2016 Januar

Der Verein „KulturTreff“ hatte zur jährlichen Jahresversammlung für Ende Januar eingeladen und viele Mitglieder kamen ins Museum der Landschaft Eiderstedt. Ein Grund war sicherlich die Anerkennung der guten Leistung des gesamten Teams im vergangenen Jahr, ein weiterer war die Übernahme der „restlichen“ Aufgaben der AG-Ortschronik, nachdem deren Vorsitzender Claus Heitmann die Chronik-Arbeit in Buch- und Heftform für beendet und seinen Rückzug aus dieser Arbeit erklärt hatte. In der Woche zuvor hatte der Verein „AG-Ortschronik“ seine Auflösung beschlossen und dabei den Wunsch geäußert, dass die verbleibenden Aufgaben wie Archiv, Historische Insel mit dem Backhaus, Ausstellungsarbeiten, Vorträge usw. unter dem Dach des Vereins „KulturTreff“ weiterlaufen sollten. Gleichzeitig gehe man davon aus, dass die Gemeinde, auf die das Vermögen des Vereins übergehe und der die Nutzungsrechte zurückgegeben werden, den KulturTreff entsprechend der neuen Aufgaben ausstatte und unterstütze.

Bürgermeister Rainer Balsmeier sicherte seine Unterstützung zu. Amtsvorsteher Christian Marwig hob die Bedeutung der Arbeit der vielen Ehrenamtler in den beiden Vereinen hervor und wünschte sich einen reibungslosen Übergang. Hilke Herzberg, Vorsitzende vom KulturTreff, nahm diese Aufgabe zusammen mit den anwesenden Mitgliedern bei einer Stimmenthaltung an. Das eindeutige Ergebnis wurde mit viel Beifall bedacht. Die Aktivitäten des Vereins im Jahr 2015 wurden vorgetragen, wobei die Veranstaltungsreihe „Musik und Literatur unter Reet“, sechs gut besuchte Veranstaltungen unter der Leitung von Sigrid Haeder, zu Recht hervorgehoben wurde. Für 2016 sind ebenfalls sechs Termine schon festgelegt. Für die geplante neue Ausstellung „St. Peter-Ording“ gibt es leider noch kein o.k. aus Kiel, man hoffe aber auf eine baldige positive Entscheidung.

„Pfennigmeister“ Ove Ohls trug den Kassenbericht vor, der mit einer kleinen Vermögensminderung dennoch passabel ausfiel. Der Vorstand wurde entlastet. Als neuer Kassenprüfer wurde Wolfgang Bury hinzugewählt.

Hilke Herzberg erinnerte zum Schluss noch einmal daran, dass dieses Museum das Museum der Landschaft Eiderstedt sei und dass sie es für selbstverständlich halte, dass entsprechend auch alle Gemeinden der Landschaft Mitglied im KulturTreff sein sollten. Ein paar Gemeinden fehlten noch. Sie wünschte sich, dass die Qualität dieses ausgezeichneten Museums überzeugen werde.


gpan 1.2.2016

TZ im Dialog: Kultur zum Reiseanlass machen – geht das ?

 

Mit Dr. Anja Wollesen - Professur Tourismus, Studiengang International Tourism Management (B.A. und M.A.), Fachbereich Wirtschaft - von der Fachhochschule Westküste in Heide, Sabine Graetke – seit Oktober Leiterin des Museums Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording – und Dirk-Uwe Becker – Vorsitzender des Fördervereins Kunst und Kultur Eiderstedt e.V. mit Sitz in Garding – setzte die Tourismus-Zentrale die zweite Runde von „TZ im Dialog – 90 Minuten mit der Tourismus-Zentrale“ fort. Die im Oktober 2014 von der stellvertretenden Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff initiierte Veranstaltungsreihe hatte ihren zehnten „Dialog-Abend“ im Dünen-Hus. Die Reihe ist kürzlich mit dem ADAC-Tourismuspreis Schleswig-Holstein 2015 (Sonderpreis der Jury) ausgezeichnet worden. Thema war dieses Mal „Kultur & Tourismus“. Es war auch Wunschthema vieler interessierter Teilnehmer an den bisherigen Abenden.

TZ im Dialog: Kultur JB-2016

Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier freute sich außerordentlich über den Zuspruch zu diesen Dialog-Veranstaltungen und darüber, dass wieder so viele gekommen waren. Er konnte über sechzig Teilnehmer begrüßen. In seiner Darstellung des kulturellen Angebotes mit den Bereichen Musik, Literatur, Theater, Kunst und Brauchtum wurde manchem Teilnehmer die Gesamtvielfalt noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt, aber auch, wie Gemeinde und Tourismus-Zentrale hier ideell und finanziell unterstützend tätig sind. Das sind nicht nur die Konzerte in der St. Peter-Kirche mit dem Förderverein Kirchenmusik, das Museum der Landschaft Eiderstedt mit dem Verein KulturTreff, die Trachtentanzgruppe St. Peter-Ording, die Sommerausstellung in der Strandkorbhalle Hungerhamm des Vereins Kunstinitiative, die Märchentage der TZ im Kinderspielhaus und mit vielen Partnern am Ort, der „Kulturhimmel“ der LTO, das Biikefeuer, die Speeldeel und die „Historische Insel“ mit dem Backhaus. Dazu gehören auch Lesungen, Krimitage, Westküstenpark und Shantychor „Die Strandräuber“ sowie die Möglichkeit der Teilnahme an acht Theaterfahrten nach Rendsburg zu einem Preis von nur 15 €. Für die Mitgliedschaft im Schleswig-Holsteinischen Landestheater zahlt die Gemeinde jährlich 8.000 €. Die Kirchenmusik wird von TZ und Gemeinde mit je 3.500 € unterstützt. Räumlichkeiten werden kostenfrei zur Verfügung gestellt u.v.m. In der Vergangenheit wurden Großprojekte wie „Jan un Gret“, die Errichtung des Glockenturms neben der St. Peter-Kirche und die Orgel unterstützt. Die Gemeinde hat in den Jahren eine Gemeindegalerie aufgebaut und 2015 insgesamt 10.000 € wegen Übernahme der Bildersammlung „Duggen“ für Rahmen investiert. Rainer Balsmeiers Blick ging aber auch in die Landschaft hinaus: Haus Peters In Tetenbüll, Hoyerswort, Packhaus Tönning, Stallerhaus Garding, Sommerkirche Welt, Spezialitätenmarkt der Landfrauenvereine und Kultursaison Eiderstedt.

Anja Wollesen stellte dann zu Beginn die Frage, wie man all solche zum Teil auch kleinen Angebote unterstützen, Kultur erhalten und verstetigen könne. Was unter Kulturtourismus zu verstehen und welches das allgemeine Interessenpotential dafür sei, wie Schleswig-Holstein, St. Peter-Ording und Eiderstedt im Wettbewerb um Kulturtouristen da stünden und welche Perspektiven es insbesondere für St. Peter-Ording und Eiderstedt gäbe, standen zunächst im Fokus. Mit nur 4 Prozent Kulturtouristen im engeren Sinne und 15 % mit „auch“ Nutzung kultureller Angebote erschien die Bilanz zunächst ernüchternd für Kulturschaffende. Wenn der Tourist aber erst einmal hier gewesen ist, dann nimmt seine Aufmerksamkeit darfür in St. Peter-Ording und Eiderstedt zu. Manche stolperten auch per Zufall über sie. So hat Kultur mit ihrer Vielfalt für den Tourismus nicht nur allgemein, sondern auch für die Region der LTO Bedeutung. Man müsse sie aber an die bevorzugten Interessen mit Badeurlaub, Events und Natur andocken.- Sabine Graetke und Dirk-Uwe Becker stellten als Kulturschaffende ihre Einrichtungen vor. Das sind im Museum die Ausstellungen und die beiden Veranstaltungsreihen „Musik und Literatur unter Reet“ sowie „Museum im Gespräch“. Der Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt bietet in seiner Vielfalt mit Ausstellungen, Literaturkreis, Kinder-Werkstatt-Atelier auch zweimal im Jahr den Tag des offenen Ateliers an. Unter den 205 Mitgliedern sind 55 Kunstschaffende.

 

Die jeweils kurzen Aussprachen unter der Moderation von Constanze Höfinghoff mündeten in dem Auftrag, den Dialog über „Kultur und Tourismus“ in nächster Zeit fortzusetzen. Die TZ kann von sicherer Unterstützung aus dem Teilnehmerkreis ausgehen. Die stellvertretende Tourismus-Direktorin nahm das ihrerseits gerne auf, bat aber auch um Geduld im Hinblick auf das umfangreiche Tätigkeitsfeld mit den vielen Herausforderungen.

 

Hric, 28. Januar 2015

KiKA Live in der Nordseeschule

 

Das war so recht was für die beiden sechsten Klassen des Gymnasiums der Nordseeschule. KiKA – Der Kinderkanal von ARD und ZDF - hatte sich bei Schulleiter Nils-Ole Hokamp für einen Aufnahmetermin angemeldet. Lisa Laube aus St. Peter-Ording, Pia Ottine aus Heide (Nordsee-Internat) und Mewes Loof aus Garding brachten es für ihre Klassen auf den Punkt: „Cool ist das! Das ist super spannend. So sieht man mal, was hinter den Kulissen abläuft und wie so etwas geplant wird!“ Sie freuen sich schon darauf, sich am Donnerstagabend, 28. Januar um 20:00 Uhr im Kinder-Kanal sehen zu können. So ist es jedenfalls vorgesehen.

 

Die Aufnahmeleitung hatte Elisabeth Möckel aus Erfurt. Ben Blümel aus Berlin machte die Interviews. Die drei vom Technik-Team – Kamera und Ton – kamen aus Hamburg. Einmal im Monat ist KiKa Live irgendwo in Deutschland in einer Schule in Sachen Trends unterwegs. Im ersten Teil geht es um die Schulhofcharts aus Musik und Film, danach um die Schule und den Ort, den „Aufreger“ in Sachen Politik, Fußball, Stars und sonst so. Schließlich wird auch gefragt: „Was ist Top, was ist Flop?“

 

Für die ersten Informationen versammelte man sich in der Aula, und dann ging es für den Dreh auf den schülerfreundlichen Schulhof mit seinen Kletterfelsen und dem Niedrigseilgarten. Er ist vor drei Jahren unter aktiver Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern gestaltet worden. Da hieß es im Interview auch gleich: “Das hier ist ein totaler Spaß-Schulhof.“ Überhaupt schienen sie gerne hier in die Schule zu gehen, so direkt hinter dem Deich und den Dünen. Nach den ersten Aufnahmen, natürlich auch mal mit Wiederholung, und dem Lob des Teams sangen sie prompt:“ Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben!“ Man darf gespannt sein, was am Donnerstagabend in den zehn Minuten ab 20 Uhr bei KiKA Live ausgestrahlt werden wird. Auf jeden Fall: Originaltöne der Klassen 6a und 6b des Gymnasiums der Nordseeschule St. Peter-Ording.

 

Hric, 23. Januar 2016

Bürgermeister und Tourismusdirektor Rainer Balsmeier JB-2016

Sehr geehrte Frau Boysen, Herr Bürgervorsteher Jöns,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

auch von meiner Seite ein frohes, neues Jahr, vor allem Gesundheit im Jahr 2016. Ich hoffe, dass viele ihrer Wünsche in Erfüllung gehen.

 

Bürgervorsteher Jöns hat bereits einiges zum abgelaufenen Jahr 2015 gesagt und auch mit den Themen Schule, Asyl und Ortsentwicklung sowie lebenswertes St. Peter-Ording einen kleinen Ausblick gegeben.

Ich möchte in meinem Teil natürlich auch noch ein paar Zahlen aus dem Jahr 2015 beisteuern.

 

Beginnen wir mit dem Tourismus:

Nach einem Jahr 2014 – das witterungstechnisch nicht zu toppen sein wird – war das erste Halbjahr eher durchwachsen. Die witterungsabhängigen Erträge waren im Vergleich mit dem Vorjahr zum Teil deutlich zurück gegangen. Einige Sorgenfalten waren schon zu sehen. Das zweite Halbjahr hat sie dann aber recht schnell geglättet. Herauskommen wird für 2015 ein besonders gutes Betriebsergebnis. Für die TZ wird das Jahr mit einem Gewinn von knapp 600.000 € abschließen. Selbst wenn man vorhandene einmalige Effekte herausrechnet, bleibt die von uns immer gern gesehene „schwarze Null“ übrig.

 

Die witterungsabhängigen Erträge konnten teilweise noch das hohe Niveau von 2014 erreichen:

 

            Tageskurabgabe                             1,2 Mio €

            Parkentgelte am Strand                 710.000 €

            Strandkorbmiete                             366.000 €

 

Die Kurabgabe insgesamt erreichte ein Allzeithoch von mehr als 3,9 Mio €.

Von der dann doch insgesamt guten Witterung im Jahr profitierten u.a. auch die Pfahlbauten, so dass die TZ von den Betrieben sehr gute Pachtleistungen erhielt.

 

Dünen-Therme und Sauna haben im neuen Gewand das erste vollständige Betriebsjahr hinter sich. Die Gäste honorierten die gewaltige Investition von ca. 12 Mio € mit gestiegenen Besucherzahlen.  Verglichen mit dem Vorinvestitionsjahr 2011 haben 33.900 Gäste mehr die Dünen-Therme besucht (insgesamt waren es 228.900); der Mehrerlös belief sich auf 494.000 € (insgesamt 1.978.000 €). Der Umsatzerlös pro Besucher stieg um einen Euro (von 7,61 € auf 8,64 €).

Die Investitionen haben trotz deutlichen Mehrangebotes ( größere Fläche und gestiegener Energieverbrauch durch die Rutschen) aber auch über das Blockheizkraftwerk, Dämmung, neue Fenster, bessere Steuerung etc. dazu geführt, dass die Betriebskosten nur unwesentlich gestiegen sind. Die Investitionen, die von unseren Gästen erwartet worden sind, haben sich also für uns auch finanziell gelohnt.

Im Bereich der Kurmittelleistungen und des Wellness-Centers betrugen die Erträge knapp über 900.000 €, im Bereich der Zimmervermittlung 360.000 €.

Dadurch, dass es außerdem gelungen ist, die Aufwandsseite im Griff zu behalten - 5,6 Mio € Personalkosten, 1,75 Mio € Abschreibungen und insgesamt 800.000 € für Großveranstaltungen, Reinigung und Müllentsorgung – konnte insgesamt ein solches Betriebsergebnis erreicht werden. Die Gesamtausgaben im Erfolgsplan belaufen sich auf 13 Mio €.

 

Die TZ ist aber auch Auftraggeber für viele Baumaßnahmen sowohl im investiven als auch im Bereich der Instandhaltung. Ca. 3 Mio € wurden investiert. Exemplarisch dafür seien erwähnt:

 

            Erneuerung der Steganlagen,

            Neubau des Strandkorbpodestes in Ording Nord,

            Erneuerung der Aussichtsplattform Maleens Knoll,

Umbaumaßnahmen im ehemaligen Fitnessbereich und im Wellnesszentrum,

Parkhaus und viele andere Holzbaumaßnahmen am Strand.

 

Meine Damen und Herren, unsere Gäste werden immer anspruchsvoller, sind reiseerfahren und erwarten eine überdurchschnittlich gute Dienstleistung. Deswegen wird es auch ständige Aufgabe der TZ und der Gemeinde St. PeterOrding sowie aller anderen  am Tourismus beteiligten Leistungsanbieter sein, die Infrastruktur und alle öffentlichen und privaten Angebote auf TOP-Niveau zu halten. Das ist zugleich Verpflichtung.

 

Wir haben es mit immer kurzfristigeren Buchungen und kürzeren Aufenthaltsdauern zu tun. Dazu mussten bisher und müssen weiterhin die Rahmenbedingungen geschaffen werden, diesem Trend zu begegnen. Deshalb hat auch die TZ in einen komplett neuen Internetauftritt investiert. „Inspiration, Information und Buchung“ sind die dazugehörigen wichtigen Aussagen. Dies wird auch am Ankunfts- und Übernachtungsvergleich deutlich.

Wenn auch die Übernachtungszahlen für 2015 noch nicht vorliegen, zeichnet sich doch schon ab, dass sie auf ähnlich hohem Niveau wie 2014 liegen werden. Vielleicht etwas darunter, weil im Jahr 2015 einige Änderungen vorgenommen worden sind, dies insbesondere im Bereich der Verwandtenbesuche.

 

Insgesamt bedeutet dies ca. 2,1 bis 2,2 Mio € Übernachtungen bei ca. 330.000 Gästeankünften. Dazu wurden an den Erhebungsstellen 480.000 Tagesgäste ermittelt. Das ist die bisher höchste je ermittelte Anzahl. Vergleicht man diese Zahlen mit denen vor zehn Jahren, dann wird augenfällig: Damals waren es 2,0 Mio Übernachtungen , aber „nur“ ca. 210.000 Gäste. Das bedeutet, der Ort hat es geschafft, 50 Prozent mehr Gäste nach St. Peter-Ording zu holen, um eine ähnlich hohe Übernachtungsanzahl zu erreichen. Dieser Trend dürfte auch in der Zukunft genau so anhalten. Das war und ist eine Mega-Aufgabe.

 

So bleibt es Aufgabe aller in St. Peter-Ording und auf Eiderstedt, neue und gute attraktive Angebote für die unterschiedlichen Zielgruppen zu etablieren bzw. beizubehalten. Dies gilt für den Veranstaltungsbereich, für Großveranstaltungen, für die öffentliche wie auch die private Betreuung unserer Gäste. Das bedeutet auch, dass uns allen Visionen, Ziele und Ideen nicht ausgehen dürfen, um die Qualität zu verbessern. Es ist z.B. noch Platz für weitere Hotelprojekte. Bei zurzeit 16.900 Betten in St. Peter-Ording sind nur 1.900 Betten im Hotel- und Pensionsbereich angesiedelt. Das sind nur 12 bis 13 Prozent, zu wenig für einen Tourismusort wie unseren.

 

Ab 2016 werden in Angriff genommen:

 

Ein neues Mehrzweckgebäude am Ordinger Strand als zusammengefasster Pfahlbau für bisher zwei vorhandene,

barrierefreie WC-Anlagen an den Stränden,

ein möglicher 2. Bauabschnitt der Erlebnispromenade mit aktiven Einzelbausteinen

und die Zusammenlegung der beiden Bauhöfe von Gemeinde und TZ.

Weiterhin gehören dazu:

            Erhöhung des Steges zur Strandbar 54° Nord,

Erneuerung der Versorgungsleitungen in diesem Bereich und zum FKK-Gelände für ca. 200.000 €

und wieder viele einzelne kleinere und größere Holzbaumaßnahmen insbesondere an den Stränden.

 

Hoffentlich kann 2016 auch der wichtige Abschluss von begonnenen Planungsprozessen vermeldet werden. Hier sind als herausgehobene Planungsprozesse das Strandentwicklungskonzept und das neue Tourismuskonzept zu nennen.

 

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal hervorheben, dass es endlich gelungen ist, eine gemeinsame touristische Basis zwischen St. Peter-Ording und der Landschaft Eiderstedt zu finden. Die Landestourismusorganisation (LTO) St. Peter-Ording und Eiderstedt hat ihre Arbeit aufgenommen. Das erste gemeinsame Gastgeberverzeichnis, der Veranstaltungskalender und viele Projekte in den Folgejahren stimmen mich optimistisch, dass die Zusammenarbeit der Region und allen Beteiligten nützen wird. Nur mit gelebter Gemeinsamkeit werden wir die Aufgaben der Zukunft im Tourismus meistern können.

 

Den größten und längsten Teil meiner Ausführungen hat bisher der Tourismusbereich eingenommen, eigentlich aber auch nicht verwunderlich.

Kommen wir nun zur politischen Gemeinde St. Peter-Ording.

Sie werden sehen, dass auch hier der Tourismus neben den Aufgaben der Daseinsvorsorge die Themen bestimmen wird. St. Peter-Ording lebt eben nahezu ausschließlich vom Tourismus.

 

Seit 1995/96 wurden 52 Mio € in die Infrastruktur des Ortes gesteckt. Knapp 20 Mio € Zuschüsse sind darin enthalten und konnten erworben werden. Vieles hat sich daraus positiv entwickelt; viele private Investitionen kamen hinzu.

 

Heute können wir seit ein paar Jahren die Rückflüsse dieser Investitionen im Gemeindehaushalt verzeichnen. Waren es 2006/07 nur ca. 600.000 € Gewerbesteuer, so sind es heute zwischen 2,0 bis 2,3 Mio €.

 

Trotzdem sind im Gemeindehaushalt keine großen Sprünge zu erwarten. In 2016 muss die Gemeinde St. Peter-Ording insgesamt ca. 400.000 bis 500.000 € mehr an Amts- und Kreisumlage bezahlen – eine Summe, die schmerzt.

 

Nach den ersten vorsichtigen Betrachtungen sowohl im Gemeindehaushalt als auch im Wirtschaftsplan der TZ bleibt fest zu stellen:

Die Haushalte 2016 bis 2018 können wohl noch ausgeglichen präsentiert werden, weil insbesondere die TZ über Gewinnvorträge verfügt, deren Einsetzen dazu führt, dass die Gemeinde St. Peter-Ording in diesen Jahren vermutlich nicht mit Verlustübernahmen konfrontiert wird.

 

Wir werden gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, das Thema „Bedarfszuweisungsgemeinde“ so lange wie möglich zu vermeiden. Dazu sind aber auch externe Rahmenbedingungen erforderlich, die uns nicht den Boden unter den Füßen wegziehen.

 

Häufiger hört man auch:

‚Was haben wir als Einwohner eigentlich vom Tourismus ?‘ - Ich finde, unglaublich viel!

St. Peter-Ording ist als Tourismusort eine 4000-Einwohner-Gemeinde, die alles das bietet, was man sonst nur in größeren Kommunen vorfindet:

 

  • Vollständiges Schulsystem (auch und insbesondere wegen der Existenz des Internates)

  • Kindertagesstätte von U 3 Betreuung bis zum Hort

  • Museum Landschaft Eiderstedt

  • Nutzung der Angebote des Tourismus (Dünen-Therme, Sauna, Gesundheit., Laufstrecken, Veranstaltungsangebote)

    • Jugendzentrum u.v.m.

       

      runden ein ziemlich komplettes Angebot ab.

       

      Der Tourismus bietet auch eine unglaublich hohe Zahl an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in St. Peter-Ording mit großer Strahlkraft auf die Landschaft Eiderstedt.

       

               Stand vom 30. Juni 2014

      2.352 sozialversicherungspfllichtige Arbeitsplätze (keine Eigentümer- und geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse)

       

                  1186   davon haben ihren Hauptwohnsitz in SPO

                                         841 von ihnen arbeiten und wohnen in SPO

                                         345 von ihnen wohnen in SPO und sind Auspendler

                  1508   pendeln jeden Morgen nach SPO ein;

                              Davon spielen aus der Landschaft Eiderstedt eine große Rolle

                                         303 aus Garding

                                         230 aus Tönning

                                         165 aus Tating

                                           47 aus Oldenswort

                                           25 aus Welt

                                         ( Insgesamt sind das mehr als aus St. Peter-Ording.)

                    und   250 aus Dithmarschen

                    und     93 aus Husum

      Das verdeutlicht die überregionale Wirkung des Tourismus für den Ort und für die Region.

       

      Wir wollen in der nächsten Zeit versuchen, weitere Anstrengungen zur Gewinnung neuer Einwohner mit Hauptwohnung folgen zu lassen.

       

      Das immer wieder diskutierte Gebiet an der Wittendüner Allee mag als Beispiel dienen. Vielleicht noch einmal zur Verdeutlichung:

      Das Gebiet besteht aus einem WA-Gebiet (ausschließlich Wohnen) im hinteren Bereich und einem Mischgebiet direkt an der Straße. Durch die Ergebnisse der Lärmuntersuchung war es uns verwehrt, im vorderen Bereich auch ausschließlich Wohnen zuzulassen. Somit war nur ein Mischgebiet aus „Gewerbe, Hallen und Wohnen“ möglich. Leider sind dann die Festsetzungen für dieses Gebiet nur suboptimal gelungen.

       

      Zurück zu den Hauptwohnsitzen in SPO. In Bezug darauf war dieses Gebiet „einwohnertechnisch“ ein großer Erfolg:

       

                  Hauptwohnsitz        31.12.2013               3742

                                                                              plus      191

                                                     31.12.2014               3933

                                                     31.03.2015               3973

       

      Damit waren wir in St. Peter-Ording der am stärksten gewachsene Ort in ganz Schleswig-Holstein im Jahre 2014.

       

      Solche Entwicklungen festzusetzen wird in Zukunft schwieriger werden, muss aber Ziel des gemeinsamen Handelns sei. Es ist für eine Gemeinde „bares Geld“. Das heißt:

                  Baugebietsentwicklung in kleineren Einheiten,

      Wohnungsbebauung möglichst kombiniert mit Anteilen im sozialen Wohnungsbau,

      Straßen- und Kanalsanierungen, Abarbeitung des Verkehrskonzeptes, Entscheidung über ein weiteres Nahversorgungszentrum sind Aufgaben im Jahr 2016, aber auch in den folgenden Jahren.

      Kindertagesstätte und Erhalt der Schullandschaft tragen ebenfalls zu einem guten Gemeinwesen bei. Das sind alles Themen, die zu einem Dauerengagement führen werden. Die Aufgabenvielfalt in St. Peter-Ording wird nicht weniger werden.

       

      Zum Schluss nur ein Satz als Ergänzung zu dem, was Bürgervorsteher Jöns zum Thema „Asyl“ ausgeführt hat:

      „Die Ereignisse von Köln, Stuttgart und Hamburg (zu Silvester) dürfen nicht dazu führen, dass diejenigen Oberwasser bekommen, die nicht so eine Willkommenskultur wollen, wie wir sie in St. Peter-Ording haben.“

       

      Mein Dank geht an alle, die ehrenamtlich tätig sind, egal in welchen Bereichen, Feuerwehr, Vereine, Asyl und, und, und.

      Dieses Engagement im ehrenamtlichen Bereich trägt zu der Lebendigkeit des Ortes bei und ohne dieses Engagement wäre die Gemeinschaft in einer Kommune nicht aufrecht zu erhalten. Vielen Dank!

Plötzlich sind Wacholderdrosseln da

 

Die Beeren des „Gemeinen Schneeballs“, auch Drosselbeerstrauch genannt, leuchten herrlich rot im von Rauhreif überzogenen Gesträuch. Plötzlich sind Wacholderdrosseln da. Gut zu erkennen sind sie an ihrer ockergelben Hals-Brust-Partie mit den schwarzen Drosselflecken und an dem weißen Bauch. Es sind Kurzstreckenzieher, die bei Kälteeinbruch zu uns kommen. Zuhause sind sie in der mittleren und nordöstlichen Pälararktis von Schottland bis zum Amur in Sibirien. Den Winter verbringen sie vor allem in Mittel- und Südwesteuropa sowie im Mittelmeerraum.

 

Hric, 22. Januar 2016

AG Ortschronik – Verein löst sich auf

 

Der Verein AG OrtsChronik St. Peter-Ording hat seine Arbeit getan: Blaue Tafeln an historischen Standpunkten, die Plastik „Jan un Gret“, das Stöpenhäuschen auf dem Deich, der Glockenturm auf dem Friedhof neben der St. Peter-Kirche, die Historische Insel mit Backhaus, Iiskeller, Schipperhus, Vier-Rutenbarg und, und, und .... mitten im Ort und für jeden Einheimischen, Gast und Touristen sichtbarer Beweis der Arbeit, die Standortmarkierung für die Ordinger Kirche auf der Sandbank und – unbedingt zu nennen – 4000 Seiten Ortsgeschichte in 28 Bänden, dazu die Archivarbeit mit Fotos, Schriften und Zeitungsartikeln dokumentieren über dreißig Jahre Vereinsarbeit.

 

Das Wiederaufleben des Biike-Feuers 1989 ist inzwischen das „Petri-Tag“-Event, das die Tourismus-Zentrale in ihrem Veranstaltungs-Kalender als „Attraktion“ in Zusammenarbeit mit vielen gastronomischen Betrieben am 21. Februar weiterführt. Selbst beim Kinderspielhaus gibt es ein kleines Feuer und dazu Aktionen. Die Archiv-Arbeit wird fortgesetzt und „Brotbacken“ und Brotverkauf an 22 Tagen (!!!) mit dem Backhaus-Team bei der „Historischen Insel“ ist weiterhin gesichert. Abgesprochen ist, dass sich hier der Verein „KulturTreff“ und die Gemeinde St. Peter-Ording mit einbringen.

 

1982 mit der Arbeit als Arbeitsgemeinschaft unter der Obhut der Volkshochschule begonnen, erfolgte 1985 die Gründung des Vereins. Über 300 Mitglieder waren es zwischenzeitlich, 150 waren es immer noch. Vom ersten Vorstand waren seit Vereinsgründung ununterbrochen im Vorstand tätig: Claus Heitmann, Olaf Jensen und Ove Ohls. Als weitere Mitglieder gehörten bis jetzt dann dazu Ingrid Bialek, Karl-Heinz Peters und Walter Petersen. Die Organisation der Backhaus-Arbeit liegt weiterhin in Händen von Walter Petersen. Im Archiv sind tätig Ingrid Bialek, Johanna Gerhorst und Jörn Herzberg.

In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21. Januar 2016 wurde nun die Auflösung des Vereins beschlossen. Die Gründungsversammlung war am 14. März 1985 gewesen. In gewohnter Form –markig und deutlich in seiner Sprache - hatte Vorsitzender Claus Heitmann den Jahresbericht gehalten und die Mitglieder auf den Auflösungsbeschluss eingestimmt. „Pfennigmeister“ Ove Ohls stattete wie in all den Jahren zuvor seinen positiven Kassenbericht ab. Einstimmig votierten die Mitglieder für die Auflösung des Vereins.

 

Bürgervorsteher Boy Jöns ergriff danach das Wort: „Es ist immer gut zu wissen, woher man kommt. Ich danke seitens der Gemeinde St. Peter-Ording allerherzlichst für die in all den Jahren hervorragende Erarbeitung der Ortsgeschichte und für manche mahnenden Worte.“ Großen Beifall gab es für den scheidenden Vorstand.

 

 

Hinweise:

Die Internetseite des Vereins www.chronik-spo.de bleibt.

In den Jahrbüchern St. Peter-Ording 1996 bis 2011 und ab dann seit 2012 unter www.jb-spo.de ist stetig über die Arbeit des Vereins berichtet worden.

Unter „Extras“ wird hier im Jahrbuch  über die „Historische Insel“ informiert. Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2015 nach Fertigstellung des Vier-Rutenbarges (ausf. Bericht dazu unter Mai 2015).

 

Hric, 23. Januar 2016

Spaziergang - Montagmorgen, 18. Januar, in Böhl

 

Es ist kurz nach acht Uhr. Der Blick aus dem Fenster lässt einen schönen Wintertag erwarten. Gerade ist das Rot der aufgehenden Sonne noch zu sehen, ehe sie sich wieder hinter der Wolkenwand versteckt.- Um halb Zehn lockt das schöne Winterwetter zum Spaziergang ins Böhler Vorland.

 

Von der Böhler Landstraße aus geht es über den Störweg in den Strandhaferweg Richtung Deich. Keiner scheint um diese Zeit unterwegs zu sein. Die beiden Neubauten auf dem ehemaligen „Ebsen-Grundstück“ sind bald zu nutzen.- Für den hinteren sind zwei Mitarbeiter des Wasserbeschaffungsverbandes dabei, die Trinkwasserversorgungsleitung zu legen.- Der Deich versperrt die Sicht. Man sieht die Wolken. Auf dem Deich ist dann herrliche Sichtfreiheit auf das Vorland, den Böhler Leuchtturm, die landseitigen Dünen mit ihrem Bewuchs, die Pfahlbauten „Seekiste“, „Strandhütte“ am Südstrand und „Arche Noah“ im Bad. Im Sonnenschein leuchtet sichtbar das Wandziegelrot der drei Hochhäuser in der Fritz-Wischer-Straße. Im Leuchtturm ist ein Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Da kommt die erste Hundebesitzerin. Die ehemalige Hamburgerin wohnt seit zehn Jahren in der Osterleye.

 

Auf dem beschneiten Deichfuß geht es unterhalb des Leuchtturms weiter östlich in Richtung zweiter Plattenweg zum Böhler Strand. Wieder Hundebesitzer – aus Sandwehle und aus St. Peter. Herrlich ist es auf dem Plattenweg. Einsame Winterlandschaft mit Frischluft und Sonne pur garantiert Vitamin B-Produktion! Bis zur Seekiste auf dem Fahrraddsteg wieder kein Spaziergänger. Aber Spuren von Menschen und „Stiefelkunst“. Der Rückweg über den Fußgängersteg durchs Vorland Richtung Flutenstandspfahl bringt einen kurzen Schnack mit einem Marburger Paar. Gestern angereist, machen sie Winterurlaub in St. Peter. In einem Frühjahr und auch einmal im Sommer waren sie schon hier. Vor allem die Luft gefällt ihr. Er kann sich nicht genug „satt“-fotografieren.

 

Auf dem Deichkronenweg fällt der Blick nun auf die bewachsenen und schneebefleckten Binnendünen, ehe kurz vor dem Leuchtturm der Gang durch die höchste Düne führt. Mitarbeiter der TZ leeren die Müllbehälter bei der Schutzhütte am Leuchtturm, später die im Strandhaferweg. Außerdem befreien sie die Hundetoilette von den Hundekotbeuteln und statten sie mit neuen aus.

 

Beim Leuchtturm ein junges Paar aus Buxtehude auf Kurzurlaub für vier Tage. „Es ist ja nicht so weit“, meint er. Sie wohnen im Beach-Motel in Ording. Am Deichfuß in der Nähe der Deichtreppe ein Paar mit mal wieder zwei Hunden.- Inzwischen ist es halbzwölf. Im Strandhaferweg noch eine Begegnung mit einem älteren Paar aus Schacht-Audorf. Sie sind oft in Böhl. Ihre Nachbarn haben im Hummergrund eine Ferienwohnung. Dort wohnen sie. Die Trinkwasserleitung ist gelegt. Die Baugrube kann wieder geschlossen werden. In der Pestalozzistraße ist jetzt auch etwas Verkehr, in der Böhler Landstraße mehr wie sowieso eigentlich immer.-

 

Mit meiner fotografischen Ausbeute bin ich zufrieden – und Sie?

 

18. Januar 2016, Hans Jörg Rickert

Spaziergang - Sonntag, 17. Januar Böhl

St. Peter-Ording blickt positiv in das Jahr 2016

Lebendiger Austausch beim Jahresempfang im Gemeindezentrum

 

Höchst lebendig, interessant und informativ gestaltete sich der Jahresempfang, zu dem die Gemeinde und die Kirchengemeinde erstmalig gemeinsam am letzten Sonntag nach Epiphanias in das Evangelische Gemeindezentrum in St. Peter-Ording eingeladen hatten. Nicht nur der Rückblick auf das vergangene, auch die Vorausblicke in das noch junge Jahr waren positiv. Dieser herrliche Wintersonnentag ließ eigentlich auch gar nichts anderes zu.

 

Begonnen hatte es mit einem von Pastorin Regine Boysen gehaltenen Gottesdienst in der St. Peter-Kirche, der von Posaunenchor und Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen an der Orgel musikalisch begleitet wurde. Schon der Predigttext aus dem zweiten Korintherbrief machte Mut, heißt es dort doch trotz aller Bedrängnis von außen: „Wir ängstigen uns nicht.“ Lichtmomente seien es, die in den Achterbahnfahrten des Lebens ermutigten.

 

Solche Lichtblicke gab es dann beim sich anschließenden Empfang im Saal des Gemeindezentrums, an dessen schön gedeckten Tischen man sich gern niederließ. Es gab nicht nur Getränke, auch ein verlockender Imbiss machte auf einen besinnlichen Ausklang mit Gesprächen Appetit. Regine Boysen begrüßte mit einem Dank für das Erscheinen – die Plätze reichten fast nicht – und dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete Unterstützung.

 

Bürgervorsteher Boy Jöns griff das in seinen einleitenden Worten für alle in der Gemeinde und für den Ort Tätigen auf. Dann holte er zunächst weit aus, erinnerte an die Besiedlung in Wittendün um 200 n. Chr., an die erste Erwähnung von St. Peter 1373 und die Zuwanderung niederländischer Glaubensflüchtlinge sowie die Entwicklung des Badeortes mit Strandhotel, Badbrücke und die weitere touristische Entwicklung bis heute. „In St. Peter-Ording passiert sehr viel“, setzte er dann fort, sprach die Vorzüge des Lebens hier an, aber auch die Probleme. Hinsichtlich der Bearbeitung der Bebauungspläne sei man dran, aber die Gesetzeslage sei nun einmal schwierig und nicht auf einen Tourismusort zugeschnitten. „Ich versichere, wir sind dabei, lenkend einzugreifen.“ Auch die Asylproblematik ließ er nicht aus, lobte zwar die Vorgaben durch das Grundgesetz, das uns aus unserer Geschichte her auch Aufgaben zuwiese, aber: „Wie die große Politik  damit umgeht, ist nicht unser Thema. ... Lasst es uns gemeinsam schaffen, dass wir die Asylbewerber integrieren!“ Den Umgang mit Urlaubern und Gästen gewohnt, seien wir in besonderer Weise geeignet, „das zu meistern“.

Bürgermeister Rainer Balsmeier nahm das Motto für den Empfang „Erzähl mal“ – es ist zugleich Jahresthema des Kirchenkreises – wörtlich. „Das war ja eine ganze Menge“ begann er und zeichnete mit Zahlen, Daten und Fakten ein positives Bild in Sachen Finanzen, Ortsentwicklung und Tourismus. Zugleich aber sprach er die damit gestellten Herausforderungen an, den Erwartungen reiseerfahrener Gäste auch in Zukunft qualitätsmäßig gerecht werden zu können. St. Peter-Ording lebe ausschließlich vom Tourismus, machte er deutlich. Die gelungene Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen, die Zunahme sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze und die geglückte Schaffung der LTO St. Peter-Ording /Eiderstedt als touristische Basis gehörten zu seinen „Lichtblicken“. „Nur mit gelebter Gemeinsamkeit werden wir die Aufgaben im Tourismus meistern können“, meinte er dazu. Anstehende Aufgaben sind Straßenbau und Kanalisation und die weitere Schaffung von Hauptwohnsitzen auch über sozialen Wohnungsbau sowie am Strand die Errichtung eines Mehrzweckgebäudes mit Barrierefreiheit, die Zusammenlegung der Bauhöfe, der weitere Ausbau der Promenade und mehr. Die Aufgabenvielfalt werde in St. Peter-Ording nicht weniger werden. In Ergänzung zu den Ausführungen des Bürgervorstehers zum Thema Asyl sagte er dann abschließend: „Die Ereignisse in Köln, Stuttgart und Hamburg dürfen nicht dazu führen, dass diejenigen Oberwasser bekommen, die nicht so eine Willkommenskultur wollen, wie wir sie in St. Peter-Ording haben.“

 

Christoph Jensen für die Kirchenmusik, Regine Boysen für die Kirchengemeinde und die ökumenische Zusammenarbeit vor Ort, Diakonin Andrea Streubier für die Urlauberseelsorge und Brigitte Ranft-Ziniel für die Kita der Gemeinden St. Peter-Ording, Tating und Tümlauer Koog gaben alle positive Rückmeldungen für das abgelaufene Jahr und sahen froh in die Zukunft. Carl Orffs „Carmina Burana“ wird zur Aufführung kommen, die Nordkirche fördert Kirche und Tourismus n bis 2024 mit zusätzlich einer halben Stelle, in der Kita ist die Sprachförderung weiterhin gesichert. Regine Boysen freute sich über den positiven Zuspruch seitens der Gemeinde und der Gäste zu den Gottesdiensten und zu der kirchlichen Arbeit im Ort über die Konfessionen hinweg. Pfingsten wird das 30jährige Bestehen des Gemeindezentrums mit einem großen Gemeindefest gefeiert. Mit großem Dank und danach irischen Segensgrüßen beschloss sie den offiziellen Teil des Jahresempfanges.

 

Wie auch schon zwischendurch gab es Beifall. Die Resonanz auf diesen Jahresempfang war eindeutig: Wiederholung in einem Jahr. Gespräche schlossen sich an. Offizielle Gesprächspartner gab es genug. Unter ihnen seien besonders genannt Amtsdirektor Herbert Lorenzen, stellvertretender Landrat Jörg Friedrich von Sobbe, Bürgermeister Hans Jacob Peters aus Tating und Pastoralreferent Michael Wrage von der katholischen Kirchengemeinde St. Ulrich.

 

Hric, 17. Januar 2016

Sozialausschuss informierte sich im Jugendzentrum

 

Die Vorsitzende des Sozialausschusses der Gemeinde St. Peter-Ording, Monika Grutza (SPD), hatte zur ersten Sitzung im Jahr in das Ev. Gemeindezentrum am Marktplatz geladen. Im Obergeschoss, das vom Seiteneingang her direkt zugänglich ist, befindet sich das Jugendzentrum der Kommunalgemeinde. Dieses stand im Mittelpunkt des Interesses. Die Gemeindevertretung hatte der Einrichtung ihr Weihnachtssitzungsgeld gespendet. Leiter und Ansprechpartner für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 27 ist seit Sommer 2010 Daniel Schädler. Es ist täglich ab 14:00 Uhr geöffnet. Seit etwa zwei Monaten ist es vor allem auch Anlaufpunkt für die bis zu zeitweise 30 unbegleiteten Jugendlichen aus Afghanistan, die im Ev. Jugenderholungsdorf untergebracht worden sind. Augenblicklich sind es nur zwölf.

 

„Kleine, aber feine Räume“ habe das Jugendzentrum, so leitete der Jugendpfleger seinen Bericht vor Ort ein. Im vom winzigen Bürozimmer einsehbaren Aufenthaltsraum – durch Sitzecke mit Sofa und darüber Graffiti-Bild beinahe mit „Wohnzimmer-Charme“ – befinden sich außerdem zwei Computerplätze mit Internetzugang. Wegen der afghanischen Jugendlichen ist der WLAN-Zugang freigeschaltet worden. Das sei für diese wichtig und laufe unproblematisch, berichtete Daniel Schädler. Im Aktivitätenraum sind „Kicker“ und „Billard“ jederzeit möglich. Dort stehen auch Musikinstrumente, Beleuchtungs- und Beschallungsanlage. Die Anschaffung war durch eine großzügige Spende vor einiger Zeit möglich und zahlt sich heute auch dadurch aus, dass sie ausleihmäßig genutzt werden können. Das bringt dann erforderliche Spenden für Projekte. Die Küche ist mit einer großen Arbeitsfläche und einer Sitzecke ausgestattet. Alle Räume sind miteinander durchgangsmäßig verbunden und vor kurzem in Eigenleistung renoviert worden. Über die Teilnahme an einem Foto-Voting-Wettbewerb für das JuZe hatte man 1000 Euro erhalten, die das möglich gemacht haben.

 

Das Jugendzentrum existiert inzwischen fast genau dreißig Jahre an diesem Ort. 1986 konnte das Gebäude in Betrieb genommen werden und ist seitdem Anlaufstelle unterschiedlichster Art. Das JuZe orientiert sich in seiner Arbeit an den Bildungsleitlinien und an § 11 des Sozialgesetzbuches VIII zur Jugendarbeit. Darunter ist wesentlich die „Offene Jugendarbeit“ als niedrigschwelliges Angebot zu verstehen, Jugendlichen bei ihren Fragen auch in Form einer Erstberatung Hilfen an die Hand zu geben. Daneben stellt die Einrichtung Räumlichkeiten zur Verfügung und macht Angebote für die Freizeitgestaltung. Hauptaugenmerk liegt auf der Projektarbeit, in deren Rahmen die jungen Leute aktiv in diverse Vorhaben mit eingebunden werden. Bereits viermal hat man ein Musical mit 30 und mehr Jugendlichen einstudiert und aufgeführt. Am „Kids Camp SPO“ für Grundschulkinder in den Sommerferien beteiligen sich Jugendliche wie auch am Adventsmarkt im Jugenddorf. Im Rahmen der offenen Jugendarbeit sind es im Durchschnitt sieben Jugendliche pro Tag, davon in der Mehrzahl Jungen. Durch die jungen Afghanen hat sich diese Zahl erheblich gesteigert. Das Zusammensein miteinander klappt. Schwierigkeiten machen nur die Sprachbarrieren. Deutschkenntnisse existieren aber bisher noch zu wenige, auch Englischkenntnisse sind ganz gering vorhanden.

 

Wie das Flüchtlingsthema berührt und auch erregt, wurde in diesem Zusammenhang deutlich. Hilfsbereit und zugänglich seien die Jugendlichen, der Umgang mit ihnen gestalte sich problemlos. Aber wie Sachfragen verfahren würde, da sei manches nicht nachzuvollziehen, brachte sich auch Bürgermeister Rainer Balsmeier mit ein. Vor Ort klappe das und man bemühe sich um die Jugendlichen. Dann aber griffen unterschiedlichste Regelungen, so auch Daniel Schädler, selbst schon von Kreis zu Kreis. Ob die Jugendlichen erst einmal blieben oder nicht, sei ungewiss. Die Zusammensetzung der Gruppe ändere sich durch Zugänge und Abgänge laufend. Das erschwere die Arbeit vor Ort unnötig.

 

Im weiteren Teil der Sitzung standen Seniorenveranstaltungen auf dem Plan. Die Nachlese der Weihnachtsfeier mit 168 Teilnehmern war positiv. Ganz viel Dank habe es gegeben. Der Kindergarten hatte mit Liedern zur Gestaltung beigetragen. Am 10. Februar findet im Saal des Gemeindezentrums ab 15:00 Uhr Lotto statt. Für den Tagesausflug am Mittwoch, 11. Mai ist Hagenbeck Zielort.

Grußwort zum Jahreswechsel 2015/2016 

der Gemeinde Sankt Peter-Ording

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

auch wenn der Jahreswechsel nur ein Datum ist, so ist es doch gute Tradition, Rückschau auf die letzten 12 Monate zu halten und dabei aber auch den Blick auf das kommende Jahr zu richten.

2015 hat uns eine Umkehr in der Entwicklung der Einwohnerzahl gebracht. Nach Jahren zurückgehender Zahlen, was auch der veränderten Erfassung durch das Statistische Landesamt geschuldet ist, ist unser Heimatort deutlich gewachsen. Prozentual Schleswig-Holstein weit sogar am Stärksten im Vergleich aller Kommunen. Das Baugebiet an der Wittendüner Allee mit 83 Eigenheimgrundstücken und auch die neu errichteten Mietwohnungen haben hieran einen großen Anteil. In diesem quasi neuen Ortsteil hat im Herbst die Enderschließung begonnen. Andere Straßenräume im Ort wurden neu gestaltet. Die Bövergeest von der Nordergeest bis Neuweg, der Gröner Weg und ein Teilstück der Ostlandstraße haben ein neues Gesicht bekommen. Leider konnte die wohl wichtigste Straßenbaumaßnahme, nämlich die Böhler Landstraße auch 2015 nicht begonnen werden. Der Kreistag Nordfriesland hat aber in seiner Haushaltssitzung Mitte Dezember die Finanzierungsmittel für einen Baubeginn 2016 erneut bereitgestellt. Der Gemeindeanteil ist seit Jahren sichergestellt. Die bauliche Entwicklung St. Peter-Ordings ist eines der Hauptthemen von Ortspolitik und Verwaltung. Über die Hälfte der Bebauungspläne sind zur Zeit in Überarbeitung. Leider sind die gesetzlichen Vorgaben des Landes und Bundes nicht immer passend für die Entwicklung eines Fremdenverkehrsortes wie dem unseren. Trotz des gewaltigen Drucks im Ferien- und Zweitwohnungsmarkt soll unser Dorf in all seinen Ortsteilen auch weiterhin ein Wohnort für uns alle sein. Gerade das Miteinander mit unseren Gästen – Tür an Tür bzw. Haus an Haus – ist typisch für St. Peter-Ording.

Die Tourismus-Zentrale hat mit der Veranstaltungsreihe TZ Im Dialog nicht nur eine Auszeichnung auf dem Tourismustag bekommen, sondern sehr erfolgreich allen Akteuren eine hervorragende Diskussionsplattform geschaffen.

Mit der Übernahme der Leitung der Lokalen Tourismus-Organisation -LTO St. Peter-Ording/Eiderstedt-, ist nach langen Verhandlungen der Grundstein gelegt für ein noch engeres Zusammenarbeiten auf unserer Urlaubshalbinsel Eiderstedt. Sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit ist unser neues gemeinsames Gastgeberverzeichnis.

Ganz besonders hervorzuheben ist der seit Ende November freigeschaltete komplett neu gestaltete Internetauftritt www.st-peter-ording.de. Neben viel Information und Inspiration sind natürlich auch Buchungen u.v.m. möglich. Falls noch nicht geschehen, sollten Sie sich die Seiten im Internet unbedingt ansehen.

Ansehenswert ist auch der neue Aussichtsturm Maleens Knoll. Besteigen Sie bei einem Spaziergang durch die Ordinger Dünen den höchsten Punkt unseres Ortes und erleben Sie ein ganz anderen - weil erhöhten - Ausblick auf die unendliche Weite des Strandes und der Nordsee. Gerade von Maleens Knoll aus ist viel von dem Zauber St. Peter-Ordings zu erleben, der nicht nur unsere Gäste, sondern genauso uns Einheimische in seinen Bann zieht.

Viele große und noch mehr kleine Veranstaltungen haben uns und unsere Gäste über das Jahr begleitet, vom Biikefeuer über Beach-Volleyball bis zur Gute-Nacht-Geschichte und zum Grillabend mit Ihren Hausgästen. Das neue Konzept des Kitesurf World Cups hat gut funktioniert. So kam es kaum zu Problemen mit dieser Sport- und Spaßveranstaltung und dem klassischen Hochsaisonbetrieb am Ordinger Strand. Leider findet er 2016 nicht mehr in St. Peter-Ording statt.

Großen Zuspruch fand die Aktion „SPO klart auf“. Sowohl im März als auch im September haben jeweils weit über 100 Teilnehmer am Strand gemeinsam Müll gesammelt. Das Thema Müll, speziell Plastikmüll im Meer ist ein weltweites Problem und macht leider auch nicht vor der Nordsee halt. Neben dem konkreten Entfernen von Müll soll „SPO klart auf“ gerade auch darauf hinweisen und möglichst viele für dieses Thema sensibilisieren.

Viele Punkte wie z. B. die Einführung des neuen Reservierungssystems „Feratel Deskline“ für Sie als Gastgeber oder die ersten Planungen zur Verlängerung der Erlebnispromenade in Richtung Dorf wären noch zu erwähnen, aber viel wichtiger ist es auf etwas anderes zu kommen, nämlich auf Sie.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, Sie sind St. Peter-Ording! Ihr Engagement in Vereinen, der Kirche, der Feuerwehr, in der Familie oder im Umgang mit Ihren Gästen macht unseren Heimatort lebens- und liebenswert. Dafür möchten wir Ihnen herzlich danken. Zum Jahreswechsel wünschen wir Ihnen alles Gute und vor allem Gesundheit. Mögen Sie Ihre Vorsätze einhalten und Ihre Ideen für das kommende Jahr umsetzen können. Diese Wünsche verbinden wir mit einer Einladung zum ersten Neujahrsempfang der Gemeinde St. Peter-Ording und der Ev.-Luth. Kirchengemeinde am 17.01.2016, um 10:00 Uhr, zum Gottesdienst und ab 11:00 Uhr im Gemeindehaus unter dem Motto „Erzähl mal…“

Boy Jöns                                    Rainer Balsmeier

Bürgervorsteher                     Bürgermeister/Tourismus-Direktor

Dreimal Anlass für „Lüch op“ am Böhler Deichabschnitt

 

„Lüch op!“ – So grüßen sich die Boßler vor allem zur Winterzeit, wenn sie sich am Deich in Böhl und anderswo auf Eiderstedt zum Wettkampf oder auch zum Training treffen bzw. den Sieg einer Mannschaft feiern. Gleich dreimal war nicht nur dieser Ruf am zweiten Januarsonnabend mehrfach in St. Peter-Böhl zu hören, auch das Gejohle nach einem gelungenen Wurf oder die Anfeuerungsrufe. Schließlich ging es um etwas, und Boßeln ist für Eiderstedter bei allem Spaß eine ernste Sache. Januar und Februar sind die Boßelmonate.

 

Es schien, als ob man sich verabredet hätte. Die Katinger Boßler trugen dort ihren Wettkampf gegen die Olversumer aus, die St. Peteraner trainierten und die von Katharinenheerd kämpften gegen die von Kotzenbüll. Das war ein interner Wettkampf innerhalb des K-Bundes, den Kotzenbüll mit 64 m für sich entschied. Erster Vorsitzender Walter Hennings vom Boßelverein Martje Flohrs lobte zunächst seine Kameraden. Danach gratulierte er den Boßelkameraden von Kotzenbüll mit großer Anerkennung. Deren Vorsitzender Hartmut Thomsen nahm die Siegerboßel gerne entgegen und freute sich:“ Likers hebbt wi dat schafft un hebbt wunnen. Dat‘s wohr, dat war’t dat nächste Mol schwor gegen juge Mannschaft!“- Noch einmal hallte es laut am Deich:„Lüch op! Lüch op! Lüch op!“  Die Sonne versteckte sich hinter den Wolken und ein zum Boßeln bestens geeigneter Wintertag mit Temperaturen eben über Null und festem Boden unter den Füßen ging zur Neige.

 

Hric, 09. Januar 2016

Großes Konzert in der St. Peter-Kirche JB-2016

Mit Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) und Antonin Dvorak (1841-1904) hatte Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen zwei Komponisten ausgewählt, die zum Abschluss des Musikjahres ein besonderes Konzert erwarten ließen. Ausverkauft waren die beiden Konzertabende in der St. Peter-Kirche am Dienstag und Mittwoch zwischen Weihnachten und Neujahr. Zur Aufführung kam das Cellokonzert h-moll op. 104 von A. Dvorak, umrahmt von den Vertonungen des 95. Psalms „Kommt, lasst uns anbeten“ op. 46 und des  42. Psalms „Wie der Hirsch schreit“ op. 42 von Felix Mendelssohn.

 

Es wurde ein außergewöhnliches und großartiges Konzert. Das Publikum war begeistert. Schon nach der Aufführung der Vertonung von Psalm 95 gab es großen Applaus, erst recht nach dem Cellokonzert. Nach dem Vortrag von Psalm 42 war es so kein Wunder mehr, dass der Applaus bereits ganz kurz nach dem Jubel des Schlusschores enthusiastisch aufbrandete und lange anhielt.

 

Zusammen mit der Kantorei St. Peter, dem Orchester „Concerto classico“ und den ausdrucksvollen Stimmen von Manuela Mach (Mezzosopran) und Sarah Weinberg (Sopran) huldigte Stephan Zelck mit seinem klangmächtigen und facettenreichen Tenor – mal lyrisch, mal dramatisch - im 95. Psalm dem Schöpfer, ganz im Sinne von Mendelssohn. Sehr überzeugend Sarah Weinberg auch bei ihrem Auftritt in der anspruchsvollen Vertonung des 42. Psalms. Glaubhaft und melodiös ausdrucksstark interpretierte sie den Text und entfaltete in den Arien und Rezitativen im Zusammenspiel mit Frauen- und Männerchor und Orchester die „Betrübtheit der zu Gott schreienden Seele“. Die Kantorei St. Peter bot in den drei großen sinfonischen Chorsätzen dieser Komposition eine souveräne und ausdrucksvolle Aufführung. Dem Publikum wird dieses Werk Mendelssohns erlebnishaft in Erinnerung bleiben.

Mit dem Solisten Niklas Jensen stand das Konzert für Violoncello und Orchester an diesem Abend ohne Zweifel im Mittelpunkt, hat man in St. Peter-Ording dessen musikalische Entwicklung doch stetig verfolgen können. Im Ort aufgewachsen erhielt er seinen ersten Cellounterricht an der Kreismusikschule Nordfriesland. Zurzeit ist er nach mehreren internationalen Meisterkursen im Rahmen eines Praktikums beim MDR-Sinfonieorchester Leipzig tätig.- Antonin Dvorak hat das Werk während seines Aufenthaltes in Amerika (1892-1895) komponiert. In ihm vereinte er slawische, russische, deutsche und amerikanische Stileinflüsse. An den Cellisten stellt es mit seinem sinfonischen Charakter höchste Ansprüche hinsichtlich der klanglich-spielerischen Gestaltung. Diese Herausforderungen meisterte Niklas Jensen sehr souverän und überzeugte in der St. Peter-Kirche einmal mehr mit seinem virtuosen, getragenen und innigen Spiel. Meisterlich gekonnt waren die Wechsel mit Streichern und Bläsern sowie dem gesamten Orchester in den unterschiedlichen Tempi. Unter der Stabführung von Christoph Jensen erlebte das Publikum eine hochmusikalische Interpretation dieses Cellokonzertes mit einem gewaltigen Schlussakkord, der jedoch die jeweils leisen Anfänge der einzelnen Sätze und besonders die tänzerischen Elemente im dritten Satz nicht vergessen ließ.

 

So endete dieses Musikjahr für Einheimische und Gäste besonders glanzvoll. Wieder einmal bleibt bei einem über das ganze Jahr außerordentlichen Musikangebot mit diesem Weihnachtskonzert eine musikalisch beeindruckende Gemeinschaftsleistung von Kantorei St. Peter, Solisten und „Concerto classico“ im Gedächtnis.

„Flüchtlinge, Asyl und Integration“ zum Thema gemacht

 

Luca Maria Nienaber und Paula Bariani engagieren sich. Sie gehören zur Regionalgruppe Westküste von „Schüler helfen Leben“ (SHL) bzw. der „Initiative Miteinander“. Besonders diese beiden Schülerinnen des 13. Jahrganges der Nordseeschule haben „Flüchtlinge, Asyl und Integration“ an ihrer Schule zum öffentlichen Thema gemacht. Dabei geht es ihnen außer Information besonders auch um den Abbau von Vorurteilen bei uns. Ihnen liegt daran, die Verantwortung gegenüber den Herausforderungen zu artikulieren, die sich nicht nur Europa als Gemeinschaft, sondern auch jeder einzelne selbst zu stellen hat. Unterstützt wurden sie bei kürzlich zwei Veranstaltungen in der Nordseeschule St. Peter-Ording von der „Initiative Miteinander“ und vor allem von ihren Mitschülerinnen Gotje Loof und Godje Mumm sowie in Sachen Technik von Bjarne Perleberg.

 

Am Morgen gab es für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis 11 des Gymnasiums mit Gemeinschaftsschulteil eine von ihnen gestaltete interne Veranstaltung mit einem Vortrag über „Flucht und Flüchtlinge“ sowie eine anschließende Diskussion zum Thema „Vorurteile“. Aldona Möllers und Rebecca Mansel, beide aktiv in der Initiative und letztere zugleich Inhaberin der Fachstelle für Migration in Eiderstedt unterstützten sie dabei. Deutlich wurde besonders in der Diskussion, welches Interesse Jugendliche diesem Thema entgegenbringen und wie es sie bewegt.

 

Die gleiche Beobachtung konnte man am Abend in der von den beiden organisierten öffentlichen Veranstaltung von der Regionalgruppe Westküste machen. Luca Nienaber und Paula Bariani moderierten. Mehr als sechzig Zuhörer waren gekommen, unter ihnen viele Oberstufenschüler und Lehrkräfte, aber auch viele Eltern und Gäste. Mit Aldona Möllers war Alaa Ahmad aus dem Irak und jetzt schon länger in Tönning lebend gekommen wie auch mit Rebecca Mansel die vor über einem Jahr aus Eritrea geflohene Hayat Ahemd mit ihrem kleinen viermonatigen Sohn und ihrem Mann Mohamed Selah. Sie lebt seit einigen Monaten in einer kleinen Wohnung in Garding, ihr Mann in Stuttgart. Rajiv Engling von SHL aus Itzehoe war mit vier Mitgliedern aus dem Bundesbüro Neumünster ebenfalls extra angereist.

Zum Einstieg in die Thematik wurde der Film „Süchtig nach Dschihad“ gezeigt. Entstanden ist er aus mit einer einfachen Handkamera gemachten Sequenzen von Hubertus Koch, der als 24jähriger nach Syrien gefahren war. Welche Situation er dort vorfand und was er auch in einem Flüchtlingscamp erlebte, zeigt und kommentiert er in dem beeindruckenden 30minütigen Film. In Erinnerung geblieben sind bei jedem sicher neben anderen Bildern die von dem kleinen rauchenden 11jährigen Kindersoldaten mit seinen martialischen Gebärden, der dort seine „Zuflucht“ gefunden hat. Seine Eltern hatte er im Bürgerkrieg vor zwei Jahren verloren. Im Lager der 10.000 obdachlosen Menschen überall auch Kinder, „hineingeboren in diesen unmenschlichen Krieg“.

 

Der Übergang in ein Gespräch fiel nach diesen bewegenden Eindrücken schwer. Und doch wurde die Bereitschaft zu helfen und zu unterstützen mehr als nur klar artikuliert. Asylproblematik, Arbeit, Sprache, Integration waren Thema. Wie bedeutsam eine dezentrale Unterbringung für Integration ist, wurde deutlich, besonders aber auch, als wie wichtig das ehrenamtliche Engagement und die „Initiative Miteinander“ für die zurzeit auf Eiderstedt 240 Asylsuchenden sind. Von ihnen kommen 117 aus Syrien, aus Afghanistan 42, aus dem Irak 27 und aus Eritrea 12. Als Asyl suchend anerkannt sind erst 13. Befragt nach ihrer Situation jetzt konnten die Zuhörer die Dankbarkeit von Hayat Ahemd darüber erleben, hier in Deutschland  sicher leben zu können. „Safety“ war für sie ein Schlüsselwort. Bei Alaa Ahmad wurde klar: Er ist hier nicht nur angekommen, er hat in der „Initiative Miteinander“ seine Aufgaben gefunden.

 

Vor welchen Herausforderungen wir stehen, zeigt die Tatsache von weltweit über 60 Millionen Flüchtlingen in diesem Jahr. Das Unicef-Foto des Jahres des Fotografen Georgi Licovski von der Situation verzweifelter Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze sagt dazu mehr als Worte. Hubertus Koch hatte es am Ende seines Filmes so zu formulieren versucht: „Was soll man sagen, egal welches Foto, selbst das beste Bild kann nicht zeigen, was hier (in Syrien) abgeht und was die Menschen durchleiden.“

 

Hric, 19. Dezember 2015

Impressionen vom Neujahrstag in Ording und im Bad

 

Parkplätze Mangelware! Neujahrsspaziergänger reichlich! Auf der Seebrücke ein Kommen und Gehen. Eine Zählung um kurz vor 15:00 Uhr ergab in fünf Minuten mehr als 100 Spaziergänger nur in Richtung Strand und etwa 10 Hunde aller Rassen und Größen. Die Zählung in Gegenrichtung ergab übrigens das fast gleiche Ergebnis. Man rechne hoch: Dann sind pro Stunde etwa 2500 Spaziergänger nur auf der Badbrücke unterwegs gewesen. Auf dem Strand verteilt es sich dann, und doch waren es am Neujahrstag sicher unzählbar viele. Das Wetter lud nicht nur direkt dazu ein, es forderte sozusagen dazu auf. Nach Autokennzeichen zu urteilen kamen die Gäste aus Hamburg, Dithmarschen, Bielefeld, Potsdam-Mittelmark, München, Osnabrück, Freudenstadt, Hannover etc.

 

Arche Noah voll besetzt, Gosch ebenfalls. Selbst auf der Terrasse und auf den Bänken ließ es sich aushalten. In den Restaurationsbetrieben im Bad herrschte reger Zulauf. Man genoss den Tag. Keine Miesepeterstimmung! Ein hoffnungsvoller Start ins Jahr 2016. Die „Wünsch Dir was für 2016“-Wunschzettelaktion bei den Fahnen auf der Buhne zog viele Neugierige an. „Von Friede auf Erden“ über „Lass Mama einen Mann finden!“ und „Gesundheit für die Familie“ bis zu „Mein Wunsch für 2016: 0:00 Uhr am 01.01.2017 wieder auf der Seebrücke. Bitte !!!“

 

Hric, 01. Januar 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     Zwischen den Tagen (Rauhnächte)

 

Zwischen den Tagen

sollst du nicht wagen

dein Haus zu putzen,

Bäume und Sträucher zu stutzen

oder gar Wäsche zu waschen.

Vom Baume aber dürftest du naschen,

den Blick kehren nach innen

und dich ein wenig besinnen.

 

Wenn der Wind an den Fenstern rüttelt,

Frau Holle die Kissen schüttelt,

und Geister ihr Unwesen treiben,

heißt es im Hause zu bleiben,

um Mitternacht einen Apfel zu kauen

und im Traume die Zukunft zu schauen.

 

Sind aber die Rauhnächte vorbei,

musst du öffnen Fenster und Türen

und sollst vorm Hause tüchtig kehren.

Nur dann erst bist du frei,

zu heben die Tassen,

es zu tun – oder zu lassen!

 

Und jeden Morgen neue Lust,

das sei für dich mein Neujahrsgruß!

 

                                                              HJR, 28.12.08/10

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Georg Panskus