Juni 2015

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Identifikation mit der Schule und Dank für Begleitung

Klassenkämpfer (13a – Michael Kahrs) und Abiraten (13b – Gonne Witt)

 

27. Juni 2015, hjr

 

In einer niveauvollen und zugleich launigen Feierstunde entließ die Nordseeschule St. Peter-Ording ihre 51 Abiturienten. Von ihnen sind 38 auf Eiderstedt beheimatet, 13 kommen von außerhalb über das Nordsee-Internat bzw. familiäre Betreuung am Ort. Der Oberstufenchor mit Musiklehrer Ingmar Schulze wie auch das Abiturientinnen-Gesangstrio „Matilda, Noreen und Ann-Christin“ mit „ Wherever I go“ sorgten für die musikalisch ausgezeichneten Beiträge. Unter ihnen durfte natürlich auch der Song „We are the champions“ nicht fehlen.

 

Der stellvertretende Schulleiter Ralf Wusterbarth begrüßte die vielen Gäste, unter ihnen Schulverbandsvorsteher Rainer Balsmeier. Matilda Bariani und Sören Schacht sprachen für die beiden Abijahrgänge. Identifikation mit ihrer Schule und Dankbarkeit für die Begleitung kennzeichneten ihren gehaltvollen Redebeitrag. Einen Apfelbaum hatten sie als Geschenk für den „Grünen Schulhof“ dabei. Die Gedenktafel für den „Walk of Fame“ fehlte auch nicht. Profilfächer waren Französisch, Latein, Biologie und Geschichte. Daniela Hohl-Wrage beglückwünschte - mit „Für die Zukunft, da geht noch was!“ schließend - und dankte der Schule seitens der Elternschaft. Die Klassenlehrer Michael Kahrs und Gonne Witt sorgten mit Aussagen von Literaten unserer Zeit sowie einer an Udo Jürgens angelehnten Gesangsdarbietung für Erstaunen und manchen lautstarken Heiterkeitsausbruch, nicht nur bei den Abiturienten. Elina Wenzel richtete Grüße des Bundes der Ehemaligen aus und warb für den Beitritt zum „Club“, ehe Dr. Thomas Pickhardt die Überreichung der Abitur-Zeugnisse vornahm.

Elisabeth Lorenzen wurde für ihre herausragenden Leistungen im Fach Latein einschließlich der Abiturprüfung durch ihre Lehrerin Lena Grützmacher mit dem „Athena-Preis“ des Verbandes der Altphilologen in Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

 

Wie an der Nordseeschule bei offiziellen Anlässen üblich, endete die Feierstunde traditionell mit dem Irischen Segensspruch „Möge die Straße uns zusammenführen“, gesungen vom Oberstufenchor und Gästen. Am Abend wurde dann fröhlich der Abiball gefeiert.

 

Herkunftsorte der Abiturienten:

St.Peter-Ording (11), Tating (2), Tümlauer Koog (1), Garding (6), Kirchspiel Garding/Sandwehle (3), Tetenbüll (1), Welt (1), Vollerwiek (2), Kotzenbüll (1), Tönning (10), Hamburg (4), Heide (1), Hohenwestedt (2), Reinbek (1), Cuxhaven (1), Bremen (1), Rinteln (1), Göttingen (1), Xanten (1),

ABI 2015 13a

Jahrgang 13 a – Klassenlehrer Michael Kahrs

Nele Creydt, Michael Dohle, Ricus Gattermann, Nils Georgi, Jasper Graucob, Christian Hinrichs, Lasse Höper, Fenja Jensen, Alexandra Kowollik, Malte Lammen, Alma Landsberger, Pascal Lienstädt, Kay Müller, Louisa Ohrtmann, Jan Pfisterer, Oke Rathjens, Fiona Ruby, Sören Schacht, Matthies Schmidt, Rika Schröder, Tom-Alexander Schünemann, Jan Schwerdtfeger, Karl Schwerdtfeger, Finn Sepke, Luca Steen (+ ein weiterer Abiturient)

ABI 2015 13b

Jahrgang 13 b – Klassenlehrer Gonne Witt

Matilda Bariani, Bianca Biemann, Niklas Böhrs, Karina Busch, Kyu-Seog Choi, Lisann Dittmer, Vanessa Groninga, Lars Jensen, Thore Jensen, Adrian Köhlmoos, Marius Lesch, Elisabeth Lorenzen, Mareike Mohr, Saskia Müller, Ann-Christin Mundsahl, Neele Pauls, Hendrik Seebrandt, Mascha Spreckelsen, Jessica Steckenleiter, Shanine Suckow, Noreen Toth, Tim Wedel, Laurice Winter, Benedikt Wrage, Alina Zöhner-Sell

"Hängepartie" zum 30jährigen Nationalpark-Geburtstag

 

26. Juni 2015

 

Ab und zu blickt einer der Nutzer des Parkplatzes bei der Strandkorbhalle Hungerhamm am Norderdeich schon einmal verstohlen durch die Tür in die Halle, wenn sie denn geöffnet ist. Ein einfaches Seil verwehrt den Zutritt. Man hält sich daran. Über der Eingangstür findet sich nicht riesig, aber durchaus sichtbar, ein Schild: Kulturpunkt. Aha!- Aber kann eine solch hässliche Halle auf einem Parkplatz ein Kulturpunkt sein? Nun ja, geht man auf den Deich gegenüber, hat man einen herrlichen Blick auf Vorland, Dünengürtel und Sandbank in Richtung Westerhever Leuchtturm. Das hätte man so auch nicht unbedingt vermutet. Blickt man dann von oben zurück auf die Halle, fällt das große Schild rechts ins Auge.

 

Seit Anfang Juni hängt es dort. Zum Lesen muss man schon näher heran gehen: ‚Kunstinitiative St. Peter-Ording – Strandkorbhalle Hungerhamm – Kunstausstellung „Watt‘n Glückwunsch“-30 Jahre Nationalpark- 1.7.-6.9./ 16-19 Uhr- täglich außer Sa – Partner Nationalpark Wattenmeer‘. Letzteres steht ganz unten klein in der rechten Ecke. Jetzt wird dem Interessierten einiges klar.

Die Neugier wächst. Ein neuer Blick in den Eingangsbereich erfasst eine schmiedeeiserne zweiflügelige Tür. Hinter ihr geschieht etwas. Da bewegen sich Menschen. Man erkennt Bilder und Skulpturen. Und der Blick fällt unweigerlich auch auf das große blaue Schild links neben der hübschen Tür. Deutlich liest man dort noch einmal: Kunstinitiative St. Peter-Ording – Partner Nationalpark Wattenmeer.

 

Die Kunstinitiative St. Peter-Ording (KISPO) ist vor mehr als einem Jahr einer der ersten kulturellen Nationalparkpartner geworden. Drei Ausstellungen haben seit 2012 schon stattgefunden und Besucher in den beiden Sommermonaten Juli und August mit „Kunst“ in unterschiedlichen Formen  und Techniken von Malerei und Fotografie zu Skulpturen begeistert. Die Themen waren „Watt’n Meer“, „Marschenland“ und „Das Meer hinter dem Horizont“. Nun heißt es „Watt’n Glückwunsch“ zu 30 Jahre Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Dreißig Künstler werden anlässlich dieses Geburtstages mit ihren Kunstwerken passend zum Nationalpark zehn Wochen lang gratulieren und hoffentlich wieder zahlreiche Besucher begeistern.

Seit einigen Tagen sind Mitglieder von KISPO bei den Vorbereitungen. Durch die Strandkorbeinlagerung bedingte Schäden sind behoben, der Boden ist wieder mit Seesand bedeckt, Styroporkörper als Podeste für Kunstwerke oder auch zum Sitzen stehen in den vier Raumteilen. An den Wänden stehen ringsherum Bilder. Thomas Bartram, Frauke Petersen und Sibille Rehder widmen sich der „Hängepartie“. Dreißig verschiedene Künstler – das ist nicht einfach, denn irgendwie passen muss das schon. Welches Bild kommt wohin? Wo kommt gerade diese Skulptur zur Geltung? Schließlich ist die Strandkorbhalle keine Kunsthalle mit entsprechenden Lichtverhältnissen. So hört man dann Wort- und Satzfetzen wie: „Um die Ecke ist besser.- Das kriegt schon ein Gesicht.- Mit den Skulpturen müssen wir noch mal sehen.- Die beiden finde ich gut.- Witzig!- Der stört!- Also, du hast Recht, das Foto daneben geht gar nicht.- Da muss etwas Ruhiges hin.- Aber das ist nicht die Abteilung dafür. Ich würde die ganze Gesellschaft darüber schaffen.“ So geht es mit Worten hin und her, Bilder werden umgestellt, man schaut prüfenden Blickes, entscheidet sich neu. Erst wenn alles geklärt ist, beginnt das Hängen. Es wird also noch eine echte Hängepartie. Vorerst stellt sie sich aber auch als eine solche dar. Bis zur Vernissage am Dienstagnachmittag mit großem Publikum ist ja noch etwas Zeit, aber einen Tag vorher muss schon alles stimmen.

Fünf Jahre Internatsfamilie St. Peter-Ording

 

28. Juni 2015, hjr

 

Seit sieben Jahren werden im Schiffdieweg 1 in St. Peter-Böhl auswärtige Schüler betreut, um von hier aus die Nordseeschule St. Peter-Ording oder auch die Eider-Treene-Schule in Tönning zu besuchen. Vor fünf Jahren gab man sich das Label „Internatsfamilie“. Geleitet wird die Einrichtung von Christine Löhmann, Erzieherin und Informatikkauffrau. In diesem Jahr waren unter den erfolgreichen Entlassschülern eine Abiturientin und drei Abiturienten der Nordseeschule. Zwei bis fünf Jahre waren sie „Internats-Familienmitglieder auf Zeit“.

 

Das jährliche Sommerfest wurde aus diesen beiden besonderen Gründen – fünf Jahre und erstmalig gleich viermal Abitur – im Clubhaus des YCSPO im Strandweg in Ording gefeiert. Eingeladen waren Eltern, Freunde, Bekannte, Ehemalige, Mitarbeitende und Unterstützende.

 

Christine Löhmann freute sich besonders, inzwischen 21 Schülern mit zum Schulabschluss verholfen zu haben.- Ihr Mann Jochen Löhmann machte sie zu „besseren“ Menschen“ und sie habe dafür gesorgt, dass sie auch „liep“ geworden sind, meinten jedenfalls die Familienoberhäupter, wie Karl Schwerdtfeger für seine Mitabiturienten in einer kurzen Ansprache berichtete. Dass er seine „Mitbrüder“ und sich selbst als ehemalige Rohdiamanten bezeichnete, soll nicht unerwähnt bleiben.

 

Wie groß allerdings deren Strahlkraft geworden ist, wird richtig wohl erst das Leben zeigen.

Schreibwerkstatt mit dem französischen Autor Bernard Friot

24. Juni 2015, hjr

 

Die Oberstufenkurse Französisch der Nordseeschule erwartete in Form eines Atelier d’écriture mit Bernard Friot – er lebt in Besançon und ist ein französischer Autor und Übersetzer von Kinder- und Jugendliteratur – ein Unterricht in französischer Sprache von besonderer Qualität. Nach dem Studium (1969 bis 1974) ließen ihn die Lehrertätigkeit in Frankreich und auch in Deutschland, dazu von 1996 bis 2000 Leitung des Bureau du Livre de Jeunesse und directeur adjoint im Institut français in Frankfurt am Main, zusätzlich die deutsche Bildungslandschaft kennen lernen. Dieses Wissen vertieft er heute in Tournées d’auteur durch deutsche Schulen. Der Austausch mit seinen jugendlichen Lesern ist ihm dabei ein Herzensanliegen.

 

In Kooperation mit dem Centre culturel français in Kiel und dem Romanischen Seminar der Christian-Albrecht-Universität hat er mit Studierenden von ihm unbekannte Texte aus seinen Histoires pressées übertragen und zusammen mit einem Schauspieler das Vortragen geübt. Die Übersetzungen wurden dann im Rahmen der „Kieler Woche Lesung“ mit ihm präsentiert. Aufgrund seines Aufenthaltes in Kiel hatte er für Gymnasien in Schleswig-Holstein die Durchführung von Workshops ähnlicher Art angeboten. Marion Wolf, Lehrkraft für Französisch und Spanisch, bewarb sich darum für die Nordseeschule und hatte Glück, wie das Alte Gymnasium in Flensburg und das in Satrup. Sankt Peter-Ording war nun seine erste Station.

Von Beginn an faszinierte Bernard Friot die vierzig jungen Leute aus den Jahrgängen 11 und 12 und ihre Französischlehrkräfte. Er hatte eines seiner kleinen Gedichte vorgelesen. Mit einfachsten Mitteln – jeder sollte nur sagen, wie er heißt und welches Wort er gut findet, natürlich auf Französisch, z.B. Je m’appelle Jean et j’aime le mot "journal.“ – fand er danach einen Sprechanlass und leitete über zur Schreibwerkstatt, zunächst eines Gedichtes, später einer Kurzgeschichte, für die er vier Wörter als ingrédients (Zutaten) vorgab. Auch hier hatte er vorher aus seinen Histoires Minute eine skurrile Geschichte vorgetragen. Kreativität, Emotionalität, Experimentierfreude vermittelte er selbst. „Ein Gedicht ist etwas, was kommt. Ein Gedicht schreiben, heißt mit der Sprache experimentieren.“ vermittelte er glaubhaft. Erstaunlich dann, was die Schülerinnen und Schüler an Ergebnissen präsentierten und wie er sie dabei zum rhythmischen Lesen motivierte.

 

Es war offensichtlich, dass er über seine Art und Weise des Umgangs mit Sprache und ihrer Vermittlung den Zugang zu den jungen Menschen gefunden hatte. Leonie Trapp sagte es dann so:„ Es war spannend zu sehen, wie gut wir alle mittlerweile Französisch verstehen und sprechen können. Was mich tief beeindruckt hat, war, dass es mir überhaupt nicht schwer gefallen ist, selbst ein französischsprachiges Gedicht zu schreiben. Es brauchte nur eine Einleitung mit den richtigen Impulsen. So etwas können wir in Zukunft gerne öfter im Unterricht einbauen.“ Bernard Friot und die Kolleginnen und Kollegen der Französischfachschaft zeigten sich höchst erfreut von der Arbeitsatmosphäre und den Ergebnissen. Auf die Frage, warum seine kurzen Geschichten in vielen Sprachen erschienen sind, aber kaum auf Deutsch, meinte er, sie seien den Verlagen zu skurril. Das aber nimmt er gelassen und sagt dazu: „Die Geschichte gehört dem Leser. Er kann sie interpretieren. Ich schreibe den Text.- Fast immer sage ich zur Schreibmotivation auch: Ihr habt beim Schreiben mehr Freiheiten als ihr denkt.“ Das gelte auch fürs Übersetzen: Zu präzise sei nicht immer auch gut.

Typisch Grauschnäpper

 

25. Juni 2015, hjr

 

Bei Gabi und Hans-Peter Wieben in Tating Düsternbrook fühlt sich ein Grauschnäpper-Pärchen sichtlich wohl. Für seine zweite Brut hat es sich einen scheinbar ungewöhnlichen Nistplatz ausgesucht: Eine zu späterem Einbau an die Wand gelehnte Fenstertür reichte fast bis unters Dach. Die dort durch das Scharnier vorhandene Halbhöhle erschien dem Pärchen bestens geeignet zum Nestbau und Aufzucht ihrer drei Jungen. Aber so etwas ist durchaus typisch für diesen Vogel. Außerdem stört ihn die Nähe des Menschen wenig und die alten Bäume im Hochdorfer Garten kommen ihm gerade recht.

 

Färbung und Stimme des Grauschnäppers (Muscicapa striata), einer Vogelart aus der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae), sind unscheinbar. Gern sitzt er auf einer exponierten Warte und stürzt sich von dort aus plötzlich in die Luft, um erspähte Fliegen oder andere Fluginsekten zu schnappen. Dabei muss sich der Grauschnäpper oft geschickt drehen und wenden. Mit dem Schnabel schnappt er sogar hörbar zu. Zwischen Mai bis September ist er bei uns. Er ist ein Langstreckenzieher und überwintert in Afrika.

 

Im Gelege sind zwei bis sechs Eier. Die Brutzeit beträgt 11 bis 15 Tage und nach 12 bis 16 Tagen sind die Jungen dann flügge. Vielleicht sind die dieses Mal drei kleinen Grauschnäpper  morgen schon ausgeflogen.

Begeisterndes Konzert mit Saxofonquartett

21. Juni 2015, hjr

 

Großen Applaus gab es schon in der Mitte des Konzertabends in der St. Peter-Kirche. Gerade eben hatte das Ensemble Saxofonquadrat sein Publikum mit der Fuge in g-moll BWV 542 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) begeistert. „Einfach super“, konnte man da nur sagen.

 

Clemens R. Hoffmann (Sopran-), Clemens Arndt (Alt-), Christian Raake (Tenor-) und Hinrich Beermann (Baritonsaxofon) boten ein Programm von großer Bandbreite von der Renaissance bis in die Moderne. Die Entstehung der Kompositionen führte zurück zu Lyrik, Kirchenliedern bzw. Texten der Renaissance, des Barock und der Moderne. Der Konzertabend trug daher den Titel „Wort_Spiel“.

 

Saxofonquadrat mischt in respektvoller Weise vielfältige Stile und Einflüsse. Das Ensemble gründete sich 1993 in Berlin und spielt seit 1997 in dieser Formation zusammen. Aufgewachsen in der europäischen Musiktradition, entdeckten alle vier ihre Liebe zum Jazz und bewegen sich mit dem Ensemble als musikalische Grenzgänger zwischen „alter Musik“, Moderne, Jazz und Tango. Zahlreiche Konzerte führten sie durch Europa, die USA, Kanada und Ostafrika.

Kaum von hinten aus dem Vorraum in den Kirchenraum eingetreten, eröffnete Saxofonquadrat das Konzert mit zwei modernen Bearbeitungen von Rolf von Nordenskjöld (*1957) zu „Horch, was kommt“ und der Volksweise aus dem 16. Jahrhundert „Es geht eine dunkle Wolk“ und fügte Publikum und Ensemble mit diesem überraschenden Klangspiel zusammen. Lebhaft und melodiös gab es den „Song for Toni“ von Michael Nyman (* 1944). Mit „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ folgte eine Choralpartita im modernen Stil des Berliner Komponisten Hannes Zerbe (1941), der sich von dem alten Kirchenlied dazu hatte inspirieren lassen. Im Wechselspiel von Wort, vorgetragen von Christoph Jensen, und Musik erlebten die Zuhörer dieses Lied aus dem 17. Jahrhundert von Michael Franck neu. Beeindruckend das arrangierte „Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ“ von J.S. Bach wie auch das von Jana Andreevska (*1967) aus Mazedonien nach dem Gedicht „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“ von Rainer Maria Rilke komponierte Stück „Am I a falcon, a storm or an unending song?“ Dass Weihnachtsmusik auch im Sommer gut möglich ist, machte eine Reihe temperamentvoller spanischer Kompositionen deutlich, ehe Saxofonquadrat sein Publikum mit dem ungarischen Volkslied „Esti dal“ von Zoltán Kodály (1882- 1967) eine gute Nacht zu schenken versuchte. Aber der überaus große, fast jubelnde Beifall erforderte einfach Zugaben.- Nach diesem Hörerlebnis besonderer Art und zugleich einer ungewöhnlichen Kammermusikdarbietung der Extraklasse begleiteten die jazzigen Klänge zunächst noch den Heimweg.

Naturerlebnisraum Schule

20. Juni 2015, hjr

 

„Schule als Naturerlebnisraum“ - das gab es dieses Jahr anlässlich der Projekttage an der Utholm-Schule in St. Peter-Ording tatsächlich. Mit großer Begeisterung nahmen die mehr als 150 Schülerinnen und Schüler das breite Angebot in 15 Projekten von „Klettern im Niederseilgarten“, „Welt der Regenwürmer & Co“, „Totholz-Hecke“, „Wald und Bienen“, „Küche und Garten“ und vieles mehr an.

Eifrig waren sie in allen Projekten dabei und bedankten sich so für das Engagement von Lehrkräften, Eltern und ausgewiesenen Fachleuten. Zu diesen gehörten Reinhard Lucassen und Bodo Laubenstein mit seinem Hund Falko von der Jägerschaft, der staatl. zertifizierte Waldpädagoge Patras Scheffler aus Tating und der Umwelterzieher Thomas Wittich von Abenteuer Tomahaxx aus Flensburg. Zusätzlich leistete die Umweltbildungs-Imkerei von Christopher Wiese einen nachhaltigen Beitrag.

Im Gelände um die Schule mit Streuobstwiese, Teich und Garten – Langzeitprojekt bei großer Unterstützung durch den Förderverein – sowie den angrenzenden Wäldchen und Rasenflächen und den Möglichkeiten auf dem Schulhof und in den Räumlichkeiten der Schule herrschte drei Tage ein besonders reges Treiben. Wie Kinder ihre Umwelt wahrnehmen und lieben, das war in allen Projekten von Natur bis Kunst erlebbar und in den Gesichtern aller Beteiligten ablesbar.

Auf seinem super gepflegten Moped ist Alex Arnold aus Bürglen bei Altdorf am Urner See in der Zentralschweiz in sechs Tagen nach St. Peter-Ording gefahren.

"Sechs-Tage-Töffle-Tour"

 

Mit dem Moped aus der Schweiz nach St. Peter-Ording

11. Juni 2015, hjr

 

Auf seinem super gepflegten Moped ist Alex Arnold aus Bürglen bei Altdorf am Urner See in der Zentralschweiz in sechs Tagen nach St. Peter-Ording gefahren. Schon einen Tag früher als erwartet traf er bei seinen Vermietern Ilsetraut und Diethard Liebrecht im Theodor-Mommsen-Weg ein. Bis dahin hatten sie nicht gewusst, dass er mit dem Moped anreisen würde. So etwas hatten sie noch nicht erlebt. Das musste der Tourismus-Zentrale doch mitgeteilt werden. Für die stellvertretende Tourismusdirektorin Constanze Höfingshoff und die Leiterin des Tourismus Service Centers der TZ Ute Broders war klar: Diesen Gast empfangen wir besonders.- Inzwischen kommen pro Jahr 5600 Schweizer Gäste für einen mehrtägigen Aufenthalt nach St. Peter-Ording, aber so mit dem Moped war bisher noch keiner angereist.

 

Vor der Buhne beim Strandgut Resort erwartete man ihn nun. Das Vermieterehepaar Liebrecht war schon da. Alex Arnold wollte doch gerne mit seinem Gefährt ankommen. Natürlich war man neugierig. Vorbereitet war auch alles für die Begrüßung. Constanze Höfinghoff und Ute Broders hatten ein großes blaues Badehandtuch und die große St. Peter-Ording Fahne als Gastgeschenke dabei. Da kam er dann mit schwarzem Sturzhelm in seiner leichten roten Jacke die Straße am Kurbad hinauf, schob sein Moped mit blauem Rahmen und chromglänzenden Schutzblechen und extra schmalem Anhänger und erwies sich als überaus erzählfreudiger Gast. „Wie kommen Sie auf diese Idee mit dem Moped?“ platzte es dann förmlich aus Constanze Höfinghoff heraus. Für ihn war das alles ganz einfach. „Vor drei Jahren war ich mit dem Motorrad nach Borkum gefahren. Das hatte mir gefallen. Das Moped habe ich vor einem Jahr erworben. Es ist etwa 35 Jahre alt.- Ich habe gewusst, ich habe drei Wochen Urlaub. Eine Woche brauche ich für die Hinfahrt, eine Woche mache ich Urlaub und eine dauert die Rückfahrt.“ Das Ziel St. Peter-Ording hatte ihm die Freundin seines Sohnes empfohlen. Drachen fliegen lassen ist nämlich sein Hobby. Das ist da gut möglich, hatte sie ihm erzählt. Sie war ja hier gewesen.

 

Einen Monat dauerten seine akribischen Vorbereitungen. Hauptproblem war das Gewicht des Gepäcks und der dafür begrenzte Raum. Schließlich waren Zelt und Schlafsack auch mit dabei. Für den Fahrradanhänger wurde eine spezielle Kupplung benötigt. Für den Zweitakter musste Öl mitgeführt werden zum Mischen mit dem bleifreien Benzin. Für den Nawi hatte er einen Akku. Der reichte aber nur für vier Stunden. So musste auch ein Aufladegerät mit. Jedes zusätzliche Gewicht war möglichst zu vermeiden. „Der schlimmste Tag war der erste Tag. Nach 80 km hatte ich das Gefühl, ich müsste aufgeben.“ Dann sagte er sich aber: „Ohren zu und durch!“ Das Moped tat sich nämlich schwer mit der Last. Der Tankinhalt von 3,5 l reicht etwa für 180 km. Bei 200 km durchschnittlicher Tagesfahrtleistung musste einmal am Tag getankt werden. Durchschnittsgeschwindigkeit war 28 km/h. Eine Federung hat das Gefährt nicht. Aber Alex Arnold hielt durch. Die Motorleistung beträgt 0,8 PS. Es ist ein Sachs-Motor aus den 60er/70ern. Deshalb nennt er sein Gefährt zärtlich „Sächsle“. Das Moped hat eine Zweigang-Handschaltung. Solche Mopeds aus Deutschland erleben zurzeit in der Schweiz eine Renaissance. Ihre Besitzer heißen dort „Töffli-Buben“.

 

Die erste Übernachtung war in einer Pension in St. Peter im Schwarzwald. Dort ließ er dann auch Zelt und Schlafsack. Auf der Rückfahrt wird das wieder mitgenommen. Weiter ging es über Pforzheim, Heidelberg, Aschaffenburg, Polle an der Weser, Neustadt am Rübenberge Richtung Elbe, mit der Elbfähre von Wischhafen nach Glückstadt, dann per Fähre in Brunsbüttel über den Nord-Ostsee-Kanal nach Marne, Meldorf und schließlich über das Eidersperrwerk nach St. Peter-Ording. Nur am zweiten Fahrttag hatte es für zwei Stunden geregnet.

 

Probleme hat es auf der Fahrt nicht gegeben. Weil es auf den Radstreifen zum Fahren oft zu holperig war, nutzte er auch die Bundesstraßen. Nur ein einziges Mal habe ein Lastwagen gehupt. „Aber ich hatte ja auch extra einen schmalen Anhänger gewählt.“ Schlechte Erfahrungen hat er nicht gemacht. „Mit dem Moped zu fahren ist schön. Man nimmt die Natur wahr, ich kann sie dann richtig genießen.“ Begeistert ist er von seinem Fahrzeug: „Wer dieses Motorrad zusammengebaut hat, hat sich richtig Mühe gegeben.“

Vor die Wahl gestellt, welches der beiden Gastgeschenke er denn nähme, entschied er sich für beide, obwohl das Badetuch wegen des Zusatzgewichtes schon eher ein Problem sei. In St. Peter-Ording hat er sich überall gut umgeschaut. Von Constanze Höfinghoff vor die Frage gestellt, ob sich seine Erwartungen erfüllt hätten, kam von ihm prompt die Antwort: „Es ist wunderschön hier. Für mich als Drachenflieger ist es phantastisch.“  Danach schob er sein Moped mit Anhänger bis zur Straße Im Bad, woher er gekommen war, setzte seinen Helm auf und „töffte“ Richtung St. Peter-Dorf davon.

 

Am Sonnabend geht es auf die Rückfahrt. 1230 km liegen dann wieder vor ihm.- Danach hat der 53jährige beim Postaustragen wieder links und rechts die Bergmassive im Blick und träumt vielleicht von der Weite an den Stränden von St. Peter-Ording, die er alle erkundet hat. Zum Baden war es ihm aber noch nicht warm genug gewesen.

"Klassik macht Ah!" Elisabeth Streichert und Gudny Jonasdottir gaben eine Musikstunde besonderer Art

"Klassik macht AH!" in der Nordseeschule

 

08. Juni 2015, hjr

 

Dieses Mal war es nicht in Hannover!* An diesem Montag hieß es in der Nordseeschule St. Peter-Ording „Klassik macht Ah!“ In der Aula saßen die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 und auch einige Oberstufenschüler, die sich das nicht hatten nehmen lassen wollen. Für sie sollte es in der fünften Unterrichtsstunde ein außergewöhnlicher Schultag werden.

 

Musiklehrerin Christine Melzer hatte Elisabeth Streichert (Klavier)  und Gudny Jonasdottir (Violoncello) für eine Musikstunde besonderer Art gewinnen können. Am Abend davor hatten die beiden in London wohnenden Musikerinnen in der St. Peter-Kirche ein beeindruckendes Konzert mit Sonaten für Violoncello und Klavier von Ludwig van Beethoven, Claude Debussy und César Franck gegeben.

 

Elisabeth Streichert war vor einigen Jahren Schülerin am Nordseegymnasium und hat später in Lübeck an der Musikhochschule Klavier studiert. Gudny Jonasdottir kommt aus Reykjavic/Island und hat Violoncello studiert, auch in Lübeck. Ihr Studium haben sie beide dann von 2011 bis 2013 in London an der Royal Academy of Music fortgesetzt und dort ihren Master mit Auszeichnung gemacht. Seit sechs Jahren spielen sie im Duo Isold zusammen. Beide sind sie aktive Musikerinnen, die auch in anderen Ensembles und als Solisten in Orchestern spielen.

 

Mucksmäuschenstill war es, als Elisabeth Streichert und Gudny Jonasdottir den ersten Satz der Sonate d-moll (1915) für Violoncello und Klavier von Claude Debussy spielten. Für den dritten Satz gab Gudny Jonasdottir erklärende und einführende Worte. Musik mache für den Zuhörer keine Vorgaben, gebe auch keine Bilder vor. Man könne sich seinen eigenen Kinofilm machen. Das sollten sie jetzt tun.- Elisabeth Streichert leitete danach über zu Beethoven. Einiges wussten die Schülerinnen und Schüler über ihn, aber als sie dann auf dem Klavier „dadada-Da“ spielte, war allen klar, um welchen Musiker es ging. Sie erfuhren, dass das der Beginn der 5. Sinfonie ist, dass Beethoven insgesamt neun Sinfonien geschrieben hat, aber eben auch Klaviersonaten und Streichquartette. Aber dann kam die Frage:“Könnt ihr euch vorstellen, wie wir zusammen spielen?“ Dass man erst die Stimmen einzeln lernen muss und sich danach zusammensetzt, war klar. Dass die Kommunikation ganz wesentlich über „Atmen“ funktioniert, leuchtete bei der Demonstration ein. Die Einstimmung auf die Sonate A-Dur von Cesar Franck erfolgte mit dem Stichwort, dass sie aus der Zeit der Romantik sei. „Hört euch mal den zweiten Satz an. Dann könnt ihr mir sagen, was ihr darüber denkt.“- Die Reaktion von Erik Küster aus der sechsten Klasse kam prompt.: „Das ist gar nicht romantisch.“ Doch das wurde im Gespräch auch geklärt.

Mit „Danke fürs Zuhören“ schlossen die beiden Musikerinnen den musikalischen Teil und waren bereit zur Beantwortung von Fragen.

Die kamen in Fülle: Wo wohnt ihr? Wo habt ihr euch kennen gelernt? Wie viel übt ihr? Wie lange spielt ihr schon zusammen? Seid ihr in London berühmt? Wie seid ihr auf eure Instrumente gekommen? Wie viele Menschen besuchen eure Konzerte? Wann habt ihr angefangen zu spielen? Zu allen Fragen hatten Elisabeth Streichert und Gudny Jonasdottir nicht nur Antworten. Sie erzählten und erläuterten, dass sie mit vier bzw. fünf Jahren angefangen sind, dass sie auch Geige bzw. Klavier spielen könnten, dass zum Konzert so 20 bis 150 Zuhörer kämen, dass sie das als Beruf haben und dass es ihnen ganz viel Freude bereite. Es hätte so weiter gehen können. Aufmerksamkeit und Konzentration waren da. Aber diese Musikstunde war zeitlich bemessen. Einige Mädchen aber wollten noch mehr wissen und gingen auf die beiden Künstlerinnen zu. Liv Arwenlamp aus der 5 b brachte ihr Empfinden über diese Musikstunde schließlich so zum Ausdruck: „In Klassik-Konzerte gehen doch gar nicht so viele Leute. Mir aber ging es wirklich unter die Haut.“ Ein größeres Lob konnte es gar nicht geben. Mit: „Dann seid ihr unser Zukunftspublikum!“ verabschiedeten sich die beiden von ihren Fans. Gudny Jonasdottir musste sich wegen eines Konzerttermins schon wieder auf die Reise machen, Elisabeth Streichert hatte noch zwei Tage Zeit.

 

 

* Aus dem Netzauftritt von Klassik macht Ah! für den 07. Juni 2015

 

z.B. Thema: Beethoven, NDR Radiophilharmonie, Dirigent: Howard Griffith

Moderation: Shary Reeves und Ralph Caspers

Aufzeichnung vom 25. März 2015 im Großen Sendesaal des NDR in Hannover, gesendet am 07. Juni 2015 auf NDR Kultur

 

Diesmal geht es um Beethoven! Zu dem berühmten Komponisten können Shary und Ralph viel Spannendes erzählen. Wie war das damals, als der junge Ludwig anfing, Musik nicht nur zu spielen, sondern selbst zu komponieren? Welche seiner Werke sind bis heute weltberühmt - und warum ist das so? Und was hat es mit der "Schicksalssinfonie" auf sich? Was man hier mit viel Humor an Wissenswertem von Shary und Ralph mit auf den Weg bekommt, das vergisst man nicht mehr. Frei nach "Wissen macht Ah!", dem beliebten Wissensmagazin im KiKA. Ein großer Spaß für die ganze Familie!

 

In "Mikado Klassik" präsentiert NDR Kultur sechsmal im Jahr die Kinder- und Familienkonzerte des NDR Sinfonieorchesters und der NDR Radiophilharmonie.

"Duo Isold", Elisabeth Streichert und Gudny Jonasdottir, begeisterte in der St. Peter-Kirche

"Duo Isold" begeisterte in der St. Peter-Kirche

 

07. Juni 2015, hjr

 

Gudny Jonasdottir, Violoncello, geboren in Reykjavic, und Elisabeth Streichert, Klavier, aufgewachsen in St. Peter-Ording, begeisterten ihr Publikum in der St. Peter-Kirche. Aus London waren sie beide gekommen. Seit sechs Jahren sind sie das Duo Isold.

 

Ihre Ausbildung erfuhren die beiden Musikerinnen an der Musikhochschule in Lübeck. Dort absolvierte Gudny Jonasdottir 2011 ihr BachelorStudium in der Klasse von Ulf Tischbirek. Ihre Master erhielt sie an der Royal Academy of Music, wo sie bei Josephine Kight studierte und 2013 ihr Studium mit Auszeichnung abschloss. Nicht viel anders bei Elisabeth Streichert. Sie studierte von 2007 bis 2011 Klavier in Lübeck in der Klasse von Prof. Konstanze Eickhorst und danach in London in der Klasse von Ian Fountain. Ihr Masterstudium schloss sie 2013 mit Auszeichnung ab und erhielt den Andrew S. Sykes Award. Beide besuchten mehrere Meisterkurse, sind aktive Kammermusikerinnen, spielen im Ensemble und mit Orchestern. Einer der Höhepunkte in ihrer Laufbahn als Duo Isold war ein Konzert in der renommierten Londoner Wigmore Hall 2012.

 

Über die Jahre hat sich das Duo ein Repertoire von beachtlicher Bandbreite erarbeitet. Neben dem Hauptrepertoire für Cello und Klavier engagieren sie sich in besonderer Weise für die zeitgenössische Musik. Sie spielten u.a. die Uraufführung der Sonate ‚Illusions‘ für Cello und Klavier des amerikanischen Komponisten Carter Callison in Island 2012.

Für das Konzert in der St. Peter-Kirche hatten sie drei Sonaten für Violoncello und Klavier ausgewählt: Von Ludwig van Beethoven (1770-1827) die Sonate g-moll op. 5, 2, von Claude Debussy (1862-1918) die Sonate d-moll (1915) und von César Frank (1822-1890) die Sonate A-Dur (1886). Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen hatte in seiner kurzen Einstimmung auf den Abend und Vorstellung der beiden jungen Musikerinnen dem recht großen Publikum, darunter auch Jugendliche, einen interessanten und spannenden Abend aus Klassik, Romantik und Impressionismus versprochen. Es wurde weitaus mehr. Das waren einmal die ausgewählten Sonaten in ihrer Reihenfolge klassisch – impressionistisch – romantisch und dann insbesondere das Zusammenspiel der beiden Künstlerinnen. Die Aufführung selbst und der von ihrem meisterlich virtuosen Spiel erzeugte Zusammenklang beeindruckten sehr.-

 

Der Beifall war groß. Mit „Song of the Birds“ als Zugabe, arrangiert von Pablo Casals, begeisterten sie ihr Publikum erneut.

Informatik-Kurse der Nordseeschule stellten sich Herausforderungen

 

05. Juni 2015, hjr

 

Für Lennart Thiessen aus Tetenbüll und Robert Otzen aus St. Peter-Ording wie für die weiteren Schülerinnen und Schüler im Informatik-Kurs des 12. Jahrgangs der Nordseeschule St. Peter-Ording war klar: „Da machen wir mit. Dieser Herausforderung stellen wir uns.“ Es geht um die Software-Challenge Germany 2015. Die Nordseeschüler gehören zu den 24 von 57 gestarteten Teams aus ganz Deutschland, die in die Champions-League-Runde gehen. Das Ziel für sie ist klar: Unter den besten Acht sein und beim Finale (Final Eight) am 12. Juni im CITTI-Park Kiel dabei sein.

 

Für alle Teams gilt, einen Client (virtuellen Spieler) so zu programmieren, dass der

Finaleinzug erreicht wird. Das Spiel des diesjährigen Durchgangs ist „Hey, Danke für

den Fisch“, konzipiert von den Autoren Günter Cornett / Alvydas Jakeliunas sowie

dem Illustrator François Bruel (Heidelberger Spieleverlag). Dabei müssen unter Setzung von Prioritäten Strategien entwickelt werden. Pinguine sollen Schollen fangen, von denen sich ein bis maximal drei auf Eisschollen befinden. Natürlich kommt es bei diesem Spiel darauf an, so geschickt zu agieren, dass man selber am besten abschneidet. Dabei ist es nicht unbedingt sinnvoll, nur nach Eisschollen mit maximaler Schollenanzahl zu schauen. Schließlich geht es um ein optimales Vorgehen.

 

Was ist die Software-Challenge?

In Zusammenarbeit mit den Gymnasien und Gesamtschulen aus ganz Deutschland und dem Institut für Informatik sowie den Firmen soll in diesem Projekt der Informatikunterricht in Kursen/AGs bzw. in den gymnasialen Oberstufen in praxisbezogener Weise mitgestaltet und dadurch aufgewertet werden. Gegenstand der Software-Challenge Germany ist ein Programmierwettbewerb, der während des gesamten Schuljahres läuft und den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, mit Spaß und Spannung bei kompetenter Begleitung in die Welt der Informatik einzusteigen. Am Ende der Entwicklungsphase schickt jeder teilnehmende Kurs

einen selbst programmierten Computerspieler für das Spiel in den Wettkampf. Dieser Wettkampf besteht zunächst aus einer kompletten Meisterschaft (unterteilt in Regionalligen) und dann aus einem Finale der 8 qualifizierten Programme (FinalEight). Als Preise winken neben zahlreichen Sachpreisen auch von der Industrie ausgelobte Stipendien für die besten. Das Stipendium gilt für die ersten beiden Semester in Informatik. Für Schülerinnen und Schüler aus Schulen in Schleswig-Holstein ist Kiel dann Studienort.

Zwecks zusätzlicher Information und motivierender Unterstützung waren Ulrike Pollakowski von der Technischen Fakultät und Christian Böteführ aus dem Fachbereich Informatik der CAU Kiel am 27. April in die von Ralf Wusterbarth betreuten Informatik-Kurse gekommen. Sie holten dabei auch für sich Informationen ein. Ebenso berichteten sie über Studienmöglichkeiten besonders für die Fachrichtung Informatik, aber auch allgemein an der CAU.

 

Inzwischen ist klar: Die Teams der Nordseeschule sind nicht unter die letzten Acht gekommen. Aber ihren Spaß hatten sie dabei, und Erfahrungen haben sie gemacht. Vielleicht klappt es im nächsten Schuljahr im 13. Jahrgang. Dann nämlich geht es für sie auch erst um einen Stipendiatsplatz. Für den 12. Jahrgang sind es Sachpreise. Doch das wäre schon super gewesen.

Gemeindegalerie erhält Werke des Künstlers Erich Duggen

 

03. Juni 2015, hjr

 

Die Familie Duggen hat der Gemeindegalerie St. Peter-Ording das Erbe des Künstlers Erich Duggen übertragen. Anlässlich der Übernahme des sehr umfangreichen Nachlasses, darunter ca. 300 Ölbilder und zahlreiche Aquarelle, hatte die Gemeinde zu einem Empfang in das „Alte Rathaus“ in der Badallee eingeladen, in dem derzeit ein Teil der Bilder von Erich Duggen ausgestellt ist. Hans-Jürgen Krähe, Studiendirektor a.D. und seit 1958 bis zu seiner Pensionierung Kunsterzieher am Nordseegymnasium, davon die ersten sechs Jahre Kollege von Erich Duggen, würdigte den Künstler und sein Lebenswerk. (siehe den vollständigen Abdruck seiner Rede hier unter Extras - Kulturportal - Duggenstiftung)

 

Erich Duggen wurde am 23. Februar 1910 in Schleswig geboren und erhielt in Berlin von 1928 bis 1933 seine künstlerische Ausbildung. Mit der Künstlergruppe „Kieler Werkgemeinschaft“ – sie galt als „Vertreter der Kategorie Kunst an der Nordseeküste“ - kam er 1934 erstmalig nach St. Peter. Hier blieb er dann, hatte er doch in Käthe Jens seine spätere Ehefrau gefunden. Nach Gründung des Nordseegymnasiums war er dort bis 1964 Kunsterzieher. Aus gesundheitlichen Gründen schied er vorzeitig aus dem Dienst. Fast 80jährig verstarb er am 18. Dezember 1989. Erich Duggen hat sich dem Ort und Eiderstedt in verschiedener Weise gestellt. Die Vielzahl von Motiven seiner Bilder zeigt das.

Bürgervorsteher Boy Jöns hatte in seiner Begrüßung Erich Duggen bereits als den Künstler bezeichnet, dessen Leben und Werk mit St. Peter-Ording verbunden ist. Ein großes Dankeschön richtete er an die Familie, vertreten durch Peter und Dagmar Duggen sowie deren Sohn Jan, für diese Überlassung des Nachlasses in Form einer Schenkung: „Das ist ein Schatz von großem ideellem und zudem auch nicht zu unterschätzendem finanziellen Wert.“ Die Überlassungsvereinbarung beinhaltet vor allem, die Sammlung zusammen zu halten und einmal im Jahr eine Auswahl von Werken in einer Ausstellung zu präsentieren.

 

Jöns würdigte die Arbeit des ehemaligen leitenden Verwaltungsbeamten Eckard Kloth, der seit 1988 unermüdlich für den Aufbau der Gemeindegalerie gewirkt hat. Da hatte Erich Duggen der Gemeinde seinen Triptychon zu St. Peter geschenkt. Die Galerie vereint heute Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die in St. Peter-Ording und Eiderstedt gemalt und gearbeitet haben. Mit der Sammlung Duggen sind es nun etwa 1000 Werkstücke größeren und kleineren Formates.- Boy Jöns äußerte in seiner Begrüßung die Verwirklichung eines „Hauses der Kunst“ zwecks dauerhafter Präsentation von Werken aus der Gemeindegalerie. In St. Peter-Ording ist das ein schon länger gehegter Traum.

Frühsommertag am Strand von St. Peter-Böhl

 

06. Juni 2015, Sybille Mitterhuber

 

Sybille Mitterhuber schrieb und schickte uns dazu Fotos:

 

Diesen schönen Tag konnte ich heute am Strand genießen. Ich habe diese Fotos gemacht und gleich an Sie und das Jahrbuch gedacht.

Schnell war das Wasser über den Strand, und wir konnten beobachten, wie die Menschen unterschiedlich reagierten oder auch ihr Eigentum in Sicherheit brachten. Die aufgehängten Räder beeindrucken, auch die Surfer auf dem Strandparkplatz.

Das ist SPO, immer wieder beeindruckend.

Campus Nordsee - seit 10 Jahren Mehrwert am Meer

 

01. Juni 2015, hjr

 

Vor zehn Jahren wurde die Campus Nordsee Betriebs GmbH aus der Taufe gehoben. Der Landkreis Gießen hatte sein mehr als vier Hektar großes Gebiet mit Gebäuden und Freiflächen, darunter Beherbergungsstätten, Aufenthaltsräume, Restauration, Küchenbetrieb, Sporthalle und Fußballplatz, an das Nordsee-Internat (nsi) St. Peter-Ording verkauft. Für das nsi war es 1995 eine einmalige Gelegenheit, sein sieben Hektar großes Gelände nicht nur zu vergrößern, sondern auch eine zusammenhängende Großfläche vom Karpfenteich hinter dem Deich und den Dünen bis zur Böhler Landstraße mit Tannen- und Wiesenhaus mit zwei Standbeinen zu nutzen: Nordsee-Internat St. Peter-Ording und Campus Nordsee Betriebs GmbH. Was in den ersten Jahren noch als finanzieller „Klotz“ am Bein erschien, stellt sich heute als Win-Win-Situation dar.

 

So hatte man jetzt am letzten Maiwochenende Stammgäste, Kooperationspartner und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einer Dankeschön-Party mit Tombola zu Gunsten des TSV-Fußballplatzes, Kaffee und Kuchen, Tanzdarbietungen der „Dance Devils“, Grillen und Klöhnschnack eingeladen. Unkompliziert und familiär, so wie der Campus Nordsee mit Kristina Wessel, Dana Hamann und Inka Peters schon am Telefon oder bei der ersten Begegnung als Team in der Rezeption (Straße „Zum Karpfenteich“ als Verbindungsstraße zwischen Böhler Land- und Pestalozzistraße) von Anbeginn an den kleinen und großen Gästen begegnet und sich dann gemeinsam mit dem technischen Leiter Marco Wohlert und seinem Team jederzeit hilfsbereit und unterstützend präsentieren, feierte man das 10jährige Bestehen bis spät in den Abend im „Cafe Lutz“ (Pestalozzistraße). So heißt es heute, nachdem Lutz Nissen das „Papalapub“ übernommen hatte. Es ist mit seinen leckeren Kuchen und Torten das Cafe in St. Peter-Böhl. Über 200 Betten gibt es in Einzel-, Zwei- und Mehrbettzimmern in den Gästehäusern und 52 in den Sommerhäusern. Sie sind geeignet für Gäste aller Art, ob Familie, Einzelperson, Jugendgruppe, Verein oder wie auch sonst.

Unter den Kooperationspartnern sind Nordseeschule, Strandgut Resort, Fahrradleih- und Reparaturstation von Manfred Jendrian (direkt neben der Rezeption), TSV St. Peter-Ording, Tourismus-Zentrale, Lutz Nissens Cafe Lutz, Herbi Krohns Fußball-Camp, Goethe-Institut und Markus Arendt von AS-Event ltd. Zusammen mit Campus Nordsee schaffen sie für ihre Gäste „Mehrwert am Meer“. Grußworte gab es zu Beginn von Rüdiger Hoff, einem der beiden Geschäftsführer, Kristina Wessel, Leiterin des Gästehauses, und Matthias Kiepke für den TSV St. Peter-Ording. Dem TSV fließt der Erlös aus der Tombola in Höhe von 500 € für die Sanierung des Fußballplatzes zu.

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© Georg Panskus