Die Freiwillige Feuerwehr St. Peter-Ording hat einen neuen Wehrführer

 

Oberlöschmeister Tom Schade übernimmt die Schlüsselgewalt von Norbert Bies

In der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr St. Peter-Ording am 1. März war der Oberlöschmeister Tom Schade mit 41 von 48 Stimmen zum Wehrführer gewählt worden. Am 11. Juni 2019 wurde ihm nun mit Aushändigung der Ernennungsurkunde durch Bürgermeister Rainer Balsmeier das Amt übertragen. Das geschah im Rahmen der 8. Sitzung der Gemeindevertretung im StrandGut Resort bei Anwesenheit einer Vielzahl von Kameraden und Kameradinnen. Zuvor aber hatte jene der Wahl zuzustimmen. So verlangt es das Protokoll, denn die Gemeinde ist Träger der örtlichen Feuerwehr, für die im Haushalt Finanzmittel bereitgestellt sind. Einstimmig votierte die Gemeindevertretung für den neuen Wehrführer.

Kurzzeitig allerdings hatte die St. Peter-Ordinger Wehr keinen Wehrführer. Es waren nur einige Minuten, in denen die volle Last des Amtes auf den Schultern von erstem Stellvertreter Torsten Thomsen ruhte, aber das war für ihn auch nichts Besonderes. In der Feuerwehr gilt Kameradschaft. Jedes Mitglied weiß, was es zu tun hat und kann auch Führung übernehmen. Darauf kann sich Tom Schade in Zukunft genauso verlassen wie Hauptbrandmeister Norbert Bies in den vergangenen 20 Jahren und einem Monat. Er war das Gesicht der Wehr geworden und wurde nun von Bürgermeister Balsmeier mit in Teilen sehr persönlichen Worten von seinem Amt entbunden. Die Gemeindevertretung hatte in ihrer Sitzung am 17. Dezember 2018 der Bitte von Norbert Bies um vorzeitige Entlassung aus dem Ehrenbeamtenverhältnis zugestimmt. „Dank, Respekt und Anerkennung zollen wir Ihnen. Gemeinde und Wehr haben an einem Strang gezogen. Wir haben uns aufeinander verlassen können“, fasste der Bürgermeister bei der Übergabe der Entlassungsurkunde zusammen. Norbert Bies dankte innerlich berührt. Großen und anhaltenden Beifall gab es für ihn von allen Seiten.

Am 15. Mai 1999 war er zum Wehrführer ernannt worden. Nach drei vollen Wahlperioden stellte er sich am 26. Mai 2017 ein viertes Mal der Aufgabe mit der dringlichen Bitte, innerhalb von möglichst drei Jahren für ihn einen Nachfolger zu finden. Mit 14 Jahren war er am 17. März 1978 in die Jugendabteilung der Husumer Feuerwehr eingetreten und wurde Feuerwehrkamerad aus vollem Herzen. Er hätte die Wehr nie im Stich gelassen. Sein persönlicher Lebensweg führte ihn 1997 mit seiner Frau Regina und den beiden Kindern nach St. Peter-Ording, wo er seit 1. Januar die Klärwerksleitung übernommen hatte.

Wehrführer Tom Schade dankte nach seiner Ernennung und Ablegen des Diensteides für das Vertrauen und sagte Gemeinde und Kameraden zu, sich seiner Aufgabe gewissenhaft zu stellen. Er hatte sich zur Übernahme des Amtes bereit erklärt. Rainer Balsmeier machte ihm und gleichzeitig der Öffentlichkeit im Rahmen der Amtshandlung bewusst, dass Wehrführer zu sein bei im Jahr 100 Einsätzen und den weiteren Führungsaufgaben mit Dienstabenden, Fortbildung und mehr „kein Honigschlecken“ sei und auch der Familie einiges abverlange. Von seinem Vorgänger erhielt er als sichtbares Zeichen die Schlüssel. Der eine freute sich, der Verpflichtung nachgekommen zu sein, der andere, sich bewähren zu dürfen. Beifall gab es nun für beide.

Hjr, 12. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu

www.jb-spo.de 2019 März  Wehrführer Norbert Bies trat nicht noch einmal zur Wahl an

Pfingstkonzert mit barockem Klang der besonderen Art

 

„Konzert für Barockcello und Cembalo“ war die Ankündigung im Jahresprogramm von „Musik in der Kirche 2019“ für den Pfingstsonntagabend in der St. Peter-Kirche. Was die Konzertbesucher erlebten, war eine Reise der besonderen Art in die Musikgeschichte mit Kompositionen von Giovanni Bassano (1558-1617), Girolamo Frescobaldi (1583-1643), Georg Philipp Telemann (1681-1767), Domenico Zipoli (1688-1726) und Antonio Vivaldi (1678-1741). Das war nicht die mächtig klingende Musik, die zumeist mit der Barockzeit verbunden wird, sondern es waren die eher feinen und auch leisen Töne mit dem zum Barockcello gehörenden eigenen, sonoren und vollen Klang. Virtuosität ist dabei nicht ausgeschlossen.

Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen am Cembalo und der aus einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie stammende Ludwig Frankmar – er war zum dritten Mal Gast in der St. Peter-Kirche - gestalteten das Konzert mit einem Programm typisch barocker Musikformen wie Diminution, Canzona, Partita, Fantasia, Suite und Sonate etwa in der Reihenfolge der genannten Komponisten.

 

Ludwig Frankmar (* 10. August 1960 in Falun) war nach seinem Studium an der Musikhochschule Malmö bei Guido Vecchi zunächst Orchestermusiker am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und Solist an der Göteborgsoperan. Nach Studien bei Thomas Demenga an der Musik-Akademie Basel war er Solocellist bei der Camerata Bern. Durch Kontakt mit Kirchenmusikern kam er schließlich zur Alten Musik und Historischen Aufführungspraxis und studierte von 1999 bis 2001 Alte Musik am Sweelinck Conservatorium Amsterdam. Sein fünfsaitiges Barockcello wurde in Mozarts Geburtsjahr 1756 von Louis Guersan in Paris gebaut. Die Ähnlichkeit zwischen einem fünfsaitigen Barockcello und einer Viola da Gamba erlaubt ihm zusätzlich Werke der Gambenliteratur vorzutragen; unter anderem von Diego Ortiz, Marin Marais und Carl Philipp Emanuel Bach. Sein Repertoire reicht von Musik der Renaissance bis hin zur Frühklassik. Er arbeitet auch mit anderen Barockmusikern zusammen und konzertiert mehrmals wöchentlich in ganz Deutschland, vor allem in Kirchen. Er lebt in Berlin und ist seit 2017 Mitglied des Ensembles der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Berlin-Lankwitz. Er ist verheiratet und konzertiert mit der Kirchenmusikerin und Sängerin Jana Czekanowski-Frankmar (wikipedia, 10. Juni 2019).

„Einfach zuhören und sich mitnehmen lassen“ könnte man das Programm dieses Konzertabends überschreiben, welches beide mit der Canzona seconda detta la Bernardina aus ‚Il primo libro della Canzoni‘, Rom (1628) eröffneten. Höchst aufmerksam war das Publikum und spürte die Atmosphäre, die diesen besonderen Musikabend begleiten sollte. Zwei Musiker fanden sich an ihm von Beginn an in einem sozusagen „schweigenden Einverständnis“, die mit der von ihnen vorgetragenen Musik mehr als beeindruckten. Schnell waren Zuhörerinnen und Zuhörer von diesem Musikvortrag gefangen genommen, zu dem beide mit ihrer Konzentation auf die Musik und ihr Miteinander beitrugen.- Frankmar liebt sein Cello und dessen Klang  Das war sichtbar, wenn er es mit einem nur leichten Lächeln in eine der Vertiefungen auf den Schemel setzte oder beiseitelegte, den Bogen darüber, um Noten zu holen, noch einmal nachstimmte und je nach Takt über die Seiten strich. Jensen ist Musiker mit Leib und Seele und weiß sich auf seine Partner einzustellen.

Ihr großes Können aber bewiesen sie ebenso in ihren Soloauftritten, Ludwig Frankmar z.B. mit der Fantasia für Viola da Gamba aus „Fantasies pour la Basse de Violle“, Hamburg (um 1735) von Telemann mit dem warmen Klang und den virtuosen Partien bzw. Christoph Jensen mit der Suite h-moll von Domenico Zipoli.

Nach der Sonate VIII a-Moll RV 44 spendete das Publikum für dieses sommerliche Stimmungskonzert langanhaltend großen Beifall. Ludwig Frankmars leichtes Lächeln zeigte seine Zufriedenheit und nun auch Gelöstheit. Schnell fanden sich beide – dieses Mal auch leise miteinander sprechend – zu einer Zugabe, die noch einmal bewusst machte, was diesen Konzertabend ausgezeichnet hatte: Liebe zu Musik und Freude an ihr.

Hans Jörg Rickert, 11. Juni 2019, www.jb-spo.de

Festliches Geburtstagskonzert für einen Ehrengast

 

Kantorei St. Laurentius ehrte ihren 90jährigen Kirchenmusikdirektor Günter Beutling

„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.“- Im Rahmen seiner Dankesworte an die Kantorei St. Laurentius und alle Mitwirkenden am Ende des Festkonzertes zu seinem 90. Geburtstag verwies Günter Beutling auf diesen Spruch im Deckengemälde der Tönninger Kirche und blickte hinauf. Fast alle Augen folgten ihm dorthin. „Herzlichen Dank für dieses großartige Geburtstagsgeschenk. Ich bin überwältigt“, sagte er - und fügte freudig hinzu: „Ich weiß die Kirchenmusik in guten Händen!“-

Dieses festliche Geburtstagskonzert wird nicht nur Kirchenmusikdirektor Günter Beutling und seiner Frau Claudia in Erinnerung bleiben!

 

Schon der Auftakt mit dem Concerto in D (54:D4) für drei Trompeten, zwei Oboen, Streicher und Pauken von Georg Philipp Telemann (1681-1767) machte Lust auf mehr. Kreiskantor Christian Hoffmann (seit 1995 Kirchenmusiker in Tönning) hatte als Motto für dieses Geburtstagskonzert aus dem Psalm 98 Vers 2 „Ja, ich will singen von der Gnade des Herrn und seine Wahrheit verkünden Tag für Tag“ gewählt und dafür ein Programm mit Kirchenmusik vom feinsten zusammengestellt. Der Chor folgte nun mit Mozarts Offertorium (KV. 222) „Misericordias Domini cantabo in aeternum“ für Chor, Streicher und Continuo. Darauf kamen drei Choralvorspiele aus op. 67 „Allein Gott in der Höh sei Ehr“, „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und „Nun danket alle Gott“ von Max Reger (1873-1916) an der Paschen-Orgel mit Kirchenmusikdirektor Thomas Dahl aus Hamburg zu Gehör. Nächster Höhepunkt wurde die Kantate „Lobe den Herren“ BMW 137 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) für Chor, Solisten und Orchester. Welches Kirchenlied passt da besser als dieses zum Lobe Gottes in der gesanglichen Vielfalt des Vortrages von Chor und Arien. Zunächst der prächtige Eingangschor mit Pauken und Trompeten, dann drei Arien für Alt mit Susanne Böhm, dann für Sopran und Bass mit ihr und Jochen Willrodt und darauf für Tenor mit Norbert Laude, um schließlich kräftig im Choral mit allen zusammen zu enden.

Recht hatte Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf aus Hamburg, als er seine Ansprache in Richtung Günter Beutling und Gemeinde mit den Worten begann: „Was sagt man nach Johann Sebastian Bach? – am besten gar nichts!“

Seiner offiziellen Aufgabe, im Namen der Nordkirche dem Kirchenmusikdirektor in Ruhe Günter Beutling aus Anlass seines hohen Geburtstages zu gratulieren, widmete er sich dann aber doch mit sehr persönlichen Worten. Er konnte nicht anders, wie er in seiner Laudatio bekannte. So bezeichnete er Günter Beutlings musikalisches Wirken als Beziehungskunst im Dienst des Gemeindeaufbaus im Kleinen und im ganz Großen. „Als Ausbilder und Lehrer für Klavier und Orgel sowie im C-Kurs warst du auch für mich eines der prägenden Vorbilder hier in der Region und hast damit ein tragfähiges Fundament gelegt für das, was hier bis heute weitergeführt wird und so ein Konzert wie heute möglich macht, 25 Jahre nach deinem Ruhestand.“ Für Kirchenmusik als Verbindungsaufgabe kirchengemeindlicher Arbeit sei Beutling stetig angetreten, sagte Wulf und schloss: „Klingendes Echo deines Wirkens kommt heute zurück!“

Thomas Dahl setzte gewissermaßen die Dankesworte mit seinen Improvisationen an der Orgel bis zu deren ganzer Klangfülle fort.- Die Motette „O Jesu Christ mein‘s Lebens Licht“ (BMW 118) für Chor und Orchester verdeutlichte das Gesagte einmal mehr.- In einer kurzen Danksagung blickte Günter Beutling höchst dankbar auf seine Zeit von 1972 bis 1992 zurück.

In seinem Amt als Kantor und Organist in Tönning war der begeisterte Musiker als Initiator und Helfer nicht nur in der Propstei Eiderstedt musikalisch unterwegs gewesen. Mit dem Husumer Bach-Chor und später mit dem Meldorfer Dom-Chor erreichte man unter seiner Leitung gewaltige Klangkörper in mehreren Großkonzerten. Zuvor hatte dem Chor aber zu Beginn seiner Amtszeit neuer Atem eingehaucht und die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen intensiviert werden müssen. Das gelang ihm mit dem Wiederaufbau eines Jugendchores, der für sich erfolgreiche eigene Aufführungen und Konzerte verbuchen konnte und schon bald die Kantorei bei besonderen Anlässen verstärkte. In seine Zeit fiel auch die Neugestaltung der Orgel mit dem Kieler Orgelbauer Hinrich Otto Paschen, die im Oktober 1978 feierlich eingeweiht wurde.

Der festliche Choral von Karsten Klomp (*1965) „Nun danket alle Gott“ mit allen Musizierenden, davon nach der ersten Strophe gemeinsam mit der Gemeinde, setzte mit dem anschließenden großen Applaus den Schlusspunkt über einen in all seinen Facetten vielfältigen kirchenmusikalischen Spätnachmittag zu Ehren von Günter Beutling und – wie er es immer praktiziert hat – zum Lobe Gottes.

Hans Jörg Rickert, 09. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Geldangelegenheiten landen letztlich immer beim Finanzausschuss

Ob Einführung der Nordseecard mit Beteiligung der Dünen-Therme, Satzung zur Erhebung einer Zweitwohnungssteuer oder Anpassung der Strandkorbtarife – alles, was mit Geld zu tun hat, landet letztlich beim Finanzausschuss. Bürgerinnen und Bürger haben daran scheinbar wenig Interesse: Kein Einwohner von St. Peter-Ording war gekommen, um die Sitzung zu verfolgen. Aber zur Runde der sieben Ausschussmitglieder hatten sich sowohl eine Anzahl Vertreter als auch Mitglieder des Gemeinderates eingefunden. Ausschussvorsitzender Richard-Flohrs Richardsen (CDU) führte zügig durch die Tagesordnung.

Der Tagesordnungspunkt „Beratung und Empfehlungsbeschlussfassung zur Einführung einer Nordseecard“ war entgegen des Verlaufes der Sitzungen im Tourismusausschuss kein Aufreger. Die erste Sitzung am 30. April führte nach Information durch Frank Ketter von der NTS und Matthias Wendorf von der Wiif GmbH nach längerer Aussprache wegen Beratungsbedarfs zur Vertagung (wir berichteten). Eine neue Sitzung des Tourismusausschusses musste anberaumt werden. Ihr ging noch eine fraktionsübergreifende Informationsrunde seitens der Tourismus-Zentrale voraus. In der zweiten Sitzung wurde dann klargestellt, dass es im engeren Sinne nicht um die Einführung der Nordseecard ginge, sondern um die Kosten, die bei der von der NTS gewünschten Beteiligung der Dünen-Therme haushaltsmäßig zu erwarten sind. Letztlich sei davon auszugehen, dass kein Risiko bestünde, da das Geld wieder reinkäme. Allerdings soll die Ermäßigung seitens des Vermieters eingepreist werden. Das wurde kritisch gesehen. Dennoch entschied der Tourismusausschuss in dieser Sitzung für die mögliche Einführung der Nordseecard mit 5 Ja, 2 Nein und einer Enthaltung. Dieser gab sein Votum nun ohne große Erörterung der Sachverhalte und lehnte den Beschlussvorschlag bei 3 Ja und 4 Nein ab. Bürgermeister Rainer Balsmeier kommentierte das so: „Solche unterschiedlichen Empfehlungen von Tourismus- und Finanzausschuss haben wir nicht das erste Mal. Die Gemeindevertretung hat nun in der Sitzung am 11. Juni das Wort.“

 

Einstimmig votierte der Ausschuss für die Anpassung der Strandkorbtarife ab 2020. Seit 12 Jahren sind die Preise konstant. Mit dann neun statt bisher sieben Euro pro Tag und bei sechs Tagen für 48 statt 42 Euro handelt es sich immer noch um eine bezuschusste Serviceleistung an den Gast, die im Vergleich zum Wettbewerb an Nord- und Ostsee bei zehn und mehr Euro pro Tag immer noch günstig ist.

Gemäß Kommunalabgabengesetz läuft die Satzung über die Erhebung der Zweitwohnungssteuer am 31. Dez. nach 20 Jahren aus und ist anzupassen. Gesetzliche Regelungen wie die Datenschutzgrundverordnung und Präambel werden neu formuliert. Ansonsten bleibt alles wie bisher. Beim Verfassungsgericht sind Klagen in Sachen Zweitwohnungssteuer in den Orten Timmendorfer Strand und Friedrichskoog anhängig. Bis zu einer Entscheidung dauere es wohl eineinhalb Jahre. „Diese Urteile werden zu einer neuen Veranlagung führen. Das verschafft uns Luft“, so Bürgermeister Balsmeier. Das Votum fiel einstimmig dafür.

Für St. Peter-Ording stellt sich die Berechnung für die Abwässer so dar, „wie wir das haben möchten“, sagte Rainer Balsmeier in seinen Mitteilungen. „Wenn sich nichts Negatives tut, werden die Preise voraussichtlich wohl nicht geändert werden müssen.“

Hjr, 04. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Siehe auch unter

2019 April 2   Tourismusausschuss St. Peter-Ording hält sich noch bedeckt

Nordseeschule rückte Klimawandel ins Bewusstsein ihrer Schüler

 

Eines dürfte den etwa 600 Schülerinnen und Schülern der Nordseeschule St. Peter-Ording – Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil und Europaschule – ins Bewusstsein gedrungen sein: Klimawandel geht nicht, wenn sie wie wir alle nicht selber bereit sind, unser Verhalten zu ändern. – Diese Binsenweisheit bewusst zu machen, kann nicht oft genug geschehen. Nur muss sie unterschiedliche Wege beschreiten, um möglichst viele zu erreichen. Greta Thunberg hat es vorgemacht. „Fridays for Future“ hatte auch die St. Peteraner Jugendlichen animiert, für das Klima und die Einhaltung der CO2-Reduzierung auf die Straße zu gehen. Nun hatte die Schule diese Thematik für die Klassenstufen 5/6, 7/8 und 10-12 in je eineinhalbstündigen Sequenzen in der Aula auf den Stundenplan gesetzt.

„Die Multivision e.V.“ mit Sitz in Hamburg hält dazu für Schulen ein Angebot bereit, das die Thematik mit Anmoderation, Informationsfilm, Fragen – Antworten, Animationsfilm zum Ändern eigenen Verhaltens und Abmoderation aufbereitet hat. Ziel des Vereins ist die Förderung der politischen und gesellschaftlichen Bildung, Aufklärung und Erziehung von Jugendlichen. Seit 1998 werden Schulbildungsveranstaltungen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Ökologie, Demokratie und Menschenrechte konzipiert. Die UNESCO-Kommission hat den Verein für „Nachhaltigkeit lernen“ ausgezeichnet.

„Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft.“ war der Titel der Veranstaltung, die der diplomierte Politikwissenschaftler Björn Wiele mit den Jugendlichen aus den verschiedenen Altersgruppen durchführte. „Wer hat heute schon Energie benutzt und wo?“ waren seine ersten Fragen. „Handy und Bus“, waren die ersten Antworten. Aber schnell war man dann bei der Sonne als Energielieferant, bei Pflanzen und Tieren, bei der übermäßigen und gestiegenen Produktion von Kohlenstoffdioxid durch Verbrauch von Energiereserven seit 250 Jahren. „11 Tonnen CO2 pro Jahr produziert heute jeder Mensch. 30 Quadratmeter Eis verschwinden dadurch jedes Jahr. Der Meeresspiegel steigt.“ - Nur wenn wir das „Zwei-Grad-Ziel“ erreichen, können wir das Schlimmste verhindern.- Möglichkeiten wurden aufgezeigt mit der Speicherung von zu viel produziertem Ökostrom - Stop Talking, Start Planting – Brunnenbau in der Sahelzone und Pumpenbetrieb durch erneuerbare Energie – aber auch Einsparung und bewussteren Umgang mit ihr. „Obwohl wir die Zukunft nicht wissen, können wir sie gestalten. Auch wenn es sehr schwer ist: Dazu müssen wir unser Verhalten ändern.“

Die erste Frage bei den 13 bis14-Jährigen war die nach den Auswirkungen für die Tiere. Das Problem des Weizens mit Dürreperioden stand danach plötzlich im Raum. Bei Plastik in den Weltmeeren wurde die Frage gestellt: „Gibt es andere Produkte wie Plastik, die problematisch sind?“ E-Mobilität, Feinstaubbelastung, Kerosin, Kreuzfahrten und Flugreisen – die Jugendlichen wussten schon, wo der Schuh drückt. Die Frage „Könnte man nicht die Abgase zur Energiegewinnung nutzen?“, zeigte auf, wie sie zu denken bereit sind. Vorwiegend waren es Jungen, die in dieser Gruppe Fragen stellten. Die 13jährige Pia fragte kritisch nach: „Sind die Klimaziele für 2050 nicht für zu spät angesetzt?“ Für sie waren diese beiden Unterrichtsstunden interessant. „Bei ‚Fridays for Future‘ war ich auch dabei“, berichtete sie.

 

Meinung

Es ist gut, dass Schule sich dieser Thematik in solchen Veranstaltungen stellt, aber die Thematik muss an geeigneten Stellen im Unterricht vertieft und wissensmäßig untermauert werden. Was z.B. meint „11 t Kohlenstoffdioxid“? „Wieviel Kubikmeter sind das?“ „Wieviel trägt unsere Atmung dazu bei?“ „Welche Menge Kohlenstoffdioxid liefert ein Liter Oktan?“ „Welche Bedeutung hat Kohlenstoffdioxid für unser Leben?“ „Wie lässt sich Kohlenstoffdioxid in Produktionsprozessen nutzen?“ …..

Das zu vermitteln, ist Aufgabe von Schule. Sie würde damit das Engagement der Einrichtungen Max-Planck-Institut für Meteorologie, Help – Hilfe zur Selbsthilfe, Plant for the Planet-Foundation und Deutscher Städte- und Gemeindebund für die Erstellung dieser Multivisionsschau und deren Präsentation erst wirklich rechtfertigen. Schülerinnen und Schüler müssen in Schule lernen und erfahren, wie Wissenschaft und Technik heute mit ihrem Wissen und ihren Verfahren aufeinander aufbauen. Sie brauchen dafür anschaulich vermitteltes fundiertes Hintergrundwissen. Das konnte die Multivision „Energievision 2050“ trotz bemühter Moderation und Einsatz moderner Präsentationstechniken nicht hinreichend vermitteln.

Hjr, 5. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Deichgalerie und Sommerwiese sind eins und doch viel mehr

 

Die alte Kate Norderdeich 43 in Ording ist seit Jahren „Kulturpunkt“

Mit dem Titel „Zwischen Himmel und Meer – Ausstellung Sommerwiese“ macht die Deichgalerie Sibille Rehder am Norderdeich in Ording im Veranstaltungskalender der Tourismus-Zentrale auf sich aufmerksam. Sibille Rehder zeigt ihre fotografischen und neuen Arbeiten und Arne Prohn wieder einmal seine Windobjekte. Geöffnet ist sie in diesem Jahr bis zum 27. September von Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, im Juli und August zusätzlich am Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 04863 2867.

„Welch ein Glück“ und „Wie schön“ muss man einfach sagen, dass es das auch diesen Sommer gibt. Denn was der Besucher zu sehen bekommt, ist nicht nur Kunst, es ist viel mehr. Hinzu kommt ein Haus mit seinem Gelände und der weiten Natur drum herum. Das sind der Seedeich mit den Schafen und vor dem Haus ein Graben mit Weiden – typisch Eiderstedt. Von der Zufahrt her fällt erst die Deichgalerie mit Sibille Rehders Kunstwerken in den Blick, aber der geht dann auch vor Betreten des kleinen Gebäudes gleich in den „Garten“, möchte man denken, aber es sind scheinbar kleine Lahnungsfelder. Sie sind so gepflegt, als wenn hier Schafe grasen würden, und die zwischen ihnen befindlichen „Grüppen“ entweder an hochstehenden Gräsern und Blühpflanzen bzw. auch am Schilf erkennbar.

Das Gebäude selbst war eine kleine Kate aus der Zeit um 1800, die von Arbeitern oder Dienstknechten mit ihrer Familie bewohnt wurde, ehe sie 1919 der Ordinger Fischer Emil Martens erworben hat. 1952 wechselte die Kate ihren Besitzer. Dr. Hans Rehder und seine Frau Elfriede aus Hamburg, die Eltern von Sibille Rehder, erwarben das Kleinod als Sommersitz. Ihr gehört das um einen Erweiterungsbau bestehende Anwesen heute. 2002 eröffnete sie ihre Deichgalerie. Sie und ihr Mann Thomas Bartram bewohnen und pflegen liebevoll „Haus und Landstelle“. Seit Kindheitstagen haben beide eine Beziehung zu Ording.

Seit 2011 haben Kunstinteressierte und Besucher nicht nur die Möglichkeit, Sibille Rehders Werke in der Deichgalerie in Augenschein zu nehmen und zu staunen, wie sich ihre „Fotokunst“ erweitert hat, sondern sie können auf der Sommerwiese zusätzlich das Zusammenwirken von Kunst und Natur in einer Vielfalt erleben, die ihresgleichen sucht. Es ist das Spiel des Lichtes, des Windes und der Farben. Manches Mal möchte man zum Augenblicke sagen: „Verweile doch, es ist so wunderbar“, aber da ist der Eindruck vielleicht schon ein anderer. Bei etwas Glück aber könnte er sich wiederholen oder erneut wachgerufen werden.

Das gilt dieses Jahr wieder für die Windobjekte von Arne Prohn. „Seewind“ hieß die erste Ausstellung dieser Art auf der Sommerwiese. Im Jahr darauf war es Jons Drawert aus Bergenhusen mit seinen Skulpturen der anderen Art. Keramikobjekte gab es von Gudrun Pöpperling aus Norderstedt und Skulpturen von Günter Nommsen aus Kating. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an seine „Spiegelscherben“. Birgit Bock aus Norderstedt hatte ihre kleinen Individualisten „Typen wie du und ich“ hierher auf „Urlaub“ geschickt. Anne Ochmann aus Berlin brachte ein großes aus Weiden und Eschenzweigen gefertigtes weißes Boot, aber auch kleinere aus Terrakotta und Bronze mit. Im vergangenen Jahr war sie mit Keramik-Objekten hier.

Oft aber bereicherte Arne Prohn die Sommerwiese mit seinen Windobjekten. Dieses Jahr sind es der „Große Watvogel“, „Regatta“, „Nautilus“, „Balance“ und mehr. Doch auch Wale gleiten über die Wiese und Ochsen schauen ihnen von weitem zu. Man könnte sie alle beschreiben, aber man muss seine Windobjekte und Skulpturen aus Stahl in ihrer „echten Schwere und anmutigen Leichtigkeit“ bei einem Besuch auf sich wirken lassen, gerne auch bei einem zweiten, nicht nur des Erinnerns, auch der dann sicher neuen Eindrücke wegen.

Neue Eindrücke und Sichtweisen anderer Art vermittelt Sibille Rehder. Beeindruckte sie bis vor vier Jahren nur mit ihren wunderbaren Fotografien, hat sie durch Experimentieren für sich eine Technik entwickelt, bei der sie einerseits das Foto benutzt und andererseits eine völlig neue Aussage schafft. Sie benutzt die Fotografie als Untergrund für ihre „Malerei“. Das „fertige“ Foto wird auf unterschiedliche Art von ihr „unfertig“ gemacht. Das Foto ist Ausgangsstadium eines Prozesses, in dem Festgelegtes im Sinne von „sich in Bewegung setzen“ verändert wird.

Sie beschrieb das selber in der Vernissage am 25. Mai so:

„Das erreiche ich, indem ich bei einigen Arbeiten ein Foto zunächst zerschneide und wie ein Puzzle wieder neu zusammensetze. Dafür eignen sich eher ruhige und graphische Motive. Ich entferne mich von Grundaussage des Bildes, kombiniere mit anderen fremden Bildmotiven von z.B. Blech, Stein oder Sand, verdrehe, vertausche, setze neu zusammen, bis die neue Komposition eine für mich stimmige Aussage bekommt. Im nächsten Schritt verändere ich die Oberfläche der Fotografie und übermale das Bild oder die Collage mit Pastellkreiden, lasiere mit Gouache, wenn ich ganze Partien überdecken möchte oder setze z.B. mit Wachsstiften Konturen. Meistens verändere ich die originäre Bildaussage komplett.

Aus einem Meeresbild wird so wehendes Gras im Vorland, aus venezianischem Marmor eine winterliche Marschlandschaft, aus Sandverwehungen eine tierhafte Höhlenmalerei oder die Makroaufnahme einer Hagebutte wird Teil des Universums.- Ich löse mich von dem Original und schaffe eine komplette Veränderung. Alles ist erlaubt, alles ist reine Spielerei.“

In ihren Bildern steckt Leben! - Das ist bei den Skulpturen ähnlich. Wenn Arne Prohn zu seinen Arbeiten erzählt, dann glaubt man, den Entstehungsprozess des Objektes mitzuerleben. Auch sie wirken belebt.

Hans Jörg Rickert, 01. Juni 2019, www.jb-spo.de

Siehe zu „Deichgalerie und Sommerwiese“ auch unter www.jb-spo.de

2011 Mai             „Seewind“ - Ausstellung vom 07. Mai bis 15. Juli 2011 in der Deichgalerie

2012 Mai             Deichgalerie lädt ein zum Besuch der „Sommerwiese“

2012 Juli               Sommergäste in der Deichgalerie am Norderdeich in Ording

2013 Mai             Skulpturenausstellung auf der „Sommerwiese“ der Deichgalerie am Norderdeich

2014 Mai             Windobjekte auf der blühenden Sommerwiese der Deichgalerie

2015 Mai             Weite Reise und neue Sichten

2016 Mai             Ausstellung „Sommerwiese“ in der Deichgalerie

2018 Mai             „Die Lust, etwas Schönes zu schaffen, das Freude bereitet“

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