KUNSTSAMMLUNG                        der Gemeinde St. Peter-Ording

Künstler in der Gemeinde

KUNSTSAMMLUNG

Künstler in St. Peter-Ording  (G.Panskus)

 

Die schleswig-holsteinische Westküste wurde als besonders erholsame Landschaft Ende des 19. Jahrhunderts wahrgenommen, 1855 Seebad auf Sylt, 1877 Seebad Ording und St. Peter.

 

Die Maler entdeckten die Landschaften, die Eigenheiten der Gebräuche der zumeist noch auf dem Land lebenden größtenteils armen Bevölkerung. Sie malten deren Arbeitswelten als Fischer, Bauern, Industriearbeiter, Handwerker, Heimwerker.

 

Europaweit, ausgehend von Frankreich in den 1850iger und nachfolgenden Jahren malten und lebten die Künstler in sogenannten Künstlerkolonien zusammen und verschrieben sich großen Teils der Freiluftmalerei.

 

[1] Während sich verschiedene Maler schon Ende des 19. Jahrhunderts den Halligen und Inseln zuwandten, kamen erst in den 19hundertzwanziger Jahren Maler wie Albert Johannsen aus Husum, Willi Graba aus Heide oder Ingwer Paulsen aus Halebüll nach St. Peter und stellten hier ihre Staffeleien auf.

 

Der junge Friedrich Karl Gotsch (1900-1984) aus Kiel entdeckt zur gleichen Zeit St. Peter-Ording. Als Meisterschüler bei Oskar Kokoschka (1886-1980) in Dresden kommen er und Studienkollegen für kurze Aufenthalte nach St. Peter, obwohl sie zu der Zeit sowohl in New York, in Paris und danach in München und Berlin arbeiteten. Nicht nur Maler, auch Graphiker, damals schon berühmte Buchkünstler, Musiker, Sänger Schauspieler, Schriftsteller trafen sich hier.

 

Gotsch dazu (1969): „Damals wurde für uns Maler, Literaten, Musiker St. Peter-Ording geradezu ein zweites Worpswede. Wir Maler waren allenthalben hinter unseren Staffeleien zu sehen, und der damals noch bestehende tiefe Friede, die völlige Ungestörtheit gaben uns allen die notwendigen Voraussetzungen zum Schaffen.“

Im Kurhaus gab es einen „Künstlerstammtisch“, auch Künstlerfeste wurden gefeiert. In den dreißiger Jahren wurde der Stammtisch durch Musiker und Schauspieler erweitert, die teilweise im Sanatorium Goldene Schlüssel weilten.

Nun war es damals nicht so schwer, sich im Ort zu treffen. Viele Pensionen oder Hotels gab es noch nicht. So sprach sich schnell herum, wo ein Künstler wohnte. Wenn man sich nicht schon in den Dünen oder am Strand beim Malen traf, dann spätestens abends im Kur- oder Strandhotel.

 

Einige Namen:

Graphiker Prof. Tiemann, Buchgraphiker Prof. Wiemeler, Sänger Fjodor Schaljapin, Schriftsteller Alfred Döblin, Malerin und Schülerin von Kokoschka Prof. Hilde Goldschmidt, Kunsthändler aus Dresden Hugo Erfurth, Malerin Käte Siebel, Maler Alf Backmann aus München, Hugo Körte, Maler und Schüler von Kokoschka Hans Meyboden, Karl Hofer, später Direktor der Berliner Hochschule für Bildende Künste, Inge Egholm, Schauspieler Bernhard Minetti, Schauspielerin Sybille Schmitz, Erika und Klaus Mann, 1928 Heinrich Vogeler. Aus der Schweiz Sonja Falk. Béatrice du Vinage seit 1934, seit 1942 in Böhl ansässig, später Stockholm, Fritz Kronenberg aus Hamburg, kehrten immer wieder zurück, wie auch weitere schleswig-holsteinische Künstler:Leonore Vespermann, Annemarie Ewertsen, Hans Rickers und Friedrich Griese.  

Auch der Maler und Kunsterzieher Erich Duggen fand in den dreißiger Jahren seinen Weg nach St. Peter und wurde hier sesshaft.

Das Haus Maren (Buchhandlung Tewes im Bad) war damals ebenfalls ein Treffpunkt der Künstler.

 

Naziherrschaft und der zweite Weltkrieg bereitete Vielem ein Ende.

 

Das Atelier von Friedrich Karl Gotsch in Berlin wurde im Krieg zerstört. Er kam nach St. Peter und wurde hier sesshaft. „Der Baukreis“, eine Werkstättengemeinschaft und Lehranstalt für alle Künste wurde kurz nach dem Krieg in Hamburg gegründet und eine Zweigstelle leitete Gotsch in St. Peter, ein reges künstlerisches Zentrum entstand. Er hielt auch Vorträge über moderne Kunst in der Volkshochschule. Gotsch bemalte u.a eine Wand in der Dorfschule/Groot School (-aufgelöst 1952– leider ist die bemalte Wand zerstört worden). Heute steht dort das ev. Gemeindehaus. Erster Leiter des Heimatmuseum nach 1945 war Gotsch – er überzeugte die Besitzerin Frau Jensen, das alte Haus dem Heimatmuseum zu schenken – das Heimatmuseum in Tönning wurde nach seiner Meinung stiefmütterlich behandelt und war zu beengt. Die Baukreis-Architekten Gustav Burmeester und Gustav Strohmeyer lieferten kostenlos die Bauzeichnungen für den Umbau.

Die kulturellen Aktivitäten nach dem Krieg waren im Ort vielfältig. Um Professor Warner, der später noch an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg unterrichtete, bildete sich zum Beispiel ein Musikkreis. Er gründete einen gemischten Chor, zu dem „auch Flüchtlinge“ eingeladen waren.

 

Emil Nolde weilte 1946 mit seiner kränkelnden Frau Ada im Sanatorium „Goldene Schlüssel“ und malte hier über 30 kleine Aquarelle.

 

Kunsterzieher am Gymnasium, darunter Peter Kleinschmidt, Gisela Kleinschmidt, Ursula Bein-Costard, Heinrich Kuhn, Hansjürgen Krähe, Christiane Ewert, Bodo Wessels, Wolfgang Dahnke, Detlev Karsten, Inge Breuer, Gerd Uschkereit und natürlich der schon erwähnte Erich Duggen malten in St. Peter-Ording und einige wurden landesweit bekannt.

 

Später malten in St. Peter Ingeborg Danielsen im „Haus an der Sonne“, Hans Olde aus München 1946 und 1950, Julia Ehlers ab 1954 und Hubert Meiforth ab 1962.

Im Saal der ev. Kirchengemeinde (damals gegenüber der heutigen Bücherei) fanden Ausstellungen „Gemalt in St. Peter“ statt. Künstlerstammtische gab es aber nicht mehr. [2]

 

Als ich 1969 nach St. Peter-Ording kam, vermittelte sich mir nicht der Eindruck eines lebhaften künstlerischen Lebens in diesem seit der Zusammenlegung 1967 von St. Peter und Ording sich damals im Umbruch und Aufbruch befindlichen Fremdenverkehrsort. Das kulturelle Leben im Ort wurde wie in vielen Orten an der Westküste bestimmt durch die traditionellen Vereine, zum Beispiel die Boßelvereine, der Männergesangsverein (hier von 1865) und deren Jahresfeste. Künstler machten in der Öffentlichkeit nicht besonders auf sich aufmerksam. Es gab aber einige, die im Ort lebten oder ausstellten, zum Beispiel J.P. Cluzeau, Dorothea Chazal, Groß Freytag, Dieter Staacken, um nur ein paar zu nennen, aber nur in wenigen Geschäften wurden Kunstwerke von einheimischen Künstlern angeboten.

 

Erst Mitte der 1980iger Jahre änderte sich das. 1986 siedelte sich der damals schon bekannte Künstler Erhard Schiel (Radierungen, Telecom-Telefonkarten) in St. Peter an, Werkstatt 1986 und Galerie 1988. Zu seinem 60. Geburtstag 2003 gab es unter reger Teilnahme von Gästen und Einheimischen eine große Ausstellung in der Utholm-Halle mit etwa 160 seiner Werke. Hervorzuheben sind auch seine drei erfolgreichen Einzelausstellungen in den Jahren 1993, 2003 und 2012 im Schloss Mainau. Viele seiner Bilder hängen in den Häusern des Ortes, im alten Rathaus und der Dünentherme.

 

Von 1988 bis 1997 fand jedes Jahr im neuen ev. Gemeindehaus eine Ausstellung Kunst, Kunstgewerbe statt, die 1996 und 97 zum Kultur-Mosaik mit Vorträgen, Fahrten, Führungen, Musikalische Leckerbissen und weiteren Ausstellungen ausgeweitet wurde. Über 100 Kunstschaffende beteiligten sich im Laufe der Jahre daran.

In den Jahren darauf initiierte man sogenannte Kulturnächte, wo sich auch einzelne Künstler vorstellten.

 

Weitere Künstler, nicht nur Maler, kamen nach St. Peter-Ording und Eiderstedt. Der Schriftsteller und Lehrer Werner Klose, damals tätig am Gymnasium, wurde 1974 mit dem Eichendorff-Literaturpreis ausgezeichnet.

 

Erwähnenswert ist der bis heute unermüdliche Einsatz von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen. Er war nicht nur „Motor“ für die neue Orgel, sondern seine Konzertreihen in der Kirche St. Peter sind ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Kulturszene in St. Peter-Ording.

 

Durch die AG-Ortschronik, von Claus Heitmann initiiert und über 30 Jahre erfolgreich geleitet, sind Personen, Vereine und Begebenheiten aus dem Kulturleben wieder ins Bewusstsein des Ortes gehoben worden. So entstand folgerichtig der bisher einzige Brunnen „Jan und Gret“ im Ort. Der Verein KulturTreff hat sich des Museums der Landschaft Eiderstedt angenommen.

 

Über 50 Künstler aus den Bereichen Malerei, Graphik, Skulptur, Fotografie, Literatur, Objekte, Buchkunst, Weberei und Keramik leben und arbeiten in Eiderstedt. Viele haben sich im „Kunstklima“ in Garding zusammengeschlossen. Der in den letzten Jahren gegründete Verein „Kispo“, Kunst in St. Peter-Ording, führt Ausstellungen im Sommer in der Strandkorbhalle Hungerhamm durch. Im Kultur-Portal St. Peter-Ording sind Adressen der Künstler aus St. Peter-Ording aufgeführt.

 

1984 begann Eckardt Kloth im Auftrag der Gemeinde Bilder für eine Gemeindegalerie einzuwerben. Mit Erich Duggen und später Hansjürgen Krähe, ebenfalls Kunsterzieher am Gymnasium, gelang es ihm einige der hier angesprochenen Künstler aufzusuchen und sie zur Hergabe einiger ihrer hier gemalten Bilder zu bewegen. Viel Geld hatte er dafür seitens der Gemeinde nicht zur Verfügung, aber seine Liebe zur Malerei und seine Überzeugungskraft führten auch dazu, dass inzwischen eine beachtliche Zahl von Bildern, ca. 1500 von über 50 Künstlern, ein großer Teil davon als Schenkung, sich heute im Besitz der Gemeinde befindet.

 

In St. Peter-Ording gab es bis 2017 allerdings keinen Ausstellungsort für die vielen Künstler am Ort, es gab auch kein Gebäude für die Gemeindegalerie.

Wie sagte es Erich Duggen 1977: “Bei der Planung für den weiteren Ausbau der Kureinrichtungen sollten die Verantwortlichen berücksichtigen, dass hier ein aufblühender Zweig kulturellen Lebens mehr Zuwendung und Raum mit Stellwänden benötigt als bisher.“ [3]

Anmerkungen:

1 Von hier an ist es eine Zusammenfassung aus den Büchern 1, 2, 3, 7, 8, 10, 12, 13, 15

2 Hier endet die Zusammenfassung

3 Aus Buch 2, S. 70

 

 

Literatur

 

  1. Die Bildersammlung der Gemeinde Sankt Peter-Ording, Gesamtkatalog, Hrsg.: Eckhard Kloth und Hansjürgen Krähe im Eiderstedter Museums-Spiegel Beiheft 1/2002
  2. Erich Duggen, Maler in St. Peter-Ording in 100 Jahre Bad Sankt Peter-Ording, Hrsg.: Gemeinde St. Peter-Ording Redaktion: Werner Klose im Verlag H. Lühr & Dircks, SPO 1977
  3. Die Oppel-Schule und ihre Gründerin Käthe Oppel, Heft 23, 2003 Hrsg.: AG Orts-Chronik e.V.
  4. Kultur-Portal St. Peter-Ording – Flyer    herunterzuladen aus dem JAHRBUCH www.jb-spo.de  unter „Extras“
  5. Kunstklima – Garding   unter www.kunstklima.com
  6. Lesenswert: Vortrag von Hansjürgen Krähe über den St. Peteraner Maler „Der frühe Duggen“ anlässlich der Ausstellung vom 19. März – 24. April 2016 im Alten Rathaus Garding – www.jb-spo.de unter „Extras – Duggenstiftung“
  7. Hansjürgen Krähe, Die Malerin Danielsen, Heft 20/1998 der AG-Ortschronik, S.166ff
  8. Hansjürgen Krähe, Kunsterzieher am Nordseegymnasium, Heft 18/1996 der AG-Ortschronik, S. 161ff
  9. Hansjürgen Krähe, Erich Duggen zum Gedenken, Heft 12/1990 der AG-Ortschronik , S. 34
  10. Hansjürgen Krähe, Hinrich Kuhn und Erwin Hinrichsen, Heft 12/1990 der AG-Ortschronik, S. 37ff
  11. Claus Heitmann, Jan und Gret, Heft 12/1990 der AG-Ortschronik, S. 158ff
  12. Hansjürgen Krähe, Hubert Meyforth, der Maler, Heft 25/2006 der AG-Ortschronik, S.274ff
  13. Hansjürgen Krähe, Heinrich Vogeler, Heft 5 2/1987 der AG-Ortschronik , S.49ff
  14. Jürgen-Erich Klotz, Der König der Wellen von F.K. Gotsch, Heft 11, Jan.1990 der AG-Ortschronik,  S.155ff
  15. Claus Heitmann, Kultur nach dem Krieg, Heft 10, Juli 1989 der AG-Ortschronik, S.113 f

Georg Panskus

Gorch-Fock-Weg 24

25826 St. Peter-Ording

Herausgeber des JAHRBUCH St. Peter-Ording in www.jb-spo.de

 

[1]

[2]

3

Jean Philippe Cluzeau

 

wurde 1950 in Saintes bei La Rochelle, nicht weit von der französischen Atlantikküste entfernt, geboren. Nach der Schulzeit hatte er privaten Kunstunterricht in London und danach an der Kunsthochschule in Wien. Hier gab es wichtige Begegnungen mit Ernst Fuchs und Friedensreich Hundertwasser. Es folgten Ausstellungen seiner Arbeiten in Galerien zu Paris, Marburg und Wien.

 

Von 1978 bis 1979 arbeitete Cluzeau im Zentrum für Kunst und Kunstwissenschaft in Herborn bei Wetzlar. Für den Zirkus Roncalli übernahm er Gestaltungsaufgaben im Auftrag von Andre Heller.

 

Cluzeau sieht sich vorrangig als Zeichner, der seine Eindrücke und Empfindungen durch die Linie als Ausdrucksträger sichtbar machen will. Mit dieser künstlerischen Auffassung hat er sich bei seinen Aufenthalten in Schleswig-Holstein mit Einfühlung und Betroffenheit mit den Novellen Theodor Storms auseinandergesetzt.

 

Im Laufe der Jahre gab es weltweit Ausstellungen des Künstlers in Frankreich, USA, Kanada und 1994, 1995 und 1996 in St. Peter-Ording. Hier waren grafische Arbeiten mit Ansichten des Ortes in farbigen Montagegestaltungen entstanden, von denen die Sammlung der Gemeinde St. Peter-Ording typische Beispiele erwerben konnte.                                               Hansjürgen Krähe 2018

Ingeborg  Danielsen

 

 

wurde am 10. Juli 1908 in Hamburg geboren. In den Jahren 1912 bis 1914 hielt sie sich mit ihrer Mutter in Kamerun auf, kehrte dann nach kurzem Aufenthalt in englischer Gefangen-schaft nach Hamburg zurück. 1927 bis 1930 kam sie an die renommierte Letteschule in Berlin, in der junge Frauen für unterschiedliche Berufszweige ausgebildet wurden. Ingeborg Danielsen fiel durch ihre künstlerische Begabung auf und wurde in die Zeichen- und Illustrationsklasse aufgenommen.

 Schon bald konnte sie in Berlin als vielseitige Grafikerin tätig werden und wurde in der angesehenen Zeitschrift „Gebrauchsgrafik“ gewürdigt. Zeichnungen und Aquarelle erschienen in „Westermanns Monatsheften“. In den letzten Kriegsjahren wurde sie aus Berlin evakuiert und gelangte 1945 nach St. Peter. Hier fand sie anregenden Anschluss an Lydia Pilgrams Kinderheim „Haus in der Sonne“, das hilflosen Flüchtlingskindern, die ihre Eltern verloren hatten, eine Heimstatt bot. Ingeborg Danielsen schenkte diesen unschuldigen Opfern der Kriegsereignisse ihre Aufmerksamkeit und schuf eine Reihe bewegender zeichnerischer Darstellungen, die sich einfühlsam den verstörten Kindern widmeten.

Im „Haus in der Sonne“ fand sie selber Zuspruch und Anregungen durch andere Künstler, die es nach St. Peter verschlagen hatte. Das weckte bei ihr den Wunsch, sich künstlerisch weiterzubilden, und sie trat 1953 in Hamburg an der Landeskunstschule in die Malklasse Karl Kluths ein, der sich sehr verständnisvoll um seine verspätete, aber begabte Schülerin kümmerte. Als der modernere Künstler Heinz Trokes an die Hamburger Kunsthochschule kam, erhielt sie auch von ihm weitere Anregungen.

Danach suchte sie auf ausgedehnten Reisen den Blick auf neue Themenfelder zu erweitern. So entstanden unterschiedlichste bildnerische Arbeiten, auch stark abstrahierende Gestaltungen.

 Ingeborg Danielsen blieb über alle Jahre St. Peter-Ording und dem „Haus in der Sonne“ verbunden. Hier erkannte man den Wert ihrer Bilder und stellte sie 1997 in der Gemeindebücherei aus. Etliche Bilder gelangten später auch in die Kunstsammlung St. Peter-Ording. Leider konnte die gealterte Künstlerin diese Würdigungen nicht mehr selber erleben. Sie starb am 16. Oktober 1997 in Hamburg.                    Hansjürgen Krähe 2018

 

 

 

Erich   Duggen

 

 

wurde am 23. Februar 1910 in Schleswig geboren. 1921 zog seine Familie nach Kiel. Hier bestand Duggen an der Gelehrtenschule das Abitur. Von Jugend an galt sein besonderes Interesse der Kunst. Er lernte sie in der Kieler Kunsthalle, durch Vorträge der Kunsthistoriker an der Universität und durch Ausstellungen im Kieler Kunstverein kennen. So entstand sein Wunsch, selber künstlerisch tätig zu werden.

1928 ging er auf die Staatliche Kunstschule in Berlin zum Studium der Malerei und Grafik und zur Ausbildung zum Kunsterzieher. Seine damaligen Kunstprofessoren fühlten sich nicht mehr ausschließlich dem Expressionismus verbunden, sondern legten Wert auf eine bildnerisch freie und lebendige Auseinandersetzung mit den Themen Mensch und Natur. Die Berliner Kunststudenten fühlten sich aber den Errungenschaften der expressionistischen Künstler innerlich verbunden und setzten sich gegen die bald einsetzenden Diffamierungen durch die NS-Kunstpolitik zur Wehr. Ihr Protest blieb erfolglos, aber gleichwohl schätzte Erich Duggen die Ausdrucksstärke Emil Noldes und Erich Heckels. Er entwickelte allerdings bald einen eigenen Malstil, mit dem er sich, seinem Wesen entsprechend, der Darstellung von Meer und Küste, auch den Nordsee-inseln, widmen konnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Duggen nach St. Peter, dem Heimatort seiner Frau, die er 1942 geheiratet hatte. Hier konnte er am neugegründeten Nordseegymnasium als Kunsterzieher tätig werden und auf die bauliche Entwicklung der neuen Schule wichtigen Einfluss nehmen. Dabei kamen seine Vorstellungen von einem modernen Kunstunterricht in Zeichensaal und Werkstätten zur Geltung.

Daneben galt seine Aufmerksamkeit der hiesigen Natur mit Vorland und Sandbank, auch der umgebenden Eiderstedter Marschlandschaft. Er stellte sich konsequent dieser Thematik. Dabei nahm er viele Anregungen der zeitgenössischen Kunst, die nun frei auch aus dem Ausland eindrangen, schöpferisch auf. In seiner Arbeit nahm jetzt auch das Aquarell in einer bevorzugten Nass-in-nass-Technik breiten Raum ein. Duggens Bilder waren auf den jährlichen Ausstellungen des Landesverbandes Bildender Künstler Schleswig-Holsteins zu sehen, daneben an vielen anderen Orten, so auch in St. Peter-Ording. Beispiele seiner Kunst gelangten in das Landesmuseum im Schloss Gottorf und in das Husumer Nordfriesische Museum.

 

Erich Duggen starb 1989 kurz vor dem Erreichen seines 80. Geburtstages. Seine Familie entschloss sich 2015, den umfangreichen Nachlass des Künstlers der Gemeinde St. Peter-Ording zu übergeben. Diese Werke wurden so mit den vielen Bildern der Kunstsammlung unserer Gemeinde vereinigt, die durch Duggens Initiative seit einigen Jahrzehnten aufgebaut wurde.                                                                 Hansjürgen Krähe 2018

 

 

 

Julia   Ehlers

 

 

wurde am 18. Februar 1922 in Leipzig geboren. Durch fundierte Anregungen im Elternhaus wurde schon früh ihr Interesse für Werke der bildenden Kunst geweckt. Das setzte sich fort, als der weitere Bildungsweg nach dem Ortswechsel auf dem Gymnasium in Naumburg stattfand. Nach dem Abitur gab es allerdings Anforderungen, die der Zweite Weltkrieg an die junge Frau stellte, die nun als Briefträgerin in Weimar arbeiten musste.

Nach dem Ende des Krieges gab es dann die Entscheidung zu einer künstlerischen Ausbildung. Ein Studium der Malerei im zerstörten Dresden war zunächst allerdings nicht möglich, aber in einer Buchbinderaus-bildung mit künstlerischem Anspruch war hier ein Studienplatz zu erreichen. Dieses Studium fand dann in der renommierten Burg Giebichenstein in Halle Fortsetzung und erfolgreichen Abschluss. Die Möglichkeit, auf der „Burg“ eine Ausbildung in Malerei anzuschließen, zerschlug sich, weil der Wunschprofessor an die Kunstakademie München wechselte. Er empfahl, lieber an die Kunsthochschule in West-Berlin zu gehen. Julia Ehlers wurde dort 1949 aufgenommen als Schülerin Hans Uhlmanns und Ernst Schumachers.

 

Uhlmann hatte gerade den Kunstpreis der Stadt Berlin und seine Berufung als Professor erhalten. Er widmete sich vorwiegend der Plastik. Das führte dazu, dass Julia Ehlers ihren späteren Mann Otto Ehlers kennenlernte, der Bildhauerei studierte. Für die junge Malerin wurde Ernst Schumacher prägend. Er hatte sich nach seinem Studium in Düsseldorf vor allem in Paris fortgebildet. Sein Weg vom Impressionismus zu einer stark formbetonten freien Gestaltung der Landschaft und des Stilllebens entsprach den Vorstellungen des Akademiedirektors Karl Hofer, der sich leidenschaftlich gegen eine Einbeziehung ungegenständlicher Darstellung in der Ausbildung des Nachwuchses wehrte.

 

Julia Ehlers folgte bis in ihr Spätwerk hinein kraftvoll und phantasiereich ihrem damals eingeschlagenen Weg. Als sie 1957 mit ihrer großen Familie nach St. Peter gekommen war, schuf sie beeindruckende Darstellungen von Natur- und Kulturlandschaften ihrer neuen Heimat. Sie malte ihre Kinder und sich selber, später dann Bewohnerinnen im Altenheim Martje-Flohrs-Haus in Garding und im Paul-Gerhardt-Haus in Tönning, wo sie selber viele Jahre gelebt hat, umgeben von ihren Gemälden und Zeichnungen, die Zimmer und Flure schmückten. Um Ausstellungen bemühte sich Julia Ehlers nicht, ihr bot die künstlerische Arbeit genügend Erfüllung. Freunde und Familie sorgten gelegentlich in St. Peter-Ording und in ihren Heimen für Ausstellungen, deren hohe künstlerische Qualität für Überraschungen sorgte. Julia Ehlers starb am 6. September 2016 im Alter von 94 Jahren im Paul-Gerhardt-Haus. Noch zu ihren Lebzeiten erwarb unsere Gemeinde Ölbilder und Zeichnungen für die Kunstsammlung St. Peter-Ording.                                       Hansjürgen Krähe 2018

 

 

 

Annemarie Ewertsen

 

wurde am 5. März 1909 in Kiel geboren. Sie studierte von 1927 bis 1941 an der Kunstgewerbeschule in Kiel. In diesen Jahren erwarb sie das Rüstzeug für vielfältige künstlerische Betätigungen.

 

Daneben fand sie für ihre Bildgestaltungen wichtige Anregungen durch eine frühzeitige Hinwendung zum Thema Küste und Meer. Wichtige Anstöße gaben ihr regelmäßige Sommerreisen nach Ahrenshoop an der Ostseeküste Vorpommerns. Die Unterbrechungen während ihres Kunststudiums waren Ergänzungen ihrer Ausbildung in Kiel, da die Gründung einer Künstlerkolonie in Ahrenshoop verbunden war mit dem Gedanken einer Förderung in einer Malschule, die besonders für junge Künstlerinnen gedacht war.

Als Annemarie Ewertsen einige Jahrzehnte später den Ort auf dem Darß für sich entdeckte, war er bereits zu einem festen Begriff für einen Künstlerort wie Worpswede geworden.

 

Nachdem die moderne Freilichtmalerei, eine Grundlage des Impressionismus, durch die Gestaltungskraft expressionistischer Maler abgelöst worden war, kam in den zwanziger Jahren durch eine neue Künstlergeneration eine neue Sicht der Natur in der Landschaftsmalerei zum Ausdruck, die für Annemarie Ewertsens Kunst maßgeblich wurde, als sie ihre Motive im heimatlichen Schleswig-Holstein gefunden hatte.

 

In ihrem Wohnort Kiel entstand ein umfangreiches Werk der Landschaftsmalerei, das allerdings im Krieg weitgehend zerstört wurde. Für Annemarie Ewertsen war aber das Meer nicht nur eindrucksvolles naturhaftes Element, sondern auch die Welt der Seefahrt. So erhielt sie den Auftrag, für das große Ehrenmal in Laboe die bildnerische Ausstattung durch Grafiken und Sgraffiti (Einritzen der Zeichnung in die feuchte Putzschicht) zu übernehmen.

 

Für Schulen in Kiel und Preetz gestaltete sie große Emailbilder. Für die Kunstsammlung der Gemeinde St. Peter-Ording war sie wichtig durch die Landschaftsdarstellungen im Aquarell, die Annemarie Ewertsen in die Reihe bedeutender Kieler Künstler stellt, die für ihre eindrucksvollen Darstellungen der schleswig-holsteinischen Westküste eine lichtvolle Wasserfarbentechnik pflegten.

Annemarie Ewertsen starb am 26.November 1993 in ihrem letzten Wohnort Laboe.                    Hansjürgen Krähe, August 2018

Carl Otto Fey

 

wurde 1894 in Düsseldorf geboren. Er besuchte dort das Gymnasium und studierte anschließend Malerei und Grafik. In Holland und Frankreich folgte er den Vorbildern der impressionistischen Kunst. Als sein Haus in Düsseldorf während des zweiten Weltkrieges zerstört worden war, zog er nach Altenkirchen, einem historisch und landschaftlich ausgezeichneten kleinen Ort im Westerwald.

 

Feys Kunst war hauptsächlich mit Themen der waldreichen Umgebung seines Wohnortes verbunden, wandte sich auch der Welt der Jagd zu und war mit diesen Darstellungen weithin sehr erfolgreich. Er hatte viele Ausstellungen mit seinen Bildern im In- und Ausland und fand speziell interessierte Sammler. Das Wild und seine Lebensräume forderten eine deutliche wirklichkeitsnahe Darstellung, wobei die Gestaltungsmittel der impressionistischen Freilichtmalerei sein Vorbild blieben. Fey hatte allerdings auch bei seinen Malreisen die Motive des Meeres in seine Kunst einbezogen und fand sie auch in St. Peter-Ording im Dorf und in den Dünen.

 

In der Kunstwelt war er aber hauptsächlich als Jagd- und Tiermaler bekannt und geschätzt. Seine Bilder hingen in öffentlichen Gebäuden und in den Vorstandsetagen großer Firmen. Sein Wirken erhielt offizielle Anerkennungen, so 1954 den Ehrenpreis des Kultusministeriums Nordrhein-Westfalen. Seine speziellen Bildthemen, die ihn vor allem bekannt gemacht hatten, brachten ihm 1954 den Kulturpreis des Deutschen Jagdverbandes und 1963 die Silbermedaille der Deutschen Jagdausstellung ein.

 

Die Gemeinde St. Peter-Ording ist glücklich, dass sie hervorragende Beispiele seiner hiesigen Landschaftsdarstellung erwerben konnte, die zugleich Zeugnisse einer breiteren Gestaltungskraft des Malers Carl Otto Fey sind.

Er starb 1971 in Altenkirchen.                                                                                                    Hansjürgen Krähe, August 2018

George Finley

 

wurde 1938 in Denver, Colorado, als Sohn eines amerikanischen Offiziers geboren.  Nach dem Vorbild seines Vaters bewarb sich der junge Finley um einen Studienplatz an der Militärakademie West-Point. Der Kadett kam dann bald nach Deutschland und war in Schwäbisch-Hall stationiert. Hier lernte er seine deutsche Frau kennen und fühlte sich von da an immer mit Deutschland verbunden, durch verwandtschaftliche Beziehungen insbesondere auch mit Nordfriesland.

 

Von Jugend an war Finley ein begeisterter Zeichner, der sich zunächst einem gegenstandsbezogenem Naturstudium widmete. Die erworbene zeichnerische Sicherheit setzte er während seiner langen Militärdienstzeit zunächst in Karikaturen um, in denen er seine soldatische Umwelt ironisch vorführte. Als er dann 1966 in dem Vietnam-Krieg zum Einsatz kam und dessen Opfer erlebte, wurden seine Darstellungen kritisch und seine politische Einstellung von Zweifeln bestimmt.

 

Als er wieder nach Schwäbisch-Hall zurückgekehrt war, erkundete er die familiären Ursprünge seiner Familie und kam dadurch Jahr für Jahr nach Eiderstedt und vorzugsweise nach St. Peter-Ording. Hier war er stark beeindruckt von den kirchlichen Bauwerken aus dem Mittelalter, deren zeichnerische Wiedergabe ihn wieder zu einer sachlichen, realistischen Darstellung führte. Die Landschaft der Nordseeküste fing er auch in farbigen Aquarellen ein.

 

Nachdem George Finley  aus dem Militärdienst als Oberstleutnant ausgeschieden war, kehrte er in die USA zurück, behielt aber eine Wohnung in Schwäbisch-Hall und pflegte weiterhin seine Bindung zu St. Peter-Ording.

 

Seine künstlerischen Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen gezeigt, in Boston und Cambridge, mehrfach in Schwäbisch-Hall, aber auch in St. Peter-Ording. Hier befinden sich viele seiner landschaftsbezogenen Bilder in Privatbesitz, auch in der Bildersammlung der Gemeinde St. Peter-Ording.                                                                                                            Hansjürgen Krähe 2018

 

Barthel Gilles

 

wurde am 31. August 1891 in Rendsburg geboren. Nach der Schulentlassung lernte er Dekorationsmalerei in Köln. An der Kölner Kunstgewerbeschule belegte er daneben Kurse im Aktzeichnen. Daraus entstand der Wunsch, eine richtige Kunstausbildung zu bekommen. Die erhielt er an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Professor Wilhelm Döringer, der hauptsächlich für die Wandmalerei zuständig war.

 

1914 musste Gilles in den Krieg ziehen und wurde bei einem Gasangriff verwundet. Nach Kriegsende 1918 blieb er im Rheinland und bildete hier seine Kunst weiter aus. 1931 erhielt er als Anerkennung den Dürerpreis der Stadt Nürnberg.

 

Gilles war durch die Erlebnisse des Krieges und durch die Nöte der Nachkriegszeit politisch geprägt worden und in die KPD eingetreten. Als die Nationalsozialisten die Macht erobert hatten, fügte er sich in die neuen Verhältnisse und beteiligte sich nach 1933 an den Ausstellungen „Westkunst“ in Essen. Seine Malweise schloss sich in der Technik an die altdeutsche Malerei an, die im Ergebnis Anklänge an die Bilder der Neuen Sachlichkeit zeigten.

 

In Köln wurden 1943 seine Wohnung und große Teile seines Werkes zerstört. Gilles zog dann nach Bremerhaven und 1957 in das kleine Dorf Wees in der Nähe von Flensburg. Von hier aus machte er eine Malreise nach St. Peter-Ording. Ein Aquarell mit Kiefern in den Dünen konnte 1988 für die Bildersammlung unseres Ortes erworben werden. Deutlicher ist sein Malstil ausgeprägt in Bildern im Städtischen Museum zu Flensburg, die in ihrer Auffassung an den Magischen Realismus erinnern.

 

Barthel Gilles starb am 19, November 1977 in Wees. Die Gemeinde ehrte sein Andenken dadurch, dass sie einen Weg nach ihm benannte.                                                                                                                                    Hansjürgen Krähe, August 2018

Hilde Goldschmidt

 

wurde am 7. September 1897 in Leipzig geboren. Sie wuchs dort in einer deutsch-jüdischen Familie auf. Nach dem Schulabschluss studierte sie an der Leipziger Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe. Ihr Lehrer für Zeichnen, Lithographie und Holzschnitt war der renommierte Grafiker und Buchkünstler Hugo Steiner-Prag. 1918 wechselte sie zu Professor Otto Richard Bossert, der Malerei und Grafik lehrte.

 

Besonders wichtig war dann 1919 die Aufnahme in der Dresdener Kunstakademie, an der sie Schülerin von Oskar Kokoschka wurde. Hier lernte sie ihren Mitschüler Friedrich Karl Gotsch kennen. Die Verbindung mit ihm wurde für ihr weiteres Leben entscheidend und brachte sie auch nach St. Peter-Ording.

 

Als Kokoschka 1923 die Dresdener Akademie verließ, reisten Hilde Goldschmidt und Gotsch nach New York. Die Sommermonate gehörten aber von da an den Studienaufenthalten in St. Peter-Ording. Beide malten und aquarellierten in den Dünen und am Strand.

In der Zeit des Nationalsozialismus trennten sich die Wege der beiden. Hilde Goldschmidt war als Jüdin gefährdet und emigrierte nach England. Hier traf sie ihren ehemaligen Lehrer Oskar Kokoschka wieder. Nach dem 2. Weltkrieg lebte sie in Kitzbühel in Österreich. Hilde Goldschmidt malte hier und auf Reisen nach Israel und im Mittelmeerraum bis zu ihrem Lebensende. Auch zu ihrem Kunstfreund Friedrich Karl Gotsch gab es wieder Verbindung.

 

Ihr Werk kam nach der langen Unterbrechung durch Exil und Kriegsfolgen nur langsam wieder in Ausstellungen zur Geltung, so in Jerusalem, in Wien und in Kitzbühel, aber auch in Hamburg und im Schleswiger Landesmuseum.

 

Für St. Peter-Ording war es ein bedeutsamer Gewinn, dass Hilde Goldschmidt auch in der Bildersammlung unserer Gemeinde vertreten ist.  Sie starb am 7. August 1980 in Kitzbühel.                                                                          Hansjürgen Krähe 2018

 

Friedrich Karl Gotsch

 

 

wurde am 3. Februar 1900 im Dorf Pries bei Kiel als Friedrich Karl Müller geboren. Als Künstler nannte er sich später nach dem Geburtsnamen seiner Mutter F. K. Gotsch und signierte seine Bilder mit FKG. In Kiel besuchte er die Oberrealschule, die er 1917 mit dem Abitur abschloss. Im Anschluss daran studierte er zunächst an der Kieler Universität Philosophie und Kunstgeschichte, nahm aber zugleich erfolgreich Malunterricht bei dem angesehenen Kieler Künstler Hans Ralfs. Bereits 1920 hatte Gotsch seine erste Einzelausstellung in der Kieler Kunsthalle.

Im gleichen Jahr wechselte er an die Kunstakademie in Dresden und war dort von 1921 bis 1923 Meisterschüler Oskar Kokoschkas, der dann allerdings Dresden verließ, aber mit seinem Schüler lebenslang verbunden blieb.

Seit dem Sommer 1921, kam Gotsch zusammen mit seiner Studienfreundin Hilde Goldschmidt regelmäßig für Studienaufenthalte nach St. Peter. 1933 zog er nach Berlin, während die Jüdin Hilde Goldschmidt vor der Verfolgung Deutschland verließ. Der Künstler Gotsch erfuhr in den folgenden Jahren mancherlei Einschränkungen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er Soldat, blieb aber im Einsatz in der Heimat.

1945 kam Gotsch nach St. Peter, übernahm verschiedene Ämter, leitete das Eiderstedter Heimatmuseum und eine Zweigstelle des Hamburger „Baukreises“, eine Ausbildungsstätte für junge Künstler. 1950 heiratete er Johanna Ascher, die aus Mähren nach St. Peter gekommen war und zunächst mit Gotsch im Haus „Kieferneck“ in der Dorfstraße lebte. Später bezogen sie einen geräumigen Neubau „Achter de Dünen“. Hier wurde Sohn Halvor geboren.

Gotsch fand für seine Kunst neue Möglichkeiten, setzte sich mit den vielfältigen Anregungen der künstlerischen Moderne im In- und Ausland auseinander und entwickelte bald einen eigenständigen Malstil. Seine Bilder wurden zunehmend durch Ausstellungen in Deutschland, England und Skandinavien bekannt. 1962 erhielt er den Villa-Romana-Preis Florenz und war 1968 Ehrengast der Villa Massimo in Rom. Ein Jahr später wurde im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum im Schloss Gottorf zu Schleswig die Friedrich-Karl-Gotsch-Stiftung gegründet. 1969 wurde vor dem Kurzentrum im Bad in St. Peter-Ording das Monumentalrelief „König der Wellen“ nach dem Entwurf von Gotsch errichtet.

 

F. K. Gotsch, 1971 von der Landesregierung zum Professor ernannt, blieb bis an sein Lebensende in St. Peter-Ording. Die Gemeinde ist glücklich, hervorragende Beispiele seiner künstlerischen Darstellungen unseres Ortes und seiner landschaftlichen Besonderheiten zu besitzen. Am 21. September 1984 ist Gotsch gestorben. Sein Grab befindet sich auf dem Ordinger Friedhof.                                                         Hansjürgen Krähe 2018

 

Friedrich Griese

 

wurde 1898 in Süderbrarup geboren.

 

Er lebte und arbeitete künstlerisch in Kiel. Dort starb er 1981.

 

Unsere Gemeinde erhielt vom Schützenverein St. Peter-Ording als Geschenk eine fein abgestimmte Dünenlandschaft in Pastell.

 

Hans-Jürgen Jensen

 

wurde 1924 geboren. Nach der Schulzeit mit Abitur als Abschluss wurde er 1942 Soldat und musste in den Krieg. Seine deutliche künstlerische Begabung konnte Jensen nach dem Ende des 2. Weltkrieges zunächst nicht entwickeln. Er absolvierte notgedrungen eine handwerkliche Lehre.

Danach studierte er Pädagogik und war dann in Oldenburg (Holstein) als Lehrer tätig.

Mit seiner Liebe zur Landschaft, die er durch familiäre Verbindung nach St. Peter-Ording entwickelte, kam er zur Malerei und stellte seine eindrucksvollen Landschaftsaquarelle auch hier aus.                                                              Hansjürgen Krähe  2018

Albert Johannsen

 

wurde am 21. März 1890 in Husum geboren. Nach der Schulzeit im dortigen Gymnasium ging der Achtzehnjährige auf die Kunstakademie in Weimar. Die Wahl dieses Studienortes war ganz bewusst geschehen. Um überzeugende Auskunft über die künstlerische Begabung des Sohnes zu erhalten, wurde der Maler Jacob Alberts befragt.

 

Alberts, Bauernsohn aus Westerhever in Eiderstedt, war damals bereits ein erfolgreicher Künstler in Berlin, dort viel beachtet als „Maler der Halligen“. Er erteilte den Rat, ein Kunststudium zu beginnen, und er schlug die Weimarer Akademie vor, von der er wusste, dass dort eine frische, zeitgemäße Landschaftsmalerei vor der Natur gelehrt wurde. Alberts‘ Freund Max Liebermann hatte dort studiert und die bekannten schleswig-holsteinischen Maler Hans-Peter Feddersen und Christian Rohlfs hatten dort eine hervorragende Ausbildung genossen.

Nach drei Jahren ging Johannsen dann auf die Dresdener Akademie und wurde dort Schüler des berühmten Prof. Carl Bantzer. Dessen Bildthemen waren dem Volksleben in seiner hessischen Heimat gewidmet. Das mag Albert Johannsen bewogen haben, sich später ganz der Darstellung der heimatlichen Landschaft zu widmen.

Im 1. Weltkrieg war Johannsen Soldat, ging aber danach wieder zu Bantzer, der inzwischen als Professor an die Akademie in Kassel gewechselt war.

Als sich Albert Johannsen 1924 in seiner Vaterstadt Husum niederließ, hielt er doch vielfache Verbindungen zur weiten Welt, reiste nach Spanien und Italien und suchte regelmäßig Anregungen in Paris.

 

In Husum widmete er sich vor allem der Landschaftsmalerei, in der näheren Umgebung, aber besonders auch in Eiderstedt und St. Peter-Ording. Er baute ein Atelierhaus in der Eiderstedter Marsch in Porrendeich, wo viele seiner Motive vor der Tür lagen.

Albert Johannsen wurde einer der bekanntesten schleswig-holsteinischen Maler, er erhielt 1949 den Kunstpreis seines Heimatlandes und 1955 das Bundesverdienstkreuz.

 

Der künstlerische Nachlass kam in das Nordfriesische Museum in Husum.

 

Albert Johannsen starb am 23. Januar 1875 in Husum.                                                                    Hansjürgen Krähe 2018

Peter Kleinschmidt

 

 

wurde am 10. April 1923 in Lauenburg/Pommern geboren. Nach der Schulzeit nahm er Malunterricht bei dem Architektur- und Landschaftsmaler Otto Lang-Wollin in Stettin. Dann kam der Krieg, und Kleinschmidt wurde zur Kriegsmarine eingezogen. Nach 1945 konnte er, seiner künstlerischen Begabung folgend, ein Studium an der Hamburger Landeskunstschule aufnehmen. Bis 1950 erhielt er hier nachhaltige Förderung durch seine Lehrer in Malerei Ivo Hauptmann und Willem Grimm. Besonders wichtig wurde Willi Titze in der Klasse für Grafik. Germanistik und Kunstgeschichte studierte Kleinschmidt an der Hamburger Universität.

Nach dem 1. Staatsexamen kam er an das Nordseegymnasium St. Peter und gab vor allem Unterricht in seinem Hauptfach Kunsterziehung bis 1955. Für seine eigene künstlerische Arbeit standen Motive im Vordergrund, die er in St. Peter und Umgebung vorfand, auch Küste, Meer und Wolken waren Themen seiner Darstellungen. Neben eindrucksvollen Aquarellen war es vor allem der Holzschnitt, der zu Kleinschmidts bevorzugter Technik wurde. Dabei wirkten beispielhaft die Holzschnitte Willem Grimms nach, die dieser Hamburger Lehrer neben seinen eindrucksvollen Farbgestaltungen seinen Schülern vermittelt hatte. In seiner St.-Peter-Zeit fand Kleinschmidt auch Anregungen durch Erich Duggen und Ursula Costard, die am Nordseegymnasium Kunstunterricht gaben. Seit 1954 war Kleinschmidt Mitglied im Bund bildender Künstler und stellte seitdem regelmäßig in den Landesschauen aus. 1954 war er Preisträger im Wettbewerb junger Künstler in Schleswig-Holstein.

1955 zog Kleinschmidt nach Lübeck und trat dort der Gemeinschaft Lübecker Maler und Bildhauer bei. Seine Bilder waren nun auf vielen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen, in etlichen Städten gab es Einzelausstellungen für ihn.

Studienreisen führten ihn hauptsächlich nach Skandinavien, angeregt auch durch ein Stipendium der Possehlstiftung Lübeck für einen Aufenthalt in Finnland. Auf der schwedischen Insel Öland kam es zur Wiederbegegnung mit Beatrice du Vinage, die er als Künstlerin in St. Peter kennengelernt hatte.

Kleinschmidts Werke befinden sich in vielen öffentlichen Sammlungen, u. a. in Kiel, Schleswig, Flensburg und Hamburg. Für die Kunstsammlung St. Peter-Ording war es ein Gewinn, dass zu Lebzeiten des Künstlers Aquarelle, Holzschnitte und auch besonders charakteristische Federzeichnungen erworben werden konnten. Peter Kleinschmidt starb am 26. April 2005 in Lübeck.                                                       Hansjürgen Krähe 2018

 

Fritz Kronenberg

 

wurde am 13. Dezember 1901 in Kiel geboren. Nach einer Ausbildung als Holzbildhauer studierte Kronenberg an der Kunstakademie in Karlsruhe. Anschließend fuhr er in die USA und als Matrose nach Spanien und Nordafrika, auch nach Norwegen. Die Liebe zur Weite der Welt und zum Meer blieb ihm lebenslang erhalten, prägte auch immer wieder seine Kunst. In Paris nahm er Anregungen aus der Entwicklung der zeitgenössischen Malerei auf, auch durch persönliche Beziehung zu George Braque.

 

Diese Einflüsse nahm er mit, als er nach Hamburg zog und seine eigene Kunstsprache ausbildete. In Hamburg traf er auf junge Künstlerinnen und Künstler, die eine kraftvolle, nachexpressionistische Bildsprache gefunden hatten, besonders ausgeprägt in der Landschaftsmalerei. Diese Künstler schlossen sich zur Gruppe der Hamburger Sezession zusammen, deren Wirken zwar im 3. Reich unheilvoll unterbrochen wurde, aber doch bei allen Mitgliedern, zwar zeitweilig versteckt, doch bis in die Jahre nach dem 2. Weltkrieg lebendig blieb.

 

Als er in Hamburg durch die Luftangriffe Wohnung und Atelier verloren hatte, musste er mit Frau und Kind nach Schleswig-Holstein ausweichen. So kam er auch nach St. Peter-Ording und damit in eine Landschaft an Küste, Vorland und Meer. Er fand Anschluss an das Kinderheim „Haus in der Sonne“ in St. Peter-Böhl, dessen Inhaberin Lydia Pilgrim nicht nur eine rührige Betreuerin für vereinsamte Flüchtlingskinder war, sondern auch ihr Haus für künstlerisch aktive Persönlichkeiten öffnete. Für sie alle war die Kunst Kronenbergs gültiger Maßstab und erstrebenswertes Vorbild.

 

Kronenberg baute dann in den Folgejahren in Hamburg seine Kunst weiter aus, nahm lebendigen Anteil an der weiteren Entwicklung der Gegenwartskunst, die besonders durch französische Einflüsse geprägt war und verfolgte auch wieder durch Reisen die Ausweitung seiner Weltsicht.

 

Die Aquarelle mit Motiven aus St. Peter in der Sammlung unserer Gemeinde geben eine Vorstellung von der eindrucksvollen Gestaltung der Naturerlebnisse im Werk Fritz Kronenbergs.

 

Er starb am 4. April 1960 in Hamburg.                                                                                             Hansjürgen Krähe 2018

Heinrich Kuhn

 

 

wurde 1906 in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Berliner Universität und machte sein Staatsexamen in den Fächern Philosophie, Deutsch und Geschichte. Daneben gehörte sein Interesse von früh auf neben der Literatur und Musik der bildenden Kunst. Außer auf Ausstellungen suchte er persönlichen Kontakt zu den expressionistischen Malern seiner Zeit in Berlin, insbesondere zu Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff.

Der junge Heinrich Kuhn folgte seinen Vorbildern in ihrer kraftvollen, ausdrucksstarken Bildsprache, die durch leuchtende Farbflächen und kantige Formen gekennzeichnet war. Und er folgte diesen Künstlern auch bei ihrer Vorliebe für die Motive der Küste und ihrer Bewohner, die sie gern auf der Kurischen Nehrung aufsuchten.

Kriegsdienst und Gefangenschaft unterbrachen für acht lange Jahre Kuhns Entwicklung und seine pädagogische Tätigkeit als Lehrer am Gymnasium. Der Neubeginn nach dieser schweren Zeit führte ihn nach Schleswig-Holstein und 1954 an das Nordseegymnasium in St. Peter-Ording, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1968 unterrichtete.

Neben seiner Tätigkeit an der Schule, die auch gern Kunstbetrachtung einbezog, verfolgte Kuhn die Kunstentwicklung in den Jahrzehnten der Nachkriegszeit und bezog sie in seine eigenen Gestaltungen ein. Er nahm aber auch die prägenden Natureindrücke seines neuen Lebensraumes auf, verband sie in seinen Bildern mit den neuen Bildsprachen, auf die er auf Ausstellungen und in Berichten hingewiesen wurde.

So entstand in St. Peter-Ording ein vielschichtiges und umfangreiches Lebenswerk, für das er lebhafte Beachtung und Würdigung erfuhr. Gern nahm die Gemeinde seine Bilder in ihre Kunstsammlung auf.

Nach der Pensionierung zog Heinrich Kuhn nach Hamburg. Dort starb er 1991.              Hansjürgen Krähe 2018

 

Michael Leps

 

wurde 1908 in Berlin geboren.

Er studierte Meereskunde und promovierte in diesem Fach.

 

Leps entwickelte daneben seine künstlerische Begabung und unterrichtete auch als Kunsterzieher. Seine fachliche Beziehung zum Meer führte ihn auch in seiner Malerei in Küstenregionen in Schleswig-Holstein und Skandinavien.

 

Als er im Alter in St. Peter-Ording sesshaft geworden war, fand er seine Motive im Strand- und Wattgebiet.

 

Dr. Leps starb 1998 in Eckernförde.                                                                                               Hansjürgen Krähe 2018

Hubert Meiforth

 

wurde am 21.Februar 1913 in Wilster/Holstein geboren. Von hier aus besuchte er das Glückstädter Gymnasium, in dem er seine künstlerische Begabung durch den verständnisvollen Einfluss seines Zeichenlehrers entwickeln konnte. Vorbilder wurden für ihn der Glückstädter Maler Max Kahlke und der Itzehoer vielseitige Künstler Wenzel Hablik.

 

Nach Abschluss der Glückstädter Gymnasialzeit ging Meiforth nach Hamburg auf die Kunstgewerbeschule. Dort lernte er besonders die Malerei des angesehenen Hamburger Malers Arthur Illies kennen, die für den jungen Kunststudenten zum Maßstab wurde.

Nach wenigen Semestern brach Meiforth allerdings sein Kunststudium ab und beteiligte sich aktiv in führender Position am Aufbau der Jugendbewegung (HJ) im Dritten Reich.

 

Seine künstlerische Tätigkeit nahm Meiforth einige Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges wieder auf und machte sie zum Hauptinhalt seines weiteren Lebensweges, der ihn 1970 auf den „Richardshof“ in St. Peter-Wittendün führte. Angeregt durch die Nordseelandschaft, die seine Eindrücke nachhaltig geprägt hat, entstand hier im von ihm restaurierten alten Haubarg ein umfangreiches Werk

Eine Besonderheit ist die von Meiforth entwickelte Maltechnik, bei der er seine Wasserfarbenmalerei auf grundiertem Japanpapier auftrug, die eine Wirkung ermöglichte, die der Maler als wesensgemäß für die Gestaltung der meeresnahen Stimmungen empfand.

 

Er starb am 28. Dezember 1995.                                                                                                      Hansjürgen Krähe 2018

Hans Olde d. J.

 

wurde am 3. Dezember 1895 in Gut Seekamp bei Kiel geboren. Sein Vater war Hans Olde d. Ä., ein angesehener Maler, Direktor der Kunstakademie in Weimar, dann an der in Kassel.

 

Der Sohn wuchs also in einem künstlerischen Haus auf und lernte früh berühmte deutsche Künstler kennen.

Trotzdem schlug er einen anderen Weg ein und studierte Philosophie. Als der Vater 1923 gestorben war, folgte er seiner künstlerischen Begabung und ging nach München, wo der Maler Hans Hofmann eine „Schule für Moderne Kunst“ leitete. Damit ließ er das Vorbild seines Vaters hinter sich, kehrte aber später, als er sich in Gauting bei München niedergelassen hatte, zu einer lichtvollen Landschaftsmalerei zurück, für die er durch seinen Aufenthalt in Frankreich angeregt worden war.

 

Nach dem 2. Weltkrieg, den er als Soldat erleben musste, nahm er seine Kunst wieder auf, machte wieder viele Malreisen, vor allem nach Frankreich, kam aber auch nach St. Peter-Ording, wo er die Nordseelandschaft schätzen lernte, die ihn mehrfach wieder anzog. Dabei fand er auch verständnisvolle Aufnahme im Böhler Kinderheim „Haus in der Sonne“ Lydia Pilgrams, wo er auch andere Maler traf.

Seine Werke wurden in vielen Ausstellungen gezeigt und geschätzt. In seiner alten Heimat wurde 1989 eine umfangreiche Ausstellung seines Lebenswerkes in Kiel gezeigt. Die erlebte der Künstler nicht mehr, er war am 26. August 1987 in Gauting gestorben. Aber ehrenvolle Anerkennungen hatte er noch erlebt. Die Stadt München verlieh ihm Kunstpreise, die Bayrische Akademie der Künste ehrte ihn durch eine Ehrengabe.

 

Im Alter veröffentlichte Hans Olde d. J. seine Kindheitserinnerungen, in denen seine Gedanken zum Gut Seekamp zurückkehrten.

 

Hansjürgen Krähe 2018

Hans Rickers

 

wurde am 10. September 1899 in Itzehoe geboren. Nach dem Schulabschluss machte er zunächst eine Lehre, ging dann aber 1917 als Kriegsfreiwilliger zur Marine.

Nach dem Krieg entwickelte sich seine künstlerische Begabung. In ihrer weiteren Ausbildung besuchte er in Kiel die Handwerker- und Kunstgewerbeschule. Danach wandte sich Rickers vorwiegend der Landschaftsmalerei zu, die vor allem in Kiel große Anerkennung erfuhr.

 

Für seine künstlerische Arbeit wurde zunehmend die Aquarellmalerei wichtig. Er traf mit dieser Vorliebe auf ähnliche Bestrebungen bei der Kieler Künstlerin Leonore Vespermann und dem Rendsburger Erwin Hinrichs. Sie bildeten gemeinsam eine Werkgemeinschaft Kieler Künstler, zu der dann auch Erich Duggen stieß. In ihrer Maltechnik bevorzugten sie alle eine Nass-in-Nass-Malerei, die ihre Kunst vor allem an der Nordseeküste und hier besonders in Eiderstedt befruchtete. Sie wohnten dabei gern zusammen in der Gastwirtschaft „Wasserkrug“ im Wasserkoog in Tetenbüllspieker. Es gab gegenseitige Anregungen und Beurteilungen. In der Folge zeigten sie auch gemeinsam ihre Aquarelle in Kiel, Hamburg und Wilhelmshaven.

 

Während des zweiten Weltkrieges war Rickers Soldat bei der Kriegsmarine, konnte aber während seines Einsatzes im Ostseebereich seine bevorzugte Aquarellmalerei fortsetzen. Seine Wohnung und sein Atelier in Kiel wurden aber bei Luftangriffen zerstört, dabei auch sein künstlerisches Werk.

 

Nach schwierigen Jahren der Nachkriegszeit nahm Rickers seine Arbeit als Maler wieder auf, schuf unter anderem eine Serie mit Darstellungen der Kieler Trümmerlandschaft.

 

1954 erhielt Rickers den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein. In Kiel fanden zu seinem 60. und 70. Geburtstag ehrende Ausstellungen statt.

 

Die Sammlung der Gemeinde St. Peter-Ording besitzt Bilder aller vier Künstler der Kieler Werkgemeinschaft, in denen ihre Arbeit in Eiderstedt dokumentiert ist. Darunter befinden sich auch zwei hervorragende Aquarelle von Rickers aus den Jahren 1935 und 1937.

1979 ist Hans Rickers gestorben.                                                                                                  Hansjürgen Krähe  August 2018

Erhard Schiel

 

 

wurde 1943 in Insterburg/Ostpreußen geboren. Die Kriegsereignisse führten ihn als Flüchtlingskind nach Kiel in Schleswig-Holstein. Seine Begabung brachte ihn 1980 zur Kunst, wobei ihm besonders eine grundlegende Ausbildung in den grafischen Techniken zu seinem unverwechselbaren Stil verhalf.

Aus Neumünster kam Schiel für eine Ausstellung im evangelischen Gemeindehaus nach St. Peter-Ording. Damit wurde er hier erstmals bekannt, und Schiel lernte den Ort kennen und schätzen, der ihm 1986 zur neuen Heimat wurde. Die Nordsee wurde zu einem beherrschenden Thema seiner Kunst. Der Einsatz aller technischen Möglich-keiten der Radierung und des Kupferstichs, auch mit dem gezielten Einsatz der Farbe, vermittelt die Erlebnisse vor Naturgewalten und Gefährdungen ebenso wie fast lyrische Wirkungen des Lichts über dem Wasser und am Himmel. Die Stimmungswerte in seinen Bildern reichen vom Märchenhaften bis zum mahnenden Hinweis, dass diese Welt eine sorgsame Bewahrung nötig hat.

Als Erhard Schiel nach St. Peter-Ording kam und hier Haus und Atelier einrichtete, brachte er seine Persönlichkeit und seine vielfältige Kunst als wirksames Kapital in den Ort der Urlauber und Kurgäste. Und er gewährte seinem neuen Publikum offenen Einblick in seine Werkstatt und Kunsttechniken. Dabei ist allen bewusst, dass Schiels Werk weit über die kleine Welt St. Peter-Ordings hinausstrahlt. Die Reihe seiner Ausstellungen ist lang. Hier im Dorf ist seine Präsenz an vielen Orten sichtbar, auch in Gestaltungen an Öffentlichen Bauten. Auch die Kunstsammlung St. Peter-Ording enthält viele Schiel-Werke, teils umsichtig gesammelt, teils als Stiftungen des Künstlers.

Wer zunächst an den Grafiker, also den Radierer und Kupferstecher Schiel denkt, der darf nicht übersehen, dass er längst ein umfangreiches malerisches Werk geschaffen hat, das sich vielen Aspekten unserer Naturverbundenheit und unserer gesellschaft-lichen Bindungen widmet.

Als eine zusätzliche Bereicherung erlebt Schiel seine Verbundenheit mit dem Grafen Bernadotte und der Insel Mainau. Insbesondere ließ es sich die Gräfin angelegen sein, den Künstler zu seinem 50. und dann auch wieder zum 60. Geburtstag in Ausstellungen zu ehren, die zu wahren Geburtstagsfesten ausgestaltet wurden.

Im März 2018 erreichte Schiel seinen 75. Geburtstag. Die Gemeinde St. Peter-Ording ließ es sich nicht nehmen, ihren künstlerischen Mitbürger durch eine Ausstellung und festliche Reden zu feiern.      Hansjürgen Krähe 2018

 

Wusja Spangenberg

 

Hier ist nur bekannt:

 

Ausstellung in St. Peter-Ording 1988

 

Ankauf eines Bildes durch Herrn Kloth: Bövergeest – Gebäude Bauer Hans

Gerd Uschkereit

 

 

wurde 1928 in Neidenburg im südlichen Ostpreußen geboren. Er wurde in der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs von der Schulbank weg als Soldat eingezogen, konnte dann nach kurzer englischer Gefangenschaft in Schleswig-Holstein seine Schulbildung mit dem Abitur an der Herderschule in Rendsburg abschließen.

Nach einer Ausbildung zum Mathematik- und Physiklehrer an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg zog es Uschkereit zum Studium an die Landeskunstschule in Hamburg. Malerei und Kunstgeschichte bestimmten die Jahre von 1951 bis 1955.

Seine Professoren waren als junge Künstler der Hamburger Sezession 1933 an die Seite gedrängt worden. Nach 1945 knüpften sie dort an, wo sie hatten aufhören müssen, waren nun aber bemüht, den Anschluss an die Moderne zu finden. Neben diesen anregenden, soliden Vertretern einer in der Tradition stehenden Kunstauffassung wirkten damals an der Landeskunstschule zeitweise ergänzend junge Maler als Gastdozenten, von denen ganz besonders Ernst Wilhelm Nay einen lang anhaltenden Einfluss auf den Kunststudenten Uschkereit ausübte. Damit zogen die Gedanken einer autonomen Farbgestaltung ohne jegliche gegenständliche Bindung in seine Vorstellungen ein.

1955 kam Uschkereit als junger Kunsterzieher an das Nordseegymnasium St. Peter. Hier begegnete er Erich Duggen, fand in ihm ein Vorbild in der künstlerischen Auseinander-setzung mit der hiesigen Naturlandschaft. Hier kam ihm aber auch zugute, dass er vielfältige kunstpädagogische Erfahrungen sammeln konnte. Seine künstlerischen Erfolge und seine schulischen Erfahrungen brachten ihm den Ruf an die Pädagogische Hochschule in Flensburg.

Die Kunstsammlung St. Peter-Ording erwarb eine Reihe der Bilder dieses Künstlers, der unserem Ort immer verbunden blieb und ihm ein umfangreiches Konvolut seiner grafischen Arbeiten stiftete.

Uschkereit starb am 30. Dezember 2010 in Flensburg.                                              Hansjürgen Krähe 2018

 

Beatrice du Vinage

 

 

wurde 1911 in Berlin geboren. Sie hatte einen französischen Vater und eine litauische Mutter. Sie wurde als Fotografin ausgebildet und arbeitete in Berlin für verschiedene Verlage. Im Frühjahr 1943 kam sie, mitten im Krieg, als Journalistin nach Eiderstedt und schrieb für die Wochenzeitung „Das Reich“ eine Reportage über die Arbeit, die ein Landrat in Eiderstedt Tag für Tag zu leisten hatte.

Beatrice du Vinage hat aber auch gern als Malerin in St. Peter gemalt, und um das in der schweren Zeit fortsetzen zu können, zog sie endgültig hierher und fand anregenden Anschluss an das Kinderheim im „Haus in der Sonne“, das unter der Leitung von Lydia Pilgram ein Zufluchtsort für gestrandete elternlose Kinder geworden war. Ihr Haus bot aber auch einen Treffpunkt für künstlerisch tätige Menschen.

Für Beatrice du Vinage wurde besonders der seit den Zeiten der Sezession bekannte Hamburger Maler Fritz Kronenberg Vorbild und Förderer, vor allem auf dem Gebiet der Aquarellmalerei. So wurden ihre Aquarelle mit Motiven der Eiderstedter Marsch und des Böhler Vorlandes überzeugende Beispiele für die künstlerische Auseinandersetzung mit der hiesigen Landschaft. Zur weiteren Fortbildung ihres Könnens nahm sie Zeichenunterricht bei Friedrich Karl Gotsch, der nach 1945 in St. Peter lebte.

1952 verließ Beatrice du Vinage St. Peter und bezog in Stockholm die Königliche Akademie der Künste, um sich vor allem in den grafischen Techniken weiterzubilden. Diese Studien setzte sie dann 1955/56 in Paris bei dem englischen Künstler Stanley Hayter fort, der besonders als Lithograph und Radierer berühmt war. In ihren späteren Jahren lebte Beatrice du Vinage auf der schwedischen Insel Öland, wo sie 1993 starb.

Die Verbindung zu Schleswig-Holstein und dem hiesigen Landesverband Bildender Künstler hielt sie aufrecht und stellte auf dessen jährlichen Landesschauen aus. Als Wohnsitz gab sie für die Kataloge St. Peter-Böhl an. Hauptsächlich stellte sie aber in Schweden aus. In Göteborg und Stockholm wurde ihre Kunst in Einzelausstellungen gewürdigt.

Für die Kunstsammlung St. Peter-Ording war es eine Bereicherung, als aus dem Nachlass der Künstlerin einige Aquarelle aus ihrer Zeit in St. Peter-Böhl eingereiht werden konnte.                             Hansjürgen Krähe 2018

 

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