2015 Juli              weiter: 26.-31. Juli

smart beach tour 2015 - 19. Auflage des smart beach cup St. Peter Ording 

Sonntag,26.7.2015 Die Nacht über stürmte es, aber am Morgen beruhigte es sich. Dicke Wolken und Sonnenschein bei 18 Grad Lufttemperatur spiegelten den Nordischen Sommer wieder. Große "Pfützen" breiteten sich auf dem Strandparkplatz in Ording aus. Dennoch kamen Tausende, um sich die Spiele anzuschauen. Kein Platz mehr zu ergattern auf den übervollen Tribünen, die Stimmung wra großartig!

Sieger bei den Herren:

1. Tom Kröger / Jonas Schröder

2. Björn Andrae / Marcus Popp

3. Max-Jonas Karpa / Julius Thole

 

Siegerinnen bei den Damen:

1. Katharina Schillerwein / Cinja Tillmann

2. Sabrina Karnbaum / Natascha Niemczyk

3. Teresa Mersmann / Isabel Schneider

Samstag, 25.7.2015  Trotz schlechter Vorhersagen konnten die Spiele stattfinden. Stürmisch und regnerisch wurde es entgegen der Vorhersage erst am späten Nachmittag und am Abend. 17:39 musste das Turnier abgebrochen werden. Wasserpumpen und Bagger konnten dann auch nichts mehr ausrichten.

 

Freitag, 24.7.2015  Nicht zu heiß, nicht zu windig, also ideales Wetter für die Beach-Volleyballer und die Zuschauer auf den Rängen des Hauptplatzes und an den weiteren Spielfeldern. Die Stimmung war hervorragend, die Spieler und Spielerinnen wurden mit viel Beifall für ihre Leistungen belohnt.

Farbige Blütenträume

 

18. Juli 2015, hjr

 

„Welch ein Blütentraum!“ muss jeder unweigerlich denken, der ins Badzentrum von St. Peter-Ording kommt, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Auto. Aber nicht nur dort. Der Ort hat sich für den Gast und den Urlauber geschmückt, und die Einheimischen freut, welche Mühen sich die Mitarbeiter der Bauhöfe geben, auch dieses Jahr jetzt die Blütenpracht zu erhalten. Alle Verkehrsinseln, ob beim Kreisel in Wittendün oder am Anfang und Ende der Straße „Im Bad“, den Abzweigungen von der Eiderstedter Straße ins Dorf, zum Marktplatz, in den Alten Badweg oder in Ording ins Bad, schließlich auch bei der Feuerwehr und beim Abzweiger zum Westküstenpark bzw. zu den Kliniken in Wittendün – es ist ein Anblick, der froh stimmt. Nebenbei Fotomotive in Fülle. Tipp: Suche die schönste Blüte!

 

Ankommen – und froh sein! Das stimmt auch dieses Jahr wieder in St. Peter-Ording! Es blüht und grünt überall. Sommer!

Vertraute Klänge - immer wieder hörenswert

 

19. Juli 2015, hjr

 

„Es ist einfach schöne Musik“, haben wohl viele im Publikum so für sich gedacht, als sie die Musiker des „Concerto classico“ unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen am Sonntagabend in der St. Peter-Kirche mit der Serenata notturna (KV 239) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) sowie dem Konzert in D für Violoncello und Orchester und der Sinfonie Nr. 94 G-Dur mit dem Paukenschlag von Joseph Haydn (1732- 1809) beglückten. Niklas Jensen war der Solist im Cellokonzert und wurde schon bei seinem Erscheinen mit Beifall bedacht.

 

Gespannt hatte das Publikum seinen Auftritt erwartet. In St. Peter-Ording aufgewachsen, steht Niklas Jensen kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiums bei Prof. Maria Leihenseder-Ewald an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar. Für ihn war es sozusagen ein „Heimspiel“. Die anfängliche Anspannung merkte man ihm trotzdem kaum an. Nach den ersten Klängen des Orchesters kam sein Einsatz. Frei und dann auch gelöst, freudig, der Musik seines Cellos scheinbar selbst lauschend, spielte er. Absolute Stille bei der virtuos von ihm vorgetragenen Kadenz im Allegro moderato. Hingebungsvoll gespielt das Adagio – erhielt er nach dem dritten Satz – Allegro – nicht nur den begeisterten Beifall seines Publikums. Auch der Blickkontakt mit seinem Vater Christoph und seinem Bruder Cornelius und deren Gesten waren eindeutig: Gemeistert!

 

Die den Konzertabend einleitende Serenata notturno von 1776 zeichnet sich zusätzlich zu ihrem heiteren, humorvollen und volkstümlichen Charakter – deswegen auch so eingängig – durch eine besondere Originalität in der Instrumentierung aus. Zu einem Streichorchester tritt ein Concertino aus zwei Geigen, Bratsche und Kontrabass sowie eine Pauke. Es spielten Cornelius Jensen, Uscha Töös-Stipanitz, Franziska Schmutzler, Finn Strothmann und Bao Tin van Cong. Gemeinsam mit der „Paukenschlag-Sinfonie“ fügten sich die drei Kompositionen so zu einem Musikerlebnis.

 

Applaus gab es nach der Aufführung eines jeden Werkes von Herzen. Das mündete dann nach der Wiederholung des Menuettos/Trios aus der Paukenschlagsinfonie als Zugabe in großen Beifall.- Froh gestimmt waren an diesem Sommerabend alle gekommen, beglückt von diesem Musikereignis ging man nach Hause. Es waren vertraute Klänge. Sie sind einfach immer wieder hörenswert.

 

Das Musikpublikum in St. Peter-Ording weiß das hervorragende und abwechslungsreiche Angebot an Konzerten des Vereins zur Förderung und Pflege der Kirchenmusik – Orgelbauverein St. Peter-Ording e.V. zu schätzen und ist wie dieses Mal immer wieder auch beeindruckt von der Interpretation der aufgeführten Werke.

Autorin Sina Beerwald las aus ihrem Krimi "Möwenalarm"

Amüsanter Möwen-Krimi mit Sylt-Ambiente

 

17. Juli 2015, hjr

 

„Möwenalarm“ heißt der zweite auf Sylt angesiedelte Krimi der seit acht Jahren auf der vermeintlichen „Insel der Reichen und Schönen“ lebenden Autorin Sina Beerwald. Ihre Stuttgarter Herkunft kann und will sie nicht verleugnen. Beim Sprechen und Lesen schwebte ein schwäbischer Klang mit und schaffte so eine besondere Atmosphäre, als sie die zweite Kriminalgeschichte um ihre Möwenbande mit Möwerich Ahoi in der Strandkorbhalle im Rahmen einer Autorenlesung vorstellte. Schnell waren die Krimifreunde inmitten der Bilder und Skulpturen der noch bis zum 6. September währenden Ausstellung „Watt’n Glückwunsch“ zum 30. Geburtstages des Nationalparkes Weltnaturerbe Wattenmeer mit den Charakteren der „Mordsmöwen“ vertraut.

 

Eingeladen hatte sie Büchereileiter Andreas Falkenhagen von der Bücherei St. Peter-Ording in Kooperation mit dem Verein Kunstinitiative St. Peter-Ording (Kispo). Sina Beerwald bedankte sich bei ihm und Thomas Bartram, Vorsitzender von Kispo, für den tollen Rahmen, „den ich ganz fantastisch finde, mit dem feinen Sand unter den Füßen und den Bildern rundherum.“ Hinter ihr blühte bildhaft Halligflieder. Zusätzlich dazu versetzten die Zuhörer fotografische Kunstwerke an die Wattenmeerküste mit seinen Sandbänken, dem Watt, Prielen und Wolken. Neben ihr, passend zum Titel „Möwenalarm“, waren in einem Rettungsring und bei der Doppel-Skulptur „Schwarm“ - Vögel oben und unten Fische - nur für diesen Abend fast „echte“ Möwen drapiert.

 

Wenn auch Sylt wie die Inseln Föhr und Amrum vom Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ausgenommen sind, so rückte bei diesem Vorlese- und Erzählspaß gerade Sylt vom Rande des Nationalparkes in den Mittelpunkt. Sina Beerwald ist es in ihrer Geschichte hervorragend gelungen, die Sylter Problematik mit Wohnungsnot für dort Beschäftigte, Immobilien und Baurechtsfragen und zugleich auch Sylter Flair einzufangen. So erzählt sie, dass Möwerich „Ahoi“ im Braderuper Watt ein übergroßes Nest für seine Dauerbrutpartnerschaft mit „Suzette“ gebaut hat. Die Hochzeitsnacht steht bevor, doch daraus wird nichts, denn in dem Nest befindet sich ein „Knochensack“, Möwensprache für einen Säugling. Suzette verweigert sich. Das Baby will sie nicht im Nest haben. Es muss weg. Aber es will lautstark gefüttert und gewindelt werden. Nicht nur damit, auch auf der Suche nach den Eltern gerät die Möwentruppe in turbulente Situationen und aberwitzige Verwicklungen und kommt einem spektakulären Entführungsfall auf die Spur. Doch zunächst verlangt die Pfuhlschnepfe von der Nestabrissbehörde trotz der herrschenden Brutstättennot die Verlegung des Nestes auf das Dach des Kurzentrums. Adebar Klapper bietet sich als Transportunternehmer für das Baby an. Er weiß schließlich, wo es hingehört. Wie sich die Geschichte weiter entwickelt und wie sie ausgeht, das ist im Krimi zu lesen. Mancher „Möwenalarm“ fand mit der Autorinnenunterschrift seine Leserinnen.

Im anschließenden Gespräch wie schon während ihrer Lesung lernte das Publikum die Autorin als vielseitige Bücherschreiberin wie auch fröhliche Erzählerin kennen. Sina Beerwald hat Wissenschaftliches Bibliothekswesen studiert und war stellvertretende Leiterin einer Fakultätsbibliothek. Heute ist sie freie Autorin. Sie hat sich bislang mit sechs erfolgreichen Romanen, darunter vier historischen, einen Namen gemacht. 2011 wurde sie Preisträgerin des NordMordAward, des ersten Krimipreises für Schleswig-Holstein. 2014 erhielt sie den Samiel Award für ihren Sylt-Krimi "Mordsmöwen."

Immer wieder super: Grillfest der FFW SPO

 

15. Juli 2015, hjr

 

Viele Jahre schon sind die Grillfesttermine der Freiwilligen Feuerwehr St. Peter-Ording fester Bestandteil im Veranstaltungskalender und allseits beliebt.

 

Schon weit über eine Stunde vor Beginn kommen die ersten Gäste. Die Jugendfeuerwehr sorgt für „Wasser marsch!“ mit den Kleineren, der Musikzug Eiderstedt spielt auf, der Fahrzeugpark kann besichtigt werden, es wird fachmännisch gegrillt und gibt Leckeres von der Räucherscheune. Auch gegen den Durst ist man gerüstet.

 

Statt „Löschen-Retten-Bergen-Schützen“ heißt es an diesem Abend: „Miteinander fröhlich sein!“ Zugleich aber ist es „Werbung für die Feuerwehr und den Dienst in einer bewährten Kameradschaft zur Sicherheit der Bevölkerung.“ Ob Wasserrettung, Verkehrsunfall, Feuer, Hilfeleistung – wie hoch die Anzahl der Einsätze ist und in welch vielfältiger Weise auf die Feuerwehr Verlass ist, kann im Netz verfolgt werden. Informationen gibt es unter www.feuerwehr-sankt-peter-ording.de .

 

Auch auf öffentliche Veranstaltungen wie das nächste Grillfest - 05. August 2015 - wird hingewiesen.

Konzertante Bläser- und Kammermusik-Raritäten St. Peter-Kirche 2015

Konzertante Bläser- und Kammermusik-Raritäten

11. Juli 2015, hjr

Wieder einmal überraschte der „Förderverein für Musik in der Kirche“ in der St. Peter-Kirche mit einem wunderbaren Konzert. Ausnahmsweise war es an einem Sonnabend und es war ein außergewöhnlicher Konzertgenuss mit konzertanten Bläser- und Kammermusikraritäten aus Romantik, Klassischer Moderne und Jazz.

 

Initiator war Lorenz Jensen, als Fagottist des „Concerto classico“ und Bruder von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen vielen bekannt. Dass Musiker nicht nur ein Instrument spielen, fällt ja immer wieder auf, aber die Zuhörerinnen erlebten ihn zugleich auch als Trompeter und Dirigent sowie Moderator, der gekonnt durch das Programm führte und einen roten Faden erkennen ließ. Mit seinem Faible für zeitgenössische Musik schenkte er mit Familie, Freunden und Weggefährten – einige ebenfalls Mitglieder des „Concerto classico“ – dem Publikum in St. Peter-Ording einen spannenden Musikabend von besonderem Klang.

 

Den furiosen und starken Auftakt brachten vier Trompeten, zwei Hörner und zwei Posaunen mit „Spirit of Brass“ und „Spiritual Gebet“ von Enrique Crespo (*1941). Der Orgelchoral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750) mit Christoph Jensen an der Lobback-Orgel leitete über zur Serenade für drei Fagotte von Julius Weissenborn (1837-1888). Wie schön diese zusammen klingen, machte die Komposition deutlich, und welche Klangmöglichkeiten in ihnen stecken dann die Polka „Thé dasant im Landschlösschen“. Dazwischen erklang die Trio Sonate in einer mit Flöte, Trompete und Orgel ungewöhnlichen Besetzung von Cesar Bresgen (1913-1985). Überraschend die Klänge der einzelnen Instrumente in den Solopartien, ihrem Wechselspiel, den Übernahmen und der Weiterführung in den drei Sätzen und dem Dreiklang zum Schluss im Allegro. Gustav Gunsenheimers (*1934) Konzert für Orgel und Blechbläser entfaltete sich voll in der Kirche, ehe von dem Spätromantiker Camillo Schumann (1872-1946) in einer Bearbeitung von Lorenz Jensen für Violoncello und Bläser Rezitativ und Adagio für Violoncello und Orgel beeindruckten, gefolgt von einer Sonatine für Violoncello und Bläserensemble, komponiert von ihm selbst. Cello und Bläser – es war Erlebnis pur. Unerwartet - und doch so passsend zu diesem Musikabend - der Schluss mit der Improvisation von Kilian Jensen (*1997) über den Beatles-Song „All you need is love“ am Klavier, begleitet von E-Bass, und dem von Kilian und Lorenz Jensen für Bläser und Klavier arrangierten „Oh, when the saints“ von Helmut Lammel (*1950).

 

Es war ein Konzert der ganz besonderen Art. Ein Dank dem Initiator und Heinke Hennings (Flöte), Elisabeth Schmidt-Hohensee und Kathrin Sommerfeld (Fagotte), Elmar Büsse, Janina Schmidt und Josefine Jensen (Trompeten), Jürgen Radischewski und Hagen Sommerfeld (Hörner), Anna Cordes (Posaune), Jörg Schmidt-Hohensee (Posaune und E-Bass), Andreas Hamborg (Violoncello), Kilian Jensen (Klavier) und Christoph Jensen (Orgel).

Nordseeschule lebt ihre Nationalparkpartnerschaft

Die ersten neun Junior-Ranger haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen

 

15. Juli 2015, hjr

 

Mit von Stolz geschwellter Brust zeigten die neun ersten Junior Ranger aus den beiden sechsten Klassen der Nordseeschule St. Peter-Ording ihre Ausweise. In zehn dreistündigen Nachmittagssitzungen über das jetzt abgelaufene Schuljahr von August 2014 an hatten sie sich freiwillig der Ausbildung dazu gestellt. Jannika Schulz und Helma Mensing, die beide seitens der Schutzstation Wattenmeer im Nationalparkhaus St. Peter-Ording Ende Juli ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beenden werden (wir berichteten), hatten diese Aufgabe mit viel Engagement und Freude in Kooperation mit dem Nationalparkamt übernommen. Nun hatten sie im Beisein von Lehrkräften der Fachschaft Biologie der Schule - Dr. Jürgen Neumann, Stefan Lukau, Thomas Meeder und Alina Krügel – die Prüfung abgenommen. Das geschah aus gutem Grund in den Salzwiesen des Vorlandes beim Böhler Leuchtturm. Jeder Junior-Ranger hatte die Aufgabe erhalten, über ein Tier und über eine Pflanze zu berichten. Diese musste er zunächst im Vorland suchen. Außerdem gab es für jeden eine Sonderfrage. Das bewältigten sie alle, jeder auf seine Art, und die künftigen Mit-Ranger mussten im Hinblick auf Inhalt, Umsetzung, Aussprache, Körpersprache und Blickkontakt auch beurteilen. Sachlich und fair, aber auch kritisch gingen sie mit ihren Kameraden um. Sie hatten sich alle gut vorbereitet und informierten über Gänsefingerkraut, Dreizack und Roten Zahntrost bzw. Wattschnecke, Seeringelwurm und Miesmuschel. Bei den Sonderfragen legten sie die Aufgaben eines NP-Rangers dar, erläuterten., was Mikroplastik ist, welche Salzwiesenzonen es gibt und vieles mehr.

 

Helma Mensing und Jannika Schulz hatten ein interessantes und abwechslungsreiches Ausbildungsprogramm zusammengestellt. Dazu gehörten Exkursionen in die Salzwiesen und am Spülsaum, die Begleitung einer Wattführung, „Vogelkiek“ am Böhler Strand, Basteln einer „Fühlkiste“, Müllsammeln, Experimentieren im Multimar-Labor mit Nicole Kensy und die Erfüllung eines Arbeitsauftrags von und mit Evelyn Schollenberger vom Nationalparkamt zur Erkundung des Wattforums in Tönning. Das war alles schon ganz schön spannend, z.B. zu sehen und zu erleben, wie sich ein Seestern umdreht oder wie schnell eine Miesmuschel Nordseewasser reinigt. Von der Schule her hatten Jürgen Neumann und Stefan Lukau die Ausbildung begleitet.

 

Für die Nordseeschule ist das ein wichtiger Teil ihres Bildungsangebotes. Sie ist seit 2011 Nationalparkschule und lebt diesen Auftrag (www.nordseegymnasium.lernnetz.de/ Bildungsangebot/ Nationalpark-Schule). Erst kürzlich wurde die Nationalparkpartnerschaft um zwei weitere Jahre verlängert. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein zentraler Gedanke im Projekt „Nationalparkschule“. Gerade mit der Junior-Ranger-Ausbildung transportiert man diesen Gedanken auf die heranwachsende Generation. Jannika Schulz und Helma Mensing haben für sich bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe viel gelernt, denn das war auch nicht immer so ganz leicht mit den Sechstklässlern. Sie sind erst so 20 Jahre alt und haben keine pädagogische Ausbildung. Super aber fanden sie das, die 12jährigen zu unterweisen, sie über ein Jahr immer wieder zu sehen und mit ihnen zu lernen. „Das ist wegen der Aktionen nachhaltig und machte Spaß. Wir wollten den Mädchen und Jungen das Spektrum der Natur an der Nordsee zeigen. Wenn man hier wohnt, soll man doch wissen, wie es hier ist.“ So ihr Credo. Sie beide kommen aus Frankfurt bzw. Rheda-Wiedenbrück und beginnen in Kürze ein Studium. Das Jahr  in St. Peter-Ording hat mit der Wahl von „Umweltbildung“ bzw. „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ entscheidend mitgewirkt. Sicher werden auch die zwei Mädchen und sieben Jungen als Junior-Ranger für ihre Zukunft etwas mit auf den Weg bekommen haben. Wer weiß, für welchen Studiengang sie sich einmal entscheiden werden.

Nordsee-Internat: Einweihung der "Chill-Arena"

Sommerfest 2015 und Tag der offenen Tür

 

11. Juli 2015, hjr

 

Sommerlich fröhlich präsentierte sich das Nordsee-Internat zwischen Pestalozzistraße und Stichstraße „Zum Karpfenteich“. Eingeladen hatte man Schülerinnen und Schüler, Eltern, Familienangehörige, Freunde und Unterstützer sowie alle Interessierten zum diesjährigen Sommerfest und Tag der offenen Tür auf dem Gelände hinter Verwaltung und Mensa bis hin zum Sportplatz der Nordseeschule. Mit ihr kooperiert das Internat schon Jahrzehnte. Seit 2007 ist die Anzahl der Internatsschüler mit 120 stabil. Damit sichert die Einrichtung des Vereins „Nordsee-Internat St. Peter-Ording e.V.“ auch den Schulstandort mit dem Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil *EUROPASCHULE*. Das Internat nimmt auf Grundlage seines Gesundheitskonzeptes Diabetiker auf. Diese werden in Kooperation mit dem Westküstenklinikum in Heide auch medizinisch betreut. Die Anzahl der Plätze ist allerdings begrenzt. Rüdiger Hoff und Christian Karow sind Vorstand des Vereins und leiten das Internat. Ein Kuratorium begleitet die Einrichtung sowohl pädagogisch als auch wirtschaftlich.

 

Zum Feiern gab es zudem einen besonderen Grund: Die „Chill- und Event-Area“ konnte festlich im Beisein vieler Nutzer und Gäste bei herrlichem Sommerwetter eingeweiht werden. Sie besteht im Zentralbereich aus drei halbrunden in einen Graswall integrierten langen Sitzbänken für bis zu 150 Personen und davor einer großen Holzterrasse mit Stromversorgung. Jenseits des neu angelegten, geschwungenen Weges durch das Gelände befindet sich zusätzlich eine erhöhte Holzterrasse mit Sichtschutz, die als Open-Air-Bühne genutzt werden kann. Sie hebt den bestehenden Brunnen hervor und bezieht so die Fläche vor und neben dem Verwaltungsgebäude mit ein. „Orkan Christian“ hatte am 28. Oktober 2013 nach der Entwurzelung fast aller Bäume zwischen dem Sonnenhaus und der Verwaltung eine Brachfläche zurück gelassen. Das sei der Auslöser für Überlegungen zu einem zentral gelegenen Treffpunkt gewesen, berichtete Rüdiger Hoff, pädagogischer Direktor, im Rahmen seines „Herzlichen Willkommens“. Hoch erfreut war er über den großen Zuspruch, vor allem über das große Interesse auch von außerhalb an Informationen über das Nordsee-Internat. Die gab es reichlich, wie sich im Verlaufe des Tages zeigen sollte. Zum Geschehen informierte Elke Marter vom Mitarbeiter-Organisationsteam vorab.

 

Mit „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen machte die Schulband der Nordseeschule den furiosen Auftakt. Christopher Schulz am Bass, Tobias Golke auf der Gitarre, Bela Rühmekorf am Schlagzeug und „Frontfrau“ Astrid Klützke begeisterten ihr Publikum mit zwei weiteren Songs und Zugabe. Für Spaß sorgte der 12jährige Eric Küster mit seinem Team beim Quiz. Seifenblasenaktionen, Wikingerschach, Wasserschlacht, Reiten, Golf und mehr gehörten zum Aktionsangebot. Informationen gab es über Führungen durch das Internat und die Schule sowie an einer Infotheke zum Internat und zur Diabetesbetreuung. Tanzvorführungen der „Dance Devils“, einstudiert von Markus Arendt, beendeten diesen lebendigen Tag der offenen Tür.

Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz. Zur Mittagszeit sorgten zwei Grillstationen des Mensa-Teams um Küchenchef Matthias Greve mit Unterstützung von Internatlern, einer Getränkestation und zur Kaffeezeit mit einem Eistorten- und Erdbeerkuchenbufett für Gaumenschmaus. Außerdem gab es alkoholfreie Cocktails von JiMs Bar St. Peter-Ording, Langzeitprojekt des Runden Tisches zur Sucht-und Drogenprävention. Louisa Thomas als dafür ausgebildete Barkeeperin und ihre beiden Helfer Joshua und Pascal waren fleißig am Mixen von „Ipanema“ und „Sportsman“.

Auch vom „Bund der Ehemaligen“ (BDE) waren viele anwesend. Vorsitzende sind Elina Wenzel und Anton Ahrens. Vom Kuratorium waren Axel von Velde, Ursula Sassen, sowie die beiden Elternvertreterinnen Steffi Küster und Stephanie Dudda gekommen. Alle interessierte besonders, wie sich die „Chill- und Event-Area“ bewährt. Die Begeisterung für die gelungene Einweihungsveranstaltung war allseits groß! Schließlich hatten sie dieses Projekt auf dem Weg zur Verwirklichung auch über einen Spendenaufruf unterstützt. Der war sicher auch wegen der Einbeziehung vieler erfolgreich. Die Internatssprecher Tim Wedel und Niklas Böhrs freuten sich: „Tolle Idee! Danke, dass wir mitbestimmen durften!“- Alle Ideen führten dank der Architektin Angelika Ehlers aus Berlin, zum BDE gehörig, und Architekt Sönke Erichsen in St. Peter-Ording – er war natürlich anwesend – zu der jetzigen „Chill-out-Zone“. Auch der Schülerwunsch nach Wlan wurde umgesetzt.

 

Einige Gartenmöbel aus Euro-Paletten sind bereits von Schülern erbaut, weitere werden noch dazu kommen. Mit den großen Sitzkissen ergeben sich dann ungeahnte Möglichkeiten auch der farblichen Gestaltung dieses zentralen Aufenthaltsortes. Auf etwa 70.000 Euro belaufen sich die Kosten. Zwei Drittel wurden über Spenden (!), darunter auch vergünstigte Sachleistungen von Architekten und Handwerksbetrieben, finanziert. Der BDE selbst spendete 20 Prozent der Kosten. Das zeigt die Verbundenheit der Ehemaligen mit ihrem Internat und ihrer in St. Peter-Ording erlebten Schulzeit.

"Geschafft!" - "Gegen den Wind" - Leistung, Freude, Spaß mittendrin im Sand von St. Peter-Ording

Sonntag, 12. Juli gpa

Bedeckter Himmel, angenehme 20 Grad, kaum Wind - gute Bedingungen für die anstehenden Läufe durch Sand, Wald, Dünen, auf Deich, Weg und Steg

Schüler Lauf  ( 3,3 Km )

Schüler Lauf M  29 Teilnehmer

1. Nr. 1567 in 00:13:16 Glenn Kochmann TSG Bergedorf GER-SH M-KU12 1

2. Nr. 1563 in 00:13:50 Georg Käber LG Tönning / St. Peter GER-SH M-JU14 1

3. Nr. 1554 in 00:13:57 Bjarne Haberkorn Padenstedt GER-SH M-KU12 2

Schüler Lauf  ( 3,3 Km )

Schüler Lauf W 19 Teilnehmerinnen

1. Nr.1604 in 00:15:31 Katharina Speer LTV Tönning / St. Peter GER-SH W-JU14 1

2. Nr.1566 in 00:16:00 Faye Kochmann TSG Bergedorf GER-SH W-KU12 1

3. Nr.1553 in 00:16:47 Kira Gatza HSG Marne/Brunsbüttel GER-SH W-JU14 2

Jedermann Lauf (7 km)

M 111 Teilnehmer

1. Nr.1490 in  00:23:42 Jan-Eric Bostelmann-Arp SC Rönnau 74 GER- M-25 1

2. Nr.1404 in  00:25:57 Laurenz Koppenhagen Essen GER-NRW M-JU18 1

3. Nr.1496 in  00:26:17 Thorsten Harms TSV Kropp GER-SH M-50 1

Jedermann Lauf (7 km)

W 105 Teilnehmerinnen

1 1500 00:29:03 Julia Lieck ALG VFL Bokel GER- W-20 1

2 1703 00:30:08 Nicole Meyer GER-NIE W-45 1

3 1505 00:30:40 Sina Nokodian Sankt Peter-Ording GER-SH W-JU18 1

Halbmarathon (21 km)

M 199 Teilnehmer

1. Nr. 1213 in 01:22:53 Frank Schulz TS Harburg GER-NIE M-35 1

2. Nr. 1249 in 01:23:41 Miguel Vogelgsang LT Husum GER-SH M-30 1

3. Nr. 1001 in 01:25:44 Jens Abernetty RC Klövensteen GER-SH M-35 2

Halbmarathon (21 km)

W 97 Teilnehmerinnen

1. Nr.1801 in 01:24:26 Alexandra Raddatz Hannover 96 GER-NIE W-30 1

2. Nr.1235 in 01:32:25 Claudia Teichmann Fitter Hamburg GER-HAM W-30 2

3. Nr.1126 in 01:37:26 Inga Krause USC Kiel GER-SH W-25

"Gegen den Wind" Triathlon -  11. Juli 2015 in St. Peter-Ording

gpa 11.7.2015

Am Donnerstagabend (9.Juli) flog der Sand bei Windstärke acht nur so über den Strand. An ein Aufbauen der Zelte für den nächsten Tag war nicht zu denken. Der Wetterdienst hatte zwar eine Beruhigung vorausgesagt, aber ... Luigi Barriani freute sich dann aber riesig, dass am Freitag dann doch aufgebaut werden konnte. Am Sonnabend lachte dann sogar die Sonne zum Triathlon und der Wind war kaum noch zu spüren. Während viele Jedermänner und -frauen noch mit ihrem Fahrrad unterwegs waren, liefen ein paar schon die letzte Strecke durch den schweren Sand. Dann kamen auch schon die ersten Triathleten der Olympischen Distanz aus der abebbenden Nordsee. Der Ebbstrom schob sie dieses Mal parallel zum Strand auf ihr Ziel zu. Dann hieß es, durch das flacher werdende Wasser auf den Sand zu laufen. Die Zuschauer begleiteten sie mit Zurufen und begeistertem Klatschen.

Hier die Ergebnisse:

Olympische Distanz

( 1,5 km Schwimmen/ 40km Radfahren / 10km Laufen )

Olympische Distanz - Männer - 214 Teilnehmer

 

1. Nr. 174 in 01:51:19   Jean-Pierre de Lannoy 1989 Tri Endurance Germany GER-SH

 

2. Nr. 175 in 01:53:24   Marcel de Lannoy 1990 Tri Endurance Germany GER-SH

 

3. Nr. 188 in 01:56:47 Frank Gehse 1967 SG Wasserratten Norderstedt GER-SH

 

Olympische Distanz

  Frauen - 53 Teilnehmerinnen

 

1. Nr. 272 in 02:10:59 Alexandra Raddatz 1981 Hannover 96 GER-NIE

 

2. Nr. 178 in 02:13:22 Manu Dierkes 1978 Tri Michels Hamburg e.V. GER-HAM

 

3. Nr. 344 in 02:14:43 Juliane Meyer 1980 Triabolos Hamburg e.V. GER-HAM

 

Sozialer Tag mit der "Schüler-helfen-Helfen AG" der Nordseeschule

09. Juli 2015, hjr

 

Die „Schüler-helfen-Helfen-AG“ der Nordseeschule St. Peter-Ording existiert seit mehr als zwei Schuljahren. Sie hat mehrere Aktionen angestoßen und durchgeführt. Dabei beziehen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe insbesondere Jüngere mit ein.

 

Am sozialen Tag – 09. Juli 2015 - fand dieses Jahr für den 5. und 6. Jahrgang des Gymnasiums in St. Peter-Ording vormittags von 9:00 bis 13:00 Uhr ein besonderes Projekt in zwei Aktionsgruppen statt. Eine Schülergruppe der beiden fünften Klassen stellte mit Kunstlehrkraft Franka Zielski bei Unterstützung von Mirja Perleberg aus Strandmaterialien Gegenstände zum Verkauf auf dem Dorfabend her. Alle anderen Schülerinnen und Schüler sammelten mit ihren Lehrkräften – Juliane Dorl, Maj-Britt Affrad, Levka Thomsen, Alina Krügel und Thomas Meeder - sowie Leonie Trapp, Sophie Demuth und Sophia Schwerdt aus der Oberstufe Strandmüll. Davon gab es an diesem Morgen nach dem Sommersturm des Vortages mehr als genug, und stark windig war es immer noch. Ausgerüstet mit Handschuhen und Müllsäcken durch Hannes Mahnsen von der TZ war man dann am Strandabschnitt Köhlbrand höchst erfolgreich im Sammeleinsatz. Der Vormittag klang auf dem Spielplatz „Ponderosa“ aus.

 

Am Abend, dem „Donnerstag im Dorf“, verkauften Mirja Perleberg, Leonie Trapp, Najadi Litche und Lisa Hesselbarth die handgefertigten Kunstsachen. Viele Passanten zeigten Interesse, ließen sich über die „Schüler helfen Helfen-AG“ und die landesweite Aktion „Schüler helfen leben“ (SHL) informieren, kauften auch und spendeten zusätzlich. Der Erlös geht an SHL.

Eine Super-Aktion von Schülerinnen und Schülern der Nordseeschule St. Peter-Ording mit ihren Lehrkräften und zugleich eine beispielhafte Aktion im Sinne des Sozialen Tages!

 

 

Siehe auch folgende Berichte im Jahrbuch:

Nov. 2013       Kinder helfen Kindern

Mai 2014        Nächster Sozialer Tag

Aug. 2014       Schüler helfen leben

Okt. 2014       Platz schaffen mit Herz

Rettung eines Kiters in Ording-Nord

 

08. Juli 2015, hjr

 

Bei Windstärken sieben bis acht lockte das Flutspektakel – Hochwasser 18:21 Uhr – besonders viele Kiter, Windsurfer und Schaulustige an den Strandübergang Ording. Es stürmte aus Südwest direkt gegen den Strand. Sandbank und Stege waren vom Hochwasser fast vollständig überflutet, der feine Sand flog. Ein Kiter nach dem anderen ließ mit Kollegenhilfe seinen Drachen steigen und freute sich auf den Wellenritt, desgleichen Windsurfer. Die bei diesen Windverhältnissen herrschenden Gefahren werden aber zu leicht unterschätzt. Ein Abtreiben in Richtung Westerhever ist bei Unachtsamkeit, Materialbruch, Verletzung oder Überschätzung des eigenen Könnens schnell möglich.

So erging es offensichtlich einem Kitesurfer. Er geriet am Strandabschnitt Ording in Not. Selbstständig konnte er nicht mehr an Land kommen.

 

Aufgrund eines gegen 18:00 Uhr eingehenden Notrufes bei der Rettungsleitstelle Harrislee erfolgte umgehend die Alarmierung mit dem Einsatzstichwort „TH Wasser Y“ („Technische Hilfeleistung Wasserrettung mit Menschenleben in Gefahr“). Je nach Stichwort werden dann Rettungskräfte benachrichtigt und starten. Im Einsatz waren zehn Rettungsschwimmer von der DLRG St. Peter-Ording mit Krankenwagen, Gerätewagen, Boot und Jetski, dazu kamen noch der Notarzt, der Rettungsdienst, der Rettungshubschrauber SAR 10 der Bundeswehr und die DGzRS mit dem Seenotkreuzer Eiswette, dazu von der Feuerwehr St. Peter-Ording das Mehrzweckfahrzeug (MZF), das Luftkissenboot, das Löschfahrzeug in Mannschaftsstärke (LF8) und der Schlauchwagen (SW 1000). Gerade Kitesurfer machen solche umfänglichen Einsätze leider immer wieder erforderlich und binden so auch Rettungs- und Sicherheitskräfte.

 

Zunächst steuerte man die Strandüberfahrt Ording an. Von dort aus war aber aufgrund des starken Windes nicht an eine Rettung mit dem Luftkissenboot denken. Auch die Boote der DLRG konnten wegen der geringen Wassertiefe auf der überfluteten Sandbank nicht eingesetzt werden. Inzwischen war der Kiter weiter Richtung Westerhever abgetrieben. Die DLRG-Rettungsschwimmer Sönke Homann, Michael Köhne und Hauke Dircks begaben sich umgehend mit Neoprenanzügen bekleidet zur Strandkorbhalle Hungerhamm, liefen mit Funksprechgerät und Ferngläsern die Deichtreppe hoch auf die Deichkrone, um den Verunglückten hinter der Dünenkette auf dem Meer vor Westerheversand zu sichten. Schnell ging es dann über den Dünenweg an den Strand. Ein Windsurfer war dem Havaristen bereits zu Hilfe gekommen und watete inzwischen mit ihm auf einer Sandbank, sein eigenes Material im Schlepp. Zwei der Rettungsschwimmer eilten den beiden durch einen flachen Priel entgegen, nahmen den Verletzten in Empfang und brachten ihn zum bereitstehenden Rettungswagen. Nach kurzem Wortwechsel mit Hauke Dircks fuhr der Surfer umgehend wieder raus, um weiter seinem Sport nachzugehen. „Manche Wassersportler sind wirklich schmerzfrei!“ meinte Heinz-Dieter Hecke von der DLRG St. Peter-Ording später.

 

Schmerzfrei allerdings war der verletzte Kiter nicht. Nach der Erstbehandlung wurde er in ein Krankenhaus transportiert. Sein Equipment schwamm irgendwo in der Nordsee. Glück hatte er gehabt. Der im Anflug befindliche Rettungshubschrauber konnte wieder abdrehen.

Erstes Sommersturmspektakel

 

08. Juli 2015, hjr

 

Wie unterschiedlich es an den Strandabschnitten von St. Peter-Ording sein kann, machte der erste Sommersturm – Südwest mit Stärken bis acht - dieses Jahres deutlich:

 

In Hungerhamm (Norderdeich) überflutete Sandbank, Blick auf den Westerhever Leuchtturm, herrlicher Blick auf die Dünen im Wind und auf die Wellen, Wolken und Sonne, aber auch mal ein Schauer. Aber nicht zu vergessen: Rettung eines Kiters bei Einsatz eines Großaufgebots!

Bei der Strandüberfahrt Ording Sandsturm, überflutete Sandbänke und Stege, Kite- und Windsurfer im „Freudentaumel“ – sich selbst manchen Gefahren aussetzend (siehe Bericht „Kitesurfer gerettet“) – sowie Schaulustige und unzählige Motive für Fotofreunde. Fahrzeuge standen auch im Wasser. Für den einen oder anderen Besitzer eine unliebsame Überraschung. Hannes Mahnsen von der Tourismus Zentrale half mit seinem Schlepper. Ein VW Polo wäre sonst wohl ganz „abgesoffen“. Nun musste seine Besitzerin nur schöpfen. Auch ein Wohnmobil hatte er vorher schon gerettet.

Beim Übergang Köhlbrand am Yachthafen der Strandsegler Sand, Sand und nochmal Sand. Die Aufbauarbeiten auf dem Eventgelände für den Triathlon am Wochenende sind stark beeinträchtigt.

Bei der Badbrücke sind die Salzwiesen überflutet und „Gosch“ hat seine Strandkörbe und Tische gesichert.

Am Südstrand Wind und ungemütlich. Die Busspur ist nicht überflutet.

In Böhl ist die Sandbank überflutet. In den Salzwiesen sind die Gräben bis oben hin voll Wasser und auch sonst steht Wasser. Kiter nutzten die Gelegenheit bis in die Abendstunden. Die Seekiste hatte den Küchenbetrieb vorsorglich früher eingestellt, damit alle – Gäste und Mitarbeiter - noch von der Sandbank konnten.

Gemeinderat: Klare Mehrheiten trotz heikler Themen

 

06. Juli 2015, hjr

 

Mit allein dreizehn Punkten für den öffentlichen Teil der Sitzung der Gemeindevertretung St. Peter-Ording war die Tagesordnung schon umfangreich, und sie hatte es mit dem Thema „gegenseitige Anerkennung der Kurkarten/Gästekarten“ und dem Sachstandsbericht zur „Ansiedlung von Lebensmittelmärkten in Ording“ zusätzlich in sich. Auch die Mitteilungen von Bürgermeister und Tourismusdirektor Rainer Balsmeier bargen in sich so etwas wie Brisanz.

Zunächst aber ging alles wie am Schnürchen.

 

Die in den Ausschüssen durch Ausscheiden von Mitgliedern der Fraktionen entstandenen Vakanzen wurden neu besetzt. Dann standen Änderungen von Bebauungsplänen (B-Pläne) zur Abstimmung. Für den B-Plan Nr. 30 wurde aus rechtlichen Gründen eine Veränderungssperre erlassen. Ein neuer Aufstellungsbeschluss wurde gefasst für den B-Plan Nr. 32 und wird zugleich im beschleunigten Verfahren vorangetrieben. Für den B-Plan Nr. 9 wurde ebenfalls ein Aufstellungsbeschluss gefasst. Es ist der 20. hinsichtlich der Neuordnung in Sachen städtebaulicher Gesamtsituation in der Gemeinde.

Bürgermeister Rainer Balsmeier

 

Mit der Vorbemerkung, der Tourismus-Ausschuss (TA) sei ja für „heikle Themen“ bekannt, standen Aussprache, Beratung und Beschlussfassung über den Austritt aus dem Verbund für die gegenseitige Anerkennung der Kurkarten/Gästekarten an (wir berichteten). Die Gemeindevertretung folgte in Ermangelung von anderen verträglicheren Möglichkeiten einstimmig dem Beschluss des TA, ab 2016 nicht mehr an der Aktion der gegenseitigen Anerkennung teilzunehmen. Alle Fraktionen taten sich sehr schwer mit dieser Entscheidung. Insbesondere für das LTO-Gebiet mit Garding und Tönning, dazu auch Büsum, würde man gerne zu Kompromissen kommen. Rainer Balsmeier sprach das Problem für die Verwaltung deutlich an: „Ich weiß da keine Lösung.“ Man ist auf jeden Fall offen für Ideen. Die Entscheidung ist keineswegs unumkehrbar.

 

Wenig später gab es für die Gemeindevertretung die nächste Nuss zu knacken. Was als Sachstandsbericht als Punkt 10 auf der Tagesordnung stand, entpuppte sich als ausgesprochen umfänglich, zumal es dazu noch eine Beschlussvorlage mit Datum vom 02. Juli 2015 gab, die bisher in keinem Gremium der Gemeinde beraten worden war. Bürgervorsteher Boy Jöns erläuterte das und wies darauf hin, dass das Thema „Ansiedlung von Lebensmittelmärkten in Ording“ inzwischen schon zu einer breiten Diskussion in der Öffentlichkeit geführt habe. Deswegen sei es wichtig, dieses Thema in der Sitzung zu behandeln. Das bedeute nicht, dass ein Beschluss herbeigeführt werden müsse. Aber eine offene Diskussion in diesem Gremium sei erforderlich. Er bat den Bürgermeister um eine Darstellung der Sachverhalte. Dieser stellte dann die für ihn wesentlichen Diskussionen und Punkte dar:

 

Zunächst stellte er klar, dass nicht die Gemeinde initiativ geworden sei, sondern dass man an sie herangetreten wäre. Die EDEKA möchte in Ording einen Lebensmittelmarkt errichten. ALDI möchte als Discounter aus dem Gewerbegebiet Nordergeest nach Ording gehen. Der landwirtschaftliche Betrieb in Dreilanden von Johann Stöhrmann möchte auf die gegenüberliegende Seite wechseln.

Es handelt sich um das an die Aral-Tankstelle anschließende Areal. Die Landesplanung könne sich dieses durchaus vorstellen. Um aber Fehlentwicklungen zu vermeiden, sei ein Einzelhandelsgutachten erforderlich, das die Gemeinde in Auftrag geben solle. Der ist

bisher nicht vergeben worden.-

 

Gespräche hat es gegeben mit den Initiatoren, aber auch mit Sky und COOP. Mindestens acht Schreiben sind eingegangen, die für das Gewerbegebiet negative Auswirkungen befürchteten, wenn der Frequenzbringer ALDI fehlte. Gegenüber der bisherigen Angebotsabfrage sei der Untersuchungsumfang für das Gutachten aber auszuweiten. Es sollen nicht nur die Auswirkungen auf großflächige Einzelhandelsbetriebe geprüft, sondern auch kleinere und mittelständische Betriebe erfasst werden. Außerdem müsse die Entwicklung der Verkehrsströme einbezogen werden, dabei insbesondere die tatsächliche Entspannung der Verkehrssituation in der „Nordergeest“ und auf der „Eiderstedter Straße“. Balsmeier schloss:“ Es gibt nicht eine einzige Vorfestlegung. Wie es weiter geht, ist offen.“

 

Eine länger andauernde Debatte über: „Wir brauchen das Einzelhandelsgutachten als Entscheidunggshilfe.“ - „Müssen wir in St. Peter-Ording das gleiche Angebot haben wie andere Orte?“- „Wenn wir nicht klar sagen, wir wollen den Markt in Ording nicht, dann brauchen wir das Gutachten.“ – mit Beratungspause und Abwägung verschiedener Aspekte einschließlich möglicher „Verschandelung“ des Ortseingangsbereiches an der B 202 ergab die Abstimmung über einen aufgrund der Diskussion erweitert formulierten Beschlussvorschlag dann bei nur einer Gegenstimme die von Peter Hansen erwünschte breite Zustimmung.

EDEKA - ALDI - Neuer Standort?

Bürgermeister Rainer Balsmeier teilte dann mit, dass die Post ihre in Zusammenarbeit mit der Tourismus-Zentrale betriebene Filiale im Bad gekündigt habe.- Zur Sanierung der Böhler Landstraße könne er leider keine konkreten Antworten geben, wenn die Gemeinde auch dahingehend bedrängt werde. Für die Fahrbahn ist der Kreis Nordfriesland zuständig. Zum 22. Juli haben Anlieger zu einer Versammlung eingeladen.- Das Nationalparkkuratorium hat eine Änderung der Befahrensverordnung des Bundes dahingehend beantragt, dass Kiten im Nationalpark WNE Wattenmeer grundsätzlich verboten wird. Das sei eine Umkehr der heutigen Regelung. Die Gemeinde ist gewillt, in entsprechende Gespräche darüber einzutreten.

 

Bürgervorsteher Boy Jöns berichtete anerkennend über die Vernissage der Kunstausstellung in der Strandkorbhalle (wir berichteten) und warb für den Besuch. Damit schloss der öffentliche Teil, in dem vorher schon der Abrechnung der Friedhofsunterhaltungskosten für das Betriebsjahr 2014 und der damit verbundenen Nachzahlung von 15.000 Euro zugestimmt worden war.

CAU Big Band Kiel – Toller Sound am Deich - Juli 2015

CAU Big Band Kiel - Toller Sound am Deich

 

04. Juli 2015, hjr

 

„Das war super! Einfach toll!“ - Das waren spontane Reaktionen einiger der sicher über 350 Zuhörerinnen und Zuhörer im Außenbereich des Dünen Hus. Sie kamen direkt an die Bühne, um Peter Urban, Saxophonist vom Marinemusikkorps in Kiel und Leiter der Big Band der Christian-Albrecht-Universität, diese Anerkennung persönlich für die tolle Leistung seiner Musiker auszusprechen. Standing Ovations hatte es schon gegeben, nachdem sein Vorgänger und immer noch Mit-Band-Leader Wolfgang Enge, emeritierter Professor für Physik und Klarinettist, das Konzert mit einem Potpourri von Seemansliedern als letzte Zugabe beendet hatte. Beide hatten sich die Leitung und Moderation dieses von der Gesundheitsklinik Stadt Hamburg in Kooperation mit der Sektion St. Peter-Ording der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft gesponserten und in Zusammenarbeit mit der Tourismus-Zentrale geförderten einmaligen und besonderen Konzertes geteilt.

 

Ob Zuhörer aus Dortmund, Remscheid, Kassel, Moers oder St. Peter-Ording, auf den Zuschauerbänken im Open-Air-Bereich, dahinter oder auf dem Rasen daneben und auf dem Deich stehend bzw. sitzend – alle genossen diesen besonderen Sound der CAU Big Band mit Instrumental- und Gesangssolisten. Das aus Filmmusik, Rock und Pop sowie Operette und auch Schlager höchst abwechslungsreich zusammengestellte Programm begeisterte. Dazu kam das einmalige Wetter mit versinkendem Sonnenball am weitgehend blauen Abendhimmel. Bei der Ankunft der Musiker hatte es mit Blitz und Donnergrollen aus der Ferne noch kurz geschauert. Petrus mag wohl gedacht haben, wer von der Ostsee an die Nordsee kommt, muss erst einmal „getauft“ werden. Für dieses Musikfest am Deich hatte er danach dann aber alles überaus super angerichtet. Aus gutem Grund: Diese Veranstaltung war ein echtes Highlight und dazu Entspannung pur! Summertime!

Beeindruckende Entlassungsfeier für die Gemeinschaftsschüler der Nordseeschule

 

03. Juli 2015, hjr

 

Im Rahmen einer sehr persönlichen und auch fast familiären Feierstunde entließ die Nordseeschule ihre Abgangsschülerinnen und –schüler. Die 24 Anwesenden, die aus der Hand ihrer Klassenlehrer Susanne und Henning Kröger sowie Hubert Licht die Abschlusszeugnisse und dazu traditionell eine Rose überreicht erhielten, mögen sich über die Darbietungen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler noch einmal ganz direkt an ihre gerade eben abgelaufene Schulzeit erinnert haben:

 

Astrid Klützke aus der 12. Jahrgangsstufe des Gymnasiums interpretierte zum Auftakt „The Rose“ von Sarah McLachlan auf ihre unnachahmliche Art am Klavier und vermittelte so zugleich, dass diese Feierstunde der Nordseeschule die eines Gymnasiums mit Gemeinschaftsschulteil ist.

Die fünfte Klasse sorgte mit den Liedern „Wir werden immer größer und auch gescheit“ und „My Bonny is over the Ocean“ im Drei-und Viervierteltakt an Kinderzeiten.

Sechs Mädchen der Klasse 8 präsentierten eine akrobatische Bodenturnübung und

Paula Kaßner aus der Klasse 9a rezitierte beeindruckend das bekannte Gedicht „Stufen“ von Herrmann Hesse.

Robert Sonntag als Koordinator führte die Gäste, unter ihnen für den Schulverband Eiderstedt Andrea Kummerscheidt aus Garding und für das Amt Wolfgang Voutta aus St. Peter-Ording sowie Rüdiger Hoff für das Nordsee-Internat, gekonnt durch das Programm. Stellvertretender Schulleiter Ralf Wusterbarth erinnerte an seine dienstlichen Begegnungen mit dem Gemeinschaftsschulteil und brachte seine Wertschätzung den Abgängern gegenüber so zum Ausdruck: „Ihr braucht Euch vor den Abiturienten nicht zu verstecken. Besonders bei den Präsentationen habt ihr bemerkenswerte Ergebnisse und Leistungen erbracht.“ Sie sollten den heutigen Tag richtig genießen, wünschte ihnen dann weiterhin Wissbegier und Spaß und schloss mit: „Bleibt neugierig!“ Andrea Kummerscheidt stimmte in diesen Tenor ein, anerkannte den hervorragenden Ruf der Schule und forderte die Absolventen auf, sich vom Leistungsdruck nicht anstecken zu lassen: „Genießen Sie die Jugend und finden Sie die Balance!“ Elternvertreterin Andrea Voß dankte den Lehrkräften für die Zusammenarbeit und für die „ehrliche und wertvolle Wegbegleitung“ während der Schulzeit und beim Großwerden. Schülersprecher Moritz Klie dankte den Lehrkräften von Herzen und verabschiedete seine Schulkameraden. Susanne und Henning Kröger griffen die Inhalte des Gedichtes von Hesse auf und ließen ihre Schülerinnen und Schüler den „Zauber spüren, der dieser Veranstaltung innewohnt.“ Hubert Licht erheiterte mit Statistik und danach mit Rückblicken in Frage und Antwort etwa dieser Art: Schüler - „Was machen wir in Sport?“ - Lehrer - „Wir machen Sport!“ Ein Film über die Skifahrt von Kameramann Tjorven Broders, Schnitt Frithjof Siercks und Technik Alexander Düser ließ dann zusammenfassend deutlich werden, was Schule u.a. alles ausmacht: Sich aneinander reiben, miteinander lernen, etwas erleben und zusammen groß werden.

Ihre Abgangszeugnisse mit der Zuerkennung des Förderschulabschlusses, des ersten Schulabschlusses und des mittleren Schulabschlusses, darunter sechsmal „qualifiziert“, erhielten bei praktizierter Inklusion folgende Schülerinnen und Schüler:

 

Niklas Daub, Alexander Düser, Daniel Eilfeld, Alexander Elsen, Marvin Fehlberg, Vanessa Gerstmann, Nico Groß, Lars Oliver Hald, Aileen Jensen, Leon Jensen, Seiken Katryniak, Nele Kietzmann, Fabian Kindler, Robin Kutsche, Valentin Lozneanu, Lynell Meßner, Lars Michalski, Leon Ottens, Aurora Pandolfo, Frithjof Siercks, Jannik Strohmeier, Oguzhan Tekbas, Gonne Voß, Pavlina Westphal

 

Klassenlehrer:

Susanne und Henning Kröger, Hubert Licht

 

Von ihnen kamen 17 von Eiderstedt – St. Peter-Ording 7, Garding Stadt und Kirchspiel 7, Tating 2, Osterhever 1 – und 7 von außerhalb über das Nordsee-Internat  - Bockholt, Hamburg (2), Heist, Norderstedt, Oldenburg, Rosengarten.

Sommerfest im Marienstift Garding

 

03. Juli 2015, hjr

 

Unter dem Motto „Die 70er Jahre“ – Prilblumen für die Kacheln, Hippie-Kultur und Rock-Festivals, Schlaghosen - feierten im Marienstift Garding Bewohner, Familienangehörige, Freunde und Förderer sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gemeinsam ihr Sommerfest. „In unserer Mitte leben“ wird hier für geistig und mehrfach behinderte Menschen praktiziert. Aufgrund ihres hohen Behinderungsgrades sind diese nicht werkstattfähig. In den drei eingerichteten Fördergruppen finden individuell gezielt die unterschiedlichsten Aktivitäten statt. Ausflüge und Teilnahme an Veranstaltungen sind selbstverständlicher Inhalt der Betreuung und Förderung.

 

Das Marienstift ist eine Einrichtung des Sankt Christian Diakoniewerk Eiderstedt gGmbH. Es gehört zum Unternehmensverbund der Stiftung Diakoniewerk Kropp. Partner und Mitgesellschafter ist der Ev.-Luth. Kirchenkreis Nordfriesland. Entstanden ist die Einrichtung 1981 aus einer Tagesstätte für behinderte Kinder. 26 Behinderte haben im Stockschließergang 2 ihr Zuhause. Der Verein Lebenshilfe Eiderstedt e.V. hat hier seinen Sitz. Er ist zugleich Unterstützer und Förderer. Heimleiter und Ansprechpartner ist Diakon Carsten Brinkmann, die Pflegedienstleitung hat Jekaterina Diz.

 

Mit ihnen eröffnete Geschäftsführer Jan Podgorski aus Kropp das Sommerfest im großen mit Luftballons und Schmetterlingen geschmückten Versammlungsraum. Die Kaffeetafel war festlich gedeckt. Köstliche Torten und Kuchen standen auf dem Kuchenbuffet bereit. Aber erst gab Pastor Holger Beermann den Takt an. Er hatte ein neues Keyboard dabei, das er seitens des Förderkreises im Namen der Lebenshilfe überreichte und mit allen Gästen und Bewohnern das Lied „Ja, nun ist es endlich Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war“ anstimmte. In der kommenden Woche wird Hans Jörg Meyer dank dieser Spende mit der Musiktherapie beginnen können.

 

Auch im Außenbereich war alles für das Sommerfest hergerichtet. Die Sonnenschirme waren aufgespannt und an einer Prägemaschine konnte man sich Buttons mit „Prilblumen“ herstellen. An JiMs Bar St. Peter-Ording – ein Langzeitprojekt des Runden Tisches zur Sucht- und Drogenprävention für Jugendliche im Rahmen der Alkoholprävention - gab es farbenfrohe leckere alkoholfreie Cocktails wie „Blauer Käpt’n“ und „Viva“ sowie „Green Paradise“, frisch „geschüttelt“  vom jungen Barkeeperteam mit Dennis Kock, Ronja Eggert und Jessica Speer. Unterstützt wurden sie dabei von Peter Bartsch aus Tating für die Technik und begleitet von Schulsozialarbeiter Mattias Götzke von der Nordseeschule St. Peter-Ording.

"Watt'n Glückwunsch!" Ausstellungseröffnung durch Thomas Bartram

30. Juni / 2.Juli 2015  hjr

 

„Watt’n Glückwunsch“! – Mit diesem Ausstellungstitel ehrt die Kunstinitiative St. Peter-Ording (KISPO) den schleswig-holsteinischen Nationalpark Wattenmeer zu seinem 30. Geburtstag.

Zur Vernissage am 30. Juni kamen mehr als 300 begeisterte Gäste. Dazu hatten Dr. Detlef Hansen, Leiter der Nationalparkverwaltung in Tönning, Rainer Balsmeier und Boy Jöns, Bürgermeister und Bürgervorsteher der Gemeinde St. Peter-Ording, sowie Thomas Bartram für die Kunstinitiative gemeinsam eingeladen. Insgesamt 29 Kunstschaffende aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden gratulieren nun mit ihren für diese Ausstellung repräsentativ ausgewählten Werken in der Strandkorbhalle Hungerhamm am Norderdeich in Ording vom 1. Juli bis zum 6. September. Mit Ausnahme von Sonnabend kann die Ausstellung täglich von 16 bis 19 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

 

„Was sind meine Wünsche und Träume? In welche Richtung möchte ich mein Leben bewegen? – Das sind Gedanken, die auftauchen, wenn ich auf dem Deich sitze und über das Watt blicke. Ich sehe die leichten spielenden Bewegungen der Vögel, sehe die Menschen am Horizont. Wo gehen sie hin? Wo gehe ich hin? Wo möchtet ihr hingehen?“ - Mit diesen Worten weckte die Künstlerin Else-Pia Martinsen Erz aus Skaerbaek wohl in jedem Besucher ganz eigene Sehnsüchte. Sie ist eine der Künstlerinnen und mit zwei Bildern in der diesjährigen vierten Kunstausstellung von KISPO vertreten.

Für die Künstler aus Dänemark und den Niederlanden – mit ihr Marco Brodde aus Fano, Dan Thuesen aus Hoyer und Pieter de Vries aus Den Burg-Texel - sprach sie das Grußwort. Dieter Staacken aus Garding sprach für die vielen aus Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Er richtete den Blick kritisch zurück auf die Wellenbewegungen von Alt-Öl- und Teer- sowie Plastikwellen bis heute zum Nationalpark, modern formuliert „Destinations-Biotop-Habitat“  statt wie früher „Schlick und Schlubber“. Mit der Fragestellung „Aber wie gratuliert man einem ‚Wattenmeer‘?“ betrachtete er die dreißig Jahre auch aus der Perspektive eines Wattwurms. Dem sei es doch wohl egal, ob er schon so lange in einem „Park“ lebe, zumal dieser in der Hochsaison eher ein „Parkplatz“ sei.- So wird mit dieser Präsentation von Kunst durch Bilder und Skulpturen dem Wattenmeer wohl künstlerisch höchst einmalig und zudem außerordentlich vielfältig gratuliert

Dr. Detlef Hansen hatte vorher bereits seine Freude über solch ein Geburtstagsgeschenk zum Ausdruck gebracht und Thomas Bartram für diese Initiative von Kispo besonders gedankt, so viele namhafte Künstlerinnen und Künstler aus dem internationalen Wattenmeerraum gewonnen zu haben. Er erinnerte an die Anfangszeiten mit ihren Schwierigkeiten und sagte dann überzeugt: „Längst ist der Nationalpark bei den Menschen angekommen, wissen sie doch, dieses Kleinod vor ihrer Tür zu schätzen.“ Und weiter: „Der Nationalpark ist das Beste, was den Menschen und der Natur hier an der Küste passieren konnte.“ Inzwischen 150 Nationalparkpartner aus fünfzehn verschiedenen Bereichen lassen das seit 1999 deutlich werden. Kispo gehört auch dazu. Christian Marwig wertete in seinem Grußwort für das Amt Eiderstedt „Kunst als Mittler zwischen Mensch und Nationalpark“. Boy Jöns bezeichnete vor allem die letzten Jahre der Kooperation mit der Nationalparkverwaltung als sehr produktiv, wünschte sich in dem guten Dialog manchmal mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten. „Sie leben für die Sandbank, wir von ihr“, brachte er es kurz auf den Punkt. Diesen Ast am Tourismusbaum wolle man keinesfalls absägen, aber sehr wohl gerne ein bisschen bequemer sitzen können.

 

Thomas Bartram hatte schon in seiner Begrüßung für das Kommen so vieler gedankt und den Dank an die Künstlerinnen und Künstler ausgesprochen, die dieser Idee einer gemeinsamen Ausstellung begeistert gefolgt waren. Kunstschaffende seien eigentlich Solisten, aber hier präsentierten sie sich gemeinsam in einem Chor. Er lüftete auch das Geheimnis um den dreißigsten Künstler. Viele Spekulationen habe es gegeben. Die Natur selbst ist es. Ihr ist dieser Platz gewidmet. Sie ist die Inspirationsquelle für Künstler und schafft Werke, die ein Kunstwerk wären, wenn ein Mensch sie geschaffen hätte. Sie fasziniert uns und ist Ideengeber. „Die Natur handelt absichtslos. Sie birgt unendliche Schätze und sie muss gegen eine hemmungslose In-Besitznahme verteidigt werden.“

 

Damit würdigte er zugleich die Arbeit des Nationalparkamtes. Als Nationalparkpartner wolle man miteinander die Sehnsucht nach der Natur bewusst machen und fördern. Hier dürfe und solle die Ausstellung ein Weckruf sein. Mit den Exponaten präsentiere sich ein buntes Spektrum an Kunstwerken über das Wattenmeer. „Entdecken Sie die emotionale Ebene all dieser ausgestellten Werke und finden Sie ihre Sehnsucht nach der Natur.“ Wie in einem Konzert brandete Beifall auf. Darauf folgte dann als Zugabe:„Wie wäre es, eine solche Ausstellung als Wanderausstellung durch Deutschland und vielleicht auch durch unsere Nachbarländer zu schicken als Botschafter für die einmalige Naturlandschaft Wattenmeer und als Werbung für einen achtsamen Umgang mit der Natur?“ Begeisterter Applaus war die Antwort darauf.

 

Dass die internationale Wattenmeerpartnerschaft lebt, machten Janne Liburd, Professorin für Tourismus in Süddänemark und Vorsitzende des dänischen Nationalparkes Wattenmeer, sowie Bent Rasmussen, verantwortlich für die trilaterale Wattenmeer Kooperation, sichtbar. Mit Laurids Rudebeck, Bürgermeister der Kommune Tondern, zu der Skaerbaek gehört, waren sie zur Eröffnung der Ausstellung extra nach St. Peter-Ording gereist. Damit hatten sie selbst ihre Künstlerin Else-Pia Martinsen Erz überrascht.

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© Georg Panskus