2017 Oktober 2

Veränderungssperre für B-Plan 30 verlängert und Aufstellungsbeschluss (EDEKA-ALDI) gefasst

 

Bebauungspläne sind aufgrund baurechtlicher Vorgaben immer komplex

 

Im öffentlichen Teil der Sitzung der Gemeindevertretung

war es eigentlich nur eine Fortsetzung der letzten vor 15 Tagen. Man hatte da vorsorglich aus baurechtlichen Gründen zwei Tagesordnungspunkte abgesetzt, weil die Beschlüsse aufgrund der Ausfertigung der Tagesordnung hätten anfechtbar sein können (wir berichteten). Nun war alles formal in Ordnung, und es ging für Bebauungspläne zügig voran.-

 

Zunächst stand der Erlass einer erneuten Veränderungssperre für den B-Plan 30 – 6. Änderung - an. Sie wurde einstimmig beschlossen und hat Gültigkeit bis zum 23. Juli 2018.- Es handelt sich um das Gebiet beidseitig entlang der Böhler Landstraße (K 6) zwischen „Wiesenweg“ und Straße „Zum Böhler Strand“. Seeseitig wird es begrenzt durch das Dünengebiet vor dem Landesschutzdeich, landseitig auf der anderen Seite der Böhler Landstraße durch landwirtschaftliche Nutzflächen. Zu diesem Gebiet gehören u.a. der Gebäudekomplex ehemals „Böhler Brise“, in dem auch die Außenstelle der TZ ist, das Wäldchen, die Campingplätze sowie die Stichstraße „Böhler Heide“ und auf der anderen Seite der Böhler Landstraße die bebauten Grundstücke mit den Häusern in den Süderhöfter Weg hinein. Die Satzung dazu legt eindeutig fest, dass Vorhaben im Sinne des § 29 BauGB nicht durchgeführt oder bauliche Anlagen nicht beseitigt werden dürfen. Auch keine nicht genehmigungs-, zustimmungs- oder anzeigepflichtige Veränderungen dürfen vorgenommen werden. Nur bis zum Sommer haben der Fachbereich Bauen und Entwicklung des Amtes sowie der Bauausschuss und die Vertretung der Gemeinde Zeit bis zum Fassen eines Aufstellungsbeschlusses.

- Die Legislaturperiode der kommunalen Organe endet am 31. Mai 2018. Die Kommunalwahl für die nächste Periode ist am 6. Mai 2018. –

 

Im nächsten Punkt ging es um den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 73, kurz so formuliert: Errichtung von zwei Einzelhandelsbetrieben mit Nahversorgungsfunktion auf einem Areal direkt im Anschluss an die Tankstelle in Ording. Die Beschlussfassung erfolgte bei 13 Ja und einer Enthaltung einstimmig. Seitens jeder der vier Fraktionen fehlte ein Mitglied.-

 

Bodo Laubenstein (CDU) hatte dazu vor Beschlussfassung ausgeführt:

Im März hat die Gemeindevertretung den Grundsatzbeschluss zur Ansiedlung von Edeka und Aldi dort gefasst. Zwischenzeitlich wurde außer Verträglichkeitsanalyse auch ein Verkehrsgutachten erstellt.- Der Bauausschuss hatte sich bei der verkehrlichen Erschließung des Areals an der B 202 für den Bau von Kreisverkehren an der Zufahrt zum Einzelhandelskomplex sowie bei der Querung von Strandweg/Waldstraße mit Dreilanden ausgesprochen. Straßenbauverwaltung, Polizei und Verkehrsaufsicht haben einer solchen Lösung zugestimmt.- Das Verfahren zur 9. Änderung des Flächennutzungsplanes (bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche) ist bereits fortgeschritten. Die Beteiligung der Öffentlichkeit wurde am 29.08.2017 abgeschlossen. Nun beginnt das Stadium der Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen und die Entwurfsbearbeitung.- Als Fachgutachten liegt bereits ein Artenschutzgutachten vor. Die Erstellung einer schalltechnischen Untersuchung ist zwecks Vorplanung noch erforderlich. Auch die Planungen für den Bau der beiden Kreisverkehre sind noch weiter zu konkretisieren. Die Kosten für den ersten Kreisverkehr - Zufahrt zum Einkaufszentrum - übernehmen die Betreiber. Eine Kostenanteilsübernahme für den zweiten Kreisel – „Querung“ - ist zwar zwischen Gemeinde und Betreibern vereinbart, aber bezüglich des Umfanges noch nicht geregelt.-

Hans Halket Kraus (SPD) hatte in der Erörterung mahnend an den seitens des Bauausschusses geforderten beidseitig anzulegenden gemeinsamen Fuß- und Radweg erinnert.- In der Begründung für den Aufstellungsbeschluss wird eindeutig darauf hingewiesen, dass bei Beschlussfassung für den Aufstellungsbeschluss zugleich der Grundsatzbeschluss vom März 2016 bestätigt und zum Anderen der „Startschuss“ für das Bauleitverfahren gegeben wird. Ebenfalls ist die „Klausel“ enthalten, dass das Verfahren jederzeit durch die Gemeinde beendet werden kann, wenn sich beispielsweise im weiteren Prozess herausstellt, dass die Finanzierung der beiden Kreisverkehre nicht gesichert ist.

 

In der Einwohnerfragestunde ging es wieder einmal um das Thema „Bahnübergang Bövergeest“ und „Überquerungshilfe Wittendüner Allee“. Hier wurde einerseits deutlich, dass Dinge ihre Zeit brauchen, aber andererseits auch bekannt, dass in Wittendün Überlegungen für einen evtl. Kreisverkehr laufen. Barrierefreiheit war ein weiteres, ebenfalls von Gisbert Raulf eingebrachtes Thema, zu dem Bürgermeister und Tourismusdirektor Rainer Balsmeier u.a. auf die Reihe TZ im Dialog verweisen konnte, die sich im Januar dieses Themenkomplexes widmen werde. Auf Anfrage teilte er mit, dass in Sachen „Areal Stiftung Naturschutz Grudeweg“ (wir berichteten) alles auf den Weg gebracht worden ist.

HRic, 25. Oktober 2017, HN und www.jb-spo.de

Ein Stück Böhler Landstraße führt mitten durch den B-Plan 30

 

Erkundungsrunde vom „Wiesenweg“ bis „Zum Böhler Strand“ und zurück

 

Manchmal ist es lohnend, sich ein Gebiet innerhalb des Ortes näher anzusehen, um einerseits seine Schönheiten zu entdecken, andererseits auf Dinge aufmerksam zu werden, die sonst gar nicht so ins Auge fallen. Die seitens der Gemeindevertretung am 24. Okt. erlassene Veränderungssperre für den B-Plan 30 – 6. Änderung war der Anlass für diese Erkundungsrunde.

 

Betroffen ist das Gebiet entlang der ‚Böhler Landstraße‘ (K 6) südlich des ‚Wiesenweges‘, nordöstlich des Landesschutzdeiches, westlich der Straße ‚Zum Böhler Strand‘ sowie im Osten begrenzt durch die landwirtschaftlichen Grundflächen. So heißt es lapidar.

 

Das Gebiet reicht damit vom Gebäudekomplex Böhler Brise (Nr. 153) mit dem Restaurant „Böhler Landgang“ und der Nebenstelle Böhl der Tourismus-Zentrale, dem da an ihr vorbeiführenden Waldweg zum Dünenrandweg direkt entlang des Wäldchens zu den Häuschen des ehemaligen Blindenerholungswerkes und den drei Campingplätzen sowie der rückwärtigen Seite des Stichstraßenbereiches „Böhler Heide“ bis „Zum Böhler Strand“, danach Richtung ‚Böhler Landstraße‘ mit gegenüber „Böhler Butendiek“ (Nr. 214). Von dort geht es dann die Böhler Landstraße weiter bis Nr. 164 und danach in den Wiesenweg bis zum Pferdestand und Fenne am Ende der Bebauung.

Die Böhler Landstraße führt also mitten hindurch. Das seeseitig vom Weg hinter den Campingplätzen liegende Dünengebiet sowie der Deich bzw. die Teildünen in ihm gehören nicht dazu, ebenso nicht der Parkplatz vor den Dünen bei der Strandüberfahrt. Die Grundstücke im vorderen Teilstück des Süderhöfter Weges bis zum Betonplattenweg gehören aber dazu.

 

Die folgende Bilderstrecke versucht, das Areal B-Plan 30 vorzustellen. Der Bilder-Weg beginnt bei der Abzweigung Wiesenweg und zunächst an der Nebenstelle der TZ entlang.

Der Reiz der Böhler Landstraße selbst hält sich in Grenzen, aber schon der Weg an der Nebenstelle der TZ vorbei Richtung Dünen und Deich mit Deichtreppe auf den Deichkronenweg gibt schon einen kleinen Vorgeschmack auf Nordseelandschaft. Oben reicht der Blick dann weit über die Salzwiesen Richtung „Strandhütte“ am Südstrand und „Seekiste“ am Böhler Strand in Richtung Büsum/Dithmarschen. Der Böhler Leuchtturm ist nicht weit, und von ihm aus geht es durch die Deichpforte auf einem längeren Fußweg zwischen sommerzeitlich Jungvieh und Störchen in Richtung Flutkante. Beim ehemaligen Feriendorf für Kriegsblinde führt ebenfalls ein Weg durch die Dünen auf den Deich. Die Dünenwäldchen haben ihre Eigenheiten mit dem Bewuchs von Strandhafer, Heide, Birken, Erlen, Kiefern, Traubenkirsche, Kamtschatka-Rose etc. und den Senken, z.T. mit Wasser. Das gilt auch für das kleine Wäldchen hinter und bei der „Böhler Brise“. Gut geschützt kann man hinter ihr gleich links Richtung befestigtem Wanderweg (direkt hinter den Campingplätzen) bis zur Überfahrt „Böhler Strand“ gehen und hat dann die Wahl: Auf dem Deich und später auf dem Katastrophenschutzweg zwischen Schafen weiter Richtung Ehstensiel mit Schleusenhaus und Sielzug, kleinem Hafen und Lahnungsfeldern oder eben Richtung Seekiste, Sandbank und Flutsaum. Geht man aber am Anfang statt nach links gleich nach rechts, kommt man an einem schönen, geschützten Kinderspielplatz vorbei und stößt auf den direkten Weg zum Böhler Leuchtturm.

Besonders die landseitige Seite der Böhler Landstraße hat sich seit 1990 stetig zu seinem jetzigen Hausbestand – vorwiegend für Ferienzwecke – entwickelt. Kleinere Häuser (siehe Heft 13 der AG OrtsChronik) sind Mehrwohnungs-Ferienhäusern/anlagen gewichen. Wer sich hier mit Zweitwohnsitz angesiedelt hat, weiß die Nähe zu den Dünenwäldern, Deich, Salzwiesen und Strand zu schätzen. In den Wintermonaten ist es allerdings weitgehend dunkel und sehr ruhig. Man ist eben in Süderhöft, dem letzten Zipfel von St. Peter-Ording. Aber nicht weit – beim Ortsausgangsschild – befindet sich seeseitig am Eiderweg der Golfplatz. Vor allem für Golfer ist dieser Teil von St. Peter-Ording besonderes Ziel.

HRic, 31. Oktober 2017, www.jb-spo.de

Kunn dat wohr ween?

 

Mennigmol kummt di jo sowat in’n Sinn. Denn denkst, dat is je wol meist lögenhaftig to vertelln..Düsse Geschicht is nu avers würkli wohr. Ierst heff ik dacht, ik kiek ni richti.

Dat weer in’n März 2016. Dor weer doch op een Fenn in St. Peter-Böhl twüschen Wittendüner Allee un Eiderweg in‘e Neegde vun‘ Eckhoff.wiss un wohrhaftig een witte Göös mank so’n poor Wildgöös vun de griese Oort. Un fleegen dä se ok mit de annern. So’n poor Feddern as Wildgöös harr se ok. Ik heff se „Martin“ nöömt vun wegen Nils Holgersson, de je mit den Ganter „Martin“ in Schweden op Reisen west is.- Dat hett uns je Selma Lagerlöf vertellt in ehr’n Roman *.

Nu is dat eenuneenhalv Johr later un ik bün op den Böhler Weg ünnerwegens un kiek so mol na links un rechts, wat dor so los is.- Aha, de Buck is bi de Schaap. Is je ok Harfst. Dat mit dat Lammen mutt je ok plaant warrn.- Een lütt Stück wieder op so’n aferntet Maisfeld ganz achtern is een Dutt Göös. Dat is je nu so. De kummt nu in Harvst all wedder na hier. Un merr’n mang een witte. Dat glöövst meist ni! Kunn dat ween, wat dat mien „Martin“ is?

 

He weer dat. Ik heff em jüst so as dormols in‘n März fotografeert un em op dat Bild identifiziert vun wegen sien poor griese Feddern an’n Kopp un an Hals un an sien Flögels.

Mol sehn, wat ik em bet Fröhjohr noch mol to faaten krieg. Ik wurr mi frein. He hett mi richti ankeeken, so as wenn he seggen wull: Moin, di kenn ik ok. Di bün ik ni to’n iersten Mol bemött. Dat kümmt mi ok so vöör, wat he de Baas ünner al de Göös is. Jümmers reckt he sienen Hals un kiekt, un opfleegen dä he ok as ierste un de Schwarm denn achterna.

Hans Jörg Rickert, 23. Oktober 2017

 

* Zum Inhalt des Romans (aus wikipedia)

Auf einem kleinen Bauernhof ganz im Süden von Schweden lebt der 14-jährige Nils Holgersson, der seinen Eltern nur Kummer macht, weil er faul und bösartig ist. Eines Tages Ende März wird Nils Holgersson zur Strafe für einen bösen Streich an einem Wichtelmann selbst in ein Wichtelmännchen verwandelt. Der zahme Gänserich Martin will sich den Wildgänsen anschließen, die in diesen Tagen über die Ostsee kommen und zu ihren Brutgebieten in Lappland fliegen wollen. Nils will den Gänserich daran hindern; aber es gelingt ihm nicht, weil er so klein ist: Der Gänserich hebt mit Nils auf dem Rücken einfach ab.

Nachdem Nils Holgersson in den nächsten Tagen einigen Tieren in Not geholfen hat, erreicht die Anführerin der Gänse, die alte und ehrwürdige Akka von Kebnekaise, dass Nils Holgersson zu seinen Eltern zurückkehren darf und wieder ein Mensch werden kann. Aber Nils will lieber mit den Wildgänsen durch Schweden ziehen, als wieder ein Mensch zu werden. Nils reist nun mit den Wildgänsen (und im Norden mit einem Adler, dazu mit gelegentlichen freiwilligen und unfreiwilligen Abstechern auf einem Storch, auf Krähen, einem Raben und einem Adler) durch ganz Schweden, wobei er die Landesnatur, die Geschichte, die Kultur und die Städte Schwedens kennenlernt. Zugleich erlebt er mancherlei gefährliches Abenteuer, muss sich oft in moralischen Fragen entscheiden, bewährt sich dabei und kommt auch nach Hause zurück.

TZ im Dialog startete in die 4. Runde

 

 

Nach 18 erfolgreichen Terminen in den letzten 3 Wintern startete die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording auch in diesem Herbst in den Dialog mit Gastgebern, Gastronomen, Einzelhändlern, Kulturschaffenden und weiteren am Tourismus interessierten Menschen der Region.

 

Von Oktober 2017 bis Februar 2018 finden insgesamt 4 Termine wie gewohnt an Mittwochabenden statt, jeweils von 17.30 bis 19.00 Uhr im DÜNEN-HUS auf der Erlebnis-Promenade im Ortsteil St. Peter-Bad. Die TZ lädt damit zum Austausch ein, stellt Themen und Neuigkeiten vor, informiert über aktuelle Marktforschungsergebnisse zum Tourismus und eröffnet das Gespräch mit Partnern und Dienstleistern.

Am Mittwoch, 18.10.2017, waren zwar im Vergleich zu den meisten Abenden dieser Veranstaltung nur bis etwa vierzig Personen gekommen, aber das Themenspektrum war weit genug, hieß es doch: „Was Sie bewegt?“- Seitens der TZ waren anwesend Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier, die stellv. Tourismusdirektorin Constanze Höfinghoff, der technische Leiter der TZ Nils Koch und der Leiter des Tourismus-Service-Centers Thies Jahn. Sie standen Rede und Antwort.

 

Im Fragenteil ging es um Ferienwohnungen in Wohngebieten und das Problem des Leerstandes (Nichtnutzung) in der dunklen Jahreszeit. Dass es in St. Peter-Ording dahingehend gewachsene Strukturen gibt, war der Fragestellerin Karin Bartz klar, hat sie doch selber ihr Haus über Feriengäste finanziert. Klargestellt wurde, man habe die heute andere Situation wohl im Blick, könne aber aus baurechtlichen Gründes oft nicht anders handeln. Rainer Balsmeier machte unmissverständlich klar, dass ihm für die Zukunft reine Wohngebiete sehr willkommen wären. Ingrid Brill rückte die verkehrliche Situation in den Fokus. Ein Punkt war aus ihrer Sicht die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer, doch es stellte sich im Rahmen der Aussprache heraus, dass dieses genauer betrachtet für alle Verkehrsteilnehmer gelte. Die Unachtsamkeit von Fußgängern und Radfahrern wurde ebenso angesprochen wie die gefährlichen Gegebenheiten für alle durch die Radfahrer in Gegenrichtung in der Badallee wie auch in der Dorfstraße in beiden Richtungen zusätzlich zu dem Autoverkehr in der einen Richtung. Verkehrsaufsichtlich ist alles geregelt und rechtens. Auch das Parkverhalten blieb bei der Betrachtung nicht aus. Die verkehrliche Situation in der Wittendüner Allee wurde ebenfalls Thema. Natürlich fehlte die „Hunde-Thematik“ an diesem Abend nicht. Die Hundeauslaufgebiete am Strand als Angebot haben etwas bewirkt, aber immer noch halten sich viele Hundehalter nicht daran. Inzwischen ist auch ein Hundeauslaufgebiet im Ort vorhanden. Es hat eine Größe von mehr als 3000 qm. Das Areal befindet sich gegenüber dem Schützenhaus und ist zugänglich von Westmarken und aus Richtung Eiderstedter Straße über die Extra-Fußgängerquerung über die Bahnschienen. Man tue alles für eine erfolgreiche Entwicklung innerhalb des Erprobungszeitraumes. Notfalls werde man zu härteren Maßnahmen greifen müssen und das auch tun, so Constanze Höfinghoff. Auch hier wurde deutlich: Jeder ist gefordert, aber er darf für sich nicht Sonderrechte in Anspruch nehmen wollen.

Im zweiten Teil gab dann vor allem Nils Koch Einblicke in aktuelle Zahlen, Strategien und Konzepte. Von ihm gab es Informationen zu Erneuerungen/Optimierungen im Bereich Dünen-Therme von Leuchten in Wasserbecken bis zum Brennwertkessel und hin zu Elektro-Tankstellen. Dann kamen die Holzarbeiten am Strand: Photo-Point auf der Düne beim Köhlbrand – andere Dünenbereiche darf man nicht betreten – sowie neue Strandkorbpodeste, die Stegbrücke zur Strandbar 54°N, den erneuerten Fußgängersteg in Böhl, das neue Kassenhaus am Südstrand und die Lassweg-Brücke – das ist am Südstrand da, wo der Reiterweg zum Böhler Strand quert – und die Beseitigung der Schäden durch den Sturm Sebastian am 13. September mit allein Kosten in Höhe von 110.000 €. – Den Ausblick machten dann Projekte wie eine zusätzliche Erd-Sauna in den Dünen, das Mehrzweckgebäude in Ording und die Erlebnispromenade Teil II. Dass man dann noch sehr viele weitere strategische Arbeiten auf dem Schirm hat, machten die heute schon täglich in den Fluten stehende Strandbar wie auch das Wassersportcenter XH2O deutlich.

Eines aber sollte jeder wissen: Wer sich informieren möchte und wissen will, wie und was in St. Peter-Ording läuft - oder vielleicht eben auch nicht und warum, der hat dazu viele Möglichkeiten. Eine davon ist TZ im Dialog!

Hans Jörg Rickert, 28. Oktober 2017, www.jb-spo.de

 

Hier die nächsten Termine und Themen:

Mittwoch, 22.11.2017

Einsatzkräfte berichten: Wellen, Wetter, Watt – wie kommen unsere Gäste und Einheimischen am Strand sicher durch´s Jahr?

TZ SPO, DLRG St. Peter-Ording, Rettungsdienst Kreis Nordfriesland, Freiwillige Feuerwehr und Polizei geben Tipps und stellen ihre Arbeit für Einwohner und Gäste vor.

 

Mittwoch, 31.01.2018

Urlaub mit Handicap?

Vorstellung des neuen Leitfadens für Urlaub mit Mobilitätseinschränkung in St. Peter-Ording.

Mit dabei: Hans Böttcher, Beauftragter der Stadt Husum für Menschen mit Behinderung

 

Mittwoch, 28.02.2018

Dem Gast auf der Spur

Ergebnisse der Gästebefragung Schleswig-Holstein 2017 für St. Peter-Ording

Mit Kai Ziesemer, NIT Kiel

Harfst is Störm- un Vageltiet op Eiderstedt

 

Wenn man to düsse Tiet in’t Johr op Eiderstedt ünnerwegens is, denn markst al, wat de Harfst richti schöön, avers ok böös pusti ween kann. De Möwen weet dat jümmers vöörher. Wenn so’n Störm optrecken deit, kannst se in‘ t Land op de Fennen und Äcker sehn. Männigmal ok mank de Göös. So een aferntet Maisfeld hett för de noch’n Barg över. Dor liggt noch so veel Maiskolben op’n Acker, wat sik de Göös dor richti an laben köönt. Avers glööv man ni, wat de Göös di rankamen laat, üm se beeter vöör de Linse to kriegen. Ne, de fleegt gauer op, as denken deist. Dat mokt de Möwen ok. Spreen sünd ok noch op’t Land in‘e Gang. De fleegt ok op, avers wenn dor Buschwark oder lüttje Bööm sünd, denn bleevt se in’e Neegde vun Acker. Dor kannst se denn gorni utmaken. Kiwitt un Schnepfen sünd ok to sehn. An ehren Flug kannst se utmaken. Al sünd se in’n Schwarm ünnerweegens.

Jungveeh un Ossens un Bullen kansst ok noch op de Fennen sehn, ok Köh mit ehre Kalvers. De sünd nu al wussen. Un Schaap gifft dat överall. De Schapsböck hebbt nu ehr Tiet. De Böck sünd nu merrn mang de Schaap. Dat is jo so, wat de Scheepers dat Lammen plant, sünst keemen se in’t Fröhjohr dormit jo ni trecht. So üm un bi fiev Monate duert dat – man rekent mit eenhunnnertfiefunveerti Daag, bet de Schaap lammen doot. Wenn de jetzt deckt wart, is dat so an’t Enn vun März. Dat sünd denn nääst Johr jüst de Oosterlämmer. De Böck kannst an ehren Kopp un an den Gurt utmaken. De Gurt is ni dorto dor, wat em beeter to faaten kriggst. Düsse Gurt hölt een Stempel mit Farv. De Farvplackens sühst denn, wenn he sien Opgav nakamen is, op den Achtersen vun de Schaap. Männigmol warrt de Buck so na veerteihn Dag wesselt. De neede sorgt denn för de anner Farv ob den Rüch. So weets denn, to welk Tiet di bi de Schaap op Lammtiet instellen muttst. Hett eben all’ns sien Tiet.

Hans Jörg Rickert, 29. Oktober 2017, www.jb-spo.de

Das „Alte Rathaus“ in St. Peter in der Hand von Piraten?

 

Gauner, Gaukler, Bettler, Zauberer, Kräuterhexen, Piratenweiber, Wunderheiler, Leibkneter, aber auch die hübschesten Jungfrauen, geben sich derzeit mit Kohlleppels Piratenschar direkt beim „Ole Rathus“ ein Stelldichein. Alle sind sie in freundlicher Absicht gekommen und freuen sich über viele Besucher. Auch zu essen gibt es genug.

Piraten wird es auf Eiderstedt wohl gegeben haben. Der „Düwelsbarg“ in Ording deutet darauf hin. Den dort vergrabenen Piratenschatz soll sich möglicherweise der Teufel geholt haben (Heft 14 der AG OrtsChronik). Aber auch andere Namen im Ort wie „Wogemannsweg“ lassen das annehmen. So passen die „Piratentage“ als Veranstaltung der Tourismus-Zentrale durchaus auch historisch zu St. Peter-Ording.

Charlie Kohlleppel von CK-Veranstaltungen hat dieses für die TZ organisiert. Er selber bewacht das Piratenfeuer. Sein Weib hat selbst einen Stand, und Tochter Elora stromert oft mit Kim herum. Aber diese hilft auch gerne ihrer Großmutter am Woll- und Holzsachenstand. Das macht manchmal auch Elora beim Spielzeugstand. Dort kann man u.a. Schilde und Schwerter sowie Armbrüste erwerben. Eine Wahrsagerratte hat es sich dort auf dem Strohballen gemütlich gemacht. Ihr sollte man lieber nicht zu nah kommen. Firlefei ist einer der Gaukler. Er sorgt als Jongleur, Feuerspucker und Flötenspieler für Unterhaltung. Aber er kann auch mit Degen und Säbeln umgehen. Das ist so recht was für Elora. Sie hat ihn auch schon besiegt. Dessen Weib ist Sirija, die Leibkneterin und Wanderheilerin.

Im richtigen Leben gehen Elora und Kim noch zur Schule. Sie sind bei Gießen und Gummersbach zuhause. Doch sie mögen es, auf Mittelalter- oder Piratenmärkten unterwegs zu sein. So kommen sie rum. Bei beiden ist das schulisch geregelt. Elora besucht eine Schule für beruflich Reisende. Eine Lehrerin kümmert sich um sie, versorgt sie mit Aufgaben und kontrolliert das auch. Das läuft alles übers Netz. Aber sie macht auch Besuche bei Elora zuhause und überzeugt sich von den Lernfortschritten ihrer Schülerin. Kim hat jetzt Ferien, aber auch sie ist schon vom Schulbesuch für die Teilnahme an solchen Märkten wie diesem freigestellt worden.

Hans Jörg Rickert, HN und www.jb-spo.de

Alessia De Luca gewann den Wettbewerb für das Logo von JOS

 

Hinter dem Kürzel „JOS“ verbirgt eine an den Vorgaben des Sozialgesetzbuches VIII ausgerichtete und neu geschaffene Einrichtung von Gemeinde St. Peter-Ording und Schulverband. Aufgaben von Jugendzentrum, Offener Ganztagsschule und Schulsozialarbeit sind mit in ein innovatives, den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen entsprechendes Konzept eingeflossen, deren Zielgruppe die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist. Dafür ist das neue Gebäude auf dem Grundstück des Gymnasiums der Nordseeschule in der Pestalozzistraße errichtet worden. Daniel Schädler und Sandra Philippsen werden dort mit Unterstützung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für Gleichaltrige und Kindern im Vorjugendalter arbeiten, sie betreuen und für Aufgaben begeistern. Die Betreuung und Begleitung im Hort für Grundschüler findet damit hier außerdem eine Fortsetzung.

Was noch fehlte, war ein Logo. Dazu gab es einen Wettbewerb. Das hatte man sich mit Jugendlichen so ausgedacht. Das Echo war überwältigend: 228 Entwürfe insgesamt sind eingegangen. Als Preis winkten 200 € vom Bund der ehemaligen Internatler und St. Peteraner. Dieser Bund ist vor 60 Jahren gegründet worden und unterstützt unter anderem solche Aktionen, erläuterte Lehrkraft Gonne Witt vom Gymnasium - er vertritt den Verein vor Ort - den Schülerinnen und Schülern in der Aula des Gymnasiums. Die war voll besetzt. Schulsozialarbeiterin Sandra Philippsen bedankte sich auch im Namen von Jugendpfleger Daniel Schädler bei dem Ehemaligenverein und natürlich bei all denen, die ein „Logo“ eingereicht hatten. Ihr Dank ging außerdem an die Kunstfachschaft der Schule, die diese Aktion mit unterstützt hat.

Spannend wurde es in der Aula, als die 16 aufgerufen wurden, deren Entwürfe als die besten galten und über die die Schülerschaft der Schule abgestimmt hatte. Für alle gab es jedes Mal Beifall. Als dann Alessia De Luca aus Garding – sie ist im 11. Jahrgang – als Siegerin des Wettbewerbes bekannt gegeben wurde, freuten sich bei großem Applaus alle mit ihr. Ihr prämierter Vorschlag wird nun entsprechend designet und ist dann gedruckt das offizielle Logo der Einrichtung „JOS“.

HRic, 13. Oktober 2017, HN und www.jb-spo.de

„Fury In The Slaughterhouse“ zu Gast in St. Peter-Ording

 

‚Fury in the Slaughterhouse‘ ist eine von 1986 bis 2008 und erneut ab 2017 bestehende Rockband aus Hannover. Im Dezember 1986 von den Brüdern Kai und Thorsten Wingenfelder mit anderen Musikern zusammen gegründet, ging sie 2008 auseinander, fand sich in diesem Jahr aber anlässlich des 30.Geburtstages wieder zusammen. Eigentlich sollte es nur so etwas wie ein „Klassentreffen“ werden. Aber die Band ist legendär, und so wurde es dann doch mehr. Drei Konzerte im Frühjahr in Hannover waren ausverkauft. Eine Open Air Tour schloss sich an.

Zur Vorbereitung auf ihre „Little Big World-Tour“ – am 28. Oktober beginnend in Magdeburg - traf man sich in St. Peter-Ording. „Noch nie haben wir so luxuriöse Proben gehabt wie hier“, verriet Kai Wingenfelder. Kein Wunder: Im StrandGut Resort haben sie mit ihrem Team gewohnt und im „Dünen-Hus“ hatten sie einen optimalen Probenraum. In St. Peter-Ording sind die Wege eben immer noch kurz, denn das Netzwerk vor Ort funktioniert. So kam es dann zum Abschluss der Proben auch zu einem Übungskonzert mit Fans und Gästen. Karsten Werner vom „StrandGut“ und Constanze Höfinghoff von der TZ hießen Gäste und Band willkommen. Rund 140 geladene Gäste genossen das Live-Akustik-Konzert im Dünen-Hus.

Mit „Welcome to my little world“ begrüßte die achtköpfige Band ihr Publikum und begeisterte es u.a. mit „Radio Orchid“ oder „Won’t forget these days“ neben neuen Stücken wie „Protection“ oder „In your room“. Die Band hatte die Woche optimal genutzt, um beliebte Tophits zu überarbeiten und neue Songs zu intensivieren. Das Flair von St. Peter-Ording hat sie dann wohl zusätzlich inspiriert, denn die Musiker fühlten sich sichtlich wohl mit ihrem Publikum und das mit ihnen. Locker flocker poppig rockig ging es vom Hocker – und die Gäste machten von Anfang an mit.

Auch im Norden darf man sich auf ‚Fury In The Slaugtherhouse‘ freuen. Die Band tritt auf in Lübeck (10. November), Hamburg (13.) und Flensburg (15.). – Welcome to „Their Little Big World“!

HRic, 28. Oktober 2017, www.jb-spo.de

Adenauer & Co. spendet für „Küste gegen Plastik“

 

Wie sehr insbesondere Mikroplastik unsere Meere und in ihnen die Nahrungskette bis hin zum Menschen bedroht, aber auch sonst Plastik in Form von Verpackungen, Netzen und Schnüren zum Tode von Meerestieren führen, ist bekannt. Plastik aber ist gerade in der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie scheinbar nicht mehr wegzudenken. Doch schon jede einzelne Plastiktüte weniger ist ein Schritt nach vorne. Diesen Weg verfolgt der kleine Verein „Küste ohne Plastik e.V.“, der sich 2014 in Reimersbude gegründet hat und dessen Gesicht und Vorsitzende Jennifer Timrott aus St. Peter-Ording ist.

Adenauer&Co hat im Februar dieses Jahres in St. Peter-Ording im Norden sein zweites Strandhaus nach Hamburg eröffnet. Inzwischen sind es mit Wyk auf Föhr und Scharbeutz vier. Als Lizenznehmer werden diese von BK beachhouse Mode GmbH betrieben. Die Kollektion ist inspiriert vom Lebensgefühl an Strand und Küste. Das sei die Philosophie der Beachhäuser, die so auch für ihre Orte stehen, sagte Andrea Junge für ihr Team mit Christiane Runte und Marina Lücke. „Was können wir tun, um einen guten Start hinzulegen und Adenauer&Co bekannt zu machen ?“, überlegten sie sich. Sie machten sich schlau und erfuhren, dass sich ihre Kunden und die Gäste besonders über die „Sommerblüteninseln“ in den Ortsteilen an den Straßenecken freuten. So entschlossen sie sich, genau diese Sommerblütenmischung in Erfahrung zu bringen und portionsweise in Tüten abgefüllt an die Besucher ihres Ladens zu verkaufen. Blieb nur noch die Frage: Was machen wir mit dem Erlös? „Da kam für uns der Verein ‚Küste gegen Plastik‘ auf den Plan“, erzählte Andrea Junge. „Damit der Lebensraum Meer weiter für alle lebenswert bleibt, muss man sich mit dem Thema Plastik und dessen Vermeidung auseinandersetzen. Dazu und zugleich für den Ort wollten wir gerne einen Beitrag leisten. Die hübschen Blüten sollten auch Erinnerung an St. Peter-Ording wachrufen. Wir selber freuen uns und sind dankbar, hier arbeiten und leben zu können.“ Adenauer&Co verwendet ausnahmslos Papiertüten.

1000 Samentütchen haben die drei jungen Frauen abgepackt und alle im Juli und August für je zwei Euro verkauft. Insgesamt kamen sogar 2.250 € zusammen. Über den Anklang dieser Idee bei den Kunden freut sich das Team noch heute. Auf den Tag genau acht Monate nach dem Start übergab Andrea Junge nun die Spende an Jennifer Timrott. Diese hatte extra noch gesammelten Plastikmüll verschiedener Art vom Strand mitgebracht. „Küste gegen Plastik“ beteiligt sich an Strandmüllsammelaktionen und führt auch selber solche durch. Auf der Website des Vereins www.kueste-gegen-plastik.de lässt sich über den „ReplacePlastic“-Button eine App herunterladen, über die man den Herstellern mitteilen kann, dass man sich für bestimmte Produkte plastikfreie Verpackungen wünscht. Die Seite wird über den nun gespendeten Betrag mitfinanziert.

„Mit dieser Aktion möchten wir den Verbrauchern eine Stimme geben“, sagte Jennifer Timrott. „Wir freuen uns sehr über diese mit der Spende verbundenen Anerkennung aus dem Ort. Mich macht es glücklich, dass unser Engagement gesehen und zugunsten der Meere so honoriert wird.“

HRic, 20. Oktober 2017, HN und www.jb-spo.d

In Memoriam

Günther Leupold

 

Rektor a.D. Günther Leupold ist im Alter von 93 Jahren am 17. Oktober für viele überraschend verstorben. Vor wenigen Wochen hatte er noch mit seinen Schülerinnen und Schülern des Aufbauzugjahrganges von 1957 das 60jährige Klassentreffen nach der „Mittleren Reife“ feiern können. Sie waren ihrem Klassenlehrer von damals über die Jahre verbunden geblieben und er ihnen ebenso. Viele Menschen hat er in St. Peter-Ording als Lehrer und Schulleiter, vor allem aber als engagierter Mitbürger und Mensch begleitet.

Am 3. August 1924 im niederschlesischen Harpersdorf geboren, wurde er nach der 1. Lehrerprüfung an der Lehrerbildungsanstalt in Breslau zur Wehrmacht einberufen. Zweimaliger Fronteinsatz und jeweils Lazarettaufenthalte verschlugen ihn schließlich am Ende des Krieges über ein Auffanglager für deutsche Soldaten in Dänemark in ein Internierungslager nach Witzwort. Während seines Aufenthaltes erkundigte er sich über Möglichkeiten, als Lehrer Beschäftigung zu finden, und hatte Glück. Er musste nicht wie andere in Zwangsarbeit, sondern wurde mit „vorläufiger Genehmigung“ vom 25. November 1945 als Lehrer in St. Peter-Ording in der „Lüttschool“ eingesetzt. Mit der Lehrerin Ilse Linack teilte er sich den Unterricht. Sie hatte von da an nur das 1./2. Schuljahr in einer Klasse, er das 3./4. Schuljahr. Über 40 Kinder waren es jeweils pro Jahrgang und zu unterrichten hatte die Lehrkraft alle Fächer. Günther Leupold war da 21 Jahre alt.

Unterrichtet hat Günther Leupold bis Sommer 1984 in St. Peter-Ording. Hier hat er seit 1952 mit seiner Familie im Heideweg im eigenen Haus, später nur mit seiner Frau und dann viele Jahre nach deren Tod fast bis zu seinem Lebensende gewohnt. Seit 1960 war er geachteter Schulleiter der Volksschule – später Grund- und Hauptschule – St. Peter-Ording. Von Beginn an hat er die Entwicklung der Schulen nach dem Krieg in St. Peter-Ording begleitet. Danach hat er sich mehr und mehr aus der aktiven Arbeit zurückgezogen, war aber immer präsent, zu einem Klönschnack aufgelegt und schließlich, so lange es ihm möglich war, auf seinem Fahrrad unterwegs. Erst in diesem Jahr hat er selbstbestimmt sein eigenes Haus verlassen und wohnte im Seniorenwohnsitz „Dünengarten/Edelweiss“. Das Leben war für ihn beschwerlich geworden.

Günther Leupold war zeit seines Lebens aktiv und wollte es auch sein. Gemeinsam mit seiner Frau pflegte er Freundschaften und liebte Geselligkeit. Auch in nun hohem Alter ergriff er bei Gelegenheit gerne das Wort, hielt kleine, launige Ansprachen und wusste mit seinem Humor zu begeistern. Ernsthaft und mit Weitsicht hat er in seinem Leben übertragene Pflichten zu seiner eigenen Sache gemacht. So hat ihm der TSV St. Peter-Ording 1952 seine Neugründung zu verdanken. Dessen erster Vorsitzender war er bis 1963. Auch das Amt des Gemeindevertreters und ersten stellvertretenden Bürgermeisters übte er von 1962 bis 1967 für den Ort St. Peter aus.

Viele werden sich immer wieder gerne an Günther Leupold erinnern.

 

Hans Jörg Rickert, 21. Oktober 2917, HN und www.jb-spo.de

 

 

“Kommt, wir wollen Laterne laufen!” - eine Veranstaltung der TZ

 

Am Donnerstag, den 19. Oktober um 18.30 Uhr hieß es für alle kleinen und großen Lichterfans: Auf zum großen Laternenumzug nach St. Peter-Ording. Mit einem bunten Lichterkorso leuchteten viele Kinder sich den Weg durch St. Peter-Dorf. Der Musikzug Rödemis begleitete dabei musikalisch, und die Jugendfeuerwehr und die Polizei von St. Peter-Ording hatten ein wachsames Auge. Der Weg führte vom Marktplatz durch die kleine Stöpe in die Olsdorfer Straße bis zum Seniorenwohnsitz im Heedweg und vor dort zurück durch die Dorfstraße und die große Stöpe zum Gemeindehaus. Es war trocken und kaum Wind.

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne” hieß es zu Beginn auf dem Marktplatz und am Ende vor dem Gemeindehaus. Dort gab es für alle gegen einen Kostenbeitrag Heißgetränke. Viele, vor allem Urlauber und Gäste, nutzten dieses Angebot.

Bereits am Dienstag und Mittwoch war im Kinderspielhaus für Kinder ab 4 Jahre und ihre Eltern „Laternenbastelaktion“ mit dem Veranstaltungsteam der TZ. Der Materialkostenbeitrag betrug 4,00 Euro.

HRic, 20. Oktober 2017, www.jb-spo.de

Sagenhafte Dünentour ins FFH-Gebiet um Maleens Knoll

 

Schöne Landschaft, artenreiche Dünennatur und Sagen aus St. Peter-Ording – das sind die Zutaten der „Maleens Knoll“-Tour. Sie führt vom Nationalpark-Haus rund um „Maleens Knoll“, die höchste Düne in St. Peter mit Aussichtsplattform. Benannt wurde sie nach dem Mädchen Maleen, die auf der hohen Düne Tag um Tag und Jahr um Jahr auf ihren Verlobten gewartet haben soll. Nicht nur diese Geschichte bekommen die Gäste zu hören, sondern auch die vom „Spökenkieker“ (heute der Name einer Speisegaststätte im Dorf). Früher war der Spökenkieker jemand, der mehr sehen konnten als andere und deswegen auch ein wenig unheimlich war. Er wurde um Rat gefragt, wenn unerklärliche Dinge passierten.

Die „Sagenhafte Dünentour“ wird einmal im Monat vom Nationalparkhaus angeboten. Die Führung übernehmen Mitarbeiter/-innen der Schutzstation Wattenmeer, die dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder Bundesfreiwilligendienst machen. Meist sind es junge Leute, die nach der Schulzeit hier ein Jahr ihren Dienst für Natur, Umwelt und Gäste wahrnehmen. Sechs Jahres-Stellen werden ab August jedes Jahr neu besetzt. 2017/18 sind Selina Franke aus Rheine, Johannes Schneider aus Echzell, Lasse Cornelius aus Hamburg, Tristan Hacke aus Braunschweig, Kathrin Funk aus Dortmund und Florian Ganz aus Göppingen hier tätig. Angeleitet werden sie von Dipl.-Biologin Sabine Gettner, der Leiterin der Schutzstation.

Die Tour beginnt im NPH am Informationspunkt „Sand – Wind – Wasser“. Hier erfährt man, wie die drei „Elemente“ bei der Entstehung von Dünen zusammenwirken und welche Bedeutung das Wurzelwerk von Strandgras und Strandhafer hat. Selina Franke führte die Dünentour mit Unterstützung durch Sabine Gettner. Lasse Cornelius arbeitet sich gerade ein, damit auch er diese Tour übernehmen kann. Im Oktober waren Gäste aus Rostock, Böblingen, Hannover und St. Peter-Ording dabei. Höchstens 20 dürfen an einer Tour teilnehmen, da sie – mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde - auch abseits von den Wegen direkt in das FFH- und Natura-2000-Gebiet führt.

Der Weg führte durch alten Kiefernforst mit erkennbaren Pflanzreihen in halboffene Dünenbereiche, die zunehmend von jungen Kiefern und anderen Baumarten besiedelt werden. Über einen Trampelpfad ging es in das Dünengebiet küstenseitig von Maleens Knoll, das nicht öffentlich zugänglich ist. Im weißen Sand eines Dünenbeckens zeugten Trittspuren eines Rehes davon, dass Tiere die ruhigen Areale schätzen. Unterwegs informierte Selina Franke über Besen-Heide, Krähenbeere und Kriechweide als typische Dünenpflanzen. Sabine Gettner klärte darüber auf, dass die geschlossenen Waldbestände geschützt sind und auf jeden Fall erhalten bleiben sollen. Dort jedoch, wo die verbliebenen offenen Dünenflächen durch Jungpflanzen aus Gehölzanflug zuzuwachsen drohen, soll die küstentypische Dünenlandschaft bewahrt bzw. wiederhergestellt werden. Dabei übernimmt es die Schutzstation, Jungbäume per Hand im Rahmen der Dünenpflegearbeiten frühzeitig zu entfernen. Grobe Arbeiten führt der Deich- und Hauptsielverband - er ist Eigentümer der meisten Dünengebiete in St. Peter - im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde mit schwerem Gerät aus.

Die offenen Bereiche werden besiedelt von Rentierflechten als besonders austrocknungsresistenten Doppelorganismen aus Pilz und Alge, rotfrüchtigen Becherflechten, blaublühenden Bergsandglöckchen und Silbergras. Auch Heuschrecken waren noch zu entdecken. Den Gästen boten sich unerwartet offene Dünenlandschaften mit zum Teil auch großen weißsandigen Dünenbecken, aber auch solche, die von Kaktusmoos bedeckt sind, das als störender Einwanderer mit großem Ausbreitungsfaktor nicht erwünscht ist. Als Eindruck blieb hängen: Dies ist ein besonderer und schützenswerter Lebensraum, der zu jeder Jahreszeit seinen Reiz hat. Man muss nur erst richtig auf ihn aufmerksam gemacht werden.

Das gelang Selina Franke mit dieser Führung. Sie endete auf der Aussichtsplattform mit der Sage von „Maleen“ und dem weiten Blick über Dünenlandschaft und Strand auf Seebrücke und Nordsee. Für jeden Teilnehmer war jetzt auch klar, wofür die Windfahne zusätzlich steht.

HRic, 14. Oktober 2017, HN und www.jb-spo.de

Siehe auch Jahrbuch SPO

Februar 2017     Gehölzarbeiten in den Dünen um „Maleens Knoll“

April 2017           FFH Gebiet „Dünen St. Peter“

Oktober 2015    Neue Aussichtsplattform für „Maleens Knoll“

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© Georg Panskus