2018 Januar

 

 „Winterimpressionen“ nicht nur in Böhl und Ording

 

Naturerlebnis pur an frostigen Tagen

Sonntag, 7. und Montag 8. Januar 2018 bescherten zwei frostige Sonnentage, danach war es wieder trüb, grau mit ab und zu seltenen Aufheiterungen, aber trotz der hohen Luftfeuchtigkeit kein Regen bei Temperaturen durchweg über Null. Am Mittwoch, 3. Januar war der letzte richtig starke Regentag gewesen (22 mm). Zum Glück, denn die Böden sind gesättigt und das Wasser in den Gräben stand hoch. Auf den Fennen und Ackerflächen waren zum Teil große Wasserflächen. Was für eine Bedeutung frostige Tage für den Wasserhaushalt haben, konnte man gut erkennen, wenn man an aufeinander folgenden Tagen sein Auge auch den Gräben widmete. Der Wasserstand in ihnen war gesunken; die Frostspuren an den Rändern des Sielzuges vor der Brücke beim Parkplatz der Wittendüner Allee geben Zeugnis davon.

Der Böhler Leuchtturm inmitten der Dünenwälder hinter dem Seedeich ist an sonnigen Tagen Anlaufpunkt, ganz gleich in welcher Jahreszeit. Die Rundbank, entstanden aufgrund der Initiative der Böhler Runde, erfreut sich großer Beliebtheit. Von ihr aus reicht der Blick weit bis ins Bad, zum Südstrand, auf die Sandbank und das Meer sowie zur Seekiste und an manchen Tagen sogar bis Büsum. In den Dünensenken präsentiert sich zurzeit deutlich sichtbar Wasser Wie in den Salzwiesen lässt sich scheinbar der Gefrierprozess nachvollziehen. Weiß ist das Eis immer da, wo sich unterhalb Luftblasen befinden. Weit entfernt auf der Sandbank sind zwei Reiter unterwegs. Der Plattenweg in kurzer Entfernung unterhalb der Deichtreppe beim Leuchtturm im Vorland lockt zum Spaziergang Richtung Sandbank der Sonne entgegen.

Auf den Salzwiesen hinter dem Norderdeich bis zum Grudeweg in Ording waren keine Gänse zu sehen. Auch bei den Pütten keine Vögel, aber beim Sielzug! Richtung Ording fast nur Stockenten als Päärchen (Sie „verloben“ sich immer schon im Herbst.), In Richtung Brösum dann außer ihnen auch viele Bleßhühner. Unterhalb des Deiches beim Küstenschutzweg im Gesträuch ein Rotkehlchen; kugelig aufgeplustert trotzt der kleine Vogel dem kalten Wind. Vom Sonnenschein und im Windschutz ist die Landseite des Deiches grün, aber sowohl unten die Berme als auch oben die Krone und die Seeseite sind frostig bereift. Der Leuchtturm und die Kirche Westerhever fesseln jedes Mal neu den Blick. Teleaufnahmen fangen fliegende Möwen ein, aber auch die Brandenten im Watt und weiter hinten vor allem Graugänse.- Die Nonnengänse haben sich auf den Fennen beim Gallumweg  eingefunden. Ein Turmfalke rüttelt über dem getrockneten Sonnenblumenfeld und „blumt“ dann auf einer auf.

Von der B 202 auf dem Neuweg Richtung Dorf und vor dem Bahnübergang links in die Bövergeest kommt man am Friedhof vorbei zum Campingplatz Olsdorf. Das Zierapfelbäumchen ragt mit seinen kleinen roten Früchten vor dem gelben Haus aus der Hecke heraus. Sie leuchten kräftig im Sonnenlicht. Aber auch die Spuren von Luft und Wasser unter der Eisdecke im kleinen Restgraben davor faszinieren.

Bilder: Beim Campingplatz Olsdorf in der Bövergeest

Hans Jörg Rickert, 11. Januar 2018, www.jb-spo.de

Siehe auch im Jahrbuch :

Januar 2016 – Spaziergänge: Bad und Böhl im Schnee

Jahresempfang des CDU-Ortsverbandes St. Peter-Ording

 

Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion des Schleswig-Holsteinischen Landtages Hans Jörn Arp zu Gast

Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion des Schleswig-Holsteinischen Landtages Hans-Jörn Arp aus Wacken fühlte sich im Kreise der Mitglieder des Ortsverbandes der CDU, der Freunde und Gäste sichtlich wohl. Ortsvorsitzender Bernhard Lackhoff hatte anlässlich des Jahresempfanges 2018 der CDU St. Peter-Ording zum Dreikönigstag in „Axels Strandhütte“ am Südstrand eingeladen. „Die Location kenne ich wohl – und ein so schöner Raum“, bekannte der Kieler Politiker angetan von der Atmosphäre, die von Anfang an als locker, gelöst, ja heiter bezeichnet werden konnte. Dazu trug er entscheidend bei, als er sich, von Boy Jöns aufgefordert, vorstellte. Seit 1970 ist er Mitglied der CDU und nach kommunalpolitischer Tätigkeit seit 2000 Landtagsabgeordneter.- Launig berichtete der heute 65jährige aus seinem Leben. Dabei ließ er auch kurz seine sozialkritische Jugendzeit Revue passieren und erzählte sichtlich begeistert von Wacken Open Air, ohne seine anfängliche Skepsis gegenüber „Heavy Metal“ zu verbergen. Das war aber nur der motivierende Auftakt zu einem unaufgeregten, sachlichen und ernsthaften politischen „Morgentalk“ mit ihm und untereinander. Gekonnt und souverän moderierte diesen Boy Jöns, nachdem Bernhard Lackhoff unter den vielen Gästen Astrid Damerow (MdB) und Klaus Jensen (MdL) besonders begrüßt hatte. Dabei hatte er auf die Bedeutung der Kommunalwahl am 6. Mai hingewiesen und dazu aufgefordert, mit den Kandidaten und Gemeindevertretern der CDU über das zu sprechen, was gut oder nicht so gut läuft, sowie sich zu Themen auszutauschen, die wichtig für jeden persönlich und für die Gemeinde sind, damit wir auch weiterhin sagen können: “St. Peter-Ording ist ein Ort, an dem wir gut und gerne leben.“

Boy Jöns bat Hans Jörn Arp im weiteren Verlauf um Informationen aus der Landespolitik und begann mit: „Warum funktionierte die Bildung der Koalition im Land reibungslos, im Bund aber nicht?“ - Arp erläuterte, dass man im Kieler Landtag schon in der letzten Legislaturperiode mit den Grünen zu Vereinbarungen bezüglich der parlamentarischen Arbeit gekommen war, die von beiden Seiten eingehalten worden sind. „Wir kannten uns und hatten zueinander Vertrauen.“ Hinsichtlich der Wichtigkeit der Themen Infrastruktur, Bildungspolitik, Kita-Gebühren, Digitalisierung, Innere Sicherheit und Energie für das Land besteht Konsens. Sowohl auf Fraktions- als auch Regierungsebene wird wöchentlich zu festen Terminen miteinander gesprochen. „Bis jetzt haben wir keine Krise gehabt. Nach außen wirkt unsere Arbeit ruhig und harmonisch. Das wollen die Leute.“ Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Grünen und die FDP für die Themenfelder Umwelt bzw. Wirtschaft wichtige Parteien sind. Bezüglich der Außenpolitik und mehr war sein Bekenntnis zur amtierenden Bundeskanzlerin unverrückbar. „Wir brauchen Frau Merkel.“ Auf die Infrastruktur angesprochen, machte er deutlich, wie man mit der Verlagerung von Planungsarbeiten in die Privatwirtschaft Kapazitäten für den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr geschaffen habe, um auch bei B 5 und A 21 weiter zu kommen, und das auch mit den Grünen. “Die Koalition sieht sich als Anwalt für die Menschen und die Natur.“

Während des zwischenzeitlichen Imbisses verteilte Boy Jöns zwecks Sammlung von Fragen für die zweite Gesprächsrunde Bierdeckel als Hilfsmittel zum Aufschreiben und Rückgabe an ihn. Mit folgenden Themen ging es weiter: Schnelles Internet, Pflegenotstand/Fachkräftemangel, Marschenbahnentwicklung, Ortsumgehung Tating, Radwegenetz, Versorgung der älteren Generation und Straßenausbaubeiträge. Bei diesem Thema schien Hans Jörn Arp zunächst auszuweichen und erinnerte an die Einführung der Pflicht zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen durch die Vorgängerregierung. Mit der Freistellung der Kommunen von dieser Pflicht, habe man den Gemeindevertretungen ein Stück Verantwortung mehr gegeben. Er verwies dazu auch auf die höheren Gewerbesteuereinnahmen und die Möglichkeit der Erhöhung von Grundsteuern. Dann brachte er in diesem Zusammenhang die Entlastung der Gemeinden für Kitas ins Spiel. Diese habe für die Koalition Priorität. Plakativ formulierte er: „Kitas sind wichtiger als Straßen.“ Seiner Argumentation aber konnte man so nicht folgen. Straßenausbau und die Erhebung von Ausbaubeiträgen sind in St. Peter-Ording ein brisantes Thema.- Als erster äußerte sich deswegen Bürgermeister Rainer Balsmeier. Er zeigte sich enttäuscht, dass man klassisch gute Stellungnahmen für die Beibehaltung der Straßenausbaubeiträge „vom Tisch gefegt“ habe. Die Kommunen werden damit Schwierigkeiten haben. „Mehr Spielräume“ und „mehr Verantwortung“ auf diese Art seien der „falsche Weg“. Unterstützung erhielt er vom stellvertretenden Landrat Jörg-Friedrich von Sobbe, der die Problematik dieses Themas im Kommunalwahlkampf darstellte und forderte: Die CDU müsse umgehend ein Informationsblatt zum Thema Straßenausbeiträge erarbeiten und zur Verfügung stellen, damit seitens der Kandidaten für die CDU in den unterschiedlich finanzstarken Gemeinden gleiche Aussagen gemacht werden können. Hans-Jörn Arp anerkannte das und sicherte zu, das Thema mit nach Kiel zu nehmen und sich dafür zu verwenden.

Hans Jörg Rickert, 06. Januar 2017, HN und www.jb-spo.de

Birte Krause wanderte am Strand und sammelte Plastikmüll

 

Diesen schönen frostklaren himmelblauen Wintersonnentag wollte Birte Krause so richtig für sich nutzen und fuhr gegen zwölf Uhr von Hamburg nach St. Peter-Ording. Das ist für sie nicht ungewöhnlich. Oft fährt sie an einem Tag schnell mal hierher an die Nordsee, ganz gleich zu welcher Jahreszeit, macht alleine einen Strandspaziergang und genießt die Atmosphäre von Weite und Freiheit. Wenn es passt, geht sie auch im Dorf oder Bad Shoppen. Die aufgeschlossene junge Frau, die in der Automobilbranche arbeitet und in Hörnerkirchen im Kreis Pinneberg an der Grenze zum Kreis Steinburg aufgewachsen ist, lebt da ganz spontan. Auch an diesem Tag fuhr sie wieder nach Hamburg zurück.

Dass sie allerdings mit einer Kiste Plastikmüll von ihrem Strandspaziergang in Böhl auf dem Weg durchs Vorland zum Leuchtturm zurückkehren würde, das hatte auch sie in Hamburg noch nicht gedacht. Beim Strandübergang Böhl hatte sie ihr Fahrzeug geparkt. Sie kennt sich aus und wusste, welchen Weg sie in den eineinhalb bis zwei Stunden so nehmen wollte. Freude pur war bei ihr angesagt ob des herrlichen Wetters.- Außerdem hat sie einen Blick für die Natur. So faszinierte sie im Vorland das frische noch dünne Eis mit den „Gefrierspuren“.

Nebenbei war ihr Blick schon zuvor auf die orange- und blaufarbigen „Dolly-Ropes“ gefallen, die erheblich zur Plastikvermüllung der Meere beitragen. Die Hamburgerin weiß, dass es abgerissene Plastikreste sind, die als Scheuerschutzfransen an den schweren Grundschleppnetzen angebracht sind, um diese vor vorzeitigem Abrieb zu bewahren. Es sind eben Verschleißartikel der Fischereiindustrie, die so konstruiert sind, dass bei Meeresbodenkontakt mit der Zeit einzelne Fäden abreißen. Vögel nutzen diese dann auch zum Nestbau. Nicht nur Jungvögel verenden qualvoll an ihnen. So hatte sie erst nur diese gesammelt. Als sie noch eine Fischereikiste entdeckt hatte, sammelte sie alles, was ihr an Plastikresten in den Weg kam.

Birte Krause war selbst erstaunt, was sie da alles gefunden hatte. Das erzählte sie freimütig. Eigentlich hatte sie die Kiste mit dem Müll noch entsorgen wollen, sie auf Hinweis dann aber bei einem der Müllbehälter beim Böhler Leuchtturm abgestellt. Mitarbeiter der TZ fahren die Deichstrecken zwecks Entsorgung der Müllbehälter regelmäßig ab und würden auch „ihre Kiste“ mitnehmen. So konnte sie, wie die Nordsee nun selbst von diesem Plastikmüll befreit, ihren Weg zum Parkplatz weniger anstrengend zurücklegen. Sie wollte vielleicht auch noch in den Ort.

Hans Jörg Rickert, 07. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Amüsanter Vorlese- und Erzählabend mit Autor Janne Mommsen

 

Janne Mommsen alias Volkmar Nebe las an diesem Abend aus seinem siebten Föhr-Roman „Seeluft macht glücklich“. Dazu erzählte er von sich und seiner kleinen und großen Protagonistenwelt, wie es bei diesen Autorenlesungen in St. Peter-Ording üblich ist. War der Besuch am Neujahrstag bei „Küsten-Crime - Neujahr special - neue Krimis von der Nordseeküste“ schon super gewesen, konnte Büchereileiter Andreas Falkenhagen bei der zweiten Veranstaltung im neuen Jahr ebenfalls wieder viele Interessierte begrüßen. Schon da wurde klar: Das wird ein amüsanter Abend.

Volkmar Nebe ist kein Unbekannter. Dass der 1960 in Kiel Geborene ein Synonym hat und auf dieses gleichermaßen hört, ist kein Wunder. Denn der Drehbuch- und Vielschreiber bezeichnet sich selbst als Grenzgänger zwischen verschiedenen Genres. Sein Vorleben weist unterschiedlichste Tätigkeiten auf: Nach dem Abitur Zivildienst bei den Mürwiker Werkstätten in deren Nebenstelle im Gotteskoog, Psychologiestudium und Helfer in der Psychiatrie, Erfahrungen als Stahlarbeiter, LKW-Fahrer und Traumschiffpianist sowie Musikstudium.- Groß geworden mit Geschichten aus der Kinderbibel, verheiratet, zwei Kinder und Verwandtschaft auf Föhr ist er heute Dozent für Musical/Chanson an der Schauspielschule Kiel. Er schreibt leidenschaftlich gerne und lebt mit seiner Familie in Hamburg. Das Drehbuch zum Nordfriesland-Film „Das Glück wohnt hinterm Deich“ (8.1.1999 arte, mit u.a. Dominique Horwitz ) stammt mit aus seiner Feder. So einer hat etwas zu erzählen.

Die gleichalten Protagonisten seines aktuellen Romans sind Jasmin und Thore. Der Kölnerin, die im katholischen Marienkrankenhaus als Verwaltungskraft arbeitet, wird eine Auszeit verordnet. Sie reist nach Föhr. Dort begegnet sie Thore, der den „Platten“ an ihrem Rad beheben soll. Sie vereinbaren kurzerhand für acht Wochen einen Tausch ihrer Wohnungen. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Aber das Leben schreibt eben auch scheinbar unmögliche Geschichten. An solchen Begebenheiten fehlt es in dem Roman nicht, auch nicht an den entsprechenden Dialogen und Pointen.- Es waren mehr Grientjer als lauthalses Lachen, ab und zu Gluckser und amüsiertes Zuhören, die Janne Mommsen beim Publikum erzeugte, das sich über seine Hintergrundinformationen zu Föhr und den anderen Protagonisten freute. Schließlich sind da noch Ralf in Köln, der beste Freund von Jasmin, die auf Föhr Urlaub machende Unternehmerin Frau Kannengießer, Thores Freunde Lars und Jens und viele Charaktere mehr. Dazu gibt es Lokalkolorit von Föhr und Köln, eben Urlaubslektüre mit Information, die zusätzlich zu Seeluft glücklich macht. Dafür sorgte Janne Mommsen reichhaltig und vielfältig.

Sylke Schmidt aus Taunusstein und Annette Ranft aus Hattersheim jedenfalls waren restlos begeistert. Sie wollten Janne Mommsen „live“. Den hatten sie. Auch bei Stefan und Claudia Parusel aus Biblis hatte dieser Abend die Erwartungen voll erfüllt. Sie nutzen und schätzen das Veranstaltungsprogramm während ihrer Aufenthalte in St. Peter-Ording und hatten die Karten schon im Vorwege bestellt. Der nächste Termin steht bereits: 20. Februar - Vorabend der Biike - Premierenlesung mit der Autorin Constanze Wilken zu ihrem neuen Wales-Roman „Die Klippen von Tregaron“.

Hans Jörg Rickert, 4. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Neujahr – Momentaufnahmen am 1. Januar 2018 in St. Peter-Ording

 

Es ist der erste Tag des Jahres 2018. Das Wetter ist durchwachsen, hat von allem etwas im Angebot. Die Gäste in St. Peter-Ording schreckt selbst ein Regenschauer nicht. Man freut sich, will die frische Luft genießen und ist gemeinsam unterwegs. Auch Shopping ist möglich.- Ich fragte mich, was die Menschen zum Jahreswechsel nach St. Peter-Ording gelockt hat, welche Wünsche sie am ersten Tag des Jahres für sich selbst und die Welt haben. Vielleicht glückte es ja, ein paar Momentaufnahmen zu machen. Es glückte tatsächlich schon im Dorf bei der ersten Zufallsbegegnung. Auch am Strandübergang Köhlbrand und auf der Buhne war es nicht anders. Aufgeschlossen und mitteilsam waren sie, ließen sich gern auf ein Gespräch und mehr ein.

Nach Friedrichstadt war Familie Dietz aus Lübeck mit ihrer Tochter und dem Kromfohrländer gereist. Mit diesem Kurzurlaub wollten sie auch wegen ihres Hundes dem Böllern in der Silvesternacht entgehen. Nun waren sie zu einem Abstecher nach St. Peter-Ording aufgebrochen und im Dorf unterwegs, um den Neujahrstag zu genießen. Das Bekleidungsangebot hatte sie haltmachen lassen:“20 % Nachlass – mal sehen.“ Shopping gehört für sie zum Urlaub dazu, bekannten sie. Ihre persönlichen Wünsche für 2018 sind vor allem Gesundheit, und für die Welt sind ihnen Frieden und mehr Aufrichtigkeit in der Politik wichtig. Als sie dann erfuhren, dass in St. Peter-Ording das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nicht gestattet ist, und auf der Buhne am Silvesterabend ein Feuerwerk veranstaltet wird, war der Kommentar: „Gut zu wissen!“

Zwischen „Dorf 8“ und „Täglich“ hatte Harry Bresemann seinen Glühweinstand aufgebaut. Der fand regen Zuspruch. So zwischendurch mal ein wenig Aufwärmen, tat schließlich gut. Hier hatten sich unter vielen, auch Einheimischen, Freunde aus Celle, Hamburg, Schenefeld und Elmshorn eingefunden. Sie hatten zusammen Silvester gefeiert. Wegen der beiden Hunde waren sie nicht beim Feuerwerk gewesen. St. Peter-Ording selbst hat es ihnen angetan, da auch besonders das gemütliche Flair des Dorfes. Zum Campingurlaub kommen sie ebenfalls gerne. Gesundheit und Frieden haben bei ihnen Vorrang.

Vom Strand kam Delia Inhester-Sawetzki aus Moers mit ihrer Familie. Urlaub haben sie hier schon oft gemacht. Auch jetzt sind sie im „Alten Anker“ in Ording zuhause, aber zum ersten Mal zu Silvester. „Wir lieben St. Peter-Ording. Für die Kinder ist das wie ein Zuhause.“- „Richtig cool“, war die einhellige Bestätigung. Sie wünschen sich mehr Zeit für das Miteinander und Gesundheit. Dann waren es die Kinder: „Wir wollen Frieden und dass es keine Kriege gibt. Und der Hunger muss weg.“ Am liebsten hätten sie noch viel mehr erzählt.

Die beiden Paare aus Elmshorn und Mittelfels in Niederbayern waren sich zufällig am Strandübergang begegnet. Sie wollten zum bzw. kamen vom Strand. Die Mittelfelser hatten sich vom Elmshorner fotografieren lassen. Der bezeichnete sich in Bezug auf St. Peter-Ording als „Wiederholungstäter“. Übers Camping in Böhl sei das gekommen. Gesundheitliche Gründe hatten die Niederbayerin nach hier gebracht. „Mich hat das Nordseefieber gepackt; ich liebe St. Peter-Ording!“ Gesundheit war bei beiden Paaren der persönliche Wunsch. Ein größeres Umweltbewusstsein, mehr Solidarität und ein Ende des Terrors waren für sie von größter Bedeutung für die Welt.

 

Die Siebziger Fritz, Uwe und Willi – aus Steinau an der Straße (Hessen), Hamburg bzw. Cuxhaven - standen im Windschatten geschützt vor dem Bernsteinladen auf der Buhne. Ihre Frauen hielten sich beim Ladeneingang auf. Später stießen sie dazu. Vor 41 Jahren hatten sie sich im Iran kennengelernt. Als Schlosser bzw. Baggerfahrer waren die drei Männer dort 1977 für Hochtief beim Bau des KKW Bushere tätig gewesen und wegen der damaligen Unruhen 1979 nach Deutschland zurückgegangen. Seitdem treffen sie sich jährlich zu Silvester jedes Jahr woanders. Auch sonst werden Feste verschiedener Art miteinander begangen. Zum ersten Mal waren sie nun zum Jahreswechsel in St. Peter-Ording. „Super hat uns das gefallen. Das Feuerwerk war spitzenmäßig!“ Gesundheit und noch oft so schön Silvester feiern können – Mallorca steht für nächstes Jahr schon fest - Frieden und Essen für alle, Freiheit und Toleranz wünschten sie.

Im Laden war Familie Manthey aus Hildesheim. Boy Jöns informierte sie gerade anhand eines zierlichen Silberringes mit Bernstein. Urlaub nutzen sie gerne auch zum Shoppen. St. Peter-Ording kennen sie schon über Jahre und sind immer wieder gerne hier. Ihr sechs Jahre alter Sohn kennt es gar nicht anders. Mehr Ruhe und weniger Stress wünschen sie sich, dazu weniger Krisen und Konflikte sowie mehr Vernunft in der Politik und nicht so „komische“ Leute an der Macht.

Inzwischen regnete es mal wieder. Dunkel war es auch geworden, aber immer noch kamen Urlauber von der Seebrücke zur Buhne. Bei der Strandbude 1 und bei Pasquale war reichlich Besuch. Man ließ es sich gut sein. „Das hier hat etwas von Relaxen und Urlaubsflair“, waren sich zwei Braunschweigerinnen einig.

Hans Jörg Rickert, 1. Januar 2018, www.jb-spo.de

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