2018   April 2

Wissen, woher der Wind weht - Strandklinik St. Peter-Ording feiert ihre offizielle Eröffnung

 

Der Klinikbau auf dem Fritz-Wischer-Platz direkt hinter der Strandpromenade vor dem Kreisel zum „Alten Badweg“ wurde 2010 von der Fuest Familienstiftung übernommen. Bundesweit betreibt sie Rehabilitationskliniken und Senioreneinrichtungen. Mit der Übernahme begann bei vollem Betrieb eine Modernisierung und Erweiterung. Ziel war, den Standort St. Peter-Ording durch die Erweiterung der Kapazität und durch die Schaffung der notwendigen Infrastruktur sowie ganzheitlichen, teilhabe-orientierten Therapiekonzepten auf die Zukunft auszurichten. Die Phase der Neugestaltung außen und innen ist nach nun acht Jahren abgeschlossen. 300 Betten hat das Haus heute.

Für ein solches Unterfangen braucht man Partner und Freunde. Die waren zur Freude des Vorstandsvorsitzenden Franz Fuest und des Geschäftsführers der Strandklinik St. Peter-Ording Sascha Busert zahlreich erschienen, um dieses Ereignis an diesem windigen, aber zugleich sonnigen Apriltag gebührend zu feiern. Im Veranstaltungsraum ganz oben fand die Festveranstaltung mit dem Blick auf die Kulisse des Weltnaturerbes und Nationalparkes Wattenmeer statt. Das Vorland mit seinen Salzwiesen und dem Prielsystem vor den Dünen sowie der Sandbank und der Nordsee dahinter präsentierten sich adäquat zum Anlass.

 

Franz Fuest formulierte es in seinem Vortrag später so: „Wir wollen die Schönheit und die Harmonie, die St. Peter-Ording ausstrahlt, mit einbeziehen und die Energie des Windes und des Wassers wirken lassen.“ Er nahm Bezug auf Feng Shui, der Lehre von der Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung. Sein Dank galt besonders auch den Mitarbeitern, die mit ihrer beständigen Freundlichkeit das Vorhaben der Umgestaltung mit befördert haben. „Wir sind bereit, angestammte Hindernisse beiseite zu räumen“, erinnerte er und schloss: „Wir wissen woher der Wind weht und blicken frohen Mutes mit der Strandklinik nach vorne.“ Sascha Busert hatte zunächst begrüßt und moderierte den Vormittag. Den musikalisch-festlichen Rahmen gab die „Klinikband“ mit ihrem Leader Dr. med. Andreas Eisenmann, dem Chefarzt der dermatologischen Abteilung. Die Band „Holz und Blech“ startete mit „Music“ von John Miles und begeisterte von Beginn an.

Bürgermeister Rainer Balsmeier überbrachte die Grüße der Gemeinde und der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording. Hinsichtlich des „Beiseiteräumens“ rückte er das einleitend mit „teilweise“ zurecht. So sei man dann „wieder auf einen Nenner gekommen“. Er gratulierte zu dem gelungenen Werk der letzten acht Jahre, stellte heraus, was Gemeinde bzw. ihr touristischer Eigenbetrieb mit einer Reha-Klinik gemeinsam haben, „nämlich die Anstrengungen zu unternehmen, über einen langen Zeitraum die Angebote eines Ortes oder einer Klinik letztlich neu zu strukturieren und dem ständigen Wettbewerb entsprechend anzupassen.“ Das verdeutlichte er an den vornehmlich in die touristische Infrastruktur gesteckten 54 Mio € sowie an den Leistungen, die St. Peter-Ording erbringt, dessen Lebensader der Tourismus ist. Zwei Mio Übernachtungen im Jahr 2006 mit 210.000 Gästeankünften standen 2017 bei kürzeren Aufenthaltszeiten im Zeichen eines sich ständig wachsenden Wettbewerbes 2,5 Mio mit fast 390.000 Ankünften gegenüber. Dazu kamen 2017 noch ca. 520.000 Tagesgäste.- Zu diesen Zahlen tragen die Vorsorge- und Rehakliniken wesentlich bei. Mit 388.000 entfallen 30,4 % der Übernachtungen im Reha-Bereich auf St. Peter-Ording. Mit 117.000 Übernachtungen stellt die Strandklinik die größte Einzeleinrichtung am Ort dar.- Rainer Balsmeier dankte für die in den acht Jahren getroffenen unternehmerischen Entscheidungen, in die Einrichtung zu investieren und sie fit zu machen für die Zukunft. Er schloss: „Wenn Ort und einzelne Einrichtungen dies gemeinschaftlich jeder für sich in seinem Aufgabenbereich tun, ist mir um die Zukunft des Ortes und die der einzelnen Anbieter nicht bange.“

Mit dem Reigen der folgenden Grußworte von Dr. Philipp Köster für den Kostenträger Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und Thomas Bublitz als Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken wurde der wirtschafts- und gesundheitspolitische Spannungsbogen ersichtlich, unter welchem Vorsorge- und Reha-Einrichtungen agieren. Chefarzt der pneumologischen Abteilung Dr. med. Stefan Dewey und Chefärztin der psychosomatischen Abteilung Dr. med. Andrea Mohr stellten Klinikkonzepte vor und vermittelten einen Eindruck von der täglichen Arbeit im Hause.

Wie gut das Ziel Neugestaltung gelungen ist, nahmen die Gäste bei einem Rundgang durch die neuen und die modernisierten älteren Bereiche wahr. „Gute Dinge brauchen Zeit“, hatte Dr. med. Andrea Mohr gesagt. Das gilt nicht nur für den Bau, auch für die Arbeit mit den anvertrauten Patienten. In der Strandklinik St. Peter-Ording ist das zu spüren.

Hjr, 30. April 2018, HN und www.jb-spo.de

Kindertagesstätte St. Peter-Ording feierte das Richtfest für den großen Anbau

 

Ein Haus für die Bedürfnisse von Kindern und ihre Familien

Die Ev. Kita für St. Peter-Ording, Tating und Tümlauer Koog feierte Richtfest

Der große mit bunten Bändern geschmückte Richtkranz hing bereits oben über dem künftigen Multifunktionsraum des großzügigen Anbaus der Ev. Kindertagesstätte St. Peter-Ording, Tating und Tümlauer Koog. Von weitem begrüßte er die vielen kleinen und großen Gäste in der Kirchenleye vor dem Neubau. Freudig erregt waren sie alle, aber besonders einige von den Hortkindern, die mit Yvonne Meyer aus dem Mitarbeiterteam der Kita einen Auftrag übernommen hatten. Dann war es so weit: Maurer Markus Maruhn und Zimmermann Dustin Johst waren auf das Dach geklettert und zünftig begann mit „Gunst und Verlaub“ der Richtspruch: „Ein Kinderherz voll Freud‘ und Wonne, das Aug‘ so klar wie Sonnenschein, ist der Menschen schönste Sonne, ist aller Zukunftshoffnung Keim.“ Das passte, hatten doch alle Entscheidungsträger wohl so gedacht, damit im August 2017 mit dem Bau begonnen werden konnte. Trotz widriger Witterungsbedingungen mit zu viel Regen - und dann im Februar noch richtig Frost - ist er im Zeitplan.- Der Richtspruch war lang, doch dann schallte es aus Kinderkehlen immer wieder als Refrain herauf: „Bauarbeiter – danke schön!“

Danach war es an Christian Kohnke, Geschäftsführer des Ev. Kita-Werkes Nordfriesland als Träger der Einrichtung, seinen Dank an die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating als Bauherrin, an die Handwerksfirmen und ihre Mitarbeiter als Ausführende, an Brigitte Ranft-Ziniel mit ihrem Kita-Team, Hausmeister Frank Ranft als „Kümmerer um diverse Kleinigkeiten“ und dem „Herren-Dreamteam“ Poggrön und Pahl für die hervorragende Betreuung der Baumaßnahme auszusprechen. Der Kirchengemeinde, vertreten durch Pastorin Regine Boysen, dankte er für die Unterstützung, sich voll hinter die Planung gestellt zu haben, und Bürgermeister Rainer Balsmeier für das „klasse Verhandlungsgeschick“, das zur tollen Übergangslösung im Köhlbrand geführt hat.

1800 Quadratmeter Erweiterungsbau werden den ehemaligen Kindergarten (1965) mit den Anbauten 1993 für zwei Kindergartengruppen nach Fertigstellung auf ein nun 7500 gm großes Gelände um das Zweieinhalbfache vergrößern, das bisher zu einem großen Teil zum Sportplatz des Gemeinschaftsschulteils der Nordseeschule gehörte. Der soll schon seit langem saniert werden. Auch das soll demnächst geschehen. Für den Hort und die Verwaltung hatte man bisher schon Jahre einen ganzen Trakt mit acht Klassenräumen der Schule genutzt, denn wegen der gewachsenen Kindergarten- und Krippengruppen hatte man alle Räumlichkeiten im Altbau für die Kinder nutzen müssen. Aber nun brauchte wegen höherer Schülerzahlen auch die Schule ihre Räume wieder. Rechtsanspruch auf Krippenplätze, Kindergarten- und Hortplätze, stark zunehmende Ganztagsbetreuung mit Mittagessen machen außerdem mehr Räumlichkeiten erforderlich, aber auch eine den Anforderungen angemessene Küche. So gab es drei Bauanträge: Einen für den Anbau, einen für die Herrichtung von Haus und Gelände Köhlbrand als Ausweichquartier und noch einen ausschließlich für die Küche.

Kohnkes Dank galt auch den drei Gemeinden, die mit Abstand die meisten Kosten zu tragen haben. Darauf ging Amtsvorsteher Christian Marwig ein, der als Bürgermeister von Tümlauer Koog zugleich für die beiden Gemeinden St. Peter-Ording und Tating dankte und bekannte: „Wir wissen uns mit dieser Kita und dieser Erweiterung aufs Engste verbunden, obwohl es für den Tümlauer Koog der kostspieligste Bau ist, an dem wir je beteiligt waren.“ Er betonte, hier zögen alle an einem Strang, seien einer Meinung und arbeiteten Hand in Hand. Die hier getätigten Anstrengungen für die Kinder sind für die Zukunft wichtig. „Wie die Welt von Morgen aussehen wird, hängt zum großen Teil von der Vorstellungskraft derer ab, die heute eine Kita besuchen.“ -Für die Begehung des Baues hatte das Kita-Team alles bestens vorbereitet, ebenso den Richtschmaus mit einer Kartoffelsuppe, der Würstchenscheiben beigefügt werden konnten, und belegten Broten aus der kleinen Kita-Küche. Wie es sich traditionell für den Bauherrn gehört, hatte die Kirche das Richtfest ausgerichtet.

Hjr, 30. April 2018, HN und www.jb-spo.de

Appell an die Bürgerinnen und Bürger von St. Peter-Ording:

„Gehen Sie zur Kommunalwahl, aber wirken Sie auch aktiv mit!“

 

Verwaltung hat gearbeitet – Letzte Gemeindevertretung bringt es auf den Weg

 

Bereits am 5. März hatte Bürgervorsteher Boy Jöns das Ende der Legislaturperiode mit einem Dank an die Gemeindevertretung zum Schluss der 32. Sitzung eingeläutet. Nun gab es am 26. April doch noch eine weitere.- Zu Recht verstärkte er am Ende dieser 33. Sitzung seinen Dank noch einmal. Hauptausschuss (HA, 18 Sitzungen seit Juni 2013), Tourismusausschuss (TA, 48), Umweltausschuss (UA, 7) und Bauausschuss (BA, 63) hatten in ihren jeweils letzten Sitzungen gut vorgearbeitet. Den Ehrenamtlern galt sein Dank, aber dieses Mal auch besonders der Verwaltung, denn sie hat dazu die Vorarbeiten zu leisten, die letztlich zu den Beschlussvorlagen führen, über die dann die Gemeindevertretungen zu entscheiden haben. Erst dann kann weitergearbeitet werden.

Wer meint, das seien dann „Selbstgänger“, ist oftmals überrascht, wenn es in der Vertretung dann noch zu erheblichen Diskussionen kommt. Nachfragen und Hinterfragen gehören für die Entscheidung zum Geschäft der Gemeindevertreter. Das erwartet der Bürger. Deshalb gibt es auch die Einwohnerfragestunde selbst vor jeder Ausschuss-Sitzung. Aber wieder einmal waren es nur wenige, die der Sitzung beiwohnten. Das bedauerten sowohl anwesende Einheimische als auch Zweitbürger im Nachgespräch mit dem Bürgermeister.

Sie hatten die Einwohnerfragestunde genutzt.- Klaus Töberich machte auf die verkehrlichen Veränderungen aufmerksam, die durch den Wechsel des Standortes des Sackgassenschildes für den Strandweg in Ording von der Stöpe an die Stelle des Schildes Durchfahrt verboten hinter der Parkplatzzufahrt - ausgenommen Anlieger – entstanden sind. Es ist die vielgenutzte Zuwegung für Fußgänger und Radfahrer zum Strandübergang Köhlbrand. Weiter hatte er Nachfragen wegen Gerüchten zur Liegenschaft Strandweg 28 und mehr im Zusammenhang mit dem Hotelneubau auf dem Gelände Köhlbrand (wir berichteten), der zum Beschluss als Tagesordnungspunkt (TOP) 9 anstand. Diese konnten über Sachkenntnis ausgeräumt werden.

Der Ordinger Klaus Peters bemängelte den seit Jahren schlechten Zustand des Fahrradweges neben der Eiderstedter Straße und fragte nach, warum der Punkt 16 a „Zukunftskonzept Daseinsvorsorge“ nichtöffentlich sei. Hier ging es allerdings um die Auftragsvergabe hinsichtlich Planung für den TOP 8 „Städtebauförderung – Beschluss über die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes“ (wir berichteten). Die anderen Anfragen der beiden Bürger betrafen nicht die Gemeinde, sondern fallen in den Zuständigkeitsbereich des Kreises Nordfriesland bzw. der Straßenmeisterei Wesselburen. Bürgermeister Balsmeier sagte zu, das weiterzugeben. Die Böhlerin Ingrid Brill fragte dann nach, ob man ihrer Einlassung hinsichtlich Spielplatzzuwegung beim Kinderspielhaus schon nachgegangen sei. Sie hatte erst vor drei Tagen im Bauausschuss darauf hingewiesen. Daniel Andersen aus dem Ortsteil Bad berichtete von einem ihn erschreckenden Erlebnis, das er gerade an diesem Tage gehabt hatte, als er beobachten konnte, wie Schüler von der Zufahrt Preestergang sich selbst gefährdend erst über die Eiderstedter Straße und dann noch über die Bahnschienen in Richtung Bövergeest wechselten. Genau zu diesem Zeitpunkt fährt hier die Bahn von Süd nach Ording. Es sei ihm nicht gelungen, die Jungen zur Rede zu stellen. Sie waren für ihn zu schnell weg.

Danach hatten die Gemeindevertreter eine Reihe von wegweisenden Entscheidungen zu treffen. Es ging um die Hauptsatzung der Gemeinde und die Geschäftsordnung der Gemeindevertretung St. Peter-Ording. Die Beschlussvorlagen wurden noch geringfügig verändert. Hier stand auch die Eingabe eines Bürgers zur Diskussion, der statt der Kannvorschrift für die Einwohnerversammlung die Sollvorschrift für jährlich einmal erhalten wissen wollte. Das starke Bemühen der Verwaltung um Öffentlichkeit wurde dargestellt, doch nach Abwägung stimmte die Vertretung dann doch für die Beibehaltung der Sollvorschrift. Gehofft wird, dass die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeiten zur Information stärker nutzen und die dafür seitens der Gemeinde unternommenen Anstrengungen in ihrem eigenen Interesse durch Anwesenheit bei den Sitzungen der gemeindlichen Gremien auch honorierten. Eine Demokratie erwartet vom Bürger eine aktive, von ihm selbst ausgehende Mitwirkung.

Strandentwicklungskonzept, öffentlich-rechtlicher Vertrag zur Strandnutzung zwischen Land und Gemeinde, Städtebauförderung, Aufstellung des vorhabenbezogenen B-Planes Nr. 79 „Hotelneubau Köhlbrand“ und des B-Planes Nr. 81 „Familientreff Strandpromenade“ wurden zum Teil nach etwas längerer Beratung entsprechend der Empfehlungen der Fachausschüsse (wir berichteten) einstimmig beschlossen. Beim Aufstellungsbeschlussvorschlag für den B-Plan Nr. 80 „Wassersportcenter XH2O“ bestand noch einmal Klärungsbedarf. Er wurde fraktionsübergreifend nachgebessert und mit 10 Ja-Stimmen bei dreimal Nein und drei Enthaltungen auf den Weg gebracht.

Rückblickend auf die in dieser Sitzung behandelten Themen appellierte Bürgervorsteher Jöns eindringlich zur Stimmabgabe bei der Kommunalwahl am 6. Mai. „Wählen Sie Ihre Gemeindevertreter/innen. Durch die Gemeindevertretung wird entschieden, was unser Leben am Ort beeinflusst.“

Hjr, 27. April 2018, HN und www.jb-spo.de

Tag der offenen Ateliers in Eiderstedt

Zum 17. Mal „Tag der offenen Ateliers in Eiderstedt“

Sechzehn plus eins macht siebzehn. Beim Tag des offenen Ateliers gab es dieses Jahr im Frühjahr siebzehn Anlauforte. Sechzehn Eiderstedter Künstler hatten in ihre Ateliers eingeladen, und selbstverständlich war auch das „Alte Rathaus“ in Garding geöffnet. Es ist das Zuhause für „KunstKlima“, die vereinigten schaffenden Künstler im Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt mit dem Sitz in der Engen Straße in Garding. Zu sehen waren zum nun 17. Mal Malerei und Grafik in verschiedenen Techniken, Fotographie, Keramik und Puppenspiel. Im Atrium des Hauses ist noch bis zum 11. Mai eine Gemeinschaftsausstellung der Gruppe KunstKlima zum Thema „DruckGrafik und Zeichnung“ zu sehen. Fünf seien anlässlich des Besuches bei ihnen am 29. April hier kurz vorgestellt.

 

Karin Dreyer,  Vollerwiek, Galerie und Atelier  www.galerie-meerkunst.de

Karin Dreyer eröffnete 1994 ihre eigene Galerie „Meerkunst“ in Vollerwiek. Die an der Muthesius-Werkkunstschule in Kiel studierte Künstlerin hat gewerblich als Grafikerin gearbeitet, auch einige Jahre an einem Gymnasium Kunst unterrichtet, ehe sie sich dann später „freischaffte“. In Vollerwiek fanden sie und ihr Mann nach Hamburg ihr neues Zuhause. Der selbst gewählte Standort ihrer Reetkate direkt am südlichen Außendeich von Eiderstedt ist Programm.: Watt, Wind, Wellen, Dünen, Deiche, Schafe, Haubarge, Katen und Kirchen — Nordsee — himmelweit. Die Aquarelltechnik bietet ihr grenzenlose Ausdrucksmöglichkeiten, Erlebtes, Gesehenes spontan umzusetzen. Sie liebt „Schafe“ und mehr und überrascht

Ursula Schultz-Spenner, Wasserkoog    www.Ursula-Schultz-Spenner.de

Ursula Schultz-Spenner lebt mit ihrem Mann in Hamburg. In Wasserkoog haben sie direkt oberhalb des Sielzuges nach Tetenbüllspieker ihr Domizil. Es ist Wohnraum und Atelier und Galerie zugleich, jedenfalls am Tage des offenen Ateliers. Für mich war es vor zwei Jahren gleich ein Bilderhaus mit Garten. Die „rote Boje vor dem Pfahlbau“ hat einen Liebhaber gefunden. Auf der Staffelei war jetzt eine Monotypie ausgestellt. Aber nicht nur auf sie fiel mein Blick. Auf dem Weg in das Wohnzimmer stach mir die Hamburger Fleetbrücke ins Auge, ebenfalls eine Monotypie. Für diese Technik hat sie zurzeit ein Faible, aber es gibt viel mehr zu sehen und auch zu entdecken.

Frauke Petersen, St. Peter-Ording  www.fraukepetersen.de

Frauke Petersen, Wahlhamburgerin und echte Eiderstedterin, hat ihr Atelier im Koogsweg, nicht weit vom Deich zum Tümlauer Koog. Es ist ihr Elternhaus. Sie ist der Motor dieser seit 2010 zweimal im Jahr stattfindenden „offenen Ateliertage“. Über Landschaftsgestaltung kam sie zur schaffenden Kunst. Ihre Sandbilder waren es, die mich persönlich einmal auf sie aufmerksam machten. Das hat sie weiterentwickelt, verfeinert und schafft immer mehr beeindruckende, ja faszinierende Werke ganz eigener Art. Zum Teil muss man schon genau hinschauen, um Sand noch wahrnehmen zu können.

Sibille Rehder St. Peter-Ording  Deichgalerie  www.deichgalerie.de

Sibille Rehder lernte ich über eine von ihr gehaltene Laudatio zu einer Foto-Ausstellung von „Bademoden in St. Peter früher“ kennen. Sie hat ihr Atelier am Norderdeich in Ording, einer Fischerkate, die einst Feriendomizil ihrer Eltern war. Aufgewachsen ist sie in Hamburg, aber St. Peter-Ording kennt sie seit ihren Kindertagen. Sie fotografiert, entdeckt im Makrokosmos den unsichtbaren ihr jedoch ersichtlichen Mikrokosmos und verändert heute auch Fotografien in raffinierter Technik mit Pastellkreiden. Ein vor etwa zehn Jahren ansprechender Holzbau ist ihr Ausstellungsraum.

Heidegrit Gröning  St. Peter-Ording   www.heidegritgroening.de 

Heidegrit Gröning suchte ich vergangenes Jahr aufgrund des Ateliertages auf. Sie hat ihr Atelier in einer ganz normalen Wohngegend im Dorf, der Bahnhofstraße. Das Einfamilienhaus haben sie für sich zurecht gemacht, ein Schuppen wurde zum kleinen Atelier verwandelt. Da malt, zeichnet sie oder schafft auf ihr eigene Art Kunst. Die in Celle geborene ehemalige Gymnasiallehrerin mit den Fächern Musik und Mathematik in Hamburg hatte mit ihrem Mann früher als junge Familie am Alten Badweg im Atlantic eine Ferienwohnung. In Hamburg wohnen sie, aber St. Peter-Ording sind für sie und Familie mit Enkelkindern nicht wegzudenken. Da kam ihnen das Haus in der Bahnhofstraße gerade recht.

Überhaupt war bisher für mich jede Begegnung an den Tagen des offenen Ateliers ein Erlebnis. Ich lernte eine neue Welt des Sehens kennen. Ich sah das Drumherum. Ich lernte Künstler zu verstehen. Ich fing an, mich für verschiedene Techniken zu interessieren. Ich kaufte dann sogar Kunst. – Meine Welt hat sich verwandelt. Selbst Ungewohntes schreckt mich nicht, sondern versetzt mich ins Staunen.

Danke für diese bisher 17 Tage offener Ateliers in Eiderstedt. Der nächste Termin ist am Sonntag, 26. August 2018.

Hans Jörg Rickert, 8. Mai 2018, www.jb-spo.de

Kunsthaus Wittendün feierlich eröffnet! - Kooperationsprojekt von der Galerie Tobien und der Gemeinde St. Peter-Ording

Kunstsammlung St. Peter-Ording tritt ins Licht der Öffentlichkeit

 

Glück kommt selten von allein, aber manchmal hat man einfach Glück. St. Peter-Ording hat ein solches Glück gehabt, als „des Wassers Kräftigkeit und der Wellenschlag des Bades“ Menschen aus Eiderstedt zum Baden nach Ording brachte. Es waren Tagesbesucher, die sich erholen wollten. Möglichkeiten zum Quartiermachen gab es so lange nicht, bis Friedrich Jensen 1877 das erste Hotel errichtete.- In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entdeckten dann viele Maler diesen Ort an der Westküste für ihre Freiluftmalerei. Es gab nun auch preisgünstige Unterkünfte. In den dreißiger Jahren erweiterte sich der Künstlerstammtisch durch Musiker und Schauspieler.

Zum Teil weilten sie zur Kur im Sanatorium „Goldene Schlüssel“.- Friedrich Karl Gotsch, Meisterschüler Oskar Kokoschkas, zog nach dem zweiten Weltkrieg nach St. Peter. Schon 1919/20 hatte er hier gemalt. Seit 1943 arbeitete und malte Beatrice du Vinage in St. Peter-Böhl. Ingeborg Danielsen, aus Berlin evakuiert, fand in einem Kinderheim in Böhl Unterkunft. Für Erich Duggen wurde St. Peter Heimat. Als Kunsterzieher hat er maßgeblich am Aufbau des Nordsee-Gymnasiums mitgewirkt.- In der Jubiläumsschrift „100 Jahre Bad Sankt Peter-Ording“ berichtete er über diese und weitere Maler in St. Peter-Ording und legte den Verantwortlichen ans Herz, den Menschen und den Gästen „bisher nicht vorhandene Möglichkeiten optischen Erlebens“ zu schaffen. Vierzig Jahre später ist das nun wahr geworden.

 

 

Darüber berichtete Bürgervorsteher Boy Jöns und bezog sich auf die Worte Erich Duggens, als er mit seiner Rede im Namen der Gemeinde und für die Galerie Tobien aus Husum deren Ausstellungsraum in St. Peter-Ording mit der ersten Ausstellung „Meeresfotogafie und Duografie“ von Mario Reinstadler und den zweiten gleich großen direkt daneben für die Kunstsammlung der Gemeinde St. Peter-Ording mit Werken von „Künstlern in St. Peter-Ording“ eröffnete. Präsentiert werden bis September Arbeiten von Ingeborg Danielsen (1908-1997), Erich Duggen (1910-1989), Julia Ehlers (1922-2016), Friedrich Karl Gotsch (1900-1984), Peter Kleinschmidt (1923-2005), Heinrich Kuhn (1906-1991), Erhard Schiel (* 1943), Gerd Uschkereit (1928-2010) und Beatrice du Vinage (1911-1993).

 

Ihre Bilder sind der Kunstsammlung der Gemeinde entnommen. 1984 hat die Gemeindevertretung den entsprechenden Beschluss zum Erwerb von Bildern hier schaffender Künstler gefasst. Welch ein Glück, dass man so entschieden hat und dass sich Eckhard Kloth mit Unterstützung von Erich Duggen und später Hans-Jürgen Krähe ehrenamtlich für das Entstehen dieser Sammlung eingebracht hat. Sie vereint heute insgesamt 1500 Exponate von 50 Künstlerinnen und Künstlern, die hier gemalt und gearbeitet haben. Ein Glücksumstand kam zusätzlich dazu, dass die Familie Duggen der Gemeinde im Jahr 2014 den umfangreichen künstlerischen Nachlass in Form einer Stiftung übertragen hat. St. Peter-Ording hat damit den Auftrag übernommen, die Sammlung zusammen zu halten und einmal im Jahr eine Auswahl von Werken des Malers Erich Duggen in einer Ausstellung zu präsentieren.

Das ist nun glücklicherweise endlich auch direkt in St. Peter-Ording für die Öffentlichkeit zugänglich möglich. In seinen Dank schloss Boy Jöns alle Beteiligten ein, unter ihnen Marid Taubert von der Galerie Tobien für die Vereinbarung der Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Peter-Ording, Heinz Peter Schultz für seine Beratertätigkeit, Eckhard Kloth, Frauke Petersen und Georg Panskus für die Vorbereitung, die Zusammenstellung und die gelungene Präsentation der neun Künstler in ihren Werken. Herzlich dankte er Roger Heim und seiner Frau Claudia für das Errichten dieses besonderen Hauses, das von der Wittendüner Allee her die Blicke anzieht, und vor allem die Umsetzung der Idee, als Bauherr mit der Gemeinde und der Galerie Tobien ein Kooperationsprojekt dieser Art ins Leben zu rufen. Eine Galerie, in der Kunst zum Kauf angeboten wird, und eine Ausstellung, in der Bilder ausschließlich zum Betrachten gehängt sind, seien eine perfekte Ergänzung.

Den Festvortrag mit einem Plädoyer für Galerien- und Ausstellungsbesuche hielt danach Maria Jepsen, von 1992 bis 2010 Bischöfin des Hamburger Sprengels. Sie zitierte einleitend Christina Weiss, Kultursenatorin in Hamburg von 1991 bis 2001: „Etwas knackt auf im Gehirn und färbt nach innen.“ Sie schärfte das Bewusstsein für Kunstbetrachtung, richtete dazu den Blick auf den kauernden „Flüchtlingsjungen“ von Ingeborg Danielsen und ging u.a. der Tatsache nach, dass wir Landschaften betrachten, um unseren Blick einfach schweifen zu lassen. Bilder aber forderten uns zum Betrachten auf und erzeugten so „Bilder für unser Gehirn“.

„Die Kulturszene hat mit diesem Haus eine Ergänzung bekommen“, meinte anschließend Heinz Peter Schultz. „Auf Eiderstedt ist es eine Preziose.“ Als Schenkung für die Sammlung überreichte er auch im Namen seiner Frau Ursula Schultz-Spenner zwei Blumen-Stilleben von Karl Friedrich Gotsch aus den Jahren 1942 und 1966. Für Eckhard Kloth hatte sie ein Konterfei geschaffen. „Muss ich haben“, hatte er gesagt. Als lebenszeitliche Leihgabe durfte er es mit nach Hause nehmen.

Roger Heim dankte allen gerührt. Für ihn, der in St. Peter-Ording bis zum Realschulabschluss die Schule besucht hatte und dann in Hamburg seine Schul- und Berufsausbildung fortgesetzt hat, war es ein Herzenswunsch, dem Ort seiner Jugendzeit etwas zurückzugeben. „Für mich war es schön, diese Eröffnung heute mit so vielen Leuten teilen zu dürfen“, sagte er im Gespräch mit Freunden unter den vielen Gästen.

Hjr, 28. April 2018, HN und www.jb-spo.de

 

Bauausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung Zustimmung

 

Vor der Kommunalwahl waren der Gemeindevertretung St. Peter-Ording für ihre letzte Sitzung am kommenden Donnerstag seitens des Bauausschusses am Montag davor noch wichtige Beschlussempfehlungen mit auf den Weg zu geben. Nur einmal stimmten nicht alle Mitglieder des Fachausschusses unter Leitung des Vorsitzenden Bodo Laubenstein (CDU) für die von der Verwaltung ausgearbeiteten Vorlagen. Sie stecken den Handlungsrahmen zum Arbeiten ab. Damit werde der Start für beabsichtigte Vorhaben gegeben, an deren Planung dann gegangen werden kann, so Bürgermeister Rainer Balsmeier.

Mit Erlass vom 25.10.2017 hat das Innenministerium die Aufnahme von St. Peter-Ording in das Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ beschlossen. Dafür ist nun konzeptionell zu arbeiten. Gemäß § 141 BauGB sind vorbereitende Untersuchungen zu beschließen. Dazu aber muss zunächst das Untersuchungsgebiet abgegrenzt werden. Als dieses ist der „historische Ortskern“ vorgesehen. Dazu gehören im wesentlichen St. Peter-Dorf sowie die gemeindlichen Flächen zwischen Eiderstedter Straße und Fasanenweg wie auch die um den Bauhof und weitere Bereiche im Nahbereich des Dorfes zwischen Pestalozzistraße über Heideweg zur Dorfstraße. Das Abgrenzungsgebiet ist in einer Ortskarte gekennzeichnet und im Vorweg bereits mit dem Innenministerium abgestimmt worden. Zweck der Untersuchung ist das Aufzeigen von Missständen und die Formulierung von Entwicklungszielen/-möglichkeiten. Eine Vielzahl von Voraussetzungen ist zu prüfen. Der Beschluss einschließlich der Abgrenzung des Gebietes ist zwingende Voraussetzung, auch schon für die Förderung der Konzepterstellung. Von Bedeutung ist dabei, dass die Bekanntgabe dieses Beschlusses der Gemeindevertretung nach § 138 BauGB Auskunftspflichten bei den Betroffenen innerhalb des Gebietes auslöst. Potentielle Maßnahmen sind die Neugestaltung des Sportplatzes am Fasanenweg (soll als Maßnahme vorzeitig laufen), der Umbau des Alten Rathauses und Neuausrichtung in ein Dorfgemeinschaftshaus, Sanierung von Gemeindezentrum, Olsdorfer Krug und Museum, An- und Ausbau Feuerwehr, Sanierung des DLRG-Hauses (einstmals Amt St. Peter), Abriss Bauhof, Neugestaltung und Aufwertung Marktplatz. Auch die Aufwertung von Straßen wie der Dorfstraße, Am Wäldchen, Op de Diek, Heideweg u.a. gehört dazu.. Die Karte ist Bestandteil des Beschlusses und daher wie üblich durch Aushang und im Netz mit zu veröffentlichen.

Danach ging es um das Fassen von Aufstellungsbeschlüssen. Der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 79 für das Gebiet „Ehem. Kurheim Köhlbrand“ am Strandweg einschl. der Liegenschaft „Strandweg 28“ (Schlichtwohnungen) wurde zugestimmt. Allerdings mahnten die Vertreter der CDU-Fraktion an, die verkehrliche Erschließung besonders im Auge zu haben. Die Nachnutzung dieses Grundstücks inmitten der Dünenlandschaft soll durch einen Hotel-Neubau erfolgen. Der seitens des in Abstimmung mit der Gemeinde in Auftrag gegebene Masterplan macht das möglich. Mit der Aufstellung werde die Planungsabsicht bekundet. Zurzeit nutzt die Kita noch große Teile des etwa 7000 m² großen Geländes aus Ausweichquartier wegen der Baumaßnahmen am ursprünglichen Standort Kirchenleye.-

Auch gerichtet an die große Anzahl von Ordinger Bürgern kündigte der Bürgermeister eine öffentliche Informations-Veranstaltung mit „Einladung an alle Anlieger ab der Stöpe“ mit dem Vorhabenträger an. Gewünscht wurde dazu auch ein Modell. In der Begründung des Beschlusses wird die Konkretisierung der städtebaulichen Kennziffern hinsichtlich Geschossigkeit, GRZ, FFZ etc. gefordert.

Danach stand wegen der Verschiebung der Hochwasserlinie am Ordinger Strand („Rochelsand“) die Verlagerung des bestehenden Wassersportcenters XH2O um 160 m Richtung Osten und damit zugleich Neuerrichtung als Pfahlbau mit einer Podesthöhe von ca. 7 m an (B-Plan 80). In Abstimmung mit den anderen Nutzern am Strand (Strandsegler und Kite-Buggy-Fahrer), der Nationalparkverwaltung und den Betreibern wurde der neue mögliche Strandort bereits festgelegt. Erforderlicher Aufbau zur Saison und Abbau danach könnten damit vermieden werden, ebenso aber auch mehrfach starke Beschädigungen durch Sturmfluten. Wie bei den anderen Pfahlbauten könne dann nach dem Winter gleich gestartet werden. Richard Flohrs Richardsen sprach für die CDU, dass man die Anhebung auf 7 m nicht für notwendig erachte. Auch das mit dem Auf- und Abbau solle bleiben. Hier hakte Hans Halket Kraus (SPD) ein und sprach vehement für die angedachten Maßnahmen. „Gerade die Wassersportmöglichkeiten werden bei den Gästen positiv beurteilt und sind von ihnen gewünscht.“ Bei drei Gegenstimmen fiel das Votum dann für die Empfehlung.

Im Zuge des 2. Bauabschnittes zur Erweiterung der Erlebnispromenade ist der Neubau eines „Familientreffs“ auf dem ehemaligen Rollschuh/Skater/Basketballfeld geplant. Es folgt hinterdeichs dem beabsichtigten Naturerlebnisraum im Vorland, der bei der Buhne beginnen und etwa hier enden soll (wir berichteten). Die Erschließung des Familientreffs soll über die Fritz-Wischer-Straße erfolgen. Dem Vorschlag der Aufstellung als B-Plan 81 wurde ohne Aussprache entsprochen.

Hjr, 24. April 2018, HN und www.jb-spo.de

Mitgliederversammlung im Zeichen des Jubiläums - Orgelbauverein feiert in diesem Jahr seine Gründung vor 25 Jahren

 

Das Musikleben in St. Peter-Ording wäre sicherlich nicht so reichhaltig und vielfältig, hätten die Initiatoren 1993 nicht den Orgelbauverein St. Peter-Ording e.V. gegründet, der heute Verein zur Förderung und Pflege der Kirchenmusik heißt, aber beide Bezeichnungen in sich vereinigt. Das 25jährige Jubiläum soll in diesem Musikjahr am 16. September mit der „Petite Messe solonelle“ von Giachino Rossini um 19:30 Uhr in der St. Peter-Kirche festlich begangen werden. Das Jahresprogramm „Musik in der Kirche“ in St. Peter-Ording und Tating mit insgesamt über 50 Konzertterminen liegt u.a. in den Kirchen aus. Unter www.preester-gang.de kann es im Netz aufgerufen werden. Der nächste Konzerttermin ist am Sonntag Rogate, 6. Mai zum „Kantatefest“ mit einem musikalischen Gottesdienst um 10 Uhr mit den Chören und Musikgruppen sowie Musik am Nachmittag um 15 Uhr mit dem Musical „Tod dem Minotaurus“ von Jan Holdstock für Einzeldarsteller, Kinderchor und Instrumente.

Eröffnet hatte die Jahreshauptversammlung die 1. Vorsitzende Ulla Reuter-Manß. Sie erinnerte anlässlich eines wiederum erfolgreichen Musikjahres - mit den Schwerpunkten 250. Todestag von G. Ph. Telemann und 500 Jahre Reformation - an 32 zum Teil ganz besondere Konzertaufführungen mit etwa 5.700 Besuchern und 22 Orgelkonzerte zur Marktzeit. Diese haben Tradition, sind ausschließlich Christoph Jensen zu verdanken, werden sehr gut angenommen und brachten – für einen Verein ganz wesentlich – ca. 4.000 € Spende. Auch zu vielen Konzerten ist der Eintritt frei. Hier hilft anschließend ebenso eine Kollekte bei der Finanzierung. Ihr Dank galt allen Spendern und Sponsoren, unter ihnen seit Jahren verlässlich Gemeinde und Tourismus-Zentrale sowie die DRK-Nordsee-Reha-Klinik „Goldene Schlüssel“, und nicht zuletzt den 131 Mitgliedern. Herzlich bedankte sie sich bei allen Mitwirkenden im Kinderchor, im Bläserkreis und in der Kantorei, die sich mit ihrer Lust und Freude am Musizieren einbringen und dieses Musikleben erst mit ermöglichen. „Wir brauchen dringend Nachwuchs. Werben Sie für uns, wir brauchen mehr Mitsänger“, war ihr Appell.

Schatzmeister Ove Ohls erstattete den Kassenbericht. Mit etwas über 1000 € schließt das Berichtsjahr erfolgreich, doch bei Ausgaben für Konzerte in Höhe von 41.547,40 € gegenüber Einnahmen in Höhe von 19.759,53 € wird deutlich, dass nur jeder Euro mehr das Musikangebot am Ort für Gäste und Einheimische zu sichern vermag. Ohne die Spenden in Höhe von insgesamt 14.000 € und die Zuschüsse von 7000 € wäre das nicht machbar. Wolfgang Bury erstattete den Prüfungsbericht. Die Jahresrechnung wurde einhellig genehmigt und der Vorstand mit Beifall entlastet.

Ulla Reuter-Manß ließ es sich zum Schluss der Versammlung nicht nehmen, Hans-Friedrich Jensen, Pastor i.R. aus Oldensworth, und Schatzmeister Ove Ohls mit der Ernennung zu Ehrenmitgliedern die Wertschätzung aller zum Ausdruck zu bringen. Pastor Jensen war nebenamtlicher Organist und Begleiter mehrerer Orgelbauten wie der Paschen-Orgel in Tönning und der Orgel in Oldensworth. Er war bis 2002 der erste Vorsitzende des Vereins, dessen Gründung er mit seinem Sohn Christoph Jensen initiiert hat. Der Förderverein verdanke seinem Engagement „alles, was er heute repräsentiert“, so die Vorsitzende. Nach der Orgeleinweihung 1999 führte er den Orgelbauverein in den Verein Zur Förderung und Pflege der Kirchenmusik über, wie es bereits in der Satzung vorgesehen war. Hans Peter Honecker hat dann von 2002 bis zu seinem Tode im Oktober 2016 das Amt übernommen und die Strukturen vor Ort geschaffen.- Ove Ohls ist seit Anbeginn Schatzmeister. Zudem ist er treuer Sachwalter des Heuschkel-Vermächtnisses für den Erhalt der Orgel und hat durch seine Kontakte nicht unerhebliche Spenden eingeworben. Reichlich Beifall gab es für beide.

In der St. Peter-Kirche berichtete Christoph Jensen anschließend unterhaltsam und spannend anhand von Bildern über 25 Jahre Vereinsgeschichte. Die Anwesenden konnten noch einmal das Errichten des Glockenturmes und das Einbauen der Lobback-Orgel miterleben bzw. nachvollziehen. Man merkte dem Organisten, Kantor und Kirchenmusikdirektor die damalige Freude über die Erfüllung auch seines Traumes erneut an. Das gipfelte dann in der begeisternden Interpretation der Sonate c-moll von Felix-Mendelssohn-Bartholdy. Ohne Musik – das gibt es bei Christoph Jensen nicht.

Hjr, 22. April 2018, HN und www.jb-spo.de

Naturschutz und Tourismus gehen gemeinsamen Weg

 

 

Einstimmigkeit für die Beschlussvorlagen zu Strandentwicklungskonzept und öffentlich rechtlichen Vertrag zur Strandnutzung

 

Seit 1985 gibt es den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Der zwölf Kilometer lange und zwei Kilometer breite Strand der Gemeinde St. Peter-Ording mit Salzwiesen, Strandseen und Dünen ist Teil des Nationalparks. Er ist seit 2009 Teil des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer, das sich von Esbjerg in Dänemark bis Den Helder in den Niederlanden erstreckt. Der Sandstrand von St. Peter-Ording ist der größte an der deutschen Nordseeküste. Er ist touristischer Hotspot Schleswig-Holsteins, für St. Peter-Ording von existentieller Bedeutung und zugleich eine besonders schützenswerte sensible Landschaft, die vielfältige Naturerlebnis-, Erholungs- und Aktivitätsmöglichkeiten bietet.

 

Zwecks Nutzung des Strandes gibt es seit Jahrzehnten einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Gemeinde St. Peter-Ording. Der zurzeit noch geltende läuft am 31.12.2019 aus. Er wurde 1999 abgeschlossen und war damals wegen verpflichtender Rücksichtnahmen auf den Naturschutz umstritten. Nun muss ein neuer Vertrag her. Aber die Situation ist eine andere. Aus den damaligen zum Teil heftig miteinander streitenden Parteien ist eine Kooperation von Partnern geworden, die ihre Ziele gemeinschaftlich verfolgen. Das war in der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Tourismusausschuss offenkundig. Sie war einberufen worden, um über die Beschlussvorlagen für das Strandentwicklungskon-zept und danach den öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Gemeinde St. Peter-Ording hinsichtlich der Strandnutzung zu beraten und der Gemeindevertretung beide zur Beschlussfassung zu empfehlen.

Erklärtes Ziel der Gemeinde ist es, im Sinne der Trilateralen Strategie für nachhaltigen Tourismus im WNE Wattenmeer den Schutz der Natur zu sichern und den Tourismus auch so zu entwickeln. Dafür steht das Strandentwicklungskonzept. Es leistet einen wesentlichen Beitrag, indem es gemäß Präambel zum Vertrag „die Werte und die eigene Verantwortung für den Schutz des Wattenmeeres anerkennt und sich dies auch im Tourismusmanagement, in der Produktentwicklung sowie in der Kommunikations- und Marketingarbeit wiederspiegelt.“ Der öffentlich-rechtliche Vertrag zwischen Gemeinde und Land regelt die Rahmenbedingungen für die Nutzung des Strandes von St. Peter-Ording. Was sich bewährt hat und was sich positiv entwickelt hat, soll erneut langfristig vereinbart werden. Gemäß Präambel ist hier Ziel, „einen Interessenausgleich zwischen dem Anspruch der Gemeinde auf Planungssicherheit sowie auf Bestand und Entwicklung als Tourismusstandort inklusive der Bedeutung des Strandparkens für die LTO Eiderstedt und den Belangen des Naturschutzes im Nationalpark weiterhin zu gewährleisten.“ Hier greift zusätzlich das 2017 beschlossene „Touristische Entwicklungskonzept für St. Peter-Ording“. Es stellt die Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung des Ortes – ökologisch, ökonomisch und sozial – besonders heraus und „wird bei der zukünftigen Erschließung neuer Zielgruppen insbesondere Natururlauber und solche, die ihren Urlaub umweltbewusst gestalten wollen, ansprechen.“

Dieser Sitzung waren etliche Verhandlungsrunden mit verschiedenen Partnern vorausgegangen, insbesondere mit der Nationalparkverwaltung als Teil des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz des Landes Schleswig-Holstein (LKN.SH). Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises und die Schutzstation Wattenmeer waren einbezogen. Auch die Landesplanung war mit im Boot. Das Land ist bereits über das Ergebnis informiert und hat vorbehaltlich Zustimmung des Kabinetts – Innen- und Wirtschaftsministerium sind einzubeziehen - sein „Okay“ signalisiert.

 

Jochen Rother (CDU) hatte als Vorsitzender des Umweltausschusses in Absprache mit Tim Schäfer (AWG) seitens des Tourismusausschusses die Sitzung eröffnet. Aufgrund des bisherigen Verhandlungsverlaufes sprach er einleitend schon von einem sehr guten Ergebnis und verwies dabei auf die Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe, einen Nationalpark, der inzwischen bei den Menschen angekommen und gutgeheißen wird, und die Tatsache, dass die Gemeinde St. Peter-Ording Nationalparkpartner ist. Das Wort hatten dann Bürgermeister Rainer Balsmeier und der Leiter der Nationalparkverwaltung Dr. Detlef Hansen. Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff und Armin Jeß aus dem Fachbereich Schutz- und Entwicklungsplanung der NPV waren ebenfalls dabei wie auch weitere Gemeindevertreter. Alle Fraktionen waren durch ihre Vorsitzenden vertreten. Es war eine große Runde von insgesamt 24 am langen Tisch Sitzenden. Aber war diese Sitzung an den Einwohnern vorbeigegangen? Es war schade, dass sozusagen niemand außer denen mit einer Verpflichtung da waren. Auch öffentlich bewusst hätte sonst werden können, wie viel Gutes sich bei all den Befürchtungen von damals bis heute entwickelt hat.

 

Rainer Balsmeier stellte zu Beginn deutlich heraus, welch besondere Zusammengehörigkeit zwischen Strandentwicklungskonzept und öffentlich-rechtlichem Vertrag gegeben ist. Ohne das Strandentwicklungskonzept wäre der Vertrag in dieser verschlankten Form nicht zu denken. „Das gehört zusammen.- Wir sind uns relativ schnell einig geworden.“ Sein Dank dafür ging an Armin Jeß und Constanze Höfinghoff. Dr. Detlef Hansen betonte das partnerschaftliche Miteinander: „Unsere Stärke bei den Gesprächen in Kiel war, dass wir gemeinsam aufgetreten sind. Wir haben ein geeintes Papier.“ Das Strandentwicklungskonzept hat auch die Landesplanung überzeugt. Weiterer Erörterungsbedarf erübrigte sich. Getrennt wurde jeweils einhellig dafür abgestimmt.

 

Vor der Abstimmung über den Beschlussvorschlag zum öffentlich-rechtlichen Vertrag war der Erörterungsbedarf größer, ging es hierbei doch auch sehr ums Detail. Nachfragen wurden auf der Grundlage des Entwurfes zufriedenstellend beantwortet. Letztlich noch durch Fragen entstandene Irritationen hinsichtlich der Nutzung der Busspur zum Südstrand konnten dann auch beigelegt werden. Bei einer Enthaltung waren alle anderen dafür.- Nun muss die Gemeindevertretung am 26. April noch „Ja“ sagen, damit das Land Schleswig-Holstein dem Vertragswerk zustimmen kann. So ist das Procedere.- Wenn denn alles so kommt, wie nun erwartet werden kann, wäre St. Peter-Ording bis zum 31. Dezember 2039 hinsichtlich der Strandnutzung sehr gut aufgestellt. Jochen Rother brachte das zusammenfassend für alle so zum Ausdruck: „Für mich ist das ein Meilenstein für St. Peter-Ording und für die touristische Entwicklung eine wegweisende Entscheidung.“

Hjr, 19. April 2018, HN und www.jb-spo.de

„Dor brad mi een ‘n Stork“

 

Wenn den Hochdüütschen wat Verwunnerlichs bemött, denn seggt he: „Da brat mir einer ‘nen Storch“. Dat kannst gorni richti op Platt översetten. Liekers heff ik dat versöcht. Blots eegentli heet de Stork je „Aadboor“ or „Äbeer“. Aver düsse hochdüütsche Snack dä hier man bestens passen.

Dat is man ni lang her, dor weer ik in’t Böhler Vöörland. Dor vör den Lüchttorn is dat ni blots in’t Fröhjohr fein. De Larken tirileern, de Poggen un Lorken sünd in’t Water togang, Göös un Aanten sünd dor ok een poor. Af un an hett sik dor ok en Fischreiher in de Gravens versteeken un lurt, wat he wat to faten kriggt. För de Äbeers is dat dor in all Johrstieden de best Flach. Se find hier jümmers wat.- Jüst nu is de Tisch deckt. De Fruuns vun Meister Aadboor sit nu je op’e Eier. Dat is ok bald so wied, wat de Küken dor sünd. Dat kannst in St. Peter ni blots bi’n Westküstenpark sehn. Ok bi’t Jugenddörp in Böhl is en Nest besett.

Dat weer so üm Klock Twee nameddags. Dree Äbeers weern al dor. Dor keem noch een anflagen un stüer richti so’n Waterlock an un weer an‘t Kieken un Tostötten. He funn wat.- Avers denn stüer he een Steed an, de en beten deeper weer un düker oop eenmol richti ünner un weer an‘t Spaddeln, keem hoch, schüddel sik - un nochmol de ganze Prozedur. As so‘n rupft Heen keem he mi bi‘t Opdükern vöör.- Un denn weer he mit sien Snavel in de Feddern in Gang un stell sik toletzt in Positur in de Sünn, de Flünken wied op. Wat heff ik smuustergrient.

Eerst heff ik för mi so dacht, he wull sik för sien Fru fein maken. Se schull doch mol sehn, wat för’n smucken Keerl he jümmers noch is. Blots he weer ni beringt, un op dat Nest in’t Jugenddörp sünd se dat beid.

Hans Jörg Rickert, 22. April 2014, www.jb-spo.de

Sonaten von Bach, Mozart und Beethoven

 

Wer begleitet hier wen, mochte man sich schon fragen, als Yun Xu am Konzertflügel und Falko Jentsch auf der Violine den Kammermusikabend mit der Bach-Sonate G-dur, BWV 96 in der St. Peter-Kirche eröffneten. Als sie danach Mozart mit seiner Sonate Es-dur, KV 481 zu Gehör brachten und nach einer Hörpause die Sonate G-dur op 96 von Beethoven spielten, stellte sich diese Frage nicht mehr. Bewusst hatten sie diese drei Sonaten für ihr Konzert ausgewählt. Sie passen zueinander und vermögen jeden für Klavier und Geige zu begeistern.

Christoph Jensen hatte für den Verein zur Förderung und Pflege der Kirchenmusik in St. Peter-Ording e.V. begrüßt und dabei bereits seine Freude auf diesen besonderen Konzertabend mit „den großen Drei“ zum Ausdruck gebracht. Er wusste, warum, und das Publikum dann auch. Es bedankte sich mit großem Beifall bei Yun Xu und Falko Jentsch, die mit ihrem einfühlsamen Spiel genau das verwirklicht hatten, was Bach, Mozart und Beethoven gewollt haben, ein Zusammenspiel von Klavier und Violine als gleichberechtigte Partner, die miteinander in einem Dialog stehen.

Hier hatte Bach bahnbrechend gewirkt, indem er in seinen Violinsonaten „Sei Sounate à Cembalo certato è Violino solo“ das Tasteninstrument aus der Rolle der akkordischen Begleitung befreit hat. In der aufgeführten 6. Sonate erklingt das Klavier – an diesem Konzertabend in der Kombination mit Mozart und Beethoven sinnvoll an der Stelle des Cembalos – im dritten Satz (Allegro) des fünfsätzigen Werkes eingerahmt von Largo und Adagio solo. Im ersten Allegro macht das Klavier den Auftakt, im letzten die Geige. Mozart und Beethoven vervollkommnen das in ihren Sonaten auf ihre Art: streitbar, einschmeichelnd, tänzerisch bzw. virtuos kraftvoll.

 

Sonate bedeutet Klangstück. Und Klänge der Musikgeschichte hatten an diesem Abend den Kirchenraum wahrhaftig erfüllt. Yun Xu und Falko Jentsch kamen dem Wunsch auf eine Zugabe mit dem Finale aus der Mozartsonate gerne nach.- Man hätte das Konzert wohl gleich noch einmal hören mögen, mag wohl mancher Besucher für sich gedacht haben.

Yun Xu wurde in Shanghai geboren. Mit fünf Jahren erhielt sie ihren ersten Klavierunterricht. Sie studierte an der Musikhochschule in Freiburg und schloss das Konzertexamen an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Stefan Seebass mit Auszeichnung ab. Ihre Konzerttätigkeit umfasst solistische Auftritte, Liedbegleitung und instrumentale Kammermusik und führte sie in die Schweiz, nach Ungarn und Österreich. Yun Xu ist Klavierpädagogin und Jurorin bei „Jugend musiziert“.

Mit der Pianistin verbindet Falko Jentsch seit 2016 eine enge kammermusikalische Zusammenarbeit. Er lehrt in Hamburg Violine und Viola und konzertiert solistisch sowie mit namhaften Orchestern. Der in Dresden geborene studierte er an der Kölner Musikhochschule Violine. In St. Peter-Ording freut sich das Publikum immer wieder neu auf ihn.

Hjr, 17. April 2018, www.jb-spo.de

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