtigung. Nur, für sie ist das Normalität. Sie kennt es nicht anders. Seit ihrer Kindheit lebt sie mit mehrfacher Beeinträchtigung und ist auf den Rollstuhl angewiesen. In Niebüll ist sie mit jeglicher Unterstützung durch ihre Eltern aufgewachsen und hat dort erfolgreich die Realschule abgeschlossen. Mit dem Realschulabschluss in der Tasche besuchte sie 2007 für ein Jahr das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk in Husum und leistete ein Berufsvorbereitendes Jahr ab. Nach dem anschließenden zweijährigen Besuch der Berufsfachschule in Niebüll mit Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin gab es 2010 für sie keinen entsprechenden Arbeitsplatz. Die körperlichen Beeinträchtigungen waren der Hinderungsgrund. So strebte sie darauf aufbauend die Erzieherausbildung an. In dieser Phase war dann bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle Enke Jappsen vom Integrationsfachdienst Flensburg und Nordfriesland (IFD) eingeschaltet worden. Sie ist Diplom Sozialarbeiterin und –pädagogin und für den IFD Südtondern in Niebüll tätig, um nicht nur Menschen mit Handicap durch Erkrankung oder Unfall zu helfen, einen Einstieg bzw. Wiedereinstieg in das Berufsleben zu finden, sondern auch für Menschen wie Sandra Rubbel Sorge zu tragen, dass diese überhaupt erst einmal einen ausbildungsgerechten Arbeitsplatz erhalten. Im Jahre 2013 konnte dann endlich aufgrund einer Anfrage beim Kirchenkreis Nordfriesland ein Arbeitgeber gefunden werden, der anders dachte, und sich nach Möglichkeiten einer Beschäftigung in einer sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstelle umsah.

 

Zum Kirchenkreis Nordfriesland gehört das Evangelische Kindertagesstättenwerk. Inklusion ist in KiTa’s an der Tagesordnung. Für Christian Kohnke, den Geschäftsführer des Ev. KiTa-Werkes, war die an ihn unüberhörbar herangetragene deutliche Bitte „Geben Sie Frau Rubbel eine Chance!“ mehr als nur Auftrag.- Ihm kam da ein Gedanke. Er ist zuständig für die ev. Kita in St. Peter-Ording. Diese betreut U 3-, Kindergarten- und Hortkinder in Halbtags-, aber auch in Ganztagesgruppen. Auf dem Festland ist es die größte Kita im Kreis Nordfriesland. Er kannte auch die baulichen Gegebenheiten. Der Hort ist heute in einem Trakt der ehemaligen Realschule in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kindergarten untergebracht. Die Schule ist in den Jahren von 1998 bis 2005 seitens der Gemeinde umfänglich renoviert und behindertengerecht mit Toiletten – auch für Lehrkräfte – und einem Fahrstuhl ausgestattet worden. Nur an einer Stelle gibt es eine Barriere: vom Fahrstuhlflur zum Hort. Sollte das Hinderungsgrund sein? Eigentlich nicht. Er kannte ja auch den Geist, der in dieser KiTa in Sachen Inklusion herrscht. Dafür stehen das Team und die Leiterin Brigitte Ranft-Ziniel. Miteinander Reden war also angesagt.

Bereits am 1. März konnte Sandra Rubbel nun höchst zufrieden auf zwei Jahre sozialversicherungspflichtige Tätigkeit in ihrem Beruf als sozialpädagogische Assistentin im Hort der ev. Kita der Gemeinden St. Peter-Ording, Tating und Tümlauer Koog zurückblicken. Nicht nur das. Gemeinsam mit ihr blicken Enke Jappsen, Brigitte Ranft-Ziniel und das Team auch nach vorn. Enke Jappsen erinnerte sich: „Dieser Arbeitgeber war anders davor. Dieser hat Möglichkeiten gesehen für das, was geht.- Und das hat sich für alle Seiten ausgesprochen positiv entwickelt.“ Sandra Rubbel selbst formulierte es im kleinen Kreis so: „Ich freue mich jeden Tag, hier zu sein. Ich werde begrüßt, umarmt und die Kinder mögen mich.“ Kein Wunder, denn sie ist für die Kinder da, und das spüren diese. Es ist die Zuwendung, die nicht nur überaus deutlich aus ihren Augen spricht. Voller Respekt äußerte sich Brigitte Ranft-Ziniel: „Frau Rubbel ist im Hort voll akzeptiert. Sie ist ganz normal präsent wie jede andere Mitarbeiterin oder jeder andere Mitarbeiter bei uns.“ Die Gesprächsrunde vor einigen Tagen wurde von allen Dreien wie eine kleine interne Feier empfunden und das auch mit ein bisschen Stolz, „dass wir zusammen geschafft haben, unsere Arbeit in Richtung Inklusion auch für Mitarbeiter zu öffnen und zu leben“, so die Leiterin der KiTa.

 

Weil alle wollten, hat auch alles gepasst. Sandra Rubbel erhielt übergangsmäßig in Ording ein ebenerdiges Appartement zur Verfügung. Die notwendige Rampe wurde gleich geschaffen. Heute lebt sie in Garding in einer Zwei-Zimmer-Wohnung und kommt per eigenem PKW von dort zu ihrem Arbeitsplatz. Mit Gehhilfen kann sie sich behelfsmäßig aus dem Auto bewegen und sich in ihren Rollstuhl setzen. Über den Fahrstuhl gelangt sie dann ins Obergeschoss und bewegt sich problemlos weiter in ihren Arbeitsraum. Sie ist mobil. Die einst scheinbaren Hürden sind keine mehr.

 

Sandra Rubbel fühlt sich im Hort der KiTa absolut „aufgehoben“. Sie hat den richtigen Arbeitgeber gefunden, er hat bei der Einstellung die Fähigkeiten und die Ressourcen erkannt, gesehen und weiter entwickelt. Und das Beste: Nicht nur die Kita St. Peter-Ording ist ein Glücksfall für sie; Sandra Rubbel ist auch ein Glück für die Kita und ihre Kinder. Mit ihnen arbeitet sie täglich. Ihr Arbeitsfeld ist umfassend. Dazu gehört die Begleitung der Erledigung der Hausaufgaben mit dem Ziel, die Kinder zu einer eigenständigen und eigenverantwortlichen Arbeitshaltung zu befähigen, aber genau so das Dabeisein beim Mittagessen. Als Grundlage für die Gespräche mit Eltern und Schule beobachtet und dokumentiert sie bei der Ausführung von Arbeiten die jeweiligen Prozesse in der Kindesentwicklung. Partizipatorisch mit den Kindern plant sie Freizeitangebote und führt diese mit Anreizen der Wahrnehmung eigenverantwortlicher Selbstbildung durch. Sie bastelt und malt mit den Kindern, spielt Gesellschaftsspiele drinnen und ist mit ihnen auch draußen, wie z.B. beim Besuch des Westküstenparks. Vor allem aber ist sie eine für alle – Kinder wie Erwachsene – kompetente und vertrauensvolle Ansprechpartnerin.- Ist doch alles ganz normal – oder ?

Hans Jörg Rickert, 15. April 2016

Elfter Regionaltag in Friedrichstadt

1. Mai 2016 gpan

Herrliches Wetter begleitete die Aussteller der Aktiv-Regionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland in Friedrichstadt. Die Region präsentierte sich mit vielen Ständen auf dem grünen Marktplatz. Auch das Museum der Landschaft Eiderstedt war vertreten. Hier einige Eindrücke.

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