2017  Mai 1

11. Kultur Himmel an Himmelfahrt in St. Peter-Ording - Tradition und Kultur spannen einen Bogen über Eiderstedt

 

Dieser Himmelfahrtstag war ein Maientag wie geschaffen für den 11. Kultur Himmel. Zum dritten Mal war es eine Veranstaltung der Lokalen Tourismus Organisation St. Peter-Ording / Eiderstedt mit Tönning und Friedrichstadt (LTO) unter dem Motto „Regionalität ist Trumpf“. Diese konnte man bei herrlichem Sonnenwetter mit Wind und Wolken rund um das DÜNEN-Hus auf der Erlebnis-Promenade in St. Peter-Ording mit allen Sinnen erfahren und erleben. Viele Gelegenheiten dazu boten Informations- und Mitmachstände sowie Spielstationen und Darbietungen. Zugleich war es ein Tag für Familien mit kleinen und größeren Kindern.

 

Schon vor der Eröffnung hatten sich Gäste und vor allem auch Kinder auf dem Gelände um das DÜNEN-HUS eingefunden. Die Spielrasenfläche und die Mitmachstände des Kinderspielhauses der Tourismus-Zentrale mit Stefanie Cornils und Nicole Henfling sowie der Stand des „Kantorhof“ in Tetenbüll mit der Bauernhofpädagogin Anita Kröger und ihrer Tochter Kerstin und auch der vom „Erfahrungsfeld Mars Skipper Hof“ aus Kotzenbüll mit Stefan Bünsow und Karina Busch waren bis Ende der Veranstaltung Anlaufpunkt für Kinder. Wie spannend ist es doch, sein Gleichgewicht auszutesten oder mit einem Schlägel auf der Gongschale einen Ton zu erzeugen und die Schwingungen hören und fühlen zu können oder am Rand einer Metallplatte mit Hilfe eines Geigenbogens einen Ton zu erzeugen, der die Sandkörnchen auf der Platte Figuren formen lässt. Wo kann man sonst schon auf einer Kuh reiten und „Wasser“ melken? Wo kann man so schön mit Ton und Muscheln etwas machen?- Auf Stelzen gehen, mit Kreide malen oder sein Geschick prüfen – das reizt nicht nur Kinder. Auch der Stand des Nationalpark Wattenmeer zog vor allem Familien an. Dort gaben sich Nationalparkhaus St. Peter-Ording mit Sabine Gettner und den jungen Freiwilligendienstleistenden l Alicia Wagner, Martina Wendler, Lea Busch und David Benkel von der Schutzstation Wattenmeer sowie Lucia Klein von der Nationalparkverwaltung mit Multimar Wattforum und Nationalparkpartnern „Smeerkrog“ in Uelvesbüll, „Kiebitzhof“ in St. Peter-Ording und Galerie und Atelier „Meerkunst“ von Karin Dreyer in Vollerwiek ein Stelldichein. Damaris Krebs von der LTO präsentierte an einem Stand die Prospekte der Halbinsel Eiderstedt und stand für die zahlreichen Fragen der Gäste parat.

 

Einer der Höhepunkte im Programm war die Schafschur mit Hauke Reimers aus Tating und seiner Helferin Nele Bahnsen, Mitglied der Tatinger Landjugend. Wenn er einem Mutterschaf aus der Wolle half und Nele diese in den großen Sack beförderte waren alle Augen auf ihn und das Tier gerichtet, das die Prozedur geduldig über sich ergehen ließ. „Das ist wohl so mein 46tausendstes Schaf, das ich schere“. Dann erzählte er über fleischbetonte Schafrassen wie Dunkles Suffolk, Texel und Weißkopf, deren Kreuzungen wegen ihres ruhigen Temperamentes als Deichschafe geeignet sind und für dessen Festigkeit sorgen, ohne wie Hüteschafe viele Trittspuren zu hinterlassen. So erfuhr man dann auch, was alles zu beachten ist bei der Schafhaltung, dass im Herbst ein Bock zu etwa 50 Schafen gebracht wird und wegen der Lammzeit über ihn unterschiedliche Stempelfarben das Hinterteil der Mutterschafe zieren. So ein Schafhalter muss schon wissen und deshalb planen, wann seine Schafe lammen. Hauke Reimers sagte: „Ik mark immer mehr, wo wichtig dat mit düsse Öffentlichkeitsarbeit bi so en Veranstalten is. Veel to veele Lüüd hebbt to wenig Ahnung vun unse Arbeit un dat Bedüden vun’t Schaphollen.“- Das bestätigten ein Wedeler Ehepaar und eine Hamburgerin mit ihrer 7jährigen Tochter Carla. Sie hatten noch nie eine Schafschur gesehen und fanden das höchst interessant. Carla sagte: „Das Schaf sieht jetzt ganz witzig aus und ist viel kleiner.“ Sie hatte auch bemerkt, dass es „außen schmutzig und innen ganz sauber ist.“

Traditionell typisch für Eiderstedt ist die Tracht. Martina Bräuning und Georg Mackarinus von der Eiderstedter Trachtentanzgruppe St. Peter-Ording präsentierten sich in ihr. Sandra Philippsen führte mit der Eiderstedter Kinder- und Jugendtanzgruppe des Heimatbundes Eiderstedt mehrere Tänze vor der Bühne auf. Es begann mit der Sonderburger Doppelquadrille. „Sie ist leicht zu erlernen und man kann schnell mittanzen“, meinte sie. Das machte zwar niemand, doch viel Beifall gab es für diesen traditionell kulturellen Beitrag.

 

Inzwischen hatte „Björn Paulsen & Band“ alles für den Auftritt vorbereitet, der mit einer Stunde den Schlusspunkt des „Kultur Himmel“ setzte und die Musikfreunde begeisterte. Anita Peters aus St. Peter-Ording und ihre Freundin Zlata Kolak waren sich einig: „Wir lieben Musik. Die sind toll.“ Ingo Dutzella aus Lage bei Detmold, zurzeit hier auf Kur, mag „immer wieder gern Live-Musik“. Nicht nur bei „So jung kommen wir doch nie wieder zusammen“ sang das Tribünenpublikum begeistert mit.

 

Eingeleitet hatte Rainer Martens aus Garding – eine bessere Wahl hätte man nicht treffen können – mit seinem Gitarren- und Gesangskonzert „Platte Gedanken“ dieses „touristische Highlight“. Er brachte eignen Sachen auf Hoch und Platt, darunter „Warum noch warten“, und auch von Peter Maffay „Un dat weer Sommer“, von Hannes Wader „Heute hier, morgen dort“ und von Knut Kiesewetter „Min Gott, he kann keen Plattdüütsch mehr“. Dem Gardinger Liedermacher „hett dat veel Spaaß makt. Ni blots bi ‚Schietegal‘ hebbt se böös düchtig applaudeert, ok sünst!“

 

„Museum Landschaft Eiderstedt“ in St. Peter-Ording, „Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt“ aus Garding, „Haus Peters“ aus Tetenbüll, „Spinnwebkate“ auf Nickelswarft, Hinterhofladen „Segenswunsch“ aus Garding, „Porsche-Diesel-Junior Treckerclub St. Peter-Ording“, „Jahrbuch St. Peter-Ording“ www.jb-spo.de und „Möbel aus Strandholz“ gaben zusammen mit allen anderen ein vielfältiges und lebendiges Bild von Eiderstedt als einer historisch und kulturell geprägten Landschaft mit Tradition und Offenheit.

 

Hric, 26. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

Internationaler Museumstag – Museum Landschaft Eiderstedt - Hilke Herzberg wiest Leven op Eiderstedt op Platt

 

Wat för en feine Idee vun Hilke Herzberg, af un an bi den internationalen Museumsdag ok so’n Führung op Platt to maken. Se is Vörsitter vun‘n Vereen KulturTreff e.V., de dat Museum mit sien Maaten an’t Leven hölt. De Gemeen St. Peter-Ording is tostännig för düsse Kultursteed vun un för Eiderstedt un ünnerhölt se. Dat Leit vun’t Museum hett Sabine Graetke, Husmeister is Stefan Brauer.

Dor harr sik sachts so’n lütte Grupp funnen, de sik dat Museum geern op Platt wiesen laten wull. Manch een weer dorbi, de kunn sülvst keen Platt, wull aver eenfach tolustern. Dat weer man ok richti, wo doch to vergahn Tiden op Eiderstedt platt snackt wöör. Hilke Herzberg begrööt in de Loo un güng denn ierstmol in de Deel. Dor güng’t denn los.

1752, vertell se, wurr dat Hus Jensen buut. De Döör in de Deel weer de Döör för Festdag un to’n Rutlopen, wenn‘t brennen dä. Wat dat Hus gegen Füer verseekert weer, kunn man an de Löschammers sehn, de baben hungen dään. De Lüüd vun düt Hus müssen Geld hebbt harrn. Dat kunn man an de nääste Ruum marken. Dat weer een kachelt Stuuv mit’n Bilegger. De wurr vun de Köök her heizt. So geev dat in de Stuuv keen Schiet. Hier kunnst denn ok ganz veel Porzellan un Fayencen sehn. De Eiderstedter Buern harr’n Geld vun wegen ehr Grasland mit Köh un Schaap.- Kees un Bodder wurr’n maakt, wat de Hollänners mitbröcht hebbt. Kees un Veehtüüg güngen per Schipp vun Tönn‘ na Ingelland. Vun de Deel geiht en Stieg in‘n Melkkeller. Dor wurr de Melk verarbeid un all’ns opbewohrt, wat kold lagert warrn müss. Direktemang över düssen Melkkeller weer de Hochstuuv. Dor weer‘n ok Alkoven to’n Slaapen. Se weer ni ganz so hoch as de annern Rüüm. De Warms in’t Hus kunn sik dorhen vertrecken.

Vun düsse Bileggerstuuv güng dat in den Pesel, wat de „Goode Döns“ west is. Dat Mobiliar dor weer de meist Tied mit Dööker verhangen, vun wegen de Pesel blots apen maakt wurr för Festdaag un besünner Familiensaaken, so wie Dööp, Hochtied un Dod. In Winter weer‘t meist to kold. Denn müss man vun de Köök un de Stuuv blangenbi de Warms rinlaaten. In Pesel stünn en lütte Truhe för de Wertsaaken und Geld. An de een Siet binnen weer en lütte Schapp mit’n Deckel för’t Geld. Männigmal weer ünnen as Intarsie een Hund. Dorvun kummt de Snack: ‚He is op den Hund kamen.‘ Wenn de sehn kunnst, weer Not anseggt. Truhen staht in alle Rüüm, vun wegen allens in Truhen opbewohrt würr.

Nu güng’t in de Köök. Dor kunnst de Herdstell sehn mit den groten Waterketel an Haaken, den Disch to’n Kerzentrecken, Borde för Teller un ok en Poppenstuuv. Dor hebbt de Kinner ni mit speelt, de weer to’n Wiesen, wat in’t Hus un in’e Köök höören dä. In’e Köök weer jümmers wat to doon. Dor weer de ganze Dag Leven.- De Köökendöör in’e Eck güng na buten to’n Waterhalen ut de Watersteed. Dat Water würr sammelt. Grundwater un en Pump hölpen in St. Peter ni. Dat Water stunk na Schwefel. So weer man op’t Regenwater anwiest. Vun 1956 an geev dat op Eiderstedt ok Water ut de Waterleitung, aver lang noch ni för al Hüüs. De Döör to de Köök weer för all Dag ok de Husdöör. Ok dör de Stalldöör oder de Loo kunnst rin kamen in’t Hus. Stebeln un Holtschoh bleeven buten oder op de Loo. Schiet kunn man in’t Hus ni bruken. Dat harr binnen jümmers all’ns schier to ween.

Dat weer interessant, wat Hilke Herzberg so to Vertellen wüss. All’ns kannst ni opschrieven. Kiek man mol rin in’t Museum un informeer di sülvst.- Baben gifft ok noch en Barg to sehn: Fröhgeschicht, vun Friesen un Wikinger, över de Landschop – dat is en ganz wichtige Kapitel, vun wegen de Eiderstedter den Herzog direktemang ünnerstellt weern – un vun Handwark, Eiderstedter Tracht un Sülver. Ok över de Iesenbahn kriggst wat to weten. Eiderstedt hett een richti interessante Historie.

Wat dat ok arme Lüüd op Eiderstedt un sünnerli in St. Peter geeven hett, dat wiest de Utstellung „Vun’t Armenhus to’n Badeparadies“. De is ganz need un böös interessant. Beten Tied mutt man sik in‘t Museum Landschop Eiderstedt al laten. Man kann sik dat jo ok indeelen un wedder rinkieken. An düssen Museumsdag weern mehr as 100 Lüüd kamen. Bi dat goode Weller weer dat meist Rekord.

Hric, 21. Mai 2017, www.jb-spo.de

Der Ausbau der Böhler Landstraße im Mai

 

Kipper auf Kipper werden auf der Böhler Landstraße von der Asphaltfräse mit dem alten Asphaltbelag der maroden Böhler Landstraße beladen. Das Fräsen geht auf je 2 m Breite in zwei Schritten vor sich. Erst wird die alte reine Asphaltschicht entfernt. Je nach Stärke kann sie nur wenige oder zehn Zentimeter bzw. auch mehr betragen. Deswegen sind lange vor Beginn der Arbeiten Bohrkerne aus der Straße entnommen und untersucht worden. Eine Straßenbaufachkraft reguliert über ein Display und „Augenmaß“ die Frässtärke. Der Fahrer der Fräse steht per „Hupkonzert“ in Kontakt mit dem Kipperfahrer, denn die Ladekapazität muss schließlich voll ausgenutzt werden. So muss der Abstand variieren, denn der Fräsvorgang soll möglichst ohne Halt vor sich gehen können. Der zweite Fräsvorgang geht dann tiefer bis auf die Unterschicht. Die Gesamtauskofferung hat eine Tiefe von 25 bis 30 cm.- Die Pausen beim LKW-Wechsel sind möglichst kurz zu halten. Die LKW touren zwischen Böhl und Bütteleck. Dort wird das Fräsgut deponiert und dann entsprechend des Belastungsgrades recycelt bzw. entsorgt.

 

Am Dienstag wurde die Straße vom Wittendüner Kreisel bis zum Heideweg (Bauabschnitte 1 und 2, knapp 400 m) ausgekoffert, nun der BA 5 vom Hummergrund bis zum Böhler Weg (knapp 300 m). Bei einer Fräsbreite von zwei Meter ist die Fräse mehrfach auf der Strecke unterwegs. Gefräst wird immer in der gleichen Richtung, so dass die Maschine erst wieder zum Anfang der Strecke zurückgefahren werden muss. Das unbelastete Fräsgut der dritten Oberschicht Abtragung wird zur Herstellung der Baustraße für Baufahrzeuge und auch der Anlieger verwendet.

 

Etliche Vorarbeiten sind schon gelaufen. Die Leitungen für Strom und Gas liegen, neben ihnen auch ein Leerrohr für spätere Verwendung, z.B. für Breitband möglich. Die Wasserversorgung ist vor Jahren schon erneuert worden. Die Schieberstandorte zu den Grundstücken sind entsprechend markiert und beim Fräsen berücksichtigt worden, so dass sie als „Inseln“ bleiben. Als Laie ist man schon verwundert, was alles so zu beachten ist. Nicht umsonst ist Schachtmeister Jochen Hennig immer mit unterwegs.

 

Wie die Straße insgesamt einmal aussehen wird, kann man im fast fertig gestellten BA 10 sehen. BA 5 soll am 12. Oktober fertig sein, BA 1 und 2 insgesamt am 12. Dezember. So Stück für Stück wird dann die Böhler Landstraße bis 2019 fertig werden. Die Unannehmlichkeiten während der Bauphasen sind dann wohl bald vergessen, sicher schneller als die Dauer des ehemals maroden Erscheinungsbildes und die Auswirkungen auf das Fahren wie durch Erschütterungen. Wer alle möglichen Bauphasen erleben will, hat in den nächsten Monaten immer wieder Gelegenheit dazu.

 

Zurzeit ist der Wittendüner Kreisel für bis zu noch zwei Wochen nur per Ampelschaltung von der Eiderstedter Straße zur Wittendüner Allee und umgekehrt befahrbar. Die Teilabschnitte der Böhler Landstraße sind voll gesperrt. Anlieger aber dürfen hier verkehren. Sperrungen sind jederzeit einzukalkulieren.

 

Hric, 18. Mai 2017, HN und www.Jb-spo.de

Eiderstedt ist intensiv genutzter touristischer Raum - Informationsveranstaltung der LTO St. Peter-Ording / Eiderstedt

Seit Ende Februar ist die Lokale Tourismus Organisation (LTO) St. Peter-Ording / Eiderstedt mit Friedrichstadt und Tönning seitens des Landes Schleswig-Holstein offiziell anerkannt. Anlässlich der Eiderstedt-Messe in Garding hatte der derzeit amtierende Minister Reinhard Meyer die entsprechende Urkunde an den stellv. Bürgermeister Richard-Flors Richardsen aus St. Peter-Ording und die Marketingassistenz der LTO Damaris Krebs überreicht (wir berichteten). Sie hatte nun Bürgermeister/innen und vor allem auch Gemeindevertreter/innen der zur LTO gehörenden Orte zu einer Informationsveranstaltung nach Tating in den Eiderstedter Krog eingeladen. Wie auf der letzten Zusammenkunft im Dezember vereinbart, wurde seitens Kai Ziesemer (NIT Kiel) und Frank Simoneit (IMT der FH Westküste) insbesondere über die Wertschöpfungsanalyse Tourismus für die LTO-Region mit Tönning und Friedrichstadt informiert.

Zum Auftakt präsentierte Kai Ziesemer davor explizit Daten zum Kooperationsraum aus der Gästebefragung Schleswig-Holstein 2015. Die Befragung war an Gäste über 13 Jahre mit Übernachtungen in gewerblichen Unterkünften einschl. Jugendherbergen, privaten Unterkünften und Ferienwohnungen gerichtet. Die Region stellt sich mit Werten von 50 für das Eiderstedter Umland, 52 St. Peter-Ording, 53 Schleswig-Holstein, 54 Tönning und 58 Friedrichstadt gegenüber dem Quellmarkt Deutschland mit 47 besser dar. Im Fokus der Gäste stehen für die LTO Natururlaub mit Strand und Baden – besonders attraktiv – und Familienurlaub sowie Entschleunigung und Neugier an erster Stelle. Die Motivationsgründe für eine Urlaubsentscheidung in den Orten der LTO sind deckungsgleich bzw. ergänzen sich gut. Die Region zeichnet sich aus durch eine hohe Gästezufriedenheit, hohen Stammgastanteil und hohe Wiederkehrbereitschaft. „Die LTO-Partner sind im Setting gut aufgehoben und heben sich klar vom Durchschnitt in Deutschland ab“, zog Ziesemer das Fazit.

Frank Simoneit schloss daran hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus auf der Halbinsel Eiderstedt mit der Fragestellung an: „Welche - ökonomischen – Effekte hat der Tourismus?“ Über den Tourismus als Querschnittsbranche profitieren mit regionalen Effekten Einzelhandel, Baugewerbe und Beherbergung. In der Region Eiderstedt beträgt der Bruttoumsatz bei 0,9 Mio Übernachtungen/Tagesgästen 41,9 Mio €. Die Wertschöpfung liegt somit bei 20,2 Mio €. Das entspreche 760 Vollzeitstellen. Ohne St. Peter-Ording hat Eiderstedt 7.300 Einwohner. Dieser Raum wird touristisch intensiv genutzt. Es ist hier die Frage zu stellen: „Wenn ich meinen Arbeitsplatz nicht hier hätte, wo bekäme ich ihn dann?“ Die Leute bewegen sich in der Region. Mehr Ausgaben können regeneriert werden. Das gilt gerade im ländlichen Raum für die einzelnen Betriebe, z.B. Höfe mit Erlebnisangeboten. Örtliche Infrastrukturmaßnahmen machten nur da Sinn, wo wie in Westerhever ein höheres Gästeaufkommen existiert. „Die LTO hat sich gemäß Vorgaben des Landes gut aufgestellt“, war Simoneits Fazit.

Stellv. Amtsdirektor Wolfgang Voutta verwies in der Aussprache auf die Synergieeffekte zwischen den Orten für St. Peter-Ording und umgekehrt. „Ich bin heilfroh, dass es uns gelungen ist, die LTO bis Friedrichstadt ins Leben gerufen zu haben.“ Katharinenheerds Bürgermeister Dieter Heisterkamp brachte die beabsichtigten Errichtungen von Folientunneln und Photovoltaikanlagen in die Diskussion ein. Schnell wurde deutlich, dass hier bedachtsam im Hinblick auf das Erscheinungsbild der Landschaft vorgegangen werden muss. Dieses hat für den Tourismus und damit das Gesamtinteresse der LTO einen sehr hohen Wert. Als dann Bürgermeister Christian Marwig von Tümlauer Koog die Problematik ansprach, dass sein Ort gemäß Landesentwicklungsplanung touristisches Entwicklungsgebiet bliebe, wurde klar, dass politisch etwas nicht stimmig sei, wenn man sich ansonsten in der Tourismusstrategie des Landes richtig aufgestellt habe. Hier bestehe für die und über die LTO Klärungsbedarf.

Damaris Krebs gab dann eine Übersicht der aktuellen LTO-Arbeit sowie einen Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen vom Kultur Himmel am 25. Mai bis zur Naturerlebniswoche im Juni. Zusätzlich hatte sie eine Übersicht der LTO-Tätigkeiten von 2015 bis Mai 2017 als Printversion vorbereitet. Vorschau und Einblick in den neuen Netzauftritt der LTO rundeten ihren Part ab. Hier beeindruckten die Auftritte der einzelnen Orte. Bürgermeister Dirk Lautenschläger aus Welt hätte sich eine größere Beteiligung vor allem seitens Gemeindevertretern gewünscht, für die dieser hoch informative Abend auch gedacht war. Bürgermeister Kurt Eichert von Poppenbüll sprach im Namen aller, als er Damaris Krebs diese Anerkennung zollte: „Wenn ich das so alles sehe, ist das aller Achtung wert. Sie haben viel geschafft. Danke dafür!“

Hric, 19. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

DLRG  St. Peter-Ording

Ein lebendiger und erfolgreicher Verein. Johann Stauch für drei Jahre wieder zum Vorsitzenden gewählt.

DLRG St. Peter-Ording ehrte viele Mitglieder

Verdienstabzeichen für Johann Stauch in Gold und für Christel Kunze in Silber

 

Groß war das Interesse von Mitgliedern und Öffentlichkeit an der Jahreshauptversammlung der DLRG St. Peter-Ording in ihrem Rettungs- und Ausbildungszentrum in der Bövergeest. Vor einem Jahr war es eingeweiht worden. Der Versammlungsraum war mehr als gefüllt, aber die Jugendlichen nahmen auf der Fensterbank Platz und andere saßen eben in der zweiten Reihe. Johann Stauch, Vorsitzender des Ortsvereins, begrüßte Gäste und Mitglieder, die dann ihrerseits prägnante Grußworte entrichteten. Helge Wittkowski aus Norderstedt, Leiter Einsatz des Landesverbandes, verwies auf die hohe Zahl und die Besonderheit der Einsätze in St. Peter-Ording und sagte knapp: „Macht so weiter!“ Jens-Friedrich Christiansen aus Husum, Vorsitzender des DLRG Kreisverbandes Nordfriesland, wünschte, dass weiterhin alles so klappt wie bisher und endete mit: “Ihr seid ein tolles Team.“ Monika Grutza überbrachte als stellv. Bürgermeisterin die Grüße der Gemeinde, Detlev Claussen von der Polizei und Norbert Bies von der Freiwilligen Feuerwehr. Die stellvertretende Tourismusdirektorin Constanze Höfinghoff dankte den DLRG-Mitgliedern für ihren Einsatz und das partnerschaftliche Miteinander. In seinen Dank bezog Johann Stauch dann insbesondere die verlässliche und beständige Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst ein.

Ehrungen gab es direkt im Anschluss für langjährige Mitgliedschaft für Günter Lenhof (60 Jahre), Susanne und Henning Kröger sowie Karin Merta und ihre Töchter Karen Merta und Katja Marquardt (alle 40 J), Wolfgang Bury, Jörg Homann und Wolbert Knutzen (alle 25 J). - Das Verdienstabzeichen in Silber erhielt Christel Kunze für ihre Schriftführertätigkeit von 2000 bis 2016. Mit dem Verdienstabzeichen in Gold zeichnete Helge Wittkowski den Vorsitzenden Johann Stauch aus und erinnerte an dessen vielfältigen Einsatz: „Ich kann das alles gar nicht aufzählen.“ Dem Geehrten war seine innere Freude darüber anzumerken, als er in wenigen Worten herzlich dankte, um dann gleich zum Jahresbericht überzuleiten.

An seinen Berichten lässt sich jedes Jahr wieder neu erfahren, wie Johann Stauch mit ‚Leib und Seele seiner DLRG‘ verbunden ist. Das sind der Hinweis auf die Gründung 1913 und die Tatsache, dass es sich „die DLRG zur Aufgabe gemacht hat, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren“. Er hob die Bedeutung des Schwimmen Lernens hervor – „Das Vermitteln von Schwimmkenntnissen ist die Grundlage und das wirksamste Mittel gegen den Ertrinkungstod.“- und anerkannte das Förderprogramm zur Modernisierung von Schwimmsportstätten. Auch St. Peter-Ording profitiert davon durch einen Förderbescheid für die Dünen-Therme in Höhe von 180.000 € (wir berichteten). Genauso mahnte er aber auch die Tatsache an, dass es nach wie vor an einer gesetzlichen Grundlage für die Wasserrettung im Land Schleswig-Holstein fehlt und dass ein in Vorbereitung befindliches Wasserrettungsdienstgesetz wieder zurückgezogen worden sei. Man hoffe, dass die neue zukünftige Landesregierung dieses Thema grundsätzlich wieder aufgreifen werde, da aktuell der DLRG die einsatzbezogenen Kosten bei Notfällen weder von den Krankenkassen, noch von den Verursachern, erstattet werden. Umso dankbarer war er für die breite Unterstützung der Ortsgruppe Firmen, Banken, Vereine und auch viele Privatpersonen. Sein besonderer Dank ging an Gemeinde und Tourismus-Zentrale: „Bei Ihnen finden wir für unsere Anliegen immer Gesprächsbereitschaft und im Rahmen der Möglichkeiten Unterstützung.“ Trotz ehrenamtlicher Tätigkeit trägt die DLRG St. Peter-Ording alle Sachkosten selbst.

Gabriele Frauen-Berens als stellv. Vorsitzende berichtete über die positive Mitgliederentwicklung auf 352 gegenüber 207 im Jahr 2012. Im Jahr 2016 haben 14 aktive Mitglieder für die Schwimmausbildung – 142 Anfänger, 115 Fortgeschrittene und drei Maßnahmen für Behinderte - 3500 Stunden geleistet. Pro Schwimmtraining beträgt der Teilnehmerbeitrag 1,50 €. Bei einigen Mitgliedern läuft das über die Sozialcard.- Technischer Leiter Einsatz Nils Stauch berichtete von 49 Einsätzen bei Wasserrettungen und Personensuchen und 32 Einsätzen als First Responder für den Rettungsdienst. Es waren wieder zahlreiche Notfälle dabei, wie die Rettung von Kitesurfern, vermisste Personen im Seenebel und in Not geratene Wattwanderer. Zurzeit stehen 25 Rettungskräfte, die voll ausgebildet und ausgerüstet sind, für Einsätze bereit. Die drei Allrad-Fahrzeuge, zwei Motorboote und ein Rettungs-Jetski werden stets einsatzbereit gehalten, jedoch unterliegen diese einem sehr hohen Verschleiß durch das aggressive Salzwasser der Nordsee. Jeden ersten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr findet der Übungsabend der Einsatzgruppe im DLRG-Zentrum statt. Interessenten sind hierbei immer gerne willkommen. Die Technische Leiterin Ausbildung Kathrin Töpke berichtete von 250 Stunden durch insgesamt fünf Ausbilder für 67 Teilnehmer an Erste-Hilfe-Kursen. Schatzmeister Wolfgang Bury erläuterte das Ergebnis der Jahresrechnung mit ca. 61.000 € Ausgaben einschl. zweckgebundener Rücklagen. Dem Kassenprüfungsbericht von Klaus Merta und Ingrid Grimsmann folgte die einstimmige Entlastung, verbunden mit dem Dank an den Vorstand.

Johann Stauch wurde erneut für drei Jahre als Vorsitzender wiedergewählt. Ingrid Grimsmann und Klaus Merta sind wieder Kassenprüfer, Christel Kunze Stellvertreterin. Der Haushaltsvoranschlag für 2017 weist ca. 86.000 € aus. Dank einer überragenden Spendenbereitschaft von Einheimischen, Firmen und Gästen, kann für die DLRG St. Peter-Ording derzeit ein nagelneuer Volkswagen Amarok in Braunschweig zum Einsatzfahrzeug ausgebaut werden. Im Sommer wird die offizielle Fahrzeugübergabe stattfinden, zu der alle Spender und Förderer eingeladen werden sollen. Für Erwachsene wird der DLRG-Mitgliedsbeitrag ab 2018 auf 45 € erhöht, der für Kinder bleibt bei 30 €.

Hric, 14. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

DLRG-Jugend wählte neuen Vorstand

 

Zum Jahrestag der DLRG-Jugend waren die beiden stellvertretenden Landesjugendvorsitzenden Daniel Swiatek und Thore Rathsack aus Flensburg bzw. Niebüll in das neue Rettungs- und Ausbildungszentrum der DLRG St. Peter-Ording gekommen. Johann Stauch, Vorsitzender der Gliederung am Ort, erläuterte ihnen vor der Sitzung Entstehung, Zweck und Ziel des Gebäudes. Zur DLRG-Jugend zählen alle Mitglieder bis 26 Jahre. Insofern hatte man außer Frederike Hansen, Amelie Hermann, Calvin Muthmann, Annika Feder, Rebecca Berger und Anastasia Fauth einige mehr erwartet. Sie wirken alle aktiv bei der Schwimmausbildung mit. Ebenfalls anwesend war die stellv. Vorsitzende Gabriele Frauen-Berens.

Frederike Hansen eröffnete die Sitzung als amtierende Vorsitzende in Vertretung für Mirja Perleberg, die zurzeit nicht vor Ort sein kann. Das gilt auch für andere jugendliche Mitglieder, die wegen Ende der Schulzeit und Ausbildung dann in St. Peter-Ording nicht mehr aktiv sein können, weil ihr Terminplan zu ehrenamtlicher Tätigkeit keinen Raum mehr lässt.

 

Der Bericht über die Jugendarbeit bezog sich im Wesentlichen auf die Schwimmausbildung. Die DLRG St. Peter-Ording leistet in diesem Bereich Hervorragendes. Diese Jugendarbeit hat einen sehr hohen Stellenwert. Aber ohne die Mitwirkung der Aktiven unter den Jugendlichen DLRG-Mitgliedern wäre das nicht machbar. Manche der älteren von ihnen kommen dienstags zu den Übungsabenden direkt nach der Schule. Außer zusätzlicher Ausbildung und Weiterbildung seien andere Aktivitäten für die meisten kaum wahrnehmbar. Außerdem verhinderten das andere Angebote wie z.B. der Jugendfeuerwehr und Sportvereine, Fußball eingeschlossen.

Viele Jugendliche treffen sich wöchentlich jeden Dienstag zum Schwimmtraining in der Dünen-Therme, und einige nehmen darüber hinaus an kreis- und zum Teil an landesweiten Schwimmwettkämpfen teil. Gabriele Frauen-Berens berichtete von 142 Teilnehmern am Anfängerschwimmen in 2016. Das Seepferdchen-Abzeichen erhielten 113 Kinder. Das deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze (früher Freischwimmen) erwarben 66.

 

Da auch Frederike Hansen aus Ausbildungsgründen demnächst nicht mehr vor Ort sein kann, war der Jugendvorstand insgesamt neu zu wählen. Rebecca Berger ist nun Jugendvorsitzende und ihre Stellvertreterin wurde Annika Feder. Sie sind aus Buxtehude bzw. Uchte nach St. Peter-Ording gekommen und hier in Ausbildung. DLRG-Erfahrungen bringen sie mit. So schlugen sie als denkbare Möglichkeiten für an jugendliche Mitglieder gerichtete Aktivitäten das Begleiten von Einsätzen bzw. evtl. auch Jugendeinsatzdienste vor. Diese Möglichkeiten wollen die Jugendlichen verfolgen und in dem Sinne im Blick behalten, ob das auch längerfristig eine Option sein kann. Besondere Anträge an die Hauptversammlung der Gliederung gab es nicht.

 

Hric, 13. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

Großzügige Spende an die DLRG SPO für ein neues Rettungsboot

 

Günter Lenhof ist die DLRG ans Herz gewachsen. Als Zehnjähriger gehörte er zu den Seepferdchen. Mit vielen anderen Erstschwimmern hieß es 1950 in Hildesheim für ihn: „Springt und haltet den Kopf zehn Minuten über Wasser!“ Er schaffte es und machte dann schließlich am 2. Oktober 1957 den Leistungsschein. Wenn er auch nicht aktiv bei Einsätzen oder im Rettungsdienst tätig gewesen ist, so kann er inzwischen auf 60 Jahre Mitgliedschaft zurückblicken.

 

1966 kam er mit seiner Frau nach St. Peter-Ording. In der Straße „Am Kurbad“ bewirtschafteten sie im Hause des heutigen Souvenir-Geschäftes bis 1986 das Restaurant „Zum Kurstübchen“. Der gelernte Möbelkaufmann ist bis heute kaufmännisch aktiv. Sozusagen jährlich haben Lenhofs zu Weihnachten immer einen kleineren oder auch größeren Betrag für die DLRG Ortsgruppe St. Peter-Ording gespendet. Sie wissen, dass die Lebensretter für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten im Einsatzdienst während der Saison am Strand und bei Rettungseinsätzen bis heute von staatlicher Seite keine finanziellen Erstattungen für ihre Ausgaben erhalten und vom Neoprenanzug bis zu Rettungsfahrzeugen sowie Unterhaltung der Medizintechnik alles aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanzieren müssen.

Günter Lenhof war natürlich bekannt geworden, dass in nächster Zeit ein in die Jahre gekommenes Schlauchboot ersetzt werden musste, welches bisher ausschließlich zur Rettung im Vorland und in den Salzwiesen verwendet worden ist. Deswegen hatten mehrere Bootsführer und Rettungsschwimmer bereits im Oktober ein „Wildwasser-Raft“ sowohl am Ordinger Strand in Kombination mit dem Rettungs-Jetski bei einer Veranstaltungsabsicherung getestet als auch solo im Priel des Südstrandes (Ortsteil Dorf). Da wurde aber nicht nur die Rettung in den weitläufigen Salzwiesen und angrenzenden Dünen auf unterschiedliche Art und Weise erprobt, sondern sogar gleich in einem Notfall angewendet. - Zwei Strandspaziergänger konnten von der Sandbank gerettet werden. Der aufgelaufene Priel hatte ein Durchqueren verhindert. Das kommt trotz aller Warnungen und Hinweise für das Verhalten am Strand leider immer wieder vor. - Im Vergleich mit anderen Alternativen hat sich das Wildwasser-Raft als am besten und vielfältig geeignet herausgestellt. Es kann auch bei Hochwasser-Einsätzen außerhalb von Eiderstedt und in schnell fließenden Gewässern verwendet werden.

 

Das Raft-Rettungsboot hat 6.364,47 € gekostet. Günter Lenhof spendete über 4000 €. Das sei sein Sonderbeitrag für 60 Jahre Mitgliedschaft, meinte er lächelnd. Seitens der DLRG-Stiftung Schleswig-Holstein und der Margot-Probandt-Franke Stiftung e.V. – sie stellt nur Mittel für die DLRG zur Verfügung – gab es zusammen etwa 2000 €. Ein Eigenanteil in Höhe von nur etwas über 200 € verblieb für den Ortsverein. Die Mitglieder spendeten ihm in der Jahreshauptversammlung deswegen einen doppelt großen Beifall. Vorsitzender Johann Stauch hatte es sich nicht nehmen lassen, Günter Lenhof für seine Verbundenheit mit der DLRG besonders zu würdigen.

Informationen über die DLRG St. Peter-Ording:  www.spo.dlrg.de

Hric, 16. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

Fröhlicher musikalischer Kantatefest-Gottesdienst

 

Schon traditionell wurde an diesem Kantatesonntag 2017* in der St. Peter-Kirche in St. Peter-Ording gemäß Psalm 98 „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“ fast ein Festgottesdienst gefeiert. Gott zur Ehre sangen Chöre und Musikgruppen der Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating und bezogen die Gottesdienstbesucher dabei aktiv mit ein.- * „Kantate“ heißt der vierte Sonntag nach Ostern und bedeutet „Singet“, vom lateinischen Verb „cantare“ her. Zugleich wird damit in der Musik eine Formenfamilie von mehrsätzigen Werken für eine oder mehrere Gesangsstimmen und Instrumentalbegleitung bezeichnet.

 

Sehr gut besucht war der Gottesdienst. Unter den Gottesdienstbesuchern waren eine Gruppe Berliner Kinder, die zurzeit im ev. Jugenderholungsdorf eine Freizeit verleben, und eine Gruppe Jugendlicher aus Indien, Thailand und den Philippinen, die im Rahmen des Pasch-Kurses – Schulen, Partner der Zukunft – im Gästehaus Campus Nordsee einen dreiwöchigen Deutsch-Kurs des Goethe-Institutes absolvieren. Unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen sorgten der Kinderchor, die Kantorei St. Peter und der Posaunenchor für die qualitativ hochwertige musikalische Gestaltung. Kirchengemeinderatsmitglied Waltraud Rüß las die jeweiligen Bibeltexte Psalm 98, Kolosser 3, Verse 12 bis 17 und Matthäus 11, Verse 25 bis 30. Pastor Manfred Rosenau hielt die Predigt in Form einer Liedmeditation über „Du meine Seele, singe“ aus dem Ev. Gesangbuch Nr. 302 und teilte sich die liturgische Leitung mit Christoph Jensen.

 

Den ausgesprochen fröhlichen Gottesdienst eröffneten die Bläser mit einer Allemande von Pierre Phalése, dem ein Wechselgesang von Kinderchor mit Bläsern und dann auch Kirchengemeinde zum Lied 168 „Du hast uns Herr gerufen“ folgte. Mit ihren kräftigen hellen Stimmen forderten die Kinder als Vorsänger die Gemeinde immer wieder zum Mitsingen auf. Nach Kyrie, Gloria, Lied „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“, Gebet, Chor mit „Lobe den Herren“ von Hugo Distler und Kinderchor mit „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“ und den Lesungen nahm Pastor Rosenau die Gemeinde mit auf Meditationsabschnitte zu den Strophen eins bis vier. Einleitend zur ersten Strophe mit der Gemeinde spielten die Bläser dazu das Choralvorspiel von Matthias Nagel.

Wie eine Vielzahl von Kirchenliedern stammt der Text von Paul Gerhardt. 1653 hat er dieses Lied „Du meine Seele, singe“ gedichtet. Für ihn hatte Singen ganz viel mit Gott zu tun. Für ihn war es Evangelium, frohe Botschaft. Das erzählte Manfred Rosenau wie auch, dass wir über unser „Ja“ bei der Taufe, der Konfirmation, der Trauung und weiterer kirchlicher Amtshandlungen immer wieder ganz bewusst die Verbindung zu Gott aufnehmen. Lachen und Weinen seien wie Zusammenhalten und Loslassen und im Sternenhimmel sind wir gehalten, behütet und nicht allein. Aus ihm spricht Gott mit uns. Hatte der Pastor die Meditation über unsere digitale Welt mit Smartphone & Co. als so etwas wie Inseln begonnen, die uns mit der Welt verbinden, schloss er mit der Elbphilharmonie, wo Musik gemeinsames Hörerlebnis wird. Auch auf dieser Insel kann Musik nicht gehalten werden. Sie verbreitet sich, ist unterwegs zu uns und anderen." Auf Paul Gerhardt bezogen setzte er fort: „Das Evangelium muss gesungen werden; es wird dann größer und breitet sich aus“.- „Geh aus mein Herz und suche Freud“ (EG 503) von Paul Gerhardt aus dem Jahr 1656 beschloss den Gottesdienst. Ein schöneres Lied hätte es an diesem sommerlichen Maitag gar nicht geben können.

 

Im Gemeindehaus war hinterher der Tisch zum Zusammensein reich gedeckt. Am Nachmittag konnte man beim Kindermusical „Unterwegs mit David“ dessen Geschichte von der Salbung bis zur Krönung verfolgen. Mit einer Kaffeetafel sollte das Kantatefest ausklingen. (siehe Extrabericht)

 

Hric, 15. Mai 2017, www.jb-spo.de

Musical „Unterwegs mit David“ in der St. Peter-Kirche

 

„Musik am Nachmittag“ gehört in der St. Peter-Kirche zum Kantatefest der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating einfach dazu. Anschließend ist dann jeder im Gemeindehaus zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Der Erlös geht an den Verein zur Pflege und Förderung der Kirchenmusik e.V., der auch die musikalische Arbeit mit Kindern unterstützt.

 

Mit dem Lied „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“ leitete der Kinderchor mit Christoph Jensen den Musiknachmittag ein. Erst spielte danach Karla Münster auf ihrer Flöte, dann Lilly Ipsen gemeinsam mit Christoph Jensen. Mit großer Spannung wurden aber besonders Szenen und Lieder aus dem Kindermusical „Unterwegs mit David“ von den vielen Gästen erwartet. Das wurde dann ein richtiger Festnachmittag für die Familien von Hannah Tappenbeck, Anna und Ilja Stell, Lotta und Mats Frehse, Samantha Porath, Karla Münster, Niklas Richling, Hannah Niehus und Lilly Ipsen. Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen hat das Stück mit den Kindern in zwei Monaten einstudiert. Er spielte auf dem Klavier. Für die Klarinettenbesetzung hat er Bente Stenger aus Friedrichstadt gewinnen können. Sie war über 10 Jahre Mitglied des Orchesters von „Den Fynske Opera“ in Odense. Seit 2007 ist sie bei Dansk Skoleforening for Sydslesvig und der Kreismusikschule Nordfriesland als Musiklehrerin und Orchesterleiterin angestellt.

Das für drei Solorollen und einstimmigen Kinderchor von Michael Benedict Bender und Ingo Bredenbeck mit tollen Melodien eingerichtete Musical nach der Textvorlage von Brigitte Antes war genau richtig für die zehn Bühnenkinder, die sichtlich ihre Freude am Singen und Spielen hatten. Christoph Jensen hatte die Rolle des Erzählers. Was in der Bibel im ersten Buch Samuel von König Saul und David erzählt wird, geschieht in Szenen auf der Bühne. Die Hexe von Endor erscheint und versetzt den Erzähler in die Zeit der Israeliten und Philister. Miterleben kann man nun Davids Salbung durch den Propheten Samuel und den ungleichen siegreichen Kampf des Hirten David mit Hilfe der Steinschleuder gegen Goliath. Man erfährt, dass König Saul den jungen David erst auch wegen seines wunderbaren Harfenspiels schätzt, ihn dann aber umbringen lassen will, weil das Volk ihn im Vergleich zu ihm als mutiger feiert. Das gelingt nicht, vielmehr verschont David Saul, als er ihn in einer Höhle hätte töten können. Als Saul dann die Hexe von Endor beschwört, Samuel mittels eines Zaubertrankes herzuzaubern, verstößt König Saul gegen sein eigenes Gesetz und muss mit seinen Söhnen sterben. David aber wird zum König gesalbt. So erfüllt sich Samuels Prophezeiung. Schon weit vor dem Schlusslied „David, David, König David“ war die ganze Freude der Kinder auf ihr Publikum übergesprungen. Großen Beifall gab es.

 

Unbedingt wollten sie nun interviewt werden: In der alten Zeit möchten sie nicht leben müssen. Das wäre zu anstrengend, zu altmodisch und unbequem. „Cool ist es aber, so etwas zu spielen!“ und „Mit Herrn Jensen macht es viel Spaß. Wir müssen aber aufpassen, dass er sich bei den Fragen nicht vertut.“

 

Hric, 14. Mai 2017, www.jb-spo.de

Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten - 11. Mai 2017

Die Zukunfts-Bibel für den Badeort

 

Das Tourismus-Entwicklungskonzept von St. Peter-Ording ist so gut wie fertig und wird am 31. Mai den Bürgern vorgestellt.

Die Arbeiten am Tourismus-Entwicklungskonzept (TEK) für St. Peter-Ording sind so gut wie abgeschlossen. In der jüngsten Sitzung des Tourismus-Ausschusses stellte Frank Siemoneit vom Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste Heide das Wichtigste aus dem 70-seitigen Papier vor. Am Mittwoch (31.) wird die Abschlussversion den Bürgern ausführlich präsentiert und diskutiert. Dann können auch noch Anregungen gegeben werden. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Dünen-Hus. Das letzte Wort hat der Tourismus-Ausschuss in seiner Sitzung am 26. Juni. Interessierte Bürger können das Konzept ab dem 16. Mai bei der Tourismus-Zentrale per E-Mail anfordern unter p.bischoff@tz-spo.de.

Für die Bürger eines der größten Badeorte im Land ist das TEK aus zwei Gründen höchstinteressant: Zum einen sollen mit ihm die Weichen für die weitere Entwicklung des Tourismus in St. Peter-Ording gestellt werden. Zum anderen geht es darin aber auch ganz wesentlich darum, dass der Ort seine Lebensqualität für die Einwohner behält und verbessert. „Es ist insofern ein sehr modernes Konzept, weil es über die Ebene des Tourismus weit hinausgeht und auch die Lebensqualität der Bürger explizit berücksichtigt“, erläuterte Siemoneit.

Im Einzelnen wurden folgende fünf Zukunftsfelder bearbeitet: „Demografischer Wandel vor Ort“, „Tourismus- und Förderpolitik“, „Nachhaltigkeit“, „Gäste und Quellmärkte“ sowie „Marketing und Vertrieb“. Dafür werden im TEK Trends, Einflüsse, Betroffenheits-Ebenen, lokale und regionale Ziele, Reaktionsmöglichkeiten, Kernerkenntnisse und erforderliche Aktivitäten formuliert. So lauten beispielsweise die Kernerkenntnisse für das Zukunftsfeld „Demografischer Wandel“: „Einwohner und Erwerbstätige müssen sich in St. Peter-Ording wohlfühlen!“ und „Hochwertiger Tourismus erhöht die Lebensqualität für alle“.

Im Laufe der Sitzung gab es nur einige wenige Ergänzungswünsche. So sollen neben der eigenen Übernachtungs-Statistik der Tourismus-Zentrale auch die Zahlen des Statistischen Landesamtes eingepflegt werden. Ferner soll aufgenommen werden, dass auch seitens der Gemeindegremien verstärktes Augenmerk daraufgelegt werden soll, dass Wohnraum für Arbeitnehmer geschaffen wird.

Erstellt wurde das TEK von einem Strategiekreis. Siemoneit betonte, dass sehr viel Fach- und Sachverstand aus dem Ort in das Konzept eingeflossen sei. „Von den rund 300, die ich bislang erstellt habe, ist es das Konzept mit der größten Eigenleistung.“ Dem Kreis gehören Vertreter der Fraktionen der Gemeindevertretung, des Ortsvereins des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa), der IG Dorf, der Wirtschafts-Förderungsgemeinschaft St. Peter-Ording, der Hotels, des Kulturlebens, der Kliniken, Agenturen und der Amtsverwaltung, der Vorsitzende des Tourismus-Ausschusses, Tim Schäfer (AWG), sowie Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier und seine Stellvertreterin Constanze Höfinghoff an. Begleitet wird das Projekt vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) und der Fachhochschule Westküste.

Das TEK wird ergänzt durch das Strandentwicklungskonzept, das bis Ende 2017 fertiggestellt sein soll, durch das Einzelhandelsgutachten, das Ende Oktober den Gewerbetreibenden präsentiert wird, durch die Camping-Studie sowie durch das Infrastrukturmodell.

Anhand dieses Konzepts soll nun der Ort in den nächsten zehn bis zwölf Jahren weiterentwickelt werden. „Wir wollen uns daran halten wie an die Bibel“, betonte Höfinghoff in der Sitzung. Bürgermeister Rainer Balsmeier nahm nicht daran teil, da er im Urlaub ist. Bei der Umsetzung werden alle Leistungsträger im Ort gefordert sein, wobei „nicht jeder alles machen muss“, so Siemoneit. Die Ziele könnten nur erreicht werden, wenn zu leistende Aufgaben klar einzelnen Akteuren zugeordnet werden.

Ilse Buchwald, 11. Mai 2017 – (Hervorhebungen Hric, jb-spo)

Kita lud ein zum „Tag der Begegnung“

Wie können wir unseren Ort für Menschen mit Handicap besser machen?

 

Barbara Kirchner, Koordinatorin für das Familienzentrum, und Yvonne Meyer, Heilpädagogin, von der Ev. Kindertagesstätte St. Peter-Ording, hatten die Anregung der „Aktion Mensch“ des ZDF anlässlich des „Tages der Inklusion“ am 5. Mai aufgegriffen und genau eine Woche später zum „Tag der Begegnung“ eingeladen. Dieser Aktionstag stand im Zeichen von „Wir gestalten unsere Stadt“ unter der Frage „Wie können wir die Welt ein bisschen besser machen?“ In der Zeit vom 29. April bis zum 14. Mai sollte das an einem Tag zum Thema gemacht werden.-

Auf dem Spielgelände war ein Pagodenzelt mit rotem Dach und darunter Bänken und Tischen aufgebaut. Hier oder auch zuhause konnten Kinder mit ihren Eltern Puzzleteilchen bemalen, die dann zu einem „Puzzle der Vielfalt“ zusammengefügt werden sollen. An der Rückwand durften die Kinder mit Yvonne Meyer in besonderer Weise aktiv werden und die von der Aktion Mensch bereit gestellte Plane mit einem skizzierten Bild von einer Stadt kreativ in ein „Wimmelbild“ umgestalten. Mit Selbstklebefolie sollten Fußgänger, Radfahrer, Autos und auch Schilder oder was man wollte aufgebracht werden. Das sollte typisch für alltägliche Begegnungen in einer Stadt sein. Aber dabei ging es auch darum, dieses für Kinder, alte Menschen und z.B. Rollstuhlfahrer so zu machen, dass sie sich sicher in einer Stadt bewegen können. Für die Eltern gab es extra Kaffee und Kuchen. Zeit war den ganzen Morgen bis zum Mittag für die Beantwortung von Fragen und für Gespräche miteinander. Den meisten Eltern passte das besonders zu den Bring- oder Holzeiten.

Rituale sind für Kinder wichtig und von großer Bedeutung. So sammelten sich um elf Uhr alle Kindergartenkinder der Regentropfen-, Sonnenstrahlen-, Wind- und Pfützentretergruppe zum Morgenkreis. Die Geburtstagskinder wurden symbolisch golden eingehüllt, ein Gedicht wurde gemeinsam gesprochen, und es gab die Geschichte von der Prinzessin Mia mit den Flugohren und der Knubbelnase, die sich von einer Fee doch wieder so zurückverwandeln ließ wie sie wirklich war. So kannten und erkannten die Prinzessin dann auch alle wieder. Es kommt eben nicht auf eine schöne Nase oder Ohren an.- In der Kita St. Peter-Ording ist jeder Tag ein Tag der Inklusion. Das gehört hier einfach zusammen.

Hric, 12. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

Brutzeit im Nationalpark

MEDIENINFORMATION vom 2. Mai 2017

Heike Wells, Nationalparkverwaltung in Tönning, Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein

 

Vom widrigen Wetter der vergangenen Wochen lassen sie sich nicht beeindrucken: Die Brutvögel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer widmen sich derzeit, je nach Art, der Partnersuche, der Nest- und Koloniebildung – oder bereits der Pflege des Nachwuchses. „Trotz der niedrigen Temperaturen liegt das Brutgeschehen bei den meisten im Zeitplan“, hat der Nationalpark-Ranger Martin Kühn beobachtet.

Mit als erste beginnen die Graugänse mit der Eiablage und führen darum bereits seit Anfang April Junge, vor einigen Tagen wurde der erste Kiebitznachwuchs gesichtet. „Auch bei den Sandregenpfeifern dürften sich in diesen Tagen Küken einstellen“, so der Vogelexperte der Nationalparkverwaltung Bernd Hälterlein.

Ranger Martin Kühn hat Mantelmöwen auf Nestern sitzen sehen, auch Silber- und Heringsmöwen haben fertige Gelege. Bei den Brandseeschwalben haben sich die Kolonien weitgehend formiert, andere Seeschwalbenarten sind noch mit dem Kolonieaufbau beschäftigt.

Aber warum hat die Witterung offenbar so wenig Einfluss auf das Brutverhalten der Vögel? Die Antwort: Partnerwerbung, Nestbau und Eiablage werden im Wesentlichen von der Hormonausschüttung bestimmt, und die wiederum ist von der Tageslichtlänge abhängig.

Verschiedene Möwen- und Seeschwalbenarten, Sand- und Seeregenpfeifer, Austernfischer, Säbelschnäbler, Rotschenkel, Brandgänse, Eiderenten und, und,    .

In den kommenden Monaten wird der Nationalpark zur Kinderstube für viele gefiederte Teilzeitbewohner, die in dieser sensiblen Zeit besonders auf Rücksichtnahme durch den Menschen angewiesen sind. Insgesamt ziehen fast 100.000 Vogelpaare in den Salzwiesen, an Stränden und in den Dünen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ihren Nachwuchs groß.  

Fotohinhweis: Lachmöwenkolonie, Stock/LKN.SH

Der Mai ist gekommen

 

Wer jetzt auf Eiderstedt unterwegs ist, kann sich am satten Gelb der blühenden Rapsfelder erfreuen. Im Wilhelminenkoog geht der Blick beim Norderhof* über sie weit nach links und rechts und bis zum Seedeich. Mitte April tat sich der Raps sich noch schwer, wie die Bilder von der Wittendüner Allee beim Café Galerie Richardshof zeigen.

Noch sind die Nonnengänse da auf den Fennen vom Grudeweg bis zum Neuweg oder zwischen Norderdeich und Utholmer Straße (Ordinger Kirche), aber nicht mehr lange, dann sind sie auf dem Weg in die arktischen Gebiete. Einige von ihnen nehmen ein Wasserbad. Hier und da sind Kiebitze zu beobachten. Ihr Taumelflug fasziniert. Ein Austernfischerpaar hat sein Territorium bei der Wehle wieder in Besitz genommen. Ein Säbelschnäblerpaar ist auf dem Wasser gemeinsam auf Nahrungssuche. Ein Silbermöwenpaar hat sich auf den Grünflächen niedergelassen wie auch ein großer Trupp von Regenpfeifern. Sie sind kaum zu erkennen. Bei ihnen sieht man auch eine Brandente.

 

Im Strandweg Richtung Wetterstation sind die Wasserflächen schon jetzt Kinderstube der Grauganseltern. Bald sind auch die Küken bei den Kiebitzen und Austernfischer geschlüpft. Aber schwer lassen sie sich ausmachen, so gut sind die Kleinen getarnt.

 

*Tafel 46 des HLE „Norderhof“

1867 –. Anm.: Eiderstedt war preußisch geworden – wurde der Norderhof im Wilhelminenkoog neu erbaut. 1892 erfolgte ein Anbau an das Wohnhaus. Der Backengiebel ist mit Rosettenfenster reich verziert. 1923 wurde eine Veranda mit Schnitzereien angebaut. Stichbögen über den Holzsprossenfenstern. Wirtschaftsgebäude in Gulfhausform mit Reetdach. Die alten Mauersteine stammen aus der Ziegelei, die von 1853 bis 1893 nördlich des Hofes auf der anderen Straßenseite betrieben wurde.

 

Hric, 05. Mai 2017, www.jb-spo.de

Horizonterweiterung „Abends in der Manufaktur“

 

Der „Heidepavillon“ in St. Peter-Dorf mit der Adresse Pestalozzistraße 1 bei der Abzweigung in den Heideweg hat schon vieles gesehen. Viele kennen das niedrige Gebäude. Es gehört zum Dorf. Vor mehr als zwei Jahren hat sich der Pavillon gemausert zu „Hagen Goetz – möbel & suppenmanufaktur“ Hagen Goetz kommt von Seestermühe nahe Elmshorn im Kreis Pinneberg. Er ist Tischlermeister und passionierter Hobbykoch, liebt Geselligkeit, hat gerne Gäste und mag Leute bewirten. Außerdem hat er Ideen. Als früher ehemalige Kneipe bot sich der Heidepavillon an, „Möbel und Suppen“ wie Sitzen mit Essen und Trinken zu verknüpfen. Wenn man dann noch zusätzlich Neues erfahren kann, rundet sich ein Geschäftskonzept. Was lag näher, als ab und an abends zu einem kleinen kulturellen Angebot in die Manufaktur einzuladen. Willkommen ist jeder.

So finden nun immer mal wieder freitags ab 19:30 Uhr Veranstaltungen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen statt. Spannende Menschen, ihre Werke, ihre Arbeit und ihre Lebensgeschichten stehen dann im Mittelpunkt, aber auch Lesungen oder kleine Konzerte gibt es. Hagen Goetz und Inga Wiele organisieren die "Abende in der Manufaktur" seit 2015. Sie möchten mit der Veranstaltungsreihe einen Treffpunkt für Menschen schaffen, die auf der Suche nach anspruchsvollen Impulsen und Gesprächen mit interessanten Menschen sind. Er sorgt für leckeres Essen und sie, die Geschäftsführerin der in St. Peter-Ording ansässigen Innovationsberatungsfirma „gezeitenraum“ unterstützt ihn bei der Organisation der Abende mit Ideen und ihrer Erfahrung bei solchen Themen, die aktuell die Wirtschaftswelt bewegen. Beide freuen sich, wenn sie Persönlichkeiten aus ihrem eigenen Netzwerk dafür gewinnen können, in der kleinen Manufaktur zu den Abenden in fast intimer Atmosphäre beizutragen und Horizonte zu erweitern.

So waren im April der Krimiautor Hendrik Neubauer – Rendsburg-Krimis - und am ersten Freitagabend im Mai der seit dem Jahre 2000 freischaffende Schauspieler, Autor und Regisseur Jan Georg Schütte zu Gast. Er ist für seinen TV-Film „Altersglühen“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden.

Hric, 09. Mai 2017, www.jb-spo.de

Landtagswahl am 07. Mai 2017: Zum ersten Mal wahlberechtigt

Alle sind sie bewusst zur Wahl gegangen

 

Es war gleich, wen man unter den St. Peter-Ordinger Erstwählerinnen und -wählern n ab 16 Jahren aufwärts fragte, warum sie zur Wahl gekommen waren. Die Antwort war immer irgendwie gleich und auch eindeutig. Sie finden es gut, dass sie bei der Landtagswahl das Mitbestimmungsrecht haben. Sie wollen ihr Wahlrecht wahrnehmen und haben sich selbst informiert, z.B. bei den Eltern. Das ist für sie keine Frage. Manche wurden auch in der Schule in einer großen Informationsveranstaltung mit Politikern der Parteien bzw. im Rahmen des Politikunterrichts auf die Wahl vorbereitet.

 

Jona Kasprzak war so gegen 11 Uhr auf dem Fahrrad zusammen mit seinem Cousin Niclas Jensen, der auf Longboard mit Rucksack und Basketball, zum Wahllokal ihrer Schule im Fasanenweg (Wahllokal 002 in St. Peter-Ording) gekommen. Sie hatten alles dabei, ihre Wahlbenachrichtigung und ihren Ausweis. Sie sagten im Hinblick auf die Wahl: „So ein bisschen mulmig ist uns, dass wir eine schlechte Entscheidung treffen, weil wir das ja noch nie gemacht haben. Im Unterricht haben wir schon gelernt, was die verschiedenen Parteien machen, aber bei einigen hat sich das nicht so gut angehört.“ Niklas ist in der 9. Klasse. Er ist einer von wenigen, die gerade erst wählen dürfen, Jona in der 10. Klasse. „Wir dürfen fast alle wählen gehen.“ Beide sind 16 Jahre und erhielten vom Wahlvorstand – Werner Wolsbeck, Kalle Bähre, Ingrid Schiel, Martina Owesen - die Wahlunterlagen, darunter auch den Stimmzettel für den Bürgerentscheid bezüglich der Weiterentwicklung der Kliniken in Nordfriesland in Verbindung mit den Medizinischen Versorgungszentren. Es dauerte ein wenig, bis sie dann ihre Kreuze gemacht hatten und aus ihren Wahlkabinen zur Wahlurne kamen. Man sah ihnen trotz ihres Lächelns an, dass das Prozedere für sie schon bedeutsam war. „Ich habe mir das erst einmal alles durchgelesen. Bei dem blauen Zettel musste ich richtig überlegen, aber bei dem anderen war ich fast sicher, weil ich mir das vorher schon überlegt hatte“, meinte Jona. Niclas pflichtete ihm bei. „Der Wahlzettel war ganz schön groß“, kommentierte er dazu. Jetzt wollten sie erst einmal richtig frühstücken. Im Wahllokal war es trotz der vormittäglichen Stunde recht betriebsam. Es war herrliches Wetter, ein Sommertag im Mai.

Larissa Jagla (18) aus der 13. Klasse der Tönninger Schule und Leia Rohde (17), Auszubildende bei Nissen in Tönning, kamen auf dem Fahrrad mit ihrer Mutter bzw. mit ihren Eltern und Großvater. Beide hatten sie zuhause innerhalb der Familie über die Wahl gesprochen. Das war für eine Selbstverständlichkeit gewesen. Larissa war sich klar darüber, dass ihre Stimme eine Bedeutung hat, aber auch, dass nachher die Mehrheit entscheidet. „Die Politiker versprechen, was sie machen wollen, und dann wird doch alles anders. Das kann man im Nachhinein nicht mehr beeinflussen. Deshalb muss man sich vorher gut informieren.“ Auf die Stichwahl in Frankreich angesprochen und wem sie da ihre Stimme geben würde, antwortete sie klar: „Dazu möchte ich mich nicht äußern.“

 

Fynn Wieben (18) vom Dänischen Gymnasium in Schleswig, Felix Klarck-Löhmann (18) und Benjamin Wegehenkel (20), beide vom Gymnasium der Nordseeschule St. Peter-Ording hatten hinsichtlich der Wahl in Frankreich eine klare Auffassung: Wenn sie dort wählen dürften, würden sie auf jeden Fall zur Wahl gehen. Erst auf Nachfrage gaben sie preis, dass sie dann Macron ihre Stimme gäben. Felix maß der Stichwahl eine besondere Bedeutung zu: „Davon ist die innereuropäische Entwicklung abhängig.“ Fynn nahm zur Landtagswahl Stellung: „Ich habe das Gefühl politisch mitwirken zu können. In der jetzigen politischen Lage möchte ich meine Interessen über die Wahl einbringen.“ Benjamin machte es ganz konkret fest. Sein Blick war dabei schon auf die nachfolgenden Generationen gerichtet, als er Schulsystem und Umweltfragen als wesentliche Punkte ansprach. „Fragen der Schulentwicklung und des Schutzes der Umwelt sind mir wichtig. Das letztere auch deswegen, weil ich hier in der Nähe des Nationalparkes Wattenmeer lebe.“

 

Sie waren alle Erstwähler im Wahllokal 003 im Gymnasium in der Pestalozzistraße. Um 13 Uhr ungefähr wählten sie. Der Wahlvorstand wechselte gerade seine Besetzung. Mit dieser ehrenamtlichen Aufgabe betraut waren Wolfgang Rohde, Sönke Sund, Christiane Schallich, Manuela Eisermann, Stefan Müller und Bernd Lackhoff. Auch hier war ein Kommen und Gehen.

 

Seitens der Forschungsgruppe Wahlen e.V. – Institut für Wahlanalysen und Gesellschaftsbeobachtung - waren Stefan Krämer und Karin Härtel beauftragt, jeden dritten Wähler für die 18:00 Uhr Prognose im ZDF hinsichtlich der Landtagswahl 2017 einen anonymen Bogen auszuhändigen mit der Bitte um Ankreuzen von Items zur abgegebenen Erst- und Zweitstimme, Geschlecht, Alter, Bildungsstand, Konfession, Kirchenbesuch und Zweitstimme bei der letzten Landtagswahl 2012. Das lief problemlos, wie auch sonst alles im Wahllokal. Die Ordinger Wähler waren im Wahllokal 001 im Hotel Kölfhamm zur Stimmabgabe aufgefordert.

 

Hric, 07. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

Zweimal im Jahr laden Kunstschaffende auf Eiderstedt ein

Besuch der Ateliers von Heidegrit Gröning und Max Höppner

 

Dieses Jahr war der Frühjahrstermin des Tages der offenen Ateliers am 30. April. Der Herbsttermin ist seit einigen Jahren an die „Eiderstedter Kultursaison“ angebunden und ist am 27. August. Es ist immer ein Sonntag. Wer dieses Angebot noch nie wahrgenommen haben sollte, dem sei der Herbsttermin 27. August bereits jetzt empfohlen, genauso wie die vielfältige Veranstaltungsreihe der Eiderstedter Kultursaison vom 25. August bis zum 03. September. Es sind inzwischen "Kulturelle Highlights" auf Eiderstedt geworden, die zu Recht zunehmend mehr Zuspruch erfahren.

 

Die Flyer des Fördervereins für Kunst und Kultur Eiderstedt der Gruppe „Kunstklima“ www.kunstklima.com und www.kunstkultur-nf.de geben jedes Jahr vorab Auskunft, welche Künstler wo ihre Ateliers geöffnet haben. Im Frühjahr waren dieses Mal dabei: Frauke Petersen, Sibille Rehder, Thomas Böhme, Heidegrit Gröning (alle St. Peter-Ording), Karin Dreyer (Vollerwiek), Wolfgang Groß-Freitag (Welt), Monika Rathlev, Helga Hoppe, Urte Westphal-Kolb (alle Tönning), Karen Seggelke und Manuel Knortz, QUETSCHE Verlag für Buchkunst (alle Witzwort), Ursula Schultz-Spenner (Wasserkoog/Tetenbüll) und Max Höppner (Tetenbüll). Im Alten Rathaus Garding – dem Sitz des Fördervereins Kunst und Kultur - waren die laufende Ausstellung „Männer und Männerinnen“ und die „KIWA-Ausstellung“ (Kinder-Werkstatt-Atelier) zu besichtigen. Geöffnet hatte auch Linda Hamkens in Reimersbude.

 

Alles kann man nicht, also hat man die Wahl. Ich entschied mich für die Ateliers von Heidegrit Gröning in der Bahnhofstraße 7 in St. Peter-Ording und von Max Höppner auf dem Osterkoogsdeich 2 in Tetenbüll. Heidegrit Gröning ist erst seit kurzem dabei, Karl-Heinz Max Höppner seit Beginn an. Bei beiden war ich noch nie gewesen. So war ich gespannt, was mich erwarten würde.

 

Langsam bog ich von der Dorfstraße beim Kinderspielhaus in die Bahnhofstraße ein. Ungerade Zahl, also rechte Straßenseite. „Wo soll da ein Atelier sein?“ fragte ich mich. Da wurde hinter einem Haus ein Extrabau erkennbar. Den hatte ich bisher nie wahrgenommen. Ausgeschildert war der Weg von der Straße über die Garagenauffahrt durch den Spielrasengarten mit Bäumen und Blumenbeet zwischen ansprechendem Wohnhaus und hübschem Atelierhäuschen. Ein ehemaliger Schuppen hatte sich verwandelt. Zwei Innenbereiche hatte das erneuerte Gebäude: Atelier rechts und Lagerraum links. Bilder standen links unten, hingen an den Wänden, lagen auf dem Tisch, standen neben ihm; ein kleiner blauer Sessel hinten vor der Tür fiel ins Auge sowie rechts hinten in der Ecke eine Blätterwand mit Malskizzen. Dazwischen drängte sich ein Bild in den Blick: „Himmelsstürmer“.

 

Heidegrit Gröning war gerade dabei, ihren Besuchern zu erklären, dass abstrakt zu malen nicht einfach ist. „Die Welt besteht nun mal aus ganz konkreten Sachen.“ Sie berichtete, wie es zu genau diesem Bild gekommen war. Von ihr ausgemusterte Acrylbilder entstehen anders und neu. Die Leinwand bleibt, ein Weißanstrich und später Moorlauge verändern durch ihr Zutun die Oberfläche. „Ich betrachte das von allen Seiten, drehe es, schaue, habe eine Idee – und manchmal ergibt sich was Anderes. Und da ist es dann das geworden.“ Spannend ist für sie immer wieder, was im Malprozess entsteht. So lässt sie gerne auch dem Zufall Raum. Hat sie eine Inspiration, dann folgt sie ihr. Neuen Möglichkeiten gegenüber bleibt sie offen.- Sie nimmt ein neues Bild. „Das ist nach einer China-Reise entstanden. Da saß ein Fischer, der sein Netz in den Fluss warf.“ Ohne diesen Hinweis hätte man das sicher nicht so vermutet, sondern eigene andere Ideen entwickelt.

 

Überaus freundlich war die Atmosphäre. Sie bzw. ihre Bilder rückten kurzzeitig in den Fokus. Dann war es das Gespräch darüber und miteinander über Sehen und Malen. David Leather aus Husum mit seiner Frau und drei weiteren Damen nahmen ungewöhnliche Eindrücke mit. Sie waren vorher schon bei Frauke Petersen gewesen. – Auch witzig Hintergründiges entspringt ihrem Kopf und setzt die 1944 in Celle geborene und seit vielen Jahren mit ihrem Mann in Hamburg lebende und aktiv Cello spielende ehemalige Gymnasiallehrerin mit den Fächern Musik und Mathematik künstlerisch um. In St. Peter-Ording hatten sie vor vielen Jahren schon einmal ein Domizil, nun sind sie zu „aktiven Aus- und Malzeiten“ immer wieder hier und genießen ihre freie Zeit, ab und zu hier auch mit ihren Enkelkindern.

 

Noch länger hätte ich mich mit ihr und ihrem Mann austauschen können, aber ich wollte zu gerne auch Max Höppner besuchen. „Max“, so meinte er dann später freundlich leise lächelnd, „eigne sich besser als Vornamen für ihn als Künstler.“ Von Katharinenheerd aus war ich nach Tetenbüll abgebogen, am Theatrium vorbei geradeaus auf den Möhlendiek gefahren, der dann in den Osterkoogsdeich übergeht und in einer sanften Kurve weiter in Richtung Oldenswort bzw. Kotzenbüll führt. Gleich das erste Haus rechts war Nr. 2. Es ist reetgedeckt und alt. 1802 ist die Jahreszahl. Fenster und Tür an der Straßenseite sind neu, der Teil rechts auch baulich erneuert. Der Türgiebel weist oben die schmiedeeisernen Initialen JG und seitlich dann links FA und rechts EG aus, wenn es so richtig entziffert ist. Der Rost der Zeit hat an ihnen genagt. Beim Wohn- und Atelierhaus zweigt der „Trummerieweg“ von der Hauptstraße ab. Der Name leuchtet sofort ein, denn über eine Bretterwand – sie sperrt die Windschneise – schließt sich ein kleiner, außen leicht verputzter und mit roten Ziegeln gedeckter ebenfalls alter Bau mit Fenstern an den Längs- und Giebelseiten mit Halbwalm an. Das war einst eine Schmiede.

Max Höppner gehört dieses Anwesen heute. Von einem Onkel hat er es übernommen. 1950 wurde er in diesem Haus geboren, in Tetenbüll direkt neben „Haus Peters“ ist er aufgewachsen, von dort hat er dann später die Mittelschule in Tönning besucht, eine Lehre als Schaufenstergestalter bei C.J. Schmidt in Husum gemacht, ehe er nach Berlin ging, Grafik-Design studierte und sieben Jahre in verschiedenen Werbeagenturen tätig war, bis er Freiberufler wurde. Seit 2005 ist er wieder auf Eiderstedt zuhause. Künstlerisch und mit Ausstellungen tätig war er auch schon in Berlin. Die Kunsttherapeutin Christa-Anna Jessen ist seine Lebensgefährtin. In ihrem Atelier-und Seminarhaus in Uelvesbüll führt er Aquarellworkshops durch. Aber er ist ebenfalls Freiluftmaler. So gibt er auch draußen Kurse, dieses Jahr z.B. am 19. August „Malen bei den Galloways“ im Wikinger Museum Haithabu.

 

Der begeisterte Aquarellmaler empfing mich. Ich trat in eine Bilderwelt und befand mich in einem wirklich alten Haus. Heimelig war es und aufgeräumt. Alte helle, etwas gelblich lackverblichene Türen mit Stalltürverschlüssen und zwiebelartigen Fenstern, in der Mitte lupenähnlich verdickt, fielen in den Blick sowie Bilder über Bilder. Das Aquarell von Noldes Haus in Seebüll fiel mir sofort ins Auge. Flur, Küche und ehemaliges Wohnzimmer waren Bilderkabinette. So viele Bilder in einem einzigen Raum hatte ich so noch nicht gesehen, und trotzdem war der Raum nicht voll. Er arbeitet mit der Aquarelltechnik und auch in Mischtechnik, z.B. mit Tusche, Farbstiften und Farbkreiden. Beeindruckende Bilder sind zu sehen. Blumen, Bäume, Still-Leben, Landschaften und Häuser sind sein Sujet.- Mit Inkyzeichnen war er gerade beschäftigt gewesen. Max Höppner lebt mit und in seinen Bildern.- Vom Arbeitszimmer aus geht der Blick hinaus in die Weite der Landschaft. Das Auge kann schweifen, über den Fennen dem Schauspiel der Wolken zusehen, die Natur von außen nach innen holen.

 

Das Seebüllbild war unser Gesprächsöffner gewesen. Seine Bilder erzählen dazu von seiner Verliebtheit ins Detail und von der Eigenwilligkeit der Farben, die ihn immer wieder überraschen und erfreuen können. Das Genaue zerfließt zwar, aber ist nicht verschwunden, sondern schafft Neues. Er selber spielt mit den Farben. Motiv, Bildaufbau, Farbperspektive sowie Licht und Schatten bestimmt er. Die Eigenwilligkeit des Aquarells bezieht er in sein Gestaltungskonzept ein. Das Haus bleibt Haus, die Tulpe bleibt Tulpe, die Weide ist auch weiterhin Weide wie die Landschaft auch immer noch Landschaft ist. Nur zeigt sich der Gegenstand anregend anders, und wir lernen ihn mit Max Höppner anders sehen.

 

Ein älteres Paar aus Eckernförde brachte die Zahl der Besucher bei ihm dann noch auf weit über 50 an diesem Tag der offenen Ateliers in Eiderstedt. Auch bei Heidegrit Gröning hatten sich die Besucher die Klinke in die Hand gegeben.- Er gestattete mir dann gerne noch einen Blick auf die rückwärtige Seite. Typisch Eiderstedt: Gräben mit Schilf, Teich mit Kopfweiden, weit auseinanderliegende kleine bzw. auch mal größere Häuser und Vieh auf den Fennen. Er ließ mich schauen. Als ich wieder ins Haus kam, waren die Eckernförder schon weg. Ein Eintrag ins Gästebuch war für mich selbstverständlich. Er freute sich darüber sehr. Es stammte noch aus seiner Zeit in Berlin.

 

Über Tetenbüll - Katharinenheerd ging es zurück bis Sandwehle, dann vom Kirchkoogweg in den Dreilandenkoog, über Harmonie Richtung Wilhelminenkoog und weiter über Ehst und Wittendün nach Böhl. Herrlich gelb blühte der Raps. Mir kam vor, als nähme ich die kleine große weite Welt um mich herum neu wahr.

 

Hans Jörg Rickert, 03. Mai 2017, www.jb-spo.de

 

Siehe auch

www.heidegritgroening.de und www.aquarellmalen-an-der-nordsee.de

„In mir erwacht das Tier …“ mit Peter Lohmeyer und Christian Maintz „Musik und Literatur unter Reet“ im Museum Landschaft Eiderstedt

 Wer kennt ihn nicht, den kurzen Mehrzeiler von den zwei Ameisen von Joachim Ringelnatz, die nach Australien reisen wollten, aber wer kennt schon Rosemarie und Waldemar, das in die Jahre gekommene Rhinozerospaar?- Wilhelm Busch, Alfred Brehm, F.W. Bernstein, Mascha Kaleko, Robert Gernhardt, Harry Rowohlt, Christian Morgenstern, Charles Bukowski, James Thurber und andere mehr wurden mit ihren Zwei-, Vier- und Mehrzeilern, Gedichten, Fabeln und Geschichten in der ersten Abendveranstaltung diesen Jahres der Reihe „Musik und Literatur unter Reet“ im Museum Landschaft Eiderstedt leibhaftig sprachlich gegenwärtig. Unter dem Titel „In mir erwacht das Tier … – Peter Lohmeyer und Christian Maintz lesen Geschichten und Gedichte über Zwei-, Vier- und Mehrbeiner“ gab es mit diesen beiden Interpreten einen Spaziergang auch durch „Brehms Tierleben“, aber besonders in die so menschliche Welt der Lebewesen. Der eine freischaffender Schauspieler, der einmal Sozialarbeiter, der andere studierter Germanist und heute freier Autor und Medienwissenschaftler, der Schauspieler werden wollte, begeisterten ihr Publikum in der Loo des Museums. Für mehr Gäste hätte der Raum auch nicht gereicht.

 

Etwas höher nahmen sie auf den Stühlen auf dem Podest an dem Tisch mit Lampe, Trinkgläsern und Wasser Platz, nachdem Museumsleiterin Sabine Graetke sie begrüßt und das Publikum schon Vorabbeifall gespendet hatte, so als ob ein höchst bekannter Dirigent und ein überaus renommierter Solist einen Konzertsaal betreten hätten. Es war zwar alles sehr viel kleiner, aber Peter Lohmeyer bekannte im Pausengespräch, er habe immer noch „Lampenfieber“. Das sei bei ihm gleich, ob vor zwei Zuschauern oder einem richtig großen Publikum von 2500.

 

Christian Maintz moderierte den unterschiedlich beinigen Spaziergang durch die Tierwelt. Zunächst aber gab es durch ihn eine „humortheoretische Vorbereitung“. Das Publikum lauschte gespannt und erfuhr: „Die Natur ist nicht komisch. Nur, wenn das Tier menschenähnlich wird, wirkt es lustig. Alle Literaten haben Menschen im Tier gespiegelt.“ Mancher entdecke erst dadurch seine „Ich-Identität“. Man spürte, das wird ein facettenreicher kurzweiliger Abend.

Im „literarischen Prolog“ traten dann auf Nashorn, Ameisen (als „Hamburg-Test“), Papagei, Tigerhai, Zirbelente, Reh, Haubentaucher, Habicht, Wanderratte und Schnabeltier. Moderne Fabeln wie „Der Kräherich und die Pirolin“ durften so wenig fehlen wie die Geschichte, in der sich durch Stromausfall in der Gefriertruhe aus dem Salm in Anwesenheit von Brathähnchen und Garnelen Salmonellen entwickeln. Geschichten und Gedichte aus der Feder von Christian Maintz selbst, u.a. über das Liebesleben der Wildschweine oder den Flirt von Assel und Tausendfüßler, dazu dann Alfred Brehms Beschreibung des Erinaceidae europaeus – „Der Igel ist ein drolliger Kauz und dabei ein guter und furchtsamer Gesell …. “ – sorgten genauso für Heiterkeit wie die von der Schnake als dem „Bruchpiloten des Insektenreiches“. Mit Tierbildern als Zwei- oder Vierzeiler“ gab es nach der Pause eine Hommage an Harry Rohwohlt, später dann Informationen zum Sexualinstinkt von Zebrafinken über Küchenschaben bis zur australischen Beutelmaus und mehr Texte, so reichhaltig  wie eben die Tierwelt ist.

 

Peter Lohmeyer und Christian Maintz haben an solchen Abenden wie diesen einfach Spaß und „wir kommen rum“. Abwechselnd trugen sie vor, der eine zusätzlich mit Mienenspiel, der andere mehr auch mit den Händen agierend. Maintz schreibt schon lange Gedichte und Geschichten. „Tiere eignen sich besonders gut für Komik. Ein Vortragsabend zu zweit ist immer lebendiger.“ Viel Beifall gab es für die beiden und mit Blumen einen herzlichen Dank von Hilke Herzberg, der Vorsitzenden des Vereins KulturTreff e.V. Diesem sprachen Susann und Gordon Piontek aus Verden große Anerkennung aus: „Wir gingen heute Nachmittag hier vorbei, sahen das Plakat und für uns war klar: Da müssen wir hin.“ Das Ambiente des Museums hatte es ihnen angetan. „Es ist eine wunderschöne Idee, dass es hier solche Veranstaltungen gibt.“

 

Hric, 01. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

Reichhaltiges, vielfältiges und großartiges Kirchen-Musikjahr

Jahresbilanz für „Musik in der Kirche 2016“ mit Blick auf das Reformationsjubiläum im Oktober

 

Jahreshauptversammlungen von Vereinen mit dem angehängten Kürzel e.V. sind finanzrechtlich wegen der Zuerkennung der Gemeinnützigkeit von besonderer Bedeutung. Insofern nehmen die Regularien immer einen wichtigen Raum ein. Nicht umsonst also eröffnete Vorsitzende Ursula Reuter-Manß die Versammlung unter anderem mit dem Hinweis: „Wir wollen Sie informieren, Rechenschaft ablegen und die Finanzen darlegen.“ Die Jahreshauptversammlung des „Vereins zur Förderung und Pflege der Kirchenmusik Orgelbauverein St. Peter-Ording e.V.“ legt aber besonderen Wert auf den Begriff der „Pflege der Musik“, denn welchen Wert hat eine Orgel, wenn sie nicht erklingt?

So hatte es bereits im vergangenen Jahr im Anschluss einen Vortrag mit Bildern von Orgelkomponisten mit deren Musik gegeben, was auch in der Öffentlichkeit großen Anklang fand. Was lag da näher, als das aufzugreifen. Dieses Jahr standen Vortrag und Musik ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. „Martin Luther im Bild der Zeiten“ war das Thema. Kunsterzieher und Studiendirektor i.R. Hans-Jürgen Krähe berichtete anhand von Bildern insbesondere auch des Malers Lucas Cranach über das Leben Martin Luthers. Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen spielte im Wechsel mit dem Vortragenden aus der Orgelliteratur passende Lutherlieder: „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ aus der Tabulatur des Jan von Lublin, „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Max Reger und „Nun freut euch, liebe Christen g’mein“ von J.S. Bach wie auch zum Abschluss von diesem „Wir glauben all an einen Gott“. Viel Beifall gab es.

Als Einleitung in den Vortrag hatte Jensen eine „Alamanda“ von Samuel Scheidt gespielt. Dieser gehört zu den wichtigsten Komponisten des 17. Jahrhunderts. Sein Werk ist durch quantitativ und qualitativ gewichtige Beiträge im vokalen wie auch instrumentalen Bereich insgesamt sehr viel breiter als das seines Zeitgenossen Heinrich Schütz. 1609 berief ihn der Administrator des Erzstifts Magdeburg, Markgraf Christian Wilhelm von Brandenburg, als Hoforganist nach Halle. Dort wurde er während des 30jährigen Krieges 1628 zum Musikdirektor ernannt, verlor seinen Posten aber später vermutlich durch die Rekatholisierung. Sein letztes Werk war 1650 die sog. Görlitzer Tabulatur mit vierstimmigen Choralsätzen für die Praxis. Er starb verarmt. 1618 hatten ihn seine Kenntnisse im Orgelbau, die ihn früh berühmt gemacht haben müssen, nach Eisleben geführt.

130 Mitglieder hat der Verein. Sie tragen ihn und sichern seine Existenz. Dem im vergangenen Jahr einzig verstorbenen Mitglied Pastor em. Hans Peter Honecker widmete Ursula Reuter-Manß eine ihn würdigende Erinnerung in Worten und Bildern. Seit 2002 war er Vorsitzender des Vereins gewesen und hatte sich für ihn eingesetzt und gewirkt. „Er ist nicht mehr da, er fehlt uns“, sagte sie. Die Anwesenden gedachten seiner in Stille.

Jahresbericht mit ausgewählten Bildern über ein reichhaltiges, vielfältiges und großartiges Musikjahr, Kassenprüfungsbericht durch Christel Undeutsch und Erläuterung des Vermögensnachweises durch Schatzmeister Ove Ohls führten zur einstimmigen Entlastung des Vorstandes. Christoph Jensen gab einen Ausblick auf das laufende Konzertjahr, das dieses Jahr bereits im Februar mit der „Winterreise“ von Franz Schubert gestartet war. Orgelmusik zur Marktzeit und fast 30 Konzertabende weist das Programm aus, die auch dieses Jahr wieder nur im Zusammenwirken aller, darunter auch Gemeinde und Tourismus-Zentrale wie fast alle Kliniken als Sponsoren, möglich werden können. Auf fast 45.000 € beliefen sich die Ausgaben für Konzerte im vergangenen Jahr. Nur die Hälfte davon konnte durch Einnahmen gedeckt werden. Die Vermögensminderung belief sich auf nicht ganz 1.600 €. Dennoch bilanzierte Ove Ohls ein „finanziell gutes Jahr“.

 

Siehe hierzu passende Berichte im Jahrbuch 2016 sowie bereits diese in 2017

März               Franz Schubert „Winterreise“ – Kammermusik vom Feinsten

                        Kirchenmusikalischer Auftakt für „Musik in der Kirche“

April (2)           Osterkonzert „Sopran und Orgel“

                        Konzert für Musikkenner und Neugierige – Violine und Orgel im Dialog

 

Hric, 1. Mai 2017, HN und www.jb-spo.de

Vortrag von Hans-Jürgen Krähe mit Bildern Martin Luther im Bild der Zeiten
Martin Luther im Bild der Zeiten
Vortrag von Hans-Jürgen Krähe mit Bildern
und
Werken aus der Orgelliteratur
gespielt von Christoph Jensen an der Lobback-Orgel
in der Kirche St. Peter am 26. April 2017
anlässlich der Jahreshauptversammlung des Vereins zur Förderung und Pflege der Kirchenmusik – Orgelbauverein St. Peter-Ording e.V.
Krähe Martin Luther mit Bildern.pdf
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