2019 April

 

„Hotel de Dün“ – Die frühzeitige öffentliche Beteiligung erfolgte nun

 

Eines der Hotelprojekte in St. Peter-Ording ist das „Hotel de Dün“ im Strandweg. Entstehen soll es auf dem Gelände des ehemaligen Mutter-Kind-Kurheimes Köhlbrand. Die Einrichtung der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie hatte das Heim nach der Winterpause 2011/12 aus wirtschaftlichen Gründen – so hieß es damals – geschlossen. Der Gebäudekomplex war dann bis Sommer 2017 ungenutzt. Von da an bis einschließlich Januar dieses Jahres diente ein Teil als Ersatz für das in Erweiterung befindliche Gebäude der Kita in der Kirchenleye im Ortsteil Dorf. Die Familie Karl-Rudolf Mankel aus Ennepetal hatte das Gelände erworben und dem Ev. Kindertagesstättenwerk Nordfriesland für diesen Zeitraum auf der Grundlage einer vertraglichen Vereinbarung zur Nutzung überlassen. 

 

Inzwischen gehen die Planungen von der Errichtung eines Hotels mit dem Namen „Hotel de Dün“ aus.

Es soll sich mit seiner runden Kontur und dem begrünten Dach in die Dünenlandschaft der Umgebung einpassen. Am höchsten Punkt wird es 16 Meter hoch sein. Der First liegt 21 Meter über Normalhöhennull. Das jetzige Gebäude ist maximal ist 10,5 Meter. Die Planungen gehen von Viergeschossigkeit aus, wobei die Fläche von 6900 Quadratmeter im Erdgeschoss auf rund 1500 im Dachgeschoss abnimmt. Vom Strand aus sollen laut Architekt Jan-Oliver Meding aus Hamburg nur 2,5 Geschosse zu sehen sein. 145 Parkplätze sind überdacht im östlich gelegenen Teil des Gebäudes. Vorgesehen sind 120 Gästezimmer. 90 Angestellte werden sich um die Gäste kümmern. Realisiert wird das Projekt von der Dritte Hotel Seeburg GmbH, die zur KRM Leasing aus Ennepetal gehört.

Mit dem Einstieg in die Bauleitplanung war am 2. April die frühzeitige öffentliche Beteiligung für den vorhabenbezogenen B-Plan 79 angesetzt. Sehr viele Interessierte und vor allem Anwohner des Strandweges füllten bis auf wenige Plätze den Veranstaltungsraum im Dünen-Hus. Schon vor Beginn war draußen deutlich geworden, dass der außergewöhnliche Entwurf in Form einer Düne vor allem hinsichtlich Verkehrssituation und Naturschutzbelangen in diesem strandnah am Nationalpark Wattenmeer mit den geschützten Dünenbereichen und Biotopen vor dem Seedeich in Ording viele Kritiker hat.

Im Grund wiederholten die vom Investor beauftragten Planer ihre Angaben aus der Bauausschuss-Sitzung Anfang Januar. Damals war der Vorentwurf des B-Plans Nr. 79 vom Gremium mit Mehrheit angenommen worden. Das Verkehrskonzept stand nun neben der Gebäudehöhe von 16 Meter, Lärm und Naturschutz im Dünen-Hus im Zentrum der Kritik. „Die Verkehrssituation können sie so nicht lösen“, sagte ein Anwohner. „Wenn sie das so beibehalten wollen, dann werden sie gnadenlos scheitern.“ In der Tat stellt die Verkehrsanbindung die Planer vor eine Herausforderung.

Das Gelände liegt am Ende des Strandwegs, der in diesem Bereich eine Spielstraße ist. Hinzu kommt, dass der Strandweg speziell im Sommer ein bei Fußgängern und Radfahrern beliebter Hauptzugang zum Ordinger Strand ist. Gerne wird auch der öffentliche Parkplatz unmittelbar vor dem Köhlbrand-Areal genutzt. Ferner liegt am Ende das Areal des YCSPO mit dem Clubhaus der Strandsegler. Zudem weist der Strandweg mit der Deichstöpe ein weiteres Nadelöhr auf.

 

 

Verkehrsplaner Alexander Reimann rechnet mit 354 KfZ-Fahrten pro Tag. Die Spielstraße soll bis zur Stöpe verlängert und der Verkehr zum Hotel wird über den öffentlichen Parkplatz geleitet. Dabei gehen Parkplätze voraussichtlich nur wenige verloren. Eine Schranke oder ein Poller soll die Weiterfahrt von Fahrzeugen verhindern. „Da stehen wir ja nur noch im Stau“, war die Befürchtung der Anwohner.

Die Zulässigkeit der Befahrbarkeit – vor allem auch während der Bauphase – und mehr wurden in Frage gestellt. Muss es denn ein solches Hotel sein. Gäbe es nicht andere bessere Möglichkeiten?- Zur schalltechnischen Untersuchung wird es noch eine Nachbesserung geben. Die Gutachterin Antonia Hartlieb erklärte zwar, dass alle Grenzwerte eingehalten werden. So werden Pool, Terassen und Außenbereich abgeschirmt. Doch wies ein Anwohner daraufhin, dass die zugrunde gelegten Werte für ein allgemeines Wohngebiet gelten, der B-Plan für die andere Seite des Strandwegs aber ein reines Wohngebiet vorsieht. Stadtplaner Wolf-Uwe Rilke von Cesa Investment Berlin, zuständig für den B-Plan, signalisierte, dass das noch einmal geprüft werde.

 

Derzeit läuft eine Anhörung von Trägern öffentlicher Belange (TÖB). Deren Anregungen werden geprüft und gegebenenfalls in den Entwurf eingearbeitet. Gleiches gilt für die bei der öffentlichen Anhörung vorgebrachten Einwendungen.

Im weiteren Verfahren ist als nächstes der Bauausschuss an der Reihe. Er muss über den geänderten Entwurf und dessen öffentliche Auslegung beschließen. Dann haben Bürger und die TÖB noch einmal vier Wochen Gelegenheit, Stellung zu nehmen, wie Bürgermeister Rainer Balsmeier angekündigte.

 

Er hatte die über dreistündige abendliche Anhörung moderiert und bedankte sich am Ende ausdrücklich für die sachliche und auf Augenhöhe geführte Diskussion.

 

Hjr, 09. April 2019, www.jb-spo.de

bei Einarbeitung und Verwendung von Teilen des Berichtes „Da stehen wir ja nur noch im Stau“ von Ilse Buchwald in den Husumer Nachrichten, HUN S.12 am 4. April 2019

 – Quelle: https://www.shz.de/23245467 ©2019

 

SIEHE dazu www.jb-spo.de 2019 Monat Januar

Planung für „Hotel de Dün“ am Strandweg in Ording wird konkreter

sowie Monat Oktober 2018

Gemeindevertretung im Oktober hatte umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten mit weiteren Ergänzungen zum geplanten Hotelbau

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Die dritte Ausstellung der Kunstsammlung St. Peter-Ording fasziniert

 

Gemeinde und Galerie Tobien widmen sich parallel dem Thema Strand

Am ersten Aprilsonntag gab es nun zum dritten Mal eine Vernissage der Kunstsammlung der Gemeinde mit beeindruckenden Werken aus der reichhaltigen seit 1984 entstandenen Sammlung, die dank der Stiftung der Familie Duggen 2015 um die Werke des Malers Erich Duggen (1910-1989) und auch Kunsterziehers am Nordseegymnasium St. Peter umfangreich und kostbar erweitert worden ist. Gleichzeitig wurde auch dieses Mal in der Galerie Tobien eine Ausstellung mit eindrucksvollen Landschaftsbildern von Mario Reinstadler eröffnet. Das Thema beider Ausstellungen ist „Strand“.

Schon recht früh waren die ersten Interessierten in das von Roger Heim errichtete Kunsthaus in Wittendün gekommen. Ihre Blicke wurden von den neu ausgestellten Fotos und Bildern angezogen. Die von Georg Panskus vorgenommene Hängung der Ölbilder, Radierungen und Aquarelle wirkte großzügig, ebenso die Gestaltung des Raumes mit den mittig im Winkel aufgestellten im angenehmen Weinrot gestrichenen mobilen Wänden mit den Bildern von Dieter Kressel und Erich Duggen: Da der Hummer auf der Fensterbank und dort die Liegende im blauen Badeanzug. Unwillkürlich lenken sie den Blick auch in den Raum. Er fällt auf die Radierungen von Erhard Schiel gegenüber, aber ebenso auf das kleinformatige Aquarell mit den Muscheln von Gisela Kleinschmidt oder die dann mehr rückwärtig an der Wand links großformatigen Linolschnitte zum Thema „Strandsegeln“ des Belgiers Jean Jaques de Grave. Die Strandsegler scheinen nicht nur abzuheben, sie tun es zum Teil. Wer schon Regatten miterlebt hat, ist plötzlich am Strand.

Das war es wohl, was Bürgervorsteher Boy Jöns in seiner Begrüßung der Gäste und Eröffnung der Ausstellung meinte, als er von „der Dynamik“ sprach, die „sich bei uns im Kopf entwickelt und die Assoziationen erzeugt“, wenn wir Bilder betrachten und uns in ihnen unmittelbar mit unserem Erleben wiederfinden. Die Bilder und die Ausstellung in der Vielfalt der Szenen und ihrer Darstellung faszinieren. Sie halten unseren Blick fest, lassen uns schauen und erleben.

Boy Jöns übermittelte die Grüße von Gemeinde und Tourismus-Zentrale und stellte das Thema „Strand“ als das dar, was dieser für St. Peter-Ording seit 1877 geworden und heute ist: Lebensgrundlage. Einen großen Bogen spannte er von der Entwicklung in der Frühzeit bis jetzt. Er dankte Georg Panskus für das Werden dieser dritten Ausstellung und seine Hingabe dafür, Hans Jürgen Krähe und Eckhard Kloth für den Einsatz für die Kunstsammlung, Marid Taubert und Roger Heim für die jetzt vorhandenen Möglichkeiten, lenkte den Blick auf einige Bilder und schloss mit: „Ich bin begeistert.“- Georg Panskus bedankte sich bei Hans Halket Kraus für das Abhängen und bei Jürgen Timmann für die Unterstützung beim Hängen der Bilder.

Marid Taubert entlockte Mario Reinstadler im Gespräch einige Geheimnisse zum Werden seiner Landschaftsbilder. Fotografieren, Bearbeiten, Drucken und Beschichten sind nur äußere Abläufe. Die Idee und die Eindrücke, die er beim Fotografieren der Landschaft gehabt habe, bringe er in seinen Bildern nachhaltig zum Ausdruck. Menschen gäbe es deswegen in seinen Bildern nicht. So wie manch ein Fotokünstler auf Schwarzweiß bestehe, weil Farbe zu „geschwätzig“ sei, so sei es in einer Landschaft für ihn auch mit den Menschen.

Nicht nur die „Macher“ der beiden Ausstellungen freuten sich über das Gelingen und vor allem über das positive Echo der vielen Gäste. „Das ist eine tolle Sache mit den St. Peter-Ausstellungen“, war mehrfach zu hören. Und dann wurde meistens noch auf ein Bild oder eine Bildreihe hingewiesen, die beeindruckt hatte. So manches „Kleinod“ bekam dabei seinen besonderen Stellenwert. Denn von dem einem oder anderen der 17 Künstler gibt es nur ein einziges Bild zu sehen, wie z.B. „Angespült“ von Jan „Ording“ (Kleinschmidt), was aber für sich schon die hervorragende Könnerschaft des Künstlers widerspiegelt.

Hans Jörg Rickert, 07.April 2019, HN und www.jb-spo.de

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