2021   J U N I

EIDERSTEDT:  Wasserkoog/Tetenbüll – Kunst, Kultur und Historisches

 

„Stahl-Kunst“ achtern Diek in Wasserkoog – Werkschau von Arne Prohn

 

Stahlskulpturen und „Windspiele“ noch bis 15. August 2021 am Wochenende

Als Stahl verarbeitender Kunsthandwerker zeigt Arne Prohn bis zum 15. August am Norderdeich 1 in Wasserkoog jeweils am Wochenende in seiner Werkschau um den alten Gasthof Tetenbüllspieker und in dem Garten hinter ihm freie bewegliche Arbeiten, welche mit dem Wind agieren, und auch solche, die verschiedene Funktionen übernehmen.

Eiderstedt hat eben weit mehr zu bieten als Nordsee mit Dünen, Deichen, Salzwiesen und Strand. Dazu gehört u.a. die besondere Historie dieser Landschaft. Als eine solche war sie bis 1867 direkt dem dänischen König unterstellt. Sie gehörte danach zu „Preußen“, auch in der Weimarer Zeit und danach in der Nazizeit. Nach 1945 wurde Eiderstedt bis 1970 ein eigener Landkreis in Schleswig-Holstein. In den Jahren danach hat sich die einstige politische Landschaft Eiderstedt zu der mit Beginn der Eindeichung seit dem Jahr 1200 Landschaft der Wasserwirtschaft mit Gräben, Sielzügen, Sielen und Pumpwerken sowie Deichen in den letzten 40 Jahren auch zu einer besonderen Kunstlandschaft entwickelt.

Sie passt so recht zu den alten 18 alten Kirchen, den noch existierenden rund 60 alten Haubargen und auch noch vielen alten reetgedeckten Häusern. Dafür steht der 1989 von Künstlern und interessierten Bürgern gegründete Förderverein für Kunst und Kultur mit Sitz in der ehemaligen Kreisstadt Garding. 2019 gehörten ihm in der Gruppe „Kunstklima“ 66 Kunstschaffende an. Zu ihnen gehört auch Arne Prohn, obwohl sich seine Schmiede in Almdorf nördlich von Husum befindet.

Immer wieder stellt der 1968 geborene „Hamburger Jung“ eines Kapitäns auf Eiderstedt aus. 1985 bis 1988 erlernte er das Schmiedehandwerk und studierte u.a. bei Dr. phil. Hans Präffcke 1990 bis 1993 an der „Akademie für gestaltende Handwerke“ in Aachen. 2001 übernahm er die Almdorfer Schmiede. Zu seinen „Zweckbauten“ gehören u.a., die vier „Eiderstedter Fenster“, aber auch das Gewächshaus im Obstgarten „achtern Diek“ in „Wasserkoog“, Norderdeich 1. Dieser gehört zu dem ehemaligen alten Landgasthof mit Durchfahrt „Tetenbüllspieker“. Vom Norderheverkoog herkommend und dann nicht zum kleinen tideabhängigen Hafen Tetenbüllspieker in Richtung Uelvesbüll bzw. Simonsberg mit dem „Roten Haubarg“ abbiegend, sondern die Norderheverkoogstraße weiterfahrend, kommt man rechterhand auf dem alten Seedeich liegend direkt auf ihn zu.

Schon vor Einfahrt in den Tetenbüller Ortsteil Wasserkoog begrüßt ihn davor Arne Prohns „Eiderstedter Stier“, evtl. sogar mit einem „heiseren Brüllen“, wenn der Wind ihn bewegt. Auch für den Autofahrer findet sich ein Parkplatz, evtl. unten beim neuen Siel aus Beton, das vor nicht allzu langer Zeit das alte Sielhaus am Ende des Tetenbüller Sielzuges ersetzt hat. Allein hier schon lohnt sich der Blick in alle Richtungen! - Von dort quert man dann zu Fuß die Straße, erblickt den Zweckbau „Deichzaun“ und auf dem Deich die ersten Windobjekte von Arne Prohn. Der Weg links vom Deich hinunter führt auf einem breiten Stockenstieg direkt in den Obstgarten als zurzeit Ort für Skulpturen und Windobjekte.

Da stehen dann ein „großer Japaner“ oder „ein Vogel“ bzw. ein „Semaphore“, aber auch ein „Wolf“. Beeindruckend wirkt das „kardanische Pendel“. Es gibt auch „zwei Monde“ und sogar eine „Jungfrau“. Dass ihr Rock nun gerade ein alter ausgedienter Besen eines Straßenreinigungsfahrzeuges ist – ist nicht weiter erstaunlich. Arne Prohn gelingt es immer wieder, auch mit den „Titeln“ für seine Stahlskulpturen zu überraschen. „Habe ich doch schon einmal gehört“, denkt dabei manchmal wohl auch der Betrachter. Es lohnt sich schon, das Internet zu bemühen. Dann merkt man, dass hier ein Handwerker tätig gewesen ist, der vielleicht auch Informatiker sein könnte.

Arne Prohn äußert sich selbst so zu seinen Arbeiten: „Meine mobilen Konstruktionen reagieren auf Luftzirkulation und machen die atmosphärischen Strömungen um uns herum sichtbar. Und gerade das bildet den besonderen Reiz der in Stahl geschmiedeten Objekte aus. Mit einfachen mechanischen Funktionen entstehen Windspiele, die wie Vogelschwärme oder Schiffe auf Luftströmungen reagieren und dadurch in drehende oder pendelnde Bewegung versetzt werden. Meine Objekte stehen im ständigen Dialog mit dem Betrachter.“ Für ihn ist deswegen auch die Zusammenarbeit mit dem Menschen und seinem Umfeld wichtig.- Welchen Zweck soll die Arbeit erfüllen, ist das eine, aber wo wird sie platziert bzw. wie tickt mein Auftraggeber, interessiert diesen Stahlkünstler ebenso.

Wenn alles klappt, soll es am 14. August eine Finissage geben.

Hans Jörg Rickert, 13. Juni 2021, www.jb-spo.de

 

Siehe auch unter www.jb-spo.de

2011      Mai        Seewind

2012      Mai        Zehn Jahre Deichgalerie

2013      Juni        Tolle Ausstellung "Marschenland"

2017      Aug.2   Wasserkoog: „Veerhunnert Johr achter Slüüs un Dieken“ - Der Ortsteil der

Gemeinde Tetenbüll feierte sein 400. Bestehen

 

HINTERGRUND zur Ortsgeschichte

Das reetgedeckte Haus wurde einst um 1750 errichtet und diente früher als Zollstation für den Transport von Waren auf die Halligen und von Jungvieh aufs Festland. Damals ragte die Nordsee noch bis vor die Haustür. Alte Zeichnungen zeigen das Haus und die Masten der direkt nebenan auf der anderen Deichseite im Hafen liegenden Schiffe. Der Tetenbüllspieker war bis kurz nach 2000 immer auch Gaststätte. (Entnommen www.tetenbuellspieker.de)

Ministerpräsident Daniel Günther brachte 7,6 Mio € für den FamilienTreff

 

Die Bauarbeiten für das generationsübergreifende Projekt laufen bereits

Die offizielle Übergabe des Zuwendungsbescheides über 7,6 Mio € an die Gemeinde St. Peter-Ording hatte sich Ministerpräsident Daniel Günther selber vorbehalten. Sie erfolgte am 4. Juni nach der Begrüßung durch Bürgervorsteher Boy Jöns und Information über das Projekt einschl. Präsentation durch Dipl.-Ing. (Fachrichtung Bauingenieurwesen) Nils Koch, den technischen Leiter der Tourismus-Zentrale, im Strandgut Resort bei sommerlichstem Wetter direkt vor der Baustelle. Sie schließt direkt an die seit Oktober fertige Naturerlebnispromenade an. Tourismusdirektorin Katharina Schirmbeck und Bürgermeister Jürgen Ritter hießen Daniel Günther ebenfalls herzlich willkommen und luden zum „Spaziergang“ hin zur Baustelle ein. 

Im August 2018 war der Ministerpräsident zum Abschluss seiner Sommertour in Sachen Information und Wissensvermittlung über Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer im Sinne einer Symbiose von Naturschutz und Tourismus zuletzt offiziell in St. Peter-Ording gewesen und hatte nebenbei auf dem Weg vom Nationalparkhaus in der Dünen-Therme über die kulinarische Meile, Buhne und Seebrücke einen Eindruck von den seit 2005 erfolgten und mit Fördergeldern versehenen Investitionen mitnehmen können. Nun konnte er im Rahmen seines Besuches erfahren, wie sich die Promenade vom Dünenhus ab mit Irrgarten, Wasserspielen, Kinderspielplatz und Liegewiese (Promenade Teil I) in Form der Naturerlebnispromenade mit ihren Aktiv-, Ruhe- und Mischbereichen (Promenade Teil II), u.a. versehen mit Fitnessgeräten und mit Erlebnisinseln zu den Big Five (Seehund, Seeadler, Schweinswal, Kegelrobbe und Stör), weiterentwickelt hat und positiv angenommen wird.

 

Daniel Günther schien sich sichtlich wohl zu fühlen im Kreis der Verantwortlichen von Politik und Tourismus in St. Peter-Ording, unter ihnen außer der Presse auch eine große Anzahl von Mitgliedern der Gemeindevertretung. Vor der Bauinformationstafel über das Projekt in einiger Entfernung von dem großen Baukran würdigte er im Rahmen der Übergabe des Zuwendungsbescheides die seitens der Gemeinde St. Peter-Ording getätigten Investitionen: “Ich freue mich, Geld für ein richtig starkes Konzept zu überbringen.“ Katharina Schirmbeck und Jürgen Ritter dankten für die seitens der Landesregierung erfolgte finanzielle Unterstützung, wobei sich der Bürgermeister an diesem Tag gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten als „sichtbares Zeichen von Klammer zwischen Ost- und Westküste“ zu verstehen gab.

HINTERGRUND

Der originale Zuwendungsbescheid mit Datum vom 20. November 2020 über eine Förderung in Höhe von 7,6 Mio € aus dem Landesprogramm Wirtschaft (2014-2020) mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) hat die Projektnummer LPW-G/2.3/73 und trägt den Namen „Serviceeinrichtung für Gäste in St. Peter-Ording – Familientreffpunkt an der Promenade II“. Das Projekt wird die Ortsteile Bad und Dorf seeseitig verbinden. Das auf einer Gesamtfläche von 3600 m² umgesetzte Projekt ist wie die bisherigen Teile fußläufig über den Weg auf der Deichkrone und per Rad über den Deichradweg von Böhl-Süderhöft bis ins Bad und weiter nach Ording bzw. umgekehrt ohne jede Beeinträchtigung durch Kraftfahrzeugverkehr erreichbar.– Das Richtfest ist prognostiziert für September 2021, für die Fertigstellung wird im September 2022 gerechnet.

Der künftige Familientreff an der Promenade ersetzt das Kinderspielhaus in der Dorfstraße und ist zugleich für die in St. Peter-Ording und Umland Wohnenden mitgedacht. Mit dem Bau wird ein für alle Generationen ganzjährig nutzbares Gebäude - mit Fahrstuhl - errichtet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 9,5 Mio €. Wegen steigender Materialpreise muss sich die Gemeinde aber auf höhere Kosten einstellen. Architektonisch wird eine neue Art von Pfahlbau hinter dem Deich entstehen. Bei der Wahl des Hauptbaumaterials wird auf Holz und Glas gesetzt.

Als eine besondere Attraktion entstehen in 14 Meter Höhe neben Gastronomiebereich ein großer Spielekubus mit Erlebniswelten für alle Altersklassen und auch ein Digitallabor. Große Fensterfronten eröffnen Ausblicke auf die Erlebnispromenade, die dem Deich vorgelagerten Salzwiesen, die Dünen und die Nordsee. Die Gesamthöhe beläuft sich auf gut 20 m. Von oben kann man dann auf einer langen Rutsche nach unten gelangen. Um das Gebäude herum entstehen neben Aufenthaltsbereichen zusätzliche Spiel- und Sportanlagen für die ganze Familie. Darunter sind auch Möglichkeiten zum Skaten.

Auf dem Deich werden in naher Zukunft zwei weitere Aussichtsplattformen entstehen, die dann Zugang zu dem seit 2017 angedachten Naturerlebnisraum in den Salzwiesen gewähren. Die Gelder dafür stehen bereit. Eine Aussichtsplattform mit ebenfalls Zugang wird mit dem „Familientreff“ verbunden sein.

Hans Jörg Rickert, 8. Juni 2021, www.jb-spo.de

Siehe dazu auch unter www.jb-spo.de

2017     November         Naturerlebnis vor dem Deich wird stärker in den Blickpunkt gerückt

                                    und

                                    Minister Dr. Bernd Buchholz fühlte sich bestens informiert

2018     Juli                   Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit: Umsetzung zweier Bauvorhaben hat

begonnen – Neubau eines Familientreffs an der Promenade ….

2018     August             Daniel Günther beendete seine Sommertour in St. Peter-Ording

2019     Sept.2/Okt.       Sitzungsmarathon für Gemeindevertreter in St. Peter-Ording

2020     Nov.-Dez.         „Der Adler ist gelandet“ und garantiert Erlebnis pur auf einen Kilometer

ABITUR 2021 am Gymnasium der Nordseeschule St. Peter-Ording

 

Wer vor einem Jahr gedacht hatte, dass Corona wohl bald vorüber wäre, hat sich geirrt. Das wissen wir heute. Der diesjährige Abi-Jahrgang der Nordseeschule hat demzufolge zwei Schuljahre mitgemacht, die von der Pandemie beeinträchtigt waren. Einschränkungen durch Corona gibt es seit März 2020. Der Ausbruch der Pandemie wurde im Dezember 2019 in der Provinz Wuhan in China offenkundig.

In der föderativ strukturierten Bundesrepublik Deutschland taten sich die Verantwortlichen in Politik und auch in der Verwaltung sichtlich schwer. So erfolgten vor allem seit Dezember 2020 bis jetzt immer wieder neue, oft auch kurzfristig veränderte, zum Teil sehr detaillierte Anweisungen zum Umgang mit der Pandemie.

Das hat vor allem die Schulen betroffen. Das betraf auch die Durchführung von Prüfungen, die aufgrund von Verordnungen für die Erteilung von Schulabschlüssen durchgeführt werden müssen. Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, liegt doch die Bildungshoheit bei den Bundesländern und nicht bei einem Ministerium der Bundesregierung. So war im Frühjahr einige Tage nicht klar, ob es in Schleswig-Holstein z.B. Abiturprüfungen geben würde. Schon gar nicht klar war bis zuletzt, wie die Feiern zur Entlassung gestaltet werden könnten. „Chaostage“ bzw. „Mottotage“ in den Schulen entfielen, aber ebenso brauchte man sich um „Abibälle“ zum zweiten Mal keine Gedanken zu machen.

Aber es gab dann doch ein „richtiges“ Abitur.

Abi-Klausuren wurden unter Berücksichtigung der wegen Corona erlassenen Bedingungen geschrieben und mündliche Prüfungen fanden ebenfalls in der Regel wie sonst statt. Sogar Entlassungsfeiern waren möglich.- Zu der anlässlich des Abiturs wurde an der Nordseeschule wie folgt über die Homepage eingeladen:

Aktuelle Nachrichten - Abiturentlassung

aktualisiert: 01.06.2021 17:43 von Ho

 

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, liebe Eltern und Erziehungsberechtigte unserer Abiturientinnen und Abiturienten,

gerne möchte ich Ihnen die tagesaktuellen Planungen und Regelungen für die Entlassfeier am Samstag mitteilen:

 

Wir werden - wie von mehr als 95% des Jahrgangs bei der Umfrage gewünscht - draußen auf dem Sportplatz mit dem gesamten Jahrgang gemeinsam feiern.

Um 9:30 Uhr beginnt der freiwillige Gottesdienst, der vom Religionskurs organisiert wird.

Um 11:00 Uhr beginnt die Verabschiedung. Der früheste Einlass für diejenigen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen, ist um 10:30 Uhr.

Jeder Abiturient und jede Abiturientin darf zwei Begleitpersonen aus dem gleichen Hausstand mitbringen. Sollten eine oder beide Begleitpersonen einem anderen Hausstand angehören, dann melden Sie das bitte per Mail vorher an das Sekretariat, damit wir davon Kenntnis haben. Mehr als zwei Begleitpersonen sind unabhängig vom Alter, Impfstatus o.ä. nicht möglich!

Auf den Sitzplätzen gibt es keine Verpflichtung zum Tragen einer MNB, außerhalb der Sitzplätze gilt die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen MNB.

Ein negativer Corona-Test ist nicht notwendig!

Sollte es wider Erwarten doch noch zu einem vorhersehbaren Schlechtwettereinbruch kommen, werden wir spätestens am Freitagmittag noch kurzfristig in die Sporthalle wechseln und dann die 13a um 11 Uhr und die 13b um 13 Uhr verabschieden!

Weil in diesem Jahr alles so kurzfristig geregelt werden muss, gilt dieser Homepageeintrag gleichzeitig als offizielle Einladung!

Viele Grüße

Nils-Ole Hokamp

„Ihr habt Abitur! – Was kann euch jetzt noch aufhalten?!“

Nordseeschule St. Peter-Ording erteilte 48 Abiturient*innen die Hochschulreife

Ausgesprochen harmonisch verlief auch dieses Jahr wieder die Feier zur Entlassung der Abiturienten des Gymnasiums der Nordseeschule in St. Peter-Ording. Es war erneut ein „besonderes Abitur“. Aber war es vergangenes Jahr von „Corona“ geprägt gewesen und hatte deswegen aus Gründen der Pandemie für die drei Jahrgangsklassen getrennt hintereinander in der Turnhalle stattfinden müssen, hat man sich dieses Jahr an der Stirnseite zur Pestalozzistraße hin auf dem Trainingsplatz für die Leichtathletik-Disziplinen zusammengefunden. Das Wetter hatte es möglich gemacht.

Unter anderem wird an dieser Stelle vor allem Hochsprung trainiert. Der taktrichtige Anlauf, die sich steigernde Schnelligkeit und die Sprungkraft entscheiden über den Erfolg. Dabei muss man schon flexibel sein und sich den Gegebenheiten am Ort des Wettkampfes stellen, um sich mit seinem Talent gegen scheinbar Bessere durchzusetzen. Gerade die Trainer haben daran ihren Anteil.

Vielleicht sorgte das alles auch dieses Mal für die atmosphärische Leichtigkeit. Vielleicht aber waren es gerade die besonderen Herausforderungen in Corona-Zeiten, die dieses Jahr die insgesamt 48 Abiturienten – 26 in der 13 a in der Verantwortung von Klassenlehrer Gunnar Bodewaldt (Deutsch und Sport) und 22 in der 13 b in der Verantwortung von Klassenlehrerin Alina Krügel (Englisch und Biologie) – auf ein „Leben nach der Schule“ vorbereitet haben. Sie jedenfalls gestalteten diese Abiturentlassungsfeier nicht nur mit, sondern setzten „Lichtpunkte“.

Überreichung der Abi-Zeugnisse

Jedem einzelnen der jungen Leute persönlich zugewandt, überreichten sie ihren Schülerinnen und Schülern in alphabetischer Reihenfolge die Abiturzeugnisse, unterstützt von Schulleiter Nils-Ole Hokamp.

Den Rahmen ihres Parts bildete „Any minute now, my ship is coming in. I'll keep checking the horizon. I'll stand on the bow …“, Beginn des Songtextes von „WAITING FOR MY REAL LIFE TO BEGIN“ von Colin Hay.- Er ist ein schottischer Musiker. Colin James Hay (*1953) wurde Anfang der 1980er Jahre als Sänger und Gitarrist der australischen Band Men at Work bekannt.- Im gekonnten Wechsel verabschiedeten sie sich auf herzliche Art von ihren inzwischen jungen Erwachsenen. Zum Teil hatten sie diese schon in Zeiten von deren Pubertät begleitet.

Sie schlossen ihre gemeinsame Rede mit: „Das Warten wird bald ein Ende haben. Der Beginn des echten Lebens ist jetzt, ob mit oder ohne Maske.“ Dazu hatten sie für ihre Klassen jeweils Corona-Masken mit Nordseeschulemblem anfertigen lassen, die verteilt wurden. Zum Klassenfoto wurde sich danach jeweils gemeinsam mit Maske aufgestellt und befreit von ihnen ging man auf die „Kohortenplätze“.

Jahrgangsstufe 13 a – Herr Bodewaldt

Zahra Affrad, Jonas Arends, Noah Bielfeldt, Emma Bonneß, Jan Buttgereit, Julius Eberhardt, Lina Georgi, Lina Gericke, Cornelius Ipsen, Jorge Jarasinski, Lilli Käuflin, Jiseok Kim, Nils Klützke, Levke Küpper, Norina Lauenroth, NN, Jan-Ove Peters, Ava Shadbash, Iwanka Stöhrmann, Georg Thiesen, Svenja Tietze, Morten Timon, Frederic von Gahlen, Paul Wieben, Marvin Winkler, Florian Zaczyk

Jahrgangsstufe 13 b – Frau Krügel

Jeremias Bieder, Yann Dévi Büttner, NN, NN, Antonia Dircks, Amelie Herrmann, Sascha Herzberg, Finja Hille, Goede Hörnke, Célina Ibs, Sinja Jacobs, Georg Käber, David Kattan, Bente Kleinert, Luca Martini, Malte Nickel, Aurora Nuzzo, Finja Peters, Pia Rabeler, Julija Savic, Jule Sönnichsen, Katharina Speer

 

Den Schlusspunkt dieses „feierlichen Aktes“ setzte Alina Krügel. Auf der Gitarre begleitete Anton Petrak (12 b) die von Musik einfach begeisterte „auch Rock-Sängerin“ beim Liedvortrag von „Waiting for my real life to begin“. Noch einmal standen jede Abiturientin und jeder Abiturient am Bug ihres bzw. seines Schiffes.

 

 

WAITING FOR MY REAL LIFE TO BEGIN

Colin Hay (2009)

 

Any minute now, my ship is coming in

I'll keep checking the horizon

I'll stand on the bow

Feel the waves come crashing

Come crashing down down down, on me

 

And you say, be still my love

Open up your heart

Let the light shine in

But don't you understand

I already have a plan

I'm waiting for my real life to begin

 

When I awoke today, suddenly nothing happened

But in my dreams, I slew the dragon

And down this beaten path, up this cobbled lane

I'm walking in my old footsteps, once again

 

And you say, just be here now

Forget about the past, your mask is wearing thin

Just let me throw one more dice

I know that I can win

I'm waiting for my real life to begin

 

Any minute now, my ship is coming in

I'll keep checking the horizon

And I'll check my machine, there's sure to be that call

It's gonna happen soon, soon, oh so very soon

It's just that times are lean

 

And you say, be still my love

Open up your heart, let the light shine

Don't you understand

I already have a plan

I'm waiting for my real life to begin

 

On a clear day I can see, see for a long way

On a clear day I can see, see for a long way.

Nils-Ole Hokamp hatte die Entlassungsfeier mit Begrüßung aller Gäste und dann dem Dank an das „Team Färber“ (Julia Färber – Mitglied des Leitungsgremiums der Nordseeschule, Fächer Mathematik und Geographie) sowie das Dreier-Ensemble, Daniel Schädler (Jos), Joshua Bombis (12 b) und Anton Petrak (12 b) für die Beschallung eröffnet. 

 

Im Namen des Kollegiums bedankte er sich besonders auch bei den Eltern und Erziehungsberechtigten. „Sie haben uns Vertrauen geschenkt und haben uns unseren Job machen lassen“, sagte er.- Danach konnte er nicht umhin, eine Besonderheit des diesjährigen Abiturs öffentlich bekanntzugeben: „Die Leistungen in Mathematik sind in diesem Jahr besser als in Deutsch und Englisch. Es sind in Mathe 6 Punkte mehr als sonst. UNFASSBAR!“

Er hatte schon angekündigt, dass es von seiner Seite noch eine Nachhilfe in „Deutsch“ geben werde. Anhand der Parabel „Aufbruch“ von Franz Kafka zeichnete er auf, dass der Weggang vom „Hier“ ein Teil der Identitätsfindung sei. Wenn der Wunsch des „Weg von hier“ seitens der jungen Leute auch als „verächtliche Abrechnung mit dem bisherigen Leben“ bezeichnet werden könne, sollten sie das „Hier“ jedoch ohne jeglichen Ballast verlassen, alle Erwartungshaltungen abstreifen und die nun beginnende „unendliche Reise“ starten. „Ängste und Stolpersteine“ hätten sie ja kennengelernt.

Bürgermeister Jürgen Ritter und Vorsteher des Schulverbandes Eiderstedt setzte fort. „Sie machen das schon“, war er sich im Rahmen seiner Gratulationsrede sicher. Mit dem Goethe-Zitat „Es bildet ein Talent sich in der Stille, sich ein Charakter in dem Strom der Welt“ ermunterte er zum Losziehen und Erkunden der Welt und bat Einheimische sowie Internatler: „Kommen Sie als gut ausgebildete Fachkräfte zurück. Dieser Ort wird sie und Ihre erworbenen Fähigkeiten gut gebrauchen können.

Elternvertreter (13 a) Dr. Stefan Klützke machte der Runde der Abiturienten bewusst: „Ihr habt Abitur! – Was kann Euch jetzt noch aufhalten?!“, aber forderte zugleich „Bleibt fair, kreativ und flexibel, bewahrt Euch Eure Neugier, bringt Euch ein und bildet Netzwerke.“ Eric Büttner (13 b) ermunterte: „Glaubt an Euch, seid unbeschwert, traut Euch, startet - streift den ‚Corona-Stempel‘ einfach ab!“

Dass sie dazu auf dem Wege waren, bekundeten die vier Abiturienten Sascha Herzberg, David Kattan, Georg Thiesen und Jorge Jarasinski in ihrer Dankesrede. nach der Ausgabe der Abiturzeugnisse. Sie begann mit der Erinnerung an den Orkan „Xaver“ und landete bei der Überwindung der Einschränkungen durch Corona.- Wir lassen uns nicht unterkriegen, kam launig, pointiert und eloquent vorgetragen von den Vieren rüber, genauso wie später die von den Klassen ihren Lehrkräften gegenüber vorgebrachten Danksagungen und auch Ehrbezeigungen. 

An Geschenken und launigen Sprüchen wurde zusätzlich deutlich: Da existiert Augenhöhe. Man kennt und schätzt sich eben. Besonders deutlich wurde das gegenüber Gunnar Bodewaldt, dem eine Fotocollage für das erste Sportprofil der Nordseeschule mit Abitur 2021 überreicht wurde, und Dr. Thomas Pickhardt (Geschichte und Wirtschaft/Politik), der sich zu einem Kasten Flens auch über die Anspielung auf seine Eigenschaft als „Youtuber“ sichtlich freute.

 

Ebenfalls gab es wie gewohnt Ehrungen:

Für das beste Abitur wurde geehrt Lilly Joy Käuflin, für das beste Abitur in Deutsch Morten Timon, in Physik Jiseok Kim und in Philosophie Florian Zaczyk.

Pia Rabeler, Jorge Jarasinski, Antonia Dircks und Amelie Herrmann wurden ausgezeichnet für ihre Mitwirkung in den Musicals, die beiden letzteren zusätzlich auch für die Betreuung der jüngeren Sportler in der Leichtathletik. Georg Thiesen hat sich bei der Gestaltung für das Layout der Chronik zum 75jährigen Bestehen der Nordseeschule besonders verdient gemacht.

 

Den Abschluss der Abiturentlassungsfeier bildete allein schon aus Gründen der Tradition der „Irische Segenswünsch“, der mit „Möge die Straße uns zusammenführen“ und nach jeder der drei Strophen mit dem doppelten Refrain „Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“ endet.

Damit schloss sich sozusagen an diesem 5. Juni 2021 der Kreis, der vorher mit einem Segensgottesdienst für die Abiturientinnen und Abiturienten 2021 begonnen hatte. Auch dieser hat an der Nordseeschule Tradition und wurde vom Religionskurs gemeinsam von Svenja Lübker und Dr. Malte Denkert (als Fächerkombination jeweils Deutsch und Religion) gestaltet. Die liturgische Leitung hatte Pastorin Sylvia Goltz.

 

 

Im Nachgang hatte die Schule zu einem lockeren Beisammensein auf dem Schulhof eingeladen. Währenddessen räumte das Team von Hausmeistern, Beschallung und freiwilligen Helfern die Veranstaltungsfläche. 

 

 

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Siehe dazu auch unter www.jb-spo.de diese drei Artikel:

2020      Juni        Abschluss 2020 an der Nordseeschule

2021      April      Das Gymnasium in St. Peter-Ording – heute noch eine Schule mit Stil

                               und

Die Corona-Pandemie hat die Schulwirklichkeit mehr als nur verändert. Die Nordseeschule St. Peter-Ording reagiert offen auf die Herausforderungen

 

Hans Jörg Rickert, 06. Juni 2021, www.jb-spo.de