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St. Peter-Ording und seine Einwohner- und Gästezahlen

 

Eine Berechnung aufgrund statistischer Unterlagen zu Himmelfahrt 2020

Die Corona-Krise machte es offenbar: Irgendetwas kann an den Veröffentlichungen von Zahlen in den Medien nicht stimmen. Mal wird von 5.000 Zweitwohnungsbesitzern gesprochen, ein andermal sind es 3.000. Bei Tagesgästen kursieren Zahlen von 20.000 und sogar 40.000.

In der Ausgabe der Husumer Nachrichten vom 22. Mai 2020 Ausgabe Nr. 118, einen Tag nach Himmelfahrt mit den Sperrungen für Tagestouristen außerhalb Nordfrieslands – wegen Corona und der verordneten Abstandsregeln – war im Artikel auf HN Seite 5 Schleswig-Holstein / Hamburg unter der Überschrift „Friedlicher Feiertag – Sperrungen und Zugangskontrollen wirken: An den Nordsee-Stränden bleiben Tagestouristen draußen / Keine Zwischenfälle im Norden“ u.a. für St. Peter-Ording dieses zu lesen:

„In normalen Zeiten werden in dem Nordseebad zu 4000 Einwohnern, 3000 Zweitwohnungsbesitzern und 13.500 Urlaubern noch einmal rund 40.000 Tagesausflügler gezählt, wie Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen sagt.“

 

RECHNERISCHE ÜBERLEGUNGEN ZU TAGESGÄSTEZAHLEN

Das war wohl schnell herausposaunt: 40 000 Tagesgäste. So wie es geäußert wurde, sind es jeden Tag 40 000. Das kann wohl nicht stimmen!

40 000 mal nur 100 Tage = 4 Millionen Tagesgäste.- Von der Tourismus-Zentrale wurden in den letzten Jahren im Schnitt je 500.000 Tagesurlauber gezählt.

 

Selbst wenn sich 3 Millionen an den Kassiererhäuschen vorbeischmuggeln, sind es immer noch eine halbe Million mehr als die 500 000, die bezahlt haben und im ganzen Jahr gezählt wurden.

 

BERECHNUNGEN ZU DEN EINWOHNERZAHLEN VON ST. PETER-ORDING

Für die Erstellung des Wohnungsmarktkonzeptes für St. Peter-Ording und Tating von GEWOS (2020) wurden folgende Statistikzahlen von 2018 zugrunde gelegt:

4300 Wohneinheiten (WE) befinden sich am Ort St. Peter-Ording. Bei dieser Zahl ist zu berücksichtigen, dass hier solche Wohneinheiten, die dauerhaft gewerblich zum Ferienwohnen vermietet werden, nicht mitzählen. Erkennbar sind sie im Ortsbild an den entsprechenden Hinweisschildern am Grundstück.

Wohneinheit (Wohnung)

Unter einer Wohneinheit (Wohnung) sind nach außen abgeschlossene, zu Wohnzwecken bestimmte, in der Regel zusammenliegende Räume in Wohngebäuden und sonstigen Gebäuden mit Wohnraum zu verstehen, die die Führung eines eigenen Haushalts ermöglichen.

Sie sollen einen eigenen Eingang unmittelbar vom Treppenhaus oder von einem Vorraum oder von außen aufweisen. Hierbei ist es gleichgültig, ob in dieser Wohneinheit ein oder mehrere Haushalte untergebracht sind oder ob die Wohneinheit leer steht bzw. eine Freizeitwohneinheit ist. Es ist auch möglich, dass sich eine Arbeitsstätte in der Wohneinheit befindet.

Von diesen Wohneinheiten befinden sich in St. Peter-Ording in

Nichtwohngebäuden                       06 %                             258

Mehrfamilienhäusern                      37 %                           1591

Zweifamilienhäusern                       16 %                             688

Einfamilienhäusern                         41 %                           1763

                                                          100 %                         4300

 

Festgestellt worden ist, dass 56 % der 4300 WE zum Dauerwohnen genutzt werden. Das sind rund 2400 WE.

Damit verbleiben 1900 WE zur zeitweiligen Wohnnutzung (Zweitwohnung).

Rund 4000 Einwohner gelten als Dauerwohner. 1600 davon sind Menschen ab 60 Jahre.

Im Schnitt ergibt sich eine Anzahl von 4000 geteilt durch 2400 gleich 1,67 Menschen pro Haushalt.

Wird diese Haushaltsanzahl 1,67 auf die Zweitwohnungsbesitzer übertragen, bedeutete das bei Anwesenheit zusätzlich 3170 Menschen am Ort. Die Einwohneranzahl betrüge dann rund 7200. Dazu kommen dann die Gäste, die in den WE in zusätzlichen 15 000 Betten übernachten.

Wenn man allerdings statt 1,67 den Faktor 3,0 wählt, wären es insgesamt 5100 Zweitwohnungsnutzer. Davon darf man durchaus ausgehen, also etwa 2000 mehr.

 

BERECHNUNGEN FÜR BESUCHERZAHLEN AN HIMMELFAHRT 2020

Laut Angaben der TZ gibt es zusätzlich 17.000 Betten.

Etwa 1000 entfallen auf die Kliniken.

Für Camping nehme man bei 1000 Plätzen eine Anzahl von 2000 Übernachtern an (jeweils 2 Personen pro Fahrzeug). Bei Camping gehe man aber von Halbjahresbelegung aus, so dass nur mit 1000 zu rechnen wäre.

 

Für HIMMELFAHRT wurde davon ausgegangen, dass die Kliniken nicht belegt sind und die Campingplätze wegen der Hygienevorgaben nur geringfügig genutzt werden.

 

Damit verblieben maximal zusätzlich 15.000 Betten am Ort.

Die errechnete Belegung lässt 90%ige Auslastung erwarten, also 13.500 belegte Betten über das Himmelfahrtswochenende.

Davon ausgehend, dass alle Einwohner (4.000), alle Zweitwohnungsmenschen (3.170) vor Ort und alle vorgesehenen Betten zu 90% (13.500) belegt sind, beliefe sich die Zahl der am Ort anwesenden Menschen auf rund 20.700 Menschen.- Tagesurlauber sind ja wegen Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften nicht zugelassen.

Anzunehmen aber ist, dass weder alle Dauerwohner noch Zweitwohnungsbesitzer vor Ort waren. Ob die 90%ige Auslastung erreicht worden ist, ergeben dann die tatsächlich ermittelten Zahlen.

Zur Klarstellung: Die Maßnahmen zur Begrenzung der Besucherzahlen an den Wochenenden „Himmelfahrt“ und „Pfingsten“ macht Sinn.

 

Hans Jörg Rickert, 21. Mai 2020, www.jb-spo.de

Himmelfahrt 2020 – nach dem Lockdown wegen „Corona“ ein Anfang

 

…. aber kein Veranstaltungsmarathon in St. Peter-Ording

St. Peter-Ording erlebte einen Ansturm von Gästen. Aber es blieb „friedlich“, konstatierte man von verantwortlicher Seite am Tag danach. Tagesurlaubern war die „Einreise“ in den Badeort bis auf diejenigen verwehrt, die im Kreis Nordfriesland wohnen. Kontrollen sorgten dafür und deutliche Hinweise an verschiedenen Stellen auch sonst für angemessenes Verhalten in dieser immer noch vom „Corona-Virus“ bestimmten Zeit. Die Auslastung in den Beherbergungsstätten soll bei 90 % gelegen haben. Der Ort war voll, aber es war nicht wie sonst, irgendwie anders!

Als Veranstaltung – wenn es denn so bezeichnet werden soll – gab es in der St. Peter-Kirche seit dem 14. März zum ersten Mal wieder einen Gottesdienst. Wegen der Hygienevorschriften durften aber nicht mehr als zwanzig Gottesdienstbesucher zugelassen werden. Deshalb wurden zwei Gottesdiensttermine angeboten. Zum ersten waren es 18, zum zweiten dann nur 8, die sich über dieses Angebot erfreuten. Pastorin i.R. Gisela Mester-Römmer und Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen gestalteten diesen ev.-luth. Gottesdienst ohne Gemeindegesang anhand der Liturgie mit dem Choral „Gen Himmel aufgefahren ist“. Es sei ein „sehr selbstbewusstes Lied“, wurde den jeweils Versammelten durch Predigtwort und Orgelmusik bewusst germacht.-

Wenn auch eingeschränkt, sind kirchliche Veranstaltungen wieder möglich:

Ab Mittwoch, 27. Mai erklingt nun um 10 Uhr regelmäßig für eine halbe Stunde wie in den Jahren zuvor Orgelmusik zur Marktzeit und an Pfingsten gibt es nicht nur regulär – abgesehen von den vorgegebenen Einschränkungen – Gottesdienste und am Pfingstsonntag, 31. Mai  abends ab 20 Uhr, wie im Veranstaltungsverzeichnis „Musik in der Kirche 2020“ angekündigt - das Konzert „Pfingstliche Musik für Bariton und Orgel  mit Sönke Tams-Freier und Christoph Jensen. Es wird damit zugleich in diesem Jahr das Eröffnungskonzert für diese Musikreihe. Acht Musikveranstaltungen haben nicht stattfinden können.

Aber sonst gab es keine Veranstaltungen an Himmelfahrt: Keine Kunsthandwerker auf dem Marktplatz, kein Schinkenbrotessen des Ortsvereins der SPD wie seit über 30 Jahren, kein Kulturhimmel seit über einem Jahrzehnt oder sonst eine der Veranstaltungen der Tourismus-Zentrale. Aber sie hatte einen kleinen Teilabschnitt der neuen Promenade – „Seeadler“ – bereits zum Kennenlernen freigegeben. Was für eine gute Idee!!! – Und das wurde sehr gut angenommen.

 

Aber die Gäste vor Ort hatten vor allem eines gewollt: Die Nordsee in ihrer Variationsbreite mit Strand, Dünen, Sand, Salzwiesen, Wäldern, Deichen und Meer sowie der besonderen Weite, wie sie eben St. Peter-Ording zu bieten hat, mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Bauausschuss stellt Weichen für die Kliniken am Wohldweg

 

Seit 1995 prägen die Reha-Klinik Nordfriesland von der Gruppe der Hamm-Kliniken und die BG Nordsee Reha-Klinik, eine echte Tochter des BG Klinikums Hamburg - zunächst unter anderem Namen - das Bild des etwa acht Hektar großen Geländes des B-Plan 43b am Wohldweg westlich vom Westküstenpark. Der Haustierpark existiert bereits seit 1992, und sein Gebiet umfasst etwa 14,5 Hektar. Der Klinikbereich präsentiert sich mit größtenteils viergeschossigen Gebäuden in einer parkähnlichen Landschaft, jeweils am westlichen Rande zu dem Wohngebiet Amtmann-Dircks-Straße abgeschirmt. In diese fügen sich ihre Gebäudeflächen zuzüglich der Terrassen und den jeweils ebenerdigen durch Grünanlagen unterteilten Stellplatzflächen von je 7500 m² ein. Im Bebauungsplan sind derzeit je Klinik 5300 m² Grundfläche als überbaubare Fläche zulässig.

Seitens der onkologisch ausgerichteten Hamm-Klinik im südlichen Teil wird eine größere bauliche Erweiterung angestrebt, um einen zeitgemäßen Kurbetrieb zu gewährleisten. Geplant sind die Schaffung eines Fitnessraumes und mittelfristig erforderliche Aufenthaltsmöglichkeiten für die Belegschaft sowie großzügigere Behandlungsräume. Die vorhandenen Gebäude-Flächen geben das nicht mehr her. Da keine Vorgaben gemäß Baunutzungsverordnung und  Baugesetzbuch entgegenstehen, kann die 4. Änderung des B-Plan Nr. 43 b im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. Damit hatte sich der Bauausschuss zu befassen.

Die Sache war unstrittig. Das kommt weniger häufig vor. Aber in diesem Fall nutzte der Bauausschuss seine Möglichkeiten zugunsten der planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Erweiterung und so auch den Erhalt der Reha-Kliniken. Bodo Laubenstein (CDU), brachte den Gedanken ein, beide hinsichtlich der Möglichkeiten gleich zu behandeln. Das war aufgrund der tatsächlichen Gegebenheiten in der Vorlage so nicht geschehen. Man verständigte sich für die Kliniken auf eine Erweiterung der bebaubaren Grundfläche von nun je 6600 m² und eine Überschreitung bis 150 % für ruhenden Verkehr und verkehrliche Erschließung. Bemessen auf die Gesamtfläche sind das dann insgesamt 3,3 Hektar. Der Beschluss fiel einstimmig. Die Gemeinde kann damit ihrer Funktion als qualitativ hochwertiger Kurort ab nun noch besser gerecht werden. Für die Geschäftsleitung der Kliniken sind das signalgebende Optionen, die zukunftsgerichtet genutzt werden können und auch gestalterische Möglichkeiten eröffnen.

 

Für den B-Plan 83 – Indoor Spiel- und Freizeithalle am Medfeldweg – ist die Information und damit die frühzeitige öffentliche Beteiligung auf Montag, 13. Juli 2020 terminiert, teilte Jacqueline Peters vom Amt Eiderstedt mit. Sie richtete zugleich an die Mitglieder des Bauausschusses die Frage, wie im Rahmen der Städtebauförderung hinsichtlich der verpflichtenden Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Krise verfahren werden könne. Nach der ersten Beteiligungsrunde für die Einwohnerschaft im November hätte im März die zweite stattfinden sollen. Der Ausschuss will zur nächsten Sitzung Möglichkeiten vorstellen, die eine sinnvolle Bürgerbeteiligung eröffnen.

Hjr, 27. Mai 2020, HN und www.jb-spo.de

Abstimmungsergebnis des Bauausschusses lässt aufhorchen

 

Wegen der Golfplatzerweiterung einschließlich Golfhotel kann es noch spannend werden

Für den 9. Juni ist die Sitzung der Gemeindevertretung anberaumt.

 

Allein wegen der Vorstellung des Wohnungsmarktkonzeptes (wir berichteten) war das Interesse größer gewesen, als Plätze zur Verfügung gestellt werden konnten. Da die Beteiligung aller möglichen Fragestellenden nicht gewährleistet werden könne, soll die Möglichkeit schriftlich formulierter Fragen geklärt werden, so Balsmeier..- Wenn auch zurückhaltend, mangelte es nicht an Fragestelllern.

 

  • Für den seit Jahren anstehenden B-Plan Nr.1 im Bad – Kieferneck bis Möwensteg - könnte es eine mittelfristige Lösung geben. Balsmeier zeigte sich nach einem Gespräch in Sachen Hochwasserschutz „verhalten optimistisch“. Wegen der Beschlussfassungen zum Waldabstand hatte es bereits vorher Verzögerungen gegeben. Dann kam wegen der Überflutungsgefahr die Gesetzeslage als nächster Bremser dazu. Evtl. könnte über Sommer eine erneute Auslegung erfolgen. Schnelle Lösungen aber sind nicht in Sicht.
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  • Bezüglich des B-Planes Nr. 32 in Ording müsse man sich aller Voraussicht nach selber mit einem Hochwasserschutzkonzept beschäftigen.

Der Bürgermeister gab bekannt:

  • Seit der letzten Sitzung im Februar hat am Bahnhof Süd eine Müllräumung stattgefunden.
  • Die Sanierung des Karpfenteichs in Böhl ist erfolgt.
  • Geräumt worden ist die Entwässerung an der L 33 (Wittendün).
  • Kleine Reparaturen hat es an den Straßenklinkern im Dorf gegeben wie auch am Regionaldeich von „Goldener Schlüssel“ bis Buhne.

Einstimmig empfahl der Bauausschuss der Gemeindevertretung die Annahme des durch Planer Sven Methner vorgestellten Vorentwurfs für eine Indoor-Spiel- und Freizeithalle (vorhabenbezogener B-Plan 83). Vorgesehen ist sie auf dem an Entwässerungsgräben bereits abgesteckten Grundstück zwischen Medfeldweg und Bövergeest Nr. 92-94. U.a. sind eine Rollschuh- und Bowling-Bahn sowie außen eine Wasserrutsche und 200 Stellplätze vorgesehen. Die Halle mute bei einer Firsthöhe von 6,50 m eher gewerblich an. Bedarfsgastronomie und Betreiberwohnung sind eingeplant. Die frühzeitige öffentliche Beteiligung stünde nun an.

Bei der 19. Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich des Golfplatzes entlang des Eiderweges nördlich und westlich des Deiches, östlich der geschlossenen Ortschaft und südlich des Süderhöfter Weges enthielten sich alle drei Mitglieder der CDU-Fraktion. Die Vier der anderen Fraktionen stimmten zu. Eine Aussprache erfolgte so gut wie nicht. Es sei schon oft darüber gesprochen worden (Anm. der Redaktion: Erstmals und zuletzt öffentlich im Mai 2018, ansonsten nichtöffentlich). Den Vorsitz übernahm Andreas Mietz (AWG) für Kurt Kahlke (SPD), der sich wegen möglicher Befangenheit als Vorstandsmitglied des Nordsee-Golfclubs St. Peter-Ording durch Werner Bruhn (SPD) vertreten ließ.- Geplant sind eine Erweiterung der 9-Loch auf eine 18-Loch Anlage mit den erforderlichen Nebengebäuden sowie eine Hotelanlage mit angeschlossenen Ferienwohnungen und Dauerwohnungen.

Für das Gebiet B-Plan Nr. 29 beidseitig der Böhler Landstraße und der Straßen Ferieneck, Zum Leuchtturm, Bi de Baak sowie östlich Kuhsteig und westlich des Wiesenweges steht die 2. Änderung an. Zwecks Steuerung der städtebaulichen Gesamtsituation – hier Dauerwohnen mit integriertem Ferienwohnen sowie der Fremdenbeherbergung – sollen diese Planungsziele verfolgt werden: Herstellung der städtebaulichen Ordnung im Hinblick auf die Anzahl der Wohnungen je Wohngebäude, die Überprüfung der zulässigen GRZ und ein Entgegenwirken einer übermäßigen Zunahme an Zweitwohnungen. Fragen des Waldabstandes und Anzahl der Wohnungen - in einigen Gebäuden dann bis zu sechs möglich – spielten in der Erörterung eine zusätzliche Rolle. Bei zwei Nein-Stimmen der CDU wurde letztlich der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst.

Das Fassen des Satzungsbeschlusses für die 4. Änderung des B-Plans Nr. 21 in Sachen „Gemeinbedarfsfläche Feuerwehr und Polizei“ Heedweg 20 war wie erwartet ein Selbstgänger. Die öffentliche Auslegung hatte keine inhaltlichen Korrekturen erforderlich gemacht.

Hans Jörg Rickert, 18. Mai 2020, HN und www.jb-spo.de

SIEHE unter www.jb-spo.de ausführlichere Informationen zur Erweiterung des Golfplatzes

2018 Mai 2         Touristische Zukunftsprojekte auf den Weg gebracht

Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack besuchte St. Peter-Ording

 

Erst seit kurzem im Amt, war Innenministerin Sabine-Sütterlin Waack vor Ort in St. Peter-Ording. Vorher war sie Justizministerin gewesen. Sie hatte den Posten von Hans-Joachim Grote übernommen, der die Schleswig-Holsteinische Regierungsmannschaft im Kabinett Günther wegen „Unregelmäßigkeiten im Amt“ in Sachen Umgang mit Presse und Gewerkschaft in einer bestimmten Angelegenheit hatte verlassen müssen.

 

Zweierlei Grund hatte sie zum Kommen: Einerseits waren es die Einschränkungen im Tourismus durch die Corona-Krise, andererseits auch die Arbeitsbedingungen der Polizei am Ort in ihrem doch recht alten Dienstgebäude im Deichgrafenweg.

Deswegen fand sie sich dort am Himmelfahrtstag direkt zu einem Gespräch mit Frank Brüchmann, Dienststellenleiter der Polizeistelle in St. Peter-Ording, und Thomas Jacobsen, Leiter des Bezirksreviers Husum, ein. Im Beisein von Bürgermeister Rainer Balsmeier und Amtsdirektor Herbert Lorenzen kamen hinsichtlich der Vorstellungen für eine neue Wache, die voraussichtlich am Heedweg in Nachbarschaft zur Feuerwehr errichtet werden soll, „gute Vorschläge auf den Tisch“. Das berichtete Thomas Jacobsen anschließend. Die Ministerin selbst stellte fest: „Es ist ganz gemütlich da drinnen, aber nicht mehr zeitgemäß.“ (laut Bericht in den Husumer Nachrichten, 22. Mai 2020)

Vorher hatte sie sich bereits an der Kontrollstelle von dem Sinn und auch Erfolg bezüglich der Überprüfung des Einreiseverkehrs nach St. Peter-Ording bei der Abzweigung des Eiderweges von der L 33 (geht später über in die Wittendüner Allee) überzeugt. Im Zuge der Erwartung eines zu großen Gästeaufkommens im Badeort nach den Lockerungen war Tagestouristen außerhalb des Kreises Nordfrieslands und solchen, die kein aktuelles Urlaubsquartier nachweisen konnten, der Besuch des Ortes und seiner Strände nicht gestattet.

Mit dem Bezirksrevier Husum der Polizei und ihren Kräften wirken bei der Durchführung Amt Eiderstedt und Kreis Nordfriesland mit ihr zusammen. Die Polizei stoppte und regelte den Verkehr. Kräfte des Amtes Eiderstedt übernahmen die Kontrollen bezüglich der Erlaubnis zum Anfahren des Ortes. Das gilt ebenso für das Pfingstwochenende. Einen weiteren festen Kontrollpunkt gibt es auf der B 202 bei Esing. An den Strandübergängen wurde seitens der TZ in der Regel mit doppelter Besetzung kontrolliert, u.a. auch mit Unterstützung von Polizeikräften.

 

Bis auf teilweise auch größeren Erörterungsbedarf mit einigen Gästen war alles normal. Das Geschehen an den Stränden war gut überschaubar. In Ording waren die Parkmöglichkeiten auf den Abschnitt vor den Dünen begrenzt bzw. dem Bereich beim Fußgängersteg Ording Nord. Der Weg zum Flutsaum verlängerte sich dadurch erheblich. Aber ein Festfahren im lockeren Sand wurde so auch verhindert.

Hjr, 23. Mai 2020, www.jb-spo.de

Für den Ü 60-Beirat: Barbara Kirchner wurde einstimmig zur Vorsitzenden gewählt

 

Es hat wegen der Einschränkungen durch die Corona-Krise länger gedauert, aber nun hat der Ü 60-Beirat am 20. Mai auf der konstituierenden Sitzung per Wahl die Verteilung der Ämter bestimmt. Barbara Kirchner übernimmt den Vorsitz, ihr Stellvertreter ist Jürgen Timmann. Christian Berger ist Schriftführer, Karsten Tennenbaum ist für die Kasse zuständig. Beisitzer sind Hans Halket Kraus, Melvyn Little und Erwin Wendt. Die Wahlen erfolgten alle einstimmig bei eigener Enthaltung. Der Ü 60-Beirat war am 11. März von 89 Senior*innen der Gemeinde St. Peter-Ording gewählt worden.

Hier die am 13. März anwesenden und gewählten Mitglieder des Ü-60 Beirates.

1. Vors. Barbara Kirchner, 3. von links       2. Vors. Jürgen Timmann, 1. von links

 

Bürgermeister Rainer Balsmeier hatte die Sitzung eröffnet. Er wurde mit der Durchführung der Wahlen betraut. Einleitend machte er auf durch die Satzung gegebene Formalien aufmerksam und erläuterte in Kürze die Aufgaben für den Ü 60-Beirat.

Dieses Gremium sei unabhängig und habe die Wahrnehmung der Interessen der älteren Generation zur Aufgabe. Seitens der Gemeinde sei der Beirat über alle die Senior*innen betreffenden Angelegenheiten zu informieren.- In St. Peter-Ording sind mit Hauptwohnsitz ca. 1600 Einwohner ab 60 Jahre ansässig.- Seitens des Amtes Eiderstedt werden dem Vorstand die Einladungen zu den Sitzungen der Ausschüsse sowie der Gemeindevertretung mit den zugehörigen Vorlagen übersandt.

Die Vorsitzende bzw. an ihrer Stelle Mitglieder des Vorstandes – sind zur Teilnahme an den öffentlichen Teilen der Sitzungen berechtigt. Sie haben dort Rede- und Antragsrecht, sind aber nicht stimmberechtigt. Der Ü 60-Beirat berät und informiert, kann Öffentlichkeitsarbeit machen und Sprechstunden durchführen. Er erhalte ein Budget, das im Haushaltsplan der Gemeinde ausgewiesen ist.

 

Sven Jacobsen, Leiter des Fachbereiches I „Bürgerdienste und Ordnung“ beim Amt Eiderstedt, gab für die Zusammenarbeit noch einige Hinweise. Unter anderem machte er für die Tagesordnung der ersten Vorstandssitzung auf die Existenz des Kreisseniorenbeirates und eines möglichen Beitritts zu diesem aufmerksam. Auch Formalien wegen der zustehenden Aufwandsentschädigung seien zu regeln. Der Austausch von Daten wird über ihn erfolgen. Einladungen und Protokolle werden über das Amt verteilt.

Hjr, 21. Mai 2020, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu unter www.jb-spo.de

Januar 2019        St. Peter-Ording möchte einen Seniorenrat ins Leben rufen

Mai 2019             Sozialausschuss beriet Satzung über die Bildung eines „Ü 60-Beirates“

Juni 2019             Gemeindevertretung arbeitete Tagesordnung fast zügig ab

März 2020           Der Ü 60-Beirat für St. Peter-Ording ist gewählt

Wohnungsmarktkonzept wurde im Bauausschuss vorgestellt

 

Richtungweisende Handlungsempfehlungen für St. Peter-Ording und Tating

 

Die 24. Sitzung des Bauausschusses war nach dem durch das Corana-Virus seit Mitte März bedingten Stopp der Auftakt für einen schon gewichtigen Neustart dieses Gremiums der Gemeinde St. Peter-Ording. Mit dem Ergebnisbericht 2020 für ein Wohnungsmarktkonzept für St. Peter-Ording und Tating lag den Kommunalpolitikern ein inhaltsschweres Papier vor. Es war von der Gemeinde bei GEWOS - Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH - in Auftrag gegeben worden.

Auf 85 Seiten werden zunächst ausführlich Rahmenbedingungen von Arbeiten und Wohnen an einem Tourismusort, Bevölkerungsentwicklung und -struktur dargestellt. Aus der sich anschließenden Wohnungsmarkt- und Bevölkerungsprognose bis 2035 werden danach anhand der zusammenfassenden Gesamtbetrachtung eine Reihe von Handlungszielen und -optionen für die kommunalpolitische Arbeit zum Themenkomplex „Wohnungsmarkt“ in St. Peter-Ording und Tating formuliert.

Fabian Maaß von GEWOS erläuterte das Wohnungsmarktkonzept anhand von bestimmten Themenbereichen und zugehörigen Tabellen. Die Komplexität der Materie wurde allen – auch den nur 16 Bürgerinnen und Bürgern, die der Sitzung dieses Mal bei Berücksichtigung der Hygienevorschriften beiwohnen durften – mehr als bewusst.

Ausschussvorsitzender Kurt Kahlke (SPD) formulierte anschließend knapp: „Das bedeutet die Schaffung von 500 Dauerwohnungen bis 2035.“

Dies letztlich in seiner Bedeutung für die Kommunalpolitik zu verstehen, macht ein sehr gründliches Studium des Papiers erforderlich. Nur einige der von Maaß gegebenen Fakten (Zahlen aus dem Jahr 2018) vermochten das für den Nichteingeweihten ansatzweise zu erhellen:

  • In St. Peter-Ording stammen fast die Hälfte (46%) der Wohnungen im heutigen Wohnbestand aus der Zeit von 1949 bis 1978, in Tating ist es nahezu jede dritte (29%). Das bedeutet einen hohen Sanierungsbedarf.
  • In den Jahren 2001 bis 2008 war die Bautätigkeit gering.
  • Ab dem Jahr 2009 errichtete Wohnungen haben im Badeort einen Anteil von 17% und in Tating von 12% gegenüber 6% im Land

Von den 4295 Wohneinheiten  in SPO werden 56%, das sind 2405, von 3992 Einwohnern genutzt.

In Tating werden von 709 Wohneinheiten 75%, das sind 532, zum Dauerwohnen von 990 Einwohnern genutzt.

 

Für die Zeit bis 2035 wird mit einer Zunahme der Haushalte zwischen 26 bis 165 bzw. von 32 bis 42 gerechnet. Preisgünstiger Bedarf für Dauerwohnen besteht vor allem für die Altersgruppen 30 bis 50 sowie 80 und älter. Singlehaushalte nähmen zu.

Die Wohnzufriedenheit in St. Peter-Ording und Tating ist hoch. Das gilt aber auch für Angebotsmieten und Kaufpreise von Immobilien. Nur 30 Wohnungen am Ort sind sozial gefördert. Für Arbeitskräfte sei Wohnen am Ort in vielen Fällen nicht bezahlbar. Daher rühre auch die hohe Pendlerquote. Der Wohnungsmarkt ist angespannt. Das auch wegen der Nutzung für touristische Zwecke geringere Angebot an Dauerwohnraum beeinträchtige Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsmarkt und Daseinsvorsorge. Familienhaushalte könnten zum Wachstum der Gemeinden beitragen, wenn sie Zugang zu bedarfsgerechtem Wohnraum erhielten.- Bis 2035 liege der Neubaubedarf zwischen 1060 bis 1200 Wohneinheiten. Mindestens vier Fünftel davon würden als Ersatzbedarf für abgehende Wohnungen benötigt.

An Handlungszielen und -optionen nannte Maaß dann als Präferenzen Ein/Zweifamilien- und Mehrfamilienhaussegmente, dazu auch besondere Wohnformen. Die Sicherung von Dauerwohnen sei vorrangig. Neben der Schaffung von Modellen für Einheimische zum Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern - bevorzugte Wohnform - sei die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft in Kooperation mit anderen Gemeinden auch eine Option. Die Verwirklichung sei allerdings aufwendig. Anwendungen des Baurechtes und auch Anpassungen machten es Kommunen in Deutschland nicht gerade leicht. Das müsse man selber in die Hand nehmen. Der Markt werde es nicht regeln.

In der anschließend kurzen Erörterung bilanzierte Bürgermeister Rainer Balsmeier deutlich: „Da kommt Arbeit auf uns zu.“ Er hatte vorher auf die in den Bebauungsplänen vorzunehmende Blickrichtung in die Zukunft hingewiesen. Bei der Eigenvermarktung von Grundstücken seien verfolgte Absichten auch „schärfer“ zu formulieren. Bei der Abfassung des künftigen B-Plan 77 im Ortsteil Böhl seien entsprechende Sicherungen vorzunehmen.- Wie schwierig das mit der Gründung eines Wohnungsunternehmens sein werde, verhehlte er nicht. Er erinnerte auch, dass die Gemeindevertretung bisher dem „Markt“ vertraut habe.- Torsten Malorny (CDU) wirkte sehr nachdenklich, als er für sich auf der Grundlage des vorgeschlagenen Wohnungsmarktkonzeptes die Aufgabe der Entwicklung von Ideen resümierte.

 

Der Empfehlungsbeschluss des Bauausschusses für die Annahme des Konzeptes durch die Gemeindevertretung erfolgte einstimmig. Das war deutlich aber auch unumgänglich, weil im Rahmen der Städtebauförderung ein solches Konzept zwingend erforderlich ist, wenn sozialgeförderter Wohnungsbau und preisgünstiges Wohnen wie auch Personalwohnungsbau beabsichtigt sind.- Die Tatinger Gemeindevertretung müsse dem Beschluss dann noch folgen, um das Papier dem Innenministerium zur Genehmigung vorlegen zu können.

Hjr, 14. Mai 2020, HN und www.jb-spo.de

Kirche in Corona-Zeiten: Am Sonntag Kantate gab es wieder Gottesdienst auf Eiderstedt

 

Pastor Ralf-Thomas Knippenberg und Kirchengemeinderätin Britta Eggers vom Heverbund begrüßten die Kirchenbesucher bereits vor dem Südportal der Kirche St. Christian zum nachmittäglichen Zentralgottesdienst um 17 Uhr am Sonntag Kantate.

Bereits am Morgen hatte es nach zwei Monaten Zwangspause auf Eiderstedt den ersten Gottesdienst in dieser von der „Corona-Pandemie“ bestimmten Zeit gegeben. Beide Male war die Kirche „voll“. Die gesetzlichen Vorgaben ließen nur 40 Besucher zu. Bei 450 m² und pro Person 10 m² Fläche ist das nicht besser möglich. Die Küsterinnen Karin Hartwig und Karen Vorbau hatten im Kirchenraum für alles gesorgt. Desinfektion der Hände war gewährleistet. Die einzunehmenden Plätze waren mit dem Infoblatt für die kommenden Gottesdiensttermine und dem Gottesdienstblatt für diesen Kantatesonntag kenntlich gemacht. Die Gemeindeglieder wurden namentlich registriert. Diese hatten sich vorgabegemäß bereits vorher rechtzeitig telefonisch angemeldet. Alle hatten ihre Masken dabei.

Kantorin Elisabeth Weisenberger gab diesem Kantate-Sonntag 2020 seinen musikalischen Glanz. Sie hatte mit Chorsängern und Musikerinnen ein Homevideo zu dem Lied von Paul Gerhardt „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ produziert. Dieses sowie zwei weitere Lieder erklangen audiovisuell. Dazu sprach Pastor Knippenberg. Da auf den Gesang der Gemeinde zu verzichten ist, leitete sie die Predigt auf der Orgel mit der Liedmelodie und Variationen dazu ein. So kam das „Singet“ zwar auf eine andere Art, aber doch wunderbar zu seinem Recht.

Auf den Gruß „Der Herr ist auferstanden“ hatte die Gemeinde zu Beginn des Gottesdienstes österlich geantwortet mit „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden“. Ostern hatte es ja keinen Gottesdienst geben können. Wie üblich sprachen sprachen danach im Wechsel Pastor und Gemeinde den Psalm 98 „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Britta Eggers las danach den Text aus der Bergpredigt im Matthäus-Evangelium Kap.6 Verse 24 bis 34. Dort heißt es zum Schluss: „… sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“

Thomas Knippenberg gab in seiner Predigt auch der Freude Ausdruck, die ihn während der Andachten und Treffen von und mit Gemeindegliedern in den vergangenen Wochen beseelt hatte. Die beiden Lieder „Der Mond ist aufgegangen“ und „Geh aus, mein Herz“ hätten ihn durch diese Zeit getragen. Er verdeutlichte, dass Paul Gerhardt sein Lied geschrieben habe, um seiner Frau in der Trauer um das verstorbene Kind Zuversicht zu geben und aus ihrer Verbitterung herauszukommen. Uns lasse das Lied einen Spaziergang durch die Schönheit der Schöpfung als „Gottes Gabe“ zu unserer Freude machen. – Manch einer mag wohl an die Widerwärtigkeiten gedacht haben, die diese „Corona-Krise“ für unseren Alltag bereithält. Bei dem Blühen und Grünen in dieser Zeit könne sie uns aber nicht entmutigen.

 

Es war fast ein Gottesdienst wie sonst. Das „Musikalische“ hatte innerlich stattgefunden. So fühlte man sich nach dem Verlassen durch die Nordtür auch bereichert und eben nicht verlassen.

 

Die nächsten Gottesdienste auf Eiderstedt finden vorerst im Bezirk Mitte jeweils um 11 Uhr statt. Bei Bedarf gibt es in Garding um bereits 9:30 Uhr jeweils einen zweiten Gottesdienst.

 

Die Termine sind

am Sonntag Rogate (17. Mai, P Knippenberg) in St. Christian,

Christi Himmelfahrt (21. Mai, P Reglinski) in Tetenbüll bei Rohde,

am Sonntag Exaudi (24. Mai, P Reglinski) in Grothusenkoog Hof Hach und

am Pfingstsonntag (31. Mai, P Knippenberg) in St. Christian (Plattdeutsch).

Am Pfingstmontag (1. Juni) gibt es in Garding im Pastoratsgarten einen Familiengottesdienst zu Pfingsten.

 

Gottesdienste in den anderen Gemeindebezirken folgen. Voraussetzung dafür ist jedoch seitens der Kirchengemeinderäte die Erstellung von Hygiene-Konzepten und deren erfolgte Genehmigung. Für den Gottesdienst in der St. Peter-Kirche sind nur 20, in der Kirche St. Magnus in Tating 23 Gottesdienstbesucher zugelassen. Jeder Kirchenraum ist entsprechend herzurichten. Das schließt die Markierungen zwecks Einhaltung der Abstandsregeln beim Betreten und beim Verlassen der Kirchen ein.

Hans Jörg Rickert, 10. Mai 2020, www.jb-spo.de , EIDERSTEDT

Christoph Jensen blies zum 7. Mal vom Turm der St. Peter-Kirche

 

Jeden Sonntagabend war seit dem 22. März ein besonderer Klang vom Turm der St. Peter-Kirche ausgegangen. Da hatte Christoph Jensen zum ersten Mal nach dem Glockengeläut um 18 Uhr dort oben auf seiner Trompete gespielt. Jetzt war es bereits der 7. Sonntagabend, an dem eine andachtsähnliche Stimmung die Menschen um die kleine Stöpe des Dorfdeichs bei „Jan un Gret“ vereinte.

Etwa 25 St. Peter-Ordinger hatten sich versammelt, und auch manch Vorbeikommender hielt inne und lauschte dem Klang geistlicher Lieder vom Turm. Die erste Strophe der „Ode an die Freude“ beschloss erneut die kleine feierliche Zusammenkunft. Mit „Nun will der Lenz uns grüßen“ an diesem sonnigen Maiabend war doch auch ein Hoffnungsschimmer dabei: Die strengen wegen der Corona-Pandemie erlassenen Auflagen sehen Lockerungen entgegen. Das leichte Aufatmen war irgendwie spürbar.

Hans Jörg Rickert, HN und www.jb-spo.de

Kirche in Corona-Zeiten: Hoffnungsläuten täglich um 12 Uhr in St. Nikolai in Ording

 

 

Seit nun sechs Wochen hat uns die Corona-Pandemie im Griff. Auch das kirchliche Leben ist zum Erliegen gekommen: Keine Gottesdienste, keine kirchlichen Festlichkeiten, selbst „Ostern“ hat in christlicher Gemeinschaft nicht stattfinden können. Die Kirchenmusik liegt „brach“, die Reihe „Musik in der Kirche“ ist nicht gestartet. Wann das gesellschaftliche und kulturelle Leben wieder richtig starten kann, ist nicht gewiss. Die erlassenen Corona-Regeln bestimmen das Leben.

 

Und doch gab es so kleine Lichtblicke. In Ording ist das Hoffnungsläuten seit Montag, dem 16. März täglich um 12 Uhr vom Turm der kleinen St. Nikolai-Kirche zu hören.- Diakonin Andrea Streubier und ihre Mutter Christa haben sich das zur Aufgabe erkoren. Haben sie einmal wegen anderer Verpflichtungen wirklich keine Zeit, dann sorgen sie für Vertretung. Ihnen ist dieses Hoffnungsläuten eine Herzensangelegenheit. Als Diakonin darf Andrea Streubier auch den Segen erteilen und kurze Andachten abhalten. Sie hat aber auf die Einhaltung der Regeln zu achten: Mindestens 1,5 m Abstand voneinander und seit Mittwoch, 29. April das Tragen einer Schutzmaske zum Abdecken von Mund und Nase.

 

Finn-Lukas Hoppe hatte heute, am Donnerstag, 30. April, Geburtstag. Wie seine Schwester Anina hatte er als Jugendlicher mehrere Jahre Aufgaben im Rahmen der Arbeit der Urlauberseelsorge übernommen und so die Leiterin Andrea Streubier tatkräftig unterstützt. So hatten er und seine Eltern sich direkt für diesen Termin des Hoffnungsläutens für eine Segnung angemeldet. Seine Schwester konnte nicht anwesend sein. Sie hatte ihre Deutsch-Klausur im Rahmen des schriftlichen Abiturs anzufertigen.

 

Gemeinsam versammelten sie sich kurz vor 12 Uhr vor St. Nikolai und betraten dann die Kirche. Finn-Lukas übernahm pünktlich das Läuten. Das geschieht noch wie in alter Zeit per Hand über den Glockenstrang, nicht per Elekronik wie in St. Peter im Dorf. Für ihn und alle Anwesenden gab es nach dem Segen noch je einen großen leckeren Schokoladen-Muffin.

 

Ab 10. Mai könnten Gottesdiensthandlungen evtl. wieder möglich sein, aber nur bei Einhaltung von Schutzmaßnahmen. Das Virus Covid 19 wird unser Leben also weiterhin bestimmen.

Hans Jörg Rickert, 30. April 2020, www.jb-spo.de

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