2016 August

Eröffnung der 5. Eiderstedter Kultursaison

 

Der Verein „Eiderstedter Kultursaison e.V.“ startete im Jahr 2011 mit seiner ehrenamtlichen Arbeit für Eiderstedt. Jörn Kohlus und Mitengagierte entwickelten mit dem ersten Kulturreiseführer Eiderstedt 2012 und zugehörigen Veranstaltungen ein kulturelles Angebot für „Gäste und Eiderstedter“. Nun ist die „Eiderstedter Kultursaison“ am letzten Augustfreitag (26.) in ihre fünfte Runde gegangen. Sie endet am ersten Septembersonntag (4.). Dazu heißt es im Kulturreiseführer in der aktualisierten Ausgabe 2016:

„Sie soll Menschen ansprechen, die sich für Eiderstedt und seine kulturelle Vielfalt interessieren und die weit mehr als Strand suchen. Die Landschaft Eiderstedt hat für Menschen, die an Kultur interessiert sind, viel zu bieten. Kaum irgendwo lässt sich ein Marschland in historisch gewachsener Struktur so konzentriert erfahren.“ *

 

* Ergänzend dazu sei bemerkt, dass der Begriff „Landschaft Eiderstedt“ in einem besonderen Sinne historisch als „politischer“ Begriff gesehen werden muss, der mit der damaligen Bezeichnung Kreis Eiderstedt von 1867 bis 1970 aufrechterhalten worden ist: Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde Schleswig-Holstein 1867 preußische Provinz. Dabei wurden ein Stadtkreis und 19 Landkreise, unter ihnen der Kreis Eiderstedt, gebildet. Durch die Kreisgebietsreform von 1970 wurde der Kreis Eiderstedt mit den Kreisen Husum und Südtondern zum neuen Kreis Nordfriesland mit Sitz der Kreisverwaltung in Husum vereinigt. Der Kreis Nordfriesland ist Rechtsnachfolger des Kreises Eiderstedt. Er war „aus der Landschaft Eiderstedt mit den Städten Tönning und Garding; dem adeligen Gut Hoyersworth und den Grothusen-, Alten-Augusten-, Neuen-Augusten-, Süder-Friedrichs- und Norder-Friedrichs-Köögen“ (Verordnung vom 22. Sept. 1867)  entstanden. Dieses Gebiet umfasste im Wesentlichen die Halbinsel Eiderstedt. Daher auch heute die im historischen Sinne richtigen Bezeichnungen „Heimatbund Landschaft Eiderstedt“ mit Sitz in Garding und „Museum Landschaft Eiderstedt“ mit Standort St. Peter-Ording.

 

Über 200 kulturell interessante Punkte, viele von ihnen erkennbar am Kennzeichenschild „Kulturpunkt“ mit dem markanten Eiderstedter Heck und der Sonne über dem Horizont, können auf Touren erkundet werden. In St. Peter-Ording sieht man das Schild im Dorf am Backhaus auf der „Historischen Insel“ gegenüber dem „Alten Rathaus“ und an der „Strandkorbhalle Hungerhamm“ sowie der „Deichgalerie“ von Sibille Rehder in Ording, Norderdeich.

 

Das Konzept der Veranstalter mit Unterstützung vieler hat sich bewährt und ist ansprechend weiter entwickelt worden. Das erläuterte der stellv. Vorsitzende Kurt Riggert am Eröffnungsabend in der Schankwirtschaft Wilhelm Andresen in Katingsiel, die nach der ersten von zehn geführten Touren dieses Mal mit der Band „JugWater“ stattfand. Bei den Touren rücken jetzt verstärkt mehrere Orte und ihr Umfeld in den Focus: So heißt es denn auch „in und um“ Uelvesbüll mit Christa Jessen, Koldenbüttel mit Wolfgang Müller und Rolf Bahnsen, Tetenbüll mit Jacob Claußen. Aber auch Tating mit Hilke Herzberg und Gudrun Fuchs und besonders Oldenswort mit einer Dorfwanderung unter Führung von Hauke Koopmann gehören dazu. Mit Ausnahme des letzten Augustsonnabends – da ist die „Friedrichstädter Kulturnacht“, womit dann auch wieder Friedrichstadt einbezogen worden ist - gibt es jeden Abend besondere kulturelle Veranstaltungen, z.B. in St. Peter-Ording am Sonnabend, 03. September im Olsdorfer Krug einen plattdeutschen Abend mit der „Speeldeel“ oder bereits am Donnerstag, 01. September im Herrenhaus Hoyerswort die Premiere des Stückes ‚Anna Ovena Hoyers‘ der Frauentheatergruppe 5plus1“. Wie erstmals im vergangenen Jahr gibt es am letzten Wochenende 3./4. September diesmal mit einer Fotokunstausstellung „Kunst im Packhaus“. Schüler der Foto AG der Nordseeschule St. Peter-Ording werden auf Sonderflächen einige ihrer Arbeiten ausstellen.

Vorsitzende Carmen Leden hatte zu Beginn die zahlreich erschienen Gäste begrüßt, allen Mitwirkenden, darunter Eduardo Pampinella für die Erstellung der Website, gedankt. Ihre Freude über das hohe Anerkennung zollende Schreiben von Amtsdirektor Herbert Lorenzen, der an dem Abend nicht teilnehmen konnte, teilte sie mit allen Anwesenden. Amtsvorsteher Christian Marwig sprach dann in seinem Grußwort für jenen mit: „Sie alle von der Eiderstedter Kultursaison bieten Impulse für kulturelles Leben, die unsere Kulturlandschaft erlebbar machen. Urlauber wie Einheimische genießen das. Im Gespräch mit- und untereinander bleiben Kunst und Kultur lebendig.“ Und abschließend sagte er: „Lohn bekommt meistens das Beet, nicht der Spaten. Danke an die Spaten!“ Schöner kann ein Dank gar nicht ausgedrückt werden.

 

Wie sich die Veranstalter das gewünscht hatten, war die Eröffnungsveranstaltung bei herrlichstem Sommerwetter in Katingsiel ein fröhliches Zusammentreffen zum Klönen und Musikhören. Wie groß das Interesse an Eiderstedt und der Kultursaison ist, machte Bettina Fischer aus Hamburg deutlich. Sie freute sich richtig auf diese Woche. An der zweiten geführten Tour „Wasserkoog- Warmhörn“ wird sie Silvia und Kalle Böhr unterstützen, bei denen eine Kaffeepause geplant ist. Schatzmeister Werner Hinz, Helga und Wilfried Dunckel – er stellt im Packhaus mit aus – hörten ihr interessiert zu. Anregende Gespräche gab es draußen überall an den Tischen. Manche aber hatten nach den Eröffnungsworten einfach nur Lust, sich an Gesang und Spiel von „JugWater“ zu erfreuen.

 

Mit dem „Tag des offenen Ateliers“ des Fördervereins für Kunst und Kultur Eiderstedt, der Kunstausstellung „Märchenhaft-Sagenhaft-Fabelhaft“ und vielen Veranstaltungen mehr, darunter auch Konzerte in den Kirchen St. Laurentius in Tönning und St. Peter in St. Peter-Ording am Sonnabend bzw. Sonntag, ist das Angebot insgesamt sehr reichhaltig und abwechslungsreich.

 

Hric, 26. August 2016, www.jb-spo.de

 

Siehe auch:      www.eiderstedter-kultursaison.de          und      www.st-peter-ording.de

Marcus Mauthe: "Plädoyer für intakte Naturlandschaften"

 

Zu einer Weltreise voller Bilder, Erlebnisse und Musik in einer aktuellen multimedialen Fotoshow von und mit Markus Mauthe hatte die Tourismus-Zentrale am Sonnabend in das DÜNEN-HUS eingeladen. Der Naturfotograf und Umweltaktivist – inzwischen mit einer brasilianischen Kakaoplantagenbesitzerin verheiratet und Vater einer vier Monate alten Tochter – ist seit 15 Jahren für Greenpeace unterwegs und bezeichnete es bei seiner persönlichen Vorstellung vor dem interessierten Publikum im voll besetzten Saal des DÜNEN-HUS als sein größtes Glück, von Anfang an zur Naturfotografie gekommen zu sein. Er präsentierte seine beeindruckenden Fotos – fünf von ihm sind hier veröffentlicht – spannend erzählt mit persönlichen Worten und Texteinspielungen in einer fast zweistündigen Foto- und Vortragsshow. Zäsuren zwischen den einzelnen Sequenzen bildete immer wieder die Erde. Es war so auch immer klar, an welchem Ort er die Fotos aufgenommen hatte.

 

„Naturwunder Erde“ war der Titel seines Vortrags, in dem er die Besucher mit auf eine Reise um die Erde nahm und das Wasser der Ozeane, Meere und Flüsse oder Gletscher, die Gebirge und Wüsten sowie Wälder in ihrer Vielfältigkeit des Auftretens bildlich mit Erläuterungen und Geschichten erfahrbar machte. Es war ein Plädoyer für intakte Naturlandschaften und den höchst notwendigen Fokus auf unsere Unwelt, um auch weiterhin Leben auf der Erde im Sinne von mehr als nur Existieren zu ermöglichen. Die Biokapazität der Erde ist erschöpft. Seit Ende der 80iger Jahre leben wir auf Kosten nachfolgender Generationen. „Wir sind mittendrin im Klimawandel.“ Wenn im Regenwald acht Monate lang kein Regen fällt, dann ist das ein Alarmsignal allerhöchsten Ausmaßes.

 

Ziel seines Projektes mit Greenpeace ist, die Vielfalt des Planeten mit der Kamera festzuhalten und exemplarisch alle relevanten Lebensräume im Wasser, im Wald, auf dem Grasland und in Gebirgen und Wüsten sowie deren Verflechtungen untereinander zu zeigen. Markus Mauthe formuliert mit seinen Bildern eine Liebeserklärung an die Erde. Er ist überzeugt: „Wir müssen sie als ganzheitlichen Organismus begreifen. Jede Veränderung wie die Vernichtung von Regenwald oder die Ausrottung einer Fischart hat weitreichende Folgen für unser gesamtes Ökosystem.“ Er möchte für noch intakte Lebensräume und deren Bewohner begeistern. Punktuell zeigt er Bedrohungen durch den Menschen und regt an, wie sich jeder für den Umweltschutz engagieren kann.

 

Hric, 27. August 2016

 Dünenhus - Großes Sommerfest für Familien

 

Der Sommer hatte sich wieder so richtig zurück gemeldet, passend für jedes Urlaubsvorhaben unter freiem Himmel. Das große Sommerfest vom Nestlé Schöller Kinderspielhaus am DÜNEN-HUS auf der Erlebnis-Promenade in St. Peter-Ording startete um 15:00 Uhr. Waren es anfangs nur vereinzelte, wurden es im Laufe des Nachmittags schnell mehr. Wie auf einem Markt gab es auch „Laufkundschaft“. Manche aber sahen es für ihre Kinder als eine am ganzen Nachmittag willkommene Abwechslung mit Aktionen, Spiel und Spaß so recht auf die Jüngeren zugeschnitten. Für die nächsten Tage war ja weiterhin mit bestem Sommerwetter zu rechnen.

 

Das Veranstaltungsteam der Tourismus-Zentrale mit Anja Stamp, Stefanie Straubel, Stefanie Cornils, Malina Sobolowsky und Patrick Rose hatte mit seinem Angebot an Spielstätten auf den Rasenflächen neben dem DÜNEN-HUS, dem Stand des Mars-Skipper Hofes mit Aktionen zur Stärkung der Sinne, dem Schminkstand und mit verschiedenen Programmpunkten auf der Bühne die richtige Mischung für drei so Kinderherzen erfreuende Stunden gefunden. Wie beim Kinderspielhaus üblich ist die Teilnahme für alle an diesem Angebot kostenfrei. Als Veranstalter trägt die TZ alle Kosten.

 

Janomani – ein Spaßmacher-Jongleur-Zauberer – war als erster aufgetreten. Auf seiner gelben Kiste oder dem Einrad zauberte er eine Show mit Luftballons, Bällen und Feuerkeulen, bezog Kinder, zwei „starke“ Väter und auch Stefanie Cornils in seine Kunststücke mit ein, verschluckte Feuer und sogar einen Luftballon. Bei seinem zweiten Auftritt ließ er sogar eine Zwanzig-Cent-Münze durch seinen Körper wandern und eine brennende Fackel in seiner Hose verschwinden. Brennend kam sie aus dem rechten Hosenbein wieder zum Vorschein. Lustige Kinderdisco und spannendes Bingo gab es mit Stefanie Straubel und Malina Sobolowsky. Das ließ sich der Nestlé Schöller Eiszwerg nicht entgehen. Er war extra deswegen gekommen und hatte natürlich genug Eisportionen für alle Kinder dabei. Zum Abschluss kamen „Frank und seine Freunde“ – das „Zappeltier“ und die Prinzessin „Mikidoo“ - und boten eine Musikshow zum Mitmachen und Mitsingen für Kinder und Eltern. Da gab es dann nach „langen“ fünf Minuten mit „Halli, halli, hallo – schön dass ihr alle da sind“ endlich „Action“ mit bekannten Kinderliedern wie „Schön ist es auf der Welt zu sein“ und dem Prinzessinenlied für Mikidoo sowie vielem mehr. Bewegungsspiele gehören immer dazu.

 

Hans Jörg Rickert, 24. August 2016

Zauberer Arrani begeisterte Kinder und Eltern

Veranstaltungen für Klein und Groß in der Gemeindebücherei

 

Kultureller Anlaufpunkt ist das ganze Jahr über die Gemeindebücherei St. Peter-Ording und in der Saison ganz besonders auch für Urlauberfamilien mit Kindern. Das Angebot der Bücherei und Mediothek ist reichhaltig und weit gefächert von Büchern für alle Altersstufen, Comics, CDs, DVDs sowie Brett-, PC- und Wii-Spielen.

 

Ein zusätzliches Angebot sind Veranstaltungen in Form von Vorlesen, Buchvorstellungen, Autorenlesungen, Aktionen u.a.m. Für Familien mit Kindern gibt es während der Saison von Juli bis Anfang September jeden Montag und Dienstag ein richtiges Familienprogramm mit „Bilderbuchgeschichten“ am Montag und besonderen Aktionen – z.B. Bauchredner, Figurentheater, Zauberei - am Dienstag, jeweils um 18:18 Uhr.

 

An diesem Dienstag begeisterte einmal wieder Zauberer Arrani Kinder und Eltern. „1, 2, 3, Zauberei – und jede Menge Spaß dabei“ war der Titel der fast einstündigen Zauberstunde, in die die Kinder (ab 5 Jahre) von ihm einbezogen wurden. Das gerade macht es aus, und es fesselt sie zusätzlich, wenn er ihnen Ruck-Zuck aus einem Papierschiff ein Kostüm fertigt, eine Zauberbrille aufsetzt oder einen Zauberstab in die Hand drückt, ein Seil in drei gleiche Teile zerschneiden lässt, die dann plötzlich doch nicht mehr gleich lang sind, oder aus Sand, Salz, „Gewürzen“ und „Ar-Oma“ eine köstliche Bonbonmischung zaubert, was nur durch den richtig gesprochenen Zauberspruch so geschehen sein kann, an dem sie alle beteiligt waren. Selbst für die Großen lässt er einen kostbaren Ring einer Mutter verschwinden, reinigt ihn mechanisch durch Zertrümmern, und doch ist er am Ende wieder ganz und heil vorhanden in einem blauen Ball. Das ist Magie!

 

Büchereileiter Andreas Falkenhagen präsentiert die Gemeindebücherei auf diese Art als lebendigen Ort mit Anziehungscharakter und gibt jedes Mal auch Hinweise zu den nächsten Veranstaltungen in der Bücherei bzw. anderer Partner wie der Urlauberseelsorge mit der Gute-Nacht-Geschichte. Für Familien mit Kindern gibt das Familienprogrammheft der Tourismus-Zentrale weitere Hinweise auch allgemein zu Angebot und Öffnungszeiten der Gemeindebücherei. Im monatlichen Veranstaltungskalender der TZ sind alle in der Gemeindebücherei stattfindenden Veranstaltungen von den „Bilderbuchgeschichten“ bis zu den Krimi-Lesungen für Erwachsene und mehr jeweils für den betreffenden Termin aufgeführt.

 

Karten für alle Veranstaltungen gibt es in der Bücherei St. Peter-Ording, Reservierungen sind möglich per E-Mail: karten@buecherei-spo.de oder telefonisch unter 04863 / 2987.

 

Hans Jörg Rickert, 23. August 2016, www.jb-spo.de

So macht DOiDO richtig Laune

 

War das ein Sommer-Donnerstag im August! Da macht Bummeln am Abend eines Urlaubstages über die Dorfmeile mehr als nur Laune. Es ist Freude pur für „Vio und Lou“, „De Strandräuber ut St. Peter-Ording“, den Holzschnitzer, die beiden Wiebens mit ihrem Gemüsestand, die Kinder auf dem Karussell, im Spieleparadies, beim Infostand der Schutzstation Wattenmeer und des Nationalparkhauses u.v.a.m. Die Trink- und Ess-Stände sind umlagert bzw. es stehen Schlangen an. Und zu voll war es trotzdem nicht, weil zwischendurch immer etwas Luft war vom Ende der Dorfstraße über den Bereich beim „Kamin“ und „Spökenkieker“, die „Süße Ecke“ und die Olsdorfer bzw. die Dorfstraße.

 

„Kieken un koopen – eeten un drinken“, düt Motto hett an düssen söbenten Dünnerstag in‘t Dörp mol weer richti stimmt. Petrus har een Insehn na den letzten Dünnerstag. He har wat goot to maken. Dat dä he denn ok.

 

Hans Jörg Rickert, 18. August 2016

För al de Plattschnackers und ehre hochdüütschen Frünns

                     Porrenpulen in’t Tönner Packhus

 

In’e Saison is dat so Usus, wat in’t Tönner Packhus in’n Juli un August all twee Weeken Porrenpulen anseggt is. Dat is jümmers Middeweeken un hett düt Johr anfungen an sösten Juli. Dat is man ni so ohne. Dor is een Barg to organiseern. Afschnackt is dat mit de Stadt Tönn un de Tourismus-Info. Een Crew vun twölf Ehrenamtlichen het sik düsse Veranstalten op’e Fahn schreeven. Rolf Jungclaus höört dorto. He vertell denn ok, wat se so makt, wat dat denn ok al loopen deit. Se maken dat sünners för de Gäst, sünd liekers ok jümmers veel ut Tönn un rundüm dorbi, wo dat doch so een schööne Veranstalten is, wo to sik all freien doot.

 

Klock süss an’n Morgen geiht dat al los: Porren fischen. Rutfohrn mit’n eegen Boot op de Nordsee. So fief Stünnen sünd se denn ünnerweegens. De fungen Porren war‘t glieks an Bord kaakt un kaamt achterna ahn Konservierungsstoffe in’e Kühlung. „Keen Porren sünd beeter as unse! För all de Gäst is dat Porrenpulen fri. Dat kost se nix. Wi makt dat ut Lust un Laune för uns Stadt un hebbt sülms een Barg Spaaß dorbi. Blots de Getränke, de mööt betaalt war‘n.- Wi loopt denn achterna mit’n Klingelbüdl rüm. Dor kümmt jümmers wat tosamen. Dat is dat Benzingeld för’t Fischen“, sä Rolf Jungclaus.

 

Klock sööben an’n Avend geiht dat Spektakel denn los. In’t Packhus is all’ns vöörbereit‘.

So üm un bi eenhunnertachti Gäst weer’n an düssen „Krabbenpulabend“ an 17. August 2016 kaamen. Vun‘ St. Peter weer de Shantychor „De Strandräuber“ dor. Musik gifft dat dorbi jümmers, de Lüüd wüllt jo ünnerholen war’n. De „Tönner Eiderenten“, de Hattstedter Chor un annere kaamt jümmers geern. De speelt na dat Begrööt’n denn eerst mal op. Wieldes war’t de Porren an’e Dischen verdeelt un de Lüüd köön’t mit dat Pulen anfang’n. Dat is gorni so swoor, mutst blots weeten, wo dat moken schasst.

 

Dat verkloor denn Elke Buchholzer an eer’n Disch. Se is ut Tönn. Verheirood is se mit Franz-Joseph. Vun den hett se ok den Namen. De is in Bayern tohus west, hett sik aver  so akklimatiseert, wat he ok Plattdütsch schnackt! Mit an‘n Disch seeten Renate Claußen – keem ok ut Tönn – Andy Buchholzer un Dörthe Hansen mit ehr Deern Anna-Lena. De har denn noch ehr beste Fründin Shania Hagen mit dorbi. Blangenbi an annern Disch, seet Karin Nupnau mit Frünn’s. De wussen ok Bescheed, wo dat geiht.

 

Dat Porr‘npulen geiht so: „Eerst fats’t de Porren mit beide Hann‘, mit de een an’n Kopp, mit de anner an‘n Steert un treckst ‘n beet‘n. Denn kiekt de halve Porr’n al rut. Nu schöön an’n Kopp fasthol’n und suutje an’n Steert trecken un denn glieks rin in’n Mund. Steert un leddige Kopp op’n Disch, den nääste Porr’n kummt an’e Reech. Kannst dat Fleesch ok op de Papp legg’n, Denn muts’t den Steert wegsmieten un mit düsse Hann den Liev ut’n Kopp trecken. So geiht dat.“ Elke Buchholzer schull dat wol weeten, weer se doch al tweemol best Porr’npulerin vun Tönn, letzt‘ Mol 2011. Düsse Wettbewarv gifft dat extra för de Einheimischen, düt Johr an’n 2. Oktober.

 

Aver för de Gäst gifft dat so’n Wettpul’n ok. De seeten düttmol in’n Ingang an twee Dischen. Dat is dor alln’s regelt. Muts’t di anmelln, op de Pappschalen war’t dien Namen schreeven, un wenn dat allns loopen is, denn nehmt all eere Arms hoch in‘e Luft un op dat Signal geiht för fief Minuten an’t Pul’n. Schummeln gifft dat ni, deit ok keeneen. Achterna war’t tellt, woveel Porren jedeen pult hett. Dat güng mit Dörteihn los un hööl mit Fofti op. Annegret weer de Best. Ben harr 49 un Tanja 46 Porr’n ut de Krusten pult. För al geev dat bi de Siegerehrung een Urkunn’ un för de besten Dree Korten för’t „Multimar Wattforum“.

 

„De Strandräuber“ ut St. Peter-Ording kunn‘ den ok weer in eens wat singen un to eere Shantys wat verkloorn. Dat geev Potpourris un ok Stücke mit Solisten, as “Johnny, Johnny, John“. Wat Matrosen in’e Heimat fohr’t, kunnst‘ höör’n, un wat dat Hamborg mit de Reeperbahn is, hest dorbi den ok noch mitkreegen.

 

Hans Jörg Rickert, 18. August 2016, www.jb-spo.de

Zum dritten Mal: Kids-Camp SPO

 

Es ist ein Angebot geworden, das Erziehungsberechtigte aufatmen lässt und Kinder von sechs bis zehn Jahren begeistert! Zum dritten Mal veranstalteten Anika Augustin vom Ev. Jugenderholungsdorf und Daniel Schädler vom Jugendzentrum in St. Peter-Ording das Kids-Camp SPO 2016. Es dauerte wie in den Vorjahren zwei Wochen und wurde nach dem bewährten Verfahren durchgeführt. Begonnen hatte es am 08. und endete am Freitag, 19. August mit einer Abschlussveranstaltung in der Aula des Jugenderholungsdorfes. Jeweils von montags bis freitags erlebten auch in diesem Jahr Kinder von 9 bis 17 Uhr „Ferien am Ort“ mit Aktionen, Ausflügen und Aktivitäten. In der Saison müssen manche Eltern arbeiten und sind froh, dass es genau mitten in den Sommerferien ein solches sie entlastendes Angebot gibt, das ihren Kindern zusätzlich etwas Besonderes bietet.

 

Dreißig Kinder – 21 Jungen und 9 Mädchen – konnten teilnehmen. Es gab wieder mehr Anmeldungen als verfügbare Plätze. Wie bisher belief sich der Kostenbeitrag auf 125 Euro pro Kind. Die Veranstaltung wird u.a. gefördert von „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung. Damit ist garantiert, dass für die Kinder auch wirklich „kulturelle Begegnungen“ stattfinden. Für jeden Tag gab es einen besonderen Programmpunkt, z.B. eine geführte Wattwanderung, Besuch des Westküstenparkes, Radtour bzw. wie am Montag der zweiten Woche den Ganztagesbesuch des Mars-Skipper-Hofes in Kotzenbüll, einem Landschaftsgarten als Erfahrungsfeld für die Sinne. Es war schon spannend zu erleben, wie die Kinder auf die Herausforderungen reagierten und Mut fassten, sich ihnen zu stellen.

 

Es ist schließlich nicht ohne, über die „Wackelbrücke“ zu gehen oder mit der „Seilfähre“ ans andere Ufer zu gelangen, den Kopf in die Öffnungen des „Summsteines“ zu stecken oder sich im Irrgarten zu recht zu finden bzw. mit Augen, Ohren und Gefühl seine Umwelt an den verschiedenen Stationen wahr zu nehmen und auch ein Kribbeln im Bauch zu verspüren. Für die meisten sind es ganz neue Erlebniswelten, und die Jungen und Mädchen sind immer wieder begeistert. Kinder verhalten sich in solchen Situationen sozial. Sie unterstützen sich, sprechen sich Mut zu und spotten nicht über die anderen, die sich vielleicht etwas nicht zutrauen oder umkehren. Sie wissen ja, dass das nicht immer so einfach ist. Das war immer wieder zu erleben.

 

In zwei Gruppen eingeteilt gab es zunächst durch den geschulten Erlebnispädagogen Dirk Marquardt und den Schüler Tom von der Heide in zwei Gruppen eine Einführung in Form eines Rundganges mit Ausprobieren. Maren von der Heide und Stephan Bünsow sind die Inhaber des Erlebnisfeldes mit dem Haubarg, das urig gestaltet und wunderschön in der Eiderstedter Landschaft gelegen ist. Anika Augustin und Daniel Schädler sowie Franziska Tölkes und Caro Woerner – über Bundesfreiwilligendienst und Praktikum im Ev. Jugenderholungsdorf tätig – begleiteten dabei und bezogen nachher an bestimmten Orten des Erlebnisfeldes Station, so dass die Kinder immer einen Anprechpartner hatten. Der 15jährige Pascal Fuß vom Jugendzentrum und Veit Jagla hatten dabei ebenfalls Aufgaben übernommen. „Die sind alle ganz nett, manchmal auch streng, und passen richtig auf uns auf“, waren sich die Kinder einig. Lotta, Madlen, Anna und Kira fanden das Kids-Camp „cool“: „Da macht man jeden Tag Sachen.“ Das meinten auch die Jungen Felix, Peer, Ilja und Matteo: „Wir machen immer coole Ausflüge.- Das Minigolfen und auch das richtige Golfen hat Spaß gemacht.“

 

Die Bundesmittel allein reichen nicht für die Durchführung. Außerdem werden sie nur dann gewährt, wenn Unterstützer und Sponsoren vor Ort mitmachen, eben im Sinne von „Bündnisse für Bildung“. Dazu gehörten u.a. aus St. Peter-Ording „Erlebnisevents“, „Giftbude“, „XH2O“, „Sport 2000“, „Cafe diem“, „Speel man to“ und aus Tating bzw. Garding „Golfclub Deichgrafenhof“ und „Edeka Pioch“.

 

Hric, 17. August 2016

 

Drachenfest - Impressionen vom 12. und 14. August am Ordinger Strand

 

Fast pünktlich zum Start des Drachenfestes am 12. August besserte sich das Wetter. War es an diesem Freitag erst regnerisch, dann nur noch nieselig gewesen, klarte der Nordseehimmel zunehmend auf. Es gab dann zwar auch noch einmal einen Schauer, doch dann zeigte sich der Nordseesommer in seiner ganzen Vielfältigkeit. Der Wind wehte zwar frisch, war jedoch nicht kalt. Was aber wäre denn ein Drachenfest ohne Wind?

 

Viele Strandgäste suchten erhöhte Möglichkeiten auf, um den weiten Blick über die Weite des Strandes zu haben. Auf dem Kirchenschiff der Urlauberseelsorge war man „Mit dem Himmel verbunden“, auf dem Steg zur Strandbar nutzte man die Höhenunterschiede und manchmal wollte man einfach mittendrin sein. Platz war trotzdem immer genug!

 

Es war ein Nordseesommerwettertag aus dem Bilderbuch – eben Nordsee !

Hric, 12. August 2016

 

Am Sonntag, 14. August, zog der Wind die vielen Drachen bei strahlendem Sonnenschein in die Höhe und die Besucher kamen von nah und fern. Für die Kleinen und die Großen gab es vielfältige Angebote. Ein Vergnügen für jedermann.

„Unsere Hauptaufgabe ist die Sicherstellung der Wasserrettung“

 

An diesem frühen Dienstagnachmittag waren im Pfahlbau der Strandaufsicht am Strandabschnitt Ording außer Badestellenleiter Schwimmmeister Frank Friedrichs von der Tourismus-Zentrale seine Kollegen Rüdiger Busse, Olaf Peters und Lars Jensen anwesend. Die drei bezeichneten sich alle als Strandkorbvermieter. Als solche sind sie während der Saison tätig, machen aber auch alle anfallenden Aufgaben vom Reinigen des Strandes und den Strandkörben, beseitigen Kloverstopfungen, verrichten kleine Sanitätsdienste und sind vor allem in den Wintermonaten in der Zimmerei und Tischlerei, auf dem Bauhof und am Strand am Arbeiten. Die Strandkörbe sind einzulagern, Schäden sind zu beseitigen, Reparaturen zu machen, Stege und Treppen zu erneuern, die Spielgeräte zu überprüfen (das geschieht übrigens während der Saison am Strand laufend) und vieles andere mehr. Schließlich soll auch die nächste Saison möglichst unproblematisch laufen. Die Wetterkapriolen sorgen von selbst für genügend Überraschungen, ob mit Überflutungen sommers wie winters oder bei Supersommerwetter mit weit über 30.000 Strandgästen von Ording bis Hungerhamm und dann möglicherweise über 6000 PKW auf dem Strandparkplatz in Ording. Was die Radfahrer betrifft, hat sich deren Anzahl zusätzlich merklich vergrößert. Das zeigt, wie wichtig die Fahrradstege sind. Am Strandabschnitt Böhl ist er im letzten Winter erneuert worden. Der Fußgängersteg dort ist nach dem Winter dran.

 

Im Laufe des Vormittags hatten Lars Jensen, Rüdiger Busse und Olaf Peters mit Hochdruckreiniger die Strandkörbe gewaschen. Das Wasser bezog man aus einem großen Wassertank. Das war notwendig geworden. Nicht nur die Brandung war über Nacht sehr stark, auch der Wasserstand war bei der Windrichtung und Windstärke höher als einen Meter über normal gewesen, hatte den Strand überflutet und die Strandkörbe durch Sand und Schaum verdreckt. Im Bad und in Ording Nord (FKK) hatte man diese schon vorsorglich auf die Podeste gebracht. Dort ist der Strand flacher als in Ording. Auch an diesem Tag wird das Wasser einen halben Meter höher als normal auflaufen. Teile der Sandbank werden wieder überflutet sein. „Das Wetter wird es danach aber hergeben, dass die Körbe morgen wieder herunter gestellt werden können“, meinte Frank Friedrichs und setzte fort: „Hier in Ording ist die größte Badestelle, unser Aufgabengebiet ist vielfältig und umfangreich; von A bis Z passiert hier alles. Für mich persönlich ist das hier der schönste und abwechslungsreichste Arbeitsplatz auf der Erde.- Hauptaufgabe von der Station aus ist dabei die Sicherstellung der Wasserrettung.“ Schon hatten sie Geschichten parat. Lars Jensen erzählte von der Rettung eines älteren Mannes in Böhl. Der hatte die Strömungsverhältnisse unterschätzt. Als der dann gemeint hatte, er sei im 2. Weltkrieg Kampfschwimmer gewesen, hatte Lars Jensen schlicht gekontert: „Das ist aber doch schon einige Jahre her!“

Außer den TZ-Mitarbeitern waren fünf ehrenamtliche Saison-Rettungskräfte der DLRG mit an Bord. So kann man es wirklich bezeichnen da oben in der Pfahlbaukajüte, diesem Multifunktionalbau direkt am und oft auch im Wasser mit kleiner Küche, Raum für die Rettungsschwimmer, Aufsichtsraum mit Überblick auf die weite Badestelle zwischen Restaurantpfahlbau Strandbar 54° Nord und dem FKK-Strand Ording Nord mit eigener Badeaufsicht, Strandkorbvermietung mit Nebenraum für Werkzeug und Gebrauchsmaterial sowie kleinem Sanitätsraum mit Liege und Dusche. David Barkhausen aus Kirchheim-Teck bei Stuttgart ist 16 Jahre alt, hat gerade seinen Realschulabschluss gemacht und wird eine Ausbildung als Mechatroniker beginnen. Er ist diesen Sommer zum ersten Mal für drei Wochen dabei, wollte gerne einmal Rettungsdienst am Meer machen und selber sehen , ob das mit Ebbe und Flut tatsächlich so ist, wie man ihm erzählt hatte. Da sei ja immer kein Wasser. Es mache ihm viel Spaß und „die Landschaft mit dem weiten Strand und den Dünen gefällt mir sehr.“ Marcel Neilson (28) ist Dachdecker, kommt von Alpen/Kreis Wesel bereits elf Jahre nach St. Peter-Ording. Die Anzahl seiner Einsätze als ehrenamtlicher Rettungsdienstler kann er nicht mehr angeben, denn er ist oft hier, auch an verlängerten Wochenenden. „Mir macht es Spaß. Ich kann hier super abschalten. Die Nordsee fasziniert mich, und ich habe viele Freunde in St. Peter-Ording.“ Mitglied der DLRG des Ortes ist er außerdem. Das sind auch Lena Hoppe (20) aus Köln – studiert auf Grundschullehramt und ist zum dritten Mal für 14 Tage dabei – und Sascha Bothe (24) aus Berlin. Er studiert in Hamburg auf Master Elektrotechnik und ist seit 2007 dabei, ebenfalls für 14 Tage. „Mir gefallen die Umgebung, die einmalige Sandbank und das Fachwissen meiner Kollegen auf der Station. Das Klima in voller Gänze ist super.“ Damit meinte er nicht zuletzt auch das Miteinander. Für Katja Steffenhagen (23) aus Berlin – sie studiert Lebensmitteltechnik und ist seit 2009 jedes Jahr für 14 Tage dabei – ist die Nordsee einfach toll. „Für mich war es eine gute Möglichkeit, ehrenamtliche Tätigkeit und Urlaub miteinander zu verbinden. Als Schülerin und Studentin hat man auch nicht so viel Geld.“ Sie ist noch am Überlegen, ob sie auch der DLRG am Ort beitritt. David Barkhausen will nun erst seine Ausbildung machen, glaubt aber, dann auch wieder an diesen weiten Strand kommen zu wollen.

 

Inzwischen hatte Lena Hoppe für alle genügend Waffeln gebacken und auch Kirschsoße dazu bereitet. Das duftete! Sie meinte: „Für mich ist es so eigentlich hier am schönsten. Man trifft Leute, der Dienst ist abwechslungsreich. Gestern war Hochwasser, dann ist auch mal wieder schönes Badewetter.“

 

Olaf Peters hatte sich schon verabschiedet. Auch für Lars Jensen und Rüdiger Busse war der Arbeitstag am Strand zu Ende. Frank Friedrichs hatte weiterhin Dienst. Er blickte auf die bewegte Nordsee. Starker Westwind mit Sturmböen trieb das auflaufende Wasser direkt auf den Strand. Strandgäste waren genug da und manche genossen das Brandungsbaden. Ihnen galt sein Augenmerk besonders. Niemand sollte zu Schaden kommen. Gut unterstützt wusste er sich von den DLRGlern. Ohne die DLRG-Rettungsdienstler ginge es an den Stränden in St. Peter-Ording gar nicht, vor allem bei echtem Bade- und Strandwetter für alle Altersgruppen. Das gab es diesen Sommer schließlich schon mehrfach. Aber gerade bei diesen Wetterverhältnissen mit Sonne, Wolken und starkem Wind ist Aufmerksamkeit angesagt. Strömung hat die Nordsee immer. Die Rettungsschwimmer von der DLRG würden nach ihrer Mahlzeit wieder am Spülsaum Patrouille gehen und ihm oben in der Station zum Nutzen aller zur Seite stehen.

 

Da kam dann dieser Anruf rein: „Ruf einmal den Seehundsjäger an. Der tote Seehund liegt noch immer in der Kiste.“ Auch das gehört zu den Aufgaben.

 

Hans Jörg Rickert, 09. August 2016, www.jb-spo.de

Festliches Konzert für Trompete und Orgel

 

Als festliches Konzert für Trompete und Orgel in der St. Laurentiuskirche in Tönning war es angekündigt. Mehr als das wurde es. Orgelkonzerte allein sind schon erstaunlich schön anzuhören, aber mit Trompete kommt oftmals das „Tüpfelchen auf dem i“ dazu. Das mochten wohl viele der immerhin doch recht zahlreich erschienenen Besucher bei diesem Konzert mit Griseldis Lichdi auf ihren beiden Trompeten, einer Deutschen C-Trompete und einer Piccolo-Trompete, und Christian Heidecker an der großen Orgel und bei der Zugabe an der Lettner-Orgel so empfinden. Mit der Zugabe von der Lettner-Empore aus gewann das Duo zur Begeisterung auch die Herzen der Konzertgäste. Es war eine sichtlich gelungene Überraschung.

 

Aufgeführt wurde von dort nämlich von Georg Friedrich Händel die Arie „Lascia ch’io pianga (‘Lass mich weinen’)“ aus der Oper „Rinaldo“ (1711), wundervoll anzuhören, und das in mehrfacher Weise. Einmal ist es der Klang dieser kleinen Orgel.- Sie besitzt ein Manual mit sieben geteilten, silbrig hell klingenden Stimmen und Pedal mit Subbass, das auch an das Manual gekoppelt werden kann. Das charakteristische ist dabei ein Regal-Register, eine alte Zungenstimme, die ihr zusammen mit den anderen Stimmen schöne barocke Klangmöglichkeiten gibt. - Dann war es das für das Publikum zusätzlich zu sehende Spiel auf der Piccolo-Trompete und nicht zuletzt die Stimme von Griseldis Lichdi, mit der sie zusätzlich zu bezaubern vermochte.

 

Den fröhlichen Auftakt bildete das Konzert in D-Dur von Georg Philipp Telemann. Ihm folgten Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur fast zu klangmächtig auf der großen Orgel. Da hätte die Kirche einfach nur voll besetzt gewesen sein müssen. Die Komposition „Aria“ von Jean Rivier (1896-1987) auf der Piccolo-Trompete mit Orgelbegleitung rührte an und rahmte mit „Fanfara alla celtica“ von Hans-André Stamm (*1958) die „Ciacona f-moll für Orgel“ von Johann Pachelbel (1653-1706) wunderbar ein. An Georg Böhms (1661-1733) drei Choralvorspielen für Orgel über „Vater unser im Himmelreich“ schloss sich von Händel (1685-1759) die Suite in D-Dur - Ouverture, Gigue, Aire, Bourrèe und March – an. – Beifall hatte es zwischendurch nur mal vereinzelt oder kurz gegeben. Den hatte man sich für diesen Zeitpunkt aufgespart und wurde nach der Zugabe noch einmal besonders beglückt.

 

Der gesamte Erlös aus dem Konzert kommt der Orgel in St. Stephan in Würzburg zugute. Dort ist Kirchenmusikdirektor Christian Heidecker seit 2004 Leiter der Kirchenmusik. Als Dekanatskantor ist er zusätzlich zu seiner musikalischen Tätigkeit für die Aus- und Weiterbildung nebenamtlicher Organisten und Chorleiter im Dekanat Würzburg zuständig. Griseldis Lichdi spielt Trompete, seit sie acht Jahre alt ist. Preise hat sie bei internationalen Musikwettbewerben gewonnen. Sie war Mitglied verschiedener Orchester und ist als Solistin mit dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt, dem Städt. Orchester Pforzheim und der Baden-Badener Philharmonie aufgetreten. Seit 2006 ist sie stellv. Solotrompeterin bei dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier.

 

Ihre Konzert-Urlaubsreise führt das musikalische Duo nun erst einmal nach Wangerooge. In Husum werden sie am 21. August in der Marienkirche auftreten.

Beliebtes Parkfest in Tating

 

In Tatings Kleinod, dem Hochdorfer Garten, veranstaltet der Tourismusverein – Vorsitzende ist Heimke Reimers - seit einigen Jahren während der Saison jeweils zwei Parkfeste mit vorweg Zusatzangeboten, z.B. Boßeln für Gäste. Das erste Parkfest war bereits am 16. Juli, das zweite am Sonnabend, 13. August ab 18 Uhr. Beliebt sind sie bei Einheimischen und Gästen wegen der Gastfreundlichkeit, dem gemütlich hergerichteten Areal im rechten vorderen Teil des Hochdorfer Gartens mit Tischen, Bänken und Strohballens sowie der Bühne für Vorführungen und zum Tanzen. Leib und Seele kommen hier nicht zu kurz. Neben Gegrilltem gibt es u.a. Futjes und Waffeln. Kommerzielles bleibt drauße. Es ist ein Fest für Tating mit seinen Gästen aus dem Ort und der Umgebung. Live-Musik, Spiele und Ponyreiten für Kinder gehören dazu.

 

Attraktion bei diesem zweiten Parkfest war unweigerlich der Auftritt der Turner und Turnerinnen vom TuS Tating. Von St. Peter bis Oldenswort kommen die Turnbegeisterten von „Klein bis Größer“, trainieren mit Inken Bradl in der Turnhalle der „Alten Schule“ und zeigen bei allen Möglichkeiten gern, was sie draufhaben. Applaus gab es für alle Präsentationen, ob Bodenturnen, Trampolin oder Tanzformationen.

 

Hric, 13. August 2016, www.jb-spo.de

 

Beispielhaft mit Hund am Strand

 

Bis zum Abend hin suchten Urlauber den Ordinger Strand auf. Es war der erste Tag des Drachenfestes, das zum 10. Mal am Wochenende vom 12. bis 14. August am Ordinger Strand stattfand. Die Windverhältnisse waren überaus günstig und das Wetter dazu echt „nordseehaftig“: Sonne, Wolken und nicht kalt.

 

Familie Schellenberger aus Niederkassel (NRW) war zu Siebt am Ordinger Strand vom Übergang Köhlbrand aus. Großeltern, Schwiegertochter und Enkelin mit ihrem Hund schauten Vater und Sohn beim Drachensteigen auf der Sandbank zu und genossen das Wetter. Am Rande des Fußgängersteges hatten sie es sich gemütlich gemacht. Der Hund war angeleint und lag bei Fuß.

 

Familie Clauder mit Tochter aus Hamburg kam gegen 18 Uhr zum Übergang Köhlbrand, ebenfalls mit Hund und angeleint. Sie sah die Kottütenbehälter und meinte zu ihrem Mann: „Lass uns doch noch welche mitnehmen.“ Und schon geschah es. Sie haben immer welche dabei und finden es überhaupt nicht gut, wenn sich Hundebesitzer nicht an diese einfachen Regeln halten: Hund angeleint, Kottüten nicht nur dabei, auch den Kot einsammeln und ihn dann ordnungsgemäß entsorgen.

 

Beispielhaft! Das sind übrigens die meisten.

 

Hric, 12. August 2016, www.jb-spo.de

Gute Laune trotz Schlechtwetter - DOiDO

 

An diesem sechsten DoiDo stand man unter „Wasser“. Trotzdem hatten es sich viele Standbesitzer und Urlauber nicht nehmen lassen, den „Donnerstag im Dorf“ aufzusuchen. Sie standen eben im Regen oder unterm Regenschirm bzw. hatten sich eine geschützte Stelle ausgesucht. Die Zeile vorm Museum in der Olsdorfer Straße war zwar leer. Trotzdem leerte sich Jochen Rothers Gulaschkanone zusehends. Die Suppe schmeckte ja bei diesem Wetter auch wieder sehr! Wer wollte, konnte mit seinem Teller in den Saal des Olsdorfer Kruges gehen und Rainer Martens mit Live-Music auf Hoch und Platt erleben. Ein Thüringer Ehepaar aus Gera, schon oft in St. Peter-Ording und mit den Gegebenheiten auf Eiderstedt vertraut, war ganz begeistert von ihm.

 

Beim „Büsumer“ Gesangsunterhalter fast am Ende der Dorfstraße war richtig Betrieb. Für die vielen Kinder dort war der Regen kein Problem. Sie waren wetterfest angezogen und mit ihren Eltern unterwegs. Vio und Lou hatten am Rondell einen nicht so guten Platz erwischt, aber auch da hörte man interessiert zu. Im Zopfflechtzelt war richtig Betrieb und beim Kinderkarussell auch. Da wurde gerade einmal eine Extrarunde für die Kinder gefahren. Man muss sich eben etwas einfallen lassen. Die Gäste honorieren das und freuten sich an diesem Doido auch über das verkleinerte Angebot. Schutzstation Wattenmeer vom Nationalparkhaus, Altgärtner Wieben mit seiner Frau aus Tating mit Tomaten, Gurken u.a. echten Bioprodukten und vor allem seinen Holzarbeiten sowie lustigen „Schnaps“-Vogelkästen war da. Der Holzschnitzer hatte seinen Schmied nun fast fertig. Un to Eeten un Drinken gifft dat jümmers noog!

 

Nächsten DoiDo soll ja richtig Sommerwetter sein. Dann gibt es fast wieder kein Durchkommen. Die Sonne jedenfalls lugte an diesem Abend zwar ziemlich spät, aber immerhin schon ein wenig zwischen den Wolken hervor. Seit dem sehr heißen 20. Juli – da und an den folgenden Tagen war es richtig voll gewesen am Strand und im Ort sowieso - war es aber zum ersten Mal wieder ein Ganzregentag mit kühleren Temperaturen. Das ist an der Nordsee so!

 

Hric, 12. August 2016, www.jb-spo.de

Abschlussveranstaltung der JuniorAkademie St. Peter-Ording

 

Die JuniorAkademie St. Peter-Ording 2016 endete mit einer lebendigen und informativen Abschlussveranstaltung in der Utholm-Halle. Sie begann mit der Besichtigung der Ausstellung dessen, was in den Kursen zum Leitthema „Brücken bauen - Weichen stellen“ bzw. den kursübergreifenden Angeboten erarbeitet und geschaffen worden war. Daran schloss sich eine zweieinhalbstündige Präsentation auf der Bühne an. Die Stunde davor konnte man alles in Augenschein nehmen und sich das kompetent von den Jugendlichen aus 8. bis 10. Klassen erläutern lassen. Es herrschte ein marktähnliches Treiben. Eltern, Geschwister, Familienmitglieder und Freunde waren gekommen und wollten eben nicht nur wissen, sondern auch ein wenig von dieser Jugendakademieluft schnuppern. Wie die Nordseeluft hatte sie nicht nur „etwas“, sondern etwas „me(e)hr“.

 

So könnte Schule in Teilen auch sein – und so kann man sie auch an vielen Orten in Schleswig-Holstein und Hamburg erleben. Nur: JugendAkademie und Schule sind nicht dasselbe. Sie weisen Gemeinsamkeiten auf, sind aber nicht identisch. Abhängig ist alles auch immer von den beteiligten und den miteinander handelnden Menschen. Bei der 11. Junior-Akademie vom 25. Juli bis zum 6. August 2016 aber muss es schon jetzt zwischen den Beteiligten gestimmt haben, angefangen beim Veranstalter, der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind Regionalverein Schleswig-Holstein e.V. bis hin zu jedem einzelnen Teilnehmer, ob als Kursleiter, Jugendbetreuer, den in der Organisation und Leitung Tätigen, den vielen Unterstützern vor Ort und den mehr als 100 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern. Die Bildungsbehörden der Länder – das Ministerium für Schule und Berufsbildung Schleswig-Holstein und die Behörde für Schule und Berufsbildung der Hansestadt Hamburg - sind Kooperationspartner (wir berichteten www.jb-spo.de 2016 Juli).

 

In der Podiumsdiskussion mit sechs Teilnehmern der JuAk bei Moderation durch Dafina Beriska (auch Teilnehmerin JuAk) sowie Peter Wenners (pädagogischer Leiter der JuAk), Dirk Gronkowski (Referent des Bildungsministerium SH für außerunterrichtliche Begabtenförderung) und Annette Schwarz (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, Beratungsstelle besondere Begabungen) ging es darum, wie die in dieser JuAk erfahrenen Methoden des Lehrens und Lernens in der Schule stärkeren Eingang finden und verwirklicht werden können. Begriffe wie Individualisierung, Motivation, Gemeinschaft, offener Umgang miteinander, PISA, Lehrerfortbildung, Überfrachtung der Lehrpläne und Belegpflichten sind nur einige Stichworte, zu denen Meinungen ausgetauscht und wertgeschätzt wurden. Annette Schwarz teilte mit, dass sie die Anregungen mit nach Hamburg nehme. Wie hatte eine der Jugendlichen doch gesagt: „Eine Stunde Mathematik pro Woche bringt nichts, wenn sich denn der Unterricht nicht verändert.“ Die Jugendakademie macht eben auch aus, dass die Jugendlichen gemeinsam mit Kursleitungen als Lernbegleiter etwas erreichen wollen. Dafina Beriska hatte es in ihrem Resumee am Ende der fast dreiviertelstündigen interessanten Diskussionsrunde so zum Ausdruck gebracht: „Die Jugendakademie war für uns eine Erfahrung, an der wir gewachsen sind.“ Dirk Gronkowski hatte bereits vor Einstieg in die Diskussion dafür ein großes „Dankeschön“ zum Ausdruck gebracht.

 

 

Niklas Kuhlmann (15 Jahre) aus Ratzeburg hat sein erstes Oberstufenjahr erfolgreich abgeschlossen. Er ist ein guter Schüler, ist interessiert und will lernen, und das gerne gemeinsam mit anderen. „Ich fand das sehr gut mit den anderen Leuten hier.“ Er hatte den Kurs „Sprache und Musik“ gewählt. Texte wurden analysiert. Eine eigene „Urwaldsprache“ wurde erfunden, eine Melodie zum Text geschaffen bzw. umgekehrt. Welcher Weg ist der einfachere?- Seine Eltern haben sich gefreut, dass er mitmachen wollte. Jetzt waren sie mit seiner zwei Jahre älteren Schwester gekommen, um gemeinsam die Abschlussveranstaltung zu erleben und ihn abzuholen. Jetzt beginnen seine Ferien. Die zwei Wochen JuAk aber waren für ihn bereits ein echtes „Highlight“.

 

Mit einer Überarbeitung des vierten Satzes der 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“ hatte das JuAk-Orchester die Veranstaltung eingeleitet. Peter Wenners begrüßte und dankte herzlich allen, voran der DGhK, den Sponsoren, aber vor allem auch der Gastgeber-Gemeinde, Nordseeschule und Nordseeinternat sowie vor allem den Jugendlichen für das „wunderbare Miteinander“. Er sagte ergänzend dazu: „Wir profitieren von allen Gegebenheiten hier vor Ort!“ Das hörte nicht nur der stellvertretende Bürgervorsteher Georg-Werner Jensen gerne, auch Schulleiter Nils Hokamp für die Nordseeschule.- Hervorragende Präsentationen aus der Arbeit in den Kursen, z.B. Musik und Sprache, Mathematik und Philosophie (das geht tatsächlich!), Journalismus (Infografik) oder „Erklärvideos“ sowie aus dem kursübergreifenden Angebot mit hochwertigen tänzerischen und musikalischen Beiträgen machten den Nachmittag zu einem Erlebnis.

 

Jörg Martens, 2. Vorsitzender von DGhK, dankte auch in Richtung der Eltern, die die Teilnahme ihrer Kinder an der JuAk unterstützt sowie im Vorwege Veranstalter und Kursleitungen Vertrauen entgegengebracht haben. Preisverleihungen zum Kreativwettbewerb, Ehrungen und noch einmal Dank und Verabschiedung aller übernahm Silke Thon, Organisationsleiterin und 1. Vorsitzende der DGhK. Davor hatten Orchester, Chor und Tanzgruppe gemeinsam das Lied „Hanging Tree“ aus dem Soundtrack des Films „Die Tribute von Panem“ aufgeführt.

 

Der Schlussbeifall war groß; man hatte ihn zwischendurch auch oft genug geprobt, und sich so die gegenseitige Wertschätzung ausgesprochen.- Freudentränen flossen, aber auch solche des Abschieds. Eine zweite Juniorakademie-Teilnahme gibt es nicht. Ein solches Erlebnis wie dieses ist nur einmal möglich.- Auf den JuAk-Shirts verewigte man sich gegenseitig namentlich. Die Erinnerung an zwei Wochen Juniorakademie in St. Peter-Ording 2016 wird bleiben.

 

Hans Jörg Rickert, 6. August 201

Zum 46. Mal:  Ringreiten der Eiderstedter Könige

 

Programm der 46. Nordsee-Pferdeschau am Sonntag, 07. August 2016

mit Ringreiten der Eiderstedter Könige und buntem Programm

Reitanlage Dreililien in St. Peter-Ording

 

09.00 Uhr       Senioren-Cup-Springen der Klasse E und A

12.30 Uhr       Platzkonzert auf dem Marktplatz (Bilder)

13.00 Uhr       Aufmarsch der Ringreiterkönige (Bilder)

13.30 Uhr       Umzug durch das Dorf zum Festplatz (Bilder)

14.00 Uhr       Königsreiten der Ringreiter (Bilder)

 

Ab 14:00 Uhr  Voltigierer der Husumer Bucht, Ponyführen,

Parcoursspringen der Kl. L (Bilder)

großes Barrierenspringen

Quadrille der Ponyreiter

Ponyrennen

 

Finale der Ringreiter um die goldene Lanze

 

 

Opmarsch op’n Marktplatz un Ümtog dörch St. Peter-Dörp

 

Wer ni weet, wat Ringrieden is, hett jedet Johr de grote Chance, dat to beleeven. Jümmers an iersten Sünndag in August gifft dat in St. Peter-Dörp op de Anlaag „Dreililien“ dat Ringrieden vun de Eiderstedter Könige.

 

Dat gifft neegen Vereene för de Ringrieders op Eiderstedt: Koldenbüttel, Jung Tönn, Gilde Tönn, Oldenswort, Osterhever, Tat’n, Tetenbüll, Welt-Vollerwiek-Grothusenkoog un Witzwort. St. Peter hett keen. Männigmool nöömt se sik ok Gilde. Dat‘s ok een Vereen, klingt blots beeter un is historisch bedingt. Dat gellt för Tönn, Koldenbüttel un Oldenswort. All sünd se verbunnen in’n „Ringriederverbund op Eiderstedt“ („Eiderstedter Ringreiterbund“). Vöörsitter is Reimer Hennings ut Tat’n, Tweete is Katja Greve ut Oldenswort un de Drütt in Vöörstand is Kirsten Agge ut Welt. Se hebbt bi’n Kommers dat Seggen un de Arbeid. De geiht dat Rieden üm den Titel „König vun de Könige“ in Olsdörper Kroog in St. Peter vöörut. Dat is so Usus, wo veelet annere ok. So war’t de König vun‘t letzt Johr dor afhoolt vun de St. Peteraner Afordnung, ok wenn de keen Ringriedervereen hebbt. Dat is een Ehrensaak. Aver dor mööt all de Rieders vun de Vereene ierst mol op’n Marktplatz in St. Peter vör’n Diek achter de Kark opstellt ween.

 

Op‘n Marktplatz war’t an düssen Sünndag een extra Terrain mit Flatterband utwiest. Dor döfft eegentli denn keen Autos mehr stahn, doch dat klappt meist ni to hunnert Perzent. Dat weer düt Johr ok so. Dat Rode Krüüz weer mit’n RTW vör Ort, för de Beschallung weer sorgt un de Speelmanntog Wesselburen speel för de Tokiekers op. Richti vull weer dat den ok op’e Diek un ründum, as Reimer Hennings mit sien List ansteebelt keem un de Beschallung mit Mikrofon uttestete. He weer tofreeden, klappte al. Duer ni lang, dor keem Katja Greve op eer Peerd anreden. Se is de Feldführerin un hett dat Segg‘n. Eer Boss makt blot’s de Ansaag und dat Verkloor’n vun’t Riegrieden över’t Mikrofon. He snack Hochdüütsch vunweg‘n de veelen Gäst, de jo ni al Plattdüütsch verstah’n doot. Wat he richti Platt kann, dat is wiss! Op’n Kommers is Platt nämli de Verhandlungsspraak.

 

De iersten Rieders, de op’n Marktplatz anreeden keem‘, weer‘n de St. Peteraner, all’ns Amazonen. Dat sünd in de Regel jümmers dree Rieders. Denn keemen de annern Vereene, ok jümmers to Drütt achter een anner, den König jümmers in’e Mitt. Ok een Amazon kann König warr’n. Vun de Tat‘ner weer dat Astrid Jöns ut St. Peter. Se hör’t den Tat’ner Vereen an. Dat kann ok in annere Vereene so ween, wat man dor Ringrieden kann. Aver all sünd se Eiderstedter! De Witzworter stellten veer Rieders, denn se harr‘n mit Jan Sievers den Landschopskönig stellt. Ok de Tönner Gilde harr veer, vunwegen Heiko Hargens letzt Johr König wurr’n is. Ierst stünn se man blots to Drütt dor. De König wurr as letzte afhaalt vun Olsdörper Kroog. So stünn’n den toletzt mit den Feldführer 30 Rieders op’n Marktplatz. Bi de Tönner Gilde weer to’n iersten Mol mit Karina Busch een Amozone dorbi. Siet letzt Johr döff Frunslüüd ok bi de Tönner Gilde mitmooken. Reimer Hennings har se al vöörstellt. He har je ok de List. Eenmal har he den Vadder mit den Unkel verwesselt, doch dat wurr em denn wohrschaut. Bi de Ringrieders is alln‘s op Oogenhöchte.

Dat Zeremoniell is genau vöörgeeven. De Feldführerin hett nu mit König Heiko Hargens vun 2015 ierst mol dat Feld afreeden un leeper em bi Reimer Hennings af. De geev em dat Mikrofon för de Anspraak an sien Volk. Heiko sien Stute weer richti opgeregt, aver he keem dormit trecht. He fraag Reimer Hennings noch, woans he denn ok Hochdüütsch snacken müss. De segg to em: „Kannst dat moken as du wullt.“ Do snack he denn Platt.

 

„Mit 17 Johr bün ik dat ierste Mol König wurrn un letzt Johr, 25 Johr later, to’n tweeten Mol. Dorto heff ik mi richti freit. Dat Königween hett mi een Barg Spaaß maakt. Min Nafolger wünsch ok so veel Vergnöögen. Un nu, leeve Gäst, kaam’t al to‘n Platz und kiekt ju unsen Sport an. Dat war’t wiss een schöönen Dag“, sä he un reed af.

 

Nu schull je de Ümtog dörch’t Dörp kamen. De Polizei vun wegen de Verkehrsabsicherung weer wegen Insätze ni dor. Wat bleev Reimer Hennings över, he müss voran gahn mit‘n Speelmanstog. Achter den keemen ierst Katja Greve und Heiko Hargens un de St. Peteraner Amazonen, denn al de Vereene un an‘t Enn de Deerns mit eere Ponys. De Tog föhrte an‘n Markt vörbi op de Eiderstedter Straat, in’n Heedweg bi de Füerwehr un an den Seniorenwohnsitz Hus Edelweiß vörbi, an’t Enn rechts in‘e Dörpstraat un den na de Stöpe links to‘n Platz achtern Diek. Reimer Hennings har een gooden „Polizisten“ afgeven. He harr sik op den Weg denn ok een Extraiis günnt und slicker dor an, as he dörch de Stöpe an’t Enn vun de Dörpstraat keem! Weer je allen’s good gahn. Liekers, mit een Been har he sik al achter Gittern sehn. „Wiss har ik jedeen Dag Besöök kreegen“, glöövte he.

 

Dat Weeder höll, geev keen Regen, liekers wurr dat böös windig. Dat is denn ni eefach den Ring to steeken. De Landschopskönig Jan Sievers ut Witzwort wurr ok „König vun de Könige“. De „güll‘n Lanze“ hör‘t em för een Johr to. Tweete wurr Jörn Jessen vun Gilde Koldenbüttel un Drütte Sabine Peters vun Osterhever.

 

Hans Jörg Rickert, 08. August 2016, www.jb-spo.de

 

Siehe auch:

www.jb-spo.de                                   2015 August „König der Könige – So’n verrücktes Finale“

www.jahrbuch-st-peter-ording.de      2012 August “Kommers der

Station der Kitesurf Masters

Tourstopp der offiziellen Deutschen Meisterschaftsserie der German Kitesurfing Association (GKA) im Kitesurfen.

In drei Disziplinen wurde gestartet: Racing, Slalom, Freestyle.     gpan

Sonntag, 7. August 2016

Wolkig, starker Wind, hohe Wellen, viele Zuschauer, die gespannt die Sprünge der Kitesurfer verfolgten, mit Beifall nicht geizten. Der Kommentator stand mit seinem Lautsprecherwagen an der Flutkante und war trotz der tosenden Brandung im nahen Umkreis gut zu hören.       Hohe, weite Sprünge begeisterten. Der mit Salzwassertröpfchen angereicherte, warme Wind setzte sich nicht nur auf die Objektive der Kameras sondern auch Haut, Haare, Kleidung. Man war eben hautnah am Geschehen. Die freiwilligen Helfer der DLRG standen mit ihren neuesten Fahrzeugen bereit, zu helfen.

Obwohl bei weitem nicht so viele Zuschauer und Akteure da waren wie beim World Cup, machte das so phantastisch passende Wetter alles wieder wett.

Insgesamt ein einmaliges Erlebnis!

Disziplin Racing  Siehe www.kitesurf-masters.de


Overall: Florian Gruber, Jannis Maus, Andi Hanrieder
Foilboard: Florian Gruber, Andi Hanrieder, Frank Rosin
Raceboard: Jannis Maus, Elias Ouamid, Emmanuel Norman

Damen Racing: Annett Bremer
Damen Foil: Leonie Meyer

Junioren Raceboard: Elias Ouahmid, Jan Bremer
Junioren Foilboard: Julian Hein

 

Disziplin Slalom:
Overall: Xaver Kiebler, Elias Ouahmid, Jan-Philipp Ehm
Youth (U-19): Elias Ouahmid, Jan-Philip Ehm, Jan-Niklas Paasch
Junior (U-17): Xaver Kiebler, Jan Burgdörfer, Julian Hein

 

Disziplin Freestyle:
Men: Linus Erdmann, Marian Hund, Jan Schiegnitz
Women: Sabrina Lutz, Anne Valvatne, Helen Döpke
Junior: Janis Rummer, Tom Maurer, Jasper Lund

Am Tag vor den Kitesurf Masters

 

Hochwasser war an diesem 4. August um 14:40 Uhr. Es lief hoch auf. Strandbar und Aufsichtspfahlbau standen im Wasser. Die Brandung war heftig. Jenseits der Düne vor dem Übergang Köhlbrand Richtung Bad war die Sandbank überflutet. Kiter nutzten diese Gelegenheit für sich. Aber auch im Abschnitt vor der Wassersportstation bis zur Strandbar war Kiter-Betrieb auf dem Wasser. Das Revier musste doch erkitet werden. Morgen würden zum ersten Mal die Kitesurf-Masters am Ordinger Strand stattfinden.

 

Kiter reisten an, transportierten ihr Equipment zur Wassersportstation oder waren mit ihren Kites auf dem Wege zum Wasser. Ein Kiter hatte offensichtlich bei der Strandbar die Strömungsverhältnisse bei inzwischen ablaufendem Wasser unterschätzt. Sein Kite landete auf der Brückenzuwegung zur Strandbar. Glück hatten er und Passanten. Der Schirm hatte eine Lücke gewählt.

 

Hric, 4. August 2016, www.jb-spo.de

Sommertour - Ministerpräsident Albig in St. Peter-Ording

„Gemeinsam Unterwegs“ war der Tag betitelt.

Ministerpräsident Torsten Albig selber war Initiator sowie Gast dieses und Podiumsteilnehmer des vorangegangenen Tages bei einem wissenschaftlichen Kolloquium zum Thema „Das gemeinsame Haus schützen“. Das kam nicht von ungefähr. Er hatte die auf den 24. Mai 2015 datierte Enzyklika „Laudato si‘ – sulla cura della casa commune“ von Papst Franziskus gelesen. Die in acht Sprachen veröffentlichte Verlautbarung „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ befasst sich mit dem Themenbereich „Umwelt- und Klimaschutz“. Darin weist der Papst auch auf die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen hin und schafft Bezüge zu bestehenden sozialen Ungerechtigkeiten. In Kooperation von Staatskanzlei, den Bischofskanzleien der evangelischen und katholischen Kirche, den Kirchen mit der ökumenischen Urlauberseelsorge vor Ort wie auch Gemeinde und Tourismus-Zentrale war unter Bezugnahme darauf diese zweitägige Veranstaltung vorbereitet worden. Auf ausdrücklichen Wunsch des Ministerpräsidenten sollte die Öffentlichkeit an diesem Projekt teilhaben können. So ist diese Pilgerwanderung „Gemeinsam unterwegs“ mit Ministerpräsident Torsten Albig, Bischof Gothart Magaard für die Nordkirche und Erzbischof Dr. Stefan Heße vom Bistum Hamburg mit Menschen am Ort – Verantwortlichen, Einheimischen und Gästen – mit viel Sorgfalt, Überlegung und Herz entstanden.

 

Am Anfang des Tages stand morgens ein ökumenischer Gottesdienst zum Thema „Sorge für das gemeinsame Haus“. Ihn gestalteten musikalisch und liturgisch Pastorin Inke Thomsen-Krüger aus Oldenswort, Kreiskantor Christian Hoffmann aus Tönning, Toby Möller vom Ev. Kinder- und Jugendbüro des Kreises Nordfriesland in Husum, Walter Balscheit (Schlagzeug), Propst Jessen-Thiesen, Pfarrer Meik, Diakonin Streubier, Pastoralreferent Wrage, Bischof Magaard und Erzbischof Dr. Heße. Die Bischöfe teilten sich die Predigt und ließen die Gottesdienstteilnehmer aufmerksam zuhören. Das Dünen-Hus war voll besetzt. Die Inhalte sorgten erkennbar für Interesse und hielten für jeden Einzelnen Denkanstöße zum Handeln bereit. Gothart Magaard benannte uns als „Zeugen des sehenden Gottes, der unsere Welt verändert.“ Es reiche nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Lebens- und menschenbejahende Kräfte seien am Werke, „die uns über die Schöpfung staunen lassen“. Das griff Dr. Stefan Heße nach einem musikalischen Zwischenspiel auf: „Die Schöpfung will uns einladen, die Natur in ihrer Gänze in den Blick zu nehmen. Sie hat uns am Herzen zu liegen. Wir müssen etwas dafür tun, damit die Schöpfung ihre Zukunft und Zukunftstauglichkeit behält.“ Das eine Haus sei weiter zu pflegen, damit es ‚enkeltauglich‘ bleibe.

Auf diese Art spirituell gut eingestimmt ging es danach auf einen Pilgerweg mit mehreren Haltepunkten, erst einmal vom Bad über die Seebrücke zum ältesten Pfahlbau „Arche Noah“, wo Autor Nis-Momme Stockmann aus seinem Buch „Der Fuchs“ vortrug. Dabei kam „Weltuntergangsstimmung“ rüber.- Die zweite Etappe führte am Spülsaum entlang über den OrdingerStrand zum „Karkenschipp“ der Urlauberseelsorge. Während der mittäglichen Andacht „unter der Weite des Himmels“ mit Diakonin Andrea Streubier und Pastoralreferent Michael Wrage waren über den großen Drachen mit der Weltkarte sinnbildlich alle „mit dem Himmel verbunden“. Gestärkt durch Fischbrötchen von Bernd Schröders „Räucherscheune“ folgte die dritte Wegstrecke durch den Sand links am Eventgelände für die gerade begonnenen Kitesurf-Masters vorbei zur Dünenkette und dann an ihr entlang bis zur Deichüberfahrt Ording zur kleinen Kirche St. Nikolai.

. „Unterm Sternenhimmel“ ihres Gewölbes gab es Informationen von Andrea Streubier über die Kirche, die von Henrik Kloth meditativ und einfühlsam auf der Gitarre begleitet wurden. Ganz still war es.- Auf Fahrrädern – das war im Vorwege alles geregelt worden - ging es auf die letzte Wegstrecke. Auf der Straße „Norderdeich“ und später auf dem Katastrophenschutzweg fuhren die meisten Richtung Tümlauer Koog und Tating zur Kirche St. Magnus. Mit einem Orgelkonzert von Kreiskantor Christian Hoffmann auf der historischen Paschen Orgel folgte auf Werke von Nikolaus Bruhns (Schwabstedt und Husum) und John Stanley (London) von Gudrun Fuchs, in Eiderstedter Tracht op Platt vöördragen, de Geschicht vun’t „Golden Kalv“ ut dat Ole Testament. Ein Mozart nachempfundener musikalischer Scherz für Orgel von Gottfried Fischer – ein kleiner Zyklus von Variationen über Paul Gerhardts Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ - schloss den „Pilgertag“ ab. Gemeinsam sang man abschließend die erste Strophe, ehe Bischof Gothart Magaard herzlich dankte und alle mit Worten des Irischen Reisesegens unter Gottes Schutz stellte.

 

Die Schöpfung war an diesem Tag wirklich in ihrer Gänze und „mitmenschlich“ erfahrbar geworden. Man hatte nur seine Sinne einsetzen müssen, dann war bewusst geworden, was sich für uns hinter dem Begriff „Schöpfung“ als einer liebens- und lebenswerten Welt verbirgt. Gespräche und eine heitere Stimmung begleiteten den Weg an der frischen Nordseeluft über die Seebrücke, auf der Weite des Strandes und an Dünen und Deichen entlang unter einem hohen Himmel. Für Gothart Magaard war es „ein wunderbarer Pilgertag auf Eiderstedt“. Ein sichtlich vom Politikeralltag innerlich befreiter Ministerpräsident Torsten Albig verabschiedete sich dankbar mit einem schlichten und den Tag würdigenden Eintrag ins Kirchengästebuch von St. Magnus: „Es war ein segensreicher Tag! Danke allen, die ihn uns bereitet haben.“

 

Hans Jörg Rickert, 7. August 2016, www.jb-spo.de

St. Peter-Ording – Vom Armenhaus zur Goldgräberstadt

 

Den „Machern“ der Sommerkirche Welt 2016 steht die Freude ins Gesicht geschrieben. Wieder einmal alle Plätze besetzt!- Pastor Ralf-Thomas Knippenberg aus Garding hatte für die letzten drei Ankommenden dann doch noch einen Klappstuhl, obwohl er jedem schon das Schild „Keine freien Plätze mehr“ entgegen hielt. Die letzten Glockenschläge waren gerade vom Turm der St. Michael-Kirche in Welt über der Landschaft Eiderstedt verhallt, als Pastorin Inke Thomsen-Krüger aus Oldenswort Publikum und Vortragenden zur 6. diesjährigen Veranstaltung begrüßte. Kein geringerer als Claus Heitmann, Eiderstedter von Kindheit an, Chef der OrtsChronik St. Peter-Ording und Initiator der Historischen Insel im Dorf des Badeortes, heute eine „Tourismus-Destination“, sollte an diesem Abend berichten zum Thema „Vom Armenhaus zur Goldgräberstadt“. Gespannt war mit dem Publikum auch Henning Röhl, der dritte Verantwortliche im Bunde.

 

Claus Heitmann stellte zunächst fest: „Dieser Titel ist eine Bewertung.“ Aber wahr ist: St. Peter habe sich zum wirtschaftlichen Zentrum von Eiderstedt entwickelt.- Danach schlug er einen weiten Bogen von der frühen Besiedlung in Wittendün, der Einwanderung der Groninger Friesen im 7./8. Jahrhundert, gefolgt von den christlichen Friesen im 11./12. Jahrhundert. Das sei Grund für die 18 Kirchen auf den ehemals drei Harden, den Verwaltungsgebieten. Danach kamen Reformationsflüchtlinge aus den Niederlanden. Für Heitmann ist Eiderstedt ein Einwanderungsland. Es unterscheidet sich mit seinen dadurch bedingten Alleinstellungsmerkmalen von Nordfriesland im Norden und Dithmarschen im Süden. Tönning und Friedrichstadt sind dabei zu Eiderstedt zu rechnen.

 

Bezeichnend für den Ortschronisten ist, dass er immer wieder mit kleinen Einzelheiten aufzuwarten weiß. Das macht seine Vorträge so lebendig und interessant. So kommt der Taufstein der St. Stephanus-Kirche in Westerhever aus Südschweden. 1103 habe Papst Innocenz das Bistum Lund in Südschweden geschaffen. Danach richte sich auch das Gründungsdatum der Tatinger Kirche St. Magnus. Sie ist nicht die älteste Kirche auf Eiderstedt. Sie ist die erste im „Spatenland“. Die älteste ist St. Petri in Ulsthorp. -

Der Name dieser Kirche ist dann Name des Ortes geworden, denn dort versammelten sich die „Dinghörigen“. Schreiben konnte nur der Amtmann. Sie waren die zum Hören in Ulsthorp bei der St. Peter-Kirche Bevollmächtigten. „Weetst, wat bi St. Peter los weer?“ habe dann zum Namenswechsel geführt.- Nach dem Untergang von Rungholt 1362 suchten Hamburger Kaufleute einen neuen Anlandeplatz. Den gab es 1373 (Urkunde) in Süderhöft – Standort der Marienkapelle (beim Eingang zum heutigen Golfplatz). Auch hier wartete er wieder mit kleinen Geschichten auf: 1421 hatten Hamburger Kaufleute vor Süderhöft Ware verloren, aber die Süderhöfter wussten natürlich nichts!- Oder: 1533 wurde die Marienkapelle zerstört. Der Friedhof aber blieb für Landstreicher und Strandleichen.

 

Im zweitenTeil seines Berichtes näherte er sich dem Begriff „Armenhaus“ und der Bedeutung des „Heimrechtes“.-1724 wurde die heutige Kirche St. Nikolai unter der Herrschaft der Dänen gebaut. Ihr Vorgängerbau war ein Opfer des Sandes geworden. In St. Peter – Süderhöft, Böhl, Wittendün, Olsthorp, Brösum und Ording – lebten 1535 ca. 1000 Menschen, davon im Norden 200. Es gab 172 Häuser (Steuerzahler) und 57 „Halbhäuser“ (geringe oder auch keine Steuern). Vor 1790 waren die Dünen drei Meilen entfernt, nun aber bedeckten sie bereits seit Jahrzehnten vermehrt fruchtbares Land. Verarmung machte sich breit. Jedes Dorf war verpflichtet, für die Armen zu sorgen (Armenstock in Kirchen). Für das Armenwesen gab es 235 Regelungen. Ab 1843 wurde das dann besser mit dem Bau von Armenhäusern. - Um zum Beispiel in Witzwort als Interessent (Gemeindevertreter) mitbestimmen zu können, waren mindestens 60 Demat nutzbares Land erforderlich, in Ording reichten bereits 5 Demat (2,5 ha). Auf Eiderstedt waren die Ordinger die Ärmsten.

 

Zu ihnen gehörten „Jan und Gret“ (Bronzeskulptur vor den Dorfstöpen). Sie waren „arme Lüüd“, die sich mit Harke und Gliep ihr Zubrot verdienten. In St. Peter-Ording hat es keine gewerbliche Fischerei gegeben. Von 1880 bis 1925 gab es Störfang. Den Stör aß man, den Kaviar brachte man Eimern nach Hamburg. - In ihnen seien die Taler dann zurückgekommen. - Ein 1946 in Ording gestrandeter Wal wurde aufgegessen, der 1969 gestrandete als „Sondermüll“ entsorgt. St. Peter und Ording ging es inzwischen besser.

 

1877 wurde mit dem „Strandhotel“ der Badeort gegründet. Wyk und Büsum waren es bereits. Jetzt kamen die Hamburger. Die Cholera (1892) hat ihren Teil dazu beigetragen. In Stichworten die weitere Entwicklung: Lungenpflegeanstalt „Wilhelminenhöh“ 1902, Kinderheim „Köhlbrand“ 1911, „Ärztliches Erholungshaus für Erwachsene und Kinder“ 1913 (Dres. Felten; Sanatorium/ DRK-Nordsee-Reha-Klinik Goldene Schlüssel), Kurschule Oppel (1928), Kinderheime, Logierhäuser, .... Kriegszeit, Evakuuierung, Internierung ..... Kinderkuren, Nordsee-Schwefel-Heilbad (1968) Fremdenzimmer, Ferienwohnungen, Hotels und Appartements, „Tourismus-Destination“ mit 2,3 Mio Übernachtungen bei zurzeit 4003 Einwohnern und mehr als 4000 Zweitwohnungsbesitzern.- Von 1975 an geht das Dörfliche verloren, seit wenigen Jahren immer rasanter. Bauboom und Kostensteigerungen – ein Haus wird abgerissen, mindestens zwei größere entstehen an gleicher Stelle. Es ist nicht mehr der „Anbaustil“ der 50iger, es sind der Abrissbagger, der Betonmischer und Ytongsteine.

Claus Heitmann hat ein Ideal: Die Landschaft Eiderstedt bis Tönnung und Friedrichstadt als Tourismuslandschaft darstellen und ‚verkaufen‘. Kulturschaffende hätten Eiderstedt bereits seit längerem entdeckt. Menschen verlegten ihren Wohnsitz für die Zeit nach der Berufstätigkeit hierher. Der Ort ist attraktiv, vermittelt Sicherheit und hat ein gutes kulturelles Angebot. Auch für Familien ist es interessant geworden, hier zu wohnen und zu leben und woanders zu arbeiten. Von Krippe bis Schule ist alles vorhanden. St. Peter-Ording hat in den Tourismus investiert, sich besser aufgestellt und Arbeitsplätze geschaffen. 1600 Arbeitnehmer pendeln ein.- Für die Gesundheit zu werben, das sei ihm ein ganz wichtiges Anliegen. „Früher kam man deswegen hierher, heute kommt man zur Rehabilitation. Veranstaltungen heißen heute Events. Die Kurverwaltung ist nun Tourismus-Zentrale.“– Er selber habe sich die Frage gestellt, ob er wegziehen wolle, das aber für sich verneint. Bei Verkauf seines Hauses reiche es z.B. nicht zum Erwerb einer für ihn geeigneten Wohnung in einem neu erbauten Seniorenwohnsitz. Die könne er nicht bezahlen. Ob wir und die Einwohner diese Entwicklung des Ortes so wollten, war seine Frage. Auch auf Abhängigkeiten wies er hin. So gehörten dem Deich- und Hauptsielverband 245 Hektar Dünen, Heide sowie Kiefernwald und für die Außendeichlinie sei der Staat zuständig. Sein Fazit: „St. Peter-Ording ist keine ‚Goldgräberstadt‘. Der Ort ist attraktiv und Motor für Eiderstedt, aber er steht in der Gefahr, durch Bauspekulation zerstört zu werden. Notwendig ist eine auch liebenswerte Infrastruktur, die u. a. für Arbeitnehmer Wohnraum schafft und Einwohnern, Zweitwohnungsbesitzern und Gästen Lebens- und Erholungsqualität mit Natur und Kultur bieten.“

 

Die anschließende Diskussion währte nicht lange, aber einige Punkte wurden angesprochen. Es waren hohe Mietkosten, Reha-Kliniken mit 600 bis 700 Arbeitsplätzen als bedeutendem Wirtschaftsfaktor und die Forderung nach mehr Gemeinsamkeit auf Eiderstedt. Bei Letzterem tue sich Eiderstedt allein schon historisch schwer. Allererste Frage war gewesen: Gibt es in St. Peter-Ording einen Plan für die Ortsentwicklung und Ortsgestaltung?- Den hätte es mal gegeben. Er liege wohl noch in der Schublade.

 

Hric, 2. August 2016

„Wat’n Watt“ – Watterkundung am Südstrand von St. Peter-Dorf

Der Südstrand in St. Peter-Dorf ist ein Paradies für Nordsee-Fans. Hier lässt sich der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer so ursprünglich echt erleben: Natur mit Sandstrand, kleinen Dünen, Salzwiesen mit zurzeit herrlich blauviolett blühendem Halligflieder, Sandwatt mit Riffeln, Wattwurmsandkothäufchen dicht an dicht, der Priel mit Strandkrabben und, und, und - Meersalat und Schlickwatt, auch Queller nicht zu vergessen.

 

An diesem Dienstag neigte sich ein herrlicher Sommertag seinem Ende zu. Am Morgen hatte es noch nicht so ganz danach ausgesehen, aber ab Mittag war es einfach schön. Niedrigwasser war um 19:55 Uhr. Für 18:00 Uhr, also zwei Stunden vor dem niedrigsten Wasserstand, war eine eineinhalbstündige Wattwanderung für Kinder und Eltern mit der Schutzstation Wattenmeer angesetzt. Es waren über 200 Kleine und Große in dem einen großen Pulk, die sich eingefunden hatten, davon über 60 Kinder im Alter bis acht Jahre. Die eine Hälfte mit den Kindern übernahm der 19-jährige David Benkel aus Wiesbaden. Er ist Nationalpark-Betreuer und leistet jetzt sein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Schutzstation Wattenmeer im Nationalparkhaus St. Peter-Ording ab. Die andere Hälfte mit den größeren Kindern und Erwachsenen hatte Dennis Günther, ebenfalls NP-Betreuer und 19 Jahre, für14 Monate Bundesfreiwilligendienst bei der Schutzstation Wattenmeer und im NPH im Einsatz, übernommen. Außerdem waren noch zwei weitere Gruppen im Watt unterwegs. Sie wurden betreut von Alicia Wagner (18 J., BFD) und Felix Bernert (18 J., FÖJ). Es müssen so insgesamt an die fünfhundert Menschen gewesen sein.- Gemessen an der Einwohnerzahl hätte das bedeutet, dass jeder achte St. Peter-Ordinger zu diesem Zeitpunkt am Südstrand im Watt gewesen wäre. Im Vergleich zu den kleinen Wattschnecken ist das gar nichts. Von ihnen leben etwa 40.000 auf nur einem einzigen Quadratmeter bis in 10 cm Tiefe. Das sind zehnmal so viele wie Einwohner von St. Peter-Ording.

 

Das und viel mehr erfuhren die „Watterkunder“. Kleinste Strandkrebse konnten sie selber unter einer leichten Wattschicht ausmachen, große dann im Priel. Man erfuhr, dass sie sich häuten und wie man Weibchen und Männchen unterscheiden kann. Zu erfahren war auch, dass die Krabben, die man vom Krabbenbrötchen her kennt, Garnelen sind, die zu den Krebsen zählen. Was Sandklaffmuscheln sind, wie sie in 50 cm Meeresbodentiefe leben und sich über einen langen Saugrüssel mit Wasser versorgen, war zu erfahren und noch mehr.- Wie sich Schutzzone 1 und 2 unterscheiden, erklärte David Benkel, und dass die Wattenmeerküste von Holland bis nach Dänemark reicht und 450 km lang ist. Plausibel machte er nicht nur den Kindern, dass sie jetzt auf dem Meeresboden stehen. Ein Junge platzte gleich damit heraus: „Weil das das Watt ist und Ebbe und Flut.“

 

Wie es dazu kommt, wurde mit den Kindern selbst erklärt. Eines wurde zur Erde, ein anderes zum Mond, ein drittes stellte die Sonne dar und ganz viele waren Wasserteilchen. Insgesamt war es einfach richtig spannend.- Mit all den Haltepunkten bis hinter den Priel und den Erklärungen war es doch etwas länger geworden, so interessiert waren alle gewesen. Auch die anderen Gruppen kehrten zurück. Um die Fußbadebeckenstelle gab es in kurzen Abständen richtigen Aufläufe. Die Füße und Beine mussten doch noch von den Resten des anhaftenden Schlicks befreit werden. Einige hatten zwar saubere Füße, weil sie in Gummistiefeln unterwegs gewesen waren, aber manchmal war das Wasser da auch hineingeschwappt. Was quatschte das nun schön, und was war das überhaupt für ein Geschnöter gewesen.

 

Thomas Nelissen aus Düsseldorf, nicht das erste Mal in St.Peter-Ording, hatte mit seinen Töchtern Malina und Julia an der Wattwanderung teilgenommen. Sein Kommentar war eindeutig: „Super toll und informativ. Lustig für die Kinder. Man lernt viel. Es ist immer wieder zu empfehlen.“-

 

Auch David Benkel hatte es sichtlich Spaß gemacht. Scheine und Münzen wanderten als Spende in den Beutel, denn die Schutzstation Wattenmeer e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Einen Richtwert hatte er vorgegeben, denn ohne Geld lassen sich die der Schutzstation Wattenmeer übertragenen Aufgaben auch nicht erfüllen. Führungen durch die Dünenwelt und die Salzwiesen, Vogelkundliche Wanderungen, Vogelzählungen, Schutzmaßnahmen im Nationalpark, Führungen und andere Aufgaben im Nationalpark und im Nationalparkhaus gehören dazu.

 

 

Nachbemerkung

 

Eigentlich dürften pro Nationalpark-Betreuer nur etwa 50 Wattwanderer mitlaufen. Aber was macht man, wenn sich dann so viele einfinden? „Ihr dürft nicht mit“ – das wäre mehr als kontraproduktiv, denn die kleinen Forscher sind die Wattenmeerbotschafter von Morgen. Bei den Witterungsbedingungen wie an diesem frühen Abend war eine Gefährdung auch ausgeschlossen. Seenebel war nicht zu befürchten. Das Wasser lief auch noch ab. Bei der Rückkehr über den Priel war der Niedrigwasserstand noch nicht erreicht. Bis zu zwei Stunden wäre Wattwandern am Südstrand noch möglich gewesen. Vier Stunden hat man in der Regel dafür Zeit: Start zwei Stunden vor und die Rückkehr zum Startort spätestens zwei Stunden nach Niedrigwasser.- Auch auf die Eigenverantwortung hatten die jeweiligen NP-Betreuer hingewiesen. Wichtig ist dabei immer, dass sich größere Gruppen von erfahrenen Wattführern begleiten lassen. Das sind unter anderem diese freiwilligen jungen Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer vom Nationalparkhaus St. Peter-Ording. Sie werden auf diesen verantwortungsvollen Dienst von Sachkundigen in Seminaren fachkundig vorbereitet. Das konnte man in der Gruppe von David Benkel deutlich erfahren. Er wusste nicht nur, wie er mit den Kindern umzugehen hatte, sondern auch, was er ihnen vermitteln wollte: Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist etwas ganz Besonderes und nicht umsonst Weltnaturerbe.

 

Hric, 02. August 2016

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