Jahreszeiten - Tour-Tipp zu Fuß

 

Dünenwald-Tour zwischen Buhne und Strandseglerhafen

Ca. 1 Stunde Küstenerlebnis zu Fuß im Dünenwald und auf dem Hitzlöperweg

Vollkommen unspektakulär erscheint diese Dünenwald-Tour. Aber sie hat etwas! - Ich machte sie im vergangenen Jahr am 3. Januar an einem sonnigen Wintertag, um diese „Ecke“ von St. Peter-Bad einmal genauer zu erkunden.

Ausgangspunkt ist die Buhne bei der Weltnaturerbe-Infosäule zwischen Gosch und Strandgut. Auf dem Regionaldeich vor Wellness-Zentrum und Dünen-Therme führt der Weg direkt in den lichten Dünenwald. Eigentlich ist man mitten in einer Dünenlandschaft unterwegs: Rechterhand sind es die hohen Dünen vor Maleens Knoll, linkerhand die flacheren Dünen vor den den Ausläufern des Strandsees hinter der Küstendünenkette zwischen dem Strand von der Brücke bis hin nach Köhlbrand. Krüppelweiden, vereinzelt auch junge Eichen und freistehende Kiefern, fallen auf. Der Blick nach links und rechts ist frei. Im Vordergrund versperrt der Dünenwald die Sicht. Er zieht sich insgesamt hin bis zum Strandübergang Köhlbrand und ist Teil der „weichen Sandküste“.

 

Gleich zu Beginn des Weges in den Dünenwald fallen vom Bewuchs her u.a. Schilf, Brombeeren und dazu sich gerade hinziehende Gräben auf. Diese sind ein eindeutiger Hinweis dafür, dass hier Menschen am Werk waren. Die Dünenwälder sind durch Anpflanzen von Kiefern entstanden, um den Sandflug* zu hemmen.

Vom Ende des Regionaldeiches bis hin zum Übergang Köhlbrand am Ende des Strandweges bzw. der Stöpe beim Spielplatz „Ponderosa“ nimmt der Dünenwald die Schutzfunktion des Deiches vor der Nordsee wahr. Dieses Gebiet ist zurzeit wesentlicher Teil eines Projektes, in dessen Rahmen einerseits die Gewährleistung der Sicherheit vor Hochwassergefahr durch diesen Küstenabschnitt untersucht wird, andererseits aber auch der Erhalt der Artenvielfalt gefördert werden soll. Derzeit werden in den Küstendünen nachwachsende Eichen durch Wuchshüllen geschützt. Man geht seitens dieser Baumart von einem besseren Küstenschutz aus.

Ein großer Strandsee zwischen den hohen Dünen und dem Hitzlöperweg – die mit Asphalt befestigte Straße von der Buhne bis zum Yachthafen – ist fast rundum schilfbewachsen. Er hat aber einen Zugang von der Sandbank her.- Das ist küstentypisch in St. Peter-Ording. Solche Durchlässe sind in den Ketten der Küstendünen immer wieder vorhanden. In Richtung Bad ist der nächste Durchlass nicht weit vom Mittelstück der Strandbrücke entfernt. Auf dem Stück zum Südstrand ist dann wieder einer. Priele reichen von dort bis in das Vorland mit den Salzwiesen. Die Strandseen erhalten ihren Wassernachschub bei Überflutung der Sandbank, können aber auch im Laufe der Zeiten verlanden. Was und wie das genau geschehen wird, kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Man muss eben zur Kenntnis nehmen: Küsten verändern sich, und die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Derzeit nimmt die Höhe der Sandbank von Ording bis Bad zu. Zugleich steigt aber auch die Wasserhöhe durch den Meeresspiegelanstieg. Die Bretterstege** an den Stränden waren einmal ca. 0,5 m über dem Sand.

Am Ende des Weges durch den Dünenwald hat man vor dem Heruntergehen auf den Hitzlöperweg herrliche Blicke auf diese Strandseenlandschaft mit den Küstendünenketten. Auf dem Weg zur Buhne erlebt man zugleich den Dünenwald auch aus einer anderen Perspektive. Überhaupt sollte man bei dieser Dünenwald-Tour von Zeit zu Zeit innehalten, um zu „sehen“.

Die Tour ist evtl. auch für Menschen mit Rollator oder sogar im Rollstuhl möglich. Begleitung ist für sie auf jeden Fall erforderlich. Treppen sind nicht zu bewältigen. dafür aber vor dem Betreten des Dünenwaldes und beim Übergang von ihm auf den Hitzlöperweg Schrägen nach unten. Bei der Buhne ist dann die Anhöhe zu nehmen. Das sollte man wissen bzw. vor einer Tour erkunden.

 

Hans Jörg Rickert, 08. Januar 2022

SIEHE im Jahrbuch unter www.jb-spo.de

2021 Jan: Zwei Millionen Euro für die Förderung der „Biologischen Vielfalt“ in SPO

Dünenpflege im Januar und Februar in SPO hat viele Ziele

 

Erhalt und Förderung der Artenvielfalt, Dünenschutz und Küstenschutz

Dünenarbeiten in St. Peter-Ording sind heute in den Monaten Januar und Februar kein Aufreger mehr. Wer die Hintergründe dafür kennt, kann nur zustimmen. Die Spuren im Dünensand sind jetzt wieder unverkennbar sichtbar im Dünengebiet zwischen Hotel Eulenhof in der Straße „Im Bad“ und „Haus Atlantic“ im „Alten Badweg“. Sie aber sind eine Voraussetzung dafür, dass sich die Dünenlandschaft wieder neu entwickeln kann.

2011 hatte Gemeindevertreter Hans Burmeister den Stein für die Durchführung von Dünenpflegearbeiten ins Rollen gebracht. Die Heidevegetation braucht diesen „Plaggeneffekt“.

 

Plaggenwirtschaft war vor allem üblich in Nordwestdeutschland, dem dänischen Jütland sowie den küstennahen Geestgebieten der östlichen Niederlande und Nordost-Belgiens. Einerseits gewann man mit den Plaggen – Heideflächensoden – Düngererde, andererseits sorgte man für das Nachwachsen der Heide, die ihrer Art gemäß nach einer bestimmten Zeit von Jahren degeneriert. Mit Hilfe des Plaggens konnten so früher die Heidelandschaft erhalten und zugleich „Dünger“ gewonnen werden. Das Material der Plaggen wurde nämlich zur Einstreu für das Vieh verwendet und kam später auf den Misthaufen, um es von dort als Naturdünger auf das Ackerland zu bringen.

 

Vor allem wegen des Sandfluges wurden die Küstendünen in St. Peter-Ording seit dem 19. Jahrhundert mit Kiefern bepflanzt. Nach dem 2. Weltkrieg kam die Bepflanzung mit Fichten dazu. Davon zeugt dieses Dünengebiet.- Insgesamt ist der Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt im Rahmen des Küstenschutzes und der generationengerechten Waldbewirtschaftung als Flächeneigentümer zuständig für die ca. 245 Hektar Wald- und Dünenflächen von St. Peter-Ording. Von ihnen sind 154 Hektar FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat). Für diese Flächen fungiert die Schutzstation Wattenmeer als Schutzgebietsbetreuer. Sämtliche Vor-Ort-Maßnahmen erfolgen aufgrund von Ortsbegehungen und nachfolgend gemeinsamen Abstimmungsrunden zwischen DHSV, LLUR, Unterer Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland, Gemeinde St. Peter-Ording (Umwelt-Ausschuss), WWF und Schutzstation Wattenmeer.

 

Die diesjährigen Arbeiten führen Förster Patras Scheffler, Ralf Andresen und Thomas Gosch durch. Sie gehören zum Team des DHSV Eiderstedt mit Sitz in Garding. Die derzeitigen Arbeiten in diesem Gebiet beinhalten zusätzlich das Anlegen einer Brandschutzgasse und sollen damit dann auch der Habitatsvernetzung dienen. Vor den Arbeiten hier hatte man bereits zwei Wochen im FFH-Gebiet beim Karpfenteich Pflegemaßnahmen vorgenommen

Hans Jörg Rickert, 19. Januar 2022

Siehe dazu auch www.jb-spo.de 2021

Januar                  Zwei Millionen Euro für die Förderung der „Biologischen Vielfalt“ in SPO

Februar                Entkusselungsarbeiten in St. Peter-Ording für dieses Jahr beendet

Juni                       Kampfansage an den Japanischen Staudenknöterich im Ordinger Wald

Oktober 2           Aktiver Dünenschutz zum Mitmachen – Voluntourismus in St. Peter

 

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Pressemitteilung „Projekt Sandküste St. Peter-Ording“ (17.01.2022)

Information zur Dünenpflege im Januar und Februar 2022 in St. Peter-Ording

Dünenpflege für Zauneidechse und Lungenenzian

Entnahme von Gehölzen in St. Peter-Ording schafft Platz

für heimische Tier- und Pflanzenarten

 

Winterzeit ist die Zeit der Dünenpflege. Daher entkusselt der Deich- und Hauptsielverband (DHSV) Eiderstedt seit Anfang Januar wieder Dünenflächen. Als „Entkusselung“ bezeichnet man die Entnahme von Gehölzen – so genannter „Kussel“ - in Heide- oder Feuchtbiotopen. „Wir entfernen sich ausbreitende Gehölze auf den Dünenflächen von St. Peter-Ording, damit sich die Dünenpflanzen wieder vermehren können und Platz für Zauneidechsen, Insekten, Lungenenzian und viele andere heimische Tier- und Pflanzenarten entsteht. So wird es schon seit vielen Jahren gemacht“, erklärt Dr. Annkatrin Weber vom WWF.

 

„Der Pflege der Dünen und Heideflächen fühlt sich der DHSV als Flächeneigentümer besonders verpflichtet“ sagt Patras Scheffler, Revierförster vom DHSV. Er koordiniert die Arbeiten im Schutzgebiet „Dünen St. Peter“ im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland in diesem Jahr im Bereich der „Karpfenteiche“ westlich des Evangelischen Jugenderholungsdorfes. Hinzu kommen weitere Dünenmaßnahmen, die südlich des Alten Badwegs im Rahmen des Projektes „Sandküste St. Peter-Ording“ durchgeführt werden.

 

Warum aktive Schutzmaßnahmen für die heimischen Tiere und Pflanzen von St. Peter so wichtig sind, erläutert Sabine Getter, Biologin der Schutzstation Wattenmeer: „In den Dünen hinter dem Deich gibt es wegen fehlender Dynamik nicht mehr so viele offene, sandige Flächen wie früher.“ Gegen Sandflug hat man in früheren Zeiten Bäume gepflanzt, vor allem Kiefern, die sich zunehmend auf den sandigen Dünenflächen ausgebreitet haben. Die Entkusselungsmaßnahmen helfen nun, die noch verbliebenen Sandflächen weiterhin offen zu halten. Dies ist dringend nötig, denn neben dem Verlust der natürlichen Dünendynamik bedrohen eingeschleppte Arten und die Auswirkungen der Klimakrise die besondere Natur von St. Peter-Ording.

 

Dünen und Wald, beides hat in St. Peter-Ording seinen Platz. Im Wald unterstützt das Projekt „Sandküste“ den laufenden Waldumbau von einem artenarmen Kiefernwald zu einem klimastabilen, standorttypischen Eichenmischwald. Dazu wurden Ende 2021 bereits 5.000 junge Eichen im Ordinger Wald gepflanzt. Weitere sollen folgen. “Der Klimawandel bereitet den Nadelholzwäldern heute schon Probleme und diese werden in den kommenden Jahrzehnten noch weiter zunehmen. Insofern müssen die Wälder artenreicher und strukturreicher aufgebaut werden um diese Risiken zu streuen“, erläutert Scheffler.

 

Entsprechend setzt sich das Projekt „Sandküste“ dafür ein, dass sich der Zustand der Küstenlandschaft in St. Peter-Ording verbessert und wichtige Voraussetzungen für eine Anpassung an die Folgen der Klimakrise geschaffen werden. Der World Wide Fund for Nature (WWF) koordiniert das Vorhaben, indem Dünenlebensräume aufgewertet, der Dünenwald gestärkt und die geomorphologische Entwicklung der Sandbänke sowie die natürliche Hochwasserschutzfunktion der Dünen in einem unbedeichten Abschnitt erforscht werden. Gefördert wird das Vorhaben im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch Kooperationspartner. Mehr Informationen finden Sie unter: www.sandkueste-spo.de

Ansprechpartner:

 

Dr. Annkatrin Weber, Projektmanagerin „Sandküste St. Peter-Ording“, 0151-18851506 Annkatrin.Weber@wwf.de

Patras Scheffler, Revierförster, scheffler@dhsv-eiderstedt.de

Sabine Gettner, Naturschutzreferentin „Sandküste St. Peter-Ording“ s.gettner@schutzstation-wattenmeer.de

ZUR  ERINNERUNG - Wilhelm Bahrenfuß

 

 

Wilhelm Bahrenfuß

18. Juni 1932 – 05. Januar 2022

 

In St. Peter-Ording hat es wohl nur wenige gegeben, die Willi Bahrenfuß nicht kannten. Er war eine allseits anerkannte und wertgeschätzte Persönlichkeit. Nun ist er in seinem 90. Lebensjahr verstorben.

Vom 16. März 1967 bis zum 18. Juni 2018 war Wilhelm Johannes Bahrenfuß von den Bürgerinnen und Bürgern St. Peter-Ordings gewählter Gemeindevertreter des höchsten kommunalen Gremiums des Badeortes und Seeheilbades. Er gehörte der Allgemeinen Wählergemeinschaft von St. Peter-Ording an und genoss uneingeschränktes Vertrauen von allen Seiten. Sein Wort hatte Gewicht. Es gab wohl kein kommunalpolitisches Ehrenamt, das Willi Bahrenfuß nicht ausgeübt hat.

Innerhalb der 51 Jahre seiner Tätigkeit war er u.a. von 1990 bis 2018 als einer der stellvertretenden Bürgermeister tätig. Als die Gemeinde St. Peter-Ording 2008 dem Amt Eiderstedt beitrat, wurde er Vorsitzender des Hauptausschusses und blieb es bis 2018. Den Posten des 1. stv. Amtsdirektors übte er bis 2013 aus. Seit 2009 war Willi Bahrenfuß Träger der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel. Sie wurde ihm für sein kommunalpolitisches Engagement vom Innenminister des Landes Schleswig-Holstein verliehen.

Bei seiner Verabschiedung als Gemeindevertreter war der Beifall riesengroß. „Willi“ war nicht nur selbstständiger Steuerberater in der Bahrfenfuß & Ohls SteuerberatungsGmbH und Gemeindevertreter: Willi Bahrenfuß war eine „Autorität“. Es sei bewundernswert gewesen, wie er sich das „Jugendlich-Spitzbübische“ bewahrt habe, und war irgendwie etwas Besonderes, neben ihm zu sitzen, hieß es vor mehr als drei Jahren.

Aber Wilhelm Bahrenfuß blieb aktiv, u.a. als Schiedsmann. Für seine „AWG“ war er weiterhin deren Geschäftsführer und wirkte 2021 in seinem hohen Alter im Rahmen der Vorbereitungen für die Wahl des Bürgermeisters entscheidend mit.

Willi Bahrenfuß war aber auch sonst vielseitig interessiert und tätig: Er spielte über 50 Jahre im Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr. Von den über 67 Jahren Mitgliedschaft war er 43 Jahre im aktiven Einsatzdienst, zuletzt als Löschmeister.- Und er war Turner und über 30 Jahre Mitglied im TSV St. Peter-Ording. Er gehörte zur „Eiderstedter Riege“, die einst bei Veranstaltungen auf Eiderstedt mit Schauturnen auftrat. Bis zuletzt hat er den Kontakt zu den Turnern gehalten, indem er sich ab und zu bei Turnabenden sehen ließ.

 

                                                                                   Hans Jörg Rickert

                                                                                   für das Jahrbuch St. Peter-Ording

                                                                                                 im Januar 2022

2022 St. Peter-Ording Viele Projekte müssen entwickelt und weiter bearbeitet werden. Hier ein Überblick:

 

 

Verkehrs- und Ortsentwicklung

IIm Rahmen des Verkehrsentwicklungskonzeptes wird es außer der Verkehrslenkung in Ording und der Pestalozzistraße als Fahrradstraße voraussichtlich sowohl im Dorf als auch im Bad erprobungsmäßig Änderungen bzw. andere Möglichkeiten geben. Rücksichtnahme gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern bleibt weiterhin das Gebot der Stunde.

 

An Orts- und Verkehrsentwicklungskonzept wird seitens der Büros B2K bzw. SHP-Ingenieure weitergearbeitet. Sie sollen am Ende des Jahres miteinander verzahnt stehen, um ab 2023 als Planungsgrundlage für Maßnahmen dienen zu können. Das ist ehrgeizig.

 

Längerfristig wird die Pestalozzistraße wohl unter Berücksichtigung der Entwicklung einer Fahrradachse durch den Ort umzugestalten sein, ist bisher aber nur eine vage Option. Was im Bad genau geschieht, bleibt zunächst abzuwarten.

Die verkehrliche Situation bei der Zufahrt zum Gewerbegebiet Nordergeest mit Bahnübergang und Ampel wird wohl problembehaftet bleiben.

 

Städtebauförderung (VU / ISEK)

Bezüglich der Maßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung (StädteBauF) für die Daseinsvorsorge (läuft seit 2017) auf der Grundlage der vorbereitenden Untersuchungen (VU) und des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) werden mit der förmlichen Festlegung von Sanierungsgebieten Voraussetzungen für Planungen geschaffen.

 

Das betrifft im sog. erweiterten historischen Ortskern Bereiche in Fasanenweg & Ketelskoog, zwischen Kirche und Seniorenresidenz (Heedweg), den Marktplatz/Ortskern sowie Teile von Dorfstraße, Heideweg und Pestalozzistraße.

 

Die im Rahmen der StädteBauF vorgezogene Sanierung des Sportplatzes am Fasanenweg wird abgeschlossen. Der Platz kann danach in Betrieb genommen werden.-

 

Die Planungen für das Gebiet Feuerwehrgerätehaus (StädteBauF) sind angelaufen (Heedweg, B-Plan Nr. 21 – 5. Änderung).-

 

In Planung befindet sich ebenfalls der künftige Bauhof am Brüllweg gegenüber der Kläranlage.-

 

An der zukünftigen ärztlichen Versorgung für den Ort mit einem Medicum SPO wird gearbeitet. 

 

Vorhaben besonderer Art

St. Peter-Ording wird in Kürze Fairtrade Town und steigt in das Projekt „Global Nachhaltige Kommune“ ein.

 

Vor dem Regionaldeich von Buhne bis etwa Landesschutzdeich wird nun der 2017 angedachte Naturerlebnisraum verwirklicht. Es ist ein besonderes Projekt, das die Artenvielfalt des Vorlandes und seine natürlichen Gegebenheiten in den Mittelpunkt rücken wird. Vier Zugänge führen von der Buhne bis zum künftigen FamilienTreff zu sogenannten Erlebnisinseln mit zusammen 9 Stationen zur Information über das Vorland und seine Vegetation sowie Tierwelt. Vorhabenträger ist die Nationalpark-Service gGmbH mit Sitz in Tönning, die auch das Multimar Wattforum betreibt. Koooperationspartner sind die Schutzstation Wattenmeer als Betreiber des Nationalparkhauses in St. Peter-Ording und die Gemeinde über die Tourismus-Zentrale.

 

Das Projekt „Weiche Sandküste“ mit vielen Kooperationspartnern, darunter der CAU in Kiel und der TU Braunschweig befindet sich im zweiten Jahr der sechsjährigen Laufzeit.- Im Zusammenhang damit schließt die Dünenpflege die über das FFH-Gebiet Dünen St. Peter hinausgehende Dünenlandschaft ein. Beteiligt sind hier Untere Naturschutzbehörde des Kreises, Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt sowie Schutzstation Wattenmeer.

 

Die Gemeinde St. Peter-Ording hat ebenfalls im Zusammenhang damit ein Hochwasserschutzkonzept zu erarbeiten. Notwendig ist das wegen des Landeswassergesetzes und der Tatsache, dass St. Peter-Ording insgesamt Hochwasserrisikogebiet ist.

 

Hotelbauvorhaben im Bad, in Ording und in Böhl

Das Hotel „URBAN NATURE“ an der Strandpromenade mit Zuwegung über die Fritz-Wischer-Straße wird wahrscheinlich Ende April in Betrieb gehen.

 

Hotel „Zweite Heimat“ in Ording „Am Deich/ Utholmer Straße“ (Kleine Flucht GbR) wird mit den Arbeiten für ein Gebäude an der Utholmer Straße beginnen. Es sind ebenfalls drei sog. Personalwohnungen auf einer an das Grundstück anschließenden ehemaligen Grünfläche geplant. Hinsichtlich der Art der Flächen existiert eine Gemengelage. Verzögerungen sind deswegen nicht ausgeschlossen. Die Gemeindevertretung hat dem Vorhaben mit nur knapper Mehrheit zugestimmt. Das Genehmigungsverfahren läuft.

 

Für die Nachnutzung des „Kurheim Köhlbrand“ am Strandweg in Ording hat die Planungsphase begonnen. Der Plan für das „Hotel de Dün“ hat sich damit erledigt.- Bisher ist ein Entwurf vorgestellt worden. Der Bauausschuss wird zunächst in nichtöffentlichen Sitzungen dazu tagen. Es ist davon auszugehen, dass hier in 2022 noch nicht gebaut werden wird.

 

In Böhl ist die Erweiterung des Golfplatzes auf eine 18-Loch-Anlage geplant. Auf dem Golfplatzgelände ab Buswaschhalle bei der Strandüberfahrt Böhl parallel zur Böhler Landstraße bis etwa Beginn Eiderweg (Fangnetz für Golfbälle) ist ein Gebäudekomplex aus Golfhotel, Mitarbeiterwohnungen und Appartementhaus geplant. Auch hier ist bisher nur ein Entwurf vorgestellt worden. Der Bauausschuss wird ebenfalls nichtöffentlich dazu tagen. Auch hier wird 2022 wohl kaum gebaut werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass auch beim Golfen noch alles beim Alten bleibt.

 

Bauliche Vorhaben der Tourismus-Zentrale

Der Bau für den künftigen „FamilienTreff“ als generationenübergreifendes Projekt im Anschluss an die Strandpromenade schreitet jetzt sichtbar voran. Planungsziel der Inbetriebnahme war bisher September 2022.

 

Für die am Strandabschnitt Köhlbrand in Ording im Wasser stehende „Strandbar 54°Nord“ wird zu Saisonbeginn wohl das letzte Mal der Betrieb eingeläutet. Etwa 200 m in Richtung Deich und Strandübergang wird in diesem Jahr der Bau einer neuen Strandbar zwischen der Wassersportstation XH2O und dem Mehrzweckpfahlbau beginnen. Notwendig ist das aus Gründen der Sicherheit, weil die Nordsee bei auflaufendem Wasser dem Deich näher rückt.

 

Die „Seekiste“ in Böhl hat mit „Salt & Silver“ neue Pächter.

 

Allgemeine bauliche Situation

Baustellen wird es wie in den vergangenen Jahren weiterhin geben. Der Renovierungs- und Sanierungsbedarf an Gebäuden ist vorhanden. Mit Abrissen und Neubauten wird man auch während der Saison leben müssen.- Ein Beispiel dafür ist das „Haus Böhl“ in der Böhler Landstraße, das nach Jahren des Leerstandes im Laufe des Jahres ein ansprechendes Aussehen erhalten wird. Auch in Sachen Kanal- und Straßenausbau wird es keinen Stillstand geben. Die Planungen gehen weiter. Umsetzungsmaßnahmen werden anlaufen, wenn der Haushaltsplan das mit seiner Verabschiedung hergibt. Ebenso läuft der Glasfaserausbau im Ort.

 

Größte Herausforderung für den Ort ist das Schaffen von bezahlbarem Dauerwohnraum. Das hat die Gemeinde ganz bewusst in ihren Blick genommen. Von Heute auf Morgen aber geht das nicht. Geduld ist da auf allen Seiten erforderlich.

 

Das von der Gemeinde initiierte Dauerwohnprojekt „Wiesenweg“ in Böhl (B-Plan 77) ist in Sachen Nahwärmeversorgung noch in der Machbarkeitsüberprüfung.

 

Das von dem Wohnungsunternehmen Semmelhaack im Kuhsteig (Ortsteil Böhl) angestrebte Wohngebiet für „Dauerwohnen zur Miete“ im höherpreisigen Niveau auf dem Gelände des ehem. DRK Haus Steinburg (B-Plan 84) befindet sich im Genehmigungsverfahren. Noch stehen die alten Gebäude.

 

Kulturelles Leben

Was möglich war, hat man in den beiden vergangenen Jahren gemacht. Höchst Ansprechendes ist dabei seitens der Kirchengemeinde entstanden. Selbst „Musik in der Kirche“ hat dann und wann stattfinden können. In der Galerie Tobien konnte man in Verbindung mit dem Kunsthaus in unterschiedlichen Ausstellungen wirklich Kunst sehen. Diese Angebote werden sofort wieder aufleben, sobald sich die Gelegenheit ergibt. Man sollte das dann nutzen. Das gilt auch für das „Museum Landschaft Eiderstedt“, das seitens des Vereins „KulturTreff“ lebt und sich durch ihn auch lebendig präsentiert.

 

Man darf davon ausgehen, dass die „Backhaus-Crew“ des Vereins KulturTreff in den Startlöchern steht, wieder Backtage veranstalten zu können. Ebenso wartet der Verein „Kunstinitiative St. Peter“ auf die Möglichkeit der Verwirklichung seiner nächsten Ausstellung in der Strandkorbhalle.- „Mensch Natur!“ ohne Komma bzw. Bindestrich war der Titel für 2020 gewesen. An Aktualität hätte er nichts verloren.-

 

Die Speeldeel St. Peter-Ording, die Trachtentanzgruppe St. Peter-Ording, der Shantychor „Die Strandräuber“, die Gemeindebücherei mit ihrem Programm – sie alle und weitere mehr warten nur darauf, wieder aktiv werden zu können und das besonders „Liebenswerte“ an St. Peter-Ording rüberbringen zu dürfen.

Die Natur mit ihren „lebenswerten Eigenheiten“ gibt es drauf zu. Das Nationalparkhaus mit seinen Angeboten rückt dieses besonders in den Focus.

 

St. Peter-Ording und Eiderstedt mit Tönning und Friedrichstadt

haben Meer und dazu noch ganz viel mehr zu bieten.*

 

Hans Jörg Rickert, 13. Januar 2022

www.jb-spo.de*

* In unserem Jahrbuch finden sich viele Beiträge, die das belegen. Schauen Sie doch auch in die früheren Jahre einschließlich des Archives rein.

Jahreswechsel 2021/2022 – Nichts los in SPO – Vonwegen!!!

 

Man könnte denken, es wäre Saison – Gäste waren von überallher gekommen

Nebeneinander standen die Fahrzeuge mit den Kennzeichen SE, HH, HL, HER und DD (Bad Segeberg, Hamburg, Lübeck, Herne, Dresden) am Neujahrstag aufgereiht auf dem Parkplatz des Alten Rathauses im Dorf:

Zum Jahreswechsel 2021/22 muss St. Peter-Ording

wohl wieder ein Sehnsuchtsort gewesen sein.

Eine Familie startete gerade ihr Fahrzeug. Sie war aus Heilbronn. Angesprochen, gab es nach kurzer Pause des Erstaunens eine Fülle von Informationen: Seit Jahrzehnten schon Gast hier im Ort, zunächst als Kind mit den Eltern, dann als Paar, jetzt mit den eigenen Kindern und seit wenigen Jahren Zweitwohnungsbesitzer: „Wir sind immer hier, wenn es sich einrichten lässt!“

 

Der Marktplatz sehr gut beparkt, wenn auch hier und da noch ein Platz frei, wie auch auf den Bermenparkplätzen bei der Strandüberfahrt in Ording oder in Hungerhamm bei der Strandkorbhalle. Dort sind es vor allem Hundebesitzer. Für den Platz bei der Dünen-Therme war „Besetzt“ angezeigt.- Überall Spaziergänger: im Dorf, im Bad, auf den Deichen, an den Stränden, auf der Buhne und natürlich auf der Seebrücke in Richtung Pfahlbau Arche Noah. Und das, obwohl das Wetter an Silvester und auch Neujahr mit „Feuchtkalt“ nicht gerade einladend war. Eine Frankfurter „Großfamilie“ hatte bereits zeitgleich mit Samoa das Jahr 2022 vor den Dünen begrüßt. Sie – ebenfalls Zweitwohnungsbesitzer - freuten sich, wieder hier an ihrem Lieblingsort zu sein.

 

Auf dem Weg zum Badstrand war eine Familie mit vier Kindern unterwegs. Der 11-jährige hopste über das Geländer auf die sich die dort gebildete Sanddüne und seine Geschwister – sieben, vier und drei Jahre – wie nichts hinterher. Pure Lebensfreude! In Äbtissinwisch (Dithmarschen) haben sie ein Ferienhaus. Auch aus der Nähe von Frankfurt kommend, lieben sie die Luft und die Weite der Landschaft.- Wohnmobil an Wohnmobil auf den beiden Campingplätzen in Ording und am Grudeweg in Brösum. Alle haben irgendwie gute Laune, ob aus Herne, Berlin, Lünen oder Dortmund.

 

Nichts los in SPO? – Vonwegen! – Man hatte eher den Eindruck, in St. Peter-Ording sei Saison. Mittags am letzten Tag des Jahres im Gewerbegebiet Nordergeest Auto an Auto, zum Teil wartend auf einen freiwerdenden Parkplatz. Bei der Dorfbäckerei Siercks eine lange Schlange. Die Brotregale so gut wie leer, aber Berliner gab es um 12 Uhr noch.

 

Wenn auch weitgehend neblig grau und nasskalt, zeigte sich an Neujahr vor Sonnenuntergang noch einmal die Sonne. Ein Lichtblick im neuen Jahr!. Der Leuchtturm Westerheversand allerdings blieb im Nebel, für Eingeweihte vielleicht schwach erkennbar.

 

Hans Jörg Rickert, 02. Januar 2022

Kerzenziehen auf Hof Herzleuchten in Garding

 

Es ist die Atmosphäre der Kerzendiele, die jeden anheimelnd berührt

 

Schon der Weg zum Bauernhof von Familie Groth im Hartkoogweg 1 in Garding weckt Aufmerksamkeit. Kaum ist man aus Richtung Tating durch den kleinen Ort Sandwehle, heißt es rechts abbiegen. Ein Schild weist darauf hin. Aus Richtung Garding kommend ist der Hinweis auch nicht zu übersehen. Vierhundert Meter geht es auf der Betonspurbahn über die Bahnschienen – Achtung ! – zum Hof mit den beiden Stallgebäuden und dem Wohnhaus hinter dem Rasenrondell. Die Rundbogenfenster des älteren Stallgebäudes und die Haustür des Wohnhauses ziehen die Blicke auf sich. Dazu kommt die ländliche Stille, die innehalten lässt.

Die Kerzendiele befindet sich im Stallgebäude auf der linken Seite. Über die Klöndür kommt man zunächst in den Vorraum, in dem mit den Holzengeln mit ihren Stahlflügeln bzw. den Zwergenfiguren und sonstigen Verkaufsartikeln außer den vielen Kerzen in verschiedenen Farben und Formen noch alles weihnachtlich geschmückt war. Wer wollte, konnte es sich in der gemütlichen Sitzecke bequem machen. Aber die Kerzendiele übte eine Anziehungskraft aus, der der Besucher nicht widerstehen kann. Levke Thiesen aus Tetenbüll hatte statt der Hausherrin Birgit Groth an diesem Nachmittag das „Sagen“. Eigentlich wäre hier eher „Schweigen“ das richtige Wort, denn alles ging ruhig und leise vor sich.

Da stehen an vier Holzständern je drei mit Heizspiralen versehene Tonnen mit flüssigem, unterschiedlich gefärbtem Wachs. Thore ist gerade dabei, seinen Kerzenteller mit den werdenden Stabkerzen ein weiteres Mal in die Wachstonne einzutauchen und nach dem sachten Herausziehen erst leicht abtropfen zu lassen und dann an der Strebe oben aufzuhängen. Er ist im Oktober 5 geworden und macht das alles selbstständig. Sein fast dreijähriger Bruder Täve macht es gemeinsam mit seiner Mutter. Fasziniert vom Geschehen, registriert er alles genau, vor allem, wie sich die Kerzen leicht biegen, die versehentlich den Tonnenrand berühren, und sich danach wieder gerade zurechthängen. Levke Thiesen zaubert ein Lächeln in Thores Gesicht, nachdem sie eine Kerze mit leichter Hand durch leichtes Drehen spiralig verformt hat. Die Eltern aus Bremen haben ihren beiden Jungen mit dem Besuch der Kerzendiele einen Erlebnisnachmittag beschert. Wie die beiden anderen Erwachsenen waren sie auf Urlaub in St. Peter-Ording.

 

Das Paar aus Heidelberg hatte sich ebenfalls angemeldet, um selber Kerzen zu ziehen und sich dabei auch auf Eiderstedt umzusehen. Er war nun dabei, die Kerzen auf der mit Papier bedeckten Tischplatte zu rollen. Dazu mussten sie bereits weitgehend abgekühlt, aber immer noch weich genug sein. Er wollte sie außen glatt haben.

 

Etwa zwei Stunden sind einzukalkulieren, wenn man Kerzen ziehen möchte: Eine Stunde für das Ziehen, eine weitere halbe Stunde für das Abkühlen und aushärten. Auch deshalb wird um Anmeldung gebeten (Tel. 04862-952 Hof Herzleuchten). Geöffnet ist die Kerzendiele in der Regel Dienstag- und Donnerstagnachmittag von 14 bis 18 Uhr. Nun aber ist erst einmal bis Ostern Winterpause.

Hans Jörg Rickert, 30. Dezember 2021