2015 Juli   26. - 31.

Regenwetter - Ansturm auf die Dünen-Therme

28. Juli 2015, hjr

 

„Hoffentlich sind wir unter dem Dach, bevor es zu regnen anfängt“, sagt die 11jährige Schweizerin beim Warten in der Riesenschlange vor der Dünen-Therme. Zusammen mit ihrer 8jährigen Schwester und ihren Eltern aus Uhwiesen bei Schaffhausen macht sie Urlaub an der Nordsee. 10 Meter kommen sie in etwa 5 Minuten voran. Es ist noch ein ganzes Stück bis zu den jetzt in diesem Ausnahmezustand drei besetzten Kassen. Mehr geht nicht! Es war erst kurz vor Elf am Morgen. „Wir warten zu lange! Die Schlange ist so lang. Schon beim Parkhaus hat man uns darauf aufmerksam gemacht“, erzählt eine Oma aus Münster. Sie hatte nun endlich für sich und ihre beiden drei und vier Jahre alten Enkelkinder die Einlasskarten. Welch ein Glück!

 

Vierzig Meter lang ist die Schlange draußen, dann innen noch ein Stück und die Treppen bis zur Kasse. Das ist schon eine echte Geduldsprobe für alle Kinder und die vielen Freizeitbad- und Rutschenfreunde. Aber dann ist hoffentlich Entspannung pur angesagt.- Vielleicht aber könnte mancher Erwachsene auch auf den Badespaß verzichten wie ein Heidelberger Ehepaar, damit Kinder dann schneller zum Zuge kommen können. Bei diesem derzeit „Nicht-Sommerwetter“ kommt eben bei weit über 2000 Tagesbesuchern auch das Freizeit- und Erlebnisbad in der Dünen-Therme an Kapazitätsgrenzen. Gerade dann ist Sicherheit erstes Gebot!

Ökumenische Sommervorträge beginnen voller Brisanz

 

27. Juli 2015, hjr

 

Gespräche und Diskussionen dauerten an, obwohl gerade eben der erste Abend der Ökumenischen Sommervorträge von Pastoralreferent Michael Wrage mit einem Dank für „dieses sehr lebhafte Gespräch“ beinahe abrupt beendet worden war. Fragen blieben offen. Diskussionsbedarf blieb. So wurde dann auch im kleineren Kreis mit ihm und Pfarrer i.R. Wolfgang Kroker aus Kellinghusen, zugleich auch Polizeihistoriker, und Adeel Ahmad Shad weiter diskutiert. Dieser ist in Schleswig-Holstein der Imam für die Ahmadiyya Muslim und Mitglied der Gemeinde in Kiel. Wolfgang Kroker hatte zum Thema „Unter dem Banner des IS – Religiös motivierter Extremismus“ referiert und ihn zu diesem Abend extra mit nach St. Peter-Ording eingeladen. Dieser hatte dessen Vortrag mit Informationen über und aus dem Koran ergänzt.

 

Es ist dieses Jahr die dritte Saison, in welcher Pastoralreferent Michael Wrage von der kath. Kirchengemeinde St. Ulrich in St. Peter-Ording und Pastorin Regine Boysen von der ev. Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating gemeinsam als Veranstalter für die Ökumenischen Sommervorträge auftreten. Die fünf Vorträge ranken sich um „Ethische Fragestellungen“. Mit dem Eröffnungsthema war man mehr als nur aktuell. Es barg Brisanz in sich. Das hatte auch viele unter den 25 Zuhörerinnen und Zuhörern veranlasst, sich diesem Thema zuzuwenden. Manch einer hatte fundierte Kenntnisse und außerdem seine „eigene Sicht“. Das hatte Wolfgang Kroker wohl geahnt, als er die von ihm initiierte Anwesenheit von Adeel Ahmad Shad erläuterte: „Mir ist das wichtig, dass bei meinem Vortrag auch ein gelernter Muslim dabei ist.“ Es gebe unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen.

Einleitend hatte er die These vorangestellt: „Muslime, Juden und Christen meinen aus ihrem jeweiligen Blick den gleichen Gott.“ Er machte dann klar, dass nicht der IS im Mittelpunkt seines Interesses stünde. Ausschlaggebend für die erneut intensive Beschäftigung mit dem Thema seien für ihn die drei mörderischen Ereignisse am 26. Juni gewesen, bei denen im Zeichen von „Lâ ilâha illa Allah (Gott Allah ist der einzige Gott) in Tunesien, Kuwait und Frankreich über 60 Menschen zu Tode gekommen sind. Anhand von Flaggen und Emblemen wie auch über die Nationalflagge Saudi Arabiens gab es zunächst eine Fülle von Informationen. „Unter religiösen Symbolen will sich eine staatliche Einrichtung als Macht gegen bestehende Staaten durchsetzen.“ und „Die Einrichtung eines Staates mit ‚Gott als Präsident‘ kann nicht Gottes Wille sein, aber genau das ist das Ziel des IS.“ waren einige seiner Statements. Das ergänzte Adeel Ahmad Shad. Für jeden friedfertigen Muslim sei die derzeitige Lage „ein Anlass zum Kummer“. ISIS und IS schürten Angst, strebten nach der Zerstörung des Weltfriedens. „Solche Ideologien haben mit dem Islam nichts zu tun. Der Islam garantiert jedem Individuum das Recht zu leben“, so wörtlich.- Ungeduldig wurden manche der Zuhörer. „Wo ist im Islam die Institution über den Muslimen?“ (Anm. Es gibt sie nicht!.) - „Das können wir nicht mit dem Koran lösen.“ „Der IS ist grausame Realität.“ „Sind das Irre?“ „Wer hat ein Interesse daran?“ waren Fragen bzw. Aussagen. Schuldzuweisungen, z.B. an die USA, blieben auch nicht aus. Es hätte eine lange Diskussionsnacht werden können.

 

Michael Wrage wägte ab und wagte mit Blick auf die fortgeschrittene Zeit den Abbruch der Diskussion mit dem Thema des nächsten Vortrages am Montag, 03. August: „Nur keinen Streit vermeiden – zum christlichen Umgang mit Konflikten“. Es folgen dann Vorträge zu „Gerechtigkeitsvorstellungen in biblischen Weisheitstexten“, „Christen@telekom“ und „Die Fremde unter uns“ am letzten Abend. Da geht es um die muslimische Frau zwischen Tradition und Moderne.- Sie finden ab nun an den vier folgenden Montagen abends von 20:00 bis etwa 21:30 Uhr bis einschließlich 24. August im Ev. Gemeindezentrum in der Olsdorfer Straße statt.

41. Spezialitätenmarkt bei glückhaftem Wetter

29. Juli 2015, hjr

 

Am Sonntag, 26. Juli 2015, fand zum 41. Mal der Eiderstedter Spezialitätenmarkt der beiden Landfrauenvereine Eiderstedt und Everschop statt. Am Sonnabend wäre man weggeweht und nass geworden, am Montag „abgesoffen“. Aber am Sonntag war das Wetter für diesen bei Eiderstedtern, Urlaubern und Touristen überaus beliebten Markt mit seinen 40 Ständen mit Futjes, Wiensupp, Leckeren Torten und Kuchen, „Eiderstedter Traumprodukten“, Käse-, Mettwurst-, Krabben- und Matjesbrötchen und was Herz, Augen und Magen sonst noch erfreuen mag, einfach glückhaft. Kein Strandwetter – aber für so einen Markt super geeignet. Es war voll wie länger nicht. Aus St. Peter-Ording waren die Landfrauen mit Futjes da und der Runde Tisch zur Sucht- und Drogenprävention bot von Jugendlichen in „JiMs Bar“ frisch gemixte alkoholfreie Cocktails an.

 

Dass der Markt einst der Vermarktung landwirtschaftlicher Eiderstedter Produkte dienen sollte, merkt man diesem Publikumsmagneten heute nicht an. Informationen über die Entstehung des Spezialitätenmarktes und mehr aber enthält das pünktlich zum diesjährigen Markt erschienene Kochbuch „Eiderstedter Spezialitäten – Die besten Landfrauen-Rezepte“. Die bisherigen drei Kochbücher sind vergriffen. So sollte nach 40 Märkten gerne ein neues her. Dass es jetzt auch wieder in München und anderswo echte „Eiderstedter Wiensupp“ oder sogar „Futjes“ geben kann, ist der Projektgruppe der Landfrauen um Dörte Rickerts mit Annegrete Hinrichs sowie Elisabeth Ketels, Irmgard Nissen und Hilge Zimmermann als den drei „Urgesteinen“ unter den „Marktweibern“ zu verdanken.

 

Den Markt eröffnete dieses Jahr Beate Peters von den Everschoper Landfrauen. Dörte Rickerts gab Informationen zum Ablauf und Programm mit Auftritten der Trachtentanzgruppe St. Peter-Ording in Eiderstedter Tracht, dem Landfrauenchor und der Lammkönigin Jane Petersen sowie zur Tombola und Preisverleihung zum Ende des Marktes. Wie immer ist das Zeitfenster des Marktes eng. Er beginnt um 14:00 Uhr – nicht eher - und endet um 16:00 Uhr. Das weiß jeder. Die „Tortenschlacht“ ist dann geschlagen. Ab 18:00 Uhr ist auch fast immer alles wieder abgeräumt und Garding wieder ein beschauliches Eiderstedter Städtchen mit richtig schönen Fotomotiven von der Kirche St. Christian mit ihren Linden, der Fischerstraße oder dem Mommsen-Haus. Man schaue sich auch dann nur einmal richtig um.

Lammkönigin Jane Petersen besucht den Westküstenpark JB-2015

Im Westküstenpark gibt es immer was zu erleben!

Am 19. Juli war traditioneller Schaftag

Feuerfest, Seehundstage, Märchentag und Herbstfest gibt es auch

und

Kreft’s Puppenbühne mit spannenden Kasperle-Geschichten

 

31. Juli 2015, hjr

 

Mit Jane Petersen aus Ipernstedt hatte der Westküstenpark St. Peter-Ording dieses Jahr königlichen Besuch, ist sie doch die 20. Lammkönigin des Kreises Nordfriesland. Sie ist selber Landwirtin. Die Freisprechung war gerade erst vor einigen Tagen. 19 Jahre ist sie.

 

Im Rahmen der Nordfriesischen Lammtage – dieses Jahr vom 09. Mai bis zum 31. Juli – fand am 19. Juli der 21. Schaftag statt. Er hat im Westküstenpark & Robbarium – dem NaturErlebnisTierpark in St. Peter-Ording – inzwischen schon Tradition, wie übrigens auch der „Tag der Störche“ am 29. Mai. Weitere Eventtage sind „Feuerfest“, „Seehundstag“, „Märchentag“ und „Herbstfest“ mit besonderen Aktionen. Los ist im Westküstenpark immer etwas. Dafür sorgt schon die tägliche Fütterung der Seehunde um 11:00 Uhr und 16:00 Uhr. Susanne Kühn macht daraus für alle kleinen und auch großen Besucher ein echtes „Spectaculum“. Vor allem machen die Robben dabei auch mit!

 

Die Grüße des Kreises überbrachte für den Kreispräsidenten und den Landrat Jörg-Friedrich von Sobbe in seiner Eigenschaft als stellv. Landrat. Er ging auf die 20jährige Geschichte der Lammtage ein, die 1996 zum ersten Mal starteten. Inzwischen gibt es ein umfangreiches Programm– 40 Seiten Veranstaltungskalender mit vielen Informationen „rund ums Schaf und mehr“. In Nordfriesland gibt es etwa 360.000 Schafe – so viele wie Einwohner.

Oberste „Chefin“ ist die Lammkönigin. Sie wird vom Kreis aus der Schar der Bewerberinnen gewählt. Plattdeutsch und Landwirtschaft sind unbedingte Voraussetzungen. Traditionell erfolgt ihre Proklamation auf dem Lämmerball. Mit ihm starten die Lammtage und ihre Amtszeit. Zu ihren Aufgaben gehören vor allem Präsentationspflichten wie dieses Jahr schon beim „Kulturhimmel“ an Himmelfahrt in St. Peter-Ording, beim Schaftag im Westküstenpark, beim kommenden Eiderstedter Spezialitätenmarkt der Landfrauenvereine Everschop und St. Peter-Ording in Garding am letzten Juli-Sonntag, später dann auf der NORLA in Rendsburg und auf der „Grünen Woche“ in Berlin. - Jane Petersen wüss: „Dor kummt wat op mi to.“ Se nimmt dat gelaaten un lött sik ok geern mol överraschen. Dat spöört man bi’n Snack mit ehr.- Ihre Mutter Claudia Petersen begleitet sie als „erste Hofdame“. Schließlich ist sie das auch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Ipernstedt.

Außer ihnen begrüßte Peter Marke den Vorsitzenden des „Fördervereins Westküstenpark e.V.“ Gerald Will und auch Jörg Immo Gerstenkorn. Der durfte nicht fehlen, ist er doch als Schäfer an diesem Tag unentbehrlich. Ursprünglich aus dem Wendland, ist er bei Buchholz in der Nordheide stationiert. Mitgebracht hatte er seine Schäferschippe, wenn man so will eine Multifunktionskinderschaufel mit einem Haken an einem etwa drei Meter langen aus einem Ast geschnittenen Stiel. Mit dem Haken fasst er das Schaf am Hinterbein, sollte es sich aus der Herde entfernen wollen. Oder er wirft mit der Schaufel ein wenig „Schiet“. Auch dann reagiert das Tier sofort mit seiner Rückkehr. Die metallen blinkende Schaufel ist, in die Höhe gehalten, Signal für den Hund. Der weiß dann, was er zu tun hat. „Wichtigste Funktion“, betonte er, „ist die zum Stützen.“ So zeigte er sich in Ruhestellung auch stets in Schäferhaltung. Er ist Schäfer in dritter Generation und bekannte: “Wer einmal Schafe gehabt hat, kann davon nicht lassen.“

 

„Was ist ein Schaftag?“ fragte Peter Marke in die Runde und antwortete gleich selbst: „Damit wir unsere schönen ‚Deerns‘ vorführen können.“ Wie wichtig die kleinen Füßchen zur Deichverfestigung sind, wie Natur- und Landschaftsschutz gegenseitig aufeinander angewiesen sind, machte er besonders im Blick auf die Zukunft deutlich. Für ihn ist der Schaftag deswegen auch fester Bestandteil im Veranstaltungsangebot. Wenn auch von der Witterung abhängig, seien die Schaftage immer relativ gut besucht gewesen. So auch dieses Mal. Zunächst Regen, klarte es dann auf, um später wieder zu regnen. Aber zur Schafschur war es zum Glück richtig trocken. Das war wirklich sehenswert und muss man einfach mal erlebt haben.

 

Eingeleitet wurde diese Aktion vor vielen Interessierten durch die Kindertanzgruppe Langenhorn, die „Läitje Doonsere“ (Lütte Tänzerinnen), begleitet von Sigrid Nissen und Dorit Godbersen in Nordergoesharder Tracht. Mit den beiden Tänzen „Gänsejagd“ und „Maike“ erfreuten die acht Mädchen ihr Publikum.- Dann hatte Jörg Immo Gerstenkorn seinen großen Auftritt. Wer aber gedacht hatte, das würde turbulent werden können, konnte nur staunen. Das war kein Tag, „um sich in die Wolle zu kriegen“. Das war eher ein Tag, endlich die Wolle los zu werden. Mitarbeiter Eggert Reeder moderierte das Geschehen, Holger Lau unterstützte den Schafscherer. Sieben „Quessant-Schafe“ – es sind Bretonische Zwergschafe, die kleinste Schafrasse – und zwei Bentheimer Landschafe – die größte Heideschafrasse, hornlos und marschfähig, also für die Haltung auf Eiderstedt geeignet, erkennbar an meist dunklen Augenringen und dunkler Schnute – standen in ihren Koben bereit. Als erstes wurde ein Quessant Schaf geschoren. Kaum war es gegriffen worden, begann schon die Schafschur und war aus dem Fell „gepellt“. Neugierig beschnüffelten die Fellkameraden den nun Nackedei. Jetzt war der achteinalbjährige Bock an der Reihe, ein „alter Stratege“. Im Schoße des Schäfers, erst Auge in Auge, mit aller Gewandheit und dabei ganz ruhig ging auch hier die Prozedur vonstatten. Gerstenkorn versteht sein Handwerk - und faszinierte. Auch die Schafdame brachte ihn nicht aus der Ruhe, er sie ebenso nicht, aber aus ihrem Fell. Das Scheren ist für die Schafe wichtig, um ihre Gehfähigkeit zu erhalten. Uns dient die Wolle dann in verschiedenster Form. Traditionell erfolgt die Schafschur meistens erst nach der so genannten „Schafskälte“ ab Ende Juni. Das hängt von der jeweiligen Region ab.

Bei königlichem Besuch gibt es traditionell einen Imbiss. Der war in dem für die Alpakas des Parkes neu errichtetem Haus, eingebettet in eine imitierte südamerikanische Andenlandschaft, angerichtet. Einfach Lecker! Das passte zum Schaftag. Sind Alpakas doch eine von dort stammende, domestizierte Kamelform, die vorwiegend wegen ihrer Wolle gezüchtet wird.

 

Auf dem Weg von den Alpakas in Richtung Kinderscheune stößt man unbedingt erst einmal auf Kreft’s Puppenbühne. Kaum hatte jedoch die Geschichte „Vom kleinen Eisbären“ angefangen, begann es zu regnen. Doch das war viel zu spannend. Regenjacken über und weiter zuschauen! Dem Piratenkapitän Muff konnte doch nur mit Hilfe der Kinder das Handwerk gelegt werden.

 

In der Scheune gab es Bastelaktionen und man konnte mit Ulrike Feige aus der „Von Herzen“ – Woll- und Textilwerkstatt in Kating aus Wolle hübsche Armbänder filzen. Aber die große Hüpfburg wartete auch noch, vielleicht hatte man den Bogen zur Schafrallye noch gar nicht fertig oder wollte noch einmal zu den Seehunden. Es ging ja schließlich auf 16:00 Uhr zu. Da stand wieder Seehundfütterung an. Im Westküstenpark ist eben immer was los und es gibt viel zu erleben!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Georg Panskus