2017 September

Herbstaktion „SPO klart auf“ - Sogar eine Flaschenpost wurde gefunden

 

„Aufräumen“ am Strand von St. Peter-Ording mit vielen Strandmüllsammlern

Auf Pellworm hatten sich Claudia und Stefan aus Dresden im August unterm Sternenhimmel das „Ja-Wort“ gegeben. Das sollte wohl die Welt wissen, und so vertrauten sie diese Botschaft einer echten Flaschenpost an.- Das Sturmtief „Sebastian“ hat dafür gesorgt, dass sie bereits jetzt am Ordinger Strand von Leo Schnese aus Hamburg gefunden wurde. Das erfuhren die Teilnehmer an der Aktion „SPO klart auf“ zum Ende der Veranstaltung der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording im Dünen-Hus. Mit seiner Mutter Carolina hatte er sich daran beteiligt. Das war wohl der spektakulärste Fund an diesem Tag, der wettermäßig einfach wie dafür gemacht war. Wäre da nicht der viele Strandmüll und vor allem auch das viele Holz gewesen, hätte man wohl gedacht: „Das kann gar nicht angehen, dass hier vor drei Tagen die Nordsee getost hat.“ Eines der herausgebrochenen Teilstücke des Steges zum Pfahlbau „Strandbar 54°N“ auf dem Fußgängersteg in Ording gab deutlich Auskunft davon.

Constanze Höfinghoff, stellvertretende Tourismus-Direktorin, hatte die große Strandmüllsammler-Gemeinschaft im Dünen-Hus begrüßt und an die Anfänge dieses Aktionstages zur „Sauberhaltung der Meere“ im Jahr 2014 erinnert. Als „SPO klart auf“ ist es nun seit Frühjahr 2015 zweimal im Jahr das Markenzeichen für das Strandmüllsammeln mit Urlaubern, Einheimischen und Gästen vor und nach der Hauptsaison.

Besser als Carolina Schnese kann man die Motivation zur Teilnahme nicht ausdrücken: „Wir haben von der Aktion erfahren. Das ist eine großartige Idee. Seit Jahren erholen wir uns an der See. Mit unserer Teilnahme wollten wir der Natur so etwas zurückgeben.“ Wie wichtig diese Bereitschaft ist, hatte Dipl. Biologin Janne Sundermeyer von der Seehundstation Friedrichskoog den 90 Teilnehmern vorher erläutert. Schnüre, Reste von Netzen, Plastik und vieles mehr bedrohen 120 marine Tierarten. Für 54 von ihnen ist das bereits dokumentiert. Bei einigen Populationen sind acht Prozent im wahrsten Sinne „verstrickt“, indem sie sich z.B. strangulieren. Seetiere verwechseln Plastikreste auch mit Nahrung. Sie ersticken dadurch oder verhungern bei vollem Magen.

Viele Einrichtungen unterstützen und sponsern diese Aktionstage. Dazu zählen die Schutzstation Wattenmeer mit ihren Freiwilligen, der Verein „Küste gegen Plastik“, die „Surfrider Foundation“, die DLRG St. Peter-Ording und der lokale Partner Karsten Johst mit seinem Edeka-Markt im Dorf sowie die Flensburger Brauerei als Sponsor.- In insgesamt fünf Sammelgruppen war man dann unterwegs, nachdem man noch einige Hinweise erhalten und im Dünen-Hus mit gelben Handschuhen ausgestattet worden war. Drei Gruppen gelangten mit dem Bus per Sonderfahrt nach Ording: Die „Familiengruppe“ suchte den Stranddünenbereich Ording Nord ab, „Spezial“ war an der Flutkante von FKK bis XH2O unterwegs und die „Wattlööper“ an der Dünenkante in Richtung Köhlbrand. Begleitet wurden sie fachmännisch von den Nationalparkrangern Herta Lorenz, Irena Lück und Rolf Manderla sowie den Freiwilligen Johannes, Nina und David der Schutzstation Wattenmeer im Nationalparkhaus St. Peter-Ording. Die Gruppen „Hitzsand“ und „Prielkieker“ waren mit Jennifer Timrott von „Küste gegen Plastik“ bzw. Jens Bohlmann von der „Surfrider Foundation“ auf Sammeltour vor den Dünen von der Seebrücke aus in Richtung Dorf bzw. Ording. Begleitfahrzeuge stellten DLRG, Strandaufsicht und TZ. Von ihnen erhielten die Teilnehmer große Mülltüten Die Gesamtorganisation lag in Händen der Mitarbeiterin Anja Stamp von der Veranstaltungsabteilung. Gut zwei Stunden war man jeweils an den Strandbereichen unterwegs.

Nach dem Dank und der Vorstellung besonderer Sammelstücke gab es im Dünen-Hus zur Stärkung Würstchen, Käsebrötchen und Kuchen sowie Getränke, zubereitet von Mitarbeiterinnen der TZ. Das Echo aller auf dieses sechste Mal „SPO klart auf“ war seitens Veranstalter und Teilnehmern ausgesprochen positiv. 

„War das schön“, kam es aus Ursula Bohn-Meier förmlich heraus. „Die Luft, der leichte Wind und das Gefühl, etwas Positives gemacht zu haben.“ Zwanzig Jahre hat sie mit ihrem Mann Hans-Gerhard Maier in St. Peter-Ording Urlaub gemacht. Vor einem Jahr sind sie von Ratingen fest hierhergezogen.- Urlaub macht die vierjährige Nele aus Würzburg mit ihren Eltern und ihrem zweijährigen Bruder hier. Auf den musste der Vater aufpassen. Sie war mit ihrer Mutter beim Strandsammeln dabei. Für sie war das Schönste „das Müll aufräumen“. Auch der vierjährige Kasimir aus Köln war begeistert: „Ich hab eine Gummibärchen-Tüte gefunden, auch einen noch eingepackten Schnuller.“ Seine Eltern Julia Trahms, Journalistin, und Eike Brummerloh, in der Modebranche tätig, ergänzten seine Aussagen so: „Wir sind jedes Jahr hier und wollen die Natur erhalten. Wir wollten dazu richtig etwas tun und ihm das so auch vermitteln.“- Amelie, Zoe-Jolie, Lotta und Hannah aus dem Ort wollten unbedingt auch ein Statement abgeben: „Wir wollen unseren Strand sauber halten. Wir schwimmen da ja auch, und Müll ist nicht so schön. Den Tieren möchten wir helfen und die Natur erhalten. Außerdem macht uns so etwas Spaß und wir lernen neue Leute kennen.“

HRic, 16. September 2017, HN und www.jb-spo.de

Moderne Technologien – Leben und Arbeiten auf dem Land

 

Barcamp Digital

 

Zum dritten Mal war zu einem Beachcamp auf dem Campus Nordsee St. Peter-Ording für Freitag und Sonnabend der 37. Kalenderwoche eingeladen. 60 Teilnehmer beschäftigten sich unter dem Motto „Das echte Land“ – analog zum „echten Norden“ – in einer Zeit moderner Technologien und im Zeichen der Digitalisierung mit der Thematik des Arbeitens und Lebens auf dem Land.

Die Idee:

Immer mehr Menschen suchen die entspannte Atmosphäre von Eiderstedt und St. Peter-Ording, weil dort der Kopf so herrlich frei wird. Die spürbare Weite und der unendliche Horizont schaffen Raum für neue Perspektiven.

Das Beachcamp Sankt Peter-Ording – als Barcamp – möchte eine Netzwerk-Plattform für alle bilden, die mehr Austausch zwischen interessanten Menschen suchen, die die Region Eiderstedt und SPO lieben. Unser Traum ist es, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und neue Impulse zu schaffen.

 

Caro Kühn und Tim Clausen, beide aus Garding, moderierten dieses Mal. Erfahrungsberichte, Informationen und „Ad-Hoc-Themen“ gehören zu einem Barcamp. Man will sich austauschen, Hinweise erhalten und Ideen starten bzw. weiterentwickeln. Das Programm entsteht bei der ersten morgendlichen Zusammenkunft im Plenum. Das „Camp“ ist zeitlich klar durchstrukturiert. In drei Stunden lassen sich so bei drei Gruppen neun Themen bearbeiten. Jeder hat dabei für sich die Wahl zu treffen.

So beschäftigten sich zur genau selben Zeit von 12 bis 13 Uhr am Freitag drei Arbeitsgruppen mit genau drei Themen:

Mit Carola Fichtner und Nils Ehnert von „Netzperfekt“ aus Arnis ging es um „Klein bleiben“ für kleine Unternehmen. Wie geht man damit um, dass man dabei nicht selber „untergeht“? Wie ist es mit der Erreichbarkeit untereinander bei zwei bis fünf im Betriebsteam? Klar Kommunizieren und Unternehmen finden, die dazu passen, sind eine Möglichkeit.

Bei Sabine Kathe aus Flensburg standen im Zeichen der Spezialisierung eines Unternehmens „Zielgruppen und PERSONA- Marketing“ an. Man suche Zielgruppen „mit Gesicht“. Die Marketingkampagne dazu müsse gezielt angegangen werden, damit solche Personas auch zu finden seien. Wolle man dabei erfolgreich sein, ginge es nicht ohne gründliche Vorarbeit mit Recherche.

„Mehrwerte durch Vernetzungsplattform“ war das Thema, zu dem man mit Tim Schlotfeldt von DiWiSH Clustermanagement in einer Runde zusammenarbeitete. „Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein wird seitens des Landes gefördert durch WT.SH – Wirtschaftsförderung und Technologietransfer SH GmbH -. Schleswig-Holstein ist ein lebenswertes interessantes Land. Hier müssen interessante Arbeitsplätze her. Das ist Ziel der WT.SH.

 

Das bisherige Echo der Teilnehmer war ausgesprochen positiv. Das Rahmenthema „Das echte Land“ biete viele Inhalte. Das Interesse ist groß. Das zeigt auch die Herkunft der Teilnehmer, die vorwiegend aus Schleswig-Holstein, aber auch Hamburg, Berlin und sogar Wien gekommen sind.

 

Hans Jörg Rickert, 15. September 2017, www.jb-spo.de

„Sebastian“ brachte nicht nur Sturm, er sorgte auch sonst für Bewegung

 

Schon am Morgen war er spürbar da. Regenschauern und Böen brachte er mit. Aber erst am Nachmittag - so wie angekündigt gegen 15 Uhr - entwickelte „Sebastian“ seine Kraft stärker als erwartet. Der „Schnellläufer“ hatte sich am Tag zuvor über der Nordsee zu einem Sturmtief mit Orkanböen entwickelt, das zügig seinen Weg über Schleswig-Holstein nahm. So früh hatte es lange keinen solchen Herbststurm mehr gegeben.

Mit Wehrführer Norbert Bies harrten weitere acht Feuerwehrleute in Gerätehaus der Dinge, die noch kommen sollten. Kurz vor 15 Uhr waren sie bereits einmal ausgerückt. Bei Haus Schragen im Bad hatten sie eine vom Sturm gefällte Kiefer beseitigt. Ab 15:12 Uhr ging es dann aber Schlag auf Schlag. Im Ketelskoog war es ebenfalls ein Baum. Er versperrte den Weg zum Reisemobilhafen. Fast gleichzeitig kam die Meldung, dass einer zwischen Bahnhof Süd und Ording in Höhe des Schulsportplatzes über den Schienen liegt. Der Zugführer erhielt in Süd direkten Bescheid, die Fahrt nicht nach Ording fortzusetzen.- Um 19:30 Uhr waren noch drei Fahrzeuge unterwegs. Insgesamt 28 Einsätze hatte die Feuerwehr des Badeortes da gefahren, vorwiegend wegen „Technischer Hilfe“ bei Baumschäden. Bei der Tatinger Wehr waren es fünfzehn. Die Anzahl der Kameraden hatte stark zugenommen. Die ersten konnten sich jetzt abmelden.

Im Kinderspielhaus war für diesen Nachmittag von 15 bis 17 Uhr im Rahmen des ersten Tages der Naturerlebnisveranstaltung „SPO aktiv im Nationalpark“ der Tourismus-Zentrale mit vielen Partnern eine Kinderallye geplant. Mit Freiwilligen der Schutzstation Wattenmeer und dem Team des Hauses sollten Kinder ab 4 Jahren mit „Basteln, Backen, Fühlen und Entdecken“ etwas über den Nationalpark Wattenmeer erfahren. Stattdessen las man dort: „Das Kinderspielhaus wird heute vorzeitig geschlossen. Die Kinderrallye findet nicht statt. Es besteht eine amtliche Unwetterwarnung. Bitte begeben Sie sich in Sicherheit.“ Auch alle anderen Veranstaltungen für diesen Tag – Beach-Yoga bei XH2O, Strandausritt vom Reiterhof Immensee, die große viereinhalbstündige Nationalparktour vom Pfahlbau Strandhütte aus, Klima-Walking und die Dünenwanderung „Vom Winde verweht“ – konnten nicht stattfinden.

Welche Macht Wind hat, das wollten trotzdem einige erleben. In Ording waren manche unterwegs. Wer die Deichtreppe bei der Utholmer Straße hinaufging, erlebte seine Überraschung oben auf dem Deich. Schauertropfen und Wind peitschten und beim Gang auf dem erlaubten Weg durch die Dünen kam der fliegende Sand dazu. Drei Stunden vor Hochwasser spülten die Wellen bereits am Dünenrand. Der Sturm kam direkt aus Richtung Strand. Die Sandbank war bereits voll überflutet. Dünengras und Strandhafer wirkten immer wieder wie gekämmt. Auch beim Übergang Köhlbrand war es nicht viel anders. Aber noch war das Wasser nicht bis zum Yachthafen der Strandsegler aufgelaufen. Bei der Badbrücke waren ebenfalls einige unterwegs. Die Salzwiesen rechts und links von ihr und der Buhne standen bereits unter Wasser, aber es war noch nicht am Deichfuß. Bis zum höchsten Wasserstand um 18:31 Uhr waren es noch über zwei Stunden. Auf den Salzwiesen vor der Strandhütte stand ebenfalls schon viel Wasser, aber die Busspur war noch befahrbar. Bei Hochwasser waren dann von Böhl bis Ording die Salzwiesen bzw. die Strände vollkommen unter Wasser, aber der Sturm hatte schon nachgelassen. Die Wettersäule auf der Buhne vorm Strandgut zeigte West 7 Beaufort. Sogar die Sonne blickte durch die Wolken. Sehr viele im positiven Sinne Schaulustige waren jetzt am frühen Abend unterwegs. Die meisten scheuten auch den Weg über die Brücke bis zur „Arche Noah“ nicht. Wer zurückblickte, sah für eine kurze Zeit bei den roten Hochhäusern und der Strandklinik den Regenbogen. Die Plattform auf der Hälfte ist schon länger untersandet, aber auf den letzten fünfhundert Metern „gischte“ es immer wieder ein wenig durch die Bretter. Die Wellen nagten an der neuen Sanddüne vor der Arche.

Himmels- und Wasserschauspiele gab es in alle Richtungen. Reizvoll der Blick vor allem gegen das Sonnenlicht. Die Sonne stand tief, ihr Licht blendete und bezauberte. Die Bewegungen der Wellen, des sich verwirbelnden und fließenden Wassers zu verfolgen, machte Freude. Man sah sie überall auf den Gesichtern. Das war Naturerlebnis pur. Herbe Schönheit Nordsee! „Sebastian“ hatte nicht nur die Elemente bewegt, sondern er hatte das Motto „SPO aktiv“ mit umzusetzen geholfen. „Das mussten wir einfach sehen“, sagte ein Paar aus Aschaffenburg beim Strandübergang Böhl. In Ording waren sie schon gewesen.

Hans Jörg Rickert, 14. September 2017, HN und www.jb-spo.de

Offene Kantorei präsentierte Telemann und Bach

 

Seit Jahren gehört der Auftritt der „Offenen Kantorei“ zum Programm von „Musik in der Kirche“ des „Vereins zur Pflege und Förderung der Kirchenmusik – Orgelbauverein St. Peter-Ording e.V.“. Manche Sängerinnen und Sänger koppeln die Zeit ihres Urlaubs direkt an den schon lange vorher bekannten Kantorei-Termin bzw. kommen sogar extra deswegen. Unter den 40 teilnehmenden Mitgliedern waren wie auch sonst vor allem Sängerinnen der Kantorei St. Peter.

Für das Chor- und Orchesterkonzert hatte Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen dieses Mal ein Programm mit Werken von Georg Philipp Telemann (1681-1767) und Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) zusammengestellt. Als Solisten waren Sabine Szameit (Sopran), Martin Hundelt (Tenor) und Johannes Wilhelmi (Bass) engagiert. Das „concerto classico“ war besetzt mit Birte von Kopylow, Renate Burk-Färber, Falko Jentsch und Ursula Stipanits (Violine), Astrid Meinardus (Viola), Christiane Antoniak (Violoncello), Finn Strothmann (Kontrabass), Beate Leonhardt (Flöte), Olga Singer und Martina Rode-Menzel (Oboe), Lorenz Jensen (Fagott), Morten Jensen (Trompete) und Myriam Jensen (Orgel).

Mit der „Missa brevis“ über „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ für vierstimmigen Chor und Instrumente von Telemann aus seiner Frankfurter Zeit begann der Konzertabend. Ohne Instrumentalbegleitung intonierte der Chor unter Leitung von Christoph Jensen zunächst einstimmig die Choralmelodie mit dem aus dem evangelisch-lutherischen Gottesdienst bekannten Zeilen. Der Choral bildet die Grundlage für die „Missa brevis“, die dann mit Orchesterbegleitung vierstimmig im Kyrie und Gloria erklang und wieder mit dem Choral endete, dieses Mal mit Instrumenten. Zum Lobe Gottes hat Telemann bewusst eine strenge Kompositionsform gewählt.

Im Zusammenhang mit der Aufführung der Kantate zum 12. Sonntag nach Trinitatis für Sopran; Chor und Instrumente „Da, Jesu, deinen Ruhm zu mehren“, des Psalms 112 „Laudate Pueri“ und des Psalms 100 „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ für Tenor bzw. Bass und jeweils Instrumente, ebenfalls alle von Telemann, erinnerte Christoph Jensen an dessen 250. Todestag in diesem Jahr und wies auf die Originalität seiner Kompositionen hin, was allgemein gar nicht so bekannt sei. Die Kantate ist als musikalische Predigt über das Gleichnis von der Heilung des Taubstummen gestaltet, und die Vertonung zu den beiden Psalmen zeigt seine Vielfalt in der Art der Gestaltung. Das wurde besonders hörbar durch Morten Jensen, der für sein virtuoses Spiel auf der Trompete im nun vierten Telemannschen Werk besonderen Beifall erhielt. Die Solisten Sabine Szameit und Johannes Wilhelmi erlebte das Publikum wie gewohnt überzeugend, Martin Hundelt gewann mit seinem vollen, klaren Tenor – er war ebenfalls schon oft in der Kirche St. Peter zu hören – viele neue Freunde hinzu.

Den Schlusspunkt bildete die Bachkantate BWV 145 „Auf, mein Herz, des Herren Tag“ für Chor, Soli und Instrumente. Ihrer Einstudierung hatte man viel Zeit gewidmet, betonte Christoph Jensen und erzählte, dass Bach für den auf den Eingangschoral folgenden Chor eine Komposition seines Zeitgenossen Telemanns verwendet habe. – Zur Erinnerung: Georg Philipp Telemann gab Hamburg als seinem Wirkungsort gegenüber Leipzig den Vorzug. Da wollte er bleiben. So konnte Johann Sebastian Bach gefeierter Thomaskantor werden. – Daher war sozusagen eine beeindruckende Bach-Telemann-Koproduktion zu erleben. Nach dem überaus großen Beifall des Publikums in der leider nur mäßig besetzten St. Peter-Kirche konnte es als Zugabe nur eines geben: Die Wiederholung des Chorsatzes von Telemann in der Kantate von Bach. – Schöne Kirchenmusik an einem schönen Sommersonntagabend bleibt in Erinnerung.

Anmerkung:

Sollte das „Wortduell“ von Angela Merkel und Martin Schulz – mit vier Moderatoren von vier Fernsehsendern - wegen der Bundestagswahl am 24. September vielleicht der Grund für die nur halb besetzte Kirche gewesen sein? So bedeutsam und vor allem interessant jedenfalls soll dass ja nicht gewesen sein.

 

Hans Jörg Rickert, 08. September 2017, www.jb-spo.de

Haubarg Hochbohm war Besuchermagnet

 

Seit 1993 gibt es den Tag des „Offenen Denkmals“ jeweils am zweiten Sonntag im September. Koordiniert wird er bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Kooperation mit Verbänden, Vereinen und vor allem auch Privatpersonen.  Das Programm stand dieses Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“. Durchgeführt wurde er nun zum 25. Mal.- Auf Eiderstedt waren mögliche Anlaufpunkte „Haus Peters“ – Museum, historischer Kaufmannsladen von 1820 – in Tetenbüll, „Haubarg Fleudenberg“ – Privatbesitz, ca. 1850 errichtet und bis 1972 als Bauernhof betrieben – zwischen Kotzenbüll und Oldenswort wie auch das „Herrenhaus Hoyerswort“ – Renaissancebau, 1564 bis 1594 vom Staller Caspar Hoyer restauriert und schlossähnlich erweitert, 1988 restauriert, Nutzung als Cafe, Galerie, Museum und Keramik Atelier – und zum ersten Mal der Haubarg Hochbohm, direkt an der Ecke B 202 und Hochbohmer Chaussee linker Hand in Richtung Kating.

Er wurde Besuchermagnet an diesem Tag. „Wann hat man schon einmal Gelegenheit, einen solchen Bau von innen zu sehen“, sagte ein Familienvater aus Großenwiehe. Aus Fahretoft oder Husum, natürlich auch von Eiderstedt selbst, sowie aus anderen Orten Schleswig-Holsteins waren Interessierte angereist. Die Kennzeichen der Fahrzeuge machten das deutlich. Von einst 400 ist er unter den heute verbliebenen gut 40 denkmalgeschützten Haubargen einer der ältesten. Dr. Christian Thomsen und seine Frau Ilse haben ihn 2010 erworben. Eiderstedt ist vor ca. 15 Jahren für sie mit den heute erwachsenen Töchtern beliebtes Urlaubsziel gewesen. Die Landschaft mit ihrem Himmel und der Weite hat es ihnen besonders angetan. Beide scheuen sich nicht, kräftig mit anzupacken und etwas zu bewegen. So streicht sie z.B. Fenster und Türen und er spaltet Holz, denn seit der Restaurierung und Renovierung wird der Haubarg mit Holz beheizt. Dazu sind etwa 25 bis 30 Schüttraummeter erforderlich, die als Stammstücke vor allem von ca. 30 Jahre alten Eichen und Buchen angeliefert werden. Als Anästhesist ist er aber auch noch beruflich tätig. Im Gespräch mit ihnen spürt man sofort die Liebe, die sie mit diesem Haubarg verbinden.

So machte Christian Thomsen die Führungen selbst. Drei waren beabsichtigt. Ab 11 Uhr konnte man den Haubarg betreten. Ab 12 Uhr waren alle zwei Stunden eine Führung für fünfzehn Personen durch das Haus einschließlich Diele mit Blick in das „Antikzimmer“ mit Bilegger und auch gekachelten Wänden sowie Küche mit holzbeheiztem Herd und Keller unter einer Lukenöffnung. Er war dann bei insgesamt acht Führungen den ganzen Nachmittag in Gang. Allein schon, wenn er zu erzählen begann, fesselte er seine Zuhörer. „Dieser Ständer trägt das Dach. Schauen Sie sich den Eichenstamm an. Der ist fest wie Eisen, da kommt kein Holzwurm rein. Die Eichenstämme sind von 1588. In Ostpreußen oder Südnorwegen wurden sie gefällt, kamen über die Ostsee und die Schlei und dann auf Ochsenkarren in drei Jahren hierher. Um 1600 wird der Haubarg errichtet worden sein.- Zuerst aber musste der Ringgraben geschaffen werden. Aus dem Aushub entstand die Warft. Eiderstedt war zu der Zeit Flutland. ….“

Der Haubarg Hochbohm bei einer Länge von 31 m und einer Breite von 16 m hat ein Eichenständerwerk (Vierkant). Die Firsthöhe ist 11 m. Das Vollwalmdach mit drei kleinen Giebeln ist reetgedeckt. Ursprünglich war er ein Sechsständerhaubarg. Um 1800 erfolgte eine beidseitige Verlängerung zum Achtständerhaubarg. Nach der überbauenden Modernisierung von 1950 wurde diese ab 2011 im Rahmen der Restaurierung des äußeren Erscheinungsbildes teilweise rückgebaut. Alles erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und war für Thomsens selbstverständlich.

Die Besichtigung am Tag des offenen Denkmals hatte die IG Baupflege über ihren Vorsitzenden Hans-Georg Hostrup aus Tating mit organisiert. Dr. Nils Meyer vom Landesamt für Denkmalpflege, Gebietsreferent für den nördlichen Landesteil, war an diesem Tag aus Interesse und zur Unterstützung aus Kiel gekommen und sagte im Gespräch: „Die Haubarge liegen uns am Herzen. Was Herr Thomsen und seine Frau hier gemacht haben und machen, ist sehr verdienstvoll.“ Auch der Landeskonservator Dr. Michael Paarmann hatte sich in Hochbohm eingefunden.

Beim Eingang zu den ehemaligen Stallungen für Schweine, Rinder und Pferde – sie befinden sich um den Vierkant - weist eine Plakette hin auf die Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Hans Jörg Rickert, 10. September 2017, HN und www.jb-spo.de

Im Ketelskoog entstehen 75 Wohnungen - Das „ANNO“ im Ketelskoog gibt es nicht mehr

 

Sichtbar weist direkt hinter dem Bahnübergang beim Marktplatz am Neuweg eine Hinweistafel auf den Bau von 75 Wohnungen hin. Auch ein Lageplan ist unten zu sehen.

Im April 2015 war das Gelände vermessen worden. Im Januar stand die Gaststätte „ANNO“ noch. Im April war der Abriss im Gange, am 31. Mai war der Keller dran. Auch damals hatte man ihn in den feuchten Untergrund gebaut. Entsprechend stark war der Beton.- Auf dem Gelände davor erfolgte bereits die Gründung mit Betonpfeilern, 5 m lang und einem quadratischen Querschnitt 35 mal 35 cm² Fläche.

Am 01. August war die am Westmarker Deich nächstgelegene Baugrube vorbereitet. Am 22. August war man beim Schütten des Fundamentes. Am 7. September stehen bereits die Kellerwände. In der Baugrube davor ist das Stahlbetongeflecht sozusagen fertig.

Der Baufortschritt ist deutlich sichtbar. Der erste Bau nimmt bereits Formen an.

HRic, 11. September 2017, www.jb-spo.de

Der Ketelskoog

 

Als „Ketelskoog“ wird einerseits der Geländebereich zwischen Westmarker Deich und Bahnlinie entlang der Eiderstedter Straße westlich des Neuweges bezeichnet. Er reichte früher bis an den Fasanenweg bzw. die vom „Alten Badweg“ auslaufenden   Dünengebiete zum Fasanenweg hin. Das war das Gebiet der sog. östlichen Kirchenleye. Es ist davon auszugehen, dass dieses Land „zur Kirche“ gehörte, in ihrer Nähe hatte vielleicht sogar die erste Kirche des Ortes Ulstrup ihren Standort.- Ein großer Teil der Kirchenleye ist heute bebaut, z.B. das „Dichterviertel“ (scherzhaft auch „Känguruhviertel“ genannt) sowie die Schulgeländebereiche. Der Name „Ketelskoog“ rührt her von Ketel Albrecht Ketelsen. Er war Oberwegemeister und hatte von 1912 bis 1926 etwa 50 Demat Land (ca. 25 ha.) in der östlichen Kirchenleye gepachtet, kultiviert und landwirtschaftlich genutzt. Wegen der niedrigen Lage waren es vor allem auch Feuchtgebiete. (Nähere Informationen: Heft 9, 1989, S. 19 ff und Heft 26, 2009, S. 99 f der Reihe „Aus der Ortsgeschichte“ der AG Ortschronik)

„Ketelskoog“ ist andererseits die Straße, die hinter dem Bahnübergang im Neuweg als erste links abzweigt. Linker Hand liegt ein kleines Baugebiet mit wenigen Einfamilienhäusern. Dahinter schließt sich ein Wäldchen an, das nach der alten Kläranlage und hinter dem Schützenhaus in den Walddünenbereich um den Bahnhof Bad/Ording übergeht. Rechter Hand von der Straße befindet sich seit einigen Jahren nach etwa 200 m der Reisemobilhafen.- Viele Jahre war auf dem Grundstück davor gut vom Neuweg aus einsehbar eine riesige Parkfläche mit Grünflächen zwischen den Teilparkplätzen. Ganz hinten so mehr als 50 Meter vor dem Westmarker Deich stand das „ANNO“, eine Gaststätte, vorher als „Pony“ bzw. später „Black Magic“ eine Diskothek. In den 80iger Jahren und auch später noch war dort vor allem am Wochenende viel los. Für manche heute ältere St. Peteraner hat sich ein Teil ihrer „wilden Jugendzeit“ da abgespielt.- Das Gelände gegenüber mit dem Mobilfunkmast ist auch jetzt noch ein Zwischenlager für Abraum von Tief-, Straßen- und auch Hochbau, aber auch von Baumaterialien.

Seit spätestens April 2015 war klar: Hier wird etwas passieren. Zwar wurde die Gaststätte noch weiterhin von Karin von Dohlen betrieben. Lotto-Abende und auch andere Veranstaltungen fanden hier statt.- Als Vorhaben waren der Bau von 75 Wohnungen in vier Baublöcken auf dem mehr als einem Hektar großen Areal westlich des Neuweges zwischen den Straßen Westmarken und der Stichstraße zum dahinter liegenden Reisemobilhafen in Planung gegangen. Dazu gehört auch das Gebiet zwischen Straße zum Hause Ketelskoog 1, Neuweg und diesseitig der Bahnlinie zum Bahnhof „Bad St. Peter-Ording“. Dort steht auch hinten in der Ecke der Mobilkfunkmast. Das Areal ist für Fahrzeugstellplätze vorgesehen.

Am 11. Oktober 2016 beschloss die Gemeindevertretung ohne Gegenstimmen die vorhabenbezogene dritte Änderung des B-Planes Nr. 42 (Abfassung des Satzungsbeschlusses), wie es der Ausschuss für Bauwesen und Verkehr empfohlen hatte. (siehe Jahrbuch Oktober 2016 „Gemeindevertretung bringt Vorgänge auf den Weg).

Hans Jörg Rickert, 11. September 2017, www.jb-spo.de

Angebot zum Übernachtparken für Wohnmobilisten auf Kurztrip

 

Gegenüber der Einfahrtstraße zum Westküstenpark und den beiden Reha-Kliniken weist in der Wittendüner Allee seit kurzem ein Schild hin auf den seit August eingerichteten offiziellen Wohnmobil-Übernachtungsplatz in der Sraße Wittendüner Geest direkt neben bzw. hinter der Gasstätte „buongiorno“. Es ist ein reines Übernachtungsangebot für zehn Fahrzeuge, davon fünf für solche von maximal 12 m Länge. Die Übernachtung kostet einschließlich Strom 15 € und ist zu entrichten in der Gasstätte. Pro Person kommt die Tourismusabgabe hinzu.

Die Einrichtung dieses Angebotes war kurzfristig seitens der Firma Taxi Schäfer möglich und erfolgte in Absprache mit Tourismus-Zentrale und Gemeinde St. Peter-Ording. Diese Möglichkeit der Übernachtung für vor allem auch für Spätankommer fehlte bisher und passt zum Campingangebot im Rahmen des Tourismusentwicklungskonzeptes. Diese Möglichkeit für Wohnmobilisten soll auch dazu dienen, „Wildparken“ zu verhindern. Gelistet ist es bereits bei „Promobil“ und „ADAC“.

HRic, 07. September 2017, HN und www.jb-spo.de

Utholm-Schule: Die zweiten Klassen begrüßen die ABC-Schützen

 

Die Utholm-Schule pflegt ihre Rituale und schafft so immer wieder neu lebendige Schule. Seit Jahren schon werden die Schulanfänger von ihren Vorgängern aus den zweiten Klassen mit einem Theaterstück empfangen und die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen sitzen oben auf der Tribüne in der Utholm-Halle und verfolgen den Ablauf interessiert und aufmerksam mit, erinnern sie sich doch auch an ihren Schulanfang und ihr Begrüßungstheater für die „Neuen“.

Wieder einmal war die Utholm-Halle für den Empfang der beiden ersten Klassen hergerichtet. Nach dem ökumenischen Einschulungsgottesdienst in der St. Peter-Kirche durften sie mit Rektor Boy Möller mit dem Hitzlöper in ihre Schule in der Kirchenleye fahren, wo sie bereits von den zweiten Klassen erwartet wurden. Diese saßen auf der Bühne und waren genau so aufgeregt wie ihre neuen Mitschülerinnenn und Mitschüler, die im Publikum in der ersten Reihe saßen. Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde warteten genauso gespannt wie alle Anwesenden auf das, was ihnen geboten werden sollte.

Natürlich redete erst einmal Boy Möller und begrüßte alle herzlich, besonders die 34 Erstklässler. Deren Klassenlehrerinnen sind Merle Noack und Susanne Potten. Diese stellte er vor und sagte danach, dass er sich auf sie alle freue und wie der Tag ablaufen würde, nämlich auch mit Unterricht im Klassenraum, und dass dort auch ein Klassenfoto gemacht würde. Für den Schulträger war die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Monika Grutza als Gast gekommen, und für den Förderverein war Wolfgang Bury anwesend. Zum Schluss wurde an den Ausgängen um eine Spende für diesen Verein gebeten. Damit werden seitens der Schule besondere Sachen und Veranstaltungen finanziert, für die der Schulträger kein Geld geben muss.

Am besten an diesem Vormittag und am spannendsten war „Das ABC der Tiere“, das die Kinder der zweiten Klassen aufführten. Es ist ein Musical. Die Leitung hatten Ragna Bertholdt und Julia Pastoors. „Wir möchten heute mal probieren, das ABC euch vorzuführen“, sangen alle zusammen auf der Bühne, und dann wurden von Affe für A bis zum Ziegenbock für Z durch einige Jungen und Mädchen verschiedene Tiere vorgestellt. Einzelne mussten das auswendig vortragen, welche Besonderheiten und Kennzeichen so ein Tier hat. Es war richtig lustig, wie z.B. ein Mädchen als Katze auf einem Bein tanzen musste. Dann sangen immer wieder alle im Chor. Auf einmal war dann das Z dran, und es hieß: „Und nunmehr ist im Handumdrehn das ganze Alphabet zu sehn.“-

An diesem Tiere-ABC wurde deutlich gemacht, dass auch alle Menschen unterschiedlich sind. Dazu hörte man dann: „Auch wir sind alle unterschiedlich, doch zählt das wenig. Wer zufrieden ist, ist König.“ Nach dem Schlusslied „Wir, wir sind anders als ihr. Ihr ihr seid anders als wir! – Na und! – Das macht das Leben bunt!“ versammelten sich alle Erstklässler auf der Bühne. Die Eltern konnten nun Fotos machen. Mit Frau Noack und Frau Potten ging es dann mit Ranzen und Schultüte zur allerersten Unterrichtsstunde in die Klassenräume. Für die Eltern gab es Kaffee und Kuchen in der erweiterten Eingangshalle der Schule.

Hans Jörg Rickert, 06. September 2017, www.jb-spo.de

Nordseeschule: Einschulung -  Einstimmung auf einen neuen Schulabschnitt

 

Einen Tag länger Sommerferien, das war der Bonus für die 5. Klassen der Nordseeschule, des Gymnasiums mit Gemeinschaftsschulteil des Schulverbandes Eiderstedt. Vielleicht freuten sie sich deswegen besonders auf ihren Neubeginn in der Schule nach den vier Jahren Grundschule. Fröhlich sahen sie jedenfalls alle aus. Und fröhlich stimmte sie der ehemalige Unterstufenchor des Gymnasiums mit „Casatschok“ und extra für sie als „Neue“ mit „Only You“ unter Leitung von Christine Melzer auf die zwei Jahre Orientierungsstufe ein.

Locker, aber klar in der Ansage, begrüßte sie dann ihr neuer Schulleiter Nils-Ole Hokamp herzlich mit „Jetzt seid ihr groß“. Dass es aber doch anders werden würde, wurde deutlich, als er außer ihnen viele andere namentlich willkommen hieß. Das waren Dörte Peters als Sekretärin und Robert Sonntag als Koordinator des Gemeinschaftsschulteils, Christina Kröger als Förderschullehrerin wie auch Thekla Prokop für die Schulsozialarbeit dort. Rüdiger Hoff war für das Internat anwesend, Sandra Philippsen für die Schulsozialarbeit am Gymnasium und die Offene Ganztagsschule für die Klassenstufen 5 bis 10. Julia Färber lernten sie als Leiterin der Orientierungsstufe kennen, dann die Lehrkräfte Alexander Bohn, Levka Thomsen und Albert Vietz, die die künftigen Klassenlehrer sind, dazu dann auch die beiden Schulelternbeiratsmitglieder Iris Feyser für das Gymnasium und Andrea Voß für den Gemeinschaftsschulteil und Hans Jörg Rickert für die Presse. Zum Schluss seiner kurzen Ausführungen hatte er dann eine Bitte: „Nehmt den Unterricht von Anfang an ernst und haltet die Regeln ein. Schule soll Spaß machen, aber das gehört dazu.“ Offen ließ er jedoch, wer denn nun für wen Klassenlehrer werde.

Claudia Dircks vom Gemeinschaftsschulteil erinnerte vor allem die Eltern daran, wie schnell doch die Zeit seit der Einschulung in die Grundschule vergangen ist. Unter ihrer Stimm- und Klavierbegleitung sangen dann die Gemeinschaftsschüler des 7. Jahrgangs „Durch meine Finger rinnt die Zeit“. Das war etwas zum Nachdenken. Julia Färber erläuterte den weiteren Ablauf zugleich auch für den zweiten Schultag. „Collegeblock und Stifte reichen“, meinte sie. Mit „Chachacha“ sorgte die Percussiongruppe mit einem musikalischen Leckerbissen.

 

Danach wurde es Ernst, zuerst für die Gemeinschaftsschüler. Ihr Klassenlehrer ist Alexander Bohn. Er ist neues Mitglied des Kollegiums. Er freue sich auf seine Klasse und begrüßte jeden nach Namensaufruf per Handschlag. Das war bei Levka Thomen für die 5a und Albert Vietz für die 5b des Gymnasiums genau so herzlich. Klasse für Klasse rückten sie nach dem Aufruf und der Zuteilung jeweils immer ab. Für alle – und das ist etwas besonders Nettes und spricht für das Klima – gab es von der großen Gästezahl in der Mensa des Internates und der Schule nach dem Namensaufruf großen Beifall.

Die Eltern erhielten anschließend wichtige Informationen hinsichtlich Stundenplan und Vertretungsplan auf der Homepage, das Projekt „Gemeinsam klasse sein“ für die 5. Klassen, AGs und OGTS und das Betreuungsangebot durch die Einrichtung „JOS“ Jugendzentrum/Offene Ganztagsschule/Schulsozialabeit. Am ersten Elternsprechtag des Schuljahres im November stehen die Klassenlehrer der 5. Klassen bereits am Nachmittag des Vortages zu Gesprächen bereit. Julia Färber betonte:“Gönnen Sie den Kindern Zeit, an der für sie neuen Schule anzukommen.“

Für Eltern und Gäste hatten wie seit Jahren üblich die Eltern des jetzt 6. Schülerjahrgangs ein Buffet vorbereitet. Später konnten die Eltern ihre Kinder dann gleich mit nach Hause nehmen. So war der erste Schultag für die Schülerinnen und Schüler des 5.Jahrgangs fast noch ein zweiter Nachferientag.

Hans Jörg Rickert, 05. September 2017, www.jb-spo.de

In Wittendün wird auf einem Stein an erste Siedlungsspuren erinnert

 

Es ist zwar nur ein Stein, aber es ist einer, der auf einer Erinnerungstafel eine Botschaft beinhaltet: „Ältester Siedlungsplatz von ST. PETER-ORDING (ehemals ULSTRUP) – 400 bis 500 n. Chr. – Zeit der Völkerwanderung“. Seit kurzem hat er seinen Ort in der Straße „Wittendüner Geest“. Sie zweigt als erste nach dem Kreisel gegenüber dem Westküstenpark links von der „Wittendüner Allee“ ab.

Im Jahre 2011 hatten Untersuchungen des Archäologischen Landesamtes für Denkmalpflege zu dem Ergebnis geführt, dass im künftigen Baugebiet Wittendün eine erste Besiedlung des heutigen Gemeindegebietes von St. Peter-Ording stattgefunden hat. Das Landesamt ist bei der Planung und Erschließung von Baugebieten immer einzubinden, damit eventuell vorhandene Kulturspuren nicht verloren gehen bzw. festgestellt werden können. Auch dann, wenn die Erschließung stattfindet bzw. auch wenn schon gebaut wird, ist das Landesamt über evtl. entdeckte Kulturspuren in Kenntnis zu setzen. Der Baufortschritt stoppt dann automatisch an der Stelle.

2012 war die Erschließung bereits in vollem Gange. Heute ist in diesem zurückliegenden Teil des Baugebietes bis zur Bahnlinie fast fertig gebaut. Vor allem Familien mit Kindern haben hier ihr neues Zuhause gefunden und fühlen sich dort wohl. Die Stichstraßen sind in der Regel Spielstraßen. Auch der Spielplatz ist seit einigen Tagen endlich vollständig fertig. Zufahrtstraße ist die Bövergeest, die Richtung Eidersperrwerk als zweite Straße von der Wittendüner Allee links abzweigt.- Gebaut wird jetzt östlich von ihr. Dort heißt es auf dem „Bauvorhabenschild“: ‚Wohnen und Leben‘ unter Reet im historischen ‚Wittendüner Dorf‘. In diesem Bereich hat die erste Besiedlung zwischen 400 bis 500 nach Christi stattgefunden. Dort war der höchste Punkt. Gefunden wurde hier eine Wikingerfibel (Gewandspange). Auch Baureste konnten lokalisiert werden.-

Der Baugebietsteil mit rotweißem Flatterband auf der gegenüberliegenden Seite harrt noch seiner Gestaltung.

HRic, 05. September 2017, HN und www.jb-spo.de

Straßenschild weist Weg zum Museum Landschaft Eiderstedt

 

Es fällt auf, das neue große Schild an der Eiderstedter Straße gegenüber der Einmündung in den Heedweg mit dem schwarzen Punkt im Kreis, dem Parkhinweis Dorf und darunter der Aufschrift „Museum Landschaft Eiderstedt“. Das ist nicht unwichtig für dieses Museum, das Auskunft über die Geschichte Eiderstedts gibt und Ort vieler öffentlicher Veranstaltungen und auch privater ist, z.B. standesamtliche Hochzeiten, die auch von auswärtigen Gästen gewünscht werden. Das Museum in St. Peter-Ording ist seit 2014 zertifiziert und u.a. mit der Dauerausstellung zur Entwicklung des Badeortes mit dem Titel „Vom Armenhaus zum Badeparadies“ ein besonderer Anlaufpunkt im Rahmen des kulturellen Angebotes an dem Tourismusort.

Auf Antrag der Museumsleitung ist das Schild in Abstimmung mit den Behörden von Gemeinde über Amt Eiderstedt und Kreis Nordfriesland durch die zuständige Straßenmeisterei Wesselburen des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr mit Sitz in Flensburg in Auftrag gegeben und nun auch vor kurzem aufgestellt worden.

HRic, 07. September 2017, HN und www.jb-spo.de

Schülerarbeiten in der Ausstellung Hungerhamm

 

Die Kunstausstellung in der Strandkorbhalle „De Tiet de löpt“ läuft bereits neun Wochen. 2700 Besucher haben sie seit der Vernisssage am 1. Juli besucht. Im Rahmen einer „Midissage“ sind sie nun am Sonntag, 03. September um Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Nordseeschule aus den Klassenstufen 5 bis 12 bereichert worden. Aus der Vielzahl der Arbeiten sind besonders gut gestaltete und solche mit besonderen Sichtweisen ausgewählt worden. Wie sehen Jugendliche ihren Ort St. Peter-Ording? Welche Aspekte sind für sie von Interesse? Auf was wollen sie uns mit ihren Werkstücken stoßen?

Immerhin einige Interessierte hatten sich auf den Weg gemacht, darunter auch Carlotta Bombis, Lilly Ipsen, Anina Hoppe und John Luic Mahrt von den jungen Künstlern. Sie erläuterten gerne ihre Bilder. Thomas Bartram als Vorsitzender von KISPO begrüßte und Bernd Nielsen als Kurator - gemeinsam mit Peter Bothe – führte in die Schülerarbeiten ein. Er sei erstaunt und beeindruckt gewesen. Das, was die Jugendlichen mit ihren Arbeiten zum Ausdruck brächten, habe mit Phantasien, Träumen und Gefühlen zu tun. Schöne Dinge seien dargestellt worden und auch Motive wie Pfahlbauten und Leuchtturm, die die ausgestellten Künstler gewählt haben, finde man wieder.

Auf einem Bild nähere sich ein Raumschiff der Erde. Der Leuchtturm rage nur noch mit seinem oberenTeil aus dem Wasser. - Der Pfahlbau sei nur noch mit einer Fähre zu erreichen. – Dann wieder ist es die Wirklichkeit mit Strandkorbidylle oder Sonnenuntergang. Es sind aber auch auffallend wenig Menschen auf der Sandbank.

Anina Hoppe hat mit Alkoholmarkern gearbeitet. Es ist Winter. Erkennbar ist es an der abgebauten Treppe. Trotz des leuchtend roten Sonnenunterganges und der vielen Kiter wirkt es irgendwie auch bedrohend. Eisbergschollen sind auf dem Wasser. Einer der Kiter setzt an, den Pfahlbau zu überspringen, dessen Dach schon beschädigt ist. Winterwirklichkeit und Fiktion treffen in ihrem Bild aufeinander.

John Luic Mahrt stellt sich in 100 Jahren Eiderstedt von St. Peter-Ording „übernommen“ vor. Lilly Ipsen, hat die Spiegelung für Ihre Darstellungen entdeckt und so ein Schön- und Schlechtwetterbild zugleich geschaffen. Für Carlotta Bombis ist der Strand einfach Sommer.-

HRic, 04. September 2017, www.jb-spo.de

60 Jahre St. Ulrich in St. Peter-Ording - Pfarrfest im Zeichen der Umgestaltung zum pastoralen Raum

 

Vor nun sechzig Jahren konnte die katholische Gemeinde mit Pfarrer Joseph Suland die Weihe der St. Ulrich-Kirche in St. Peter-Ording begehen. Es war der Wunsch von Papst Pius XII und dem Augsburger Bischof Joseph Freundorfer gewesen, die Augsburger Diözese möge in St. Peter-Ording eine Kirche errichten. Im Kur- und Badeort auf Eiderstedt lebten seit der Nachkriegszeit immer noch viele katholische Christen, und der Tourismus war im Aufschwung.-

Die Pfarrei hatte damals ihren Sitz in Tönning. Erst am 1. April 1946 war in St. Peter-Ording wieder eine katholische Kirchengemeinde ins Leben gerufen worden. Seit der Reformation lebten auf Eiderstedt wenige katholisch Gläubige. Im heutigen Kreis Nordfriesland gab es auch nur in Friedrichstadt und Nordstrand ab 1625 bzw. 1652 wieder sogenannte „privilegierte Gemeinden“. Die Friedrichstädter Kirche St. Knud ist inzwischen seit einigen Jahren profaniert. In ihr finden monatlich zwei Gottesdienste statt. So grüßte das Banner vom Dach die Gäste zum Jubiläum von St. Ulrich auch mit „Seit 1625 – Katholische Kirche an der Küste“. Die Kirche gehört nach Eigenständigkeit von 1966 bis 2000 zur Pfarrei St. Knud in Husum. Oliver Meik ist zuständiger Pfarrer, Pastoralreferent Michael Wrage der vor Ort zuständige Seelsorger.

Ganz bewusst hatte man sich entschieden, das diesjährige Pfarrfest in St. Peter-Ording zu feiern. Äußerer Anlass war das Jubiläum, das fröhlich unter großer Beteiligung von Gläubigen - unter ihnen auch sehr viele Urlaubsgäste und solchen der nordfriesischen Pfarrgemeinden wie den beiden Gemeindereferenten Claudia und Christoph Mainka aus Niebüll bzw. Husum und Missionsschwester Francisca Brunsen aus Westerland - mit Gottesdienst, Hüpfkirche für die Kinder, Führungen mit Gerhard Martens und Michael Wrage, Livemusik, Ausstellung, Video und Kirchenquiz sowie einer Taizéandacht begangen wurde. Die Einstimmung in die Heilige Messe wie auch deren Rahmen gestaltete der Kirchenchor der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Christian in Garding unter Leitung von Elisabeth Weisenberger. Mit dem Lied „Ich danke meinem Gott von ganzem Herzen“ konnte es keine bessere Überleitung in die Messfeier geben.

Michael Wrage begrüßte an diesem herrlichen Septembersonntag und führte die Festgemeinde mit den Begriffen „Bunte Glasfenster“, „Strandkorb“, „Sonne für die Seele“ und nicht zuletzt „Ökumene“ gleich zusammen. Diese wird hier in der Diaspora sichtbar auch über den Chor gelebt, in dem katholische und evangelische Christen gemeinsam singen. Die liturgische Leitung hatte Pfarrer Oliver Meik, die Predigt hielt Pastor Noel-Hendrik Klentze von der kath. Kirchengemeinde Westerland und Niebüll.

In seiner Predigt über die Mitteilung Jesu an die Jünger, dass er nach Gottes Wille sterben muss, was Petrus nicht verstehen will, aus dem Matthäus-Evangelium, griff Pastor Klentze das Thema auf, was die katholischen Christen im Raum Nordfriesland derzeit bewegt. Das ist die strukturelle Umgestaltung, die nun seit einem Jahr diskutiert wird. Die Erfordernisse der Zeit machten es notwendig, sich in einem pastoralen Raum für Nordfriesland von List bis St. Peter-Ording einschließlich der Inseln aufzustellen, um den künftigen Aufgaben gerecht werden zu können. „Manche Dinge müssen wir tun. Wo ist sonst die Alternative für uns?“ brachte er es auf den Punkt. Am Priestermangel läge es nicht. Es ginge um den katholischen Glauben, „das, was zu mehr Liebe füreinander führe“ und dem Ganzen diene.- Im weiteren Verlauf der Messfeier wies Michael Wrage im Rahmen der Mitteilungen auf den wichtigen Termin in Breklum am 23. September hin. Dort sollen Gedanken zum pastoralen Raum erörtert werden.

Pfarrer Meik sorgte für manche dann doch für eine kleine Überraschung, als er sich für 17 Jahre Tätigkeit bei Michael Wrage besonders herzlich bedankte und ausführte, dass dieser sich bereits mit seiner Frau Daniela Hohl-Wrage im persönlichen Umfeld verabschiedet habe. Eine offizielle Verabschiedung finde in Kürze statt. Der langjährig in St. Peter-Ording tätige Pastoralreferent für die Tourismusseelsorge wird zum 1. November in den sich bereits konstituierten Pastoralen Raum Lübeck „Zu den Lübecker Märtyrern“ wechseln und dort entsprechende und weitere Aufgabenbereiche übernehmen.

HRic, 04. September, HN und jb-spo.de

Hans Jörg Rickert: Zur Geschichte der katholischen Sankt Ulrichgemeinde in St. Peter-Ording nach 1945
SPO Ort 17 08 jbspo Kath. KirchGem. St. [...]
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St. Martin in Osterhever ist ein Ort des Glaubens und der Kunst

 

Nicht nur die „Mondsichelmadonna“ ist wieder in Osterhever zu sehen

Manchmal gibt es glückliche Umstände, über die man von Dingen Kenntnis erhält, von denen man bisher nichts gewusst hat. Sonst wäre die „Mondsichelmadonna“ wohl kaum schon seit 2000 in ihrer Stammkirche St. Martin in Osterhever wieder zuhause. Das kam so: Eine Flensburger Kirchengemeinde hätte diese Mondsichelmadonna gerne als Dauerleihgabe in ihre Kirche geholt. Sie gehörte aber nach Osterhever und war 1902 durch Heinrich Sauermann (1842-1904) nach Flensburg gekommen. Er war in der Stadt tätiger Möbeltischler und Bildschnitzer und wurde der erste Direktor des Flensburger Kunstgewerbemuseums.

Heinrich Sauermann hatte seine private Sammlung kunstgewerblicher Altertümer 1876 an die Stadt Flensburg verkauft hatte. Sie war der Grundstock für den Ausbau der Sammlungen. Er gründete eine dem Museum angeschlossene Lehrwerkstatt, die sich zur Kunstgewerbeschule mit weit über die Landesgrenzen hinausreichender Reputation entwickelte. Für die Ausbildung benötigte man für die Schüler, zu denen auch Emil Nolde gehörte, Vorlagen zum Nachschnitzen.

In Kenntnis der von Richard Haupt (1846- 1940) vorliegenden Arbeit „Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig Holstein“ (1887) – jener hatte aus Interesse Kirchen und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein bereist – unternahm Heinrich Sauermann deswegen auf einem Ochsenkarren auf der Suche nach geeigneten Holzschnitzereien 35 Reisen zu den Landeskirchen im Landesteil Schleswig. Aufgrund der im Stil des Klassizismus erfolgten Purifizierung der Kirchen gegen Ende des 19. Jahrhunderts lagen dort viele Kunstwerke irgendwo auf dem Boden oder sonst rum. Sie waren entbehrlich geworden. In Schleswig-Holstein hatten sie die Zeit nach der Reformation unbeschadet überstanden. So war dann außer anderen Heiligenfiguren aus den Kirchen eben auch die „Madonna mit Kind“ – die „Mondsichelmadonna“ auf die Reise nach Flensburg gegangen.

 

Ordnungsgemäß wurde seitens der Flensburger Pröpstin bei dem für die Kirche Osterhever zuständigen Kirchengemeinderat Heverbund angefragt. Daraufhin informierte sich dieser erst einmal vor Ort in Flensburg und erfuhr zusätzlich von der Existenz der Reliefgruppe „Beweinung Christi“ und der Figur „Christus im Elend“. Mit Datum vom 28. April 1902 und der Unterschrift von Heinrich Sauermann hatte das Kunstgewerbe Museum Flensburg die Eigentumsrechte der Kirchengemeinde Osterhever für drei Dauerleihgaben anerkannt und den Empfang im Revers mit der I.N.: 166 / 02 (Inventar-Nr.) so bestätigt: „Das Kunstgewerbe Museum Flensburg bestätigt hiermit den Empfang der ihm aus der Kirche zu Osterhever überwiesenen, außer kirchlichen Gebrauch gesetzten Alterthümer, nämlich 1). Maria mit Kind, 2). Christus im Elend, 3). Pietagruppe. –….“ Außerdem erfuhr man anlässlich des Besuches von der „Buphever Glocke“, im Jahre 1562 gegossen von Michael Diebeler in Flensburg. Die Kirchengemeinde Buphever hatte sie 1640 an die Kirchengemeinde Osterhever verkauft, denn die Kirche Buphever war bei der „Zweiten Groten Mandränke“ am 11./12. Oktober 1634 zerstört worden und konnte aus Geldnot nicht neu aufgebaut werden. So tat die Glocke dann etwas beschädigt bis 1907 ihren Dienst in Osterhever. Die Ankunft der Glocke in Flensburg wurde mit Schreiben vom 28. Juli 1908 bestätigt. Für die neue Glocke hatte erst ein Glockenturm gebaut werden müssen.

Hinsichtlich der „Mondsichelmadonna“ besprach man sich 2010 mit dem jetzigen Leiter des Museums Dr. Michael Fuhr derart, dass die „Madonna mit Kind“ nach der Restauration durch Ute Lemaitre (bei vollständiger Kostenübernahme durch die Kirchengemeinde) zurückkehren konnte.

Auf dem Museumsberg aber brauchte man Platz für Ausstellungen. 200 kunsthistorische Objekte sind in einem Raum von 100 Quadratmetern nicht präsentierbar. Viele waren aufgrund ihres Zustandes auch nicht ausstellbar. So kam Dr. Michael Fuhr im Zuge der grenzübergreifenden Überlegungen zum 500jährigenReformationsjubiläum auf die Idee, den Eigentümern ihre Objekte im Rahmen des Projektes „Glaube.Orte.Kunst. / Tro.Steder.Kunst“ für das Jahr 2017 zur Rücknahme anzubieten. Insgesamt elf Kirchengemeinderäte nördlich und südlich der Grenze bekundeten ihr Interesse, darunter auch der KGR Heverbund für die Kirche St. Martin in Osterhever. Angeregt dazu hatte Dr. Fuhr der Ausspruch von Ernst Sauermann, Nachfolger seines Vaters als Direktor auf dem Museumsberg, ein Museum solle „kein Schatzhaus toter Dinge“ sein.- So sind nun alle drei Heiligenfiguren und die Glocke wieder in ihrer Stammkirche zusammen, die Pietagruppe allerdings nur auf Zeit. Sie kehrt wieder nach Flensburg zurück und wird Teil einer Ausstellung sein. Stattdessen aber erhält die Kirche St. Martin eine Nachbildung.

Vor kurzem war Dr. Michael Fuhr zu einem Vortrag über das Projekt und die Rückkehr der Heiligenfiguren in ihre Stammkirchen auch in St. Martin in Osterhever. Er stellte die spannende Geschichte der Figuren in einen Zusammenhang mit der Geschichte des evangelischen Glaubens. Pastorin Silke Wittmaack hatte ihn begrüßt, die Kirchengemeinderatsvorsitzende Ute Böttcher sich später herzlich für den überaus informativen Vortrag bedankt. Aber nicht nur die zurückgekehrten Heiligenfiguren verdienen Interesse. Die St. Martin Kirche – täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr – zeigt sich selbst als ein besonderer und sehenswerter Ort des Glaubens und der Kunst.

Hans Jörg Rickert, 01. September 2017, www.jb-spo.de und HN

Drachenfest 2017

Drei Tage gutes Wetter, aber stärkerer Wind wollte nicht aufkommen. Die mittelgroßen und großen Drachen blieben unten. Dennoch fanden sich im "Drachendorf" am Strand viele Besucher ein. Hier einige Eindrücke:

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