Künstler der Kunstsammlung  A - H

 

Alfred („Alf“) August Felix Bachmann 1863 - 1956

 

 

Bachmann kam als Sohn des Geheimen Regierungsrats Franz Bachmann und der Valerie Cords 1863 in Dirschau bei Danzig zur Welt. Er besuchte Gymnasien in Breslau, Münster, Schnepfenthal und Berlin. An der Kunstakademie in Königsberg war er Schüler von Max Schmidt. Studienreisen führten ihn auf die Nordseeinseln, nach Island, auf die Scilly-Inseln, in die Normandie, nach Portugal und nach Teneriffa. Von 1891 an lebte er in München, von 1941 an in Ambach am Starnberger See.

 

Sein Werk umfasst überwiegend Darstellungen von Küstenlandschaften, aber auch Moor- und Dünenlandschaften. Es gelang ihm, flüchtige Momente der Natur in ihrer Essenz mit Pastell und Öl einzufangen und stimmungsvoll zu verdichten. „Die Unendlichkeit unberührter Natur ergreift mich“, schrieb Bachmann selbst. Ab 1887 stellte er regelmäßig im Münchner Glaspalast aus. Seine Werke befinden sich in mehreren öffentlichen Sammlungen.

 

Er wurde von Otto Erich Hartleben in die "Halkyonische Akademie für unangewandte Wissenschaften" berufen. Bachmann fertigte das letzte Porträt Hartlebens "auf dem Totenbette" (veröffentlicht als Sonderveröffentlichung der Akademie als "Letzter Gruß").

 

1913 erhielt er die Goldmedaille Glaspalast Berlin, 1917 die große Goldene Österreichische Staatsmedaille für Kunst und Wissenschaft. Die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft und 1952: das Verdienstkreuz (Steckkreuz) der Bundesrepublik Deutschland

 

Er starb 1956 in Ambach am Starnberger See.

Otto Beckmann  1945

 

 

Otto Beckmann wurde 1945 in Knüppeldamm/Mecklenburg geboren, wuchs in Schleswig-Holstein auf, machte 1966 das Abitur am Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium in Lübeck. Von 1967 bis 1970 studierte er an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg das Fach Kunsterziehung an Grund- Haupt- und Realschulen. 1970 begann er seinen Schuldienst in Hamburg, von 1971-1985 war er Lehrer in Friedrichstadt und betrieb gleichzeitig den Wiederaufbau der Mühle „Emanuel“ in Garding/Eiderstedt. Es folgten mehrere Reisen nach Norwegen.

1971 begann er seine Ausstellungstätigkeit, 1975 wurde er Mitglied im BBK Schleswig-Holstein. Seit 1985 ist er freischaffend tätig. 1986 erhielt er ein halbjähriges Reisestipendium nach Italien und 1988-89 ein einjähriges Stipendium für das Künstlerhaus Lauenburg durch das Kultusministerium Schleswig-Holstein. In dieser Zeit erarbeitete er sich die technisch-handwerkliche und künstlerische Basis für seine großformatigen Radierungen.

Seit 1989 arbeitet er in seinem Atelier und Druckwerkstatt in Hamburg. Seit 1992 beteiligt er sich an gemeinsamen Projekte mit Falko Behrendt und Hans-Ruprecht Leiß. Von 1997 bis 2016 war er Mitglied der dänisch-deutschen Künstlervereinigung Graenselandsudstillingen.  2000 heiratet er Barbara Mannitz und betreibt seit 2013 die Druckwerkstadt in Neustadt/Holstein.

Werke in öffentlichem Besitz (Auswahl):Landesregierung Schleswig-Holstein, Kunstsammlungen der Veste Coburg, Städt. Museum Schleswig, Nordfriesisches Museum in Husum, Stadt Husum, Stiftung Mecklenburg, Stadt Lauenburg, Friedrich Naumann Stiftung, Emslandmuseum Schloß Clemenswerth, Kunstverein Flensburg, Gemeinde St. Peter-Ording, Kommune Apenrade/Dänemark, Kunstmuseum Brundlund slot in Apenrade/Dänemark

Ausstellungen: Seit 1970 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Skandinavien, Schweiz, Frankreich und Griechenland

Raimund Behrend 

 

 

Raimund Behrend ist in Hamburg geboren. Er lebt und arbeitet

seit 1994 in Oldenswort auf Eiderstedt.

 

Raimund. Behrend richtet sich nicht nach Vorbildern. Er lässt sich einzig

und allein durch die nordfriesische Natur inspirieren. Seine un-

gewöhnliche Technik ist das Verreiben von Ölpastellkreiden. So

entstehen großformatige Bilder mit atmosphärisch gefüllten

Räumen, die das unwirklich erscheinende Licht und die Faszi-

nation der Küste widerspiegeln.

 

Von einigen ausgewählten Motiven gibt es auch Kunstdrucke.

Carl Bianga 1930-2015

 

 

Carl Bianga wurde 1930 in Danzig geboren. Von 1951 bis 1960 studierte Bianga an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin unter Hans Jaenisch, Max Kaus, und Wolf Hoffmann, dessen Meisterschüler er in der Radierklasse wurde.

 

Zwischen 1958 und 1960 wurde er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Anschließend erhielt Bianga, zwischen 1961 und 1968, eine Förderung vom Arbeits-Stipendium der Stadt Berlin.

Bianga war Grafiker, Zeichner und Lyriker. Mit seinen handkolorierten Radierungen aus den Jahren 1968 bis 1974 lieferte er einen wichtigen Beitrag zur deutschen Pop Art. Er stellte u.a. aus in der Kunsthalle Bremen, Farbige Graphik 1955, 1956: Contemporary German Graphics im Contemporary Arts Museum Houston, 1970: Grosse Kunstausstellung München, Haus der Kunst, München.

 

Seine Werke findet man in New York City, Essen, Hamburg, Bern, Berlin Frankfurt und Lübeck.

Er lebte bis 1972 in Berlin und zog dann nach Hamburg, wo er bis zu seinem Tod 2015 wirkte.

Inge Breuer  1961

 

 

Inge Breuer wurde 1961 geboren. Nach dem Abitur ging sie nach Kiel, wo gerade eine übergreifende Ausbildungsform für Kunsterzieher eingerichtet worden war. Die Studenten konnten an der Universität ein wissenschaftliches Fach studieren, gleichzeitig an der Fachhochschule für Gestaltung ihre künstlerische Ausbildung vollziehen. So dass sie am Gymnasium als Kunsterzieherin tätig sein konnte. Besonders angesehen war an der Kieler Fachhochschule der Maler Harald Duwe, der nach seinem Studium an der Landeskunstschule Hamburg eine konsequente realistische Malerei entwickelte, und in diesem Sinn stand auch für Inge Breuer eine wirklichkeitsbezogene Darstellung im Mittelpunkt ihrer Bestrebungen.

Sie blieb allerdings nur fünf Jahre in St. Peter-Ording. Von ihr erwarb die Gemeinde St. Peter-Ording ein Frauenportrait in Aquarelltechnik.

 

Hansjürgen Krähe 2019

Jean Philippe Cluzeau

 

wurde 1950 in Saintes bei La Rochelle, nicht weit von der französischen Atlantikküste entfernt, geboren. Nach der Schulzeit hatte er privaten Kunstunterricht in London und danach an der Kunsthochschule in Wien. Hier gab es wichtige Begegnungen mit Ernst Fuchs und Friedensreich Hundertwasser. Es folgten Ausstellungen seiner Arbeiten in Galerien zu Paris, Marburg und Wien.

 

Von 1978 bis 1979 arbeitete Cluzeau im Zentrum für Kunst und Kunstwissenschaft in Herborn bei Wetzlar. Für den Zirkus Roncalli übernahm er Gestaltungsaufgaben im Auftrag von Andre Heller.

 

Cluzeau sieht sich vorrangig als Zeichner, der seine Eindrücke und Empfindungen durch die Linie als Ausdrucksträger sichtbar machen will. Mit dieser künstlerischen Auffassung hat er sich bei seinen Aufenthalten in Schleswig-Holstein mit Einfühlung und Betroffenheit mit den Novellen Theodor Storms auseinandergesetzt.

 

Im Laufe der Jahre gab es weltweit Ausstellungen des Künstlers in Frankreich, USA, Kanada und 1994, 1995 und 1996 in St. Peter-Ording. Hier waren grafische Arbeiten mit Ansichten des Ortes in farbigen Montagegestaltungen entstanden, von denen die Sammlung der Gemeinde St. Peter-Ording typische Beispiele erwerben konnte.                                               Hansjürgen Krähe 2018

Ingeborg  Danielsen

 

 

wurde am 10. Juli 1908 in Hamburg geboren. In den Jahren 1912 bis 1914 hielt sie sich mit ihrer Mutter in Kamerun auf, kehrte dann nach kurzem Aufenthalt in englischer Gefangen-schaft nach Hamburg zurück. 1927 bis 1930 kam sie an die renommierte Letteschule in Berlin, in der junge Frauen für unterschiedliche Berufszweige ausgebildet wurden. Ingeborg Danielsen fiel durch ihre künstlerische Begabung auf und wurde in die Zeichen- und Illustrationsklasse aufgenommen.

 Schon bald konnte sie in Berlin als vielseitige Grafikerin tätig werden und wurde in der angesehenen Zeitschrift „Gebrauchsgrafik“ gewürdigt. Zeichnungen und Aquarelle erschienen in „Westermanns Monatsheften“. In den letzten Kriegsjahren wurde sie aus Berlin evakuiert und gelangte 1945 nach St. Peter. Hier fand sie anregenden Anschluss an Lydia Pilgrams Kinderheim „Haus in der Sonne“, das hilflosen Flüchtlingskindern, die ihre Eltern verloren hatten, eine Heimstatt bot. Ingeborg Danielsen schenkte diesen unschuldigen Opfern der Kriegsereignisse ihre Aufmerksamkeit und schuf eine Reihe bewegender zeichnerischer Darstellungen, die sich einfühlsam den verstörten Kindern widmeten.

Im „Haus in der Sonne“ fand sie selber Zuspruch und Anregungen durch andere Künstler, die es nach St. Peter verschlagen hatte. Das weckte bei ihr den Wunsch, sich künstlerisch weiterzubilden, und sie trat 1953 in Hamburg an der Landeskunstschule in die Malklasse Karl Kluths ein, der sich sehr verständnisvoll um seine verspätete, aber begabte Schülerin kümmerte. Als der modernere Künstler Heinz Trokes an die Hamburger Kunsthochschule kam, erhielt sie auch von ihm weitere Anregungen.

Danach suchte sie auf ausgedehnten Reisen den Blick auf neue Themenfelder zu erweitern. So entstanden unterschiedlichste bildnerische Arbeiten, auch stark abstrahierende Gestaltungen.

 Ingeborg Danielsen blieb über alle Jahre St. Peter-Ording und dem „Haus in der Sonne“ verbunden. Hier erkannte man den Wert ihrer Bilder und stellte sie 1997 in der Gemeindebücherei aus. Etliche Bilder gelangten später auch in die Kunstsammlung St. Peter-Ording. Leider konnte die gealterte Künstlerin diese Würdigungen nicht mehr selber erleben. Sie starb am 16. Oktober 1997 in Hamburg.                    Hansjürgen Krähe 2018

 

 

 

Erich   Duggen

 

 

wurde am 23. Februar 1910 in Schleswig geboren. 1921 zog seine Familie nach Kiel. Hier bestand Duggen an der Gelehrtenschule das Abitur. Von Jugend an galt sein besonderes Interesse der Kunst. Er lernte sie in der Kieler Kunsthalle, durch Vorträge der Kunsthistoriker an der Universität und durch Ausstellungen im Kieler Kunstverein kennen. So entstand sein Wunsch, selber künstlerisch tätig zu werden.

1928 ging er auf die Staatliche Kunstschule in Berlin zum Studium der Malerei und Grafik und zur Ausbildung zum Kunsterzieher. Seine damaligen Kunstprofessoren fühlten sich nicht mehr ausschließlich dem Expressionismus verbunden, sondern legten Wert auf eine bildnerisch freie und lebendige Auseinandersetzung mit den Themen Mensch und Natur. Die Berliner Kunststudenten fühlten sich aber den Errungenschaften der expressionistischen Künstler innerlich verbunden und setzten sich gegen die bald einsetzenden Diffamierungen durch die NS-Kunstpolitik zur Wehr. Ihr Protest blieb erfolglos, aber gleichwohl schätzte Erich Duggen die Ausdrucksstärke Emil Noldes und Erich Heckels. Er entwickelte allerdings bald einen eigenen Malstil, mit dem er sich, seinem Wesen entsprechend, der Darstellung von Meer und Küste, auch den Nordsee-inseln, widmen konnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Duggen nach St. Peter, dem Heimatort seiner Frau, die er 1942 geheiratet hatte. Hier konnte er am neugegründeten Nordseegymnasium als Kunsterzieher tätig werden und auf die bauliche Entwicklung der neuen Schule wichtigen Einfluss nehmen. Dabei kamen seine Vorstellungen von einem modernen Kunstunterricht in Zeichensaal und Werkstätten zur Geltung.

Daneben galt seine Aufmerksamkeit der hiesigen Natur mit Vorland und Sandbank, auch der umgebenden Eiderstedter Marschlandschaft. Er stellte sich konsequent dieser Thematik. Dabei nahm er viele Anregungen der zeitgenössischen Kunst, die nun frei auch aus dem Ausland eindrangen, schöpferisch auf. In seiner Arbeit nahm jetzt auch das Aquarell in einer bevorzugten Nass-in-nass-Technik breiten Raum ein. Duggens Bilder waren auf den jährlichen Ausstellungen des Landesverbandes Bildender Künstler Schleswig-Holsteins zu sehen, daneben an vielen anderen Orten, so auch in St. Peter-Ording. Beispiele seiner Kunst gelangten in das Landesmuseum im Schloss Gottorf und in das Husumer Nordfriesische Museum.

 

Erich Duggen starb 1989 kurz vor dem Erreichen seines 80. Geburtstages. Seine Familie entschloss sich 2015, den umfangreichen Nachlass des Künstlers der Gemeinde St. Peter-Ording zu übergeben. Diese Werke wurden so mit den vielen Bildern der Kunstsammlung unserer Gemeinde vereinigt, die durch Duggens Initiative seit einigen Jahrzehnten aufgebaut wurde.                                                                 Hansjürgen Krähe 2018

Alex Eckener  1870  - 1909

 

 

Alexander „Alex“ Eckener (* 21. August 1870 in Flensburg; † 26. Mai 1944 in Aalen) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Alexander Eckener war der jüngere Sohn des Zigarrenfabrikanten Johann Christoph Eckener (1824–1880) und dessen Ehefrau, der Schustermeistertochter Anna Maria Elisabeth Lange (1832–1893); der Zeppelinfahrer Hugo Eckener war sein älterer Bruder.

Eckener erhielt seine ersten künstlerischen Anregungen von seinem Lehrer, dem Flensburger Maler Jacob Nöbbe. Durch dessen Unterstützung konnte Eckener zwischen 1888 und 1892 an der Akademie der Bildenden Künste München studieren. Anschließend kehrte er in seine Heimatstadt zurück und schloss sich dort bald der Künstlerkolonie Ekensund an.

 

Mit 29 Jahren ging Eckener 1899 nach Stuttgart und wurde an der dortigen Kunstakademie als Meisterschüler von Leopold Graf von Kalckreuth angenommen. Dieser führte ihn in die Kunst der Radierung ein und in diesem Genre gelang Eckener auch sein künstlerischer Durchbruch. Von 1908 an lehrte Alexander Eckener selbst an dieser Akademie und avancierte dort 1912 zum a.o. Prof.;

 

1925 betraute man ihn als o. Prof. für Lithographie und Holzschnitt mit der Leitung der Akademie. Dieses Amt legte Eckener 1928 nieder, lehrte aber noch bis zu seiner Emeritierung 1936.

Julia   Ehlers

 

 

wurde am 18. Februar 1922 in Leipzig geboren. Durch fundierte Anregungen im Elternhaus wurde schon früh ihr Interesse für Werke der bildenden Kunst geweckt. Das setzte sich fort, als der weitere Bildungsweg nach dem Ortswechsel auf dem Gymnasium in Naumburg stattfand. Nach dem Abitur gab es allerdings Anforderungen, die der Zweite Weltkrieg an die junge Frau stellte, die nun als Briefträgerin in Weimar arbeiten musste.

Nach dem Ende des Krieges gab es dann die Entscheidung zu einer künstlerischen Ausbildung. Ein Studium der Malerei im zerstörten Dresden war zunächst allerdings nicht möglich, aber in einer Buchbinderaus-bildung mit künstlerischem Anspruch war hier ein Studienplatz zu erreichen. Dieses Studium fand dann in der renommierten Burg Giebichenstein in Halle Fortsetzung und erfolgreichen Abschluss. Die Möglichkeit, auf der „Burg“ eine Ausbildung in Malerei anzuschließen, zerschlug sich, weil der Wunschprofessor an die Kunstakademie München wechselte. Er empfahl, lieber an die Kunsthochschule in West-Berlin zu gehen. Julia Ehlers wurde dort 1949 aufgenommen als Schülerin Hans Uhlmanns und Ernst Schumachers.

 

Uhlmann hatte gerade den Kunstpreis der Stadt Berlin und seine Berufung als Professor erhalten. Er widmete sich vorwiegend der Plastik. Das führte dazu, dass Julia Ehlers ihren späteren Mann Otto Ehlers kennenlernte, der Bildhauerei studierte. Für die junge Malerin wurde Ernst Schumacher prägend. Er hatte sich nach seinem Studium in Düsseldorf vor allem in Paris fortgebildet. Sein Weg vom Impressionismus zu einer stark formbetonten freien Gestaltung der Landschaft und des Stilllebens entsprach den Vorstellungen des Akademiedirektors Karl Hofer, der sich leidenschaftlich gegen eine Einbeziehung ungegenständlicher Darstellung in der Ausbildung des Nachwuchses wehrte.

 

Julia Ehlers folgte bis in ihr Spätwerk hinein kraftvoll und phantasiereich ihrem damals eingeschlagenen Weg. Als sie 1957 mit ihrer großen Familie nach St. Peter gekommen war, schuf sie beeindruckende Darstellungen von Natur- und Kulturlandschaften ihrer neuen Heimat. Sie malte ihre Kinder und sich selber, später dann Bewohnerinnen im Altenheim Martje-Flohrs-Haus in Garding und im Paul-Gerhardt-Haus in Tönning, wo sie selber viele Jahre gelebt hat, umgeben von ihren Gemälden und Zeichnungen, die Zimmer und Flure schmückten. Um Ausstellungen bemühte sich Julia Ehlers nicht, ihr bot die künstlerische Arbeit genügend Erfüllung. Freunde und Familie sorgten gelegentlich in St. Peter-Ording und in ihren Heimen für Ausstellungen, deren hohe künstlerische Qualität für Überraschungen sorgte. Julia Ehlers starb am 6. September 2016 im Alter von 94 Jahren im Paul-Gerhardt-Haus. Noch zu ihren Lebzeiten erwarb unsere Gemeinde Ölbilder und Zeichnungen für die Kunstsammlung St. Peter-Ording.                                       Hansjürgen Krähe 2018

 

 

 

Christiane Ewert  1936

 

Christiane Ewert wurde 1936 in Hamburg geboren. Durch die Ereignisse des zweiten Weltkrieges kam sie nach St. Peter und schloss ihre Schulzeit 1955 mit dem Abitur am Nordseegymnasium ab.

Sie hatte künstlerische Anregungen im Unterricht durch die Kunsterzieher Erich Duggen und Peter Kleinschmidt erfahren und begann selber das Kunststudium 1955 an der Landeskunstschule in Hamburg. Sie wechselte dann aber sehr bald an die Kunstakademie Stuttgart. Die war berühmt durch Professoren wie Willi Baumeister, war aber auch eine hochangesehene Ausbildungsstätte für angehende Kunsterzieher. Ihre Prüfung legte sie bei dem Künstler und Kunstpädagogen Gerhard Pollwitzer ab. Nach ihrem Studium, das auch das Schulfach Englisch einbezog, wurde Christiane Ewert Lehrerin an Hamburger Gymnasien, wo sie ihren Mann kennenlernte. Mit ihm zusammen ließ sie sich 1977 an das Nordseegymnasium in St. Peter-Ording versetzen und unterrichtete hier bis zu ihrer Pensionierung.

Im Studium war einer ihrer Schwerpunkte die grafische Gestaltung. Beispiele ihrer Studienzeit sind die Radierung „Wasserträgerin“ und die Lithographie „Vor der Kathedrale“, die im Besitz der Kunstsammlung der Gemeinde sind.

 

Hansjürgen Krähe 2019

Annemarie Ewertsen

 

wurde am 5. März 1909 in Kiel geboren. Sie studierte von 1927 bis 1941 an der Kunstgewerbeschule in Kiel. In diesen Jahren erwarb sie das Rüstzeug für vielfältige künstlerische Betätigungen.

 

Daneben fand sie für ihre Bildgestaltungen wichtige Anregungen durch eine frühzeitige Hinwendung zum Thema Küste und Meer. Wichtige Anstöße gaben ihr regelmäßige Sommerreisen nach Ahrenshoop an der Ostseeküste Vorpommerns. Die Unterbrechungen während ihres Kunststudiums waren Ergänzungen ihrer Ausbildung in Kiel, da die Gründung einer Künstlerkolonie in Ahrenshoop verbunden war mit dem Gedanken einer Förderung in einer Malschule, die besonders für junge Künstlerinnen gedacht war.

Als Annemarie Ewertsen einige Jahrzehnte später den Ort auf dem Darß für sich entdeckte, war er bereits zu einem festen Begriff für einen Künstlerort wie Worpswede geworden.

 

Nachdem die moderne Freilichtmalerei, eine Grundlage des Impressionismus, durch die Gestaltungskraft expressionistischer Maler abgelöst worden war, kam in den zwanziger Jahren durch eine neue Künstlergeneration eine neue Sicht der Natur in der Landschaftsmalerei zum Ausdruck, die für Annemarie Ewertsens Kunst maßgeblich wurde, als sie ihre Motive im heimatlichen Schleswig-Holstein gefunden hatte.

 

In ihrem Wohnort Kiel entstand ein umfangreiches Werk der Landschaftsmalerei, das allerdings im Krieg weitgehend zerstört wurde. Für Annemarie Ewertsen war aber das Meer nicht nur eindrucksvolles naturhaftes Element, sondern auch die Welt der Seefahrt. So erhielt sie den Auftrag, für das große Ehrenmal in Laboe die bildnerische Ausstattung durch Grafiken und Sgraffiti (Einritzen der Zeichnung in die feuchte Putzschicht) zu übernehmen.

 

Für Schulen in Kiel und Preetz gestaltete sie große Emailbilder. Für die Kunstsammlung der Gemeinde St. Peter-Ording war sie wichtig durch die Landschaftsdarstellungen im Aquarell, die Annemarie Ewertsen in die Reihe bedeutender Kieler Künstler stellt, die für ihre eindrucksvollen Darstellungen der schleswig-holsteinischen Westküste eine lichtvolle Wasserfarbentechnik pflegten.

Annemarie Ewertsen starb am 26.November 1993 in ihrem letzten Wohnort Laboe.                    Hansjürgen Krähe, August 2018

Carl Otto Fey

 

wurde 1894 in Düsseldorf geboren. Er besuchte dort das Gymnasium und studierte anschließend Malerei und Grafik. In Holland und Frankreich folgte er den Vorbildern der impressionistischen Kunst. Als sein Haus in Düsseldorf während des zweiten Weltkrieges zerstört worden war, zog er nach Altenkirchen, einem historisch und landschaftlich ausgezeichneten kleinen Ort im Westerwald.

 

Feys Kunst war hauptsächlich mit Themen der waldreichen Umgebung seines Wohnortes verbunden, wandte sich auch der Welt der Jagd zu und war mit diesen Darstellungen weithin sehr erfolgreich. Er hatte viele Ausstellungen mit seinen Bildern im In- und Ausland und fand speziell interessierte Sammler. Das Wild und seine Lebensräume forderten eine deutliche wirklichkeitsnahe Darstellung, wobei die Gestaltungsmittel der impressionistischen Freilichtmalerei sein Vorbild blieben. Fey hatte allerdings auch bei seinen Malreisen die Motive des Meeres in seine Kunst einbezogen und fand sie auch in St. Peter-Ording im Dorf und in den Dünen.

 

In der Kunstwelt war er aber hauptsächlich als Jagd- und Tiermaler bekannt und geschätzt. Seine Bilder hingen in öffentlichen Gebäuden und in den Vorstandsetagen großer Firmen. Sein Wirken erhielt offizielle Anerkennungen, so 1954 den Ehrenpreis des Kultusministeriums Nordrhein-Westfalen. Seine speziellen Bildthemen, die ihn vor allem bekannt gemacht hatten, brachten ihm 1954 den Kulturpreis des Deutschen Jagdverbandes und 1963 die Silbermedaille der Deutschen Jagdausstellung ein.

 

Die Gemeinde St. Peter-Ording ist glücklich, dass sie hervorragende Beispiele seiner hiesigen Landschaftsdarstellung erwerben konnte, die zugleich Zeugnisse einer breiteren Gestaltungskraft des Malers Carl Otto Fey sind.

Er starb 1971 in Altenkirchen.                                                                                                    Hansjürgen Krähe, August 2018

George Finley

 

wurde 1938 in Denver, Colorado, als Sohn eines amerikanischen Offiziers geboren.  Nach dem Vorbild seines Vaters bewarb sich der junge Finley um einen Studienplatz an der Militärakademie West-Point. Der Kadett kam dann bald nach Deutschland und war in Schwäbisch-Hall stationiert. Hier lernte er seine deutsche Frau kennen und fühlte sich von da an immer mit Deutschland verbunden, durch verwandtschaftliche Beziehungen insbesondere auch mit Nordfriesland.

 

Von Jugend an war Finley ein begeisterter Zeichner, der sich zunächst einem gegenstandsbezogenem Naturstudium widmete. Die erworbene zeichnerische Sicherheit setzte er während seiner langen Militärdienstzeit zunächst in Karikaturen um, in denen er seine soldatische Umwelt ironisch vorführte. Als er dann 1966 in dem Vietnam-Krieg zum Einsatz kam und dessen Opfer erlebte, wurden seine Darstellungen kritisch und seine politische Einstellung von Zweifeln bestimmt.

 

Als er wieder nach Schwäbisch-Hall zurückgekehrt war, erkundete er die familiären Ursprünge seiner Familie und kam dadurch Jahr für Jahr nach Eiderstedt und vorzugsweise nach St. Peter-Ording. Hier war er stark beeindruckt von den kirchlichen Bauwerken aus dem Mittelalter, deren zeichnerische Wiedergabe ihn wieder zu einer sachlichen, realistischen Darstellung führte. Die Landschaft der Nordseeküste fing er auch in farbigen Aquarellen ein.

 

Nachdem George Finley  aus dem Militärdienst als Oberstleutnant ausgeschieden war, kehrte er in die USA zurück, behielt aber eine Wohnung in Schwäbisch-Hall und pflegte weiterhin seine Bindung zu St. Peter-Ording.

 

Seine künstlerischen Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen gezeigt, in Boston und Cambridge, mehrfach in Schwäbisch-Hall, aber auch in St. Peter-Ording. Hier befinden sich viele seiner landschaftsbezogenen Bilder in Privatbesitz, auch in der Bildersammlung der Gemeinde St. Peter-Ording.                                                                                                            Hansjürgen Krähe 2018

Barthel Gilles

 

wurde am 31. August 1891 in Rendsburg geboren. Nach der Schulentlassung lernte er Dekorationsmalerei in Köln. An der Kölner Kunstgewerbeschule belegte er daneben Kurse im Aktzeichnen. Daraus entstand der Wunsch, eine richtige Kunstausbildung zu bekommen. Die erhielt er an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Professor Wilhelm Döringer, der hauptsächlich für die Wandmalerei zuständig war.

 

1914 musste Gilles in den Krieg ziehen und wurde bei einem Gasangriff verwundet. Nach Kriegsende 1918 blieb er im Rheinland und bildete hier seine Kunst weiter aus. 1931 erhielt er als Anerkennung den Dürerpreis der Stadt Nürnberg.

 

Gilles war durch die Erlebnisse des Krieges und durch die Nöte der Nachkriegszeit politisch geprägt worden und in die KPD eingetreten. Als die Nationalsozialisten die Macht erobert hatten, fügte er sich in die neuen Verhältnisse und beteiligte sich nach 1933 an den Ausstellungen „Westkunst“ in Essen. Seine Malweise schloss sich in der Technik an die altdeutsche Malerei an, die im Ergebnis Anklänge an die Bilder der Neuen Sachlichkeit zeigten.

 

In Köln wurden 1943 seine Wohnung und große Teile seines Werkes zerstört. Gilles zog dann nach Bremerhaven und 1957 in das kleine Dorf Wees in der Nähe von Flensburg. Von hier aus machte er eine Malreise nach St. Peter-Ording. Ein Aquarell mit Kiefern in den Dünen konnte 1988 für die Bildersammlung unseres Ortes erworben werden. Deutlicher ist sein Malstil ausgeprägt in Bildern im Städtischen Museum zu Flensburg, die in ihrer Auffassung an den Magischen Realismus erinnern.

 

Barthel Gilles starb am 19, November 1977 in Wees. Die Gemeinde ehrte sein Andenken dadurch, dass sie einen Weg nach ihm benannte.                                                                                                                                    Hansjürgen Krähe, August 2018

Hilde Goldschmidt

 

wurde am 7. September 1897 in Leipzig geboren. Sie wuchs dort in einer deutsch-jüdischen Familie auf. Nach dem Schulabschluss studierte sie an der Leipziger Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe. Ihr Lehrer für Zeichnen, Lithographie und Holzschnitt war der renommierte Grafiker und Buchkünstler Hugo Steiner-Prag. 1918 wechselte sie zu Professor Otto Richard Bossert, der Malerei und Grafik lehrte.

 

Besonders wichtig war dann 1919 die Aufnahme in der Dresdener Kunstakademie, an der sie Schülerin von Oskar Kokoschka wurde. Hier lernte sie ihren Mitschüler Friedrich Karl Gotsch kennen. Die Verbindung mit ihm wurde für ihr weiteres Leben entscheidend und brachte sie auch nach St. Peter-Ording.

 

Als Kokoschka 1923 die Dresdener Akademie verließ, reisten Hilde Goldschmidt und Gotsch nach New York. Die Sommermonate gehörten aber von da an den Studienaufenthalten in St. Peter-Ording. Beide malten und aquarellierten in den Dünen und am Strand.

In der Zeit des Nationalsozialismus trennten sich die Wege der beiden. Hilde Goldschmidt war als Jüdin gefährdet und emigrierte nach England. Hier traf sie ihren ehemaligen Lehrer Oskar Kokoschka wieder. Nach dem 2. Weltkrieg lebte sie in Kitzbühel in Österreich. Hilde Goldschmidt malte hier und auf Reisen nach Israel und im Mittelmeerraum bis zu ihrem Lebensende. Auch zu ihrem Kunstfreund Friedrich Karl Gotsch gab es wieder Verbindung.

 

Ihr Werk kam nach der langen Unterbrechung durch Exil und Kriegsfolgen nur langsam wieder in Ausstellungen zur Geltung, so in Jerusalem, in Wien und in Kitzbühel, aber auch in Hamburg und im Schleswiger Landesmuseum.

 

Für St. Peter-Ording war es ein bedeutsamer Gewinn, dass Hilde Goldschmidt auch in der Bildersammlung unserer Gemeinde vertreten ist.  Sie starb am 7. August 1980 in Kitzbühel.                                                                          Hansjürgen Krähe 2018

Friedrich Karl Gotsch

 

 

wurde am 3. Februar 1900 im Dorf Pries bei Kiel als Friedrich Karl Müller geboren. Als Künstler nannte er sich später nach dem Geburtsnamen seiner Mutter F. K. Gotsch und signierte seine Bilder mit FKG. In Kiel besuchte er die Oberrealschule, die er 1917 mit dem Abitur abschloss. Im Anschluss daran studierte er zunächst an der Kieler Universität Philosophie und Kunstgeschichte, nahm aber zugleich erfolgreich Malunterricht bei dem angesehenen Kieler Künstler Hans Ralfs. Bereits 1920 hatte Gotsch seine erste Einzelausstellung in der Kieler Kunsthalle.

Im gleichen Jahr wechselte er an die Kunstakademie in Dresden und war dort von 1921 bis 1923 Meisterschüler Oskar Kokoschkas, der dann allerdings Dresden verließ, aber mit seinem Schüler lebenslang verbunden blieb.

Seit dem Sommer 1921, kam Gotsch zusammen mit seiner Studienfreundin Hilde Goldschmidt regelmäßig für Studienaufenthalte nach St. Peter. 1933 zog er nach Berlin, während die Jüdin Hilde Goldschmidt vor der Verfolgung Deutschland verließ. Der Künstler Gotsch erfuhr in den folgenden Jahren mancherlei Einschränkungen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er Soldat, blieb aber im Einsatz in der Heimat.

1945 kam Gotsch nach St. Peter, übernahm verschiedene Ämter, leitete das Eiderstedter Heimatmuseum und eine Zweigstelle des Hamburger „Baukreises“, eine Ausbildungsstätte für junge Künstler. 1950 heiratete er Johanna Ascher, die aus Mähren nach St. Peter gekommen war und zunächst mit Gotsch im Haus „Kieferneck“ in der Dorfstraße lebte. Später bezogen sie einen geräumigen Neubau „Achter de Dünen“. Hier wurde Sohn Halvor geboren.

Gotsch fand für seine Kunst neue Möglichkeiten, setzte sich mit den vielfältigen Anregungen der künstlerischen Moderne im In- und Ausland auseinander und entwickelte bald einen eigenständigen Malstil. Seine Bilder wurden zunehmend durch Ausstellungen in Deutschland, England und Skandinavien bekannt. 1962 erhielt er den Villa-Romana-Preis Florenz und war 1968 Ehrengast der Villa Massimo in Rom. Ein Jahr später wurde im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum im Schloss Gottorf zu Schleswig die Friedrich-Karl-Gotsch-Stiftung gegründet. 1969 wurde vor dem Kurzentrum im Bad in St. Peter-Ording das Monumentalrelief „König der Wellen“ nach dem Entwurf von Gotsch errichtet.

 

F. K. Gotsch, 1971 von der Landesregierung zum Professor ernannt, blieb bis an sein Lebensende in St. Peter-Ording. Die Gemeinde ist glücklich, hervorragende Beispiele seiner künstlerischen Darstellungen unseres Ortes und seiner landschaftlichen Besonderheiten zu besitzen. Am 21. September 1984 ist Gotsch gestorben. Sein Grab befindet sich auf dem Ordinger Friedhof.                                                         Hansjürgen Krähe 2018

 

Jean Jaques de Grave 1923-2002

 


Jean-Jacques de Grave, geboren 1932 in Veurne, Belgien, besuchte die Kunstschule in Sint-Lucas in Gent (unter der Leitung von Frère Alfred und Gerard Hermans) und die Cambre in Brüssel. Lehrer wie Joris Minne, Oscar Jespers und Jozef Cantré hatten großen Einfluss auf seine Arbeit. Er blieb bis 1952 mit den Artists of the Cobra in Kontakt. Jean-Jacques de Grave war Mitbegründer der Gruppen "Idee" und "Grafis 50". Er stellte im In- und Ausland aus und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen.


Das grafische Werk von Jean-Jacques de Grave strahlt Gelassenheit und Poesie aus. Wesentlich bei allen Schwarzweißdrucken sind der Kontrast, der lapidare Ausdruck, die sofortige Erkennbarkeit, die leicht archaische Darstellung und der heftige Rhythmus. Er ist der reine Grafiker. Er ist der Mann der lebenden Linie, der mit rhythmischem Mitgefühl schwingt. Mit seiner eigenen Technik kreiert er Kompositionen, die aufgrund der dort bekannten Atmosphäre eine sehr persönliche Sprache sprechen.

 

Jean-Jacques de Grave (Veurne, 1923-2002) war ohne Zweifel einer der größten Grafiker unseres Landes. Er hat im Laufe der Jahre einen völlig individuellen Stil erobert. Dies spiegelt sich vor allem in seiner freien Arbeit wider, streng schwarz und weiß, ausgewogen und kraftvoll in der Linie. Seine Meisterschaft hat er auch in zahlreichen Buchillustrationen und besonders in seinen berühmten Linocyclus gezeigt: Die Geschichte von Zannekin (1955), Die sieben Werke der Barmherzigkeit (1954), Die Geschichte von Egmont (1963), Baekelandt (1965), Genesis (1968) Die sieben Todsünden (1965), Malegeis, die Rubens Suite usw. Schwarz und Weiß, die beiden reinsten Farbkontraste lassen wenig Raum für Abwechslung und Dosierung. Aber es gelingt jemandem wie De Grave, und hier liegt seine Größe, diese beiden Extreme miteinander in Dialog zu bringen, eine Sprache zu schaffen, die hauptsächlich menschlich ist, künstlerisch wirkt und nur ansprechen und sich bewegen kann.

Er blieb bis 1952 mit den Artists of the Cobra in Kontakt. Jean-Jacques de Grave war Mitbegründer der Gruppen "Idee" und "Grafis 50". Er stellte im In- und Ausland aus und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen

Friedrich Griese

 

wurde 1898 in Süderbrarup geboren.

 

Er lebte und arbeitete künstlerisch in Kiel. Dort starb er 1981.

 

Unsere Gemeinde erhielt vom Schützenverein St. Peter-Ording als Geschenk eine fein abgestimmte Dünenlandschaft in Pastell.

Erwin Hinrichs 1904-1962

 

 

Erwin Hinrichs wurde 1904 in Schleswig als das erste von vier Kindern des Sparkassendirektors Volquard Hinrichs und seiner Frau Emma Hinrichs geb. Carstens geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er bis zum 15. Lebensjahr in Schleswig, danach in Rendsburg. Erste künstlerische Anregungen erhielt er als Jugendlicher durch Niko Wöhlk und Hans Holtorf, die älteren Freunde aus dem „Schleswiger Wandervogel“. Nach dem Abitur ging Hinrichs 1924 nach München und studierte in den Winterhalbjahren an der Malschule Hans Hofmann Akt, Zeichnen, Porträt, Stilllebenmalerei und figürliche Komposition. Während der Sommermonate malte er jeweils an der Nordseeküste oder er bildete sich an der Flensburger Förde bei Hans Holtorf fort. 1927 verbrachte er längere Zeit in Italien, vorwiegend in Forio auf Ischia. 1929 kehrte er vorläufig nach Rendsburg zurück.

 

Ab 1932 wurden Hinrichs' Werke regelmäßig ausgestellt und erhielten überwiegend positive Beurteilungen. Um diese Zeit schloss er sich mit der Malerin Leonore Vespermann und dem Maler Hans Rickers, beide aus Kiel, zur Aquarellgruppe der Werkgemeinschaft Kieler Künstler zusammen. 1938 kam noch Erich Duggen hinzu. Die Kieler Werkgemeinschaft existierte bis zum Ausbruch des Krieges. Die Künstler arbeiteten häufig gemeinsam, vor allem an der Nordsee auf der Halbinsel Eiderstedt. Die Arbeitsergebnisse wurden auf Gemeinschaftsausstellungen in Liegnitz, Kiel, Hamburg und Wilhelmshaven gezeigt. Nach 1933 waren Hinrichs und die anderen Maler der Kieler Werkgemeinschaft zunächst wenig beeinträchtigt und Hinrichs konnte seine Arbeiten in Einzelausstellungen in Braunschweig, Hamburg und Berlin noch unbehelligt zeigen.

 

Dies änderte sich ab ca. 1937; eine Einzelausstellung in Berlin bei der Galerie von der Heyde musste 1937 kurz vor der Eröffnung wegen „Entartung“ wieder abgehängt werden. Dies wiederholte sich 1939: ein Teil der vorgesehenen Werke wurde wegen „Entartung“ nicht zugelassen. Während der gesamten Kriegszeit von 1939 bis 1945 war Hinrichs Flaksoldat und fast ohne jede Möglichkeit zu künstlerischer Betätigung.

Kurz vor Kriegsausbruch lernte Hinrichs Karl Schmidt-Rottluff kennen. Daraus entstand ein bis in die Nachkriegszeit anhaltender Briefwechsel und ein Austausch einiger Aquarellarbeiten. Der Briefwechsel sowie zwei von Schmidt-Rottluff Erwin Hinrichs überlassene Aquarelle wurden nach Hinrichs' Tod vom Landesmuseum Schleswig-Holstein übernommen.

 

Nach seiner Rückkehr aus englischer Kriegsgefangenschaft arbeitete Hinrichs wieder als freischaffender Künstler. Wie andere Künstler der „Verschollenen Generation“ blieb er dabei aber ohne großen Erfolg und nahm schließlich eine Stelle als Kunsterzieher an der Rendsburger Waldorfschule an, zumal er mittlerweile Familienvater war und vier Kinder hatte. Mit seiner Frau Anna Marie, geb. Rosenstein (1910–1991), war er seit 1939 verheiratet.  Auf der Insel Pellworm entstanden die meisten seiner späten Aquarelle. Dünen, Watt, Wasser und Wolkenformationen waren sein bevorzugtes Motiv, das er in einer enormen Variationsfülle von Farbnuancen und Formen malte, von zartem Grau in Grau als einziger Farbe im Bild über Deichlandschaften in satten Grün-Tönen bis zu Abendstimmungen in leuchtendem Orange. Auch die aus dem 13. Jahrhundert stammende „Alte Kirche“ auf Pellworm diente ihm häufig als Motiv. Daneben entstanden Holz- und Linolschnitte.

 

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in München, Hamburg, Berlin, Kiel, Liegnitz, Lübeck, Wilhelmshaven, Flensburg, Bremen, Münster, Speyer, Bielefeld, Braunschweig, Rendsburg und Schleswig

1962 starb er im Alter von knapp 58 Jahren an einer Lungenentzündung. Nach seinem frühen Tod geriet Erwin Hinrichs zunächst in Vergessenheit. Erst in den späten 1970er Jahren gelang es, die Öffentlichkeit wieder auf den in Schleswig geborenen Maler hinzuweisen und eine Reihe von neuen, bis dahin übersehenen Aspekten in seinem Gesamtwerk sichtbar zu machen. Eine große Retrospektive seines Schaffens wurde 1980 im Städtischen Museum Schleswig gezeigt,  gilt er doch als einer der letzten Vertreter des schleswig-holsteinischen Spätexpressionismus, eine „faszinierende Nachblüte des Expressionismus in Schleswig-Holstein.

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© Georg Panskus