2018 November

 

„Erzähl mir was! - Auf Eiderstedt!“

schloss mit 1000 Jahre Deichbau ab

 

Eiderstedt gäbe es so nicht, wenn nicht Herzog Adolf I. in der Ersten Deichordnung von 1557 das „Spadelandsrecht“ bestätigt hätte. Es besagt schlicht: „Wer nicht will dieken, mut wieken.“ Das Land vor der Nordsee zu sichern, war Aufgabe jedes einzelnen Bewohners der Nordseeküste. Man war für sein Land verantwortlich. Aber alleine hatte man keinen Erfolg im Kampf mit der Nordsee. Das ging nur gemeinsam. Wer das nicht konnte oder wollte, steckte in früheren Zeiten seinen Spaten ins Land. Wer den Spaten dann herauszog, war damit zugleich Eigentümer des Landes und verpflichtete sich zur Deichsicherung. Deichbau war das eine, Deichsicherung und -Unterhaltung die notwendige Folge.

Die Deichunterhaltung ist ein besonders schwieriges Aufgabengebiet. Sie ist untrennbar mit dem Abfließen des Niederschlagswassers verbunden. So waren die Deichverbände zugleich auch immer Sielverbände. Davon gibt es 17 auf Eiderstedt. Dachverband ist für sie der Deich- und Hauptsielverband (DHSV) Eiderstedt mit Sitz in Garding. Seine Leitung obliegt seit 2007 dem Oberdeichgrafen Jan Rabeler. Gewählt wird er von den Deichgrafen der Deich- und Sielverbände für die Dauer von sechs Jahren.

Ihn hatte die Lokale Tourismusorganisation St. Peter-Ording/Eiderstedt (LTO) für das Thema „1000 Jahre Deichbau“ im Rahmen der Reihe „Erzähl mir was! - Auf Eiderstedt“ gewonnen. Es war die letzte von dreizehn Veranstaltungen. Sie fand im Info-Haus Spökenkieker in Olversum/Tönning statt und war mit Urlaubern, Eiderstedter Neubürgern und natürlich Eiderstedtern überaus gut besucht. Das galt bis auf wenige Ausnahmen für alle Termine. In Tetenbüll musste aufgrund der Vielzahl der Anmeldungen vom „Haus Peters“ in den „Kirchspielkrug“ ausgewichen werden. „Die Mischung der Themen stimmte und die hohen Besucherzahlen machten wieder einmal deutlich, wie beliebt diese Veranstaltungsreihe geworden ist“, so Katharina Siemens, Marketingassistenz der LTO. Von Westerhever mit Leuchtturmführung bis Friedrichstadt mit Stadtrundgang zu „Seife, Senf und Pferdemarkt - 200 Jahre Handelsgeschichte“ reichte das Angebot. Weitere Veranstaltungsorte zu einem großen Themenspektrum waren St. Peter-Ording, Tümlauer Koog, Osterhever, Katingsiel, Garding, Welt und Kotzenbüll.

 

Jan Rabeler hatte in seiner in zwölf prägnante Abschnitte gegliederten Präsentation einen weiten Bogen geschlagen vom Elisenhof in Tönning (8. Jahrhundert), Johanniskoog bei Poppenbüll (nach Johannis Mejer 987 n. Chr. eingedeicht), Stackdeich, Manndränken 1362 und 1634, abgeflachter Deich durch Johannes Claussen Rollwagen (* 1597, erster Deichgraf 1616-1659), Schleswigsches Deichband (seit 1803/05) bis zu den heutigen Landesschutzdeichen geschlagen. Mit der ehrenamtlichen Tätigkeit in den Deich- und Sielverbänden (seit 1939/41) ist über 1000 Jahre die Selbstverantwortung geblieben, obwohl zuständigkeits- und verwaltungsmäßig sowie finanziell viele Verantwortlichkeiten seitens des Staates übernommen worden sind. Bis 1971 waren die Deich- und Hauptsielverbände für die Deiche zuständig. Heute ist das der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH). Auch zu den Deichprofilen von den ersten Deichen mit einer Sohle von vier und einer Höhe von zwei Metern bis zu den Klimadeichen gab er Erläuterungen.

 

Gegenüber Fragen aus dem Publikum war er aufgeschlossen und offen. Kritischen Anmerkungen wich er nicht aus, gab zusätzliche den Hintergrund erhellende Informationen. Die Entwässerungsproblematik fand ebenso Berücksichtigung mit dem nassen Jahr 2017 und diesem zu trockenen Jahr wie auch der Deichbau über die Jahrhunderte. Dieser begründe sich aus der Historie der Landgewinnung, sagte er, und brachte es dann so auf den Punkt: „Was man vielmals heute schützt, ist von Menschenhand gemacht.“

Auf die Frage nach seiner Tätigkeit, bezeichnete sich Jan Rabeler als Mittler zwischen den Deich- und Sielverbänden, die für die Bewohner tätig sind und dem LKN und der Politik. Das von Theodor Storm im „Schimmelreiter“ vermittelte Bild habe mit seiner Tätigkeit wenig zu tun. Der Titel „Oberdeichgraf“ wäre über die Zeiten geblieben, und er trage ihn auch gerne, gab er sympathisch lächelnd zu.

Hjr, 9. November 2018, HN und www.jb-spo.de

Aus den Husumer Nachrichten vom 18. September2018

Kunstwerk gegen das Vergessen

 

Mit ihren drei Stelen aus Eiche mit bronzenen Symbolen will Linda Hamkens an die einstige mittelalterliche Elisenhof-Siedlung erinnern.

Von Udo Rahn

 

Tönning ist um eine Attraktion reicher geworden. Bürgermeisterin Dorothe Klömmer weihte gemeinsam mit der Künstlerin Linda Hamkens sowie Dr. Ulf Ickerodt, Leiter des Archäologischen Landesamtes in Schleswig, drei Stelen aus Eiche mit bronzenen Symbolen ein. Sie stehen auf der Rasenfläche wenige Meter westlich vom Kreisel Badallee und gegenüber der Jugendherberge an der Ecke zum Waldweg. Hamkens hatte sie zur Erinnerung an die einstige am westlichen Stadtrand gelegene frühmittelalterliche Elisenhof-Siedlung, die sich unweit des Standortes befand, kreiert. Informationstafeln geben Auskunft über die historischen Zusammenhänge.

„Ich freue mich, dass Tönning mit den Stelen und Bronzefiguren sowohl ein kulturhistorisches, als auch touristisch attraktives Highlight hinzugewonnen hat. Nicht nur ich finde diese Kunstobjekte außerordentlich schön, stilvoll und beeindruckend. Auch unsere Gäste in der Tourist-Info, in der die Figuren in den letzten Wochen vor ihrer Errichtung eine Zwischenstation fanden, haben sie bewundert und bestaunt“, so die Stadt-Chefin in ihrer Laudatio. Der Standort habe nicht besser gewählt werden können, nämlich direkt in der Nähe zur ehemaligen Siedlung Elisenhof. Ausgrabungen in den Jahren 1957/58 und 1961 bis 1964 belegten die Spuren des damaligen bäuerlichen Lebens sowie des westlichsten Ortes an der sogenannten Wikinger Ost-West-Passage, die von der Eidermündung bis nach Hollingstedt per Wasser führte und schließlich über den Landweg nach Haithabu, von dort über die Schlei zur Ostsee. „Dank gebührt Frau Hamkens für ihr Durchhaltevermögen. Sie haben einen Erinnerungsort geschaffen, an dem man sich der einstigen Bedeutung des Handelsweges zwischen dem Atlantik und der Ostsee bewusst werden kann“, so Klömmer.

Mit von der Partie in der kleinen Feierrunde vor Ort und anschließend im historischen Packhaus waren der Vorsitzende der Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte, Klaus-Dieter Mai, unter dessen Trägerschaft das Projekt „Der Elisenhof, das Tor zur Nordsee“ steht, der stellvertretende Kreispräsident, Siegfried Puschmann, Amtsvorsteher Christian Marwig, Torsten Kreß, Chef der Tourist-Info Tönning, sowie politische Vertreter, ferner aus den örtlichen Vereinen und der Sponsoren. Nur mit von der Künstlerin persönlich eingeworbenen Spendengeldern von insgesamt 24.000 Euro konnte sie ihre Idee in die Tat umsetzen. Die elf Spender sind übrigens auf eine der Tafeln verewigt.

Hamkens erläuterte, dass das Schiff als Symbol auf die Schifffahrt in damaliger Zeit hinweise, das Trinkhorn den bäuerlichen Alltag darstelle sowie die Münze den regen Handel, der betrieben worden sei. Die Wikinger seien sowohl mit Haithabu, als auch der „großen, weiten Welt“ verbunden gewesen. In der Siedlung Elisenhof wurde Viehhaltung und Getreideanbau betrieben.

Mit ihrer Arbeit, so Hamkens, wolle sie dem Vergessen der Historie für die Zukunft entgegenwirken. Sie plane, an weiteren Stationen des Weges – so in Oldenswort, Friedrichstadt, Schwabstedt oder Hollingstedt – Stelen aufzustellen, um auf die Geschichte aufmerksam zu machen.

Die Materialien wurden nicht zufällig gewählt, denn schon zur Wikingerzeit schätzte man Eichenholz und Bronze wegen ihrer Langlebigkeit. Dank gebühre allen Spendern, bei denen sie auf offene Ohren gestoßen sei, Zimmerermeister Uve Renfranz und dessen Gesellen Sönke Thomsen, den Bauhofmitarbeitern, sowie allen entscheidenden „Köpfen“ der Verwaltung der Stadt Tönning.

– Quelle: https://www.shz.de/17855981 ©2018

 

100 Jahre nach Beendigung des 1. Weltkrieges

 

Gedenkkonzert in der St. Peter-Kirche   

Sonnabend, 10. November 2018 - 20.00 Uhr

 

Dieses Gedenkkonzert bleibt als eines der ganz besonderen in Erinnerung. Es berührte mit seiner Musik tief, machte nachdenklich, ließ stumm werden.-

Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen hatte anlässlich 100 Jahre nach Beendigung des 1. Weltkrieges ein höchst anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Das galt gleichermaßen für Musiker und Zuhörende.-

Schon vor Beginn war es immer leiser und dann ganz still geworden. Das blieb es auch während dieses sich eindringlich steigernden mahnenden Konzertes. Nur einmal, nach dem „Berliner Requiem“ von Kurt Weill nach Texten von Bertolt Brecht für drei Sänger und Instrumente, wurde es durch verhaltenen und dabei längeren Beifall unterbrochen. Aber dieser befreite auch aus der inneren Betroffenheit, die Zuhörerinnen und Zuhörer emotional berührt hatte. – So war er auch nicht störend. Er passte, denn danach wurde es versöhnlicher, wenngleich in seiner Mahnung weiterhin fordernd. Fast atemlos war die Stille am Ende des Konzertes. – Nach einer Weile des Innehaltens gab es den höchst verdienten Beifall, mit dem das Publikum die drei Sänger Florian Sievers (Tenor), Sönke Tams Freier (Bariton) und Jan-Hendrik Jensch (Bass), die sieben Bläser Ralf Lentschat, Stefan Unbehaun und Lorenz Jensen (Trompete) sowie Doris Geisel, Hilke Jacobsen, Myriam Jensen (Posaune) und Jörg Schmidt-Hohensee (Posaune und Tuba), Kwanju Lee (Percussion) und Christoph Jensen (Orgel und Leitung) ehrte und sich bei ihnen für diesen Konzertabend bedankte.

„Selten habe ich live ein so anspruchsvolles, qualitativ hervorragendes Konzert erlebt“, bekannte im späteren kurzen Gespräch ein Pfarrer aus Leonberg.- Besonders berührt hatte ihn auch die den Konzertabend abschließende Komposition von Christoph Jensen „Verleih uns Frieden gnädiglich“ für sieben Instrumente, Röhrenglocken und Orgel. Eindringlich meinte man nicht nur die Forderung nach Frieden, dazu die Glocken des „Jüngsten Gerichtes“, aber auch Engelsstimmen herauszuhören, die hoffen ließen, dass es gelingen könne. Ganz bestimmte Abschnitte des Brechtschen Textes waren ja erst kurz vorher ins Bewusstsein gedrungen und klangen noch nach. Und am Folgetag sollten sich Politiker aus aller Welt in Paris am Grabmal des unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen im Gedenken an die Toten treffen, die namenlos geblieben sind, weil sie - gesichtslos geworden - nicht identifiziert werden konnten. Für den Frieden in der Welt würden sie dann ihr Bekenntnis abgeben.

Hans Jörg Rickert, 11. November 2018, www.jb-spo.de

 

ANHANG

Texte des Programms (Christoph Jensen) und Abfolge

Vortext

Vor einhundert Jahren, am 11. November 1918, endete der Erste Weltkrieg. Eine neue Epoche der Geschichte schien anzubrechen, geprägt von Frieden, Demokratie und Menschenrechten, von nationaler Selbstbestimmung und internationaler Verständigung.

In ganz Europa stehen die Lehren, die aus den Schrecken der ersten Häfte des letzten Jahrhunderts gezogen wurden, wieder unter Druck – die parlamentarische Demokratie, die Ideen des universalen Völkerrechts, der europäische Einigungsprozess.

Es geht um mehr, als allein an die Opfer eines schrecklichen Krieges und an seine Folgen zu erinnern. Zu würdigen sind die Bedeutung des Friedens für Europa und die Welt, die Ideen eines univeralen Völkerrechts und der rechtstaatlichen Demokratie.

 

Mit dem heutigen Programm möchten wir den Weg des Gedenkens in seinen vielfältigen, oft kontroversen und verstörenden Aspekten gehen. Das Thema Krieg und Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit spiegeln sich in besonderer Weise in der Musik des 20. Jahrhundert vor diesem Hintergrund wieder.

 

ABFOLGE

Charles Gounod (1818-1893)

Introduktion und Soldatenmarsch aus der Oper „Faust“

 

Introduktion und dem Soldatenmarsch von Charles Gounod zeichnen ein eher unverfängliches Bild des soldatischen Leben, wie es in der Zeit des Hurra-Patriotismus allenthalben üblich war.

René Vierne (1878-1918)

Canzona für Orgel

 

René Vierne (1878-1918) wurde in Lille geboren und war der jüngere Bruder von Louis Vierne, dem berühmten Organisten an Notre Dame in Paris. Er nahm Orgelunterricht, Kontrapunkt und Fuge mit seinem Bruder Louis. Danach studierte er bei Alexandre Guilmant am Pariser Konservatorium und erhielt 1906 den ersten Preis für Orgel und Improvisation. Ab 1904 wirkte er als Titularorganist an Notre-Dame-des-Champs in Paris. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er am 8. August 1914 mobilisiert und an die Front verlegt. Am 29. Mai 1918 um 8 Uhr wurde er bei Verdun von gegnerischen Schrapnellen getötet.

 

Heinrich Schütz (1585-1672)

Fili mi Absalon - Geistliches Konzert aus den Symphoniae sacrae

für Bass, vier Posaunen und Basso continuo

 

Absalon, fili mi.                    Ach Absalon, mein Sohn

Quis mihi tribuat,                 nur eines bewegt mich noch,

ut ego moriar pro te!           dass ich doch sterben könnte für dich.

 

"Fili mi Absalon" von Heinrich Schütz ist die Totenklage Davids über den Verlust seines geliebten Freundes  Absalom. Absalom, Sohn von Israels König Saul, wurde in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen David und Saul getötet, aus denen David als neuer König hervorging.

 

Jehan Alain (1911-1940)

Litanies für Orgel

 

Jehan Alain:

„Wenn die christliche Seele in ihrer Verzweiflung keine neuen Worte mehr findet, um die Barmherzigkeit Gottes anzuflehen, dann wiederholt sie ohne Unterlass dieselbe Anrufung mit lebendigem Glauben. Die Vernunft erreicht ihre Grenze. Nur der Glaube folgt ihrem Flug in den Himmel“. 

Jehan Alain, als Organist und Komponist eine herausragende Persönlichkeit, die Anlass zu großen Hoffnungen gab, starb im Zweiten Weltkrieg am 20. Mai 1940 in einem Gefecht bei Saumur.

 

Marcel Dupré (1886-1971)

Poème héroique für Bläser und Orgel

 

Das "Poème héroique" von Marcel Dupré, einem der bedeutendsten französischen Organisten und Komponisten des 20. Jahrhunderts, ist dem Ort einer der grausamsten Schlachten des Ersten Weltkriegs gewidmet: Verdun.

 

Kurt Weill (1900-1950)

Das Berliner Requiem

nach Texten von Bertolt Brecht für drei Sänger und Instrumente

 

Das kontroverseste Stück in unserem Programm ist das  "Berliner Requiem" von Kurt Weill nach Texten von Bertolt Brecht. Es ist trotz seines Titels natürlich überhaupt kein kirchliches Werk. Entstanden 1928 als Autragswerk für den Rundfunk, zeigt es in seiner Drastik und Schonungslosigkeit die Folgen von Gewalt, Krieg und Intoleranz auf. Die Sätze II und III spiegeln das Schicksal von Rosa Luxemburg („Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“) wider, die Anfang 1919 während der revolutionären Nachkriegswirren in Berlin von Freikorpssoldaten ermordet wurde.

 

I. Großer Dankchoral

Lobet die Nacht! Lobet die Nacht und die Finsternis,

die euch umfangen! Kommet zuhauf!

Schaut in den Himmel hinauf: Schon ist der Tag euch vergangen.

Lobet von Herzen! Lobet von Herzen das schlechte Gedächtnis

des Himmels! Und dass er nicht weiß euren Nam´noch Gesicht.

Niemand weiß, dass ihr noch da seid.

Lobet das Gras! Lobet das Gras und die Tiere,

die neben euch leben und sterben!

Sehet, wie ihr lebet das Gras und das Tier.

Und es muss auch mit eucn sterben.

Lobet die Kälte!  Lobet die Kälte, die Finsternis und das Verderben!

Schauet hinan: Es kommet nicht auf euch an. Und ihr könnt unbesorgt sterben. 

 

II. Ballade vom ertrunkenen Mädchen

Als sie ertrunken war und hinunterschwamm

von den Bächen in die größeren Flüsse,

schien der Opal des Himmels sehr wundersam,

als ob er die Leiche begütigen müsse.

Tang und Algen hielten sich an ihr ein,

so dass sie langsam viel schwerer ward.

Kühl die Fische schwammen an ihrem Bein,

Pflanzen und Tiere beschwerten noch ihre letzte Fahrt.

Und der Himmel ward abends dunkel wie Rauch

und hielt nachts mit den Sternen das Licht in der Schwebe.

Aber früh war er hell, damit es auch für sie noch

Morgen und Abend gebe.

Als ihr bleicher Leib im Wasser verfaulet war,

geschah es (sehr langsam), dass Gott sie allmählich vergaß,

erst ihr Gesicht, dann Hände und zuletzt erst ihr Haar.

Dann ward sie Aas in Flüssen mit vielem Aas.

 

III. Marterl

Die rote Rosa schon bald verschwand.

Die ist tot, ihr Aufenthaltsort ist unbekannt.

Und weil sie den Armen die Wahrheit gesaget,

drum haben sie die Reichen aus dem Leben gejaget.

Ruhe sanft.

 

IV. Erster Bericht über den unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen

Wir kamen von den Gebirgen und vom Weltmeer, um ihn zu erschlagen.

Wir fingen ihn mit Stricken, langend von Moskau bis zur Stadt Marseille und stellten auf Kanonen, ihn erreichend an jedem Punkt, wo er hinfliehen konnte, wenn er uns sah.

Wir versammelten uns vier Jahre lang, legten nieder unsere Arbeit und standen in den zerfallenden Städten, uns zurufend in vielen Sprachen von den Gebirgen bis zum Weltmeer, wo er sei.

So erschlugen wir ihn im vierten Jahr.

Dabei waren, die er war geboren zu sehn

um sich stehend zur Zeit seines Todes: Wir alle.

Und dabei war eine Frau, die ihn geboren hatte

und die geschwiegen hatte, als wir ihn holten.

Als sie ihn aber erschlagen hatten, richteten wir ihn zu,

dass er sein Gesicht verlor durch die Spuren unserer Fäuste.

So machten wir ihn unkenntlich, dass er keines Menschen Sohn mehr sei.

Und gruben ihn aus unter dem Erz, trugen ihn heim in unsere Stadt und begruben ihn unter dem Stein, und zwar unter einem Bogen, genannt Bogen des Triumphs, welcher tausend  Zentner wog,

dass der unbekannte Soldat keinesfalls aufstünde

am Tag des Gerichts und unkenntlich wandelte vor Gott,

dennoch wieder im Licht, und bezeichnete uns Kenntliche zur Gerechtigkeit.

 

V. Zweiter Bericht über den unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen

Alles, was ich euch sagte über die Ermordung und Tod des unbekannten Soldaten  und die Verwüstung seines Gesichts,

auch was ich euch sagte über die Bemühung seiner Mörder,

ihn zu hindern am Wiederkommen, ist wahr.

Aber er kommt nicht wieder.

Sein Gesicht war lebendig wie das eure,

bis es zerschmettert wurde und nicht mehr war.

Und es war nicht mehr gesehn auf dieser Welt,

weder ganz, noch zerschmettert,

weder heute, noch am Ende der Tage,

und sein Mund wird nicht reden am jüngsten Gericht.

Es wird kein Gericht sein, sondern euer Bruder ist tot

und tot der Stein bei ihm,

und ich bedaure jeglichen Hohn, und ziehe zurück meine Klage.

Aber ich bitte euch, da ihr ihn nun einmal erschlagen habt,

still, fangt nicht von neuem an zu streiten, da er doch tot ist.

Aber doch bitte ich, da ihr ihn erschlagen habt:

entfernt wenigstens den Stein über ihm,

denn dieses Triumphgeheul ist doch nicht nötig

und macht mir Kummer, denn mich,

der ich den Erschlagenen schon vergessen hatte,

erinnert er täglich an euch, die ihr noch lebt,

und die ihr immer noch nicht erschlagen seid.

Warum denn nicht?

 

VI. Großer Dankchoral

 

Rosa Luxemburg:

„Die Missachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. - Sie kann und darf kein Mittel irgendeiner Konfliktlösung sein und bleiben.“

 

 

Jehan Alain

Le Jardin suspendu (Der hängende Garten) für Orgel

 

Jehan Alain:

 „Der hängende Garten ist das ewig währende und flüchtige Ideal des Künstlers, sein unzugängliches und uneinnehmbares Refugium.“

 

 

Christoph Jensen (*1958)

„Verleih uns Frieden gnädiglich“ für sieben Instrumente, Röhrenglocken und Orgel

                       

Martin Luther:

„Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein anderer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine.“

 

 

Florian Sievers,Tenor

Sönke Tams Freier, Bariton

Jan-Hendrik Jensch, Bass

Ralf Lentschat, Trompete

Stefan Unbehaun, Trompete

Lorenz Jensen, Trompete

Doris Geisel, Posaune

Hilke Jacobsen, Posaune

Myriam Jensen, Posaune

Jörg Schmidt-Hohnensee,

Posaune und Tuba

Kwanju Lee, Percussion

Christoph Jensen, Orgel und Leitung

 

Dieses Konzert wird ermöglicht durch den

•           Verein zur Förderung und Pflege

der Kirchenmusik in St. Peter-Ording e.V.

Olsdorfer Str. 19

25826 St. Peter-Ording

Bankverbindung : 4500 7051 NOSPA BLZ 217 50000

 

Die Kirchenmusik in St. Peter-Ording wird gefördert durch:

Gemeinde St. Peter-Ording, Tourismuszentrale St. Peter-Ording

DRK-Nordsee-Reha-Klinik „Goldene Schlüssel“, Strandklinik

Rehabilitationsklinik „Nordfriesland“

 

 

„Get on board“ in Concert in St. Marien und St. Laurentius

 

Begeistert wie immer waren die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer am 10. und 11. November in den voll besetzten Kirchen St. Marien in Witzwort bzw. St. Laurentius in Tönning. Der Gospelchor „Get on board“ hatte eingeladen zu seinem Jahreskonzert mit Gospels, Spirituals und afrikanischen Liedern. Begleitet wurde er von der JRW Gospelband mit Jens Robbers an den Tasten, Walter Balscheit am Schlagzeug und Rainer Klosinsky am Bass. Die Technik steuerten Jens Bernhard und Finn Pohlmann. Die Leitung hatte Kreiskantor Christian Hoffmann.

Unter dem Beifall des Publikums zogen die etwa fünfzig Chormitglieder ein und sangen dann auch gleich das Eingangslied „Come, let us sing“. Kreiskantor Christian Hoffmann begrüßte und moderierte. Zu den vielen Liedern gab es von ihm Informationen, so dass Zuhörerinnen und Zuhörer auch Hintergründe erfuhren zu dem, was der Komponist im Sinne des christlichen Glaubens bewusst machen wollte. Denn Gospels und Spirituals stehen für Singen und Glauben im täglichen Leben.

Tradition des Chores ist immer auch das Auftreten von Solisten aus der Chorgemeinschaft, die bei einzelnen Liedern im Sinne von Vorsängern bestimmte Gesangspartien übernehmen. Das macht einen solchen Chor aus und bringt zusätzlich Leben und Abwechslung hinein. Es zeigt aber auch: Wir gehören zusammen. Und so wurde auch das Publikum zum Mitsingen bei den Liedern „Stay in touch“, „This Joy“ und „By and By“ aufgefordert und einbezogen. Als Solistinnen und Solisten traten im Laufe des Konzertes auf: Ann-Christin Mundsahl, Melanie Wolz, Inke Hoffmann, Carmen und Jürgen Stöcker, Ingeburg Maaß, Annika Thomsen, Pia Rabeler, Melanie Haulsen, Bernd Busch und Laura Peeper.

Zwei Lieder aus Südafrika – „Senzenina“ und „Shosholoza“ – leiteten in ihrer melodischen Bewegtheit in die Pause über. War es im ersten Lied das Leiden durch die Apartheid, fuhren die Bergarbeiter im zweiten trotz aller Sorgen und Nöte irgendwie auch lebensfroh singend mit dem Zug zur Arbeit in die Minen. Emotionalität und Ursprünglichkeit haben im Leben eben ihren Platz.

„What a day“ und „Let me fly“ führten in den zweiten Teil ein. „Nobody knows“ durfte nicht fehlen. Als neues Lied gab es dann den flotten Gospel „In the bottom of your heart“, in dem die verschiedenen Arten, Gott zu loben, besungen werden. A cappella – immer ein besonderes Gesangserlebnis - erklang „We pray“. Zum Abschluss wünschte „Get on board“ nach dem Segenslied „Be blessed“ von Hanjo Gäbler mit „Godspeed“ allen Gästen mit dem Segen Gottes einen guten Heimweg. Ein Gospelkonzert ist irgendwie ja auch ein Gottesdienst.

Alle Gäste wussten, zu Ende ist es jetzt noch nicht. Ohne Zugaben geht es nicht. Dafür sorgten allein schon wieder einmal der große Beifall und die Begeisterung der Sängerinnen und Sänger von „Get on board“.

Wer bei „Get on board“ mitsingen möchte, hat dazu jeden Mittwoch um 18:15 Uhr im Tönninger Gemeindehaus Gelegenheit. Christian Hoffmann gibt auch gern Auskunft unter Tel. 04861 68 067. Ins Leben gerufen wurde der Chor 1999. Die Alterspanne reicht von derzeit 14 bis 85 Jahre. Ab bereits acht Jahre kann man mitsingen.

Hjr, 13. November 2018, www.jb-spo.de

Kunden von Adenauer & Co. spendeten für Blütensamen

 

Arbeit der DLRG St. Peter-Ording mit 2290 Euro unterstützt

Die „Sommerblüteninseln“ in St. Peter-Ording sind für die Gäste des Ortes ein Hingucker. Schon im vergangenen Jahr hatte das Team von Adenauer & Co. mit dem „Spendenverkauf“ der entsprechenden Blütensamenmischung an seine Kunden zugunsten „Küste gegen Plastik“ Erfolg. Dieses Jahr warben Andrea Junge, Christiane Runke und Nicole Fraenkel für die DLRG St. Peter-Ording. Eintausend Tütchen brachten insgesamt 2.288,97 € für die Wasserretter ein.

Zum Übergabetermin hatten sich nun Vorsitzender Johann Stauch mit Carina Balke, Bootsführerin und Sicherheitsbeauftragte der DLRG St. Peter-Ording, und Nils Stauch, Technischer Leiter Einsatz, vor dem Geschäft von Adenauer & Co. im Ortsteil Bad in Überlebensanzügen eingefunden. „Über diese Spende freuen wir uns sehr. Sie hilft uns bei der Anschaffung von weiteren Überlebensanzügen für unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Ein Anzug kostet 1.400 Euro.“, so Johann Stauch. Andrea Junge berichtete, wie bereitwillig die Kunden gespendet hatten. „Wir brauchten gar nicht viel werben“ so Andrea Junge.

Die speziellen Schutzanzüge bieten den Rettern in der kalten Jahreszeit größtmögliche Sicherheit bei Bootseinsätzen auf der Nordsee und bei Rettungen im weitläufigen Wattenmeer. „Aufgrund der starken Beanspruchung und des hohen Einsatzaufkommens sind im Laufe der letzten Jahre mehrere Anzüge sehr stark verschlissen. Einige mussten sogar schon komplett ausgesondert werden“ ergänzt Nils Stauch. „Wir müssen dringend weitere Anzüge anschaffen, um die Sicherheit unserer Einsatzkräfte zu gewährleisten. Umso gelegener kommt nun die Spende von Adenauer & Co., die uns wirklich weiterhilft. Wir würden uns sehr freuen, wenn uns noch weitere Menschen dabei unterstützen können“, so Johann Stauch. Allein im Oktober waren es für die DLRG vier Wasserrettungseinsätze, dreimal in St. Peter-Ording und einmal in Westerhever. Die DLRG St. Peter-Ording ist zusätzlich auch als First Responder für den Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland im Einsatz. Schwimmlehrgänge, Erste Hilfe-Ausbildung, Jugendarbeit und viel mehr noch bietet der DLRG-Ortsverein das gesamte Jahr über. Das geschieht alles ehrenamtlich. Finanziert wird alles über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Weitere Informationen sind im Internet unter spo.dlrg.de zu finden.

Kontoverbindung für Spenden:
DLRG St. Peter-Ording e.V.
IBAN: DE21 2175 0000 0045 0017 32
BIC: NOLADE21NOS
Bank: Nord-Ostsee Sparkasse
Verwendungszweck: „Spende Überlebensanzug“ (für die Zusendung einer Spendenbescheinigung bitte noch die Anschrift ergänzen)

Hjr, 4. November 2018, HN und www.jb-spo.de

Workshop-Angebote für Einzelhändler in St. Peter-Ording gestartet

 

Hilfestellungen für die Zukunft und Möglichkeiten für eine die Kunden ansprechende Präsentation

Shopping ist ein wichtiger Bestandteil von Urlaub geworden. Das erlebt man in St. Peter-Ording nicht nur in der Saison und wurde bei der Erstellung des Tourismusentwicklungskonzeptes offenkundig. Gemeinde und Tourismus-Zentrale haben diese Erkenntnis für sich als Auftrag verstanden, ein Einzelhandelskonzept zu erstellen und dem Einzelhandel zugleich Workshops für die Umsetzung anzubieten. Gemeinsam hat man sich schon bei der Erstellung des Gutachtens durch das Büro Dr. Lademann und Partner von der Gesellschaft für Unternehmens- und Kommunalberatung mbH in Hamburg mit Gewerbetreibenden auf den Weg gemacht. Grundlage für die Bewertung des Einzelhandels am Ort waren Interviews mit Gästen, Einheimischen und Händlern. Das Ergebnis konnte sich im Hinblick auf die Angebots- und Markenvielfalt sehen lassen, doch hinsichtlich der Art der Präsentation und ihrer Verwirklichung war Luft nach oben. Im Oktober 2017 wurden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt und dabei an Beispielen aus der Praxis Möglichkeiten aufgezeigt (wir berichteten).

Mit der Fragestellung „Was können wir machen?“ taten sich danach Tourismus-Zentrale und  Gemeinde über den Fachbereich Bauen und Entwicklung mit den Interessensverbänden Industrie- und Handelskammer (IHK), Handelsverband Nord (HV-Nord), Wirtschaftsförderungsgemeinschaft St. Peter-Ording (WFG), Interessensgemeinschaft St. Peter-Dorf (IG Dorf) und DeHoGa erneut zusammen. Die Hotellerie wurde bewusst mit einbezogen, profitiert sie doch wesentlich auch von der Arbeit im Einzelhandel. Im Juni des Jahres wurden den Einzelhändlern die Ergebnisse der bisherigen Arbeit und u.a. eine erarbeitete Workshop-Reihe in einer zweiten öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. (wir berichteten)

Der Start zur Beteiligung an den Workshops zu verschiedenen den Einzelhandel bewegenden Themen erfolgte im Juli mit dem Einladungsschreiben von Bürgermeister Balsmeier an die 200 Einzelhandelsbetriebe, die im Verteiler der Gemeinde verzeichnet sind. Teilnehmen können Händler und Mitarbeiter/innen. Die Workshops sind von der IHK organisiert. Die Honorarkosten werden von den Gerwerbevereinen zusammen mt der Gemeinde St. Peter-Ording übernommen, so dass die Veranstaltungen für die Teilnehmer kostenfrei sind. Mit zwei bis drei Stunden hält sich der zeitliche Aufwand in Grenzen. Alle Termine sind am Ort. Das für den lokalen Einzelhandel entwickelte Fortbildungsangebot besteht aus bestimmten Bauteilen, aus denen sich jeder sein individuelles Programm zusammenstellen kann. Es ist möglich, nur an einem Termin, aber auch an mehreren teilzunehmen.

Der erste Termin mit Dozentin Dr. Ing. Susanne Krosse von der Fachschule für Technik und Gestaltung in Flensburg befasste sich im September mit dem Thema „Gestaltung im Ladenbau“ und stand unter dem Leitgedanken: „Das Design sollte das Produkt zum Sprechen bringen“. Der zweite Baustein mit drei Service-Seminaren mit den Themen (a) Geheimnisse der nonverbalen Kommunikation im Vertrieb, (b) Standard oder Professionell – Verkaufsstrategie und Verkaufspsychologie und (c) Vorsprung durch Klarheit – Kommunikation und Motivation für Vorgesetzte ist gerade gestartet. Jedes Thema steht aber auch für sich. Es gibt genügend freie Plätze. Dass man davon für seinen Arbeitsbereich profitiert, bekannten die Teilnehmer am ersten Seminarteil so: Gunnar Godt, Business-Trainer aus Bredstedt, habe das Thema so interessant und abwechslungsreich mit ihnen erarbeitet, dass jederzeit Aufmerksamkeit gegeben war. Annika Claußen-Eggers sagte wörtlich: "Das war wahnsinnig spannend. Ich ärgere mich, nicht mehr Mitarbeiter mitgebracht zu haben.“ Der nächste Termin ebenfalls mit Gunnar Godt ist bereits Dienstag, 13. November um 9:30 Uhr im Alten Rathaus. Kurzfristige Anmeldungen für diesen Termin bitte umgehend an die Geschäftsstelle der IHK in Husum per Email nordfriesland@flensburg.ihk.de oder Tel. 04841 8010 0.

Der nächste Service-Seminar-Termin für „Vorsprung durch Klarheit“ ist erst am 20. Februar 2019. Bitte auch dafür schon gerne anmelden.

Im Pressegespräch warben Michael Lohmann von der Geschäftsstelle der IHK in Husum und Karsten Johst für den HV Nord und die IG-Dorf für die Nutzung dieses einmaligen Angebotes. Am 29. November 2018 geht es um „Präsenz im Netz – vom Webauftritt bis zum Online-Shop“. Johst richtete den Blick auf die Möglichkeiten im digitalen Zeitalter – schnelles Internet hoffentlich bald vorhanden – und hier die Chance, rechtzeitig Strategien zu entwickeln, wie man sich öffentlich gemeinsam Online präsentieren kann. In die nahe Zukunft weisen auch der nächste Termin am 12. Februar 2019 zu „Bargeldloses und kontaktloses Zahlen“ und der letzte dieser Workshop-Reihe am 19. März 2019 zu „Kommunikation mit der Hausbank“. Informationen dazu gibt es bei der IHK bzw. auch beim Amt Eiderstedt über Jacqueline Peters, Fachbereich Bauen und Entwicklung, Tel. 04862 1000 251.

Hjr, 05. November 2018, HN und www.jb-spo.de

Außerordentlich guter Zulauf im Museum zur Kunstsprechstunde

 

Anke Brakhage und Ariane Skora begutachteten zum dritten Mal Bilder

Das Museum Landschaft Eiderstedt hatte sich an diesem Novembersonnabend zum dritten Mal ganz auf Kunst eingestellt. Der Zulauf zur Kunstsprechstunde war wieder enorm. Alle Termine waren schon im Vorwege vergeben. Dieses Veranstaltungsangebot zieht nicht nur Eigentümer von Bildern in das Museum, sie bringen auch noch weitere Interessierte mit. Aus Hademarschen waren sie zu Viert angereist, aus Olderup zu Dritt. Von Tornesch bis Flensburg kamen Kunstbesitzer mit ihren besonderen Bildern. Ob Ölbild, Aquarell, Druckgraphik, Bleistiftzeichnung oder andere Techniken, Anke Brakhage und Ariane Skora widmeten sich jeweils dem mitgebrachten Bild, nahmen es bei Zusatzlicht wahrhaftig unter die Lupe, begutachteten Qualität und künstlerische Arbeit, Material und Rahmen und gaben Auskunft zum Künstler.

Die beiden Kunstexpertinnen aus Hamburg kennen sich nicht nur aus, sie sind auch ein eingespieltes Team. Seit etwa zehn Jahren machen sie solche Kunstsprechstunden in Museen oder anderen ausgewählten Orten. Pro Kunstfreund ist die Zeit jeweils nur für ein Bild bemessen. Wer zwei oder mehr mitbringt, muss sich schon für eines entscheiden. Für die Kunsthistorikerinnen ist das immer ein Sprung ins kalte Wasser. Während die Besitzer ihre Bilder meistens gut kennen, ist es bei ihnen die erste Begegnung mit dem Kunstwerk. Ihnen hilft dabei Wissen und Erfahrung. Zu Hilfe haben sie Bücher und Laptop.

Das Bild, dem sich Anke Brakhage gerade im Austausch mit seiner Besitzerin aus Tornesch nähert, ist ausgesprochen stimmungsvoll. Das Ölgemälde mit einem Schiff auf dem Wasser bei sonnendurchflutetem Wolkenhimmel ist ein Original von Otto Neutschmann (1902-1985), einem Künstler, der auch gehandelt wird, aber nicht in der ersten oder zweiten Reihe mitgespielt hat, erfahren alle Anwesenden nebenbei. Den Schätzwert beziffert Ariane Skora auf um 150 €. - Als nächste ist Bianca Voß aus dem Tümlauer Koog an der Reihe. Sie hat eine von Alexander Eckener 1914 geschaffene Radierung aus dem Besitz ihres verstorbenen Großvaters dabei. Das erfährt man im Gespräch und bei den ersten Begutachtungen des Bildes. Anke Brakhage erläutert das Entstehen einer Radierung, weist auf die Spiegelverkehrtheit hin - hier erkennbar an der Jahreszahl – und das Anfertigen der Abzüge. Deutlich zu sehen ist der Plattenrand. „Es ist eine gute Darstellung; da ist jemand auf dem Deich vor dem Bauernhaus, der Horizont ist niedrig. Ein toller Himmel“, anerkennt die Expertin. Da die Bleistiftsignatur sowie die Nummerierung fehlen, ist nicht feststellbar, ob der Abdruck zu Lebzeiten des Künstlers oder später erfolgt ist. Auf keinen Fall sollte das Bild weggegeben werden. „Der Erlös wäre zu gering, das ist bedauerlich“, so der Kommentar.- Das nächste Bild stammt vom Flohmarkt, erworben vor mehr als 40 Jahren. Es ist klein und hat einen schönen Rahmen. 700 € habe man ihm dafür geboten, sagt der Besitzer. Drei Mann sind in einem Ruderboot in bewegter See unterwegs. Es soll sich um ein Ölgemälde handeln. Anke Brakhage und Ariane Skora aber haben schnell herausgefunden: „Es sieht aus wie ein Original, ist aber ein übermalter Druck.“ Die zu helle und straffe Leinwand war für sie ein erstes Signal für höchste Aufmerksamkeit gewesen. Licht und Lupe hatten dann Gewissheit verschafft.

Elke Nickchen aus Husum war auch wieder da. Sie kommt immer gerne hierher ins Museum zu solcher Art Veranstaltungen. Wie die anderen Besucher kam es ihr nicht allein auf die Einschätzung und Begutachtung ihres Bildes an, sondern auf die Herangehensweise der beiden Kunsthistorikerinnen an die Werke und das, was sie jeweils zu erzählen hatten. Im vergangenen Jahr hatte sie ihnen eine Radierung vorgestellt, die in der Familie immer mit „rumgetragen“ worden war. Anke Brakhage und Ariane Skora hatten diese begutachtet und den Wert mit 800 € bis 1200 € beziffert. Sie hat das Bild einem Auktionshaus angeboten und berichtete: „Ich habe es nicht unter Wert verkauft. Darüber bin ich glücklich. Ein gleiches Blatt hängt in einem Londoner Museum.“

Diese Rückmeldung freute natürlich die beiden Expertinnen, aber genauso Museumsleiterin Sabine Graetke. Überhaupt waren alle drei angetan von der Atmosphäre dieses Tages im Museum: „Das war schön, spannend und abwechslungsreich. Uns wurden nur wenig Bilder von schlechter Qualität vorgestellt und kaum Reproduktionen. Und die Gäste blieben lange und hörten uns gerne zu.“ Nächstes Jahr steht dann zum vierten Mal eine Kunstsprechstunde an. Da darf man darauf gespannt sein, welches das einhundertste Kunstwerk sein wird, für das die Expertise gegeben werden soll.

Hans Jörg Rickert, 04. November 2018, HN und www.jb-spo.de

 

Siehe auch www.jb-spo.de 2018 März2

„Porzellansprechstunde lockte wieder viele Besucher ins Museum“

„Um Mitternacht ist Geisterstunde auf Schloss Eulenstein“

 

Kinderchor der Kirchengemeinde führte Grusical auf

Spärlich war die Beleuchtung im Saal des Gemeindehauses der ev. Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating. Im Hintergrund war die Silhouette eines Schlosses zu sehen, und eine Eule hockte nicht weit davon. Das musste also Schloss Eulenstein sein. Kleine und große Zuschauer waren genug gekommen. Manch einem schauerte es vielleicht schon beim Blick in die Augen der Eule.

Und dann ging es los. Elf Kinder verkündeten singend unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen: „Um Mitternacht ist Geisterstunde auf Schloss Eulenstein, da trifft sich die Gespensterrunde“. Die Bühne war freigegeben für große und kleine Geister. Schlossherr Karl von Radau begrüßte aufs Herzlichste Graf Dracula, Rübezahl und den Flaschengeist. Suchend irrte noch sein Blick, als die Kleine Hexe verspätet auf ihrem Besen angeflogen kam. Sie hatte sich in der Zeit verschätzt. Kein Wunder, hatte sie doch ihre neu konstruierte Krach- und Geräuschmaschine dabei. Ein wahrhaftiges Krachmachwunderwerk! Das würde die Geisterstunde noch unheimlicher machen.- Um diese Maschine geht es dann in dem Stück von Christoph Mohr (Text) und Peter Schindler (Musik). Fritz Rabatz von Ach und Krach kommt nämlich auch noch, obwohl er seit 138 Jahren Besuchsverbot auf Schloss Eulenstein hat. Schließlich aber kann der 1000. Geburtstag des Flaschengeistes gefeiert werden. Bis kurz vorm ersten Sonnenstrahl ist Zeit.

Riesig und bei einigen Kleineren vielleicht auch erleichtert war der Beifall. Keiner war verzaubert oder entführt worden. Großartig haben das Hannah Niehus, Hannah Tappenbeck, Lotta Frehse, Anna und Ilja Stell, Ida und Fynn Dettmer, Peter Sprenkmann, Lewe Bahnsen, Luca Aßhoff und Samuel Shadbash gesungen und gespielt. Jörg Honecker und Joshua Bombis haben in der Technik unterstützt. Christoph Jensen hatte stets unmerklich die Fäden in der Hand.

Erstaunlich ist es, was Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren miteinander auf die Bühne zu bringen fähig sind. Da spürt man die Lust am Spielen, Singen und auch Aufführen. Diese Fähigkeiten von Kindern und ihre Freude am Lernen sieht Christoph Jensen und fördert das in einem besonderen Maße. Als gewissermaßen Teil des Ensembles gelingen ihm dann solche Aufführungen, die uns einfach begeistern. Kinder sind kreativ und wollen es auch sein. Solche Anreize und Möglichkeiten bringen sie in ihrer Entwicklung voran. Nebenbei werden auch inhaltlich noch soziale Kompetenzen vermittelt. Ein großes Danke dafür an alle Beteiligten!

Hans Jörg Rickert, 04. November 2018, www.jb-spo.de

Siehe auch: www.jb-spo.de 2018 Mai - Musik in der Kirche – Gemeindefest

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