2020 FEBRUAR

 

Orkantief „Sabine“ leitete stürmische Februartage ein

 

„Sturmflut“ lockt Urlauber und Einheimische an die Deiche und Strände

Was „Xaver“ im Dezember 2013 konnte (siehe unter Button Bücher 2013 Dezember oder www.jahrbuch-st-peter-ording.de 2013 Dezember „Xaver“ geht), konnte das Orkantief „Sabine“ auch. Seit Sonntag stürmt es. Jetzt ist später Mittwochabend, und immer noch prasseln in Abständen Regentropfen aus südwestlicher Richtung gegen die Fensterscheiben. Am Nachmittag hatte sich sogar die Sonne sehen lassen. Nach Abflauen sollen dann die nächsten vier Sturmtage folgen. Das Wasser lief vergleichbar zu 2013 hoch auf, vielleicht sogar etwas mehr.

Die Temperaturen liegen über Null Grad Celsius. Wenn aber so ein Schauer von See kommt, wird einem lausig kalt. An Graupel fehlt es ab und zu auch nicht. Doch Schnee und Eis sind diesen Winter bisher ausgeblieben. Regen gibt es immer noch reichlich. Gräben und Sielzüge sind zum Teil randvoll.

Urlauber und Gäste, aber auch Einheimische sind immer wieder neu fasziniert von den Naturschauspielen. Doch mit dem „Blanken Hans“ muss immer gerechnet werden! - Welche Gefahr er für die Küste bringen kann, hat die Februarsturmflut 1962 gezeigt. Die seitdem eingeleiteten Küstenschutzmaßnahmen mit Erhöhung von Landesschutzdeichen und seit neuestem mit Klimadeichen haben sich bewährt.

Seit eh und je gilt an der Nordsee und ganz bestimmt auf Eiderstedt: “Wer nicht will dieken, mutt wieken“. Dat is so - un blifft so!

Hjr, 12. Februar 2020, www.jb-spo.de

Klara Volquardsen von der Uffe-Skolen Tönning ist Vorlesebeste

Zum Regionalentscheid beim 61. Vorlesewettbewerb traten 14 Sechstklässler an

 

„Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie.“ Mit diesem Zitat begrüßte Dr. Malte Denkert von der Fachschaft Deutsch der Nordseeschule in St. Peter-Ording die von den Schulen in Nordfriesland von Sylt bis Friedrichstadt mit ihren Begleitungen angereisten vierzehn Schulsieger. Mit seiner Kollegin Svenja Lübker moderierte er die unterhaltsame Leseveranstaltung für den Regionalentscheid für die Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Zum 61. Mal wird der Vorlesewettbewerb für Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen an den weiterführenden Schulen durchgeführt.- Um die Lesekultur bei Kindern und Jugendlichen macht man sich keine Sorgen mehr, wenn man als Gast bei dieser Veranstaltung dabei gewesen ist.

 

Vorlesebeste wurde Klara Volquardsen von der Uffe-Skolen in Tönning. Aber auch das, was die zwei Jungen und anderen elf Mädchen mit ihren Lesevorträgen boten, konnte sich hören lassen. Zweite wurde Emma Friedel von der Gemeinschaftsschule Leck und dritte Darlyn Paul von der Gemeinschaftsschule Husum-Nord. Die Jury, bestehend aus  Jugendbuchautorin Patricia Schröder aus Poppenbüll, Lyrikerin Dr. Therese Chromik und Literaturwissenschaftler Dr. Bodo Heimann aus Kiel sowie Geschäftsfrau mit Buchhandel Marion Dittmer und Büchereileiterin Christine Koch aus Tönning - hatte es nicht leicht!

Nach der ersten Runde der Lesevorträge waren die besten acht herauszufinden. Alle hatten sie aus einem Buch ihrer Wahl vorgelesen. Die Augen der beiden Jungen leuchteten dann aber! Sie hatten cool gelesen und waren mit dabei. In der zweiten Runde hatten nun alle aus einem ihnen unbekannten Buch vorzulesen. Das hat Patricia Schröder geschrieben. Es sei eigentlich – so könnte man meinen – mehr was für Mädchen, erzählte die Autorin vorweg, auch wegen des „rosa“ Outfits, aber das läge am Verlag. Es wäre durchaus auch ein Buch für Jungen. Das Buch hat den Titel „Philippas verkehrte Welt“ und ist aus der Perspektive einer „Ich-Erzählerin“ geschrieben. Daraus las sie vor und nach ausgeloster Reihenfolge mussten die Kandidaten hinterher jeweils abschnittsweise weiterlesen. Dabei stellte sich dann heraus, dass es sogar ein interessantes und spannendes Buch für Eltern sein könnte.

 

Stolz konnten alle auf ihre Leseleistungen sein, aber unbestritten war Klara als Beste gekürt worden. Das war nach der ersten Runde nicht so eindeutig zu beurteilen gewesen.- Die 12jährigen fanden das insgesamt super in St. Peter-Ording. Malte aus Mildstedt meinte, dass es in der Nordseeschule „chic gemacht“ sei, und Johanna aus Friedrichstadt würdigte die gute Organisation und die einladende Atmosphäre.- Joshua Bombis (11. Jahrgang) war für die Beschallung zuständig. Pia Rabeler (12. Jahrgang) und er sorgten gemeinsam über den Gesangsbeitrag – „Lucky“ von Jason Mraz und dann später Solo-Klaviervortrag von ihr – „Kanon D Major“ von Johann Pachelbel – für Atempausen. Eine Gruppe aus dem Abi-Jahrgang hatte den Beköstigungsservice übernommen. Bei etwa drei Stunden Veranstaltung und Anreisen war das wichtig.

 

Dieser Vorlesewettbewerb wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Auch in diesem Jahr unterstützen ihn wieder vier Sparda-Regionalbanken. Die Etappen führen über Stadt-/Kreis-, Bezirks- und Länderebene bis zum Bundesfinale am 22. Juni 2020 in Berlin. Es sind über 600 Regionalwettbewerbe. Alle Teilnehmenden erhalten eine Urkunde und einen Buchpreis. Sieger und Siegerinnen der Regionalentscheide fahren zum nachfolgenden Bezirksentscheid.- Alles Gute wünschten Svenja Lübker und Dr. Malte Denkert den Jungen und Mädchen und besonders eben Klara Volquardsen für die nächste Runde.

 

Hans Jörg Rickert, 14. Februar 2020, HN und www.jb-spo.de

Haushaltsplan 2020 weist einen Verlust von 917.600 € aus

 

Zum Bedarfsmittelempfänger wird es nach heutigem Ermessen nicht kommen

 

Als eine der wenigen Gemeinden auf Eiderstedt ist St. Peter-Ording kein Bedarfsmittelempfänger. Davon ist auch für die nächsten Jahre auszugehen. Das war nicht nur die einzige positive Botschaft in der Sitzung des Finanzausschusses, in der der Haushaltsplan für 2020 von Kämmerer Christian Rach in Kooperation mit Bürgermeister Rainer Balsmeier vorgestellt wurde. Auch weiterhin wird in die Infrastruktur des Ortes investiert. Kanal- und Straßensanierungen müssen einfach sein.

Für Investitionstätigkeiten sind im Haushalt maximal 5.576.900 € vorgesehen. Nur sie dürfen haushaltsrechtlich über Kredite finanziert werden.

Für Transferaufwendungen wie Amts- und Kreisumlage (1.669.900 € bzw. 2.239.900 €), Zahlungen für die Kita (1.131.300 €) und den Schulverband (640.700 €) sowie Personalaufwendungen (841.300 €) - insgesamt alle allgemein von einer Gemeinde zu erfüllenden Aufgaben - ist das nicht gestattet. Auch die Finanzausgleichsumlage an Kreis und Land in Höhe von jeweils 167.800 € zählt dazu. Nur beim Schulverband handelt es sich für dieses Jahr um einen niedrigeren Ansatz, ansonsten sind alle Beträge erheblich höher. Allein in den angeführten Positionen steigen die erwarteten Auszahlungen um insgesamt mehr als 600.000 €.

Bürgermeister Balsmeier machte kein Hehl aus seiner Einschätzung, „für die Zukunft eine Erhöhung der Grundsteuer B und der Zweitwohnungssteuer nicht auszuschließen.“ Die Überarbeitung des Finanzausgleichsgesetzes lasse erwarten, dass man daran nicht mehr vorbeikomme.

Bei Erträgen in Höhe von 12.585.100 € und Aufwendungen von 13.502.700 € bleibt 2020 ein Minus von 917.600 €. Dies wird über die erst kürzlich festgestellte Ergebnisrücklage für das Jahr ausgeglichen. Sie hat mit 9 Mio € die Höchstmarke erreicht und muss haushaltsrechtlich zum Ausgleich verwendet werden.

4,5 Mio € Haushaltsmittel aus den Jahren 2018/19 für investive Maßnahmen im Bereich von Bau und Unterhaltung werden nach 2020 übertragen, da die Arbeiten noch nicht erledigt sind, werden im Haushalt 2020 daher nicht mehr mit abgebildet. Das ist der Situation auf dem Arbeitsmarkt geschuldet: Arbeit gibt es genug, Arbeitskräfte fehlen.

St. Peter-Ording ist trotz des Minus im Haushalt gut aufgestellt - Ergebnisrücklage von 9 Mill. Euro

 

Unten: Bilder - Was im Haushalt alles bedacht werden muss

Exklusiv für unsere Leserinnen und Leser

 

 „GANZ NATÜRLICH – DAS DÜNENHOTEL FÜR ST. PETER-ORDING“

 

 

Die Bürgerversammlung am 5. Februar offenbarte weiterhin unterschiedliche Sichtweisen – verstärkt meldeten sich aber auch Befürworter des Projektes

 

Das geplante Hotel auf dem Köhlbrand-Gelände am Strandweg in Ording erhitzt weiterhin die Gemüter. Ob es nun „Hotel de Dün“, „Dünenhaus“ bzw. „Dünenhotel“ heißen wird, die geplante Art der Nachnutzung des ehemaligen Kinder-Kurheims ist umstritten. Im Oktober war der Vorhabenträger, die dritte Hotel Seeburg GmbH aus Ennepetal (NRW), im Bauausschuss gescheitert. Die drei Vertreter der CDU und die eine Vertreterin der FDP hatten auf der Grundlage ihres Positionspapiers – u.a. eine maximale Höhe von 12 Metern wie im  geltenden Bebauungsplan 40 - gegen die beiden Stimmen der SPD und der einen der AWG das Fassen des Entwurfs- und Auslegungsbeschlusses für den Bebauungsplan 79 (vorhabenbezogen) zwecks Errichtung eines Hotels abgelehnt. Bemängelt worden waren insbesondere die Ausmaße mit u.a. einer Höhe der Düne von 16 Metern und 120 Zimmern, dazu eine entsprechend hohe Anzahl von Restaurantplätzen sowie die verkehrliche Anbindung im Hinblick auf Zulieferer und Hotelgäste über den für Fußgänger und Radfahrer touristisch bestens geeigneten Zugang zum Ordinger Strand am Ende des Strandweges. Dort befindet sich auch der Strandseglerhafen.

 

Insbesondere die Anlieger zeigten bisher fast keine Akzeptanz für den geplanten Hotelbau. Aber auch im Ort sind viele dagegen. Das neue geplante Hotel „Urban Nature“ an der Strandpromenade trägt ebenfalls nicht zur „Hotelakzeptanz“ bei, auch wenn über das Tourismusentwicklungskonzept von 2017 mehr Hotels als notwendig erachtet werden. Das Ambassador erweitert gerade mit einem Anbau. Aber die existierenden Hotelbauten an der Strandpromenade und auch der Anbau sowie der Neubau sind architektonisch eher zweckmäßig als ansprechend. Die Düne als Hotel in Ording hätte da schon etwas. „Aber warum muss das immer so überdimensioniert sein?“ fragen sich viele. Wo bleibt der Charme von St. Peter-Ording? Und warum werden die Einwohner nicht von Anfang an in ihrer Gesamtheit mitgenommen, wie Politik immer zu versuchen betont?

 

Die Art und Weise des Auftretens des Investors ließ bisher emotionale Intelligenz vermissen. Was bringt es, wenn in Bauausschuss-Sitzungen bei Anwesenheit vieler Bürger*innen in nur einer Sitzung wiederholt betont wird, was „ganz wichtig zu wissen“ sei (Originalton von Stadtplaner Rilke vom Investor)? Damit wird immanent eigentlich rübergebracht, dass man ja gar keine Ahnung habe, was für ein tolles und großartiges Unterfangen dieses Vorhaben für St. Peter-Ording ist. Folgeeindruck ist vielmehr: Es kommen noch mehr Touristen, wo die Besucherzahlen doch in den vergangenen Jahren gestiegen sind und der Ort mit den vielen Baustellen einen „Boom-Town“-Eindruck erweckt statt entspannter Küsten- und Urlaubsatmosphäre.

Etwas mehr als 4000 Einwohner hat der Ort. Dazu kommen über 4000 Zweitwohnungsbesitzer und

                                                              2019                       2018

 

Gästeankünfte                                    422.300                  (408.700)

Übernachtungen                              2.609 Mio                  (2.542 Mio)

Tagesgäste                                          550.000                  (590.000)

 

Das ergibt eine durchschnittliche Tagesanwesenheit in den Monaten der Hauptsaison von ca. 18.000.

Nimmt man die Kläranlage, die auf 33.000 Einwohnergleichwerte ausgerichtet ist, unter die Lupe, dann muss man auch Tating und Garding dazu zählen.

Übrigens sind die „Anwesenheitszahlen“ auch für Rettungsdienst und Feuerwehr von Belang. Das ist nur ein Bereich innerhalb der Infrastruktur, für die die Gemeinde St. Peter-Ording als Kommune zu sorgen hat. Hätte der Tourismus nicht seine positiven Effekte (– das ist unbestreitbar und Wohlstandsgrundlage sowohl für den Ort als auch Eiderstedt und weiterreichend -), wäre das für die Kommune gar nicht leistbar. Man bedenke: Derzeit weisen sowohl der Haushaltsplan der 4000-Einwohner-Gemeinde als auch der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Tourismus-Zentrale jeweils Aufwendungen von weit über 10 Mio € pro Jahr aus. Die Kreditaufnahmen für Investitionen der Gemeinde sind auf 5,576 Mio € gedeckelt.

 

Bisheriger Zeitplan für „Nachnutzung Kurheim Köhlbrand“

März 2012                  Norddeutsche Diakonie schließt das Kurheim Köhlbrand

2017                           Planungen für ein Hotel laufen nichtöffentlich; Kita hat dort zum Teil seit Sommer bis Ende 2018 ein Ausweichquartier gefunden

30. Nov. 2017            Masterplan wird vor Vertretern der Gemeinde vorgestellt

23. April 2018            Bauausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung Zustimmung

4. Okt. 2018               Informationsveranstaltung für Anlieger

8. Okt. 2018               Gemeindevertretung fasst Aufstellungsbeschluss

9. Okt. 2018               Pressemitteilung des Investors: „Das nordfriesische Seebad St. Peter-Ording bekommt ein neues hochwertiges Komforthotel.“

7. Jan. 2019               Bauausschuss – Planung wird konkreter

2. April 2019              Frühzeitige öffentliche Beteiligung

28. Okt. 2019             Bauausschuss – Aufstellung abgelehnt (3 Ja/ 4 Nein)

25. Nov. 2019             Bauausschuss – Nachfragen von Einwohner – Sache „ruht“

17. Jan. 2020             Gespräch mit Minister Bernd Buchholz in Sachen Hotel mit Vertretungen von Investor und Gemeinde

5. Febr. 2020              Bürgerinformation zu einer veränderten Planung

 

Mit Spannung hatte man in St. Peter-Ording das Gespräch mit Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) erwartet. Die Husumer Nachrichten berichteten unter der Überschrift „Neuer Anlauf für das Dünen-Hotel – Einvernehmen gestern Abend: Die Planer greifen Kritik auf und legen neues Konzept vor, das in Kürze öffentlich gemacht wird“. Buchholz hatte klargestellt, dass der Bauausschuss das entscheidende Gremium ist und wurde zitiert mit „Ihr werdet eine weise Entscheidung treffen“. Der neue Vorschlag war präsentiert worden und würde demnächst in einer öffentlichen Veranstaltung der Bevölkerung vorgestellt werden, ohne dass es Festlegungen durch die Politik gäbe.- Das geschah dann am 5. Februar im Dünen-Hus im vollbesetzten Saal. Aber auch hier war bereits am Sonnabend, 1. Februar die Presse nicht nur bei den Husumer Nachrichten aktiv: Großformatiger Artikel und halbseitige Anzeige mit Bildern und mit diesem so aufgemachten Text:

 

G A N Z   N A T Ü R L I C H

DAS DÜNENHOTEL FÜR SANKT PETER-ORDING

 

Kommen Sie am Mittwoch, den 5. Februar um 18 Uhr zur Bürgerversammlung ins Dünen-Hus!

Was Sie erwartet:

Wir stellen das angepasste Projekt vor

Wir wollen unverändert Neugier und Begeisterung wecken

Wir wollen mit Ihnen ins Gespräch kommen.

Seien Sie dabei, wenn es um Aspekte wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Bevölkerungszuwachs geht,

und was das mit dem Dünenhotel zu tun hat. Wir freuen uns, mit Ihnen zu diskutieren!

 

Dritte Hotel Seeburg GmbH – Am Kaiser 7 . 58256 Ennepetal . info@dünenhaus-spo.com . www.duenenhaus-spo.com

                                                                                                                                                                 !!! Strg KLICKEN !!!

 

Informationstafeln und andere Formen der Visualisierung waren aufgestellt. Ab 17 Uhr bereits konnte man sie anschauen und sich informieren. Benedikt Vormberg, er ist Vertreter der Dritte Hotel Seeburg GmbH, und Robert Jopp, Hotelmanager auf Sylt für die Mankel Gruppe, und weitere Personen seitens des Investors standen für Auskünfte zur Verfügung.

Es herrschte eine andere Atmosphäre als bisher. In den Bauausschuss-Sitzungen hatte man Modelle und ähnliches vermisst. Auch bei der frühzeitigen Beteiligung hatte es so etwas nicht gegeben. Ein Entgegenkommen, gepaart mit einer gewissen Aufgeschlossenheit, war jetzt erkennbar. Trotzdem: Es gab auch „No go“. Das galt für die Düne. Deshalb könne die Höhe auch nur um1,15 m verringert werden, so Vormberg. Zwei Drittel des Gebäudes werden nicht höher als 12 m sein. Damit rückt die Höhe insgesamt vom Strandweg weg und es sollen nun nur 14,85 m statt der ursprünglichen 16 m über Straßenniveau werden. Die Zimmerzahl soll von 120 auf 98 reduziert werden, die Anzahl der Stellplätze von 145 auf 112. Für mögliche andere Parkarten, z.B. einer Extra Parkpalette im Nahbereich, zeigte man sich offen. Vorgesehen sind drei Vollgeschosse. Statt bisher 34 % sollen jetzt 27 % von 14.375 Quadratmeter Fläche mit dem Gebäude bedeckt sein. Die Grundflächenzahl II (Haupt- und Nebengebäude sowie Terrassen) sieht 0,59 statt 0,73 vor. Der Ist-Zustand betrage 0,5.

Damit sei man zwar vom Positionspapier der CDU/FDP-Fraktion entfernt, aber in sehr vielen Belangen deren Vorstellungen entgegengekommen. Bis Ende März etwa wollen sich die vier Fraktionen der Gemeindevertretung nun Zeit zur Begutachtung lassen. Dann soll entschieden werden, ob die Gemeinde wieder in das Planungsverfahren einsteigt.

Bürgermeister Rainer Balsmeier hatte den Informationsabend mit Aussprache moderiert. In seiner Begrüßung hatte er unmissverständlich klar gemacht, dass diese Veranstaltung dazu diene, den Bürgern Gelegenheit zu geben, ihre Meinungen zu äußern, damit die Fraktionen diese in ihre Entscheidungen einbeziehen können.

Eine verhältnismäßig große Anzahl von Gemeindevertretern und bürgerlichen Mitgliedern in den Ausschüssen war anwesend, vor allem von CDU und FDP. Die Mitglieder der Fraktionen von SPD und AWG im Bauausschuss sind deutliche Befürworter des Projektes.- Auf jeden Fall aber werde es dort eine wirtschaftliche Nutzung geben, sagte Vormberg auf Nachfrage. „Wir haben dort einen Bestand und eine genehmigte Nutzung.“

Übrigens: Heute ein ganzseitiger Artikel in den Husumer Nachrichten – aber die Medien müssen für solche Kunden ja besonders aufgeschlossen sein. Großformatige Anzeigen bringen eben was in die Kasse. Und natürlich waren auch N 3 und Welle Nord bei der Bürgerinformation vor Ort.

Hans Jörg Rickert, 17. Februar 2020, www.jb-spo.de

Kirchengemeinderat von St. Peter-Ording und Tating steht vor schwerer Entscheidung

 

 

Der Vorschlag für die Besetzung der vakanten Seelsorgerstellen in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating liegt in der Hand des Kirchengemeinderates. Es ist ein höchst schwieriges Amt, das jetzt jedes Mitglied im Kirchengemeinderat wahrzunehmen hat. Seit dem Weggang von Pastorin Regine Boysen zum 1. Dezember 2019 nach Flensburg kam zu der schon länger vakanten halben Pastorenstelle noch die Vollzeitstelle hinzu. Eine Aspirantin auf die halbe Stelle zog ihre Bewerbung zurück, nachdem sie erfahren hatte, dass im Nachhinein auch noch die Vollzeitstelle frei geworden war.

 

Der Aufgabenbereich für die Pastoren/innen in St. Peter-Ording und Tating mit den drei Kirchen St. Petrus, St. Nicolai und St. Magnus, dazu die Urlauberseelsorge und das durch den Tourismus bedingte vielfältige kulturelle Gemeindeleben ist äußerst reizvoll, stellt aber auch hohe Ansprüche an die Inhaber dieser Stellen.

Die Gottesdienste sind immer gut besucht! Die Orgelmusiken am Mittwoch mit Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen sind ein Besuchermagnet. Die Veranstaltungen der Urlauberseelsorge beim „Karkenschipp“ am Ordinger Strand, dazu die „Gute-Nacht-Geschichte“ für die Kleinen, die Vorträge, das Marktcafé am Mittwoch mit Diakonin Andrea Streubier und Veranstaltungen mit Nina Lorenzen sowie dem Freiwilligenteam, das Angebot von dreißig Konzerten unterschiedlichster Art des Fördervereines für die Kirchenmusik sowie die Einbindung der Musikgruppen von Spatzen- bis Posaunenchor und dazu die Offene Kantorei im Sommer verlangen Teamgeist und Koordinationsvermögen.

 

Die Freude über die überaus gute Annahme der Ausschreibungen durch Pastor Hans-Christian Gerber aus Husby, die Pastorenehepaare Sylvia und Michael Goltz aus Schwabstedt sowie Christian und Ulrike Verwold aus Bonn wurde jäh getrübt durch die Rücknahme der Bewerbung des Bonner Pastorenehepaares aufgrund eines erlittenen Unfalles.

 

Die Vorstellungen vor dem Kirchengemeinderat hatten bereits stattgefunden, auch die Vorstellungsgottesdienste waren für drei Sonntage jeweils im Abstand von vierzehn Tagen terminiert. Die von Hans-Christian Gerber sowie Sylvia und Michael Goltz haben am 19. Januar und am 3. Februar stattgefunden. Das Pastorenehepaar hielt den Gottesdienst gemeinsam.- Für die Gemeindeglieder war es jeweils erfrischend, auf welche Art und Weise sich die Aspiranten in einem ganz normal strukturierten Gottesdienst vorstellten. Ein Gespräch mit Interessierten im Anschluss an die geistliche Handlung schloss sich an. Statt Talar war dabei kleidungsmäßig zivil angesagt.

 

Am Montag, 24. Februar wird nun der Kirchengemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung über die Besetzung befinden. Das Ergebnis wird den Kirchengemeindegliedern mitgeteilt. Diese können innerhalb von sieben Tagen Stellungnahmen zur Wahlentscheidung einreichen. Nach Erfüllung aller weiteren formalen Schritte erfolgt danach so schnell wie möglich die Einführung durch Propst Jürgen Jessen-Thiesen. Wann die Besetzung erfolgen kann, wird dann geregelt.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt werden Pastor Christian Raap aus Schobüll und Pastor Jörg Reglinski aus Tetenbüll die Vakanzvertretung wie bisher wahrnehmen. Mit dem gesamten Team der ev. Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating wird weiterhin alles seinen nicht nur geordneten, sondern auch qualitativ sehr hoch anzusiedelnden Weg gehen. Pastorin i.R. Gisela Mester-Römmer aus Tönning und Pastor i.R. Rudolf Lies aus Husum sind in ihrer Funktion als zusätzlich einspringende Seelsorger ebenfalls zu Vertrauten geworden.

Hans Jörg Rickert, 12. Februar 2020, HN und www.jb-spo.de

 

St. Laurentius in Tönning war am Sonntag das Podium für „Paulus“

 

Propsteikantatenchor, Solisten und Sinfonietta Lübeck begeisterten

 

Erst im Nachhinein wird bewusst, was sich Kreiskantor Christian Hoffmann auf seinen Taktstock geschrieben haben mag, als er seinen Mitgliedern des Propsteikantatenchores vor einem Jahr eröffnete: „Wir führen das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy auf.“- Was für ein imposantes Werk! Was für eine Dramatik! Und was für eine herausragende und beeindruckende Musik für diese Glaubensbotschaft aus der Apostelgeschichte.

 

Schon nach dem ersten Teil des zweistündigen Werkes war allen bewusst geworden, was dieses Oratorium „rüber zu bringen“ vermag und wie es sich der Komponist wohl vorgestellt hat. Da hatte der große Chor der 80 Sängerinnen und Sänger und die 40 Musiker der Sinfonietta Lübeck mit “O, welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!“ dem Schöpfer die ihm gebührende Ehre zuteilwerden lassen. Der Christenverfolger Saulus von Tarsos hatte die Steinigung des Stephanus gesehen, verfolgte - voll überzeugt von seinem Glauben an den jüdischen Gott - die Christen mit einer Unerbittlichkeit und wurde selbst von Jesus von Nazareth zur Umkehr gebracht. Die Blendung auf dem Wege nach Damaskus ist der Wendepunkt im Leben des Saulus und lässt ihn zum Apostel Paulus werden.

Im Rezitativo zum Beginn des zweiten Teiles berichtet die Sopranistin Magdalene Harer von Paulus und seinem Begleiter Barnabas, die nun im Namen Jesu unterwegs sind. Tenor Michael Connaire und Bass Konstantin Heintel verkünden dies in ihrem Duett „So sind wir nun Botschafter an Christi Statt“. Erst sanft, dann klangmächtig schließt der Chor an: „Wie lieblich sind die Boten, die den Frieden verkündigen. In alle Lande ist ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte.“ Diese Glaubensbotschaft von vor fast 2000 Jahren galt jetzt unmittelbar in der Tönninger Kirche St. Laurentius. Das Auditorium spürte die ganze überzeugende Wucht dieser Aussage. Felix Mendelssohn Bartholdy hat gewusst, was er mit seiner Musik vermitteln wollte, war er doch, vom jüdischen Glauben herkommend, überzeugter evangelischer Christ.

Das Oratorium „Paulus“ vereinigt in sich feine wie auch kräftige Passagen, oftmals unmittelbar aufeinander folgend. Das forderte die Solisten und die Sänger*innen, aber ebenso die Musiker der Sinfonietta. So recht bewusst wurde das dem Publikum immer wieder neu durch die Solisten. Bei Magdalene Harer waren das die klare und ausdrucksvolle Sprache in den Rezitativen und ihre so einfühlsame Gestaltung der Arien. Michael Connaire verkörperte mit seinem warmen Timbre den gewandten Erzähler und erschuf gesanglich vollendet die Vielfalt an Stimmungen. Mit Konstantin Heintel brillierte er in den Duetten. Dieser wiederum verkörperte Saulus und Paulus und sorgte mit seiner Interpretation für die anhaltende Dramatik.-

Felix Mendelssohn Bartholdy erzählt in seinem Text, den er mit dem befreundeten Dessauer Theologen Julius Schubring aus der Bibel zusammengestellt hat, nicht alle Einzelheiten der Paulusgeschichte. Der Handlungsstrang endet mit der Verabschiedung von den Ephesern. Sein Jugendwerk hat er ganz in der Tradition von Händel und Bach komponiert, aber irgendwie fühlt man auch Beethoven. Musikalisch schließt das Oratorium mit „Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen.“ Das ist Auftrag und Glaubensbotschaft zugleich.-

 

Der Beifall war groß! Angereichert war er mit einer besonderen Anerkennung für diese Interpretation des Werkes: Das Publikum stand. Was an diesem Sonntagabend in St. Laurentius dargeboten wurde und sich auf eine besondere Art ereignet hatte, war einfach beeindruckend!

 

Christian Hoffmann hatte gewusst, was er außer der Musik noch vermitteln wollte. Er hatte das Oratorium für Ensemble und Zuhörer so ergreifend gestaltet, dass ihm im Ganzen eine Kraft gegeben war, die zu Herzen ging, oder wohin man das verorten möchte. Jederzeit hatte er die Situation im Blick, lenkte einfühlsam, machte aufmerksam und verlieh Sicherheit. Welch eine Disziplin! „Was für ein tolles Ensemble“, wie eine Besucherin formulierte.

Viele haben mitgewirkt. Genannt seien an dieser Stelle namentlich noch Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen an der Orgel, die Chormitglieder Brigitte Maas, die im Solistenquartett die Altstimme übernommen hatte, sowie Kirsten Bienias und Malte Wienhues, die Chor und Leiter durch Korrepetition unterstützt haben.

Hans Jörg Rickert, 10. Februar 2020, HN und www.jb-spo.de

Klare Worte anlässlich des Jahresempfanges 2020 in St. Peter-Ording

 

 

Es gibt überaus viele Möglichkeiten zum Erhalt von Informationen

Seit 2016 ist es guter Brauch geworden, dass Kommunalgemeinde St. Peter-Ording und Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating gemeinsam zum Jahresempfang ins Ev. Gemeindehaus einladen. Auch dieses Jahr waren an die einhundert Einwohner der Einladung gefolgt und erwarteten gespannt, welche Informationen sie erhalten würden. Als erfrischend wurde die Prägnanz der Ausführungen empfunden, die die einzelnen Redebeiträge kürzer erscheinen ließen, aber in ihrer Aussagekraft auch inhaltsschwer genug waren.

Pastor Christian Raap – gemeinsam mit Pastor Jörg Reglinski nimmt er die Vakanzvertretung für die Kirchengemeinde wahr – hatte mit den Küstern Marco Hoffnauer und Hans-Peter Boyens, Wolfgang Beushausen vom Kirchengemeinderat, dem Posaunenchor und Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen den vorangegangenen Gottesdienst gestaltet.-

Er begrüßte zum Empfang und dankte allen an der kirchlichen Gemeindearbeit Beteiligten für das vertrauensvoll kooperative Miteinander. Nach den erfolgten Vorstellungsgottesdiensten zeichne sich eine Besetzung ab, aber die werde erfahrungsgemäß noch dauern.- Nach dem Wechsel von Pastorin Regine Boysen nach Flensburg und der Pensionierung von Küster Lorenz Clausen stellte er als neue Mitglieder im Kirchenteam Küster Marco Hoffnauer und für die Urlauberseelsorge Nina Lorenzen vor.

 

Bürgermeister Rainer Balsmeier übernahm gerne den ihm gereichten Staffelstab und schien seinen Redebeitrag fast mit dem Hinweis auf das „Netz“ abzuhaken, besann sich ob der ungläubigen Gesichter aber schnell eines Anderen. Stichwortartig auf den Neujahrsgruß bezogen, erinnerte er in seinem Rückblick an wichtige Maßnahmen und Themen, die 2019 abgeschlossen oder auf den Weg gebracht werden konnten. Dazu gehören z.B. Fertigstellung der Böhler Landstraße, Radwege- und Straßensanierungen, Einweihung neuer Pfahlbauten am Strand sowie der Beginn der Erweiterung der bestehenden Erlebnispromenade und - nicht zu vergessen - die Einweihung der Ev. Kindertagesstätte mit allen Angeboten von Krippe, Kindergarten und Hort. Als Gesamtpaket kämen diese Maßnahmen Einwohnern wie auch Gästen gleichermaßen zu Gute.

Touristisch gesehen war 2019 wieder ein erfolgreiches Jahr. Als noch vorläufige Zahlen nannte er 422.300 Gästeankünfte mit 2,609 Mio Übernachtungen. Zuwächse erfolgten in den Monaten Februar, November und Dezember. „Ziel ist es, eine Ganzjahresdestination zu werden – mit voller Beschäftigung, Qualität der Produkte sowie Steigerung der Lebensqualität für die Einwohner.“ Die Tagesgastanzahl habe sich von 590.000 auf 550.000 verringert und auch trotz wetterbedingter Rückgänge z.B. bei der Tageskurabgabe und Strandüberfahrten, habe es aber auf anderen Seiten ein deutliches Plus gegeben. So wird der Eigenbetrieb Tourismus-Zentrale mit einem Jahresergebnis von ca. 1,2 Mio € Überschuss abschließen.

Rainer Balsmeier hatte aber auch noch anderes auf dem Herzen. Aus Teilen der Wortbeiträge von Bürgerschaft und Politik habe sich bei ihm der Eindruck von einer kritischen Grundstimmung verstärkt. Der Kritik an zu wenig Informationen widersprach er und belegte das mit allein 22 Terminen für die Einwohnerschaft vom 16. Januar (Sitzung des Sozialausschusses) bis zum 21. März mit einem Spaziergang durchs Dorf zum Thema Städtebauförderung. Gebot für alle sollte bei durchaus vorhandenen kritischen Themen ein sachlicher und fairer Umgang mit- und untereinander sein. Da u.a. auch die Bedeutung des Tourismus für den Ort kritisch betrachtet wird und im Zusammenhang damit das Tourismusentwicklungskonzept, wird St. Peter-Ording an einer Studie zur Haltung der Bevölkerung zum Tourismus teilnehmen. Erhofft werden dadurch konkrete Ergebnisse für künftiges Handeln. Auf der Einwohnerversammlung am 3. März werde dazu ausführlicher informiert.

 

Bürgervorsteher Boy Jöns bat eindringlich um Mitmachen beim Glasfaserausbau. Die notwendige Anzahl von Anschlüssen sei noch nicht erreicht. Er hatte das Thema in die Reihe von Maßnahmen wie die Trinkwasserversorgung im vorigen Jahrhundert gestellt. „Glasfaser ist der Dreh- und Angelpunkt für die Kommunikation, das Miteinander und die zukünftige Entwicklung in St. Peter-Ording für alle, Einwohner und Gäste unseres Ortes.“

 

Brigitte Ranft-Ziniel von der Ev. Kita dankte für den Neubau und die hervorragende Unterstützung seitens des Ev. Kita-Werkes und der Kommunen als Träger der Einrichtung. Im Hinblick auf das neue „gute“ Kita-Gesetz vertraue sie für die Zukunft auf die gepflegte sehr gute Zusammenarbeit, die hoffen lässt, „die in den Jahren erarbeiteten Standards zu erhalten und keine Rückschritte machen zu müssen.“

Hjr, 10. Februar 2020, HN und www.jb-spo.de

Nordseeschule startete mit Projektwoche in ihr Jubiläumsjahr

 

Vor 75 Jahren kamen Berliner Oberschüler mit Lehrkräften nach St. Peter

 

Anfang März 1945 begann die Geschichte des Nordseegymnasiums. Aus Berlin trafen 394 Schüler mit 35 Lehrern in St. Peter-Ording. Sie waren wegen der Bombenangriffe und immer näher rückenden Truppen der Roten Armee evakuiert worden und wurden in Hotels und Heimen untergebracht. Was sollte man hier nun machen? So etwas wie Unterricht bot sich an. Das geschah dann. Aus dem Provisorium der „vereinigten Berliner Oberschulen“ ist dann später das Nordseegymnasium St. Peter geworden, die heutige Nordseeschule St. Peter-Ording mit der näheren Schulbezeichnung „Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil“ und dem Zusatz „Europaschule“.

 

Vielleicht könnte man sich den „Unterrichtsstart“ im März 1945 ansatzweise etwa so vorstellen, wie heute eine Projektwoche verläuft. Das ist auch anders als im normalen Unterricht. Was aber damals aus der Not geboren wurde, hatte hier seinen Vorlauf: Lehrkräfte bieten Projekte an, Schüler und Eltern tragen mit dazu bei, ein geeigneter Termin muss gefunden und alles irgendwie koordiniert werden etc. Ohne Präsentation soll das auch nicht gehen. So ist dann als Start in das Jubiläumsjahr die Projektwoche nach der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse mit engem Zeitrahmen aus der Taufe gehoben worden: Drei Tage Projektarbeit einschließlich Vorbereitung der Präsentation für Freitagnachmittag von 15 bis 17 Uhr.

Der Ansturm von Eltern und Interessierten war riesig. Die Pestalozzistraße diente links und rechts vom Jugenderholungsdorf bis zum Internat als „Parkmeile“. Für rund 700 Schülerinnen und Schüler sind 35 Projekte nicht gerade viel. Da war es dann gut, dass manche Angebote auch von mehr als zwanzig Teilnehmern wahrgenommen werden konnten. Das galt zum Beispiel für „Selbstverteidigung“ in der Aula oder das neue „Musical“ im Saal des Ev. Jugenderholungsdorfes, das im kommenden Schuljahr aufgeführt werden soll. Die Projektwoche war dazu die beste Gelegenheit, miteinander zu arbeiten und schon einmal Szenen einzustudieren.

 

Das Redaktionsteam der „SANKT PETER NEWS“ sorgte für die Dokumentation. In den Sporthallen ging es um „Fitness“ und „Sport im Wandel“. „Chemie in Schule und Uni“ war verbunden mit Erkundungen und Experimenten an der Hamburger Universität. Besondere „Chemische Experimente“ gab es aber auch im Chemieraum der Schule. „Schulen in St. Peter-Ording“ war ebenso ein Thema wie „Roboter“ oder „Gesundes Essen“ bzw. an anderer Stelle „Schulspeisung“. Kreativität war angesagt von „Batik“ bis „Schreiben“. „Müll“, „Energiesparen“ sowie „Re/Upcycling Kleidung“ waren Projekttitel oder „Zeitreise Musik“, „Nachrichtenübertragung“ und „Voneinander lernen“. Vielfältig war das Angebot. Manche Schülerinnen und Schüler erkundeten St. Peter-Ording, indem sie „Tagesausflüge“ ausarbeiteten. Bei Betriebsbesuchen konnte man sich über „Landwirtschaft“ informieren und erleben, was es heißt, heute Landwirt zu sein.- Das Echo insgesamt war auf allen Seiten positiv. Ein wenig wuselig war es, aber was machte das schon. Wichtig war: Die Nordseeschule lebt ! Wie es 1945 war und wie sich die Schule in den 75 Jahren weiterentwickelt hat, wird dann im Herbst offenkundig gemacht.

Hans Jörg Rickert, 7. Februar 2020, HN und www.jb-spo.de

„Gewinne wie zuletzt kann ich Ihnen nicht versprechen“

 

Tourismusdirektorin Constanze Höfinghoff stellte den Wirtschaftsplan vor

 

Wenn auch die finalen Zahlen des Jahresabschlusses noch nicht vorliegen, gab es für die Tourismus-Direktorin keinen Grund zum Klagen. Der prognostizierte Gewinn für 2019 wird im Wirtschaftsplan immerhin mit 1.240.030 € angegeben. Im Jahre 2018 waren es über 2 Mio €. Solche Gewinne könne sie zukünftig nicht versprechen, so Constanze Höfinghoff. „Kreditaufnahmen sind 2020 nicht erforderlich!“ war die wichtige positive Mitteilung in ihrer Vorstellung des Wirtschaftsplanes in der Sitzung des Tourismusausschusses am 3. Februar und dann eine Woche später im Finanzausschuss.

 

Summa summarum ergibt sich im Erfolgsplan 2020 bei Erträgen in einer Höhe von 16.251.270 € und Aufwendungen in Höhe von 17.019.660 € ein Verlust von 768.390 €. Dieser wird mit den Gewinnen aus den Jahren 2010 bis 2018 mit 8.381.790 € sowie dem prognostizierten Gewinn aus 2019 ausgeglichen. Der Vermögensplan weist Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 14.523.550 € aus.

Im Erfolgsplan ist berücksichtigt, dass auf der Ertragsseite eine Anpassung der Parkentgelte sowie der Strandkorbmieten erfolgt ist.- Die Tourismusabgabe wird alle drei Jahre neu kalkuliert und gilt dann ebenso lange. 1.470.700 € sind angesetzt. Die Basis für die geplanten Erlöse in der Kur – und Tageskurabgabe bildet der Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Im Plan 2020 sind das für beide Positionen zusammen 5.610.000 €.

Die Personalkosten schlagen mit insgesamt 7.773.840 € zu Buche. Insgesamt sind es incl. der konstant 9 Auszubildenden und der 12 Mitarbeiter des ehemaligen Gemeindebauhofes 148,24 Stellen. Von der vorgenommenen erforderlichen Erhöhung um 6,95 Stellen profitieren alle Bereiche in unterschiedlichen Anteilen.

Größere Reparaturen – z.B. an den Rettungskabinen Bad, Böhl und Dorf (Dächer, Fassaden u.a.m.) sowie in der Schlickabteilung und in der Dünen-Therme (Fliesen, Sanitär) und dazu die Sanierung der Pfahlbausauna - belaufen sich auf insgesamt fast 800.000 €. Dazu kommen diverse zu beauftragenden Fremdleistungen für Reparaturen mit geplanten knapp 1,3 Mio €.- Bei der 2005 in Betrieb gegangenen Badbrücke ist ein Teilstück zu erneuern (100.000 €). Dazu kommt der notwendige Austausch von Brettern bzw. Neubestückung der Sitzgelegenheiten. Der Neubau der Promenade und des neuen Familientreffs, die erforderliche Versetzung mit Neubau der Strandbar 54°Nord in Ording finden sich im Vermögensplan wieder. 155.000 € sind für eine neue Kehrmaschine für den Bauhof vorgesehen; sie wird zunächst getestet, um dann über Kauf oder Leasing zu entscheiden.

Auf der Seite der Einnahmen wurde der für 2020 zugesagte Zuschuss für die Promenade II (Tiefbau) mit 2.149.880 € (Förderanteil 70 %) eingestellt. Der restliche Zuschuss in Höhe von 2 Mio € ist für 2021 zugesagt. Ein Zuschuss für den Familientreff wird erst für 2021 erwartet (ebenfalls 70 %). Der Förderbescheid liegt noch nicht vor. Der Restzuschuss für das Mehrzweckgebäude in Ording findet sich mit 970.400 € unter den Einnahmepositionen.

Hjr, 4. Februar 2020, HN und www.jb-spo.de

 

 

Zahlen und Fakten zum Tourismus 2019 (Stand 09. Febr. 2020)

 

Jahresergebnis der TZ:  Überschuss von ca. 1,2 Mio €

 

Zahlen                                                 2019                 (2018)

Gästeankünfte                                    422.300                  (408.700)

Übernachtungen                             2.609 Mio                  (2.542 Mio)

Tagesgäste                                          550.000                  (590.000)

 

Einwohner (Dauerwohnen)           4.031 (30.09.)           3.992 (31.12.)

 

Fakten 2019 gegenüber 2018

                        3 %     Plus bei Übernachtungen

                                    bei Ferienwohnungen        6 % Plus

                                    auf Campingplätzen           6 % Minus

Ertragspositionen

 

Rückgang bei Tageskurabgabe, Strandkorbvermietung und Strandüberfahrten

 

Zunahme bei Dünen-Therme und Sauna sowie bei Gesundheits- und Wellnessanwendungen

 

Hjr, 11. Febr. 2020, www.jb-spo.de

Bürgermeisterwahl für St. Peter-Ording ist in Vorbereitung

 

Rainer Balsmeier wird zum 30. April 2021 aus dem Amt scheiden

Vier Wahlperioden wird Bürgermeister Rainer Balsmeier am 30. April 2021 hinter sich gebracht haben. Seit 1. November 1996 ist er Bürgermeister der Gemeinde St. Peter-Ording. Eingeschlossen darin ist eine kommunalrechtlich bedingte Interimszeit vom 1. November 2008 bis 30. April 2009. Denn am 1. Januar 2008 war St. Peter-Ording amtsangehörige Gemeinde geworden und hatte als 4000-Einwohner-Gemeinde zu dem Zeitpunkt nach Ablauf seiner Amtszeit kein Anrecht mehr auf eine eigene Verwaltung mit Bürgermeister. Vom 1. Mai 2009 bis zum 31. Dezember 2017 nahm Rainer Balsmeier deswegen zusätzlich das Amt des Tourismus-Direktors war, seit 1. August 2014 unterstützt durch Constanze Höfinghoff als stellvertretende Tourismus-Direktorin. Ab 1. Januar 2018 übernahm sie sein „Nebenamt“ dann als Hauptamt, und er konnte sich wieder auf sein Amt als Bürgermeister konzentrieren. Der Gemeinde stand inzwischen auch rechtlich wieder ein hauptamtlicher Bürgermeister zu. Die Verwaltung aber verblieb beim Amt Eiderstedt.

Für einen Tourismusort wie St. Peter-Ording und auch für das Amt Eiderstedt ist das eine große Herausforderung, denn der Tourismus ist der Wettbewerbsfaktor auf Eiderstedt. Das macht die Ausschreibung der Stelle für den künftigen hauptamtlichen Bürgermeister nicht einfach. An ihr wird derzeit gearbeitet, nachdem aus finanziellen Gründen Überlegungen für eine Teilverwaltung „ad acta“ gelegt werden mussten (wir berichteten).

Die Wahl für das Bürgermeisteramt kann frühestens acht Monate bis spätestens einen Monat vor Ablauf der Amtszeit von Rainer Balsmeier stattfinden. Da er nicht wieder antritt – er ist dann 64 Jahre - hat die Gemeindevertretung ihn in der Sitzung am 16. Dezember 2019 mit einer zu erwartenden Selbstverständlichkeit einstimmig zum Wahlleiter bestimmt. Sein gewählter Vertreter ist Sven Jacobsen, Fachbereichsleiter für Bürgerdienste und Ordnung beim Amt Eiderstedt. Als Beisitzer fungieren seitens der Fraktionen jeweils zwei Beisitzer mit Stellvertretung. Dies sind von der CDU Werner Wolsbeck (Ingrid Schiel) und Andrea Buchholz (Harry Bresemann), von der SPD Peter Hansen (Gudrun Arndt) und Kurt Kahlke (Walter Petersen), von der AWG Tim Schäfer (Wilhelm Bahrenfuß) und Merle Meyer (Toni Thurm) sowie von der FDP Christiane Schallich (Hans Burmeister) und Dr. Horst Laube (Wiltrud Kraas).

Die konstituierende Sitzung des Gemeindewahlausschusses fand nun am 29. Januar statt. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Rainer Balsmeier in seiner Funktion als Vorsitzender wurden die Anwesenden durch ihn per Handschlag zur gewissenhaften Wahrnehmung ihres Amtes verpflichtet. Zu den Aufgaben des Ausschusses gehört als erstes die Sichtung und Prüfung der Wahlvorschläge im Hinblick auf die Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen. Die Wahlvorschläge können durch die Parteien erfolgen. Einzelbewerbungen sind genauso möglich.

Die Einteilung der Wahlbezirke mit den Wahllokalen entspricht der zur Europawahl im Mai 2019. Wahllokale sind für den Bezirk 1 „Bad“ das „Hotel Kölfhamm“ in Ording, Bezirk 2 „Dorf“ der „Gemeinschaftsschulteil der NOS“ im Fasanenweg“ und Bezirk 3 „Böhl“ das Gymnasium der NOS in der Pestalozzistraße. Als Wahltag wurde Sonntag, 25. Oktober 2020 festgelegt. Als Stichwahltag gilt Sonntag, 15. November 2020. Alle Beschlüsse erfolgten einstimmig.

Hjr, 29. Januar 2020, HN und www.jb.-spo.de

Nachhaltigkeit im Fokus von Tourismus- und Umwelt-Ausschuss

 

Gemeinde, Tourismus-Zentrale und Bürger sind nicht so weit voneinander entfernt

 

1400 Lampenköpfe sind auf LED umgestellt worden. Das entspricht einer CO2-Einsparung von 90 Tonnen“, war nur eine der Aussagen von Bürgermeister Rainer Balsmeier an diesem Abend im vollen Sitzungsraum des StrandGut Resort. Eingeladen hatten Tourismus- und Umweltausschuss der Gemeinde St. Peter-Ording zu einer gemeinsamen Sitzung. Das Thema „Nachhaltigkeit“ war Schwerpunkt.

 

Auslöser für die öffentliche Behandlung dieser Thematik und die gemeinsame Sitzung beider Ausschüsse war der Antrag von Cornelia Bothe auf der Einwohnerversammlung im Oktober gewesen. Das Thema aber stand nun derart formuliert auf der Tagesordnung: „Nationalparkpartnerschaft/Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen in St. Peter-Ording – Sachstandsbericht“. Diese Formulierung befremdete zunächst. Das artikulierte Thomas Bartram zu Beginn der Einwohnerfragestunde.

 

Cornelia Bothe ging danach auf die Tatsache ein, dass man 2019 „drei Erden verbraucht“ habe und Klimaneutralität auf diese Art nicht zu erreichen sei. Ihre Einlassungen mündeten in der Frage: „Wie verhält sich die Gemeinde zu den erklärten 17 UN-Nachhaltigkeitszielen?“- Rainer Balsmeier gab den Hinweis: „Heute ist das ein Auftakt. Je nach Verlauf gäbe es evtl. vor der nächsten Umweltausschuss-Sitzung (30. April) noch eine Erörterungsrunde.“ Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff ergänzte: Der Kreis NF findet das äußerst spannend und vorbildlich, was wir schon umsetzen.“ Die 17 Ziele seien stark auf konkrete Maßnahmen „runterzubrechen“. Nach weiteren Einlassungen anderer Bürger versicherte sie: „Wir haben die Dinge auf dem Schirm.“

Die Erörterung hatte sich anhaltend über die vorgesehene „30-Minuten-Frist“ fortgesetzt. Viele brachten sich mit ein. Reinhard Lucassen als Vorsitzender des Umweltausschusses lenkte zum Sachstandsbericht hin und gab zu verstehen: „Wir stehen nicht auf zwei Seiten.“-

 

Den Bericht gestalteten Constanze Höfinghoff und Rainer Balsmeier umfassend und dabei die Einwohnerseele respektierend. Sie leitete zunächst ein mit der Definition des Begriffs Nachhaltigkeit: Er beinhaltet gemäß der Agenda 21 der UN-Klimakonferenz 92 eine ökologische, ökonomische und soziale Dimension gleichwertig nebeneinander. Im touristischen Entwicklungskonzept St. Peter-Ording werden diese vor allem auch unter Bezugnahme auf die Einwohner betrachtet. Das Strandentwicklungskonzept sowie der Infrastrukturentwicklungsplan als elementare Ergänzungen gehen in Strategie und Maßnahmen ebenfalls darauf ein. Bei den Leitfäden für Veranstaltungen einschließlich des Caterings sowie für das Reiten und das Mitführen von Hunden am Strand liegt der Fokus auf den ökologischen Aspekten. Alle Aktivitäten und Projekte werden stetig in enger Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung aktualisiert und kommuniziert. Zur Sensibilisierung und Motivation auf das Thema Natur- und Umweltschutz gebe es viele Maßnahmen und Erlebnisangebote.

Rainer Balsmeier stellte anhand der Re-Zertifizierung der Nationalparkpartnerschaft in 2019 dar, was Gemeinde und Tourismus-Zentrale bereits in Sachen Nachhaltigkeit leisten und in Zukunft beabsichtigen. Durch eigene Blockheizkraftwerke in Dünen-Therme und Nordseeschule sowie Dämmung und Photovoltaikanlagen im Schulbereich, Umstellung auf LED in öffentlichen Gebäuden und Straßen werden etliche Tonnen CO2 eingespart. Die ortsgebundenen Heilmittel Schwefelsole, Schlick und Meerwasser tragen durch Rückführung in den Kreislauf ebenso zur ökologischen Nachhaltigkeit bei wie auch der Einsatz von Hygienemitteln nach der Biostoffverordnung. Das Angebot des Erwerbs der Jahresgästekarte mit Bild auch für Einwohner (Erwachsene 84, Kinder 14 € /Jahr) zur dann kostenfreien Nutzung des Ortsbusses, das Angebot eines E-Mobils durch die TZ und die Umstellung in Fuhrparks auf E-Mobilität (wo sinnvoll) leisteten weitere wichtige Beiträge.

 

Ergänzend führte Constanze Höfinghoff den Wert von studentischen Arbeiten inkl. Umfragen bei Leistungsträgern im Ort für die Erarbeitung von weiteren Maßnahmepaketen und zur Orientierung und Optimierung von nachhaltigen Angeboten an, konkret z.B. zur Plastikvermeidung. Sie hatte bereits vorher die 10 Zutaten für ein Erfolgsrezept“ benannt. Einige sind: „Gemeinsame Ziele definieren und verfolgen! – Leidenschaft entwickeln!“, „Akteure einbinden & effizient vernetzen“, „Kommunikation auf Augenhöhe“, „Gemeinsame Projekte gestalten und umsetzen“, „Erfolge gemeinsam feiern“.

 

Anmoderiert vom Bürgermeister regte Ute Broders mit großem Engagement an, sich als Gemeinde auf den Weg zur „Fair Trade Town“ zu machen. Die Voraussetzungen wären in St. Peter-Ording durchaus gegeben. Es sei verhältnismäßig leicht, eine „Fair Trade City“ zu werden. Dieses Projekt dann nachhaltig zu begleiten, setze allerdings politisches und bürgerliches Engagement und Tun voraus.

 

Diese Erkenntnis bleibt überhaupt: Bürger und Bürgerinnen sind nicht nur zur Beteiligung aufgefordert, sie selber müssen sich auch einbringen! – „Nachhaltigkeit im Tourismus“ sowie weiteres zu diesem Thema kann im Netz aufgerufen werden unter https://www.st-peter-ording.de/business .

 

Hjr, 30. Januar 2020, HN und www.jb-spo.de

Hintergrund

Am Kohlenstoffdioxid (CO2) kommt kein Mensch vorbei

Naturvölker leben im Einklang mit der Natur. Maori können wir auch nicht werden. Und die Eiszeit haben wir gehabt. Sie soll auch nicht wieder eingeführt werden.-

Man stelle sich nur vor, wir alle säßen jeweils in unserem Clan vorm Lagerfeuer und hausten in einer gemeinsamen Höhle.

Wahrscheinlicher allerdings wäre dann wohl: Wir näherten uns nicht den acht Milliarden, aber sorgenfrei lebten wir auch nicht.- Pardon: Wir wären ja noch gar nicht geboren !!!

 

Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre

Das Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre ist für unser Leben notwendig. Einerseits machen die Pflanzen aus ihm Sauerstoff und produzieren Biomasse, andererseits aber sorgt es durch den Treibhauseffekt für das Klima. Das beinhaltet der natürliche Kohlenstoffdioxidhaushalt Ohne Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre gäbe es unser „Leben“ nicht. Es gäbe auch nicht die Temperaturverhältnisse, die wir für die Jahreszeiten in unseren Breiten als normal empfinden. Und wir brauchen den Sauerstoff in unserem Lebenshaushalt. Er ist der Teil in der Luft, der uns unser Leben „leben“ lässt.

Zuviel CO2 in der Atmosphäre jedoch verstärkt den Treibhauseffekt und sorgt für einen Temperaturanstieg. Das Gleichgewicht ist gestört. Der Mensch hat dazu seinen besonderen Beitrag geleistet, indem er sich durch seine Bedürfnisse nach „Mehr und Besser“ über die natürlichen Verhältnisse mehr und mehr hinweggesetzt hat. Der schleichende Prozess ist nun mehr als „augenfällig“ geworden.

Ein Naturmensch verursacht etwa 2 Tonnen CO2 pro Jahr

 

Ohne Luft kein menschliches Leben – das gilt seit Urzeiten. Pro Liter Luft atmet jeder Mensch im Ruhezustand etwa 40 Milliliter CO2 aus. In einer Minute sind es bei der Atmung vier Liter, also 160 Milliliter CO2. Wenn man das auf ein Jahr - 24 Std/Tag mal 60 Minuten mal 160 Milliliter mal 360 Tage - umrechnet, kommen 82.944.000 Milliliter zusammen. Das sind 82.944 Liter. 22,4 Liter sind 1 Mol Kohlenstoffdioxid. Das sind insgesamt dann ca. 3703 Mol. Da ein Mol CO2 aber 44 g sind, beläuft sich die von uns an einem Tag ausgeatmete Masse an CO2 nach dieser Rechnung auf ca. 163 kg. Bei körperlicher Belastung aber kann die Luftmenge mehr als 12mal so groß sein.

Im Netz finden sich dafür folgende Angaben: 2.100 Kubikmeter Luft oder 168 Kilogramm CO2 in Ruhephasen gegenüber 25.500 Kubikmeter Luft oder 2.040 Kilogramm CO2 bei Dauerbelastung.- Als „Atmungswert“ könnten 1000 Kilogramm angenommen werden. Das sind 1 Tonne. Rechnet man dann noch eine Tonne dazu für Nahrungszubereitung und Lagerfeuer, käme man auf 2 Tonnen CO2 pro Jahr.

Was bedeutet „CO2-Kompensation“?

 

Zuviel CO2 trägt wesentlich zum Klimawandel bei, weil es in den Wärmehaushalt eingreift und so zu erhöhten Temperaturen führt. Weniger Kohlenstoffdioxid zu produzieren, ist also die Maxime. Denn Wärme führt schließlich zu mehr Verdunstung. Das wirkt sich auf das Wetter und langfristig dann auf die klimatischen Verhältnisse aus. Dieser Prozess ist auch nur langfristig zu stoppen. Natürliche Wachstumsprozesse verlaufen potenzial in die eine bzw. die andere Richtung.- Nur der Mensch meint, er könne die Verhältnisse nach seinem Gusto verändern. Kann er, aber die Ratio hat ihn auch so ausgestattet, dass er Verhältnisse ändern könnte, wenn ihm am nachhaltigen naturverträglichem Handeln etwas läge.

Das zu erreichen, wird nun versucht. Ein Mittel ist die „CO2-Kompensation“. Wenn sie durch klimafördernde Maßnahmen geschieht, ist das gut. Sie kann auch durch Bezahlen erfolgen. Wenn sie aber so erfolgt, und bei den Zahlern alles andere beim „Weiter so“ bleibt, sind alle zusammen die „Dummen“.

Mit den gezahlten Geldern werden zum Beispiel Aufforstungsprojekte im Regenwald oder der Einsatz von Solarlampen in Entwicklungsländern finanziert. Kompensation heißt konkret, dass an anderer Stelle dieselbe Menge CO2 eingespart wird, die im Vergleich dazu vorher mehr verbraucht worden ist.

 

Zwei Rechenbeispiele

Rechnerisch verursacht heute jeder deutsche Staatsbürger 11 Tonnen CO2. Neunzig Tonnen Einsparung CO2 durch 1400 LED-Lampenköpfe machen also von 4000 St. Peter-Ordingern immerhin acht wieder zu Naturmenschen! Zwei Tonnen erzeugt jeder. Das sind zusammen 16 t. Neun Tonnen würde jeder einsparen, das machte 72 und zusammen sind es dann 88 t. Für die Einwohnerschaft St. Peter-Ording müssten 9 Tonnen mal 4000 gleich 36000 t CO2 eingespart werden. Im Klartext heißt das: Da muss jeder einen „gewichtigen“ Anteil selber leisten.

Im Vergleich mit den Industrieländern soll Deutschland international im Mittelfeld liegen. Weit größere Klimasünder sind die USA und vor allem Australien.

7 Liter Benzin auf 100 Kilometer Autofahrt bringen etwa 15 kg CO2. Das ist ein durchaus möglicher Wert. Auf einen Kilometer ist das ein CO2-Ausstoß von ca.150 g. Bei einer Fahrtleistung von 10.000 km durch nur eine Person sind das dann 1,5 Tonnen pro Jahr. 90 Tonnen CO2 Einsparung sind also 60 Autofahrleistungen im Jahr weniger!

Die Zusammenhänge sind zwar komplex, aber man kann nachhaltiger leben

Nach Berechnungen setzt ein Europäer pro Jahr rund 10 bis 30 Tonnen Kohlenstoffdioxid frei. Bei US-Amerikanern soll der Wert zwischen 20 bis 40 Tonnen liegen. Genaue Abschätzungen über den CO2-Ausstoß sind auch deshalb schwierig, weil sich die Lebensstile der Menschen stark unterscheiden. So hängt ein CO2-Verbrauch etwa davon ab, wie häufig ein Auto benutzt oder ob im Urlaub in weit entfernte Länder geflogen wird. So haben wir es auch selbst in der Hand, wie viel CO2 jeder in die Atmosphäre abgibt. Dies wird dann als unseren eigenen CO2-Fußabdruck bezeichnet. Problematischer ist der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid durch Maschinen. Hier greifen viele Dinge ineinander, z.B. ob der Energieantrieb umweltfreundlich oder über Kohlekraftwerke erfolgt.- Aber die Kernenergie soll deswegen nicht wieder eingeführt werden. Die Probleme wären zusätzlich dann wieder ganz anderer Natur.

Hans Jörg Rickert, 3. Februar 2020, www.jb-spo.de

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