2020 November-Dezember

ORTE, STRASSEN UND HÄUSER  -  St. Peter-Ording verändert sich

Die Pension „Dünenschloß“ in der Südallee Nr. 14 hat ausgedient

 

Eine fast hundertjährige Haus- und Familiengeschichte aus St. Peter-Dorf

 

Wenn das „Dünenschloß“ erzählen* könnte, dann erführe man, dass …

- im Sommer 1944 in ihm 98 Kinder das Licht der Welt erblickten,

- Friedrich Klinger es 1927 als eine Art „Altersversicherung“ für seine Frau baute,

- es Haus Nr. 298 in St. Peter und eine Kurpension direkt an den Dünen war. Den Namen „Dünenschloß“ gaben ihm die Gäste.

- 1940 nach Beschlagnahmung in ihm eine Nachrichtenstation eingerichtet wurde,

- es im Herbst 1944 für vier Wochen als Unterbringung für 30 Schanzenarbeiter diente, die mit am „Friesenwall“ bauten,

- es ab März 1945 zunächst 40 Schüler aus dem Warthegau beherbergte und im Mai 1946 offiziell ein Schülerheim wurde,

- danach 1947 Flüchtlingen als Unterkunft diente,

- bis es 1948** mit dem zaghaften Beginn des Kurbetriebes in St. Peter wieder als Pension dienen konnte und somit einer Familie in St. Peter-Dorf über ca. 100 Jahre die Existenz gesichert hat.

*  - Heft 15 der AG-Ortschronik, S. 171 ff: Pension „Dünenschloß“

** - 20. Juni 1948 – Währungsreform – Einführung der D-Mark in den drei Westzonen

 

Dieses ist zurzeit noch im Internet-Auftritt zu lesen:

„Wir haben uns nach langer und reiflicher Überlegung dazu entschlossen, unser Haus zu verkaufen.- Wir haben die Pension Dünenschloss zum 18.10.2020 nach fast 100 jährigem Bestehen geschlossen & möchten uns bei allen Gästen, Freunden, unseren Familien und allen voran unseren Mitarbeitern für die jahrelange Treue und Unterstützung bedanken.“ - Familie Bodo & Sabine Jensen

Unweit des Südstrandes und der weitläufigen Dünen- und Salzwiesenlandschaft steht unser geschichtsträchtiges Haus, ruhig und doch zentral gelegen. Wir bieten Ihnen in unserer familiär geführten Frühstückspension geschmackvoll eingerichtete Zimmer und Ferienwohnungen. Bei uns können Sie durchatmen, denn das gesamte Haus ist rauch- und haustierfrei.

So schrieben sie über ihr Haus, das sie 2008 übernommen hatten. – Damit punktete die Inhaberfamilie. Zwanzig Zimmer und drei Ferienwohnungen hatte die Pension, dazu einen geräumigen 70 qm großen Frühstücksraum.

 

Friedrich Klinger war der Urgroßvater von Bodo Jensen. Er war Maler und Glaser, hatte in Tönning auf der Werft gearbeitet und „1920 nach St. Peter geheiratet“. So hieß das damals, wenn der Mann an den Wohnort der Frau zog. Er vertraute auf den wachsenden Kurbetrieb, und lag damit trotz aller Anfangsschwierigkeiten letztlich nicht verkehrt. Er merkte aber, dass seine Lebenszeit begrenzt war, und baute auch deswegen 1927 das Haus in den Dünen. Als er 1934 verstarb, übernahm seine Frau Magda das Haus. Die Tochter Ingeborg Klinger wurde später die Wirtschafterin des Hauses. Sie heiratete 1946 den Brösumer Martin Jensen. – Manche der heutigen Einwohner von St. Peter-Dorf werden sich vielleicht noch an die beiden „alten Jensens“ erinnern, wie sie mit ihren Elektromobilen hintereinander durch den Ort gefahren sind.

 

Martin Jensen war umtriebig. Alle Veränderungen des Hauses – es war wie viele andere ehemalige Häuser in St. Peter-Ording ein „An- und Umbauhaus“ – hatte er auf den Weg gebracht. Das brachte die zunehmende Fremdenbeherbergung am Ort mit sich. 1955 hatte er den Campingplatz eingerichtet. Dieser verlief von hinter dem „Dünenschloß“ bis zur Badallee und war bis 2000 in Betrieb. Von 2007 an wurde das gesamte Gelände zum großen Teil durch Häuser bebaut. Bis auf die beiden in der Badallee und das noch stehende „Seehausen“ (Südallee Nr. 8) sowie das „Gästehaus Jockwich“ (Nr. 10) sind alle anderen im Besitz von Mitgliedern der Familie Jensen. Statt in Zelten bzw. in Ferienzimmern wurde also eigentlich bis heute zwischen Zum Südstrand und Badallee „bei Jensens“ in komfortablen Ferienwohnungen / Appartements / Zimmern Urlaub gemacht bzw. im Haus Westerland in Dauermiete gewohnt.

 

Günter Jensen, der zweite Sohn, hatte den „Ferienbetrieb mit Pension“ 1980 mit seiner Frau Frauke übernommen. Der Campingplatz allerdings blieb bis zur Stilllegung unter „Opa Martins“ Aufsicht. Günter Jensen war Jäger, zusätzlich auch viele Jahre Seehundjäger gewesen. Die Pension hat so auch manches Stück Wild „gesehen“, das dort in der Garage vom ihm enthäutet wurde. 2014 ist er leider zu früh verstorben. Er konnte „heilen“. Sein Sohn Bodo hat die Pension 2008 übernommen und zusammen mit seiner Frau Sabine bis jetzt geführt.

Sein älterer Bruder Georg Werner Jensen war Schulleiter der Utholm-Schule in der Kirchenleye von 1996 bis 2010 und bereits seit 1984 an der Grund- und Hauptschule St. Peter-Ording.

Es sind übrigens insgesamt 100 Kinder im Hause Pension „Dünenschloß“ auf die Welt gekommen. In der Nachkriegszeit kamen ja noch zwei Hausgeburten hinzu.

Hans Jörg Rickert, 22. November 2020, www.jb-spo.de

In Memoriam 

WOLFGANG  BURY

25. Sept. 1947 – 03. Nov. 2020

 

„Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken“, war in der Traueranzeige für Wolfgang Bury zu lesen.

Mit seiner Frau Edda wohnte er in St. Peter-Böhl. Jahrzehntelang gehörten sie zusammen nach St. Peter-Ording, nicht nur wegen des Friseursalons im Dorf, der zusammen ihr Arbeitsplatz gewesen ist. Den Betrieb hatte sein Vater Bruno Bury 1949 von Rudi Carstens übernommen und seit 1953 dann in der Dorfstraße 9 zu einem Friseursalon erweitert und zum 1. Januar 1982 ihn übergeben. Diesen führten Wolfgang und Edda Bury bis 2007.

Für das Leben im Ort hat sich Wolfgang Bury zeit seines Lebens engagiert. Seine Frau Edda hat ihn dabei unterstützt und oft auch begleitet. Er war Mitglied in der AWG St. Peter-Ording und für die Wählergemeinschaft seit April 1994 bis zuletzt als bürgerliches Mitglied in vielen Ausschüssen und Gremien politisch aktiv und in der Legislaturperiode 2008 bis 2013 Mitglied der Fraktion in der Gemeindevertretung.

Soziales lag ihm besonders am Herzen. Er wusste, dass es dabei nicht ohne Geld geht, und so brachte er sich ehrenamtlich als höchst umsichtiger Kassenwart über Jahrzehnte sowohl im Vorstand der DLRG St. Peter-Ording e.V. als auch im Förderverein der Utholm-Schule St. Peter-Ording ein. Als Kassenprüfer war er u.a. für den Verein KulturTreff immer wieder tätig. Die Schwimmkurse der DLRG für Kinder und Jugendliche begleitete er gemeinsam mit seiner Frau als Betreuerpaar.

Wolfgang Bury war für die DLRG und den Förderverein der Utholmschule immer da, ob er gebraucht wurde oder eben nur als Begleiter. Er wusste warum und jeder kannte ihn. So förderte er durch seine den Menschen zugewandte Art intensiv und nachhaltig das Gemeinschaftsleben.

Seine wertschätzende und loyale Art sind in Erinnerung und lassen mit einem dankbaren Lächeln von ihm Abschied nehmen. Wolfgang Bury hat es mehr als nur verdient.

 

Hans Jörg Rickert

Für das Jahrbuch St. Peter-Ording

im November 2020

Verkehrsausschuss empfiehlt die Erprobung von vier Maßnahmen

 

Leitideen für das VEK wurden erläutert und acht Strategiefelder benannt

 

Melissa Latzel und Jörn Janssen von SHP Ingenieure hatten einiges im Gepäck für die Sitzung des Verkehrsausschusses. Vor zwanzig Tagen waren die Analyseergebnisse für das Verkehrsentwicklungskonzept (VEK) vorgestellt worden. Nun wurde es konkret: Welche Rahmenbedingungen sollen gelten? Welche Wertigkeiten wollen wir setzen? Und schließlich: Mit welchen Strategiefeldern haben wir deswegen zu tun? Eine nicht einfache Aufgabe! Das wussten alle, die sich mit den Analyseergebnissen beschäftigt hatten. Nicht von ungefähr waren wie schon beim letzten Mal auch Norbert Jeß und Bernd Wolfgang Hawel vom Büro B2K wieder anwesend. Sie sitzen an der Erarbeitung des Ortsentwicklungskonzeptes (OEK). Beide Konzepte sind miteinander zu verzahnen. Ende 2021 sollen OEK und VEK stehen. Es ist nicht viel Zeit zum Experimentieren, da muss mit Bedacht zielorientiert vorgegangen werden. Das machten Jörn Janssen und Melissa Latzel vor.

 

Greifbares Ergebnis der Sitzung: Vier Maßnahmenideen, sogenannte „Leuchttürme“, sollen 2021 während der Saison erprobungsmäßig umgesetzt werden. Janssen machte unmissverständlich klar: Nur ein Maßnahmenpaket mache Sinn, nicht einige Einzelmaßnahmen. Aufgrund der verschiedenen Nutzer des öffentlichen Raums sollen nach Möglichkeit Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer in diesem Maßnahmenpaket vorkommen, zugleich ist aber auch den Bedürfnissen des Ortes und der Mobilität einzelner Gruppen Rechnung zu tragen.

 

Das erste Leuchtturmprojekt gilt vornehmlich Radfahrern. Die Pestalozzistraße erscheint wegen des Schülerverkehrs und schon vorhandener Tempo-30-Zonen als „Radfahrerstraße“ gut geeignet. Sie würde entsprechend gekennzeichnet. Anlieger hätten Zufahrtsrecht, ebenso der Ortsbus. Fußweg und Straße sind breit genug. Parkmöglichkeiten ließen sich noch zusätzlich einrichten.

Als Leuchtturmprojekte 2 und 3 sind die „Temporäre Sperrung“ von „Dorfstraße“ und „Im Bad“ für Kraftfahrzeuge von 17 bis 20 Uhr während der Saisonmonate Juni, Juli und August vorgesehen. Mehr als nur drei wäre sinnvoller. Hierbei sind aber Wünsche der Geschäftsinhaber berücksichtigt worden. Sie tun sich mit einer Sperrung schwer. Insgesamt zeigte die Aussprache zu dieser Problematik auf, dass die Lösung innerhalb eines Verkehrskonzeptes ein flächenhafter Umbau dieser Straßen zu einer „Begegnungszone“ wäre, dann aber ohne Parkmöglichkeiten für Kfz. Eine Tendenz für einen ganzjährigen Fußgängerbereich zeichne sich jedoch nicht ab. 

Das vierte Leuchtturmprojekt hat mit der Zufahrt zum Ordinger Strand über die Utholmer Straße und als Knotenpunkt mit der Deichrampe Nord die Organisation eines weitgehend fließenden Verkehrs mit Einbahnstraßenregelung im Visier. Die Abfahrt würde dann über die Südrampe und die Straßen „Am Deich“ und Strandweg bis Dreilanden erfolgen. Eine Umkehrung der Richtung ist denkbar, brächte aber eher Nach- als Vorteile. Dennoch sei hier sehr viel zu bedenken. Aus der Versammlung wurde Wert gelegt, Ording genau an dieser Stelle mit in das Maßnahmenpaket einzubeziehen.- Grundsätzlich möchte man mit den Leuchtturmprojekten Verbesserungen aufzeigen. Möglichen Fehlerquellen soll aber so auch auf die Spur gekommen werden.

 

Terminlich müsste man spätestens Anfang des Jahres mit der Vorbereitung der Maßnahmen beginnen. Möglichst schnell soll deswegen mit Polizei und Verkehrsbehörde Kontakt aufgenommen werden. Der einstimmig ad hoc gefasste Empfehlungsbeschluss für die Gemeindevertretung sieht die Durchführung der vier Leuchtturmprojekte vor. Anstelle der Gemeindevertretung soll außerdem der Verkehrsausschuss über Modalitäten der Durchführung beschließen.

Anwesend waren die Mitglieder des Ausschusses – drei Gemeindevertreter und vier bürgerliche Mitglieder – und die Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Arndt, die Mitglieder der Verwaltung und die Fachleute sowie eine große Anzahl von Bürger*innen.

 

Die Erstellung des VEK war aus der Gemeindevertretung heraus auf den Weg gebracht worden. Inzwischen sind auch die letzten Zweifler überzeugt, dass die Entscheidung dafür vielleicht sogar wegweisend für St. Peter-Ording werden kann.

 

Vor Eintritt in die Aussprache über die Leuchtturmprojekte hatte Jörn Janssen grundlegende Gedanken zu Rahmenbedingungen – Erreichbarkeit, Verkehrssicherheit, Klimaschutz – und zu „Wertezielen“ – Gleichwertige Mobilitätschancen sowie faire Aufteilung des öffentlichen Raumes – erläutert. Danach erfolgten von Melissa Latzel und ihm die erläuternde Vorstellung von acht Strategiefeldern, hier jeweils nur ein Schlagwort: Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV (Flexibilität), Kfz-Verkehrsfluss, Parkraum, alternative Mobilitätsformen, Kommunikation, zukunftsfähige Logistik.

 

Die zugehörige Präsentation ist aufrufbar über das Portal des Amtes Eiderstedt:

https://www.amt-eiderstedt.de/Amt-und-Gemeinden/Gemeinden/Sankt-Peter-Ording/Aktuelles

 

 

Hjr, 19. November 2020, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu unter www.jb-spo.de 2020

Nov      Analyseergebnisse zum Verkehrskonzept für St. Peter-Ording

Juni      Verkehrskonzept - Online Befragung bis zum 31. August verlängert

Jan       Zuviel Verkehr in St. Peter-Ording – aber wie kommen wir sonst hin?

Kranzniederlegung in Ording und Gottesdienst in der St. Peter-Kirche

 

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges - Volkstrauertag 2020

Die Anzahl derjenigen, die sich in Deutschland und weiten Teilen Europas noch an Kriegszeiten erinnern können, schrumpft. Das ist gut so. Dennoch erfahren wir täglich in den Nachrichten aus der Welt von Kriegen und dem unsäglichen Leid, das Menschen sich gegenseitig antun.- Krieg lässt verrohen, lässt die Seele verstummen.

„Sich selber seltsam fremd“ ist der Titel für das „Tagebuch des Soldaten“ Willy Peter Reese, der 1941 als 20-Jähriger eingezogen wird und nach Russland an die Front kommt. Nach der Genesung von einer Verletzung meldet er sich dann wieder für den Fronteinsatz in Russland. Am 6. Juli 1944 fällt er.

Er war ein junger Bankkaufmann, literarisch gebildet, und wäre gerne Schriftsteller geworden. Von ihm und Inhalten aus seinem Tagebuch – herausgegeben von Stern Journalist Stefan Schmitz (List, 2004, 7. Aufl.) - berichtete Pastor Michael Goltz in seiner Predigt anlässlich des Volkstrauertages in der St. Peter-Kirche. Der Einsatz an der Front ließ Willy Peter Reeses Seele verarmen. Er fand keine Ruhe mehr; für ihn gab es keinen Weg zurück. Seine Geisteswelt wandelte sich zu einer Geisterwelt. Sie versank und auf ihren Trümmern tanzte der Tod. Der Tod durch die Kugel war für ihn Erlösung.

Michael Goltz hatte es sich nicht nehmen lassen, darauf hinzuweisen, dass die Verrohung bereits vorher beginne und dass auch wir heute nicht gefeit davor seien. Angst machten ihm unsere Veränderungen durch „Social Media“ und die damit verbundenen auch spaltenden Auswirkungen. Wir bewegten uns dabei in unseren Kreisen und verlören in dieser Blase den Kontakt zu anderen, aber diese ebenso. So driftete die Gesellschaft auseinander. Wie könnten wir aus diesen Blasen wieder heraus- und zueinander finden? – Was könnten wir der Verrohung in dieser, auch von der Corona-Pandemie bestimmten Zeit entgegensetzen?

Der Predigt vorangegangen war das Bibelwort aus der Offenbarung (Kap. 21, Verse 1 – 5). Man kennt sie, diese Zeile „und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ und dass am Ende „alles neu“ sein wird. Dass der Weg dahin schwer ist, vermittelte Christoph Jensen deutlich in seiner Orgelimprovisation zu „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Da hatte sich auch einiges zusammengebraut, ehe es zu helleren Tönen kam. Vielleicht lässt sich der Weg ja doch finden. 75 Jahre Frieden in Europa sind immerhin ein Hoffnungsschimmer.

Vor dem Gottesdienst hatten Bürgervorsteher Boy Jöns für die Gemeinde sowie Heinz-Georg Fohrmann und Gerhard Ott seitens der Ortsgruppe des Sozialverbandes am Ordinger Ehrenmal zum Gedenken je einen Kranz niedergelegt. Pastor Michael Goltz war anwesend, ebenso Marlene Pauly-Burchatzky und Frauke Hansen für das DRK wie auch Sascha Augustin für den TSV St. Peter-Ording. Boy Jöns erinnerte in wenigen Worten an den Sinn dieses Gedenktages. Anneliese Klix fehlte zum ersten Mal seit Jahrzehnten. Der Krieg hatte ihr den Vater genommen. 92-jährig war sie in diesem Jahr verstorben.

Hans Jörg Rickert, 15. November 2020, www.jb-spo.de

 

Constanze Höfinghoff geht von St. Peter-Ording nach Oberstaufen

 

Mehr als sechs Jahre war sie Impulsgeberin für den Tourismus

Von St. Peter-Ording am westlichen Rand der Eiderstedter Nordseeküste hat es Constanze Höfinghoff im wahrsten Sinne des Wortes nun ganz nach Süden in die Alpen gezogen. Man hat um sie geworben, wollte sie haben für die Leitung des Tourismus Eigenbetriebes Oberstaufen und die Geschäftsführung der Oberstaufen Tourismus Marketing GmbH. Auch die Aufgabe der Vorstandssprecherin im Schroth-Verband Oberstaufen nimmt sie dort wahr.- Das ist ab Mitte November eine neue Herausforderung für die agile „Powerfrau“, die immer mehr das Gesicht des Tourismus-Hotspots St. Peter-Ording geworden war.

Von August 2014 an war Constanze Höfinghoff in St. Peter-Ording zunächst als Marketingchefin und stellvertretende Tourismus-Direktorin tätig. Rainer Balsmeier, seit 1996 Bürgermeister und zusätzlich seit 2009 in Personalunion auch Tourismusdirektor, hatte sie für die Aufgabe in St. Peter-Ording begeistern können und die seit 2005 als Geschäftsführerin und Marketingleitung der Nordsee-Tourismus-Service GmbH in Husum tätige Fachfrau zu seiner Unterstützung an den Badeort geholt. Vorher hatte sie sechs Jahre die Leitung der Ostsee-Therme in Scharbeutz inne.- St. Peter-Ording war zu dieser Zeit schon auf dem Weg zu einer touristischen Vorzeige-Destination. Nach der Seebrücke (2005) und der Buhne mit Promenade (2008) war in die Dünen-Therme (2013) investiert worden.

Constanze Höfinghoff sprang zugleich auch in eine entstandene Lücke, modernisierte und optimierte das Veranstaltungsprogramm und „schnitt alte Zöpfe ab“. Viel Energie steckte sie vor allem in Online-Marketing und Online-Auftritt. Die Tourismuszentrale begann anders und effizienter zu arbeiten. Die Tourist-Informationen erhielten ein dem Zeitgefühl entsprechendes Gesicht. Tourismus- und Strandentwicklungskonzept (2017) wurden auf den Weg gebracht, dazu die Nationalpark-Partnerschaft geknüpft. TZ im Dialog bezog den Ort in die touristische Entwicklung ein. Gastgeberwerkstatt und Hotelier-Stammtisch wurden Instrumente für ein Miteinander der Gewerbetreibenden.

Als ab 2018 von der Gemeindevertretung einhellig gewählte Tourismus-Direktorin rief sie die Lokale Tourismus-Organisation (LTO) St. Peter-Ording und Eiderstedt mit Tönning und Friedrichstadt ins Leben. Das Projekt „Promenade 2“ startete. Teil 1 ist jetzt fertig.

Das Online-Buchungssystem zeitigt immer größere Erfolge. Neue Pfahlbauten am Ordinger Strand und größere Strandkorbpodeste weisen in die Zukunft

Junge und dynamische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben das bewährte Team erweitert, sind hineingewachsen und haben zunehmend Mitverantwortung für das Ganze übernommen. Das „Wir-Gefühl“ ist gewachsen. Die TZ ist zu einem sich weiter entwickelnden Organismus geworden. Man spürt den Schwung, wenn man auf welche Weise auch immer mit den 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu tun hat.

 

Nun ist Constanze Höfinghoff gegangen. Es war nicht nur der Lockruf der Alpen. Sie hätte auch gerne weiter „an ihrem Lieblingsort“ gewirkt.- Ihr Feld hat sie mehr als bestellt, und das Team ist so gut davor, dass es mit dem Wechsel in der Leitung wohl vielleicht bedächtiger, aber bestimmt nicht weniger effektiv arbeiten wird.

Der scheidenden Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff ist in Oberstaufen alles Glück zu wünschen. Das gilt aber ebenso für ihr „altes“ Team und dessen künftige Leitung in St. Peter-Ording.

Hans Jörg Rickert, 12. November 2020, www.jb-spo.de