2018 JULI

 

Lammkönigin Marleen Westensee keem in’e Westküstenpark

 

Marleen Westensee ut Witzwort is de nordfreesche Lammkönigin 2018/19. Se hett man jüst in Husum ehr Abitur makt un will nu Landwirtschop studeern. Se hett dat mit Tieren un hett eenfach Lust dorto. Nu makt se en landwirtschaftliche Praktikum op en grote Hoff in de Südermarsch. Ehr Öllern hebbt in‘n Nebenerwerb en lütte Buernsteed mit Texel-Schap un twee Peer. Dat reckt ni. Se mutt mehr weeten. So makt se dor nu alln’s, wat to de Landwirtschop höört: Vun Gülle-Fohren bet to’n Melken. Mit den Computer kann se ok ümgahn. Is je keen Wunner. Se is je man eerst achteihn.

Direktemang vun’t Melken keem se man an düssen Sünndag na St. Peter to’n Westküstenpark. Dor weer Schaapsdag. Dat is för se een vun ehre Pflichttermine. Se is je in‘n Kreis de Repräsentantin för de Schaap un de Schaapholders. Dat is se ok geern. Plattdüütsch schnackt se ok. Dat höört dorto.

Kreispräsident Heinz Maurus harr se an den Ingang in Empfang nahmen. So weern denn de beiden wichtigsten Repräsentanten von den Kreis dor. Se för de Schaap un he för de Lüüd. Se hebbt liek veel ünner sik. In Nordfreesland gifft dat nämli jüst so veel Schaap as Lüüd, so üm un bi sünd dat 160.000. Nu sünd dat vun wegen de Lämmer tominst duppelt so veel Schaap. Op en Minsch kummt also tominst twee Schaap. De hebbt hier bi uns en ganz wichtige Funktion: Se sorgt för de Festigkeit vun de Dieken. Se hölpt bi den Küstenschutz mit. Ahn Schaap weer dat ni to maken. De „meiht“ dat Gras un trampelt de Diek fast. Un se leepert Fleesch un Wull. Dat Wullfett is dorbi ok wichtig. Dat brukt de kosmetische Industrie.

Dat weet so’n Lammkönigin to vertelln. Se güng ok rüm un verkloor de Lüüd dat vun de Wull. Ok bi’t Scheren passte se op. Jörg Immo Gerstenkorn – he scherte de Schaap - geev ehr keen Verlövnis to’n Scheren. Se weer to schmuck antrocken in ehr Königinnenkleed. So bröcht he de Schaap ut de Wull. He harr Eggert Rehder un Andrea Schepat as Hölpslüüd dorbi. Meist sünd de Schaap gedüllig. De sünd ok froh, wenn se in düsse Summertied ut de Wull kaamt. As wi sweet se uk!

Dat weer een richti schööne Summerdag in den Westküstenpark mit all de Tieren. Bi de Seehunde gifft dat ok en Lütten. Äbeers sünd dor ganz veel un ok veele annere Tieren to’n Bekieken. De Zeegen kannst ok strakeln. För Öllern mit Kinner is dat een Tipp.Un an düssen Schaapsdag geev dat ok en Schaapsrallye. Man schall je ok sien Weten en beten opbetern.

Hans Jörg Rickert, 15. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

Wolf auf Eiderstedt – kontrovers diskutiert

 

Schafhalter sehen nicht nur ihre Existenz sehr bedroht

Seit Anfang Juni wurden dem Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein insgesamt 19 Vorfälle gemeldet. 32 Schafe – vorwiegend Lämmer - sind auf Eiderstedt gerissen worden, bei 6 dokumentierten Vorfällen ist der DNA-Nachweis eindeutig: Das war ein Wolf.

 

Und es sind bei einem Vorfall meistens mehr als nur ein Lamm, das gerissen wurde, und nicht alle sind tot. „Das Schlimmste überhaupt sind die noch Lebenden, die wir dann irgendwie entsorgen müssen“, machte Antje Eismann aus dem Tümlauer Koog deutlich. Seit 50 Jahren betreiben ihr Mann und sie eine Deichschäferei. Seit 2015 haben sie merkwürdige Risse festgestellt, darunter auch ein erwachsenes Schaf mit Kehlbiss. „Wir sind betroffen“, sagte sie, „doch mit uns wird nicht fair umgegangen.“ Peter Theodor Hansen aus Osterhever, ebenfalls von Schafrissen heimgesuchter Tierhalter, machte aus seiner emotionalen Betroffenheit ebenfalls kein Hehl. „Wir sind für unsere Tiere verantwortlich, sie leben mit uns auf dem Hof. Das jetzige Ausmaß ist für uns nicht mehr hinnehmbar.“ Die seitens des Landes gewährte Entschädigung ist da keine Hilfe. „Ik treck mien Tieren ni op, wat se vun den Wulf freeten warrt!- Wi köönt Eiderstedt ni komplett schützen vör de Wulf. De höört hier ni her! De maakt Schaden för uns. Wi laat uns ni mehr vertröösten“, machte Hansen mehr als nur deutlich.

Der Unmut und zum Teil auch die Verzweiflung der Schafhalter im überfüllten Saal des Kirchspielkruges in Tetenbüll war offenkundig. Sie fühlten sich nicht verstanden von Thomas Gall, dem Referenten für Schutzgebiete und Artenschutz aus dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein. Mit ihm waren auf Einladung des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. ebenfalls vor Ort Yvette Krummheuer aus dem Dezernat Biodiversität des Landesamtes LLUR und Koordinator Wolfsbetreuer Jens Matzen. Gall hatte nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Landesverbandes der Schafzüchter Henning Hinz aus Hillgroven versucht, aus Sicht der Verwaltung über den Wolf als geschützte Tierart und Präventionsmaßnahmen sowie Entschädigungsmöglichkeiten zu informieren. Das aber kam irgendwie nicht an. Rechtsvorschriften und Möglichkeiten der Prävention trafen einfach nicht den Kern, denn entweder machte man das schon oder konnte nicht nachvollziehen, dass in Form von Pilotprojekten etwas ausprobiert werden sollte, von dem man wusste, dass das nicht klappen würde. Die Natur des Wolfes als ausgesprochen anpassungsfähig und geschicktem Jäger standen dem entgegen bzw. die Gegebenheiten auf Eiderstedt: Fennen und Gräben, eben keine Zäune. So hieß es denn auch: „Wollen wir das Bild Eiderstedts erhalten, oder wollen wir das abschaffen?“ Negative Auswirkungen nicht nur auf die Existenz der Landwirtschaft mit Schafhaltung, auch die auf das Leben der Menschen auf Eiderstedt mit den Deichen und Küstenschutz seien voraussehbar. Noch habe man eine Chance, aber nicht mehr, wenn sich der Wolf hier ansiedele. In der Versammlung war die Meinung eindeutig: Der Wolf gehört nicht nach Eiderstedt. Er muss auch „entnommen“ werden können. Dem aber steht der Artenschutz entgegen. Das Problem lag auf dem Tisch.

Amtsdirektor Herbert Lorenzen verdeutlichte seine Sorge um das Leben auf Eiderstedt durch den Wolf. Er erwarte, umgehend und kreativ lösungsorientiert Maßnahmen auf den Weg zu bringen, und fragte: „Was wollen Sie tun, dass der Wolf hier verschwindet?“

Auch die beiden Landtagsabgeordneten Klaus Jensen (CDU) und Oliver Kumbartzky (FDP), waren sich der Tatsache bewusst, man müsse „beim Thema Wolf neu denken“ und wollten sich da einbringen.

Karsten Alberts von der Kreisjägerschaft Eiderstedt gab diesen Vorschlag mit: „Bedrohungsstufe 4 - vom Aussterben bedroht – ist für den Wolf nicht gerechtfertigt. Das ist zu ändern. Der ist da fälschlich mit aufgenommen worden.“ Olaf Dircks aus Westerhever übergab Thomas Gall einen Fragenkatalog und einen Antrag auf „Entnahme des Wolfes“.

Hans Jörg Rickert, 14. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

Sich im Urlaub unter den Segen Gottes stellen

 

„Schade, dass der Gottesdienst schon vorbei ist“, sagte eine 83jährige Urlauberin aus Ansbach. Sie war zu spät gekommen. Aber ganz viele waren rechtzeitig gewesen. Die Tribüne beim Dünen-Hus auf der Erlebnispromenade St. Peter-Ording war voll besetzt. Manch einer hörte vom Deich aus zu, andere saßen im Strandkorb oder wo sie einen Platz für sich gefunden hatten.

Das Team von „Andere Zeiten“ um Dr. Frank Hofmann aus Hamburg gestaltete in Kooperation mit „Kirche am Urlaubsort – ev. Urlauberseelsorge St. Peter-Ording“ einen ökumenischen Gottesdienst. In Anlehnung an das Evangelium von Matthäus im 13. Kapitel ging es unmittelbar umgeben von der Schöpfung Gottes um Schätze. Ausgangspunkt waren die Schätze des Meeres, darunter dann ein besonderer: der Bernstein. Denkanstöße gab es durch Informationen über ihn und durch Urlaubs und Alltagsgeschichten. Gesungen und gebetet wurde.

Andächtig waren alle unter dem Himmel versammelt. Heiter stimmte dieser Gottesdienst. Mit einem kleinen Bernstein als Segensgeschenk ging man dann an Geist und Seele sowie auch durch Speis und Trank gestärkt in die kommenden Urlaubstage. „Wir wollen Menschen ansprechen, die ein religiöses Bedürfnis haben“, hatte Frank Hofmann in den Gottesdienst eingeleitet. Das war gelungen.

Hjr, 12. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

Gegenseitige Wertschätzung im Schulverband Eiderstedt

 

 

Rainer Balsmeier ist weiterhin Vorsitzender des Schulverbandes Eiderstedt, seine Stellvertreter sind ebenfalls wie bisher Andrea Kummerscheidt als erste und Thomas Lorenzen als zweiter. Damit bilden die Bürgermeister der Schulstandorte St. Peter-Ording, Garding und Tetenbüll gewissermaßen den Vorstand. Vorsitzender und Stellvertreter des Hauptausschusses bleiben auch. Das sind Peter Th. Hansen aus Osterhever und Dirk Lautenschläger aus Welt. Mit den beiden neuen Bürgermeistern Hans-Jürgen Rosendahl aus Vollerwiek und Peter Nagel von Grothusenkoog – ihn vertrat in der konstituierenden Sitzung sein Stellvertreter Rolf Hach – bilden somit wie bisher alle Bürgermeister der Gemeinden des Amtes Eiderstedt bis auf Kotzenbüll, Norderfriedrichskoog und Oldenswort – dort existiert eine Privatschule – als Vertreter ihrer Orte den Schulverband. Er ist zuständig für die Theodor-Mommsen-Schule in Garding mit Außenstelle in Tetenbüll (Grundschule), die Utholm-Schule in St. Peter-Ording (Grundschule und DaZ-Zentrum) und die Nordseeschule – Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil „Europaschule“ St. Peter-Ording. Deren Schulleiter sind Doris Birkenbach, Hans-Boy Möller und Nils-Ole Hokamp.

Rainer Balsmeier hatte die erste Sitzung in der neuen Legislaturperiode eröffnet und dann den Vorsitz zwecks Durchführung der Wahlen zügig an Hans Jacob Peters aus Tating übergeben. DIeser leitete die Wahl des Vorsitzenden und nahm dessen Ernennung und Vereidigung vor und konnte den Vorsitz dann gleich wieder zurückgeben. Das gleiche Prozedere vollzog sich für die Stellvertreter. Eine Vereidigung erfolgt wegen der Tatsache, dass diese Ämter von Ehrenbeamten wahrzunehmen sind. Alle Mitglieder des Schulverbandes wurden danach per Handschlag zur gewissenhaften Wahrnehmung ihres Amtes seitens des Verbandsvorstehers verpflichtet. Alle Wahlen erfolgten einstimmig bei eigener Enthaltung.

Hatte Balsmeier zu Beginn seiner Eröffnung noch darauf hingewiesen, dass eine solche konstituierende Sitzung „formalienbelastet“ sei, so verlief sie ausgesprochen zügig und war von einem sehr hohen Maß gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Hinter den formalen Akten steckt eben mehr. Das wurde sichtbar durch Aufstehen und herzlichen Beifall aller Mitglieder und Gäste bei der Ernennung und Vereidigung bzw. auch bei der Verabschiedung von Volker Holdack und Klaus Ibs. Ersterer war als Bürgermeister von Vollerwiek von 2013-2018 Mitglied der Verbandsversammlung gewesen und Klaus Ibs als Bürgermeister von Grothusenkoog alle Wahlzeiten von 2002 an. Dieser hatte verschiedene Ämter wahrgenommen. So war er während seiner Amtszeit auch Vorsitzender des Hauptausschusses und Mitglied im Schulleiterwahlausschuss. Balsmeier richtete seinen herzlichen Dank an beide, würdigte ihre von einem Miteinander geprägte sachliche und konstruktive Mitarbeit. Anlässlich seiner erneuten Wahl zum Verbandsvorsteher hatte er sich für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen bedankt. Wörtlich sagte er: „Die Arbeit im Schulverband macht Spaß und sie ist vielschichtig. Wir haben immer sehr konstruktiv, vertrauensvoll und vernünftig gearbeitet. Ich glaube, wir sind ganz gut aufgestellt, für die Hardware zu sorgen.“

Anerkennung gab es auch seitens der Schulleiter. Doris Birkenbach machte das hohe Maß an Unterstützung für die Arbeit in der Schule an drei Sachverhalten deutlich: Maßnahme zur Behebung des „Funkloches“ in Tetenbüll, die zeitgerechte Herstellung des Sportplatzes zwecks Durchführung der Bundesjugendspiele und die schnelle Hilfe bei der Beseitigung von Problemen auf dem Schulhof durch die Kita-Baustelle.

Olaf Dircks aus Westerhever wies auf die Info-Veranstaltung zum Thema „Wolf auf Eiderstedt“ hin. Er bat darum, auch in den Schulen nach den Sommerferien aufklärend darauf hinzuwirken, wie man sich auf dem Schulweg im Falle einer Begegnung mit einem Wolf zu verhalten habe. Das Thema „Wolf“ werde Eiderstedt weiterhin beschäftigen. – Die nächste Sitzung des Schulverbandes ist für Mittwoch den 26. September im Nordseeinternat angesetzt. Danach wird man im Turnus auch wieder erneut in den Schulen tagen. Dirk Lautenschläger aus Welt hatte darum gebeten.

Hjr, 11. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

Zum 5. Mal erfolgreich: „St. Peter-Ording macht Lärm!“

 

 

Froh und zufrieden waren alle Aktiven und ihre Helfer, dass wieder einmal alles gut über die Bühne gegangen war, besonders Lisann Simon (18) und Lisa Elischer (18) vom Gymnasium der Nordseeschule. Sie hatten „St. Peter-Ording macht Lärm“ als die Aktiven vor Ort von „Schüler helfen leben“ (SHL) organisiert und mit großer Unterstützung von Tourismus-Zentrale und vielen anderen Partnern und vor allem Mitschülerinnen und Mitschülern (ab 12 Jahre!) um das Dünen-Hus durchgeführt.

Diese 5. Veranstaltung von SHL ist eine echte Herausforderung und verdient höchste Anerkennung. Als Konzertformat mit Live-Music von insgesamt sechs Solisten bzw. Gruppen und Informationen rückt sie ganz bestimmte Jugendprojekte in Bosnien und Jordanien in den Focus. Der Erlös in Höhe von 2205 € fließt dieses Jahr in ein Projekt für Kinder und Jugendliche der LJBTIQ-Szene (nicht heterosexuell) in Bosnien in der Nähe von Sarajewo und in ein zweites in Amman (Jordanien) für ein Jugendzentrum für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus Syrien. Das berichteten Amna (20) und Katarina (20), beide aus Bosnien, die für ein Jahr im Büro von SHL in Neumünster mitgearbeitet haben. Sie informierten mit Melina aus Kiel und Pauline aus Soest, beide Aktive von SHL, über die Projekte und verkauften Festivalbändchen. Diese hatten Frauen gefertigt, die Opfer von Menschenhandel sind. SHL arbeitet und informiert von Schleswig-Holstein bis Bayern über die Projekte. Dazu suchten Amna und Katarina mit ihren Freunden aus dem Schülerbüro und Aktiven aus den Orten im vergangenen Jahr über 60 Schulen auf und erläuterten den Sinn dieser Projekte, der Organisation SHL und wohin das Spendengeld fließt.

St. Peter-Ording ist für alle von SHL seit 2014, als Leonie Trapp und Najadi Litche hier zum ersten Mal „SPO macht Lärm“ organisierten, ein Anlass zum Freuen: „Wir sind immer zufrieden, wenn wir in SPO sind und es das Konzert gibt“, waren sich alle einig. Torge (16) und Jonas (19) vom Bratwurst- sowie Tjark (12) und Jarvis (12) beim Zuckerwattenstand stimmten wie alle anderen zu. Das etwas kühle Wetter tat der Stimmung bei allen keinen Abbruch.

Hjr, 10. Juli 2018, www.jb-spo.de und HN

Heinrich Schütz: Geistliche Chormusik 1648 – Was für ein Konzert!

 

Zur Information und Einstimmung in den Konzertabend war dem Programm mit den Gesangstexten folgender Beitrag vorangestellt:

„Heinrich Schütz (1585-1672) veröffentlichte seinen berühmten Zyklus „Geistliche Chormusik“ 1648 im Jahr des Westfälischen Friedens, mit dem der desaströse 30jährige Krieg endlich beendet wurde.

In dieser Sammlung von 27 Motetten verschiedenster Art über Texte aus dem Alten und Neuen Testament, aus der Liturgie, den Psalmen und Chorälen zeigt sich der sächsische Hofkapellmeister auf der absoluten Höhe seiner Kunst.

Schütz widmete dieses Werk dem Leipziger Thomanerchor: Er schlägt beispielhaft einen kompositorischen Bogen von der „alten“ italienischen Motette, wie er sie in Venedig bei Andrea Gabrieli kennengelernt hatte, hin zur „neuen“ protestantischen Kirchenmusik, die nur dem Wort verpflichtet ist und deren spiritueller Gehalt sich in der Korrespondenz himmlischer und irdischer Bereiche gründet.

Die fünf- bis siebenstimmigen Motetten der „Geistlichen Chormusik“ ermöglichen ein vielfältiges und facettenreiches vokales und instrumentales Musizieren.

Zugleich ist dieser Zyklus auch ein beeindruckendes Spiegelbild der traumatischen Zeit des 30jährigen Krieges: Schütz stellt den Wirren und Schrecken der Zeit das Ideal einer anderen, geistig-geistlichen Welt gegenüber.

Das Programm wird kontrastiert durch literarische Texte aus der Zeit zwischen 1618 und 1648, die trotz des zeitlichen Abstandes von fast 400 Jahren nichts an Aktualität und Eindringlichkeit eingebüßt haben.“

 

„Gott, dem ewigen Könige, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren und allein Weisen sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.“- Kräftig, ausdrucksvoll und klangvoll hatten gerade eben Kantorei St. Peter, Sabine Szameit (Sopran), Stephan Zelck (Tenor) und das Ensemble Thelxinoe diesen Schlussvers aus der „Geistlichen Chormusik 1648“ von Heinrich Schütz in der St. Peter-Kirche unter der Leitung von Christoph Jensen höchst beeindruckend musiziert und vorgetragen.-

Wahrhaftig und unwidersprochen stand die Botschaft nun im Kirchenraum und klang nach. Insgesamt ein starkes Glaubensbekenntnis von vor 370 Jahren! - Ganz still war es geworden.-. Andächtig hatte das Publikum bereits von Beginn an diesem Konzertvortrag gelauscht wie auch den von Christoph Jensen nicht nur rezitierten literarischen, auch von ihm genial ausgewählten Texten aus der Zeit zwischen 1618 und 1648. Sie haben wirklich nichts an Aktualität und Eindringlichkeit eingebüßt.

 

Dann begann der Beifall, wurde stärker und dauerte lange an. Einige waren aufgestanden. Das Konzert wirkte lange nach. Manche blieben auch einfach noch sitzen, als die ersten nach dem großen Applaus gingen. Inge und Ulrich Walter aus Darmstadt, sie Bratschistin und er Cellist, bekannten: „Ein tolles Konzert!“ Sie fügte dann gleich hinzu: „Ich bin begeistert, und von welcher Qualität!“ Sie wollten noch das Gespräch zum Austausch mit Christoph Jensen.–

 

Dem ist nichts hinzuzufügen. Es war ein Chorkonzert aus einem Guss, das als Gesamtkunstwerk einen Eindruck hinterließ, wie es wohl selten im Zusammenspiel von „Laien“ und professionellen Musikern geschieht. Aber auch das Publikum passte! So war man nicht nur gemeinsam versammelt, man fühlte sich auch durch Musik und Wort miteinander verbunden.

Musikalisch vielfältig mit hervorragendem Spiel und Gesang, jede und jeder für sich mit voller Konzentration und Hingabe, und ein einfühlsamer motivierender musikalischer Leiter, der ebenfalls sprachlich beeindruckte. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an das Spiel der drei Posaunen und der Gambe bei „Was mein Gott will, das gescheh allzeit“ und den Gesang des kleinen Chores bei „So fahr ich hin zu Jesu Christ“.

Im Ensemble Thelxinoe spielten die Zinken Julia Fritz und Barbara Heindlmeier, die Posaunen Andreas Neuhaus, Bärbel Leo und Tural Ismayilov, die Gamben Simone Eckert und Oksana Vasilkova, die Bassgambe Ekaterina Kuzminykh, die Theorbe Gero Parmentier und die Orgel Sebastian Schwarze Wunderlich.

Die ausgewählten Texte waren von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen (aus: „Der abenteuerliche Simplicissimus“), Günter Grass (aus: „Das Treffen in Telgte“), Daniel Czepko von Reigersfeld, Friedrich Logau, Andreas Gryphius, Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, Friedrich von Spee und Paul Gerhardt.

Hans Jörg Rickert, 9. Juli 2018, www.jb-spo.de

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Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit:Umsetzung zweier Bauvorhaben hat begonnen – Neubau eines Familientreffs an der Promenade und Errichtung eines Feriendorfes

 

Das ist sicher vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht bewusst: Für fast jeden Bebauungsplan bzw. auch für bestimmte Bauvorhaben im Gemeindegebiet, ob im Ort oder am Strand oder im Außenbereich ist im Vorwege die Öffentlichkeit zu beteiligen. Das bedeutet: Jeder kann sich rechtzeitig darüber informieren, was angedacht wird und umgesetzt werden soll. Das ist im Baugesetzbuch (BauGB) festgelegt und soll gemäß § 3 Abs. 1 frühzeitig geschehen. Die Öffentlichkeit ist im Zuge der Aufstellung von beabsichtigten Bebauungsplänen im Vorverfahren in geeigneter Form über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung öffentlich zu unterrichten und ihr ist die Möglichkeit zur Äußerung und Erörterung zu geben.

Das war nun nach vorher 14-tägiger Bekanntmachung an den Bekanntmachungstafeln im Ort, z.B. am Alten Rathaus, und im Netz unter www.amt-eiderstedt.de unter dem Punkt „Bauleitplanung der Gemeinden“ für die Bebauungspläne Nr. 74 und Nr. 81 geschehen. Eingeladen worden war in den Sitzungssaal im Alten Rathaus. Zuständig für dieses Verfahren ist das Amt Eiderstedt im Auftrage der Gemeinde St. Peter-Ording.

B-Plan 74 ist ein vorhabenbezogener Bebauungsplan für das Gebiet an der Straße „Drift“ sowie südlich der Straße „Drift“ und westlich der Straße „Dreilanden“ (Bundestraße 202) gelegenen Flächen. Es handelt sich um das ehemalige „Landhaus Richardsen“. Davor war es aus den 50iger Jahren bis in die 70iger ein Kinderheim und ein landwirtschaftlicher Betrieb gewesen. Danach wurde aus dem Kinderheim – diese erlebten in der Zeit durch das Krankenkassendämpfungsgesetz einen Niedergang – das Landhaus Richardsen mit 24 Appartements und 8 Zimmern.

B-Plan Nr. 81 ist ein Neubau – „Familientreff“ - im Bereich der „Strandpromenade“, nördlich des Seedeiches, östlich des Grundstücks „Fritz-Wischer-Straße 3“, südlich der Straße „Im Bad“ (K6) sowie westlich des Grundstücks „Im Bad 102“. Es handelt sich um die ehemalige Rollschuhbahn von Anfang der 70-iger, zwischenzeitlich später Skaterplatz und jetzt sozusagen „ungenutzt“.

Insgesamt 18 Personen waren zur öffentlichen Beteiligungs- und Informationsveranstaltung anwesend, unter ihnen auch vier Gemeindevertreter bzw. Mitglieder des Bauausschusses, vier als betroffene Anlieger oder besonders Interessierte und vier Bürger. Das sei allgemein so üblich, so Sven Jacobsen vom Amt Eiderstedt auf spätere Nachfrage.

 

Aus terminlichen Gründen wurde zunächst über die beabsichtigte Errichtung eines „Familientreffs“ informiert. Anwesend waren dazu Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff und der technische Leiter der TZ Nils Koch sowie vom zuständigen Planungsbüro Sven Methner und Meike Marxen. Es handelt sich um ein gemeindliches Vorhaben im Rahmen des Projektes „Promenade Teil II“. Seit 2016 ist man seitens Gemeinde und TZ in der Vorplanungsphase. Das Projekt beinhaltet Neugestaltung der Erlebnispromenade vom jetzigen Minigolf bis zur alten Rollschuhbahn hinter dem Deich und Naturerlebnisraum vor ihm mit Plattformen und Zugängen in ihn. Die Maßnahmen zur Gestaltung der Erlebnispromenade Teil I einschließlich Buhne und Dünen-Hus über Irrgarten, Wasserwelten und Kinderspielplatz bis zur Liegeweise war 2008 fertig gestellt worden und hatte für ein neues bis heute ansprechendes Image gesorgt. Als nächstes Großprojekt wurde die „Dünen-Therme“ verwirklicht. In beide Projekte sind erhebliche Fördermittel geflossen. Davon wird auch jetzt bei der Fortführung berechtigt ausgegangen. Vorgespräche und Vorstellung der beabsichtigten Maßnahmen sind gelaufen (wir berichteten). Die Gemeindevertretung hatte die Aufstellung des B-Planes 81 am 26. April gefasst, der Bauausschuss den Vorentwurf am 28. Mai gebilligt. Danach greift die Beteiligung der Öffentlichkeit und die der Träger öffentlicher Einrichtungen.

Planungsziel ist die Errichtung eines Familientreffs und Kinderspielhauses mit angeschlossener Gastronomie und entsprechender Gestaltung des Außengeländes. Geschaffen werden soll damit am Ende der Erlebnispromenade ein neuer „Ankerplatz“ für Familien mit Kindern bis hin zum Erwachsenenalter. Das jetzige Kinderspielhaus wird aufgegeben. Es gehört der Gemeinde. Der künftige Verwendungszweck des ursprünglichen Feuerwehrgerätehauses ist noch offen.

In der Planung sind auf einer Gesamtfläche von ca. 7.580 m² drei Teilflächen: eine aufgeständerte Pfahlbaukonstruktion mit unterem Luftgeschoss in einer anderen Interpretation als am Strand auf einer Grundfläche von ca. 1200 m², eine fußläufige Verbindung (ca. 350 m²) zur beabsichtigten Aussichtsplattform am Deich und Freiflächen mit vorwiegend Nebenanlagen für Sport und Spiel. Derzeit sind 1700 m² versiegelt. Im Gebäude vorgesehen sind Kinderspielhaus, Leseraum, Kuschelbereiche, digitales Labor und ein Gastronomiebereich. Die Erschließung erfolgt über einen für Rettungsfahrzeuge noch herzurichtenden vorhandenen derzeit unbefestigten öffentlichen Fuß- und Radweg. Dieser mündet in die Zufahrt zu einem vorhandenen öffentlichen Parkplatz ein. Ausreichend Abstellmöglichkeiten für Fahrräder mit Anhänger und Kinderwagen standen u.a. im Focus der Aussprache. Nach der Umsetzung des Bauvorhabens werden Einheimische, Touristen und Klinikgäste gemeinsam davon profitieren.

Die für den B-Plan 74 geplante Baumaßnahme wurde von Stadtplaner Helmut Reggentin vorgestellt. Der Plangeltungsbereich hat eine Größe von ca. 1,58 ha. und ist als sozusagen „Enklave“ vorwiegend eingebettet in landwirtschaftlich genutzte Flächen entlang der B 202. Von ihr zweigt der Privatweg „Drift“ in Richtung Strand bis zur Straße „Am Deich“ ab. Von ihr zugänglich schließt sich im nordwestlichen Bereich eine lockere Bebauungsstruktur an. Für die Enklave existiert bisher kein Bebauungsplan. Von der Landesplanung ist die Aufstellung eines solchen möglich. Beabsichtigt ist die Errichtung eines kleinen familienfreundlichen Feriendorfes mit lebhaften Haushälften und großzügigen Grünflächen. Innerhalb des Gebietes sollen sechs Feriendoppelhäuser mit einer Höhe unterhalb 8,50 m und ein Betriebsleiterhaus mit Wohnung errichtet werden. Insgesamt werden es 12 Ferienwohnungen. Das ist ein Drittel dessen, was bisher existiert, und von der Landesplanung her genehmigungsfähig. Das Wohnhaus des Vorbesitzers (10,20 m Höhe) bleibt stehen; er hat dort weiterhin Nutz- und Wohnrecht. Alle vorhandenen anderen Gebäude werden abgebrochen. Damit findet eine Neuordnung und Wiedernutzbarmachung der bereits bebauten Fläche statt, die in die Zukunft gerichtet dem touristischen Standard gerecht wird. Mit der Aufstellung des B-Planes wird dann ein begrenztes Gebiet ausgewiesen, in dem Touristenbeherbergung zulässig ist. Das Bauvorhaben soll innerhalb von drei Jahren realisiert werden.

In der Aussprache wurde deutlich: Nur eine Nachnutzung mit touristischem Profil ist möglich, Dauerwohnen ist allerdings in der neuen Betriebsleiterwohnung und noch im jetzigen Wohnhaus zugelassen. Stellplätze für Fahrzeuge sind an der bisherigen Stelle außerhalb des „Ferienhausgebietes“ vorgesehen. Die vorhandene Fledermauspopulation hat man im Blick. Die Versiegelung von Flächen sollte auf ein Mindestmaß begrenzt sein. Die Zuwegung zu den landwirtschaftlichen Flächen ist weiterhin gesichert.

Das Gelände ist verkauft. Bereits vor über einem Jahr ist die geplante Baumaßnahme im Bauausschuss angesprochen worden. Der Durchführungsvertrag ist noch zu verhandeln, der B-Plan noch aufzustellen.

Mit dieser Information der Öffentlichkeit ist deren Beteiligung allerdings weitgehend abgeschlossen, aber nicht ausgeschlossen. Jetzt werden diese Vorhaben im Ausschuss für Bauwesen und Verkehr weiter beraten, für den Familientreff mit Sicherheit auch noch im Finanzausschuss. Es folgen die Beschlussfassungen über die Aufstellung des jeweiligen Bebauungsplanes, die öffentliche Auslegung, erneute Behandlung im Ausschuss und Beschlussfassung durch die Gemeindevertretung. Erst danach und mit der Unterschrift des Bürgermeisters wird ein Bebauungsplan rechtskräftig. Der Bürger hat also weiterhin die Möglichkeit, das Verfahren zu verfolgen, Einsicht zu nehmen und sogar Bedenken anzumelden. Dafür muss man sich nur selber informieren, wann die Sitzungen sind, wo die Pläne ausliegen usw. Die Bekanntmachungsstellen und der Netzauftritt des Amtes Eiderstedt machen das möglich.

Hjr, 28. Juni 2018, HN und www.jb-spo.de

 

Siehe dazu im Jahrbuch St. Peter-Ording www.jb-spo.de

Februar 2017              Projekt „Promenadenerneuerung“

März 2017                  Bauausschuss stellt sich der Verantwortung für den Ort

Juli 2017                     St. Peter-Ording bereitet die Verlängerung der Erlebnispromenade vor - An der Stelle der alten Rollschuhbahn soll ein attraktiver Treffpunkt für Familien entstehen

November 2017         Naturerlebnis vor dem Deich wird stärker in den Blickpunkt gerückt

In Ording gibt es noch eine Idylle

 

Privatweg „Drift“ zwischen „Am Deich“ und „Dreilanden“ (B 202)

Wer auf dem Deich in Ording von der Strandüberfahrt kommend in Richtung Bad wandert, hat nicht nur einen wunderschönen Blick auf den Strandabschnitt, auch auf das Hinterland. Zwischen Deich und Dünen blickt man auf den großen Strandsee vor der Dünenkette, der bis hin an den „Strandweg“ reicht und ein Vogelparadies ist, und in Richtung Land auf die ehemalige reetgedeckte Kate „Haus Kühl“ und das „Haus Esselmann“, das mit seinem besonderen Baustil heraussticht. Ein Trampelweg führt hier vom Deich hinunter und über die Straße „Am Deich“ in den Privatweg „Drift“. Hier gelangt man zu den Luna-Appartements. Schilder weisen darauf hin. Diesen Weg gibt es schon sehr lange. Er führt weiter auf ein Gatter zu, an dem man zu Fuß vorbei dann fast nur noch Natur um sich hat und bis zur B 202 – Straße „Dreilanden“ – kommt.

In Höhe dieses Gatters reicht der Blick bis zu ihr. Der bis in die 90iger Jahre landwirtschaftliche Betrieb (Stammhof der Familie Stöhrmann, letzter Pächter Harro Broders; verheiratet mit Frauke Stöhrmann) – heute Appartement-Anlage „Friesenhof Dreilanden“ – fällt in seiner Haubargform ins Auge. Geht man die „Drift“ weiter, passiert man rechterhand die Anlage „Landhaus Richardsen“. Hier scheint die Zeit noch stehen geblieben: Baumumstanden und von Weideflächen umgeben, erinnert diese Enklave eines ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes und zugleich Kinderheimes aus den 50-iger Jahren an ein Relikt aus dieser Zeit.

Kinderheime erlebten in den 70-iger Jahren durch das Krankenkassendämpfungsgesetz einen Niedergang. So wurde wie aus vielen anderen Einrichtungen dieser Art in St. Peter-Ording auch aus dieser ab 1979 eine Ferienanlage mit 24 Appartements und 8 Zimmern. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll demnächst auf diesem Areal von ca. 1,5 ha Fläche ein Feriendorf mit sechs Doppelhäusern und einer Betriebsleiterwohnung entstehen. Bis auf das jetzige Wohnhaus werden alle anderen Gebäude abgerissen.- Der heutige Mobilfunkmast an der B 202 steht auf dem Gelände der ehemaligen Peilfunkstelle. Sie war bis Anfang der 90-iger in Betrieb. Anlagen und Gebäude an der „Drift“ existieren seit langem nicht mehr.

Insgesamt stellt sich das Gebiet vom Gatter bis zur B 202 als eine „Idylle“ dar. Linkerhand reicht der Blick direkt gegenüber der Einfahrt zur Utholmer Straße, und wenn man auf die Fenne geht, kann man am schuppenähnlichen mit Planen versehenen Holzgestell Richtung Beach-Motel und „Kirchenstraße“ und in mehr nördlicher Richtung auf Deich und Kirche sehen. Landwirtschaftlich eingebettet wird es wohl so idyllisch und erinnerungswürdig bleiben können. Schafe und Rinder, Heumachen im Sommer und in den Wintermonaten Gänse – das ist ein Stück „Eiderstedt“ früher und auch heute noch.

Hjr, 7. Juli 2018, www.jb-spo.de

Siehe auch im Jahrbuch St. Peter-Ording

März 2017      Bauausschuss stellt sich der Verantwortung für den Ort (in Text und Bilderstrecke)

Weitere Informationen in AG OrtsChronik Heft 24 – 2005 – Ording

Kinderheim Richardsen (118), Peilfunkstelle (140), Haus Kühl (169), Haus Esselmann „Klaar Kimming“ (171), Dreilanden 11 „Friesenhof“ (190), Luna Appartements (195)

Abschiednehmen in der Manege unterm Zirkuszelt

 

Schule kann einem manchmal wie ein Zirkus vorkommen: Sie ist spannend und lustig, verlangt Aufmerksamkeit und fordert Konzentration. Wenn man nach den Löwen urteilt, die in ihrem Käfig dösen, ist sie zeitweise wohl auch langweilig. Eine artistische Nummer aber geht nicht ohne ständiges Üben. Man muss sich fit halten und seine Nummer im Schlaf können. Und jede Zirkusnummer ist bei jeder Aufführung eine neue Herausforderung: Das Publikum soll ja begeistert werden.

Die Utholm-Schule St. Peter-Ording jedenfalls muss ein Zirkus mit Prädikat sein. Da gab es am letzten Schultag vor Beginn der Sommerferien im „Zirkus Zaretti“ eine ganz besondere Vorstellung. Und wie im Zirkus gab es Lachen und Weinen, aber Weinen vor Freude oder weil es in den vier Jahren Grundschule einfach zu schön gewesen war. Die Klassen 4a und 4b wurden verabschiedet, auch die Schüler, die aus anderen Ländern nach hier gekommen waren und erst einmal Deutsch gelernt haben, damit sie an ihren Stammschulen nun mit den erworbenen Sprachkenntnissen gut lernen können, und vier „Artisten“ von besonderer Qualität.

Das sind die Lehrerinnen Ragna Bertholdt, Cornelia Bothe, Astrid Kuschka-Lex und Konrektorin Frauke Hansen. Sie sind über Jahrzehnte an der Utholm-Schule tätig gewesen und haben Generationen von Grundschülerinnen und Grundschülern schon im Fasanenweg die elementaren Grundlagen und Fertigkeiten vermittelt, die Kinder fürs Leben mit auf den Weg gegeben werden müssen: Lesen, Schreiben, Rechnen, Turnen, Singen, Malen und viel, viel mehr. Nun hat auch ihre Schulzeit ein Ende. Sie dauerte weit über 50 Jahre, erst ebenfalls als Schülerinnen und später dann als Lehrkräfte.

 

Für sie gab es Vorführungen, Geschenke und Reden. Rektor Boy Möller moderierte und sprach. Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Rainer Balsmeier – er kam 1996 nach St. Peter-Ording - erinnerte daran, dass drei seiner Kinder bei ihnen Unterricht gehabt hatten. Elternvertreterin Heike Schönborn bedankte sich herzlich für die Begleitung und das Miteinander. Getanzt und gesungen wurde wie üblich bei Schulfeiern. Aus dem ganzen Zirkusrund erklang aus den Kindermündern ein großes Dankeslied.

Schon am Anfang hatten die Viertklässler vor dem Zirkuszelt Spalier gestanden, als die Vier eingetroffen waren. Sie waren nämlich von ihrem Schulleiter extra vom „Hitzlöper“ vor ihrer Haustür abgeholt worden. Das war auch nicht schwierig. Alle vier wohnen in St. Peter-Ording. So wird man einander sicher auch ab und zu begegnen, wenn man demnächst als Schüler oder Schülerin des Gymnasiums oder des Gemeinschaftsschulteils oder noch weiterhin der Utholm-Schule unterwegs zur Schule oder der Schultag zu Ende ist. Jedes Auge, aus dem heute vielleicht mehr als nur eine Träne kullerte, wird spätestens dann wieder lachen.

Hjr, 6. Juli 2018, www.jb-spo.de

Neuer Naturlehrpfad in St. Peter-Böhl eröffnet

 

Böhl hat hinter dem Deich viel sowie auf und vor dem Deich fast alles - man muss es nur wissen: Strand und Pfahlbauten, Salzwiesen und Dünen, Deich und Leuchtturm – und ab jetzt auch ein ganz neues Besucherinformationssystem (BIS). In Böhl ist ein Naturerholungsraum, der seinesgleichen sucht. Wer die Sonne genießen und im Strandkorb sitzen oder baden will, kann das. Wer aber dazu auch Naturerlebnisse möchte, hat hier eine „mehrmalige“ Gelegenheit. Das erfährt der Deich- und Dünenwanderer entlang eines neuen Naturlehrpfades von der Strandüberfahrt (Parkplatz) auf der Deichkrone bis hin zum Leuchtturm und von dort landseitig auf dem Weg vor dem Dünenwäldchen und danach den Campingplätzen zwischen Deich und Dünen zurück. Auf einer Distanz von 1,3 km ist dieser Naturlehrpfad ausgestattet mit elf Objekttafeln zu z.B. Sandsalzwiesen oder „arrr…arrr..arrr-Froschkonzerte“ in den Abendstunden, zwei Infotafeln und einer Karte. „Mit diesen Tafeln werden unsere Gäste noch besser über die Besonderheiten der wunderschönen Natur in Böhl informiert“, so Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff. “Durch sie werden gerade auch Inhalte transportiert, denn „Menschen sind bereit Einschränkungen hinzunehmen, wenn sie wissen, warum“ berichtete sie anlässlich der ersten offiziellen Begehung des Pfades.- Von der Rundbank am hundertjährigen Leuchtturm kann man zusätzlich Richtung Pfahlbauten und Nordsee auf die Salzwiesen mit grasenden Rindern den ganzen Tag über in die Sonne schauen. Für Kinder gibt es nicht weit vom Leuchtturm auch einen Spielplatz, wenn man vom Deich an der Schutzhütte vorbei den Weg zurück wählt.

 

Matthias Kundy von der Nationalparkverwaltung informierte über das Entstehen dieses neuen BIS. Mitgewirkt haben in Kooperation von NPV und TZ u.a. die Schutzstation Wattenmeer. Diese betreut unter Leitung von Sabine Gettner mit freiwillig Dienstleistenden u.a. das Nationalparkhaus in der Dünen-Therme und nutzt den Böhler Raum für Exkursions-Angebote. Der Aufwand für die Erstellung des BIS war groß, aber er war gerechtfertigt. „Über 60 Prozent der Besucher betonen die Wichtigkeit dieser Tafeln“, sagte Kundy.

Richtig feierlich war der Augenblick, als Levke Brauer – sie ist seit Mai seitens der NPV zuständig für die Naturerlebnisangebote in St. Peter-Ording – das symbolische Schleswig-Holstein-Band mit einer Schere teilte. Gehalten hatten es Constanze Höfinghoff und Matthias Kundy, die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Gemeinde sowie TZ St. Peter-Ording mit der NPV deutlich machend.

Das BIS in St. Peter-Ording umfasst nun 73 Elemente an insgesamt 40 teils ganzjährigen, teil saisonalen Standorten in Ording, Bad, Dorf und nun endlich auch wieder in Böhl. Informiert wird allgemein über den Nationalpark und das Weltnaturerbe Wattenmeer sowie entsprechend den örtlichen Gegebenheiten standortbezogen über Vogel- und Pflanzenwelt und wie in Böhl auch über Strandausritte, Kiten und Hunde am Strand. An der Festlandsküste sowie auf den Inseln und Halligen mit Besucherverkehr gibt es rund 750 Elemente an 250 Standorten. In Böhl gibt es zusätzlich noch eine Besonderheit: Hier sind Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und FFH-Gebiet direkte Nachbarn.

Hjr, 5. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

Ole West signierte nicht nur

 

„Künstler zum Kennenlernen“ heißt ein Angebot der Galerie Tobien in der Filiale St. Peter-Ording direkt gegenüber der Einfahrt zum Westküstenpark in der Wittendüner Geest. Gleichzeitig kann man die vor zwei Monaten erst eröffnete Galerie selbst kennenlernen und einen Blick auf einige Werke von neun Künstlern werfen, die in St. Peter-Ording gemalt haben und im Raum für die Galerie der Gemeinde ausgestellt sind. Der gleich große Eingangsraum ist derzeit Ole West gewidmet. Das ist der Künstler mit den Leuchttürmen, den Seekarten, dem lustigen Raben, den Fischen und mehr.

Die Chance, Ole West auch selbst zu begegnen, ließen sich jetzt viele Besucher nicht nehmen. Galeristin Marid Taubert hatte dazu eingeladen. Vor langer Zeit schon hatte sie den Termin mit dem Künstler vereinbart. Das muss geplant werden, denn „Ole West hat viele Termine, signiert laufend, wenn es gewünscht ist“, sagte sie. Er selber formulierte es so: “Marid Taubert ruft an, fragt, hast du Zeit, würdest du das machen – und schon ist es so weit!“- Ob Postkarte oder Buch oder mehr, Ole West signierte nicht nur, erfüllte sogar Sonderwünsche: „Bitte noch ein Rabe!“ und schon zeichnete er.- Jeden Monat gibt es in der Galerie ein mindestens einen besonderen Termin. Einfach mal reinschauen. Es lohnt sich immer. Der Eintritt ist frei. Kunst von heute und Künstler aus St. Peter-Ording warten aufs „Kennenlernen“.

Hjr, 4. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

Ohne Zugabe ging es dieses Jahr auf der Buhne nicht

 

Konzert der Bundeswehr Big Band zugunsten der Aktion Schutzengel

Das Wetter bestens mit hinter den Salzwiesen und den Dünenverschwindender Sonne konnte es bei dem inzwischen 11. Konzert der Big Band der Bundeswehr auf der Erlebnispromenade in St. Peter-Ording nur ein Erfolg werden. So um 3500 Besucher hat das Musiker-Ensemble mit den Vocals Susan Albers, Jemma Endersby und Marco Paulo Matias unter der Leitung von Bandleader Timor Oliver Chadik mit stimmungsvoller und mitreißender Musik begeistert. „My Way“ erklang nach zwei Stunden und sollte den Abschluss bilden, aber ohne Zugaben ging es einfach nicht!

Statt eines Eintrittspreises waren wie in St. Peter-Ording üblich Spenden für ein besonderes Projekt erbeten. In diesem Jahr spielte die Bundeswehr Big Band für den "Eiderstedter Schutzengel", eine Aktion zur Sanierung der historischen Eiderstedter Kirchen. In ihnen gibt es wertvolle kunsthistorische Schätze. Viele der 18 Kirchen auf Eiderstedt, die allein schon wegen des Kanzeltypus zusammen ein Kulturdenkmal besonderer Art darstellen, sind bereits über 900 Jahre alt ist. Mauerwerk und Dächer bedürfen unbedingt einer Sanierung. 18,65 Mio € sind dafür veranschlagt. Der Bund hat die Hälfte bereits zugesagt, wenn die Kirche die andere Hälfte übernimmt. Propst Jürgen Jessen-Thiessen appellierte deswegen zwecks Unterstützung des Vorhabens bei der Eröffnung des Konzertabends durch Moderator Johannes Langendorf im Beisein von Bürgervorsteher Boy Jöns und Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff an die Spendenwilligkeit. Er konnte zwischendurch schon einmal mitteilen, dass die Summe von 5000 € überschritten worden war. Pastor Michael Golz erläuterte anhand eines Kirchenbogenmodells die Dringlichkeit der Maßnahme. Man hofft, bereits in diesem Jahr noch sichtbar starten zu können. Insgesamt waren am Ende über 10.000 Euro zusammengekommen. Ein tolles Ergebnis.

Hjr, 4. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

Sitzung des Tourismusausschusses St. Peter-Ording

 

Wofür Tourismus- und Kurabgabe verwendet werden dürfen

Der Tourismusausschuss hatte sich in seiner ersten Sitzung mit einem sperrigen Thema zu befassen. Es ging um die III. Nachtragssatzung zur Satzung der Gemeinde St. Peter-Ording über die Erhebung einer Tourismusabgabe vom 16. Dez. 2013 und um die VII. Nachtragssatzung über die Erhebung einer Kurabgabe vom 03. Nov. 2003. In den Satzungen werden die Höhen der Abgaben und die Art ihrer Erhebung geregelt. Der Planansatz der letzten Kalkulationsperiode (2016-2018) für die Tourismuswerbung gesamt beträgt im jährlichen Durchschnitt 1,091 Mio €. 20 Prozent davon (222 T. €) sind über die Tourismusabgabe zu decken. Der Ansatz für Kur- und Erholungseinrichtungen ist mit gesamt über 12 Mio € veranschlagt. 46 Prozent (5,572 Mio €) werden durch die Kurabgabe gedeckt, 44 Prozent durch spezielle Einnahmen und 6 Prozent durch die Gemeinde. 4 Prozent  (427 T. € ) sind über die Tourismusabgabe zu decken. Im jährlichen Durchschnitt belief sich die Höhe der Tourismusabgabe also auf zahlenmäßig 649.000 €.

Von der Tourismusabgabe direkt betroffen sind alle Unternehmen, die touristisch tätig sind bzw. unmittelbar oder mittelbar vom Tourismus profitieren, d.h. aus ihm Vorteile ziehen und an ihm verdienen. Die Kurabgabe ist von Urlaubern und Gästen zu entrichten. Manch einer mag sich fragen, warum diese Abgaben erforderlich sind. Aber damit Tourismus funktioniert, muss eine Gemeinde bestimmte Dinge regeln und vor allem auch Einrichtungen besonderer Art vorhalten. Das ist an einem Hotspot des Tourismus wie St. Peter-Ording mit seinen Stränden und seiner Infrastruktur offenkundig. Dafür muss Geld vorhanden sein.

Wenn nun jemand gedacht hat, Tourismus- und Kurabgabe könne man als „Abzocke“ der Tourismus-Zentrale (TZ) brandmarken, der wurde in der Sitzung des Tourismusausschusses der Gemeinde St. Peter-Ording eines Besseren belehrt. Im Kommunalabgabengesetz ist nämlich geregelt, dass Tourismusabgabe und Kurabgabe nur kostendeckend verwendet werden dürfen. Einfacher formuliert: Mit dem Geld der Bürger dürfen keine Gewinne gemacht werden. Das bedeutet: Alles, was durch die Tätigkeit der TZ als Eigenbetrieb der Gemeinde erwirtschaftet wird, muss wieder in den Betrieb fließen. Deswegen muss der Abgabesatz immer wieder den Gegebenheiten angepasst und nach Ablauf einer dreijährigen Kalkulationsperiode über eine Nachtragssatzung neu festgesetzt werden. Die derzeitige Kalkulationsperiode läuft zum Ende des Jahres aus. Für die Jahre 2019 bis 2021 ist deswegen neu zu kalkulieren. Wolfgang Beushausen hat in diesem Kontext nun das entsprechende Zahlenwerk für die Gemeinde erstellt.

Vorausschauend darf ein bestimmter Betrag nicht überschritten werden. Das geschieht auf der Grundlage des wirtschaftlichen Ergebnisses für 2016, der Schätzung für 2017 und der Planung für 2018, also der letzten drei Jahre. Dafür ist der durchschnittliche jährliche Deckungsbedarf zu ermitteln. Bei der Tourismusabgabe sind alle Kosten in die Kalkulation aufzunehmen, die durch die Tourismuswerbung der Gemeinde und die Bereitstellung von Kur- und Erholungseinrichtungen sowie das Angebot an Veranstaltungen entstehen. Bei der Kurabgabe findet die Tourismuswerbung keine Berücksichtigung, aber alles andere. Das sind Personal- und Sachkosten und im Wesentlichen die Abschreibung für die Abnutzung von Wirtschaftsgütern als kalkulatorische Kosten. 

Zu den Kosten für die Tourismuswerbung gehören das Tourismus-Service -Center, Messen und Werbematerialien aller Art von Digital bis Papier. Zu Kosten für Kur- und Erholungseinrichtungen zählen die Bereiche Strände, Strandpromenade, Parkanlagen Erholungswälder, aber auch der Bauhof, Therapie/Wellnesszentrum, Dünen-Therme, Kinderspielhaus und auch Veranstaltungen.

Aus der letzten Kalkulationsperiode hat sich nun eine Überdeckung ergeben. Diese muss bei der neuen Kalkulation gegengerechnet werden. Hierdurch wird der durch Investitionen – z.B. Erweiterung der Promenade, Errichtung des Mehrzweckgebäudes aber auch steigender Personalkosten - höhere Deckungsbedarf reduziert, so dass der zu erzielende Deckungsbedarf gegenüber der abgelaufenen Periode nur geringfügig ansteigt. Dieser ist für die Berechnungen von Tourismus- und Kurabgabe heranzuziehen und auf die Abgabepflichtigen auf der Grundlage ihres tourismusbezogenen Umsatz- und Gewinnanteils zu verteilen. Durch die gute wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren sind diese Grundlagen deutlich gestiegen. Deshalb ist der Hebesatz zu senken. Betrug dieser für die Tourismusabgabe in der letzten Kalkulationsperiode 6,9 Prozent, so ist er jetzt auf 6,0 Prozent festzusetzen. Das ist eine gute Nachricht für alle diejenigen, die zur Tourismusabgabe verpflichtet sind.

Bereits rechtzeitig hat man sich noch in der vergangenen Legislaturperiode an diese Arbeit gemacht, damit zügig weitergearbeitet werden kann. Als nächstes ist die Beratung darüber im Finanzausschuss am 16. Juli, ehe dann voraussichtlich in der Gemeindevertretung im August die notwendigen Beschlüsse gefasst werden können. Beide Nachtragssatzungen wurden einstimmig empfohlen. Bei der Kurabgabennachtragssatzung gab es eine Enthaltung. Sie war auf den Zeitraum für die Zahlung zurückzuführen, aber „Lebenswirklichkeit“ und „textliche Fassung“ sind nicht immer und überall deckungsgleich. Das muss sich dann im Miteinander regeln.

Zu Beginn hatte der neue Tourismusausschussvorsitzende Jan Duggen (CDU) alle bürgerlichen Mitglieder verpflichtet, auch die mit der Stellvertretung von Ausschussmitgliedern beauftragten. Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses ist Harry Bresemann (CDU). Weitere Mitglieder sind Peter Arndt (SPD) und Werner Otto Bruhn (bgl, SPD), Uwe Kirchner (CDU), Thorsten Malorny (CDU), Tim Schäfer (AWG), Thorsten Pauls (bgl, AWG) und Christiane Schallich (FDP).

Unter den Mitteilungen seitens der Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff sorgten die abschließenden Zahlen von 2017 für große Zufriedenheit: Bei den Ankünften hatte es mit 389.961 gegenüber 2016 eine Zunahme von 1,5 %, bei den Übernachtungen mit 2.481.381 eine von 2,5 % gegeben. Erfreulich dabei besonders: Vor allem in der Nebensaison.

Hjr, 3. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

 

Hintergrund / Kommentar

Sitzungen der Ausschüsse und der Gemeindevertretung sind öffentlich. Jeder hat die Möglichkeit, den Ablauf der Sitzungen mit Erläuterungen, Beratungen und Beschlussfassungen zu verfolgen. Es geht dabei letztlich auch immer um Geld. Bei den anstehenden Investitionen am Strand und im Ort - vor allem zur Verbesserung der Infrastruktur - geht es sogar um viel Geld. Da erscheint es sinnvoll, als Bürger und Bürgerin an solchen Sitzungen teilzunehmen. Wer das nicht machen will, verzichtet freiwillig auf sein Recht, informiert zu werden.

Gerade bei sperrigen Themen wie diesem zu Tourismus- und Kurabgabe ist es zwar schwierig, Sitzungen zu verfolgen, aber man lernt dazu. Und man lernt, wie Demokratie funktioniert und wie schwierig Prozesse sein können. Information ist auch Bürgerpflicht. Man sollte dieser Pflicht stärker nachkommen als bisher. Die neue Legislaturperiode lädt dazu ein. Der Finanzausschuss tagt insbesondere zu diesem Thema „Tourismusabgabe und Kurabgabe“ am Montag, 16. Juli um 19 Uhr im Sitzungszimmer des Rathauses, Badallee 1.

Hans Jörg Rickert

Offene Sommerateliers 2018 - Frauke Petersen und Erhard Schiel

 

Am 30.06.2018 und am 01.07.2018 öffneten Frauke Petersen und Erhard Schiel als Mitglieder des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler - Landesverband Schleswig-Holstein (BBK-SH) ihre Ateliers. Der BBK-SH mit Sitz in Kiel ist die Berufsvertretung der professionellen Künstlerinnen und Künstler in Schleswig-Holstein. Erhard Schiel ist seit 1984, Frauke Petersen seit 2003 Mitglied. Der gebürtige Ostpreuße (1943 in Insterburg) wohnt seit 1986 in St. Peter-Ording und hat sein Atelier – „Brutkasten“ genannt – in der Bövergeest. Sie ist 1950 in St. Peter-Ording geboren und wohnt in ihrem Elternhaus im Koogsweg, ehemals eine Bauernstelle. Dorthin ist sie 1997 nach ihrer Kunstausbildung wieder zurückgekehrt.

Eines verbindet beide: Sie sind erst später freischaffende und professionelle Künstler geworden. Frauke Petersen war Garten- und Landschaftsarchitektin, Erhard Schiel nach einer Lehre als Dreher, Bundeswehr und Sportsoldat Vermesser und Sporttrainer. Ein zweites ist Kennzeichen Ihrer Arbeit: Genauigkeit, Sorgfalt und die Arbeit mit dem Licht. Dies aber unterscheidet sie: Er ist experimentierfreudig, wechselt die Genres und wagt sich an ganz neue Herausforderungen. Sie arbeitet weiter, vervollkommnet, sieht, entdeckt neue Möglichkeiten und baut sie aus. Er impulsiv und durchaus eigensinnig, aber auch sensibel, sie zurückhaltend und sich feinsinnig Objekten und ihrem Gegenüber öffnend, ist es immer ein Erlebnis und eine Freude, ihnen in ihren Werken und im Gespräch zu begegnen.

Erhard Schiel besuchte ich am Sonnabend, schaute mich um und machte einige Bilder im Atelier und in der Galerie. Seine Frau Ingrid war zugegen bzw. kam dazu. Ein Ehepaar aus Garding war an diesem Frühnachmittag zufällig auf ihrer Radtour vorbeigekommen und nutzte den offenen Tag zum Besuch. Sie wollte schon immer einmal hineinschauen. Etwas später kamen Felix Staudenmayer und Marie Höschele aus Ostfildern bei Stuttgart. Zurzeit auf 14 Tage Urlaub in St. Peter-Ording wollte er einmal „Hallo“ sagen. Zur Konfirmation hatte er von seinen Großeltern ein „Schiel-Bild“ geschenkt bekommen. Seine Familie pflegt den Kontakt mit Schiels. Jana Lang aus Düsseldorf und Manuel Leckel waren die nächsten jüngeren Besucher. Sie war als 7-jährige mit Erhard Schiel fotografiert worden und wollte nun gern wieder ein Foto mit ihm. Das von damals hatte sie auf ihrem Smartphone dabei.

Zu Frauke Petersen war ich am Sonntag um die Mittagszeit gefahren. Auch an diesem Tag herrliches Sommerwetter. Schafe und Rinder auf den Fennen, sieht man die Bauernstelle mit der Windschur von Weitem. Der alte Birnbaum vor dem Haus hat gut angesetzt. Den begutachteten wir zunächst. Sie hatte Zeit, kein anderer war heute bisher gekommen. Das war eine wunderbare Gelegenheit zum Gespräch miteinander. Auch wir kennen uns schon länger. Mein erster Besuch bei ihr war zum ersten Tag der offenen Ateliers der Künstlervereinigung Kunstklima des Fördervereins für Kunst und Kultur auf Eiderstedt gewesen. Ihre Sandbilder hatten mich auf sie aufmerksam gemacht. Dieses Mal erfuhr ich nun, wann sie Mitglied im BBK geworden war und wie das so mit Beteiligungen an einer Landesschau von statten geht, dass Werke eingereicht werden, die von einer Jury begutachtet und evtl. auch für die Ausstellung ausgewählt werden. Zum ersten Mal war Frauke Petersen 2001 in der Kunsthalle Kiel auf einer Landesschau des BBK mit eigenen Werken vertreten gewesen.

Abschließend ist hier nun ein Ausschnitt aus dem Text des Vorsitzenden des BBK-SH Anders Petersen anlässlich der Sommerateliers 2018 wiedergegeben:

„Die Öffentlichkeit bekommt in Ausstellungen zumeist nur eine kleine Auswahl, der in den Ateliers entstandenen Werke zu Gesicht. Dies sind die Arbeiten, bei denen der Schaffensprozess als abgeschlossen gelten darf. Sie sind ausstellungsreif, sie können publiziert und sie können veräußert werden.

Ateliers haben dagegen ihre eigene geheimnisvolle Magie. Sie können nüchterne Produktionsstätten und zugleich inspirierende Kunsträume sein. In ihnen wird gedacht, geplant, experimentiert, produziert und bewahrt. Dort ist alles vorhanden, was für die Entstehung der Werke unabdingbar ist. Materiallager, Werkzeuge, Materialproben und Fundstücke gestalten und bestimmen zuweilen den Raum. In den meisten Werkstätten wird zudem das immaterielle Kulturerbe gepflegt – es lässt sich sowohl die Töpferscheibe als auch die Radierpresse finden. Für die Besucher und Besucherinnen kann so der Werkprozess sicht- und nachvollziehbar werden.

Und im Gegensatz zum Ausstellungsbetrieb befinden sich im Atelier die Ideenskizzen und die Arbeiten im Entstehungsprozess. Abgeschlossen von der Außenwelt ist dort die Freiheit der Kunst wohl grenzenlos.“

Hans Jörg Rickert, 2. Juli 2018, www.jb-spo.de

Siehe auch im Jahrbuch:

2017    August            Verdiente Würdigung für Frauke Petersen

2018    März               Festliche Geburtstagsvernissage für Erhard Schiel im Dünen-Hus

und

Frauke Petersen, Koogsweg 1, 25826 St. Peter-Ording, www.fraukepetersen.de

Erhard Schiel, Bövergeest 87a, 25826 St. Peter-Ording, www.erhard-schiel.de

Großes Interesse an der Vernisssage von „Life is a Beach“

 

„StreetArt“ ist von nun an in der Strandkorbhalle Hungerhamm zu sehen

Eine Ausstellung von jungen Künstlern für junge Menschen zu machen, war schon länger die Absicht des Vereins Kunstinitiative St. Peter-Ording e.V. (Kispo). Vor sieben Jahren hatte man sich auf die Fahnen geschrieben, „Kunst nach Ording zu holen“. Sechsmal war das bisher in den vorderen Räumen der Strandkorbhalle Hungerhamm mit Erfolg geschehen.- In den Wintermonaten stehen dort Strandkörbe. Dieser Ort am Norderdeich ist für 600 von ihnen Winterquartier. Jetzt stehen sie an den Stränden in Böhl, Süd, Bad und Ording.

Einer von ihnen aber war dieses Mal zur Eröffnung der 7. Sommerkunstausstellung in die Strandkorbhalle zurückgekehrt. Unter den in der Ausstellung „Life is a Beach“ gezeigten farbigen Objekten ist er nur eines, die acht junge Studierende der Hochschule für Technische Kunst im Rahmen eines viertägigen Projektes am Ort und vier Externe extra für diese Ausstellung geschaffen haben (wir berichteten). Am Strand jedenfalls böte er keinen Schutz mehr vor Wind, Sand und Sonne. Auffallen würde er aber dort auch. Den Blick ziehen hier ebenfalls viele andere Werke an: Die Schiffskette, an die Ober- und Unterteile von Bikinis nebst anderen Seefahrtutensilien verknüpft sind und die in dem Raum mit den vielen „Gesichtern“ hängt, oder der Strandfeger, der das Meer und den Strand säubert. Von was? - Diese Frage bleibt unbeantwortet. Die Antwort sieht vielleicht „das Auge des Betrachters“. Es gibt noch viel mehr zu sehen und zu entdecken.- Das konnten die am ersten Tage anlässlich der Vernissage und später erschienenen über 300 Gäste, unter ihnen wie erhofft auch recht viele junge Leute und solche, die sich für dieses Ordinger Ambiente für Kunst und deren Zusammenstellung in den vergangenen Jahren bereits haben begeistern lassen.

Thomas Bartram, Vorsitzender von Kispo, begrüßte und erläuterte das Werden dieser Präsentation. Die Idee war, StreetArt als urbane Kunstrichtung mit einem landschaftsbezogenen Thema zu konfrontieren. Ehrlich bekannte er, dass dieser Prozess mit vielen Lernerfahrungen auf beiden Seiten verbunden gewesen ist. Doch „das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen. Wir sind uns bewusst, dass diese Ausstellung mehr als sonst polarisieren wird, und wir sehen der Reaktion der Ausstellungsbesucher deshalb mit Spannung entgegen.“ Thorsten Schneider, Fakultätsleiter an der HTK, freute sich über die Verwirklichung des über die Vermittlung des Grafikers Kurt Riggert zustande gekommenen Projektes und informierte: „Was hier zu sehen ist, unterscheidet sich von dem, was wir lehren und vermitteln. Das hier ist viel freier und war für unsere Studierenden ein höchst begrüßenswertes Angebot.“ Tom Roeler der für Kispo von der HTK zuständige Dozent, ergänzte das emotionaler: „Als ich davon hörte, hüpfte mein Herz vor Freude.“

Große Freude bekundete auch Tourismusdirektorin Constanze Höfinghoff: „Wohin passt dieser Titel ‚Life is a Beach‘ besser als nach SPO, und das an diesem Tag!“ Die Tourismus-Zentrale hat das Projekt von Beginn an in vielfältiger Weise unterstützt. „Mich haben die Vorstellungen der jungen Leute beeindruckt. Strandkörbe kann ich nun neu interpretieren.“ Für Patryk Hanik, der das Ausstellungsplakat entworfen hat, das als Grundlage für alle Werbemittel diente, gab es aus ihrer Hand einen Gutschein für zwei Übernachtungen im Beach-Motel. Ein zweiter gleicher Gutschein, der vom Strandgut Resort gesponsert, soll an den jungen Künstler gehen, dessen Werk von den Ausstellungsbesuchern dann am Ende die meisten „Likes“ erhalten hat.

Die Sommerkunstausstellung „Life is a Beach“ ist - außer an den Sonnabenden - bis einschließlich 9. September täglich von 15 – 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Das dort für Autos zu entrichtende Parkentgelt beträgt 4 Euro.

Hjr, 1. Juli 2018, HN und www.jb-spo.de

Informationen und Präsentationen - Sommerfest des Nordsee-Internates

 

So allmählich wird es am Schuljahresende zu einem Ritual: Das Sommerfest des Nordsee-Internates St. Peter-Ording (nsi). Im Juli 2015 hatte man die „Chill- und Event-Arena“ zwischen Verwaltung und Sonnenhaus eingeweiht, nachdem Orkan „Christian“ dort 2013 mit dem alten Baumbestand für eine „tabula rasa“ gesorgt hatte. - Manchmal muss eben erst ein heftiger Sturm kommen, um etwas Neues anzustoßen. – Seitdem gibt es das Sommerfest dieser Art mit Präsentationen, Attraktionen und Informationen. Ehemalige, Freunde und Internatsschülerinnen und -Schüler mit ihren Familien und Freunden sowie an einem Internatsaufenthalt für Ihre Kinder und Jugendlichen interessierte Eltern versammeln sich hier vor Schuljahresende, feiern und freuen sich gemeinsam auf den Sommer und die Ferien. Auf dem Campus Nordsee ist es danach trotzdem nicht still: Pasch-Kurse des Goethe-Instituts finden statt, die Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK) veranstaltet ihre JuniorAkademie (JuAk) und mehr. Die Nordseeschule stellt dafür einen Teil ihrer Räumlichkeiten zur Verfügung.

Vor einer Woche hatte das nsi seine Abiturienten in der Mensa verabschiedet, an diesem Sonnabendmorgen die Schülerinnen und Schüler des Gemeinschaftsschulteils vom nsi, denen der „Erste“ bzw. „Mittlere Schulabschluss“ (ESA bzw. MSA) zuerkannt worden war. Mit einem gewissen Stolz blickt das Team des nsi auf den Schulerfolg seiner Absolventen. Schon bei den Abiturienten gab es in diesem Jahr vier Schüler mit einer „1“ vor dem Komma, bei den MSA-Schülern gelang dies drei weiteren, darunter einem mit der Bestnote von 1,0. Um diese Leistung zu würdigen, spendierte der langjährige Kooperationspartner StrandGut Resort für die besten des Jahrgangs Buchpreise. Bee-Mitchell Harms vom StrandGut überreichte diese und brachte zusätzlich einen Gutschein für den Jahrgangsbesten mit.

An die Verabschiedung koppelt das Internat sein Sommerfest. Seit 1951 gibt es die Verbindung von Internat und Nordseeschule, zunächst mit dem Gymnasium St. Peter, dann seit 1980 zusätzlich mit der damaligen Realschule und 10 Jahre später auch mit der Grund- und Hauptschule. Schule und Schulstrukturen haben sich verändert. Heute ist es die Nordseeschule als Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil, die mit dem Nordsee-Internat kooperiert. Dessen Name hat sich allerdings erhalten. Aber auch hier hat sich zeitgemäß pädagogisch viel verändert. Die autoritären Strukturen der damaligen Zeit haben sich zu einem „Miteinander und Füreinander“ mit gegenseitiger Wertschätzung gewandelt. Das war bei den Verabschiedungen in Schule und Internat wie auch beim dem diesjährigen Sommerfest wieder einmal offenkundig.

Der pädagogische Leiter des nsi Rüdiger Hoff begrüßte und eröffnete und übergab zugleich an Thomas Mannl, der als zeitweise tätiger Mitarbeiter die Veranstaltung zum wiederholten Male moderierte. Mit dem „Pädagogentanz“ startete auch dieses Jahr das Fest auf dem Gelände zwischen der Straße „Zum Karpfenteich“ und dem Sportplatz der Nordseeschule. An Essen und Trinken sowie Unterhaltung war kein Mangel. „JiMs Bar“ vom Runden Tisch zur Sucht- und Drogenprävention mixte alkoholfreie Cocktails, die Küche der Mensa sorgte für Kaffee, Kuchen und Eis, und Stände lockten mit Aktivitäten. Vorführungen der „Dance-Devils“ wie auch „Pädagogisches Reiten“ und mehr gehörten dazu. Das Wetter spielte wieder einmal mit. Was wollte man mehr. Es war ein informationsreiches und fröhliches Miteinander.

Hjr, 1. Juli 2018, www.jb-spo.de

Siehe auch unter www.jb-spo.de

2015 Juli         Einweihung der „Chill-Arena“

2017 Juli         Nordsee-Internat feierte Sommerfest

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