2019  M a i

 

Düt un Dat – en beten wat: In eegen Saak  

Klappern höört to’t Handwark

 

Dat gifft je Lüüd, de hebbt an Nix Interesse. Dat gifft uk welk, de steckt ehr Nääs in alle Angelegenheiten. Denn gifft dat welk, de schriev un fotografeer över dat, wat in ehr Gemeen passeeren deit, so as ick dat do. Dorför hebbt wi in St. Peter-Ording uns Johrbook.  

 

Bet 2011 geev dat düt je ok as echte Book. Nu gifft dat düt Johrbook in’t WorldWideWeb. Wat dat so is, dorför sorgt Georg Panskus. He sett sik hen, kiekt sik min Bidreeg an un bringt de denn rin. Dat kost ok Tiet un dat Netz is ok ni ohne Talers to maken. Wi beiden hebbt uns Freud an den Kraam. Büst je jümmers up to date.

So full mi hüüt morrn denn in, ik kunn mol wat op platt över’t Johrbook in’t Netz bringen. Dat is Arbeid in eegen Saak, jüst as „Klappern höört to’t Handwark“.

En Wunsch hebbt wi: Kiekt af un an rin. Dat heff ik in de letzten Utschüsse vun de Gemeen ok an de Manns– un Fruunslüüd röverbröcht. De hebbt denn lacht, tominnst grient. Awer….so‘n beten Kieken, wat in uns „lütte Welt“ los is, weer in de Gemeedepolitik sachts ok ni verkehrt, wat meenst du?

 

 

Hans Jörg Rickert, 6. Mai 2019, www.jb-spo.de

Der Vorentwurf für den Einzelhandel in Ording nimmt Gestalt an

 

Im Juli 2015 war die Absicht des Vollsortimenters Edeka und des Discounter Aldi, sich in Ording nördlich der Tankstelle anzusiedeln, zum ersten Mal in einer Sitzung der Gemeindevertretung öffentlich beraten worden. Zu dem Termin ging es nur darum, ob das überhaupt geschehen sollte. Am 21. März 2016 fiel dann die Grundsatzentscheidung dafür nur knapp. Die CDU-Fraktion war nicht zu gewinnen gewesen.- Im Zusammenhang damit stehende verkehrliche Fragen waren nun einer Lösung zuzuführen. Man verständigte sich unter Einbeziehung der Betreiber im Hinblick auf Zufahrt zum Gelände und auch Situation am Strandweg als Zubringer zum Übergang Köhlbrand wie auch zu einem Teil nach Ording Nord auf zwei mögliche Kreisverkehre. An den Kosten für den im Kreuzungsbereich Dreilanden (B 202) und Strandweg bzw. Waldstraße liegenden sollten sich die Nahversorger beteiligen. Die Kuh brachte man vom Eis. Der LBV in Flensburg war mit eingebunden gewesen. Nun stand aber erst einmal die Änderung des Flächennutzungsplanes für das bisher landwirtschaftlich genutzte Gelände an. Dafür war das Verfahren einzuleiten und auch erst abzuschließen, bevor der dazugehörige vorhabenbezogene B-Plan 73 in Angriff genommen werden konnte. Der 9. Änderung des F-Planes stimmte die Gemeindevertretung dann am 24. April 2019 zu (wir berichteten). Zwischenzeitlich war über „Berichte der Verwaltung“ schon bekannt geworden, dass bei der Verwirklichung des „Strandweg“-Kreisverkehrs nicht alles so laufe wie erhofft. Das zur Vorgeschichte.-

In der Sitzung des ab nun nur noch Bau- und nicht mehr auch noch Verkehrsausschusses am 29. April wurde der Vorentwurf für den B-Plan 73 vorgestellt. Anwesend waren gemäß neuer Zusammensetzung Vorsitzender Kurt Kahlke (SPD), Hans-Wolfgang Rohde (SPD), Richard-Flohrs Richardsen (CDU), Thorsten Malorny i.V. für Bodo Laubenstein (CDU), Christian Heinze i.V. für Harry Bresemann (CDU), Hans Burmeister (FDP) sowie Frank Boller i.V. für den stellv. Vors. Andreas Mietz (AWG). Der Trennung in zwei Ausschüsse hatte die Kommunalaufsicht jetzt stattgegeben.

Heike Marxen vom Planungsbüro Sven Methner in Meldorf übernahm den Sachvortrag und führte dazu u.a. aus: Ein Vorhabenträger hat Interesse an der Ansiedlung eines Edeka-Marktes sowie eines Aldi-Marktes in Dreilanden und unter Vorlage entsprechender Pläne die Aufstellung eines B-Planes beantragt. Der bestehende Aldi-Markt möchte seinen bisherigen Standort im Gewerbegebiet Nordergeest aufgeben und mit dem Umzug nach Dreilanden seine Verkaufsfläche von 790 qm auf 1280 qm erweitern. Für den Edeka-Markt sind 1560 qm vorgesehen. Festgestellt wurde, dass die Nahversorgung in Ording aufgrund des Ausbaus in Ording nicht ausreicht und zu verbessern erforderlich ist. Das Interesse an einer wohnortnahen ausreichenden Nahversorgung hat aus Sicht der Gemeinde genug Gewicht, um die Planung vorzunehmen. Verkehrliche Auswirkungen, Flächenverbrauch und Schallemissionen können dabei hinsichtlich der Auswirkungen auf ein Mindestmaß begrenzt und vor allem schädliche Auswirkungen ausgeschlossen werden.

Vorgesehen sind zwei voneinander getrennte Gebäude, 193 Stellplätze, ein umfangreicher Schallschutz zum Baugebiet Friesenstraße, dazu Grünflächen und eine verkehrliche Anbindung über einen Kreisverkehr im Norden direkt in Höhe des Nahversorgers. Die vorhandene Tränkekuhle (Biotop) soll in den Grünflächenbereich des Areals hinter künftig „Aldi“ verlegt werden. Für die bisher landwirtschaftliche Fläche sind im Gemeindegebiet Ausgleichsflächen zu finden.

In der Aussprache wurde von Frank Boller die Rechtssicherheit hinterfragt. Sie ist aber durch das Lärmschutzgutachten gegeben. Bekannt wurde nun auch, warum der zweite Kreisverkehr aus dem B-Plan herausgenommen worden ist. Er würde in die zweite Deichlinie eingreifen (Strandweg gegenüber Restaurant Cafe Köm), doch kann seitens des LKN ohne eine vorliegende Planung keine Aussage hinsichtlich einer möglichen Umsetzung gemacht werden. Er ist aber weiterhin beabsichtigt und liegt nun erst einmal auf Eis. Querungshilfen von der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es südlich am Kreisel und vor dem Grenzbereich zur Tankstelle jeweils zu den beiden direkten Zugängen für Fußgänger und Radfahrer. Aldi wird zu einem großen Teil hinter der Tankstelle verdeckt sein. Am Kreisel gibt es Sichtschutzzäune.-Der Ausschuss gab gemäß Vorlage sein Votum einstimmig.

Hjr, 7. Mai 2019, HN und www.jb-spo.de

 

Siehe Zum Thema EDEKA / ALDI auch unter www.jb-spo.de

 

2015 Juli                      Gemeinderat: Klare Mehrheiten trotz heikler Themen

2016 April                     Grundsatzentscheidung für EDEKA/Aldi in Ording

2016 Oktober               Bauausschuss der Gemeinde - umfangreiches Pensum

2017 Oktober               Ausdauersitzung des Bauausschusses St. Peter-Ording

2017 Oktober 2             Veränderungssperre für B-Plan 30 verlängert und Aufstellungsbeschluss (EDEKA-ALDI) gefasst

2018 Oktober               Zwei Kreisverkehre geplant

2019 März 2                  Sitzung des Ausschusses für Bauwesen und Verkehr  -  "der üblichen Art"

2019 April 2                  „Baustellen“ genug für die Gemeindevertretung St. Peter-Ording

Theodor Storms Chor und Kantorei St. Peter begeisterten am Wochenende

 

Das Oratorium „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn wurde in Wesselburen und Husum aufgeführt

„Ihr wart wunderbar!“, sagte Anja Sommerer (1. Violine) aus Flensburg vom SH Landestheater & Sinfonieorchester zu Lisa Florentine Schmalz (Sopran), Florian Sievers (Tenor) und Hinrich Horn (Bass). – Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen hatte gerade erst den Taktstock sinken lassen, das Publikum hatte eben den begeisterten Applaus beendet und verließ nun am frühen Sonnabendabend voller Freude über das schöne Konzert die Kirche St. Bartholomäus in Wesselburen. Die Musik des Oratoriums „Die Jahreszeiten“ (1801) von Joseph Haydn (1732 - 1809) klang noch nach. Es war die erste von zwei Aufführungen am Wochenende. Die zweite fand am Sonntag in Marien-Kirche ebenfalls höchst eindrucksvoll und begeisternd statt. Sie war in ihrer Qualität noch dichter.

Der Theodor Storms Chor von 1843 e.V. aus Husum und die Kantorei St. Peter aus St. Peter-Ording hatten diese letzte große Komposition Haydns als gemeinsames Projekt einstudiert und im wahrsten Sinne des Wortes wirklich wunderbar aufgeführt. Das gilt für alle Beteiligten: die drei Solisten, die 56 Sängerinnen und Sänger, das „concerto classico“ mit mehr als 30 Musikern, darunter Anja Sommerer in der Funktion der Konzertmeisterin, und seinem Leiter Christoph Jensen. Er spielte in diesem Konzert auch das Cembalo.- Das Orchester besteht seit 1986. Musiker aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Lübeck und einigen anderen Städten kommen in diesem für größere musikalische Projekte zusammen. Da die St. Peter-Kirche für ein solches Konzert zu klein ist, wird die Möglichkeit in Wesselburen gerne angenommen.

Haydn lebte ab 1790 als freischaffender Musiker in Wien. Das Libretto der Jahreszeiten hat der für den Wiener Hof tätige Diplomat und Leiter der Hofbibliothek Gottfried van Swieten verfasst. Es basiert auf dem Lehrgedicht „The Seasons“ von James Thomson (1700-1748). Dessen Text übersetzte und bearbeitete er frei, auch im Geiste der Aufklärung und des Freimaurertums.

Van Swieten zeichnet ein idealistisches Bild vom einfachen Landleben im Einklang mit der Natur. Die drei Protagonisten Hanne (Sopran), Lukas (Tenor), und Simon (Bass) erleben zusammen mit dem Landvolk (Chor) den Lauf eines Jahres mit all seinen Freuden, aber auch Bedrohungen. Jede Jahreszeit wird durch prägende Ereignisse charakterisiert.- Dieses Geschehen hat Haydn musikalisch in großartiger Weise umgesetzt und ein opulentes klangliches Gemälde geschaffen, das uns trotz seines manchmal „altertümlichen“ Textes heute noch zutiefst anspricht.

Christoph Jensen ist es nicht nur gelungen, die beiden Chöre zusammenzuführen, sondern trotz weniger gemeinsamer Proben auch ein Ensemble zu schaffen, dass eine solche Leistung zu Gehör zu bringen vermag. Mit welchem Einfühlungsvermögen und welcher Aufmerksamkeit er das musikalische Geschehen steuert, dabei dann selber noch das Cembalo spielt, verdient Bewunderung. Die Sängerinnen und Sänger machen das mit und bringen sich als ausdrucksvoller Chor ein, der Nuancen spürbar werden lässt. Die Solisten haben das dann noch zu einem besonderen musikalischen Erlebnis erhöht. Sangen sie alle drei zusammen, vernahm man ein so warmes Klanggebilde, das wundersam anzuhören war und mit Chor und Orchester harmonierte. Sangen sie ihre Partien solo, kamen die Klarheit ihrer Stimmen und ihre Ausdruckskraft voll zum Tragen. Das unterstützten sie zusätzlich mit einer Gestik und Stimmgestaltung, die manchen Zwischenapplaus verdient gehabt hätte.- Die Konzertgäste nahmen Hinrich Horn unter anderem den Landmann ab, der im „Frühjahr“ hinter dem Pfluge schreitet, Lisa Schmalz auch das Mädchen, das sich im „Winter“ liedhaft auf des dreisten Junkers Pferd schwingt und ihm entflieht, und Florian Sievers den Wanderer, der in der Flockenlast des Schnees verzweifelt seinen Weg sucht. Als zur Herbstzeit Lukas „Liebstes Hannchen!“ und Hanne „Bester Lukas“ singen, wird das ebenfalls so authentisch musiziert wie auch von ihnen gesungen und dargestellt, dass es einfach wahr sein muss.- Anja Sommerer hatte es spontan richtig auf den Punkt gebracht.

Hans Jörg Rickert, 4. Mai 2019, HN und www.jb-spo.de

Ein Innenminister mit einem klaren konservativ demokratischen Bekenntnis

 

Hans-Joachim Grote war Gast beim Frühlingsempfang des CDU Ortsverbandes

Mehrfaches Glück hatte der CDU-Ortsverband St. Peter-Ording mit seinem Frühlingsempfang in der Strandbar 54° Nord am Ordinger Strand. Man war an der „EU-Außengrenze“, wie Boy Jöns im Laufe des vormittäglichen Zusammenseins von CDU-Mitgliedern und vielen Gästen den letzten Abgrenzungspfahl mit Kreuz in der Nordsee zum Schutz des Badebereiches betitelte. Das Wetter war sonnig und frühlingshaft kühl, Birgit und Uwe Schwalm sorgten mit ihrer Backgroundmusic für eine zusätzlich stimmungshafte Atmosphäre, die Gäste kamen alle mit guter Laune, und mit MdB Astrid Damerow (CDU) und Hans-Joachim Grote (CDU) als Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration hatte der Ortsvorstand im wahrsten Sinne wohl politisches Schwergewicht geladen.

Eine Botschaft hatte dieser vor allem im Gepäck: „Gute Kommunalpolitik ist für mich der wichtigste Baustein.“ Das nahm man ihm dann auch ab, als er sich zu Politik äußerte und formulierte: „Demokratie entscheidet nicht über richtig oder falsch, sondern über mehrheitsfähig oder nicht.“ Er brach eine Lanze für die Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger im Dialog, aber sagte auch klar und deutlich, dass Ziele zu formulieren sind. Dabei bezog er sich auf den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy im Mai 1961, als dieser die Mondlandung innerhalb von zehn Jahren vorgegeben hatte. Aus seinem konservativen Bewusstsein machte Grote kein Hehl. Bei dem, worüber er berichtete, behielt er Bodenhaftung.

Über Probleme in epischer Breite zu diskutieren, bringe nichts. Lösungsmöglichkeiten und Wege sind angesagt, die sich dazu eignen.- In Bezug auf den in Arbeit befindlichen Landesentwicklungsplan machte er klar, dass es bei 1106 Gemeinden im Land keine allgemeinverbindliche Vorgabe geben kann. Ein Ort mit 4000 Einwohnern mit touristischer Ausrichtung wie St. Peter-Ording hat andere Probleme als ein von der Anzahl der Einwohner gleicher im Binnenland. Er forderte zum „Denken in neuen Räumen“ und „neuen Kooperationen“ auf. In die Verantwortung seien gleichermaßen alle eingebunden. Was die Zukunft beträfe, machte er klar: „Die Zukunft ist keine digitale Fortsetzung der Vergangenheit.“

Ortsvorsitzender Berhard Lackhoff hatte in der Begrüßung zurückgeschaut auf das erfolgreiche Abschneiden bei der Kommunalwahl. „Wir haben vieles richtig gemacht, können es aber noch besser machen.“ Für die bevorstehende Europawahl hoffe er auf einen zumindest ebenso guten Ausgang von 45 Prozent für die CDU. „Europa geht uns alle an.“ Weiterhin Frieden in Europa gebe es nur mit einem starken konservativen Block mit Manfred Weber von der CSU und Niclas Herbst von der CDU als Spitzenkandidat für Schleswig-Holstein. Astrid Damerow, MdB und Kreisvorsitzende der CDU Nordfriesland, warb für die Teilnahme an der Europawahl und insbesondere dafür, dass die „richtigen Leute“ motiviert werden. Sie setzte hinzu: „Es geht um die Zukunft der EU und unsere Zukunft!“

Ein Frühlingsempfang ist vor allem aber auch ein Ort der Begegnung und dient Gesprächen miteinander. So war außer der persönlichen Referentin des Ministers Sabine Christiansen auch Hans-Jörn Arp - Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Kieler Landtag – da wie auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion der Gemeindevertretung Bodo Laubenstein. Davon wurde rege Gebrauch gemacht. Auch Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff nutzte die Gelegenheiten zum Austausch. Maren Grunau aus dem Husumer Wahlkreisbüro der CDU fehlte ebenfalls nicht. Uwe Karl Kirchner (CDU) sorgte mit seinem Strandbar-Team für das leibliche Wohl. Auf Bierdeckeln konnten Fragen an Hans-Joachim Grote formuliert werden.

Diese präsentierte ihm dann Bürgervorsteher Boy Jöns (CDU), der zu Beginn das Ziel formulierte: „Wir wollen fahrradfreundlichster Ort Schleswig-Holsteins werden.“ Wege dazu wurden allerdings nicht diskutiert, aber Hans-Joachim Grote sah sich folgenden Themenschwerpunkten gegenüber: „Ist ein Online-Zugangs-Gesetz in Planung? - Werden Ärztegenossenschaften unterstützt? – Wie schützt man Bürger vor Enteignung? -  Wie kann mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? – Wir möchten weniger „Autos“ in St. Peter-Ording.“ Zum Online-Zugangsgesetz gab er ehrlich Auskunft, dazu nichts sagen zu können. Bei den anderen Themen blieb er nicht sprachlos, sondern gab kurze Statements. Er hatte etwas zu sagen, blieb am Thema und arbeitete nicht mit Floskeln. Eben ein ganz erfahrener Kommunalpolitiker. Oberbürgermeister von Norderstedt war er gewesen. Der Beifall für sein Kommen und seine Gesprächskultur war groß.

Hjr, 5. Mai 2019, www.jb-spo.de

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Beteiligung der KITA in St. Peter-Ording anlässlich „#MissionInklusion“

 

„Die Zukunft beginnt mit dir“ ist in der Kita tägliche Praxis

„#Mission Inklusion“ ist der Aufruf der Aktion Mensch, die inklusive Gestaltung unserer Lebenswelt aktiv in die Hand zu nehmen. Diese beginnt schon bei den Jüngsten, denn wenn Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung, unterschiedlicher Herkunftsländer oder mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen von Anfang an gemeinsam groß werden, dabei auch erleben, dass ebenso Erwachsene mit Handicap für sie da sind, wird auch das für sie alltäglich. Viele Barrieren, mit denen wir heute konfrontiert sind, entstehen so gar nicht erst. Andere können von Anfang an abgebaut werden.

Beim diesjährigen Aktionstag wollte man besonders Kinder und Jugendliche aber auch Menschen, die in Schulen oder der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten, erreichen.

In Anlehnung an diesen Aufruf beteiligte sich die Ev. Kita St. Peter-Ording, Tating und Tümlauer Koog gemeinsam mit dem an sie angeschlossenen Familienzentrum bereits am Freitag an „#MissionInklusion“. Heilpädagogin Yvonne Meyer-Niehus aus dem Team der Kita-Leitung und die Koordinatorin des Familienzentrums Maike Christiansen hatten die Organisation des Tages übernommen. Christina Wienen, Vorstandsvorsitzende des Fördervereins der Ev. Kita, teilte dazu mit, dass der Förderverein aus dem Erlös seiner vergangenen Aktionen 1500 Euro für die Anschaffung der Deckenschlitten im Bewegungsraum gespendet hat. So können die Geräte verschiedenartig miteinander kombiniert werden.

Eltern und Erziehungsberechtigten, aber auch der Öffentlichkeit, war an diesem Nachmittag Gelegenheit gegeben, sich bei Kaffee und Kuchen zum Thema zu informieren und ins Gespräch darüber zu kommen, wie Inklusion in der Ev. Kita in St. Peter-Ording verwirklicht wird. Für die Kinder war im großzügig eingerichteten Bewegungsraum der neuen erweiterten Kita in der Kirchenleye ein Parcours eingerichtet worden, in dem dann auch Inklusion erlebt werden konnte. Kinder haben keine Barrieren, und wenn es für sie welche gibt, finden sie meistens schnell Wege, diese zu überwinden. Dazu bieten die vielen Geräte und die Materialien der Bewegungsbaustelle vielfältige Gelegenheiten.

Zum Bewegungsraum gibt es mit dem Atelier, dem Raum der Sinne und der Entdeckerwerkstatt, der Bücherei und dem Experimentierraum weitere Möglichkeiten, gemeinsam auf verschiedenen Wegen tätig zu sein und Erfahrungen zu machen. Jedes Kind – ob in der Krippe, im Kindergarten oder im Hort – hat das Recht, in der Gemeinschaft seinen eigenen Weg gehen zu können. Körperlichen Handicaps ist damit begegnet worden, dass alles ebenerdig und großzügig angelegt ist.

Hjr, 06. Mai 2019, HN und www.jb-spo.de

Hintergrund

Das ist das Ziel des Europäischen Protesttags (5. Mai) zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung: Auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam machen und sich dafür einsetzen, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können.

Seit vielen Jahren veranstalten Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 5. Mai überall in Deutschland Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und andere Aktionen. Dabei geht es darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden.

Entstanden ist der Protesttag 1992 auf Initiative des Vereins „Selbstbestimmt leben“, einer Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung. Die Aktion Mensch hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Engagement rund um den 5. Mai zu bündeln. Ausgehend von der sozialpolitischen Lage wird für jedes Jahr ein übergreifendes Motto entwickelt, unter das die Organisationen und Verbände ihre Veranstaltungen stellen können.

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