Seit 2006 gibt es an der Nordseeschule den Bilbao-Austausch

 

Spanische und deutsche Schüler machen ein Wirtschaftspraktikum im jeweils anderen Land

Seit 2004 trägt die Nordseeschule das Zertifikat Europaschule. Dieses kennzeichnet Schulen, die sich in besonderem Maße der Unterrichtung des europäischen Gedankens verschrieben haben. Die Nordseeschule füllt dieses Konzept in vielfältiger Weise mit Leben. Der Bilbao-Austausch ist einer der Bausteine. Praktiziert wird er mit der dortigen Deutschen Schule und seit 2004 existiert das Angebot für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe an Europaschulen in Schleswig-Holstein, in Spanien ein zweiwöchiges Wirtschaftspraktikum durchzuführen. Von 2006 an ist man ununterbrochen dabei. Gewohnt wird dort in dieser Zeit in Gastfamilien mit gleichaltrigen Jugendlichen, die dann in Betrieben an bestimmten Orten in Schleswig -Holstein ebenfalls ihr Praktikum durchführen und ebenso bei den Familien ihrer Gastgeschwister wohnen. In diesem Jahr waren es 34 junge Schleswig-Holsteiner aus Neumünster, Kiel, Rendsburg und Großhansdorf sowie Lübeck, Mölln, St. Peter-Ording und im Gegenzug dann auch 34 junge Spanier aus dem Großraum Bilbao. In der sechstgrößten Stadt Spaniens mit einer Fläche von 40,65 km² leben 345.800 Menschen (2018).

Amelie Herrmann, Jorge Jarasinski, Aurora Nuzzo und Jule Sönnichsen aus dem 11. sowie Malek Tellissi aus dem 12. Jahrgang der Nordseeschule nahmen dieses Mal an dem Austausch teil. Sie machten in einer Fleischerei, dem Kindergarten der Deutschen Schule, einer Apotheke und einem Hotel in Barakaldo ihr Praktikum. Ihre Gastgeschwister waren nun hier in Eiderstedt und machten ihr Praktikum in einem Bekleidungsgeschäft, bei einem Rechtsanwalt und Notar, einem Steuerberater sowie in einem Hotel und in einem Fitness-Club.

Unterschiedlich waren ihre Erfahrungen gegenüber denen in ihrem Heimatland. Dort geht es eben doch anders zu. So war es für Amelie Herrmann eine besondere Erfahrung, dass das Einkaufen von Fleischwaren zugleich auch viel Kommunikation unter den Einkaufenden einschloss. Es gibt dort noch richtige Stammkunden. Vom Outfit her konnte man die Jugendlichen nicht zuordnen. Sie waren auch vom Gesprächsverhalten her „Europäer“. Eneko Chen aus Bilbao allerdings sprach für seine Gruppe das aus, was sie alle empfunden hatten: So „klein“ hatten sie sich St. Peter-Ording, Tönning und Garding nicht vorgestellt. Das war für sie eine große Überraschung. Den Austausch fanden sie super. Der eine oder andere von ihnen hätte sich bei der Arbeit aber gerne mehr Kommunikation gewünscht.

Christine Krenzke von der Nordseeschule war in St. Peter-Ording für den Austausch verantwortlich. Ihr zur Seite stehen Marion Wolf und Maj-Britt Affrad sowie Victoria Bonin. Mit diesen vier Lehrkräften für das Fach Spanisch ist die Nordseeschule gut aufgestellt. Gelernt werden kann Spanisch am Gymnasialteil als dritte Fremdsprache ab Klasse 9 oder Jahrgangsstufe 11. Als zweite Fremdsprache sind an der Nordseeschule Französisch und Latein möglich. Erste Fremdsprache ist für alle Englisch. Die Koordination des gesamten Praktikums-Austauschs für alle teilnehmenden Europaschulen in Schleswig-Holstein hat Celia Digón vom Gymnasium in Großhansdorf. Die Nordseeschule ist dabei aktuell in einer Gruppe mit der Baltic-Schule Lübeck und dem BBZ Mölln. Lehrer Michael Schäufler aus Lübeck begleitete dieses Jahr die 10 Schüler und Schülerinnen dieser Gruppe in Bilbao.

Sehr aufgeschlossen und freundlich war das Miteinander, Sprachbarrieren gab es keine. Ob Deutsch oder Spanisch, Kommunikation war unter den Jugendlichen kein Problem. Das aber ist Kennzeichen der heutigen jungen Leute und wird durch solche Aktionen wie den Bilbao-Austausch gefördert und damit auch alltäglich. Die Studienfahrten der Oberstufenschüler der Nordseeschule wie die des diesjährigen Abiturjahrganges nach Katalonien und Schottland tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Zurzeit läuft außerdem unter der Leitung von Frau Wolf eine Sprachreise von Schülern und Schülerinnen des 11. und 12. Jahrganges nach Málaga. Wie gut, dass so etwas heute möglich ist und dass es auch stattfindet!

Hjr, 17. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

 

Frühzeitige öffentliche Beteiligung für das Nahversorgungsgebiet in Ording hat stattgefunden

 

Bauausschuss und Gemeindevertretung in St. Peter-Ording haben sich seit 2015 mehrfach mit dem künftigen Nahversorgungsgebiet an der B 202 Dreilanden neben der Tankstelle beschäftigt. Wer sich dafür interessiert hat, wusste inzwischen, dass Aldi seinen Standort im Gewerbegebiet Nordergeest aufgeben und sich gemeinsam mit Edeka auf dem etwa 1,7 Hektar großen Areal ansiedeln will. Die Planungen für den vorhabenbezogenen B-Plan 73 laufen. Jetzt war der Zeitpunkt für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 des Baugesetzbuches gekommen, um diese „über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen, die für die Neugestaltung oder Entwicklung eines Gebietes in Betracht kommen, und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung öffentlich zu unterrichten. Ihr ist Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben.“ So heißt es im Gesetzestext. Es ist ein formaler, jedoch nicht zu unterschätzender Akt. Hier kann jeder Bürger und jede Bürgerin der Gemeinde St. Peter-Ording teilnehmen, sich informieren, Fragen stellen, Kritik vorbringen, Anregungen geben und mehr. Der Begriff „frühzeitig“ ist für den Normalbürger allerdings verwirrend, wenn man bedenkt, dass darüber schon seit 2012 auch in der Öffentlichkeit immer wieder debattiert worden ist und 2015 erst ein Grundsatzbeschluss dafür hermusste. Der war denkbar knapp!

Dreizehn interessierte Bürgerinnen und Bürger waren zu dieser Öffentlichkeitsbeteiligung ins Standgut Resort gekommen. Stellvertretender Bürgermeister Richard-Flohrs Richardsen eröffnete. Vom Amt Eiderstedt Abt. Bauen und Entwicklung waren Jacqueline Peters, seitens des mit der Planung beauftragten Büros Sven Methner und Heike Marxen anwesend. Unter den Zuhörern waren Karsten Johst als Betreiber des künftigen Edeka Marktes und Antje Stöhrmann als Angehörige des landwirtschaftlichen Betriebes in Dreilanden, zu dem die umliegenden Ländereien gehören.

Es war eine sehr sachlich verlaufende Information, in der Sven Methner den bisherigen Ablauf des Verfahrens erläuterte und Näheres zur Planung ausführte. Edeka und Aldi als Vorhabenträger wollen dort einen Verbrauchermarkt von 1560 qm bzw. einen Discounter von 1280 qm bauen. Die Zuwegung erfolgt Im Norden über einen Kreisverkehr in der B 202 (Straße Dreilanden) mit südlich Fußgänger- und Radfahrerquerung und im Süden (aus Richtung Bad) in Höhe der Tankstelle nur Querung, aber jeweils mit Querungshilfe. Der angedachte zweite Kreisverkehr beim Strandweg ist vom B-Plan entkoppelt worden, bleibt aber weiterhin als Verkehrsinfrastrukturmaßnahme möglich. 35 Prozent der Fläche dürfen überbaut werden, bis 80 Prozent sind zulässig einschließlich Stellplätzen und Zufahrten. Natur- und Lärmschutzmaßnahmen sind gegeben durch entsprechende Anlagen. Ein Amphibienzaun wird angelegt. Für die vorhandene Tränkekuhle wird hinter künftig Aldi auf dem zum Areal gehörenden Grünstreifen ein Biotop angelegt. Gräben werden erhalten bzw. neu geschaffen. Auswirkungen auf bestehende Handelsstrukturen liegen unter 10 Prozent; die Edeka-Läden im Bad und im Dorf bleiben. Die Landesplanungsbehörde und die Städte Garding und Tönning waren einbezogen. Es gab keine ablehnenden Stellungnahmen.

Fragen und Bedenken seitens der Zuhörer zu verkehrlichen Situationen konnten beantwortet bzw. ausgeräumt werden. Auch naturschutzrechtliche Bedenken und Anregungen gaben keine neuen Ansätze. Wohnmobilen als Verkehrsmittel auch zum Einkaufen und größeren Fahrzeugmaßen überhaupt werden die Parkflächen Rechnung tragen. Der durch die zusätzliche Versiegelung vermehrt notwendigen Entwässerung wird u.a. mit Rückhaltevorrichtungen begegnet. Hier ging es insbesondere um die jetzt schon vorhandenen Überflutungen der Grünlandflächen beim Haubarg Dreilanden 11 (ehemaliger Stöhrmann-Stammhof)

Hjr, 17. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Siehe auch unter www.jb-spo.de

2019 Mai          Der Vorentwurf für den Einzelhandel in Ording nimmt Gestalt an

Kunsthaus Wittendün - Ausstellung Ulrike Hansen

 

In der Galerie Tobien stellte sich am Mittwoch, 19. Juni 2019, die Künstlerin Ulrike Hansen mit ihren Bildern vor.

"Am Anfang steht immer die weiße Leinwand. Sehr gerne gebe ich ihr, bevor ich die ersten Farbflecken setze, einen lasierten Grundton, mal warm, mal kalt, je nachdem wie das Wetter draußen ist, wie ich im Moment gestimmt bin oder was meiner ersten Bildidee gerade entgegenkommt. ...

Ulrike Hansen erzählte locker und guter Stimmung an diesem sonnigen Nachmittag von ihrer Malerei. Sie studierte an der Fachhochschule Köln bei Prof. Franz Dank, an der Kunstakademie Düsseldorf, an der Hochschule der Künste in Berlin, machte ihren Meisterschülerabschluss bei Prof. Kuno Gonschior und betreibt seit 1988 ihr Atelier in den Gerichtshöfen in Berlin-Wedding. Die hier ausgestellten Bilder sind mit Eitempera gemalt. Lebhafte, farbintensive Bilder entstanden, die die Helligkeit des Strandes widerspiegeln. Durch die großzügige Setzung der Farbflecken enststeht kein vollständig in Einzelheiten ausgemaltes Bild und dadurch bleibt der Phantasie des Betrachters viel Raum, lässt die Interpretation zu. "Gerade dieses Zurückfinden in die Freiheit, in die Vereinfachung und Entgrenzung gibt dem Bild die Entwicklung -..." (J. Reichert)  Dazu muss man dann auch ein paar Schritte Abstand von den Bildern halte, damit man sie in ihrer Kraft, Ruhe und Lebhaftigkeit genießen kann.

Festlichkeiten zu 20 Jahre Lobback-Orgel in der Kirche St. Peter

 

Orgelerlebnisse vom musikalischen Gottesdienst bis zum Sinfoniekonzert

Am Sonntag Trinitatis 1999 war die Lobback-Orgel eingeweiht worden. Erst 1895 hatte die St. Peter-Kirche ihre allererste Orgel von Marcussen aus Apenrade bekommen. Ihr folgte 1954 die Kleucker-Orgel und schon 1971 eine Orgel der Firma Kemper. Alle drei hatten sie unter den Platzverhältnissen und den schwingenden Glocken gelitten, die einen neuen Platz im Glockenturm auf dem Friedhof erhielten. Für die Orgel war dadurch in der Kirche der erforderliche Raum geschaffen worden. Zwanzig Jahre hat sie nun das Leben in der St. Peter-Kirche begleitet und Glanzpunkte in den Gottesdiensten, in der „Orgelmusik zur Marktzeit“ sowie in großen Orchesterwerken bekannter Komponisten gesetzt.

Kirchengemeinde und der 1993 gegründete Orgelbauverein - heute mit dem Zusatztitel Verein zur Förderung und Pflege der Kirchenmusik St. Peter-Ording e.V. benannt, wie bei der Gründung angedacht - haben das zum Anlass genommen, der „Musik in der Kirche“ mit einer Reihe besonderer Veranstaltungen Raum zu geben, in denen die Lobback-Orgel mit ihren 2438 großen und kleinen Pfeifen, den drei Manualen und Pedal von Interpreten unterschiedlicher Genres als „Königin der Instrumente“ präsentiert und bleibende Hörerlebnisse schaffen wird. Den Anfang machten bereits am Sonntag Trinitatis 2019 der „Musikalische Gottesdienst“ und das noch nachklingende Orgelkonzert am Abend mit dem Organisten Julián Andrés Bewig aus Valencia mit Werken von Johann Sebastian Bach, August Gottfried Ritter und Marcel Dupré und einer Batalha im 6. Ton aus dem 17. Jahrhundert in Spanien.

So einen beeindruckenden Gottesdienst hatten die meisten der Besucher kaum vermutet. Sehr gut besetzt war die St. Peter-Kirche, vor allem auch von auswärtigen und sangeskundigen Gästen. Das war ein schon besonderer Klang, der den Kirchenraum erfüllte, als das „Kyrie eleison“ mit dem Liedruf „Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich. Herr erbarme dich“ von so vielen Menschen und dabei mehrfach in Verbindung mit dem „Christe eleison“ aus der „Messe solemnelle“ für Orgel von Francois Couperin (1668-1733) gesungen wurde, dem sich das zugehörige „Gloria“ nach dem Gesang der Gemeinde „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ anschloss. Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen spielte die Orgel und hatte vor Beginn auf musikalische Inhalte aufmerksam gemacht. Er lud zum Hören, Einkehr halten und die Gedanken schweifen lassen ein, um sich danach im Mitsingen wieder mit dem Klang der Orgel zu verbinden. Sein Versprechen für einen „schönen, erlebnisreichen Gottesdienst“ haben Pastorin Regine Boysen und er weit mehr als erfüllt.

Sie hatte das Thema in ihrer Predigt aufgegriffen und stellte der Orgel das Zeugnis aus, treu und unermüdlich das Evangelium zu verkünden, immer neu zu erzählen und den Menschen Trost zu spenden und mit ihnen Freude zu teilen. Gemeinschaft der Menschen im Gottesdienst werde durch dieses Instrument erst richtig ermöglicht. „Eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele“, verwies sie auf diesen Albert Schweitzer zugedachten Satz. Christoph Jensen unterstrich die drei Teile ihrer exzellent vorgetragenen Texte mit entsprechenden Improvisationen, die zuweilen an Sphärenklänge des Himmels erinnerten. Anerkennende Worte gab es für Regine Boysen und großen Beifall für Christoph Jensen. Den Gottesdienst eingeleitet hatte er mit dem „Paeludium“ und beendet mit der „Fuge C-Dur“ BWV 547 von Johann Sebastian Bach.

 

Wie gewohnt erklingt als nächstes am Mittwoch, 19. Juni um 10 Uhr die Orgelmusik zur Marktzeit. Danach gibt es eine Orgelführung, und nicht mehr benötigte alte Orgelpfeifen können käuflich erworben werden. Am Freitag, 21. um 20 Uhr sind „Violoncello und Orgel im Dialog“ mit Niklas und Christoph Jensen zu erleben. Sonntag, 23. Juni 20 Uhr gibt es andere Orgelmusik mit dem „Duo ZIA“, betitelt „Crossing Borders – eine Weltreise in Jazz“, mit Marcus Rust (Trompete) und Christian Grosch.- Orgelgeschichte(n) mit viel Musik präsentieren Mitglieder des Orgelbauvereins und Christoph Jensen am Mittwoch, 26. Juni um 20 Uhr. Am Sonntag, 30. Juni folgt um 20 Uhr ein Sinfoniekonzert mit der „Pavane“ von G. Fauré, dem „Orgelkonzert g-moll“ von Fr. Poulenc und der „5. Symphonie“ von L.v. Beethoven. Reinhard Gräler an der Orgel und das Concerto Classico spielen unter der Leitung von Christoph Jensen. Karten gibt es im Vorverkauf im Kirchenbüro St. Peter oder in den TZ-Infos im Dorf und im Bad.

Weitere Angaben im Flyer „Musik in der Kirche“ 2019 und zu Musik in der Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating unter www.preester-gang.de

Hans Jörg Rickert, 16. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Abitur 2019

 

Gymnasium der Nordseeschule entließ seinen Abi-Jahrgang aus der Schule

Die Feierstunde begann musikalisch mit „You’ve got a friend“ (Carol King). Lisa Elischer (Abiturientin) am Klavier und Studienrätin Alina Krügel gestalteten damit einen eindrucksvollen Auftakt.

Schulleiter OStD Nils-Ole Hokamp eröffnete seine Begrüßung mit „Sie haben es geschafft. Heute ist ihr besonderer Tag. Sie bekommen ihr Zeugnis.“ –  „Wir werden Sie positiv in Erinnerung behalten. Sehen Sie Ihren Schulabschluss als Türöffner und machen Sie aus allen Dingen das Beste.“- Die Grüße des Schulverbandes Eiderstedt überbrachte Bürgermeister Rainer Balsmeier in seiner Funktion als dessen Vorsteher. Er widmete sich der oftmals auch entscheidenden Bedeutung des Zufalls im Leben und animierte zum gesellschaftlichen Engagement mit Vernunft und Motivation. „Machen Sie mit. Eine demokratische Gesellschaft braucht Sie.“- Gerd Stecher sprach für die Eltern, rückte deren Zeit als Behüter, Taxifahrer, Nothelfer und „Muttizettel-Ausfüller“ ins Bewusstsein, um sich danach schon den Tag vorzustellen, an dem er auf ihren Rat bzw. Hilfe angewiesen sein wird. Das gab er Ihnen mit auf den Weg: „Egal, wohin ihr geht, passt bitte auf euch auf!“

 

Zu diesem Zeitpunkt setzte der Projektchor mit „Slipping through my fingers“ von ABBA unter Leitung von Christoph Jensen mit Samuel aus der sechsten Klasse am Schlagzeug eine Zäsur. Für das Kollegium wollte Torsten Westphal „konkrete Dinge“ ansprechen. Was nun in seiner Rede „Fake News“ waren oder nicht, wussten die Beteiligten selber am besten. Wahrheit jedenfalls waren die Klassenfahrten nach Barcelona und Schottland, das aus „Drei mach Zwei“ der Klassen zu Beginn des 13. Jahrgangs und dass sich diese Zusammenlegung positiv gestaltete- Timon Brandt – von Sylt und seit der 7. Klasse im Nordsee-Internat – bewies mit seiner witzigen, humorvollen „Rede für die Schüler“, dass er nicht umsonst an die Nordseeschule nach St. Peter-Ording gekommen ist, sondern dass er hier auch Erfahrungen fürs Leben machen konnte, was seine „geheimen Einblicke“ über „abgeleitete Extremstellen“ oder „Unterricht unter den Tischen“ erkennbar machten. Er jedenfalls bescheinigte dem Kollegium: „Danke – Ihr habt einen tollen Job gemacht“, und erntete stehende Ovationen seiner Mitabiturienten. Nils-Ole Hokamp bestätigte anerkennend, dass Timon Brandt seine Rede bezüglich des Beifalls getoppt hätte.

„Somewhere only we know“ von Keane mit Lisa Elischer und Alina Krügel sowie nun Joshua Bombis am Schlagzeug leiteten zu den Ehrungen über.

Geehrt wurde mit einem Jahr Gratis-Mitgliedschaft für die beste Leistung in Philosophie und für den Verein Deutsche Sprache für die beste Deutsch-Abitur-Arbeit sowie der Durchschnittsnote 1,0 im Zeugnis Tina Bidiak.

Für die beste Leistung in Latein wurde Sunna Ratzmann mit dem Athena Preis ausgezeichnet. Dank für besondere Leistungen für die Fachschaft Musik wurden Lisa Elischer und Lisann Simon, für ihren Einsatz in der Schülerbücherei Ronja Stecher und den Einsatz in der Cafeteria Ronja Stecher und auch Lisann Simon ein weiteres Mal und mit ihnen Michelle Eden, Nick Nebel, Söre Loof, Lilly Kühn und Gesa Hörnke ausgesprochen.  Diese Tätigkeiten seien „Auszeichnungen für die Alltagstauglichkeit“, hatte Albert Vietz wertschätzend  erwähnt.

Oberstufenleiter Dr. Thomas Pickhardt übernahm die Ausgabe der Abiturzeugnisse. Nach den Fotos der Klassen folgte dann – so ist es am Gymnasium der Nordseeschule traditionell üblich – der Irische Segenspruch für alle.

 

Hans Jörg Rickert, 17. Juni 2019, www.jb-spo.de

Klasse 13 a – Klassenlehrer: Herr Torsten Westphal

Klasse 13 b – Klassenlehrer: Herr Andrej Keiper

Gemeindevertretung arbeitete Tagesordnung fast zügig ab

 

In ihrer achten Sitzung hatte die Gemeindevertretung St. Peter-Ording manche Weichen zu stellen. Als eine Personalie war die Ernennung des neuen Wehrführers Tom Schade darunter (wir berichteten extra). Danach ging es im Wesentlichen um im Tourismus- und Finanzausschuss vorbereitete und mit Empfehlungsbeschluss versehene Angelegenheiten wie die

Satzung über die Erhebung der Zweitwohnungssteuer (einstimmig bei einer Gegenstimme),

die Anpassung der Strandkorbtarife (einstimmig) und

die Teilnahme der Dünen-Therme im Zusammenhang mit der Einführung der Nordsee-Card (zehn Stimmen dafür, vier Nein, eine Enthaltung).

 

Dass allerdings die Beratung und Beschlussfassung über die Satzung der Gemeinde St. Peter-Ording über die Bildung eines „Ü-60-Beirates“ von der Tagesordnung genommen worden war, fand bei den Senioren weniger Verständnis.

Bürgervorsteher Boy Jöns (CDU) begründete das mit Beratungsbedarf in der SPD-Fraktion und machte deutlich: „Wir sind selbstverständlich für die Einrichtung eines Ü-60-Beirates.“

 

Als Vorsitzender des Bauausschusses trug Kurt Kahlke (SPD) die

Stellungnahme der Gemeinde zur Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes

vollständig vor. Interessiert hörten besonders die Einwohner zu, dass der Ort über die vorhandene Infrastruktur mit den vielen gesellschaftlichen Einrichtungen sowohl für die umliegenden Gemeinden als auch für die gefragte Urlaubsdestination eine wichtige Versorgungsfunktion erfüllt.-

Rechne man alle Einwohner (4029, dazu 497 anteilige von Tating), Zweitwohnungsbesitzer (4900) und die 2,5 Mio Übernachtungen zusammen, ergibt sich für die Infrastruktur der Gemeinde St. Peter-Ording ein tägliches Personenaufkommen von 11.753 Einwohnern.

Deswegen wird um Einstufung als Unterzentrum – statt nur als ländlicher Zentralort – gebeten.

-Zusätzlich wird in der Stellungnahme darauf hingewiesen, dass „durch die Einstufung des Gemeindegebietes als ‚potentiell signifikantes, ausreichend geschütztes Hochwasserrisikogebiet‘ die touristische Entwicklung der Gemeinde nicht eingeschränkt oder gar zum Erliegen gebracht werden soll.“- CDU -Fraktionsvorsitzender Bodo Laubenstein beantragte , dass zusätzlich die Gemeindevertreter ihr Votum dafür selbst auf einem Beiblatt deutlich machen, um der Angelegenheit so ein größeres Gewicht zu geben. Die Vertretung beschloss sowohl Stellungnahme als auch dieses Ansinnen jeweils einstimmig.

 

Unter Punkt 4 „Bekanntgabe der Beschlüsse aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung“ nannte der Bürgermeister

1. die Verlängerung des Vertrages mit dem für die Gemeinde St. Peter-Ording eingestellten Stadtplaner,

2. die Vergabe der Garten- und Landschaftsarbeiten für das Projekt Naturerlebnispromenade im Umfang von 5,928 Mio € bei einer Förderung von 70 Prozent und 3. die Kreditaufnahme für den Erwerb der Anteile der SH Netz AG im Wert bis 1,5 Mio € zu 0,03 Prozent.

 

In seinem zweiten Mitteilungsblock überbrachte Rainer Balsmeier zunächst die positive Botschaft, dass sich an den

Abwassergebühren voraussichtlich nichts ändern werde.

Sehr engagiert rief er danach alle auf, die

Möglichkeit des Glasfaserausbaus bitte sehr ernst zu nehmen und mit der BBNG bis zum 30. Juni Verträge über den Anschluss abzuschließen.

„Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass wir uns mit dem heutigen Stand der Internet-Versorgung nicht zufriedengeben können. Als Tourismusort brauchen wir den Glasfaseranschluss. Und wir brauchen Sie als Multiplikatoren für den Abschluss der Verträge. Werben Sie bitte dafür.“ Noch ist das Ziel von 60 Prozent nicht erreicht. Nähere Angaben dazu konnte und wollte er nicht machen.

 

In der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung waren es zum Teil provokant vorgetragene Fragen einschließlich Stellungnahmen von Bürgern zu B-Plan 79 „Hotel de Dün“,

Standort der Rettungsstation beim Flugplatz und

die seitens der CDU erfolgte Zurückstellung ihres Antrages bezüglich Ortsentwicklung.

 

Die Tatsache, dass Bürgervorsteher Boy Jöns die von mehreren Seiten geforderte Einwohnerversammlung für den 1. Oktober ankündigte, lässt auf ein entspannteres Miteinander von Einwohnern, Verwaltung und Gemeindevertretung hoffen.

Hjr, 13. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Pfingstmontag: Vielfältiges Leben am Ordinger Strand

 

Auch der ökumenische Open-Air-Pfingst-Gottesdienst konnte stattfinden

Wie wird das Wetter zu Pfingsten? Diese Frage stellten sich nicht nur die Urlauber und Gäste am Ort und am Strand, auch Strandsegler, Wassersportler der zurückverlegten XH2O Wassersport-Station, Tourismus-Zentrale mit ihren Aufsichtführenden an den Strandstationen und DLRG, sicher auch die Gäste der Geburtstagsfeier auf einem der Strandpodeste neben dem neuen Mehrzweck-Pfahlbau, aber vor allem auch Diakonin Andrea Streubier von der ev. Urlauberseelsorge mit ihrem Team.

Pfingstmontag ist laut Planung Open-Air-Gottesdienst am Ordinger Strand um das Karkenschipp. Am Morgen sah es noch nicht so aus, dass er dort stattfinden könnte, denn es regnete zunächst. - Pfingstsonntag war schönes Sonnenwetter gewesen; am Sonnabend war es mit dem doch kühlen und sehr starken Wind recht gewöhnungsbedürftig. - Doch es klarte an diesem Tag rechtzeitig im Laufe des Vormittags auf. „Bewegung kam in die Kirche“. Bis auf die Hüpfburg konnte bei dem steifen Wind beim Karkenschipp alles aufgebaut werden. Der Open-Air-Pfingst-Gottesdienst musste nicht in die kleine Ordinger St. Nikolai-Kirche ausweichen. Er fand am Strand statt. Und der Nordwestwind trug später manche Liedstrophe wohl hörbar bis zur Wassersportstation.

Das Mitarbeiterteam der Urlauberseelsorge für die nächsten vierzehn Tage war am Pfingstsonntag angereist. Zu ihm gehören als Schulpraktikanten der Siebtklässler Emil Rother aus Langenselbold bei Frankfurt sowie die Zehntklässlerinnen Madita Erlandson und Gesa Hinz aus Hamburg wie auch die Studierenden Manuel Schmidt und Neele Bunscheit – Studiengang „Religion und Gemeindepädagogik mit sozialer Arbeit“ (2. Semester) – von der Ev. Hochschule Ludwigsburg. Sie bauten mit auf und ab und wirkten an der Gestaltung des Gottesdienstes mit Pastor Carsten Hokema von der Ev. Reformierten Kirche, Pastorin Regine Boysen von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating, dem Posaunenchor St. Peter unter Leitung von Christoph Jensen bei Gesamtleitung von Andrea Streubier mit. Im Mittelpunkt steht immer das Pfingstgeschehen, begleitet von Taufen. Dieses Mal war es nur die eine Taufe des kleinen Fiete, der in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wurde.

Für manche der vielen Teilnehmer – sie kamen u.a. aus Wiesloch bei Heidelberg, Ritterhude bei Bremen, Husingen im Taunus, Hamburg - ist das Karkenschipp jährlicher Anlaufpunkt am Pfingstmontag wie für den ehemaligen Elektro-Ingenieur Heinz Koop mit Beagle-Hündin und seine Frau Ursula. Seit über vierzig Jahren kommen sie nach St. Peter-Ording. Er war in Hamburg tätig gewesen. Jetzt wohnen sie in Miltenberg am Main (Unterfranken). „Wir kommen immer gerne hierher. Uns zieht es jedes Jahr mehrmals an die Nordsee. Auch die Kirche und die Gottesdienste in St. Peter mögen wir gerne“, schwärmte er fast.

Hjr, 11. Juni 2019, www.jb-spo.de

Siehe auch www.jb-spo.de 2018 Mai 2: Zehn Jahre „Karkenschipp“ am Ordinger Strand

Die Freiwillige Feuerwehr St. Peter-Ording hat einen neuen Wehrführer

 

Oberlöschmeister Tom Schade übernimmt die Schlüsselgewalt von Norbert Bies

In der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr St. Peter-Ording am 1. März war der Oberlöschmeister Tom Schade mit 41 von 48 Stimmen zum Wehrführer gewählt worden. Am 11. Juni 2019 wurde ihm nun mit Aushändigung der Ernennungsurkunde durch Bürgermeister Rainer Balsmeier das Amt übertragen. Das geschah im Rahmen der 8. Sitzung der Gemeindevertretung im StrandGut Resort bei Anwesenheit einer Vielzahl von Kameraden und Kameradinnen. Zuvor aber hatte jene der Wahl zuzustimmen. So verlangt es das Protokoll, denn die Gemeinde ist Träger der örtlichen Feuerwehr, für die im Haushalt Finanzmittel bereitgestellt sind. Einstimmig votierte die Gemeindevertretung für den neuen Wehrführer.

Kurzzeitig allerdings hatte die St. Peter-Ordinger Wehr keinen Wehrführer. Es waren nur einige Minuten, in denen die volle Last des Amtes auf den Schultern von erstem Stellvertreter Torsten Thomsen ruhte, aber das war für ihn auch nichts Besonderes. In der Feuerwehr gilt Kameradschaft. Jedes Mitglied weiß, was es zu tun hat und kann auch Führung übernehmen. Darauf kann sich Tom Schade in Zukunft genauso verlassen wie Hauptbrandmeister Norbert Bies in den vergangenen 20 Jahren und einem Monat. Er war das Gesicht der Wehr geworden und wurde nun von Bürgermeister Balsmeier mit in Teilen sehr persönlichen Worten von seinem Amt entbunden. Die Gemeindevertretung hatte in ihrer Sitzung am 17. Dezember 2018 der Bitte von Norbert Bies um vorzeitige Entlassung aus dem Ehrenbeamtenverhältnis zugestimmt. „Dank, Respekt und Anerkennung zollen wir Ihnen. Gemeinde und Wehr haben an einem Strang gezogen. Wir haben uns aufeinander verlassen können“, fasste der Bürgermeister bei der Übergabe der Entlassungsurkunde zusammen. Norbert Bies dankte innerlich berührt. Großen und anhaltenden Beifall gab es für ihn von allen Seiten.

Am 15. Mai 1999 war er zum Wehrführer ernannt worden. Nach drei vollen Wahlperioden stellte er sich am 26. Mai 2017 ein viertes Mal der Aufgabe mit der dringlichen Bitte, innerhalb von möglichst drei Jahren für ihn einen Nachfolger zu finden. Mit 14 Jahren war er am 17. März 1978 in die Jugendabteilung der Husumer Feuerwehr eingetreten und wurde Feuerwehrkamerad aus vollem Herzen. Er hätte die Wehr nie im Stich gelassen. Sein persönlicher Lebensweg führte ihn 1997 mit seiner Frau Regina und den beiden Kindern nach St. Peter-Ording, wo er seit 1. Januar die Klärwerksleitung übernommen hatte.

Wehrführer Tom Schade dankte nach seiner Ernennung und Ablegen des Diensteides für das Vertrauen und sagte Gemeinde und Kameraden zu, sich seiner Aufgabe gewissenhaft zu stellen. Er hatte sich zur Übernahme des Amtes bereit erklärt. Rainer Balsmeier machte ihm und gleichzeitig der Öffentlichkeit im Rahmen der Amtshandlung bewusst, dass Wehrführer zu sein bei im Jahr 100 Einsätzen und den weiteren Führungsaufgaben mit Dienstabenden, Fortbildung und mehr „kein Honigschlecken“ sei und auch der Familie einiges abverlange. Von seinem Vorgänger erhielt er als sichtbares Zeichen die Schlüssel. Der eine freute sich, der Verpflichtung nachgekommen zu sein, der andere, sich bewähren zu dürfen. Beifall gab es nun für beide.

Hjr, 12. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu

www.jb-spo.de 2019 März  Wehrführer Norbert Bies trat nicht noch einmal zur Wahl an

Pfingstkonzert mit barockem Klang der besonderen Art

 

„Konzert für Barockcello und Cembalo“ war die Ankündigung im Jahresprogramm von „Musik in der Kirche 2019“ für den Pfingstsonntagabend in der St. Peter-Kirche. Was die Konzertbesucher erlebten, war eine Reise der besonderen Art in die Musikgeschichte mit Kompositionen von Giovanni Bassano (1558-1617), Girolamo Frescobaldi (1583-1643), Georg Philipp Telemann (1681-1767), Domenico Zipoli (1688-1726) und Antonio Vivaldi (1678-1741). Das war nicht die mächtig klingende Musik, die zumeist mit der Barockzeit verbunden wird, sondern es waren die eher feinen und auch leisen Töne mit dem zum Barockcello gehörenden eigenen, sonoren und vollen Klang. Virtuosität ist dabei nicht ausgeschlossen.

Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen am Cembalo und der aus einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie stammende Ludwig Frankmar – er war zum dritten Mal Gast in der St. Peter-Kirche - gestalteten das Konzert mit einem Programm typisch barocker Musikformen wie Diminution, Canzona, Partita, Fantasia, Suite und Sonate etwa in der Reihenfolge der genannten Komponisten.

 

Ludwig Frankmar (* 10. August 1960 in Falun) war nach seinem Studium an der Musikhochschule Malmö bei Guido Vecchi zunächst Orchestermusiker am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und Solist an der Göteborgsoperan. Nach Studien bei Thomas Demenga an der Musik-Akademie Basel war er Solocellist bei der Camerata Bern. Durch Kontakt mit Kirchenmusikern kam er schließlich zur Alten Musik und Historischen Aufführungspraxis und studierte von 1999 bis 2001 Alte Musik am Sweelinck Conservatorium Amsterdam. Sein fünfsaitiges Barockcello wurde in Mozarts Geburtsjahr 1756 von Louis Guersan in Paris gebaut. Die Ähnlichkeit zwischen einem fünfsaitigen Barockcello und einer Viola da Gamba erlaubt ihm zusätzlich Werke der Gambenliteratur vorzutragen; unter anderem von Diego Ortiz, Marin Marais und Carl Philipp Emanuel Bach. Sein Repertoire reicht von Musik der Renaissance bis hin zur Frühklassik. Er arbeitet auch mit anderen Barockmusikern zusammen und konzertiert mehrmals wöchentlich in ganz Deutschland, vor allem in Kirchen. Er lebt in Berlin und ist seit 2017 Mitglied des Ensembles der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Berlin-Lankwitz. Er ist verheiratet und konzertiert mit der Kirchenmusikerin und Sängerin Jana Czekanowski-Frankmar (wikipedia, 10. Juni 2019).

„Einfach zuhören und sich mitnehmen lassen“ könnte man das Programm dieses Konzertabends überschreiben, welches beide mit der Canzona seconda detta la Bernardina aus ‚Il primo libro della Canzoni‘, Rom (1628) eröffneten. Höchst aufmerksam war das Publikum und spürte die Atmosphäre, die diesen besonderen Musikabend begleiten sollte. Zwei Musiker fanden sich an ihm von Beginn an in einem sozusagen „schweigenden Einverständnis“, die mit der von ihnen vorgetragenen Musik mehr als beeindruckten. Schnell waren Zuhörerinnen und Zuhörer von diesem Musikvortrag gefangen genommen, zu dem beide mit ihrer Konzentation auf die Musik und ihr Miteinander beitrugen.- Frankmar liebt sein Cello und dessen Klang  Das war sichtbar, wenn er es mit einem nur leichten Lächeln in eine der Vertiefungen auf den Schemel setzte oder beiseitelegte, den Bogen darüber, um Noten zu holen, noch einmal nachstimmte und je nach Takt über die Seiten strich. Jensen ist Musiker mit Leib und Seele und weiß sich auf seine Partner einzustellen.

Ihr großes Können aber bewiesen sie ebenso in ihren Soloauftritten, Ludwig Frankmar z.B. mit der Fantasia für Viola da Gamba aus „Fantasies pour la Basse de Violle“, Hamburg (um 1735) von Telemann mit dem warmen Klang und den virtuosen Partien bzw. Christoph Jensen mit der Suite h-moll von Domenico Zipoli.

Nach der Sonate VIII a-Moll RV 44 spendete das Publikum für dieses sommerliche Stimmungskonzert langanhaltend großen Beifall. Ludwig Frankmars leichtes Lächeln zeigte seine Zufriedenheit und nun auch Gelöstheit. Schnell fanden sich beide – dieses Mal auch leise miteinander sprechend – zu einer Zugabe, die noch einmal bewusst machte, was diesen Konzertabend ausgezeichnet hatte: Liebe zu Musik und Freude an ihr.

Hans Jörg Rickert, 11. Juni 2019, www.jb-spo.de

Festliches Geburtstagskonzert für einen Ehrengast

 

Kantorei St. Laurentius ehrte ihren 90jährigen Kirchenmusikdirektor Günter Beutling

„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.“- Im Rahmen seiner Dankesworte an die Kantorei St. Laurentius und alle Mitwirkenden am Ende des Festkonzertes zu seinem 90. Geburtstag verwies Günter Beutling auf diesen Spruch im Deckengemälde der Tönninger Kirche und blickte hinauf. Fast alle Augen folgten ihm dorthin. „Herzlichen Dank für dieses großartige Geburtstagsgeschenk. Ich bin überwältigt“, sagte er - und fügte freudig hinzu: „Ich weiß die Kirchenmusik in guten Händen!“-

Dieses festliche Geburtstagskonzert wird nicht nur Kirchenmusikdirektor Günter Beutling und seiner Frau Claudia in Erinnerung bleiben!

 

Schon der Auftakt mit dem Concerto in D (54:D4) für drei Trompeten, zwei Oboen, Streicher und Pauken von Georg Philipp Telemann (1681-1767) machte Lust auf mehr. Kreiskantor Christian Hoffmann (seit 1995 Kirchenmusiker in Tönning) hatte als Motto für dieses Geburtstagskonzert aus dem Psalm 98 Vers 2 „Ja, ich will singen von der Gnade des Herrn und seine Wahrheit verkünden Tag für Tag“ gewählt und dafür ein Programm mit Kirchenmusik vom feinsten zusammengestellt. Der Chor folgte nun mit Mozarts Offertorium (KV. 222) „Misericordias Domini cantabo in aeternum“ für Chor, Streicher und Continuo. Darauf kamen drei Choralvorspiele aus op. 67 „Allein Gott in der Höh sei Ehr“, „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und „Nun danket alle Gott“ von Max Reger (1873-1916) an der Paschen-Orgel mit Kirchenmusikdirektor Thomas Dahl aus Hamburg zu Gehör. Nächster Höhepunkt wurde die Kantate „Lobe den Herren“ BMW 137 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) für Chor, Solisten und Orchester. Welches Kirchenlied passt da besser als dieses zum Lobe Gottes in der gesanglichen Vielfalt des Vortrages von Chor und Arien. Zunächst der prächtige Eingangschor mit Pauken und Trompeten, dann drei Arien für Alt mit Susanne Böhm, dann für Sopran und Bass mit ihr und Jochen Willrodt und darauf für Tenor mit Norbert Laude, um schließlich kräftig im Choral mit allen zusammen zu enden.

Recht hatte Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf aus Hamburg, als er seine Ansprache in Richtung Günter Beutling und Gemeinde mit den Worten begann: „Was sagt man nach Johann Sebastian Bach? – am besten gar nichts!“

Seiner offiziellen Aufgabe, im Namen der Nordkirche dem Kirchenmusikdirektor in Ruhe Günter Beutling aus Anlass seines hohen Geburtstages zu gratulieren, widmete er sich dann aber doch mit sehr persönlichen Worten. Er konnte nicht anders, wie er in seiner Laudatio bekannte. So bezeichnete er Günter Beutlings musikalisches Wirken als Beziehungskunst im Dienst des Gemeindeaufbaus im Kleinen und im ganz Großen. „Als Ausbilder und Lehrer für Klavier und Orgel sowie im C-Kurs warst du auch für mich eines der prägenden Vorbilder hier in der Region und hast damit ein tragfähiges Fundament gelegt für das, was hier bis heute weitergeführt wird und so ein Konzert wie heute möglich macht, 25 Jahre nach deinem Ruhestand.“ Für Kirchenmusik als Verbindungsaufgabe kirchengemeindlicher Arbeit sei Beutling stetig angetreten, sagte Wulf und schloss: „Klingendes Echo deines Wirkens kommt heute zurück!“

Thomas Dahl setzte gewissermaßen die Dankesworte mit seinen Improvisationen an der Orgel bis zu deren ganzer Klangfülle fort.- Die Motette „O Jesu Christ mein‘s Lebens Licht“ (BMW 118) für Chor und Orchester verdeutlichte das Gesagte einmal mehr.- In einer kurzen Danksagung blickte Günter Beutling höchst dankbar auf seine Zeit von 1972 bis 1992 zurück.

In seinem Amt als Kantor und Organist in Tönning war der begeisterte Musiker als Initiator und Helfer nicht nur in der Propstei Eiderstedt musikalisch unterwegs gewesen. Mit dem Husumer Bach-Chor und später mit dem Meldorfer Dom-Chor erreichte man unter seiner Leitung gewaltige Klangkörper in mehreren Großkonzerten. Zuvor hatte dem Chor aber zu Beginn seiner Amtszeit neuer Atem eingehaucht und die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen intensiviert werden müssen. Das gelang ihm mit dem Wiederaufbau eines Jugendchores, der für sich erfolgreiche eigene Aufführungen und Konzerte verbuchen konnte und schon bald die Kantorei bei besonderen Anlässen verstärkte. In seine Zeit fiel auch die Neugestaltung der Orgel mit dem Kieler Orgelbauer Hinrich Otto Paschen, die im Oktober 1978 feierlich eingeweiht wurde.

Der festliche Choral von Karsten Klomp (*1965) „Nun danket alle Gott“ mit allen Musizierenden, davon nach der ersten Strophe gemeinsam mit der Gemeinde, setzte mit dem anschließenden großen Applaus den Schlusspunkt über einen in all seinen Facetten vielfältigen kirchenmusikalischen Spätnachmittag zu Ehren von Günter Beutling und – wie er es immer praktiziert hat – zum Lobe Gottes.

Hans Jörg Rickert, 09. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Geldangelegenheiten landen letztlich immer beim Finanzausschuss

Ob Einführung der Nordseecard mit Beteiligung der Dünen-Therme, Satzung zur Erhebung einer Zweitwohnungssteuer oder Anpassung der Strandkorbtarife – alles, was mit Geld zu tun hat, landet letztlich beim Finanzausschuss. Bürgerinnen und Bürger haben daran scheinbar wenig Interesse: Kein Einwohner von St. Peter-Ording war gekommen, um die Sitzung zu verfolgen. Aber zur Runde der sieben Ausschussmitglieder hatten sich sowohl eine Anzahl Vertreter als auch Mitglieder des Gemeinderates eingefunden. Ausschussvorsitzender Richard-Flohrs Richardsen (CDU) führte zügig durch die Tagesordnung.

Der Tagesordnungspunkt „Beratung und Empfehlungsbeschlussfassung zur Einführung einer Nordseecard“ war entgegen des Verlaufes der Sitzungen im Tourismusausschuss kein Aufreger. Die erste Sitzung am 30. April führte nach Information durch Frank Ketter von der NTS und Matthias Wendorf von der Wiif GmbH nach längerer Aussprache wegen Beratungsbedarfs zur Vertagung (wir berichteten). Eine neue Sitzung des Tourismusausschusses musste anberaumt werden. Ihr ging noch eine fraktionsübergreifende Informationsrunde seitens der Tourismus-Zentrale voraus. In der zweiten Sitzung wurde dann klargestellt, dass es im engeren Sinne nicht um die Einführung der Nordseecard ginge, sondern um die Kosten, die bei der von der NTS gewünschten Beteiligung der Dünen-Therme haushaltsmäßig zu erwarten sind. Letztlich sei davon auszugehen, dass kein Risiko bestünde, da das Geld wieder reinkäme. Allerdings soll die Ermäßigung seitens des Vermieters eingepreist werden. Das wurde kritisch gesehen. Dennoch entschied der Tourismusausschuss in dieser Sitzung für die mögliche Einführung der Nordseecard mit 5 Ja, 2 Nein und einer Enthaltung. Dieser gab sein Votum nun ohne große Erörterung der Sachverhalte und lehnte den Beschlussvorschlag bei 3 Ja und 4 Nein ab. Bürgermeister Rainer Balsmeier kommentierte das so: „Solche unterschiedlichen Empfehlungen von Tourismus- und Finanzausschuss haben wir nicht das erste Mal. Die Gemeindevertretung hat nun in der Sitzung am 11. Juni das Wort.“

 

Einstimmig votierte der Ausschuss für die Anpassung der Strandkorbtarife ab 2020. Seit 12 Jahren sind die Preise konstant. Mit dann neun statt bisher sieben Euro pro Tag und bei sechs Tagen für 48 statt 42 Euro handelt es sich immer noch um eine bezuschusste Serviceleistung an den Gast, die im Vergleich zum Wettbewerb an Nord- und Ostsee bei zehn und mehr Euro pro Tag immer noch günstig ist.

Gemäß Kommunalabgabengesetz läuft die Satzung über die Erhebung der Zweitwohnungssteuer am 31. Dez. nach 20 Jahren aus und ist anzupassen. Gesetzliche Regelungen wie die Datenschutzgrundverordnung und Präambel werden neu formuliert. Ansonsten bleibt alles wie bisher. Beim Verfassungsgericht sind Klagen in Sachen Zweitwohnungssteuer in den Orten Timmendorfer Strand und Friedrichskoog anhängig. Bis zu einer Entscheidung dauere es wohl eineinhalb Jahre. „Diese Urteile werden zu einer neuen Veranlagung führen. Das verschafft uns Luft“, so Bürgermeister Balsmeier. Das Votum fiel einstimmig dafür.

Für St. Peter-Ording stellt sich die Berechnung für die Abwässer so dar, „wie wir das haben möchten“, sagte Rainer Balsmeier in seinen Mitteilungen. „Wenn sich nichts Negatives tut, werden die Preise voraussichtlich wohl nicht geändert werden müssen.“

Hjr, 04. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Siehe auch unter

2019 April 2   Tourismusausschuss St. Peter-Ording hält sich noch bedeckt

Naturbeobachtung am Grudeweg - Bei den Säbelschnäblern ist Kükenzeit

 

Seit April ist der Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) aus der gleichnamigen Vogelfamilie jedes Jahr am Grudeweg und dort vor allem an der ehemaligen Tonentnahmestelle zu beobachten. Es ist eine Flachwasserstelle.- Im Trockensommer des letzten Jahres war sie wie auch die in ihrer Nähe befindliche Tränkekuhle vollkommen ausgetrocknet. Auch auf der Fläche des Stiftungslands beim Ordinger Sielzug (Bereich der Querung) hält er sich gerne auf. Kiebitz, Austernfischer, Brandenten, Seeregenpfeifer und Rotschenkel haben in diesem Gebiet hinter dem Deich ebenfalls ein Zuhause.- Der Säbelschnäbler ist ein Zugvogel und überwintert in Südeuropa und Afrika.

Nach der Balzzeit und Nistplatzsuche beginnt nach der Ablage der drei bis vier Eier die Brutzeit. Sie dauert 24 Tage. Säbelschnäbler sind Koloniebrüter, Weibchen und Männchen lösen sich ab. Anfang Juni ist am Grudeweg dann Kükenzeit bei den hochbeinigen grazilen Vögeln und auch Flugkünstlern. Nester gab es vor allem auf der kleinen Insel in der Tonabnahmestelle. Eines – mit vier Eiern - war beim wieder hergerichteten Grabenzug zum Sielzug angelegt worden. Ein Kiebitzpaar brütete im vorderen und Seeregenpfeifer im hinteren Bereich vor den Pütten.

Am 5. Juni gegen 19 Uhr war ich mehr zufällig nach Ording gefahren. Seit Mitte Mai schon sind die Gänse weg. Auch die Anzahl der Kiebitze ist kleiner geworden. Ihre Küken sind vor längerer Zeit geschlüpft. In der Kurve hinter der Querung fällt mir nicht weit von dem asphaltierten Weg links ein Säbelschnäblerpaar auf. Er wachsam hochaufgereckt, sie geduckt. Er fliegt auf, sie dann ein wenig später auch, und fünf Küken eilen davon und haben sich bald versteckt. Nur die Küken habe ich noch mit der Kamera einfangen können. Am Rand der Insel ist kein Säbelschnäblernest mehr besetzt.          

Am nächsten Abend etwa zur gleichen Zeit war ich bereits auf dem Wege vor dem Deich, als ich dort auf dem saftgrünen Gras ebenfalls Säbelschnäbler ausmachte, scheinbar wohl ein Paar und ein einzelner sowie weiter einer auf dem Wasser in Ufernähe. Das Paar irgendwie aufgeregt, über das Schilf am Rand hinwegflatternd und rufend und wieder zurück, dann erst einmal kurze Zeit nichts. Der andere Säbelschnäbler dringt in das Revier des Paares ein. Ein kurzer Kampf und jener ist in seine Schranken verwiesen. Wieder das Flugmanöver, aber es ist nichts weiter zu sehen. Ich war schon am Aufgeben, als ich ein Küken zu sehen vermeinte. Es waren drei. Nachdem diese ihre Mutter gefunden und sie die endlich hudern konnte, kehrte Familienfrieden ein. Er putzte sein Gefieder, sie huderte. Nur die Kükenbeinchen waren noch zu sehen.

Nordseeschule rückte Klimawandel ins Bewusstsein ihrer Schüler

 

Eines dürfte den etwa 600 Schülerinnen und Schülern der Nordseeschule St. Peter-Ording – Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil und Europaschule – ins Bewusstsein gedrungen sein: Klimawandel geht nicht, wenn sie wie wir alle nicht selber bereit sind, unser Verhalten zu ändern. – Diese Binsenweisheit bewusst zu machen, kann nicht oft genug geschehen. Nur muss sie unterschiedliche Wege beschreiten, um möglichst viele zu erreichen. Greta Thunberg hat es vorgemacht. „Fridays for Future“ hatte auch die St. Peteraner Jugendlichen animiert, für das Klima und die Einhaltung der CO2-Reduzierung auf die Straße zu gehen. Nun hatte die Schule diese Thematik für die Klassenstufen 5/6, 7/8 und 10-12 in je eineinhalbstündigen Sequenzen in der Aula auf den Stundenplan gesetzt.

„Die Multivision e.V.“ mit Sitz in Hamburg hält dazu für Schulen ein Angebot bereit, das die Thematik mit Anmoderation, Informationsfilm, Fragen – Antworten, Animationsfilm zum Ändern eigenen Verhaltens und Abmoderation aufbereitet hat. Ziel des Vereins ist die Förderung der politischen und gesellschaftlichen Bildung, Aufklärung und Erziehung von Jugendlichen. Seit 1998 werden Schulbildungsveranstaltungen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Ökologie, Demokratie und Menschenrechte konzipiert. Die UNESCO-Kommission hat den Verein für „Nachhaltigkeit lernen“ ausgezeichnet.

„Energievision 2050 – Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft.“ war der Titel der Veranstaltung, die der diplomierte Politikwissenschaftler Björn Wiele mit den Jugendlichen aus den verschiedenen Altersgruppen durchführte. „Wer hat heute schon Energie benutzt und wo?“ waren seine ersten Fragen. „Handy und Bus“, waren die ersten Antworten. Aber schnell war man dann bei der Sonne als Energielieferant, bei Pflanzen und Tieren, bei der übermäßigen und gestiegenen Produktion von Kohlenstoffdioxid durch Verbrauch von Energiereserven seit 250 Jahren. „11 Tonnen CO2 pro Jahr produziert heute jeder Mensch. 30 Quadratmeter Eis verschwinden dadurch jedes Jahr. Der Meeresspiegel steigt.“ - Nur wenn wir das „Zwei-Grad-Ziel“ erreichen, können wir das Schlimmste verhindern.- Möglichkeiten wurden aufgezeigt mit der Speicherung von zu viel produziertem Ökostrom - Stop Talking, Start Planting – Brunnenbau in der Sahelzone und Pumpenbetrieb durch erneuerbare Energie – aber auch Einsparung und bewussteren Umgang mit ihr. „Obwohl wir die Zukunft nicht wissen, können wir sie gestalten. Auch wenn es sehr schwer ist: Dazu müssen wir unser Verhalten ändern.“

Die erste Frage bei den 13 bis14-Jährigen war die nach den Auswirkungen für die Tiere. Das Problem des Weizens mit Dürreperioden stand danach plötzlich im Raum. Bei Plastik in den Weltmeeren wurde die Frage gestellt: „Gibt es andere Produkte wie Plastik, die problematisch sind?“ E-Mobilität, Feinstaubbelastung, Kerosin, Kreuzfahrten und Flugreisen – die Jugendlichen wussten schon, wo der Schuh drückt. Die Frage „Könnte man nicht die Abgase zur Energiegewinnung nutzen?“, zeigte auf, wie sie zu denken bereit sind. Vorwiegend waren es Jungen, die in dieser Gruppe Fragen stellten. Die 13jährige Pia fragte kritisch nach: „Sind die Klimaziele für 2050 nicht für zu spät angesetzt?“ Für sie waren diese beiden Unterrichtsstunden interessant. „Bei ‚Fridays for Future‘ war ich auch dabei“, berichtete sie.

 

Meinung

Es ist gut, dass Schule sich dieser Thematik in solchen Veranstaltungen stellt, aber die Thematik muss an geeigneten Stellen im Unterricht vertieft und wissensmäßig untermauert werden. Was z.B. meint „11 t Kohlenstoffdioxid“? „Wieviel Kubikmeter sind das?“ „Wieviel trägt unsere Atmung dazu bei?“ „Welche Menge Kohlenstoffdioxid liefert ein Liter Oktan?“ „Welche Bedeutung hat Kohlenstoffdioxid für unser Leben?“ „Wie lässt sich Kohlenstoffdioxid in Produktionsprozessen nutzen?“ …..

Das zu vermitteln, ist Aufgabe von Schule. Sie würde damit das Engagement der Einrichtungen Max-Planck-Institut für Meteorologie, Help – Hilfe zur Selbsthilfe, Plant for the Planet-Foundation und Deutscher Städte- und Gemeindebund für die Erstellung dieser Multivisionsschau und deren Präsentation erst wirklich rechtfertigen. Schülerinnen und Schüler müssen in Schule lernen und erfahren, wie Wissenschaft und Technik heute mit ihrem Wissen und ihren Verfahren aufeinander aufbauen. Sie brauchen dafür anschaulich vermitteltes fundiertes Hintergrundwissen. Das konnte die Multivision „Energievision 2050“ trotz bemühter Moderation und Einsatz moderner Präsentationstechniken nicht hinreichend vermitteln.

Hjr, 5. Juni 2019, HN und www.jb-spo.de

Deichgalerie und Sommerwiese sind eins und doch viel mehr

 

Die alte Kate Norderdeich 43 in Ording ist seit Jahren „Kulturpunkt“

Mit dem Titel „Zwischen Himmel und Meer – Ausstellung Sommerwiese“ macht die Deichgalerie Sibille Rehder am Norderdeich in Ording im Veranstaltungskalender der Tourismus-Zentrale auf sich aufmerksam. Sibille Rehder zeigt ihre fotografischen und neuen Arbeiten und Arne Prohn wieder einmal seine Windobjekte. Geöffnet ist sie in diesem Jahr bis zum 27. September von Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, im Juli und August zusätzlich am Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 04863 2867.

„Welch ein Glück“ und „Wie schön“ muss man einfach sagen, dass es das auch diesen Sommer gibt. Denn was der Besucher zu sehen bekommt, ist nicht nur Kunst, es ist viel mehr. Hinzu kommt ein Haus mit seinem Gelände und der weiten Natur drum herum. Das sind der Seedeich mit den Schafen und vor dem Haus ein Graben mit Weiden – typisch Eiderstedt. Von der Zufahrt her fällt erst die Deichgalerie mit Sibille Rehders Kunstwerken in den Blick, aber der geht dann auch vor Betreten des kleinen Gebäudes gleich in den „Garten“, möchte man denken, aber es sind scheinbar kleine Lahnungsfelder. Sie sind so gepflegt, als wenn hier Schafe grasen würden, und die zwischen ihnen befindlichen „Grüppen“ entweder an hochstehenden Gräsern und Blühpflanzen bzw. auch am Schilf erkennbar.

Das Gebäude selbst war eine kleine Kate aus der Zeit um 1800, die von Arbeitern oder Dienstknechten mit ihrer Familie bewohnt wurde, ehe sie 1919 der Ordinger Fischer Emil Martens erworben hat. 1952 wechselte die Kate ihren Besitzer. Dr. Hans Rehder und seine Frau Elfriede aus Hamburg, die Eltern von Sibille Rehder, erwarben das Kleinod als Sommersitz. Ihr gehört das um einen Erweiterungsbau bestehende Anwesen heute. 2002 eröffnete sie ihre Deichgalerie. Sie und ihr Mann Thomas Bartram bewohnen und pflegen liebevoll „Haus und Landstelle“. Seit Kindheitstagen haben beide eine Beziehung zu Ording.

Seit 2011 haben Kunstinteressierte und Besucher nicht nur die Möglichkeit, Sibille Rehders Werke in der Deichgalerie in Augenschein zu nehmen und zu staunen, wie sich ihre „Fotokunst“ erweitert hat, sondern sie können auf der Sommerwiese zusätzlich das Zusammenwirken von Kunst und Natur in einer Vielfalt erleben, die ihresgleichen sucht. Es ist das Spiel des Lichtes, des Windes und der Farben. Manches Mal möchte man zum Augenblicke sagen: „Verweile doch, es ist so wunderbar“, aber da ist der Eindruck vielleicht schon ein anderer. Bei etwas Glück aber könnte er sich wiederholen oder erneut wachgerufen werden.

Das gilt dieses Jahr wieder für die Windobjekte von Arne Prohn. „Seewind“ hieß die erste Ausstellung dieser Art auf der Sommerwiese. Im Jahr darauf war es Jons Drawert aus Bergenhusen mit seinen Skulpturen der anderen Art. Keramikobjekte gab es von Gudrun Pöpperling aus Norderstedt und Skulpturen von Günter Nommsen aus Kating. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an seine „Spiegelscherben“. Birgit Bock aus Norderstedt hatte ihre kleinen Individualisten „Typen wie du und ich“ hierher auf „Urlaub“ geschickt. Anne Ochmann aus Berlin brachte ein großes aus Weiden und Eschenzweigen gefertigtes weißes Boot, aber auch kleinere aus Terrakotta und Bronze mit. Im vergangenen Jahr war sie mit Keramik-Objekten hier.

Oft aber bereicherte Arne Prohn die Sommerwiese mit seinen Windobjekten. Dieses Jahr sind es der „Große Watvogel“, „Regatta“, „Nautilus“, „Balance“ und mehr. Doch auch Wale gleiten über die Wiese und Ochsen schauen ihnen von weitem zu. Man könnte sie alle beschreiben, aber man muss seine Windobjekte und Skulpturen aus Stahl in ihrer „echten Schwere und anmutigen Leichtigkeit“ bei einem Besuch auf sich wirken lassen, gerne auch bei einem zweiten, nicht nur des Erinnerns, auch der dann sicher neuen Eindrücke wegen.

Neue Eindrücke und Sichtweisen anderer Art vermittelt Sibille Rehder. Beeindruckte sie bis vor vier Jahren nur mit ihren wunderbaren Fotografien, hat sie durch Experimentieren für sich eine Technik entwickelt, bei der sie einerseits das Foto benutzt und andererseits eine völlig neue Aussage schafft. Sie benutzt die Fotografie als Untergrund für ihre „Malerei“. Das „fertige“ Foto wird auf unterschiedliche Art von ihr „unfertig“ gemacht. Das Foto ist Ausgangsstadium eines Prozesses, in dem Festgelegtes im Sinne von „sich in Bewegung setzen“ verändert wird.

Sie beschrieb das selber in der Vernissage am 25. Mai so:

„Das erreiche ich, indem ich bei einigen Arbeiten ein Foto zunächst zerschneide und wie ein Puzzle wieder neu zusammensetze. Dafür eignen sich eher ruhige und graphische Motive. Ich entferne mich von Grundaussage des Bildes, kombiniere mit anderen fremden Bildmotiven von z.B. Blech, Stein oder Sand, verdrehe, vertausche, setze neu zusammen, bis die neue Komposition eine für mich stimmige Aussage bekommt. Im nächsten Schritt verändere ich die Oberfläche der Fotografie und übermale das Bild oder die Collage mit Pastellkreiden, lasiere mit Gouache, wenn ich ganze Partien überdecken möchte oder setze z.B. mit Wachsstiften Konturen. Meistens verändere ich die originäre Bildaussage komplett.

Aus einem Meeresbild wird so wehendes Gras im Vorland, aus venezianischem Marmor eine winterliche Marschlandschaft, aus Sandverwehungen eine tierhafte Höhlenmalerei oder die Makroaufnahme einer Hagebutte wird Teil des Universums.- Ich löse mich von dem Original und schaffe eine komplette Veränderung. Alles ist erlaubt, alles ist reine Spielerei.“

In ihren Bildern steckt Leben! - Das ist bei den Skulpturen ähnlich. Wenn Arne Prohn zu seinen Arbeiten erzählt, dann glaubt man, den Entstehungsprozess des Objektes mitzuerleben. Auch sie wirken belebt.

Hans Jörg Rickert, 01. Juni 2019, www.jb-spo.de

Siehe zu „Deichgalerie und Sommerwiese“ auch unter www.jb-spo.de

2011 Mai             „Seewind“ - Ausstellung vom 07. Mai bis 15. Juli 2011 in der Deichgalerie

2012 Mai             Deichgalerie lädt ein zum Besuch der „Sommerwiese“

2012 Juli               Sommergäste in der Deichgalerie am Norderdeich in Ording

2013 Mai             Skulpturenausstellung auf der „Sommerwiese“ der Deichgalerie am Norderdeich

2014 Mai             Windobjekte auf der blühenden Sommerwiese der Deichgalerie

2015 Mai             Weite Reise und neue Sichten

2016 Mai             Ausstellung „Sommerwiese“ in der Deichgalerie

2018 Mai             „Die Lust, etwas Schönes zu schaffen, das Freude bereitet“

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