2020 Oktober

Die LTO St. Peter-Ording/Eiderstedt hat sich zunehmend etabliert

 

Das gemeinsame Auftreten kommt allen zugute

Seit 2017 arbeitet die Lokale Tourismus Organisation (LTO) St. Peter-Ording/Eiderstedt mit Tönning und Friedrichstadt. Die Region an der B 202 im Westen Schleswig-Holsteins von der „Holländerstadt“ Friedrichstadt über die „Mommsen-Stadt“ Garding bis zum ehemaligen „Armenhaus“ und heutigem „Badeparadies“ St. Peter-Ording, der Eiderstadt Tönning im Süden und dem Leuchtturm Westerheversand im Nordwesten vermarktet sich touristisch gemeinsam. Vor drei Jahren galt das fast noch als ein „Wunder“. Heute ist es Fakt.

 

Nach außen wird das sichtbar durch das Magazin „St. Peter-Ording & Halbinsel Eiderstedt – mein Nordsee-Urlaub“ mit der „Sonderausgabe Gastgeberverzeichnis“. Für 2021 sind diese seit einigen Wochen im Umlauf. Dazu kommen die Online-Auftritte www.st-peter-ording.de und www.spo-eiderstedt.de sowie der gemeinsame monatliche Veranstaltungskalender. Als Modellregion nimmt man seit 2019 teil am Projekt „Nachhaltige Mobilität in SH Urlaubsregionen“ des Tourismusverbandes SH. Es läuft bis 2021 und hat sich als Ziel „Optimierung der Mobilität im Tourismus“ vorgenommen.

 

Bürgermeister Rainer Balsmeier hatte die Jahreshauptversammlung eröffnet und dabei auf die bevorstehenden Personalwechsel hingewiesen. Constanze Höfinghoff geht in Kürze nach Oberstaufen und er selbst Ende April in Pension. So blieb dann auch ein Rückblick nicht aus. Sie sprach den Wunsch gegenüber Birgit Groth (Kirchspiel Garding), Carolin Kühn (Friedrichstadt), Thorsten Kress (Tönning), André Schäfer (Tetenbüll), Heiko Kühl (Kotzenbüll), Christian Marwig (Tümlauer Koog), Hans Jacob Peters (Tating), Peter Th. Hansen (Osterhever) und Dirk Lautenschläger (Welt) aus, „dass Sie mit dem neuen Personal so arbeiten, wie wir das miteinander gehabt haben.“

 

Die Arbeit in der LTO, war bei allen Herausforderungen vom gegenseitigen Vertrauen geprägt. Erinnernd in den Blick wurde gerückt, wie es 2015 um das sich „auf den Weg machen“ ging. Es hieß Abschied nehmen von der TZ Eiderstedt. Als die Frage aufkam, wer dabei denn Ansprechpartner sein werde, hatte Constanze Höfinghoff geantwortet: „Ich“. Die Antwort von Christian Marwig kam damals prompt: „Dann machen wir das.“

 

Bereits im Februar 2017 war die LTO seitens des Landes Schleswig-Holstein als Zusammenschluss anerkannt worden. Im gleichen Jahr verabschiedete St. Peter-Ording sein Tourismusentwicklungskonzept (TEK) und wurde Nationalparkpartner. Im Juni 2018 konnte dann das sich darauf aufbauende TEK der LTO in Garding in großer Einmütigkeit verabschiedet werden.

Veranstaltungsmäßig treten St. Peter-Ording und Eiderstedt mit Tönning und Friedrichstadt seitdem auch öffentlich in Erscheinung und geben der Region ein gemeinschaftliches Image. Dazu gehört u.a. „Hör mol en beten to – Erzähl mir was auf Eiderstedt“ mit dem neuen beliebten Podcast-Format „Deichmomente“. Corona-bedingt fiel der „Kultur-Himmel“ (21. Mai) aus, berichtete Katharina Siemens. Sie ist bereits im dritten Jahr mit der Leitung der LTO beauftragt und bilanzierte in ihrem Vortragsteil: „Es war ein herausforderndes, spannendes Jahr. Trotz Corona haben wir viele schöne Projekte umsetzen und halten können, und einige kleine neu entwickelt.“ Mit Stolz wies sie auf die neue Website hin, die im vorherigen Jahr umfangreich überarbeitet wurde und seit November 2019 auf dem neuesten Stand ist. Die Arbeit an ihr sei ein laufender Prozess. Innovativ ist das Pilotprojekt „Digitale Lösungen zur Messung von Auslastungen und zur Besucherlenkung in St. Peter-Ording“ in Betrieb. Sie schloss ihren Teil mit dem Dank für das Vertrauen im letzten Jahr und einem Plädoyer für die LTO.

Rainer Balsmeier verabschiedete Constanze Höfinghoff mit einem großen und herzlichen Dankeschön für den herausragenden Einsatz und die erfolgreiche Arbeit für St. Peter-Ording und die LTO SPO/Eiderstedt mit Tönning und Friedrichstadt. Sichtlich gerührt gab sie ihren Dank an alle zurück.

Hjr, 18. Oktober 2020, HN und www.jb-spo.de

Eine Frau und vier Männer kandidieren um Bürgermeisterwürden

 

 

Am 8. Oktober 2020 hatten Anke Bilstein, Udo Ketels, Hendrik Neuhaus, Jürgen Ritter und Ralf Tesler in der Utholm-Halle die Gelegenheit, sich ca. 160 Einwohner*innen von St. Peter-Ording in einer von der Gemeinde organisierten Veranstaltung vorzustellen. Maximal zehn Minuten persönliche Vorstellung und später in einem zweiten Block Beantwortung von je zwei Fragen aus den Bereichen „Tourismus“, „Bauliche Entwicklung“, „Verkehr“ sowie „Jugend, Kultur, Bildung und Sport“ in vier Abschnitten mit maximal einer Minute Zeit für die Beantwortung je Frage. Im letztgenannten Bereich gab es noch eine dritte Frage. Diese waren jeweils von Schülerinnen und Schülern eingereicht worden. Die anderen Fragen waren jeweils von den Anwesenden während der ersten Runde auf vorbereiteten Karten niedergeschrieben und dann je nach Bereich getrennt in Urnen gesammelt worden. Zur persönlichen Vorstellung kamen also noch insgesamt 45 Fragen.

Gemeindewahlleiter Rainer Balsmeier – er scheidet als Bürgermeister zum 30. April nach mehr als 24 Jahren aus dem Amt – begrüßte und leitete die Veranstaltung. Ihm zur Seite standen von der Tourismus-Zentrale die Mitarbeiterinnen Vanessa Greve, Kerstin Schacht, Sigrid Widderich und Amelie Kretschmer. Hausmeister Patrick Jensen hatte mit Helfern des Bauhofes alles vorbereitet. Mit der Beschallung und Aufzeichnung hatte man Stonehenge-Pro-Audio aus Husum beauftragt. Die Moderation lag in Händen von Carsten Rauterberg (vom NDR-Studio Heide).

 

Rainer Balsmeier zog die Reihenfolge für die Vorstellungsrunde aus den Namenkarten der Kandidaten. Ralf Tesler begann, es folgten Jürgen Ritter, Udo Ketels, Anke Bilstein und Hendrik Neuhaus. Die beiden letzten sind Einzelbewerber, die drei ersten wurden von politischen Gruppierungen am Ort nominiert. Bis auf Ralf Tesler (SPD) sind sie parteiunabhängig.

 

In den Husumer Nachrichten (Ausgabe vom Sonnabend, 10. Okt. 2020) war auf der Lokalseite Eiderstedt, von Ilse Buchwald verfasst, u.a. dies zu lesen: „Die Kandidaten unterschieden sich allerdings mehr in der Art des Auftritts und ihrer Persönlichkeit als in den Inhalten, was sie auch selbst immer wieder feststellten.

Allen gemein ist, dass sie die Bürger stärker beteiligen wollen und auf einen Tourismus mit Augenmaß setzen.“

In jeweils gleichgroßen Textrubriken mit Porträtbild ordnete ihnen Redakteurin Ilse Buchwald vorangestellt diese „Attribute“ zu:

 

Anke Bilstein           „Der Bürger als Ideengeber“

Udo Ketels              „Qualitativer Tourismus“

Hendrik Neuhaus   „Gemeinsam machen wir das"

Jürgen Ritter          „Wohraum schaffen“

Ralf Tesler             „Perspektiven für junge Leute“

 

Die Veranstaltung war super organisiert, verlief von allen Seiten äußerst diszipliniert und zwischen den Kandidaten freundlich und locker.

 

Zur Wahl am 25. Oktober aufgerufen sind alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahre.

Sollte die absolute Mehrheit von mehr als 50% von niemandem erreicht werden, ist für den 15. November die Durchführung einer Stichwahl vorgesehen.

 

Zur Kandidatenvorstellung kann das entsprechende Video im Netz aufgerufen werden: www.st-peter-ording.de, danach Button „Düt un Dat“ und dann  auf „Business-Portal“ nach unten scrollen und Bürgermeisterwahl klicken.

 

Hinweis:

 

Unter  www.jb-spo.de  ist zu jedem Bewerber um das Amt ein Artikel veröffentlicht.- Bei den Nominierten sind es Berichte über die entsprechenden Versammlungen der Parteien.- Die Einzelbewerber Hendrik Neuhaus und Anke Bilstein hatten wir, Georg Panskus und Hans Jörg Rickert, zu je einem Gesprächstermin geladen und dann entsprechend berichtet.

 

Hans Jörg Rickert, 17. Oktober 2020, www.jb-spo.de

 

 

Und hier der Link zum Video über die Vorstellungsrunde

vom 8.10. in der Utholmhalle

Über Einwohnerversammlungen können Bürger effektiv mitwirken

 

St. Peter-Ording will den Gemeindepolitikern das Feld nicht allein überlassen

 

Die Hauptsatzung der Gemeinde St. Peter-Ording sieht pro Jahr eine Einwohnerversammlung vor. Am 7. Oktober war es nun innerhalb eines Jahres bereits die dritte, wie Bürgervorsteher Boy Jöns anlässlich der Begrüßung der 58 Anwesenden erfreut kundtat. Bürgermeister Rainer Balsmeier hatte am 9. Oktober 2019, also vor einem Jahr, spontan die beiden Versammlungen für 2020 auch schon terminlich angekündigt.

 

Die Gemeindevertretung hatte 2018 die sich selbst auferlegte Verpflichtung schleifen lassen, aber aus der Bürgerschaft war deren Einlösung schließlich per Antrag aus formalen Gründen gefordert worden. Auch die Versammlung jetzt machte wieder deutlich: An den Einwohnerinnen und Einwohnern von St. Peter-Ording kommt die Vertretung nicht mehr vorbei. Das haben in den letzten Jahren auch die Ausschusssitzungen und insbesondere die des Bauausschusses verdeutlicht. Allerdings muss sich jeder Bürger von St. Peter-Ording darüber im Klaren sein: Es ist nur ein Recht auf Mitwirkung. Mitbestimmung haben die Einwohner*innen nicht! Aber Bürger*innen können Themen einbringen und auch bestimmtes Vorgehen anmahnen.

 

In Einwohnerfragestunden ist wiederholt deutlich geworden: Ausschüsse, Gemeindevertretung und Verwaltung legen nur das offen, was sie meinen, offenlegen zu müssen bzw. zu können. Manchmal konnte sich der eine oder andere Einwohner durchaus „autoritär abgewatscht“ fühlen. Verwaltungshandeln ist eben nicht immer so einfach zu verstehen. Auch scheint sich das Miteinander in der Vertretung nach der Kommunalwahl 2018 zunehmend verringert zu haben. Seitdem erweckt die Gemeindevertretung bei Beschlussfassungen verstärkt den Eindruck, eher vermehrt fraktionell als wirklich gemeinschaftlich für die Interessen der Gemeinde zu handeln.

 

Wie aber in schwierigen Situationen Bürgermeinung und Folgerungen aus Studien die Richtung weisen können, machte nun die Information über die Tourismusakzeptanzstudie im Rahmen der Einwohnerversammlung deutlich (wir berichteten). Der gewichtigste Antrag kam von Cornelia Bothe. Sie wünschte seitens der Gemeinde die Wahrnehmung der Publikationspflicht zur Nachhaltigkeit in Form einer „Gemeinwohlbilanz“. Wir seien der künftigen Generation gegenüber verpflichtet, deutlich zu machen, wo wir heute stehen. „Das ist nicht nur ein ‚kleines Siegel‘, sondern viel mehr.“ Nicht am Bruttoinlandsprodukt oder welchen Kriterien auch immer sei das Wirtschaften auszurichten, sondern ausschließlich am Gemeinwohl. Das erfordere ein Umdenken, sagte sie.- Das war der Einwohnerversammlung dann nach der Vorstellung der Tourismusakzeptanzstudie durch Bente Grimm vom NIT und ihren daraus folgenden Anregungen für künftige Handlungsstränge mehr als klar geworden wie auch, dass man sich auf einen langfristigen Prozess einzustellen habe. Der Antrag wurde angenommen.

 

Als Aufträge an die Gemeindevertretung gingen außerdem durch:

(1) „Einrichtung eines Gremiums aus Gemeindevertretern und Bürger*innen“ zwecks Umsetzung einer größeren Transparenz bei Vermittlung der Inhalte von Tagesordnungspunkten,

(2) die Einrichtung einer „Einwohnerfragestunde“ auch im Anschluss an den öffentlichen Teil von Sitzungen,

(3) mehr Kontaktmöglichkeiten zu Bürgervorsteher und Ausschussvorsitzenden sowie

(4) Rederecht für die bürgerlichen Antragsteller, wenn Anträge aus der Einwohnerversammlung von ihnen in der Gemeindevertretung behandelt werden und deswegen rechtzeitige Zusendung entsprechender Beschlussvorlagen.

 

Klaus Töberich mahnte die bisher nicht behandelten, von ihm eingebrachten  Anträge aus der vorangegangenen Einwohnerversammlung an. Allerdings brachte er dabei die von ihm zum Thema „Hunde“ sowie „Wohnmobilen“ gestellten erneut ins Spiel. Die allerdings hatte die Einwohnerversammlung vom 3. März abgelehnt!

Der Antrag von Hagen Götz zu „Möglichkeiten der Wertschöpfung außer Tourismus“ steht ebenfalls noch zur Behandlung an.

Hans Jörg Rickert, 16. Oktober 2020, HN und www.jb-spo.de

Einwohnerversammlung in St. Peter-Ording mit offenen Fragen zum Tourismus

 

Vorstellung der Tourismusakzeptanzstudie durch Bente Grimm vom NIT

 

Ein „Ja“ zum Tourismus, aber nicht zum „Weiter so“ lässt sich der Teil der Einwohnerversammlung unter Corona-Bedingungen am 7. September in der Utholm-Halle in St. Peter-Ording zusammenfassen, welcher der Vorstellung der Ergebnisse der Tourismusakzeptanzstudie vorbehalten war. – „Könnte sich St. Peter-Ording auf den Weg zur Gemeinwohl-Gemeinde machen?“ war dann die entscheidende Anregung.

 

Seit 2017 existiert für die Gemeinde St. Peter-Ording ein Tourismusentwicklungs-konzept. Für den Ort mit den Attributen „lebenswert“ für die Einwohner, „liebenswert“ für die Urlauber und Gäste sowie „wertschöpfend“ für die Anbieter und Arbeitenden wird als Schnittmenge für alle ein funktionierender, wertschöpfender und akzeptierter Tourismus angestrebt. Tatsache ist: Die Besucherzahlen sind einschließlich 2019 weiter gestiegen, aber die Akzeptanz für noch mehr Touristen strebt gegen Null.- Mehr und mehr wurden kritische Stimmen laut. Nicht zuletzt wurden sie auch mit ausgelöst durch die Planungen für den Hotelbau im Strandweg. Ein Verkehrs- und ein Ortsentwicklungskonzept sind in Arbeit.

 

Die Tourismus-Zentrale entschied sich hinsichtlich der wahrgenommenen Gefühlslage, eine Standortbestimmung zur Akzeptanz des Tourismus beim NIT (Kiel) - Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa – in Auftrag zu geben. Die zentralen Fragen für diese Tourismusakzeptanzstudie waren:

Welchen Einfluss hat der Tourismus in St. Peter-Ording?

Wie steht die einheimische Bevölkerung zum Tourismus?

Das NIT wie auch das Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste (Heide) hatten bei der Erstellung des TEK mitgewirkt.

 

In St. Peter-Ording handelte es sich um eine anonyme schriftliche Befragung aller Einwohner ab 16 Jahre. 3554 Fragebögen wurden verteilt. Der Zeitraum dauerte vom 23. Mai bis zum 29. Juni. Die Beantwortung der Fragen konnte sowohl online als auch offline erfolgen.

Der Rücklauf sei mit 37 % sehr hoch gewesen, bewertete Projektleiterin Bente Grimm vom NIT dies. Ziele waren: akute und drohende Belastungen identifizieren – den inhaltlichen Schwerpunkt dieser erkennen – mehr über wahrgenommene positive Seiten des Tourismus erkennen.- Diese Themen wurden ergänzt durch Fragestellungen zum Naturraum. Häufigste Assoziationen waren Strand, Dünen, Wattenmeer, Weite etc. und somit identisch zur Verwendung im Marketing.

 

Nach der Präsentation der Ergebnisse bilanzierte sie:

„Der Tourismus in St. Peter-Ording polarisiert insbesondere hinsichtlich der persönlichen Auswirkungen und spaltet dadurch den Ort.“-

 

Einige Beispiele aus der Befragung:

94 % der Einwohner leben gerne in SPO.

35 % sind in der Region aufgewachsen.

65 % sehen positive Effekte bezüglich der Auswirkungen des Tourismus, aber 42 % empfinden diese für sich persönlich eher negativ.-

68 % meinen, es sind zu viele Touristen im Ort. Tagesausflügler werden dabei von 74%, Hundebesitzer von 64 % genannt.

Für 71 % sorgt der Tourismus für ein positives Image des Ortes.

66 % beurteilen die öffentliche touristische Infrastruktur (Fahrradwege, WC-Anlagen etc.) positiv.

Für 97 % vergrößert der Tourismus die Verkehrsprobleme im Ort.

Für 81 % werden zu viele Unterkünfte für Touristen gebaut.

Mehr als 50 % fühlen sich weniger gut über touristische Pläne informiert.

52 % haben Ideen/Verbesserungsvorschläge für den Tourismus in SPO.

Zusammenfassend lässt sich jedoch auch feststellen, dass der Ort außer Tourismus kaum andere Möglichkeiten der Wertschöpfung habe. „Was nun?“ bleibt als Frage. Klare Handlungsrichtlinien gibt die Studie nicht. Sie wirft vielmehr offene Fragen auf, die in gesellschaftlichen und politischen Runden diskutiert werden müssen.

 

Dazu gehören verkehrliche Situation, Gestaltung der Preise, bezahlbarer Wohnraum, Bettenkapazitäten, ergänzende touristische Angebote für Einwohner, sinnvolle Informations- und Beteiligungsmaßnahmen. Wer soll welche Rollen und wer soll welche Verantwortung übernehmen? Gefordert sind alle: Kreis, Amt und Gemeinde, Lokalpolitiker, Einwohner, Gewerbetreibende, Betten- und Hotelanbieter. Und auch: Welche Experten werden gebraucht?

Hinsichtlich gemeinsamer Werte stellte Bente Grimm diese zwei Fragen in den Raum:

„Wäre es für St. Peter-Ording sinnvoll, den Status als „Gemeinwohl-Gemeinde“ anzustreben?“ und

„Was müsste dazu mittel- und langfristig auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene verändert werden?“-

 

Interessant dazu ist, dass genau diese Thematik zu Beginn der Einwohnerversammlung über einen entsprechenden Antrag von Cornelia Bothe in die Tagesordnung aufgenommen worden war.

In der Aussprache brachte u.a. Thomas Bartram zunächst seine innere Zerrissenheit beim Ausfüllen des Fragebogens zum Ausdruck. Auf der einen Seite stehe im Ergebnis jetzt die von vielen mit über 90 % angegebene tolle Infrastruktur der ebenfalls mit über 90 % angegebenen zu großen Anzahl von Touristen gegenüber. “Was nutzt mir als Einwohner die tolle Infrastruktur, wenn ich sie persönlich nicht nutzen kann?“ fragte er.-

 

Die scheidende Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff hatte sich zuvor bei Bente Grimm als Projektleiterin des NIT für die Erstellung der Studie herzlich bedankt und in Richtung Einwohner darauf hingewiesen, dass man in Sachen „weniger Hunde“ als Vermieter wie auch hinsichtlich mehr Dauerwohnraum selber tätig werden könne.

Bürgervorsteher Boy Jöns beendete den ersten Teil der Einwohnerversammlung mit einem Dank an alle, verwies auf die „große Akzeptanz für den Tourismus“, sah aber auch die vielen Aufgaben. Er betonte: „Quantitatives Wachstum wollen wir nicht mehr, sondern qualitatives.“

Die Präsentation als Auszug der 85-seitigen Studie ist demnächst im Netz aufrufbar unter www.st-peter-ording.de/business

Hans Jörg Rickert, 12. Oktober 2020, HN und www.jb-spo.de

Hans Jörg Rickert:

Zum Miteinander von Bürger*innen und Kommunalverwaltungen

 

Gedanken für einen Weg zu mehr Partizipation für Einwohner*innen

 

Eine der Aussagen von Politikern ist diese: „Wir müssen die Bürger*innen mitnehmen.“

Wie das geschehen kann, bleibt offen. Es gibt viele Möglichkeiten. Ob sie allerdings Anwendung finden, bleibt im Wesentlichen den Gremien in Politik und Verwaltung selbst überlassen. Ob also „mehr Demokratie gewagt wird“, kann nur von Fall zu Fall erfahren werden. Ob das Praxis wird, hängt von der Einstellung der Handelnden auf beiden Seiten ab.

 

Der Ausdruck „Mehr Demokratie wagen“ stammt aus der Regierungserklärung von Willy Brandt vom 28. Oktober 1969. Er hatte formuliert: “Wir wollen mehr Demokratie wagen.“ Das war nicht mehr als eine Absichtserklärung und ist es oft auch geblieben, denn Gesetze und Verordnungen regeln das politische Geschehen. Erlasse und Bekanntmachungen folgen. Das ist allen in diesen „Corona-Zeiten“ erneut bewusst geworden. Seitens des Staates werden Lebensgewohnheiten „reguliert“ im Sinne von „steuern“ bzw. „in die richtigen Bahnen lenken“. Im Falle von „Corona“ erfolgt das zum Schutze der Gesundheit der Bevölkerung über das Aufstellen von Verhaltensregeln, über die sich die Infektionsgefahr verringern ließe.- Die Bevölkerung alleine bekommt das in Deutschland wohl nicht hin. Schweden ist einen von der Art her anderen Weg gegangen. Andere Länder, andere Sitten.

 

„Mehr Demokratie wagen“ setzt zunächst einmal voraus, Bürger*innen in Prozesse einzubeziehen. Das geschieht durch „öffentlich machen“, indem z.B. die Teilnahme an Sitzungen gestattet wird bzw. in einer „Einwohnerfragestunde“ zur Sache Fragen gestellt werden dürfen.

 

Ansonsten hat der Bürger meistens „still zu sein“ und sich den örtlichen Gewohnheiten anzupassen, wenn nicht gar zu fügen. Verwaltung geht eben verordnet und geordnet vor. Geregelt wird das über Verordnungen seitens des Staates und Verabschiedung von Satzungen wie z.B. der Hauptsatzung der Gemeindevertretung, die sich dann wieder eine Geschäftsordnung gibt. Danach hat sich dann formal alles und haben sich alle zu richten.

Es sei denn, es werden offenere Formen des Umgangs miteinander angestrebt, um „Mitnahme der Bürger*innen“ und damit „Füreinander und Miteinander“ zu praktizieren. Das ist eine Kunst, allerdings eine erlernbare, die sich die Vorsitzenden von Ausschüssen oder der Vertretung einer Gemeinde erarbeiten sollten. Bei öffentlichen Veranstaltungen bemüht man für so etwas in der Regel Moderatoren.

 

„Workshops“ mit Einwohner*innen sind heute ein wesentliches Instrument, um sie in Ortsentwicklung mit einzubeziehen. Seitens des Staates sind solche durchzuführen, wenn es um Vorhaben mit staatlicher Förderung geht. Förderung geht nämlich nicht mehr ohne Bürgerbeteiligung.

 

In St. Peter-Ording wird das derzeit im Rahmen der „Vorbereitenden Untersuchungen“ (VU) und darauf aufbauend Erstellung eines „integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK) für den historischen Ortskern praktiziert.

Zweck und Ziel der Städtebauförderung ist die Sicherung der Daseinsvorsorge.

Für solche Maßnahmen werden speziell aufgestellte Büros beauftragt, die sich dann im Auftrage der Gemeinde der entsprechenden Problematik annehmen, um über Workshops und Information Verwaltung und Bürger*innen zusammenzubringen und um sich auf gemeinsame Ziele zu verständigen.

 

Entscheidungen werden dann von der Gemeindevertretung als oberstem Organ der Kommunalgemeinschaft getroffen. Verwaltung hat danach auszuführen. Bei nicht rechtmäßigen Handlungen kann Klage erhoben werden.

 

In Arbeit sind derzeit ebenfalls ein Verkehrsentwicklungskonzept und ein Ortsentwicklungskonzept. Beauftragt damit sind die Fachbüros SHP Ingenieure Hannover bzw. B2K Kiel. Die Konzepte sollen schließlich miteinander verzahnt werden.

Für das VEK ist im Januar 2020 mit 80 Beteiligten eine Bürgerbeteiligung erfolgt. Bis 31. August konnten sich Bürger*innen dann „online“ unter „Mischen Sie mit“ einbringen. Am 25. Juni gab es in der Verkehrsausschutzsitzung einen Sachstandsbericht. Das VEK wird nun in Sitzungen des Verkehrsausschusses am 29. Oktober und am 9. November Thema sein. Nach bisherigen Informationen, soll in der ersten Sitzung der bisher erarbeitete Stand vorgestellt werden, um danach in der folgenden Sitzung zu erörtern, was eventuell schon erprobungsmäßig umgesetzt werden könnte. Inwieweit die Bevölkerung außer durch Öffentlichkeit des Verkehrsausschusses einbezogen wird, ist bisher nicht weiter bekannt. Nach bisherigen Gepflogenheiten ist derzeit davon auszugehen, dass Gemeindevertretung und Verwaltung das jetzt unter sich verhandeln werden, Bürger*innen nur zuhören dürfen. Man könnte allerdings auch Fragen der Bürger zulassen, wenn man das im Rahmen der Beschlussfassung für bestimmte Abschnitte der Sitzung über die Tagesordnung genehmigte.

Was das OEK (Ortsentwicklungskonzept) betrifft, ist in der letzten Gemeindevertretersitzung am 14. September die Zusammensetzung einer Lenkungsgruppe beschlossen worden. Im Januar/Februar 2021 soll dann eine erste Befragung der Bevölkerung erfolgen. Nach der Auswertung schlösse sich eine zweite Öffentlichkeitsrunde an. Unabdingbare Vorgabe ist dabei die Beachtung der Verzahnung von Orts- und Verkehrsentwicklungskonzept

Außerdem existieren derzeit für St. Peter-Ording folgende Pläne/ Konzepte/ Studien. Dazu gehört als erstes der Landschaftsplan. In Schleswig-Holstein gibt es zu ihm noch Regionalpläne. Jener stammt aus 2001 und gibt an, wohin sich Flächen entwickeln sollen. Sie sind die Grundlage für Flächennutzungspläne. Sie wiederum sind den Bebauungsplänen vorgeschaltet..

In St. Peter-Ording existieren als Leitliniengeber für Entscheidungen  das TEK (Tourismusentwicklungskonzept, 2017), das für den Ort als Tourismusdestination als wichtige Aspekte „lebenswert für die Einwohner, liebenswert für die Kunden (Touristen) und wertschöpfend für die Anbieter und die hier Arbeitenden“ festgeschrieben hat. Es liegen weiterhin vor: Strandentwicklungskonzept (2014), Campingstudie (2016), Einzelhandelsgutachten (2016), Infrastrukturentwicklungsplan 2025/2030 (von 2016). Im Juni 2020 wurde als neuestes das Wohnungsmarktkonzept durch die Gemeindevertretung beschlossen.

 

Partizipation beinhaltet immer gegenseitige Wertschätzung.- Will man sie, dann muss Verwaltung den Einwohner*innen auch weitestgehend Gelegenheit dazu geben. Bürger*innen müssen dann aber auch beherzigen, dass langwierige Diskussionen meistens nicht zielführend sind. Eigeninteressen bei Vorschieben von Gesamtinteressen oder persönliche Eitelkeiten dienen dem Miteinander nämlich in keiner Weise, sondern verhindern eher Partizipation als dass sie diese ermöglichen. Hier dann die richtigen Worte zu finden, ist Aufgabe der/s Vorsitzenden.

Hans Jörg Rickert, 11. Oktober 2020, www.jb-spo.de

Tourismus-Ausschuss beschäftigte sich mit den Folgen von Corona

 

Constanze Höfinghoff legte den Nachtragswirtschaftsplan 2020 der TZ vor

 

Routinemäßig verlief die 17. Sitzung des Tourismus-Ausschusses in der Aula der Nordseeschule St. Peter-Ording. Von den neun Mitgliedern ließen sich drei vertreten. Die erforderlichen Empfehlungsbeschlüsse wurden von Jan Duggen und Uwe Kirchner (beide CDU), Peter Arndt und Werner Bruhn (beide SPD), Christiane Schallich (FDP) und Thorsten Pauls (AWG) sowie die als Vertreter tätigen Mitglieder Christian Heinze, Bodo Laubenstein (beide CDU) und Karsten Johst (AWG) einstimmig gefasst. Dabei ging es um den Nachtragswirtschaftsplan der Tourismus-Zentrale und die IV. Nachtragssatzung zur Betriebssatzung für die TZ vom 17.03.2009.

Der Erlass letzterer war notwendig, da die Bauhöfe zum 1. Januar 2019 zusammengeführt worden sind. In diesem Zusammenhang wurde das Anlagevermögen (Restbuchwert in Höhe von 322.497,28 €) des ehemaligen Bauhofes der Gemeinde lt. Beschluss der Gemeindevertretung vom 17.12.2018 in das Stammkapital des Eigenbetriebes übernommen. § 3 der Betriebssatzung erhielte nun letztlich nach Beschlussfassung durch die Gemeindevertretung den Wortlaut: „Das Stammkapital des Eigenbetriebes beträgt 5.222.497, 28 Euro."

Den Satz „Gewinne wie zuletzt kann ich Ihnen nicht versprechen“, hatte Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff im Februar der Vorstellung des Wirtschaftsplanes 2020 vorangestellt. Aber dass sie einen Nachtragshaushalt vorlegen müsste, hätte sie wohl auch nicht gedacht. Dass sich die Maßnahmen wegen des Covid 19 Lockdown (Corona) ausgewirkt haben mussten, war jedem klar.

 

Das weist der erstellte Halbjahresbericht auch aus, ohne dass eine echte Prognose auf dieser Basis zu erstellen ist. Im Erfolgsplan sind im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres rund 39% weniger Einnahmen (-2.937.509,76 € ) zu verzeichnen, maßgeblich beeinflusst durch die Schließung der Dünen-Therme und des Gesundheits- und Wellnesszentrums sowie durch fehlende Einnahmen im Bereich der Kurabgabe. Im Aufwandsbereich konnten hingegen bis Mitte des Jahres zunächst einmal 556.939 EUR eingespart werden.

Spannend wurde es dann im Nachtragshaushalt. Gegenüber dem im Haushalt 2020 bisher prognostizierten Verlust in Höhe von 768.390 € weist der Nachtragshaushalt nun einen solchen von 1.771.241 € für 2020 aus. Den Erträgen von ca. 14,2 Mio € stehen Aufwendungen von ca. 16 Mio € gegenüber.

 

Maßgebliche Einnahmeverluste gibt es coronabedingt durch Schließungen der Betriebsbereiche im Gesundheits- und Wellnesszentrum (-508.000 EUR) und in der Dünen-Therme (-1,08 Mio EUR). Da können Mehreinnahmen in der Strandkorbmiete (+178.000 EUR) sowie Einsparungen im Veranstaltungsbereich (rund 287.000 EUR), Erstattungen durch Kurzarbeitergeld oder Lohneinsparungen den Haushalt auch nicht retten. Der Ausgleich des geplanten Verlusts erfolgt über die Gewinne aus den Vorjahren.- Der Vermögensplan wird gegenüber bisher 14,5 Mio € auf nun 15 Mio € festgesetzt.

 

Seitens Constanze Höfinghoff gab es sehr große Anerkennung für das Team der TZ, das die besonderen Herausforderungen durch Corona mit Einsatz und Bereitschaft zur Übernahme von Arbeiten in völlig anderen Bereichen und echtem Teamgeist hervorragend gemeistert hat. Das Veranstaltungsteam wurde zu Gärtnern und Handwerkern, Masseure wurden zu Malern. Das Team der Dünen-Therme unterstützte die Kollegen an Strandübergängen und Stränden. Und trotz teilweise erfolgter Kurzarbeit waren alle mit großer Passion dabei.

Werner Bruhn wiederum dankte Frau Höfinghoff seitens der Mitglieder des Ausschusses „für eine weitere herausragende Leistung“ von ihr zusammen mit dem Team. Es ist gemäß Planung die letzte Sitzung des Tourismus-Ausschusses gewesen, an der Constanze Höfinghoff als Tourismus-Direktorin teilnahm. Am 22. Oktober habe sie ihren letzten Arbeitstag, hatte sie mitgeteilt.

 

In der Einwohnerfragestunde zu Beginn hatte u.a. Andrea Gummert-Weist nach dem Stand der Bearbeitung der eingereichten Liste mit Fragen zum „nachhaltigen Tourismus“ mit Bezug auf das Tourismusentwicklungskonzept nachgehakt. Sie hatte diese Jan Duggen bereits in der vorletzten Sitzung am 15. Juni überreicht. Eine Antwort hatte sie bisher nicht bekommen.

Er verwies „auf die sich in den letzten Wochen überschlagenden Ereignisse“, die wohl mit dem „politischen Wahlkampf“ zusammenhingen. Constanze Höfinghoff versicherte ihr, die „sind nicht weg, liegen bereits von ihr aus beantwortet bei Herrn Duggen zur weiteren Bearbeitung.“-

 

Kurz vor Ende hatte Peter Arndt beim letzten Tagesordnungspunkt „Mitteilungen und Anfragen“ noch gefragt, ob es möglich sei, das Auswahlverfahren für die Stelle der/s Tourismusdirektors/in anders zu gestalten. Die Antwort von Bürgermeister Rainer Balsmeier war eindeutig: Dazu gebe es aus seiner Sicht keine Veranlassung. Das sei mit Herrn Duggen so besprochen.

Hjr, 7. Oktober 2020, HN und www.jb-spo.de

Nun sind sie richtig in ihrer neuen Kirchengemeinde angekommen

 

Sylvia und Michael Goltz wurden in ihre neuen Pastorenstellen eingeführt

 

„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand“ – So heißt es in dem Kirchenlied zum Erntedank nach Matthias Claudius. Es war eines der Lieder, die auf der Kirchenwiese hinter dem Dorfdeich den festlichen Gottesdienst zur Einführung des Pastorenehepaars Sylvia und Michael Goltz in ihr neues Amt als Pastorin und Pastor in der ev. luth. Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating begleiteten. Manchmal allerdings sorgte der recht starke Wind – es war eben an diesem Tag kein leises Wehen, wie es im Liedtext beschrieben wird - aus südlicher Richtung dafür, dass die Töne des Posaunenchores und der Kantorei zum Teil weggeweht wurden und das Geräusch des Windes durch das Mikrofon zusätzlich an Stärke gewann. Aber der drohende Regenschauer vom Himmel blieb dann doch aus und konnte so die fröhliche Stimmung nicht trüben. Auch die Sonne ließ sich bald wieder freundlich blicken.

 

Viele Gottesdienstbesucher hatten sich wegen des besonderen Anlasses eingefunden. Unter ihnen waren Amtsvorsteher Christian Marwig vom Amt Eiderstedt, Bürgervorsteher Boy Jöns, Bürgermeister Rainer Balsmeier von der Kommunalgemeinde, aber auch Christian Raap, Pastor in Schobüll, der die Vakanzzeit überbrückt hatte. Vertreter*innen von ev. Kita sowie Familienzentrum und weiteren Einrichtungen und Gremien der Kommunalgemeinden waren gekommen und auch Gemeindeglieder aus der Kirchengemeinde Schwabstedt. Dort waren Sylvia und Michael Goltz zwanzig Jahre Seelsorger gewesen.- Inzwischen aber gehören sie in St. Peter-Ording und Tating schon dazu und sind voll in ihrem Amt tätig, sie mit einer vollen und er mit einer halben Pastorenstelle. Die andere Hälfte seines Amtes widmet er als „Fundraiser“ der Aktion „Schutzengel“ für den Erhalt der Eiderstedter Kirchenlandschaft. Bereits am Pfingstsonntag, einen Tag vor dem offiziellen Dienstantritt, hatten sie ihren Start beim Freiluftgottesdienst am gleichen Ort. Da hatten sie sich ihrer neuen Kirchengemeinde vorgestellt.

Vier Monate sind seitdem vergangen, auch ihren Jahresurlaub haben sie gehabt. Da gab es keinen besseren Tag als Erntedank für die festliche Amtseinführung durch Propst Jürgen Jessen-Thiesen. „Dankbarkeit zieht sich auch durch euer Leben“, nahm er Bezug auf den Text aus dem Markus-Evangelium von der „Speisung der Viertausend“. Waltraud Rüß hatte ihn vorgelesen. In dem Gleichnis geht es ums Tun, etwas in die Hand zu nehmen, dafür zu danken und es mit anderen zu teilen. Das sei unsere Aufgabe, betonte der Propst in seiner Ansprache und legte es den beiden auch für ihre neue Kirchengemeinde ans Herz. Mit ihrer Lust auf die gemeinsame Arbeit als Pastorenehepaar sei es ihnen mit auf den Weg gegeben, nun auch hier für die Menschen da zu sein und Einheimischen wie Urlaubern „Wahrheit und Lebensweisheit aus biblischer Quelle aufzuzeigen.“

Im Beisein einer großen Anzahl von Pastoren auf Eiderstedt und Mitgliedern des Kirchengemeinderates vollzog der Propst des Kirchenkreises Nordfriesland-Süd den segnenden Akt der Einführung durch Handauflegen zunächst bei Pastorin Sylvia Goltz, dann bei Pastor Michael Goltz. Ihre Bestellungsurkunden als Pastoren hatten sie vorher von den Kirchengemeinderäten Wolfgang Beushausen und Gaby Bombis in Empfang genommen. Andreas Neumann vom Kirchengemeinderat Schwabstedt erinnerte beide jeweils mit besonderen persönlichen Worten an die miteinander erlebte segensreiche Zeit am Treeneort.- Michael Goltz selbst hielt dann die Predigt, in der er in Worten synonym für sich und seine Frau zwei Personen unterschiedlicher Art auf der Suche nach einer Tankstelle an einem unbekannten Ort beschrieb, die wiederum bei der Frage nach dem kürzesten Weg zwei unterschiedlich strukturierten Personen begegnen könnten. Das Ziel ist die Tankstelle, der Weg dahin kann unterschiedlich sein aber auch unterschiedlich beschrieben werden. Das passte dann wieder zum Handeln und Teilen sowie zum Aufzeigen von Wahrheit und Lebensweisheit aus biblischer Quelle.

Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit Kantorei und Posaunenchor. Den Rahmen gab der Posaunenchor mit „Intrade“ und „Auszug“ von Andreas Muntschick. Die Kantorei begleitete die Einführungshandlung mit „Oh heilger Geist, kehr bei uns ein“ und beschloss diesen Akt mit „Das ist ein köstlich Ding“ von Michael Schütz. Mit „Großer Gott wir loben dich“ brachte sich vor dem Ende auch die Gemeinde noch einmal gesanglich ein. Das kühle Wetter sorgte dafür, dass man trotz Kuchenbuffet schneller als gedacht auseinanderdriftete.

Hans Jörg Rickert, 04. Oktober 2020, HN (Kurzfassung) und www.jb-spo.de

Siehe auch www.jb-spo.de

2020     Mai       Ökumenischer Freiluftgottesdienst am Pfingstsonntag in St. Peter-Dorf

Der Medienentwicklungsplan für das Förderprogramm Digitalpakt steht

 

Über eine halbe Million Euro fließen in die Digitalisierung der Schulen

 

‚Einen Digitalpakt ins Leben zu rufen, ist nicht schwer, ihn dann umzusetzen dagegen sehr.‘ Dieser Satz hat Gültigkeit. Die Klage der Politik, dass die Schulen nicht schnell genug dabei sind, die Mittel abzurufen, hat sie selbst mitzuverantworten. Denn vorgeschaltet ist die Erstellung eines Medienentwicklungsplanes. Wenn das auch nur ein Stück Papier zu sein scheint, sind in ihm jedoch bestimmte Vorgaben zu erfüllen. Deswegen gab es zunächst Informationsrunden seitens des IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein) bezüglich zu erfüllender Kriterien. Die größte Problematik aber ist, dass die Infrastruktur vor Ort und auch in den Schulen nicht derart vorhanden ist, dass losgelegt werden kann. Oftmals kommt hinzu, dass die bisherige Ausstattung in den einzelnen Schulen sehr heterogen ist.

 

Die erste Hürde für den „Medienentwicklungsplan des Schulverbandes Eiderstedt“ ist nun genommen. Mit tatkräftiger Unterstützung durch den IT-Fachmann Thomas Holm haben ihn die drei Schulen – Utholm-Schule St. Peter-Ording, Theodor -Mommsen-Schule Garding mit Außenstelle Tetenbüll und die Nordseeschule als Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil – in mehreren Sitzungen erarbeitet. Er gilt für die Jahre 2020 bis 2023 und dient als Grundlage für die Maßnahmen, die im Rahmen des Förderprogramms Digitalpakt durchgeführt werden sollen.

 

In ihm ist niedergelegt, in welcher Weise die Schulen gemeinsam die in der „Strategie zur Bildung in der digitalen Welt“ durch die KMK von 2016 vorgegebenen Ziele erreichen wollen. Dabei geht es um den Erwerb von grundlegenden sowie auch fachspezifischen Kompetenzen, die am Ende der Pflichtschulzeit von allen Jugendlichen erworben sein sollen. Sie sind, das Schulprogramm weiterentwickelnd, in dieses einzuarbeiten.

Der Medienentwicklungsplan für die Schulen enthält zudem Konzepte für die Ausstattung, die Fortbildung der Lehrkräfte, den Support und die Finanzierung.- Für die Betreuung der Schul-IT stellt der Schulverband bereits 24 Arbeitsstunden (0,62 Stelle) bereit. Da der Aufwand wegen der geplanten Anschaffungen steigen wird, sind Überlegungen hinsichtlich der Anpassung auf eine Vollzeitstelle anzustellen.

 

Dem Schulverband Eiderstedt steht aufgrund der Schülerzahlen aus dem Förderprogramm ein Budget in Höhe von insgesamt 391.583 € zu. Sie sind um einen Eigenanteil von 15 Prozent zu ergänzen. Dazu wird wegen der festgeschriebenen Maßnahmen ein weiterer Eigenanteil erforderlich, so dass sich dieser für die vier Jahre auf insgesamt 136.317 € beläuft. Mehr als eine halbe Million Euro werden also in die Digitalisierung der Schulen investiert.

 

Sachbearbeiter Ingo Rickert vom Amt Eiderstedt trug dieses den Mitgliedern des Hauptausschusses erläuternd vor. Weiterhin ergänzte er, dass für die Anschaffung von Tablets für sozial benachteiligte Schüler*innen im Rahmen des Sofortausstattungsprogramms ein Bedarf von 90 Stück ermittelt wurde. Diese sind pro Stück mit ca. 500 € veranschlagt und werden im Rahmen des Förderprogrammes voll vom Land finanziert. Die Ausgabe erfolgt als Leihgerät. Es wird davon ausgegangen, dass eine Ersatzbeschaffung nach ca. fünf Jahren erforderlich sein wird.

 

Der Haushaltsausschuss empfahl dem Schulverband Eiderstedt für seine Sitzung am 20. Oktober einstimmig die Annahme des Medienentwicklungsplanes einschließlich der Beauftragung der Verwaltung, die daraus folgenden Maßnahmen bis 2023 umzusetzen. Damit ist aber erst die zweite Hürde genommen.

Für die Vorgehensweise bei IT-Beschaffungen ab einem Auftragswert von 1000 € hatte Rickert einen klar strukturierten Ablauf von der Abstimmung zwischen Schulleitung, Fachkraft IT und Amt Eiderstedt, gefolgt von Anforderungsschreiben durch die Schulleitung an den Schulverband und Durchführung des Vergabeverfahrens sowie weiterer Schritte bis hin zur Zahlung der Rechnung seitens des Amtes Eiderstedt im Auftrage des Schulverbandes vorgeschlagen. Auch hier folgten ihm die Mitglieder einstimmig.

 

Hauptausschussvorsitzender Peter Th. Hansen und Schulverbandsvorsteher Rainer Balsmeier dankten Ingo Rickert für seine durchdachten Vorlagen. Seit August ist er im Amt Eiderstedt der in Bildungsangelegenheiten von Kita bis Schule zuständige Ansprechpartner im Fachbereich I „Öffentliche Dienste und Ordnung“.

 

Balsmeier hatte im Laufe der Sitzung mitgeteilt, dass der Bewilligungsbescheid für die Neugestaltung des Schulhofes beim Gemeinschaftsschulteil der Nordseeschule eingegangen ist und die Ausschreibung zum 13. Oktober erfolgen soll.

 

Hjr, 03. Oktober 2020, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu www.jb-spo,de 2020 Juli:

Noch viele „Löcher“ auf der Datenbahn zum „Online-Unterricht“

Bauausschuss und Bürger haben es in St. Peter-Ording nicht leicht

 

Es hakt aber nicht nur wegen des Hochwasserrisikomanagements

 

Bürgermeister Rainer Balsmeier hatte es schon geahnt, dass die Frage nach dem B-Plan 1 im Bad in der Einwohnerfragestunde der 29. Sitzung des Bauausschusses thematisiert werden würde. Im Augenblick stockt die Bearbeitung einmal wieder, weil hinsichtlich des Waldabstandes und jetzt zusätzlich des Hochwasserschutzes Klärungsbedarf besteht. Einwohner möchten aber endlich Klarheit darüber, was nun laut B-Plan zulässig ist.

 

Eigentlich hatte man vor etlichen Jahren im B-Plan 1 nur Recht und Gesetz in Ordnung bringen wollen, die u.a. durch eigenmächtiges und unrechtmäßiges Handeln von Eigentümern durch Umwandeln von Abstellräumen in Ferienappartements nicht mehr gegeben waren. Ergebnis aller Bauausschussverhandlungen aber war 2019 schließlich: Es gilt nun wieder die Baurechtslage von vor 1970. Umsonst hat man zwar nicht nur gearbeitet, aber man ist nicht vorangekommen. Das nervt alle. Die Gesetzeslage ist insgesamt zu komplex.

 

Aber es ist nicht nur dieser Bebauungsplan. Dazu kommen die B-Pläne Nr. 36 „Kieferneck“ bis „Alter Badweg“, Nr. 13 zwischen der „Kulinarischen Meile“ bis zum ehemals „Kurpark“ genannten Wäldchen. Somit ist es eigentlich der gesamte bebaute Bereich zwischen dem Promenadendeich und der Straße „Im Bad“ bis hin zur Reha-Klinik „Goldener Schlüssel“ und mehr. Auch in Ording sind B-Pläne betroffen.

 

Dünenwälder durchziehen den Ort, und die Nordsee läuft bei Hochwasser höher auf. Und wenn dann noch unter den Beteiligten und Beschlüsse Fassenden in verschiedene Richtungen gezogen und wie im B-Plan 1 ab Juli 2018 z.B. eigentlich schon existierende Vereinbarungen in Frage gestellt werden und Sachverhalte einen Rang erhalten, der niedriger gehängt werden müsste, gerät man zeitlich ins Hintertreffen. Kommen dann zu Fragen des Waldabstandes zusätzlich Hochwasserschutzfragen, sind die Knoten noch schwerer aufzudröseln.

 

So informierte Rainer Balsmeier dann auf die Frage von Gudrun Bendig über den Vermerk des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH). - 466 km Nordseeküste prägen übrigens unser Land. Eiderstedts Deichlinie beträgt rund 60 km und reicht vom Simonsberger Koog (Küstenkilometer 93,592) bis zum Eidersperrwerk (km 155,463). - Er nannte unter anderem im Rahmen des Hochwasserrisikomanagements die Themenfelder „mobile Hochwasserschutzanlage und Umstufung des Regionaldeiches zum Landesschutzdeich“. „Mit ihnen werden wir uns zu beschäftigen haben. 5,70 m über Normalhöhennull haben Gültigkeit, 5,60 m wie bisher reichen nicht“, war seine klare Ansage. Zunächst aber muss ein Hochwasserschutzkonzept her. Der LKN-Vermerk sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, der gehe in die Fraktionsberatung.- Der Vorschlag von Peter Hartwig, Teile aus dem B-Plan 1 herauszunehmen, fand Bauausschussvorsitzender Kurt Kahlke (SPD) nicht zielführend. Er beendete die Diskussion mit: “Wir sind alle daran interessiert, mit dem B-Plan 1 voranzukommen.“

Für den Punkt Gewerbegebiet Nordergeest gab es einen einstimmigen Beschluss. Da Aldi seinen Standort aus dem Gewerbegebiet Nordergeest nach Ording verlagern wird, hatte man den B-Plan 35 bezüglich der Baugrenze für eine REWE-Markterweiterung geändert. Der Entwurf der 3. Änderung hatte ausgelegen. „Sport 2000“ aber hat seine Räumlichkeiten dort frei gemacht. Deswegen kann die ursprüngliche Baugrenze bleiben. Insofern musste das neu beraten werden, weil rechtlich eine erneute öffentliche Auslegung erforderlich ist. Bauausschussvorsitzender Kurt Kahlke (SPD) kommentierte dieses „Hin und Zurück“ ein wenig unwirsch.

Bereits 2014 hatte die Gemeindevertretung den Aufstellungsbeschluss für die 3. Änderung des B-Planes Nr. 26 gefasst. Er betrifft das Gebiet gegenüber der Nordseeschule zwischen Jahnweg und Zum Karpfenteich einschl. Theodor-Storm-Weg sowie nordöstlich der Böhler Landstraße einschl. Nr. 44 bis hin zum Wohldweg. Der mittig durch diesen Teil führende „Kurze Weg“ gehört also ebenfalls dazu. Einstimmig votierte der Bauausschuss für die Veränderungssperre von zwei Jahren.

Als Hans Halket Kraus seitens des Ü 60 Beirates unter Anfragen zu bauspezifischen Angelegenheiten dann mitteilte, dass der Beirat geschlossen eine Veränderungssperre für ganz St. Peter-Ording in der Art eines „Letter of Intend“ befürworte, verdüsterte sich das Gesicht des Bauausschussvorsitzenden endgültig. Diese Angelegenheit war es aber nicht allein.- Irgendwie scheint „der Wurm zugange“ in der Arbeit des Bauausschusses.

Hans Jörg Rickert, 03. Oktober 2020, HN und www.jb-spo.de

Siehe auch unter www.jb-spo.de

2018 Juli 2: Mehrheiten entscheiden – Neuaufstellung des B-Planes 1 „Im Bad“

So informierte Rainer Balsmeier dann auf die Frage von Gudrun Bendig über den Vermerk des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH). - 466 km Nordseeküste prägen übrigens unser Land. Eiderstedts Deichlinie beträgt rund 60 km und reicht vom Simonsberger Koog (Küstenkilometer 93,592) bis zum Eidersperrwerk (km 155,463). - Er nannte unter anderem im Rahmen des Hochwasserrisikomanagements die Themenfelder „mobile Hochwasserschutzanlage und Umstufung des Regionaldeiches zum Landesschutzdeich“. „Mit ihnen werden wir uns zu beschäftigen haben. 5,70 m über Normalhöhennull haben Gültigkeit, 5,60 m wie bisher reichen nicht“, war seine klare Ansage. Zunächst aber muss ein Hochwasserschutzkonzept her. Der LKN-Vermerk sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, der gehe in die Fraktionsberatung.- Der Vorschlag von Peter Hartwig, Teile aus dem B-Plan 1 herauszunehmen, fand Bauausschussvorsitzender Kurt Kahlke (SPD) nicht zielführend. Er beendete die Diskussion mit: “Wir sind alle daran interessiert, mit dem B-Plan 1 voranzukommen.“

Für den Punkt Gewerbegebiet Nordergeest gab es einen einstimmigen Beschluss. Da Aldi seinen Standort aus dem Gewerbegebiet Nordergeest nach Ording verlagern wird, hatte man den B-Plan 35 bezüglich der Baugrenze für eine REWE-Markterweiterung geändert. Der Entwurf der 3. Änderung hatte ausgelegen. „Sport 2000“ aber hat seine Räumlichkeiten dort frei gemacht. Deswegen kann die ursprüngliche Baugrenze bleiben. Insofern musste das neu beraten werden, weil rechtlich eine erneute öffentliche Auslegung erforderlich ist. Bauausschussvorsitzender Kurt Kahlke (SPD) kommentierte dieses „Hin und Zurück“ ein wenig unwirsch.

Bereits 2014 hatte die Gemeindevertretung den Aufstellungsbeschluss für die 3. Änderung des B-Planes Nr. 26 gefasst. Er betrifft das Gebiet gegenüber der Nordseeschule zwischen Jahnweg und Zum Karpfenteich einschl. Theodor-Storm-Weg sowie nordöstlich der Böhler Landstraße einschl. Nr. 44 bis hin zum Wohldweg. Der mittig durch diesen Teil führende „Kurze Weg“ gehört also ebenfalls dazu. Einstimmig votierte der Bauausschuss für die Veränderungssperre von zwei Jahren.

Als Hans Halket Kraus seitens des Ü 60 Beirates unter Anfragen zu bauspezifischen Angelegenheiten dann mitteilte, dass der Beirat geschlossen eine Veränderungssperre für ganz St. Peter-Ording in der Art eines „Letter of Intend“ befürworte, verdüsterte sich das Gesicht des Bauausschussvorsitzenden endgültig.

 

Diese Angelegenheit war es aber nicht allein.- Irgendwie scheint „der Wurm zugange“ in der Arbeit des Bauausschusses.

 

Hans Jörg Rickert, 03. Oktober 2020, HN und www.jb-spo.de

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2018 Juli 2: Mehrheiten entscheiden – Neuaufstellung des B-Planes 1 „Im Bad“

Der Gemeinde Tating missfallen fehlende Gewerbesteuerquellen

 

„Zum Glück haben wir wenigstens den Windpark und künftig die Photovoltaik“

 

Von der kommunalpolitischen Arbeit her war die 11. Sitzung der Gemeindevertretung in Tating eher eine Routineveranstaltung. Beschlüsse waren bis auf die Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung keine zu fassen. Es ging eher darum, die Arbeitsfelder abzustecken und zu informieren. Derzeit beschäftigt die Vertretung das Baugebiet Nr. 14 auf der Freifläche zwischen den vier jetzt fertig gestellten Häusern und dem landwirtschaftlichen Betrieb von Hauke Gravert an der Straße Osterende.

 

Amtsdirektor Matthias Hasse hatte sich im Rahmen seiner Vorstellungsrunden bei den Gemeinden des Amtes Eiderstedt an diesem Abend in Tating eingefunden und hörte interessiert zu. In den Gemeinden Oldenswort, Garding, Tetenbüll und St. Peter-Ording war er seit seiner Amtseinführung am 1. August bereits gewesen. Es ist ihm, 1973 in Osnabrück geboren, ein Anliegen, alle Gemeindevertretungen persönlich kennenzulernen. Von Haus aus Jurist war er seit 2012 in allen Bereichen der Stadtverwaltung Tönning tätig.

 

Junge Tatinger Bürger würden sich gerne mit ihrem Gewerbe an ihrem Ort selbstständig machen. Jüngstes Beispiel ist ein Tischler. In Tating durfte er aber keinen Betrieb eröffnen, also wich er nach Garding aus. Als vor Jahren in Süderdeich die Schlosserei aufgegeben wurde, hätte dort wieder eine solche nachfolgen müssen. Dafür war aber kein Bedarf, die Umnutzung für ein anderes Gewerbe jedoch nicht gestattet.

 

Damit fehlt dem Ort auf Eiderstedt zwischen St. Peter-Ording und Garding wieder einmal mehr eine mögliche Einnahmequelle durch Gewerbesteuern. Von diesen verblieben zwar nur 25 Prozent, aber ein Euro käme zum anderen, wenn sich in Tating Betriebe ansiedeln könnten. „Zum Glück haben wir den Windpark und künftig dazu dann hoffentlich bald auch Einnahmen aus der Photovoltaikanlage“, machte sich Bürgermeister Hans Jacob Peters auf der letzten Gemeindevertretersitzung Luft. Die Gewerbesteuer für das Solarfeld Osterhof wird die Gemeinde Tating voll erhalten, hatte er vor längerem schon mitteilen können.

 

„Das Problem der Gewerbeansiedlung nehme ich mit. Evtl. könnten sich über Erörterung im Amtsausschuss Wege auftun“, sagte Hasse, obwohl das schwierig werde. Die Regelungen sind derzeit so, dass nur Zentralorte Gewerbegebiete ausweisen können. Neue Gewerbeansiedlungen in kleineren Gemeinden sind schwierig umzusetzen bzw. gar nicht erlaubt.

Das Thema, das die Gemeinde weiterhin langfristig beschäftigen wird, ist die Umgehungsstraße.

 

Was das Solarfeld betrifft, laufen zunächst noch Kabelverlegungsarbeiten auf insgesamt 6.480 Meter vom Umspannwerk in St. Peter-Ording bis dorthin. In Tating selbst geht die Kabeltrasse nördlich der Bahnlinie vom Bohmarnweg über Südergeest, Ladestraße, Bahnhofstraße, Möhlenbarg und dann weiter hinter dem landwirtschaftlichen Betrieb Gravert bis zur Straße Süderdeich beim Bahnübergang. Dort beginnt dann auf der anderen Straßenseite entlang der Bahn das ca. elf Hektar große zweigeteilte Solarfeld.

 

In ihrer Sitzung am 11. Juni 2018 hatte die Gemeindevertretung Tating für die Sonderbaufläche „Solarpark“ sowohl die Änderung des Flächennutzungsplanes als auch den zugehörigen Bebauungsplan beschlossen.- Im Zuge dieser Arbeiten werden in Tating in den Straßen Südergeest und Möhlenbarg die Leerrohre für das Glasfasernetz verlegt. Breitband Zweckverband und Wattmanufactur übernehmen den größten Teil der Kosten. Für die Gemeinde Tating verbleiben 58.000 € für die Herrichtung der Bürgersteige.

Hans Jörg Rickert, 02. Oktober 2020, HN und www.jb-spo.de

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2018 Juli 2        Freiflächen-Photovoltaikanlage im Gebiet „Heisternest“

Kinder und Jugendliche im Focus – aber was möchten sie?

 

Der AJKBS möchte etwas tun, weiß aber so recht nicht, was er tun kann

 

Als Tagesordnungspunkt für die 7. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Bildung und Sport der Gemeinde St. Peter-Ording stand zunächst die Neuanschaffung von Spielgeräten für den Spielplatz zwischen den Straßen „Hinter der Meierei“, „Gartenstraße“ und „Heedweg“ an. Er war mit den Jahren verkommen und zugewachsen. Nun haben ihn Mitarbeiter des Bauhofes wieder zugänglich gemacht. Die Reste der alten Spielgeräte sind verschwunden, zwei Sandflächen wieder sichtbar, und die eingesäten Flächen zeigen sich im zarten frischen Grün. Es ist ein schöner kleiner Platz zum Sitzen für ältere und zum Spielen für kleinere Mitbürger, der auch von der Dorfstraße gut zu erreichen ist. Er muss nur angenommen und genutzt werden. Darin waren sich Stefan Cornils und Ingo Rickert vom Amt Eiderstedt, Bürgermeister Rainer Balsmeier und die Ausschussvorsitzende Ingrid Brill (CDU) einig. Sie hatten ihn im Rahmen einer Begehung in Augenschein genommen. Stefan Cornils übernahm den einstimmig gefassten Auftrag, für eine Mischnutzung entsprechende gestalterische Vorschläge zu unterbreiten.

Auch im „Wäldchen“ zwischen Dorfstraße, Pestalozzistraße und Heideweg sah es einmal anders aus. Der ehemalige „Trimm-Pfad“ dort ist schon lange nicht mehr vorhanden. Ausstattung mit Fitnessgeräten stand auf der Tagesordnung. Davon wurde sofort Abstand genommen. Aber der Vorschlag des Bürgermeisters, dieses „Wäldchen“ hinsichtlich Qualität aufzuwerten und deswegen zwecks Naherholung und Aktivitäten im Rahmen der Städtebauförderung „fest im Auge zu haben“, wurde einhellig befürwortet.

„Verkehrssicherheit für Jugendliche im Ort“ und „Angebote zum Feiern für Jugendliche“ blieben weniger konkret. Da war in der Einwohnerfragestunde Handfesteres zu hören gewesen, als es um die Situation bei der Einmündung Preestergang in die vielbefahrene Eiderstedter Straße ging. Der Radweg ist vor weniger als einem halben Jahr saniert worden, aber der Gefahrenpunkt beim Bioladen ist trotz vorhandener Beschilderung und Verkehrsspiegel geblieben. Die Ecke des Hauses ragt verengend in den Radweg und verhindert von ihm eine Einsicht in den Preestergang wie auch umgekehrt auf den kombinierten Rad- und Fußweg. Seit der Bebauung Wittendüns (2013) ist dieser von vielen Kindern benutzter und bevorzugter Schulweg.-

 

Die Frage aus der Einwohnerschaft, ob man wisse, was sich Jugendliche wünschen, blieb offen. Bedauert wurde, dass die Einrichtung des Kinder- und Jugendparlamentes wegen Veränderungen in der personellen Besetzung und letztlich auch durch Corona zum Erliegen gekommen sei.

 

Hjr, 26. September 2020, HN und www.jb-spo.de

Siehe auch unter www.jb-spo.de

2018 - Sept.2   Jugendausschuss macht den Weg frei für das „Kijupa“

2018 - Dez.2     Ausschuss für JugendKulturBildungSport-St. Peter-Ording will stärker mitmischen

2019 – Sept.2   Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist ein Auftrag an alle

2019 – Dez.      AJKBS tagte im Bahnhofsgebäude von „Bad St. Peter-Ording“

Urlaub in St. Peter-Ording in Zeiten von Corona - Das entwickelte Innovationsprojekt zur digitalen Besucherlenkung hilft

 

 

Die Corona-Pandemie schränkt unseren Umgang miteinander weiterhin ein. Abstand wahren voneinander ist zurzeit sogar verstärkt angesagt, wo die Reproduktionszahl aufgrund der festgestellten Neuinfektionen wieder gestiegen ist. Wer meint, er könne z.B. mit Mund-Nasen-Schutz lax umgehen und sogar wieder „auf Party machen“, sieht sich mit der Corona-Wirklichkeit konfrontiert. Die Schutzmaßnahmen gelten weiterhin zu Recht.- Veranstaltungen finden nur mit verringerter Besucherzahl statt. Chöre können – wenn überhaupt - nur bei Einhaltung bestimmter Hygienevorgaben üben. Der kulturelle Bereich leidet deswegen weiterhin besonders darunter.

 

Wer sich dann das Leben und Treiben in diesen sonnigen Spätsommer- und Frühherbsttagen an den Stränden und in den Ortsteilen von St. Peter-Ording anschaut, kann eigentlich nicht glauben, dass Corona unser Leben immer noch bestimmt, wären da als Kennzeichen nicht die Masken. Das Verkehrsaufkommen auf den Straßen ist immer noch hoch, die Anzahl der Menschen ist auch nicht gerade klein zu nennen. Aber 12 km Nordseeküste mit Deichen und Stränden bei einer Fläche von 28,28 km² bieten eben auch Möglichkeiten, sich aus dem Wege zu gehen. Ein Quadratkilometer böte in Corona-Zeiten Platz für eine Versammlung von 100.000 Menschen, wenn 10 m² wie in Konzertsälen oder Kirchenräumen pro Person angesetzt würden. Wenn man die Buhne mit einer Fläche von 10.000 m² annähme, bedeutete das „nur“ Platz für 1000 Menschen. Kein Wunder also, dass die Veranstaltungen mit Tausenden zu Silvester beim Höhenfeuerwerk abgesagt worden sind. Das galt auch für die Strandveranstaltungen mit vielleicht nur mehreren Hundert in dieser Saison.

 

Die landschaftliche Lage von St. Peter-Ording macht es möglich, dass Menschen hier auch in Corona-Zeiten Urlaub machen können. Wenn sich dann einige beklagen, hier sei nichts los, sind sie fehl am Platz. In den Anfangszeiten des Badeortes waren es nur die Seeluft und die besondere Vielfalt der Landschaft, die die Menschen nach St. Peter bzw. Ording lockten.

Angebote, sich über die Gegebenheiten hier kundig machen zu lassen, sind reichlich vorhanden. Man muss sie nur nutzen. Die Pfahlbauten, die Seebrücke, die Buhne, die kulinarische Meile im Bad, der Marktplatz mit dem Wochenmarkt am Mittwoch bzw. dem Kunsthandwerkermarkt zu bestimmten Zeiten oder anderen Veranstaltungen wie dem Winzerfest sind eigentlich nur menschengemachte Accessoires. Den Wechsel von Ebbe und Flut zu beobachten, Sonnenuntergänge, Wolkenformationen am Himmel, Überflutungen der Strände, Rundumblicke vom Deich oder Aussichtspunkten wie Maleens Knoll zu erleben, Wanderungen auf den Wegen durch die Dünengebiete von Ording bis Böhl und mehr zu machen, sind kostenfrei. Sie vermögen das Gefühl von Freiheit zu vermitteln.

Da die Menschen aber so „gelenkt“ werden, dass sie „Points of interest“ wie die Seebrücke im Bad oder den Strandübergang Köhlbrand bzw. den Strandparkplatz Ording in „Massen“ ansteuern, musste sich auch die Tourismus-Zentrale etwas einfallen lassen, damit Urlaub in St. Peter.-Ording für Touristen möglich sein kann. Eine Ausübung von Kontrolle wie zu Himmelfahrt oder zu Pfingsten über eine Saison ist einfach nicht machbar. Außerdem wirkte dies kontraproduktiv im Hinblick auf ein „Freiheitsgefühl“, das man im Urlaub leben möchte. Aber Corona zwang den Ort, alle möglichen und denkbaren Lösungsansätze zu einer Besucherlenkung in Erwägung zu ziehen.

 

Seit dem 13. Juli gibt es für St. Peter-Ording ein Besucherlenkungssystem.

 

Man interpretiere das nicht falsch: Der den Ort Besuchende bzw. der hier schon Anwesende hat weiterhin die Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit. Es ist damit also ein reines Informationsportal. Die Handlungsverantwortung des Einzelnen für sich selbst und die Gesamtheit wird angesprochen.

Über den QR-Code kann auf dem Smartphone eine entsprechende App aufgerufen werden. Man muss nur den QR-Code mit der Handykamera scannen, dann aufrufen, und schon ist man drin. Abspeichern sollte man nicht vergessen! Danach kann jeder auf Entdeckungsreise gehen und wird überrascht sein!!!

 

Die so genannten POIs lassen sich hinsichtlich Besucheraufkommen aufrufen. Ist es am Marktplatz, auf der Seebrücke, am Strandübergang Köhlbrand, in der „Kulinarischen Meile“ oder auf dem Strandparkplatz zu voll, zeigt die WebApp dies per roter Farbmarkierung an und man hat die Entscheidungsfreiheit (und sollte sie auch nutzen!), für sich einen anderen Ort auszuwählen. Die Farbe Rot steht für ein starkes Besucheraufkommen, Gelb für ein mäßiges und Grün für ein geringes. Grün mindert nicht nur das Risiko der Infektion mit dem Covid-19-Virus, sondern lässt die Schönheiten des Ortes auch einfach besser genießen.

 

Vielleicht entscheidet man sich für Böhl und entdeckt einen Ortsteil, der einst den schönsten Strand hatte und heute mit seinen Salzwiesen und dem weiten Strand zu bezaubern vermag. Selbst Parkprobleme gibt es dort selten. Ist der Strand dort gerade überflutet, hat das zwei Vorteile: Ein besonderes Erlebnis und eher frische Luft! Platz ist bestimmt genug.

 

Aus dem Team der Tourismus-Zentrale haben sich die SPO-Onliner Nils Stauch, Katharina Siemens und Kira Lietmann mit Peter Beschenbossel vom IT-Service der TZ und Haustechniker Bernd Hoppe auf den Weg gemacht. Sie stellten sich den Projektauftrag mit dem Titel „Digitale Lösungen zur Messung von Auslastungen und zur Besucherlenkung in St. Peter-Ording“ so zu gestalten, dass er sich in den bisherigen Online-Auftritt der TZ passgenau einfügen ließ. Das ist in Kooperation mit der hubermedia GmbH und der Lufthansa Industry Solutions gelungen. Wesentlich ist dabei die Messung und Erfassung von Auslastungen und Personendichte an bestimmten neuralgischen Punkten mit potenziell hohem Besucheraufkommen. Die Daten werden über WLAN-Besucherzählung sowie Bilderkennung - jeweils anonymisiert – über Kamera- und Lasertechnik gesammelt und ausgewertet, um dann in digitalen Endgeräten wie den Smartphones der Besucher für sie aufbereitet dargestellt zu werden. Da heißt es dann für die Seebrücke zum Beispiel „mäßig besucht“.

 

Das System selbst ist lernfähig. Es funktioniert und wird in einem laufenden Prozess überprüft. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf 150.000 € netto bei einer Förderquote von 70 % durch das Land Schleswig-Holstein. Die 30 % Eigenanteil stellte die TZ bereit.- Die in diesem Projekt angewandten Technologien und Kommunikationsmöglichkeiten bieten die Chance, Mobilitätskonzepte der nahen Zukunft für St. Peter-Ording und die LTO SPO/Eiderstedt zu ermöglichen.

Hans Jörg Rickert, 27. September 2020, www.jb-spo.de

Anke Bilstein, Bürgermeisterkandidatin aus St. Peter-Ording

 

Ihre Überzeugung: Mehr Demokratie wagen!

 

„Wir brauchen in St. Peter-Ording mehr Demokratie für die Menschen, die hier leben und arbeiten. Davon bin ich fest überzeugt“, sagte Anke Bilstein im Gespräch mit uns, Georg Panskus und Hans Jörg Rickert. Sie möchte gerne Bürgermeisterin für St. Peter-Ording werden und hatte sich deswegen beim Amt Eiderstedt erkundigt, welche Vorgaben für eine Kandidatur zu erfüllen seien. Als Einzelbewerberin war das für sie dann mit vielen Haustürbesuchen verbunden, denn sie musste nachweislich 85 Unterstützer*‘innen mit Hauptwohnsitz für ihr Vorhaben gewinnen. 

Im Hinblick auf „Corona“ und auch sonst sieht sie die Entwicklung des Ortes kritisch. Man könne nicht davon ausgehen, dass es im nächsten Jahr noch so läuft wie dieses Jahr. Die ausschließliche Ausrichtung und das starke Augenmerk auf Tourismus wertet sie als einen Fehler. Eine „Syltiisierung“ wird ihres Erachtens von vielen Einwohnern abgelehnt. Themen der Zeit seien Nachhaltigkeit und Klimaschutz und folglich auch Hochwasserschutz. Planen und Handeln sei danach auszurichten. Für eine organische Entwicklung von St. Peter-Ording sei eine Gesamtstrategie der Art erforderlich, dass alle Interessengruppen eingebunden und Probleme offen thematisiert werden, die Bedenken auf den Tisch kommen, Ziele formuliert und Maßnahmen überlegt werden, sonst liefe die Entwicklung „aus dem Ruder“. Um die Wirtschaftskraft zu stärken, dürfe man es denen, die sich hier ansiedeln wollen, nicht schwer machen. Start-Ups seien Chancen zu geben. Es wäre schlimm, wenn es in St. Peter-Ording so weiterginge wie bisher. Entscheidungsprozesse seien zu demokratisieren. Audits seien dabei ein wichtiges Instrument. Für sie ist wichtig, dass „Menschen intervenieren können“.

Sie wohnt im „Atlantic“, ist aber froh, dass der in den 70er Jahren geplante Hochhauskomplex nicht fortgeführt worden ist. Das „Urban Nature“ ist für sie so wenig ein Vorzeigeprojekt wie es das Hotel am Strandweg geworden wäre. Hinsichtlich des Bürgermeisteramtes sehe sie ihre Bewerbung sportlich: „Ich muss das nicht werden. Es darf nicht um des Geldes wegen sein. Man muss Biss haben, zuhören und moderieren können, oder eben auch einen Plan haben“, formuliert sie deutlich und:„Man muss kein Parteibuch haben, aber man muss Demokrat sein.“ Nebenbei rutschte auch heraus: „Ich bin Ludwig-Erhard-Fan.“

 

Ihr Ausbildungsweg begann nach ihrem Abitur 1985 in Remscheid mit einer Ausbildung im Buchhandel. Parallel dazu bzw. danach studierte sie Psychologie und Medienwissenschaften an den Universitäten Wuppertal und Konstanz. Ihren Abschluss als Dipl.-Psychologin machte sie mit der Note 1 A*-Level. Eine berufliche Station war danach Senior Consultant bei Kienbaum Consultants in Düsseldorf. Heute arbeitet sie als Managing Partner für „coaching am meer“ - Bilstein & Kollegen, Büro St. Peter-Ording und Remscheid (http://www.bilstein-kollegen.de/anke-bilstein) und berät Unternehmen bei der Erstellung von Entwicklungs-, Restrukturierungs- und Sanierungskonzepten. Seit zehn Jahren wohnt sie in St. Peter-Ording und arbeitet am Ort bzw. von hier aus.

 

1972 war sie im Alter von sieben Jahren wegen ihrer kleineren Schwester mit der Familie zum ersten Mal hier im Urlaub gewesen, danach immer wieder. Im Strandweg, direkt vor den Dünen, hatten sie damals ihr Urlaubsquartier. In ihrer Jugendzeit war sie Hochleistungssportlerin im Volleyball. „Ich konnte gut kloppen“, sagte sie, „Fünfmal in der Woche wurde trainiert, aber ich war zu verletzungsanfällig.“ Das erste Mal aber hatte sie sich beim Freizeitvolleyball am Strand verletzt. Geritten ist Anke Bilstein auch. Wegen ihres Hundes, eines Münsterländer-Labrador-Mischlingssrüden, machte sie den Jagdschein und bildete ihn aus. Nicht nur dazu passte dann dieser Satz von ihr: „Man kann nur zusammenarbeiten, wenn man Vertrauen zueinander hat.“

 

Ob sie auch auf Wahlplakaten zu sehen sein wird? Begeistern kann sie sich dafür gar nicht, aber ein Bild von sich, möchte sie all den Menschen, die sie noch nicht kennen, gerne vermitteln. „Ich führe gern und oft Gespräche.“ Auch Bücher nehmen in ihrem Leben ihren Platz ein. -  Kein Wunder bei einer „auch Buchhändlerin“.

30. September 2020, www.jb-spo.de, Gpan /Hjr

Vom Staunen zum Sehen, vom Entdecken zum Wissen, ….

 

Kunst in der Kirche Teil III – Was passiert eigentlich, bis so ein Bild entsteht?

 

Seit Ende Juni präsentiert sich der Innenraum der Tatinger Kirche St. Magnus dem Gottesdienstbesucher oder dem Gast wieder anders. Zum dritten Mal sind Werke von Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg aus der Klasse von Kunstprofessor Christian Hahn ausgestellt. Sie zieren den Raum zusätzlich oder stechen hervor bzw. verdecken vertrautes Inventar und Bilder. Das ist Absicht. Die Tradition „Kunst in der Kirche“ erhält auf diese Art erneut einen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart. Bis zum 8. November wird sich das Innere des Gotteshauses noch so zeigen wie an diesem sonnigen Spätsommersonntag. Die über vier Monate währende Ausstellungsreihe schließt dann mit einem Gottesdienst.

 

Hell schien das Licht durch alle Fenster und erhellte den Raum von der Südseite her. Wieder war er in der Mitte geteilt. Das weiße leichte, schwerelos wirkende Kreuzetransparent von Muriel Kilchenmann schien nach oben abheben zu wollen. Und zwischen ihm und dem Kronleuchter erschien die Kirche irgendwie geweitet. Lag es an dem Licht oder lag es an dem Bild von Jennifer Geeb, welches an der Südseite zwischen den hellen Kirchenfenstern gehängt war und auf der Gegenseite dem Bild, ebenfalls von ihr gemalt, das einen Teil des Altarraumes mit dem Beichtstuhl, dem Chorgestühl und der Wandinschrift daneben zeigt? Die Idee hatte bisher noch niemand von den jungen Künstlerinnen und Künstlern gehabt, einen Teil des Inneren der Kirche selbst zum Motiv zu machen und bildhaft neu an einer zweiten Stelle in den Blick zu rücken.

Aber es gab dazu noch mehr zum Staunen, zum Entdecken und sich anregen zu lassen. Seitlich unter dem Triumphkreuz vor dem Aufgang zur Kanzel hängen an fünf weißen Fäden fünf selbst gestaltete schwarze Oktavhefte, in denen Anne Frör mit ihren Tuschezeichnungen auf Song-Lyrics Bezug nimmt und so die idealisierte Vorstellung von Liebe thematisiert. Fünf Hefte? Will sie auch an die fünf Bücher Mose und die Evangelien mit der Apostelgeschichte erinnern? Dazu hängt schräg gegenüber neben dem Pult das Madonnenbild von Ellen Tsimopoulos – Selbstbildnis und Ikone zugleich. Aber was wollen uns die vier Armpaare vermitteln? Mit dem Tryptichon „Eine Arche ist nicht genug“ reiht sich Christian Hahn selbst mit ein in die Ausstellung und macht uns bewusst: Schiffe allein – und seien sie noch so komfortabel - können die Menschheit nicht retten. Mit den beiden Bildern vor dem Altar nimmt Andres Munoz den Betrachter mit an Orte seiner Kindheit, und Benjamin von Heusinger zeigt mit seinen Schwarz-Weiß-Fotos in unterschiedlicher Belichtung und Schärfe „Glaubenswege“.

 

Pastorin Inke Raabe verknüpfte in ihrer Ansprache mit der Eingangsfrage „Was passiert eigentlich, bis so ein Bild entsteht?“ eindrucksvoll das Tun des Künstlers mit dem Schöpfungshandeln Gottes. Anstoß dazu war für sie die als Predigttext vorgesehene zweite Schöpfungsgeschichte im ersten Buch Mose. In ihr macht Gott den Menschen „aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase.“ Dann erst schafft er das Paradies und weist ihn in den Umgang mit dem Garten Eden ein. Damit schlug sie den Bogen zu den Künstler*innen. „Diese Kunst trägt ihren Atem.“ Die Ausstellung selbst verglich sie – darin eingefügt Gedanken zu Gottes Plan für seine Menschen - mit einem kleinen Garten Eden. Auftrag an den Menschen sei die Bewahrung und Gestaltung der Schöpfung und die Sorge um ihren Erhalt. Eine Arche allein reicht heute eben schon lange nicht mehr.

Christian Hahn dankte nach der durch ihn erfolgten prägnanten Vorstellung der einzelnen Werke – dazu gibt es wie zu den Ausstellungen Part I und II wieder einen gut gemachten Flyer – zunächst seinen Studierenden. Sie hätten mit ihren Werken sicher keine allgemeingültigen Antworten gegeben, aber mit ihnen der Bewusstheit um die Vergänglichkeit einen Ausdruck verliehen. Dieses Projekt habe zu einem neuen Verständnis bezüglich des Umgangs mit dem Glauben herausgefordert. Sein Dank galt gleichermaßen der Kirchengemeinde und dem Ideengeber Bodo Scheffels. „Wir freuen uns sehr, dass wir hier ausstellen durften“, schloss er.

 

Mit barocken Kompositionen - dem Praeambulum in F von Vincent Lübeck (1656-1740) zu Beginn und mit der Fuge G-Dur BWV 576 von Johann Sebastian Bach (1685.-1750) zum Ende, dazwischen die Toccata seconda (aus dem zweiten Buch der Toccaten 1637) von Girolamo Frescobaldi (1583-1643), dem Medio registro alto de Primer Tono von Francisco Peraza (1564-1598) und der Batalla de Sexto Tono von José Ximénez (1601-1672) - setzte Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen an der Paschen-Orgel einen von ihm gestalteten Kontrapunkt dazu.

Hans Jörg Rickert, 21. September 2020, www.jb-spo.de

Siehe auch unter www.jb-spo.de 2020

Juni      St. Magnus in Tating überrascht in einem ungewohnten Design

Sept.    Kunst in der Kirche Teil II – St. Magnus‘ Kirchenraum wieder anders

 

und www.kirche-spot.de

St. Peter-Ording hat seine Ladekapazität für E-Mobilität verdoppelt

 

Vier neue 22 kW-E-Ladesäulen im Ortsteil Dorf direkt ansteuerbar

„Das ist eine feine Sache“, sagte Jürgen Bienek aus Osterhever spontan, als er erfahren hatte, dass in St. Peter-Ording zu den je zwei Ladepunkten auf dem Parkplatz der Dünen-Therme und den beiden beim „Alten Rathaus“ im Dorf direkt bei der TZ-Info vier weitere angesteuert werden können.

 

Zwei sind neu eingerichtet worden auf dem Marktplatz und zwei auf dem Parkplatz bei der „Historischen Insel“ direkt gegenüber dem Bauhof die Tourismus-Zentrale. An acht Stellen können E-Mobilisten jetzt „Strom tanken“.

Sechs von ihnen, immer paarweise angeordnet, liegen somit nicht weit voneinander entfernt im Dorf.

Jede E-Ladesäule lädt mit 22 kW und kann sowohl über die eigene Ladekarte als auch über den angebrachten QR-Code gestartet werden. Eine Ausgabe von Ladekarten ist also nicht mehr erforderlich. Um einen Renault ZE 40 aufzuladen – Fahrleistung 400 km – sind knapp zwei Stunden erforderlich. Mit einem Notladekabel kann die Batterie auch über die Steckdose geladen werden. Das dauert nur länger.-

Christoph Ening demonstrierte den Ladevorgang. Der grüne Punkt leuchtete auf: „Betriebsbereit“. Über die Inbetriebnahme der neuen vier Ladepunkte freuten sich mit ihm Claudia Nißen und Kira Lietmann sowie der technische Leiter Nils Koch und Haustechniker Bernd Hoppe aus dem Team der TZ. Ening ist seitens der Stadtwerke Husum GmbH der Ansprechpartner in Sachen E-Mobilität für alle: Privatpersonen, öffentliche Einrichtungen, Fuhrparkbetreiber etc. „Umweltbewusstes Handeln ist deutlich bei den Menschen angekommen.

 

Die Nachfrage in Sachen E-Mobilität ist sehr viel stärker geworden“, teilte er mit. Gerade auch aus Richtung Hotels und Ferienwohnungsvermietern erreichten ihn zunehmend Anfragen. Ein wenig Eigenwerbung musste dabei auch sein: „Wer von uns Strom erhält, fährt garantiert hundert Prozent CO2-frei.“

 

Die TZ hat in Sachen E-Mobilität seit 2016 – Inbetriebnahme der ersten beiden Ladesäulen im Bad - mit den Stadtwerken Husum kooperiert. Diese haben auch jetzt bei der Antragstellung und der Beschaffung der Hardware unterstützt, so Nils Koch. Aufgrund der Antragstellung im Förderportal des Bundes „easy online“ für die Gewährung von Zuwendungen zwecks „Errichtung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge“ sind über die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen 8554,85 € zugesagt worden. Das sind 40 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 21.387,12 €.

 

Im Fuhrpark der TZ sind zwei reine E-Mobile und ein Hybridfahrzeug vorhanden. Eines davon, der Renault Zoe ist als „nordseEmobil“ zu mieten (Näheres bei „Düt un Dat“ unter https://www.st-peter-ording.de). Das Angebot der TZ wird sehr gut angenommen. Bisher beträgt die Fahrtleistung ca. 10.000 km pro Jahr. Die Anschaffung eines weiteren E-Mobils zum Vermieten ist in Erwägung gezogen.

Hjr, 18. September 2020, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu unter www.jb-spo.de

2016     Sept. 1             Erste Öffentliche Elektro-Ladestation in St. Peter-Ording

2020     Febr.                Nachhaltigkeit im Fokus von Tourismus- und Umwelt-Ausschuss

FDP-Fraktion St. Peter-Ording gibt 500 € an den Westküstenpark

 

„Gäste aus der Anfangszeit kommen heute noch“, so Betreiber Peter Marke

Die Gemeindevertreterin Christiane Schallich und das bürgerliche Mitglied Dr. Andreas Voß statteten dem Westküstenpark einen Extrabesuch ab. „Mit den vier Kindern sind wir in dieser schönen Einrichtung immer wieder gerne zu Gast“, sagte der Familienvater, und sie ergänzte: „Der Westküstenpark ist ein Aushängeschild für St. Peter-Ording.“ Sie waren aber im Auftrage der Fraktion der FDP in der Gemeindevertretung und in gemeindlichen Ausschüssen gekommen und hatten einen symbolischen Scheck über 500 € dabei. Die wurden im Schildkrötengehege direkt an Inhaber Peter Marke übergeben. Der Betrag ist aus anonymen Spendengeldern an die FDP-Fraktion zusammengekommen. Statt mit den Mitgliedern der Fraktion Essen zu gehen oder sie an die Parteikasse weiterzugeben, hatte man sich für eine Übergabe an den Westküstenpark geeinigt.

Sichtlich erfreut dankte Peter Marke auch im Namen der 18 Vollzeitkräfte und der über 800 Tiere in diesem Haus- und Wildtierpark. Dazu kommen noch die „echten“ Wildtiere. Die wissen nämlich, dass sich hier schnell eine Extraportion holen lässt.- Spenden sind immer herzlich willkommen, besonders aber in diesem von der Corona-Pandemie gekennzeichneten Jahr. Dankbar ist Marke für jeden Besucher. „Jede Anerkennung unserer Arbeit tut gut.“ Wohltuend für ihn ist, dass „Gäste der allerersten Stunde immer noch wiederkommen.“ Auch auf sein Mitarbeiterteam ist Verlass. Das gilt besonders für die Wintermonate mit Kurzarbeit. Die Tiere müssen schließlich das ganze Jahr versorgt werden. Der Westküstenpark ist übrigens als „Bildungseinrichtung für Nachhaltigkeit“ zertifiziert.

 

Warum man sich für die Übergabe im Schildkrötengehege entschieden hatte, wurde schnell klar. Zwei Geschwisterkinder aus Friedrichstadt waren in der Nähe und durften mit hinein. Das Schildkrötenmännchen war keineswegs zurückhaltend, als ihm die Achtjährige das Futter reichte. So langsam war das Männchen da auch nicht. Aber Tierpfleger Toni Thurm hatte noch eine Menge mehr an Informationen auf Lager. Diese Schildkröte war eine Spornschildkröte und ist die drittgrößte unter den Landtierschildkröten. Er machte anhand einer Pantherschildköte und Griechischen Landschildkröten auf Unterschiede des Rückenschildes aufmerksam. Für den Laien sind sie meistens unscheinbar, aber wenn man dann erst einmal in die Geheimnisse eingeweiht worden ist, staunt man umso mehr. Wer weiß denn außerdem schon, dass es 341 Schildkrötenarten mit über 200 Unterarten gibt und 60 Prozent als gefährdet gelten? Oder dass die Schildkröten einmalig gut hören können und sich bei der Paarung vieles zu erzählen haben? So wurde schließlich aus der angedachten kurzen Spendenübergabe zusätzlich eine unterhaltsame und interessante Lehrstunde über Schildkröten.

Hjr, 18. September 2020, HN und www.jb-spo.de

Siehe auch unter www.jb-spo.de 2020 März/April bzw. Plattdeutsch 4: „Düchti Hölp för den Westküstenpark in St. Peter-Ording“