„Aktuell und Unvergessen“ – die 9. Ausstellung im Kunsthaus SPO

 

 

Bildhafte Begegnung mit Manuel Knortz, Wilhelm Philipp und Erich Duggen

 

Imaginär – Unvergesslich – Winterlich

 

Die gemeinsame Winterausstellung von Galerie Tobien und Kunstsammlung SPO wurde am 30. Oktober im Kunsthaus St. Peter-Ording in der Wittendüner Geest 30 gebührend eröffnet. Sie trägt den Titel „Aktuell und Unvergessen“ und dauert bis zum zum 3. April. Der Eintritt ist frei und die Besichtigung zu den Öffnungszeiten der Galerie möglich.

 

Im ersten Raum sind Werke des auf dem Westerdeich in Witzwort arbeitenden und lebenden Eiderstedter Künstlers Manual Knortz zu sehen,

im zweiten Bilder von Wilhelm Philipp (1906-1991) und Erich Duggen (1910-1089). Sie gehören zu der ab 1984 entstandenen Kunstsammlung der Gemeinde St. Peter-Ording und sind in zwei weitgehend voneinander getrennten Bereichen gehängt.- Wilhelm Philipp trat für den Expressionismus ein. Seine Bilder wurden als „entartet“ verunglimpft. Nach dem Krieg war er in Darmstadt zu Hause. Erich Duggen gehört zu den norddeutschen Expressionisten. Er lebte und arbeitete in St. Peter-Ording.

 

 

Die Leiterin der Filiale der Husumer Galerie in St. Peter-Ording Annemieke Ahrens eröffnete diese nun neunte Ausstellung mit der Begrüßung der zahlreich anwesenden Kunstinteressierten, unter ihnen Bürgermeister Jürgen RitterGaleristin Marid Taubert und Journalist Rüdiger Otto von Brocken. Er war als Freund von Manuel Knortz und geladener Gast gekommen. Sie gab das Wort gleich an ihn weiter.

 

 

In wenigen Worten berichtete er zunächst, warum Manuel Knortz nicht zur Eröffnung der Winterausstellung habe kommen können, und stellte ihn über die Frage „wofür sein Herz schlage“ als Multitalent und auch sonst vor. Der Künstler hatte ihm darauf einmal geantwortet: „Für Musik, für Hasen, für Malerei und Grafik, fürs Pfeiferauchen, für das Leben.“ Manuel Knortz ist Mitglied der Band „Dragseth“ und hatte an diesem Abend ein Konzert in Husum. Wenig später gingen danach alle Blicke in eine Richtung. In den Fokus gerückt hatte Otto von Brocken ein ganz bestimmtes großes in vielen Bereichen „schwarzes Bild“. An ihm erläuterte er, dass ihm sein Freund Manuel erklärt habe, niemals frontal auf ein Bild zuzugehen, sondern es zunächst aus spitzem Winkel zu betrachten. So lud er alle launig und höchst interessant zum Bekanntwerden mit dem Künstler ein und sich mit Freude auf dessen An- und Einsichten einzulassen. Der Einstieg in die Ausstellung „Aktuell und Unvergessen“ war gelungen.

 

Für die Kunstsammlung der Gemeinde gab es von Georg Panskus erläuternde Worte. Die heiteren, Zirkuswelt und Fabelwesen darstellenden Bilder von Wilhelm Philipp sind im Rahmen einer Haushaltsauflösung zufällig in die Kunstsammlung geraten, als der in St. Peter-Ording lebende Sohn verstarb. Eckhard Kloth, damals für die Kunstsammlung zuständig, wurde dazu gerufen und übernahm glücklicherweise die Bilder. Durch diesen Zufall bleiben nun die Bilder und der Maler „unvergessen“. Für die Galeristin Marid Taubert ist Philipp einer ihrer „Lieblingsmaler“. Aus Anlass dieser Ausstellung schenkte sie der Kunstsammlung einige weitere Bilder von Philipp. Diese Bilder stammen wie auch die anderen aus den 70er und 80er Jahren. Sie sind alle ohne Titel und bis auf Ausnahmen auch ohne Datum.

 

Georg Panskus hatte mit seiner Frau Ursula die Bilder zur Ausstellung ausgesucht und gehängt. Er führte anhand einiger Exponate unmittelbar danach auch in die von Erich Duggen gemalten „Winterbilder“ ein. Unter anderem verwies er dabei auf das große Ölbild „Winterfreuden auf der Krusenkoppel“.- Duggen hatte dieses als 17-jähriger 1927 in Kiel gemalt und das Vergnügen von Kindern und Erwachsenen beim Rodeln gekonnt dargestellt. Weitere Ölbilder fangen die verschneiten Haubarge Eiderstedts und die winterlichen Stimmungen norddeutscher Landschaften in den harten Wintern der 40er und darauffolgender Jahre ein. Großformatigen und von Panskus gestalteten Plakaten können die Ausstellungsbesucher kurz gefasst Wissenswertes zu Leben und Werk beider Künstler entnehmen.

Das Wort an ihn hatte Bürgermeister Jürgen Ritter übergeben, dem es ein persönliches Anliegen war, seiner Freude über die Tatsache, in St. Peter-Ording einen solchen Ort für die Kunst zu haben, Ausdruck zu verleihen. Sein Dank ging an alle, sei es fürs Mitwirken oder Kommen.

Marid Taubert nutzte einen Augenblick, ihrer Mitarbeiterin Annemieke Ahrens für die engagierte Leitung der Galerie in St. Peter-Ording herzlich Dank zu sagen.

 

Hans Jörg Rickert, 30. Oktober 2021, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu auch unter www.jb-spo.de Kunstsammlung der Gemeinde

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Hier der Flyer zur Ausstellung.