2018 Januar

 

Positive Bilanz des Vereins KulturTreff für das Museum Landschaft Eiderstedt

Einmütig und anerkennend entlastete die Mitgliederversammlung den Vorstand

Das Museum Landschaft Eiderstedt hat seit seiner Entstehung 1902 eine wechselvolle Geschichte. 1997 führte die Finanznot der öffentlichen Kassen zur Übernahme des „Heimatmuseums Eiderstedt“ durch die Gemeinde St. Peter-Ording vom Kreis für den Betrag von einer Deutschen Mark. Über die AG Ortschronik wurde zunächst die Sicherstellung des Betriebes seit Beginn des Jahres 1998 gewährleistet. Die gleichzeitigen Überlegungen für die Gestaltung der Museumsarbeit führten dann zur Gründung des Vereins KulturTreff e.V., der nun seit 1998 im Auftrage der Gemeinde St. Peter-Ording für das Museum tätig ist. Den vielen Ehrenamtlichen des Vereins ist es seit fast 20 Jahren zu danken, dass das Museum Landschaft Eiderstedt seine Bedeutung für die Landschaft nicht nur erhalten, sondern auch ausbauen konnte. Das wurde im Jahresbericht der Vorsitzenden Hilke Herzberg deutlich und in Grußworten und Beiträgen gewürdigt.

In der Eröffnung musste Hilke Herzberg allerdings ihrem Herzen erst einmal Luft machen: „Hartli willkamen bi uns hier in´t Museum in unse Loo. Ik maak dat mal op Plattdüütsch as Gegenpol to dat uns optwungen Friesisch. Wi sind keen Friesen, wat ok immer dat Land, de Kreis oder Herrr Steensen meent. Düsse niee Verkehrsschiller mit Namen gaht mi bannig gegenan. De hett dat hier op Eiderstedt so ni nich geeven. Dormit warrt in Nordfreesland dat Tosamenholtsgeföhl ni verbetert. Op Eiderstedt wurr - un warrt ok hüüt noch - Platt snackt.“ Dafür gab es unvermittelten Applaus.

 

Amtsvorsteher Christian Marwig betonte in seinem Grußwort den Wert des Museums als kulturelle Einrichtung für Einheimische und Zweitwohnungsbesitzer, Urlauber und Gäste. Das MLE ermögliche ihnen allen, „die politische und kulturelle Bedeutung unserer Landschaft in Geschichte und Gegenwart zu erfassen und zu achten“. Außer ihm waren anwesend aus St. Peter-Ording der stellvertretende Bürgermeister Richard-Flohrs Richardsen und die Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Kultur, Bildung und Sport Wiltrud Kraas, aus Garding Stadtvertreterin Anja Wienecke, aus Welt Gemeindevertreterin Ulrike Lang, aus Grothusenkoog Bürgermeister Klaus Ibs, für den Heimatbund Hans-Georg Hostrup und für den Nordfriesischen Verein Gudrun Fuchs.

Gedacht wurde der verstorbenen Mitglieder des vergangenen Jahres. Unter ihnen waren Hans-Alwin Ketels, Marianne Wirth und Günther Leupold. Sie haben die Arbeit des Museums nicht nur besonders gefördert, sondern auch wie Marianne Wirth - viele Jahre ehrenamtlich tätig im Empfang - unterstützt.

Reichhaltig und vielfältig war das Jahr 2017 für das Museum. Zu dem Engagement der Ehrenamtler beim jährlichen Putztag wird deren Unterstützung vor allem bei den vielen Veranstaltungen offensichtlich. Ob Lesungen, Ausstellungen, Führungen, Saisoneröffnung, internationaler Museumstag, Eiderstedttag, Kulturhimmel und mehr – ohne Ehrenamtler wäre das nicht zu wuppen. Im März die Porzellan- und im November die Kunstsprechstunde haben sich zu einem Highlight entwickelt, höchst attraktiv war die Ausstellung zu Hein Hoop, der Filmvortrag über das Eidersperrwerk sorgte für eine volle Loo. Die Führungen für Kinder unter dem Thema „Wie hat man hier früher gelebt“ sind überaus gut angenommen worden. Der Heimatbund Landschaft Eiderstedt hielt im MLE eine Vorstandssitzung ab.

Das große Engagement aller hat sich ausgezahlt, wie Hilke Herzberg für die wegen Erkältung verhinderte Museumsleiterin Sabine Graetke anhand der Besucherzahlen mitteilen konnte. Von 4878 im Jahr 2016 kletterte die Anzahl auf 7005. Rechnet man Veranstaltungen und Trauungen hinzu, stieg die Zahl auf insgesamt 8238. „Wir sind alle ganz stolz auf unsere Zahlen“, betonte sie zu Recht. Das schlug sich auch im Kassenbericht von Ove Ohls nieder. Aufwendungen und Erträge in Höhe von mehr als 50.000 € für die Bewirtschaftung weisen über 10.800 € Vermögensmehrung aus. „Das kann sich sehen lassen“, betonte er. Das aber liegt auch an der breiten Unterstützung von außen, wie die Vorsitzende in ihrem Dank an u.a. Gemeinde, Tourismus-Zentrale und auch Hotels betonte. Diese sponserten z.B. die Unterbringung von Vortragenden. Die Zusammenarbeit am Ort sei „sehr, sehr gut“. Sie warb abschließend für weitere ehrenamtliche Mitarbeit. Hinsichtlich der Satzung komme man beim Amtsgericht voran. Das ziehe sich allerdings noch etwas hin, berichtete Claus Heitmann. Das habe man sich einfacher vorgestellt. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte einmütig und anerkennend.

Hjr, 27. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Große Wertschätzung für die Jugendfeuerwehr St. Peter-Ording

Jugendwehr St. Peter-Ording wählte ihren Vorstand neu

 

Jendrik Vergin erhielt alle Stimmen der Mitglieder der Jugendfeuerwehr St. Peter-Ording und folgte so Tjade Kloth als Jugendgruppenleiter nach. Dieser hatte bereits die Jugendwehr wegen Wohnortwechsels und beruflicher Ausbildung verlassen müssen. Malte Peters hatte stellvertretend den Posten ausgefüllt und auch den Jahresbericht erstattet und durch die Jahreshauptversammlung geführt. Er schied nun aus und wird gemeinsam mit Jannik Fehlberg die aktive Wehr verstärken.- Alle weiteren Posten mussten letztlich per Stichwahl entschieden werden. Das hatte es seit langem nicht mehr gegeben, zeugt aber von der gegenseitigen Anerkennung der Jungen und Mädchen. Lea Ebsen und Noa Panagiotou sind die beiden neuen Gruppenführer. Schriftwartin ist Levke Dircks, Kassenwart Tom Schäfer und Gerätewart Justin Grentz. Er kommt aus Heide, wohnt im Nordseeinternat und macht bei der Jugendwehr mit.

Sechzehn Veranstaltungen und 27 Dienstabende verzeichnet der Jahresbericht, darunter auch die Begrüßung der Bundeskanzlerin, die Beteiligung an den Grillfesten, die Brandwache bei der Biike und beim Osterfeuer sowie der Laternenumzug der Tourismus-Zentrale (TZ) und das Lichterfest der Kindertagesstätte.

Die Jugendfeuerwehr ist aus dem Leben der Einrichtungen des Ortes nicht wegzudenken. So wie die Wehr der Aktiven erfährt sie eine große Wertschätzung. Das machten der stellvertretende Landrat Jörg-Friedrich von Sobbe, Bürgervorsteher Boy Jöns, für die Kreisjugendfeuerwehr Peter Timon, für den Ortsverein der SPD Daniel Andersen (stellv. Vorsitzender) und für die TZ Vanessa Grewe in den Grußworten deutlich. Auch Gemeindewehrführer Norbert Bies richtete höchst anerkennende Worte an die Mädchen und Jungen. Er führte mit Unterstützung von Frederike Hansen sowie mit den Helferinnen Pia Boyens und Levke Dircks die Wahlen durch.

Für den verhinderten Jugendfeuerwehrwart Toni Thurm übernahm Bjarne Grehm die Unterstützung der Jugendlichen. Er erstattete auch den Kassenbericht. An Spenden erhielt die Jugendwehr im Jahr 2017 insgesamt 3.515 €. Dafür dankte er sehr und nannte unter den Spendern besonders Familie Welk – sie hatte anlässlich der Trauerfeier für den Familienvater um Spenden für die Feuerwehr (1.380 €) gebeten – sowie Firma Boller und die Landfrauen. Auch die Abschlussklassen der Nordseeschule und mehrere Einzelpersonen gehörten zu den Spendern.

Die Beträge lagen jeweils über 100 € und erleichtern der Jugendwehr die Ausbildung ihrer Mitglieder und die Durchführung von Veranstaltungen im Sinne der Gemeinschaft. Flamme 1 haben z.B. sechs Mitglieder, Flamme 2 drei Mitglieder bestanden. Auch die Beteiligung an Flamme 3 und Truppmann 1 & 2 war jeweils erfolgreich. Im Mai werden sich die Jugendfeuerwehren des Landes im Hansa-Park treffen, im August ist die Bundesversammlung der deutschen Jugendfeuerwehren in Husum und bereits am 17. Februar schon die Kreisversammlung.

Hjr, 27. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Vogelbeobachtungen im Gemeindegebiet St. Peter-Ording

Gänse, Enten, Blässhühner, Störche und mehr

 

Ob man nun von Garding und Tating über die B 202 oder aus Richtung Wesselburen über die L 30 nach St. Peter-Ording kommt, bleibt sich gleich. Vogelbeobachtungen sind um den Badeort herum – links und rechts der B 202, am Eiderweg in Böhl, an der Wittendüner Allee, im Feldhausweg und vor allem in Ording immer wieder und zu jeder Jahreszeit zu machen. Dabei gibt es auch scheinbar „Absonderliches“: Weißstörche nicht nur von April bis September, auch im Winter und das in großer Anzahl.

Eigentlich sind sie Zugvögel, die wir im April bei uns begrüßen und die uns im August und September wieder verlassen. Im Westküstenpark hat sich die Zahl ihrer Horste vermehrt, aber auch der Horst auf dem Gelände des Ev. Jugenderholungsdorfes ist im Sommer wieder besetzt. Selbst im Winter sieht man hier ab und zu einen Storch. Die meisten aber findet man um diese Jahreszeit tagsüber so um die Mittagszeit bis in den Nachmittag hinein, jeweils abhängig von der Wetterlage, im Vorland beim Böhler Leuchtturm. An die 30 hatten sich dort am 25. Januar ab etwa 13 Uhr eingefunden. Der Trupp in der Nähe des Deiches zählte 15, die anderen waren so 4 bis 5, manche weiter draußen und einer erst ganz allein zwischen Plattenweg und Südstrand. Später aber schritt auch er zu seinen Artgenossen auf der anderen Plattenwegseite.- Man kann diese Störche als „plietsch“ bezeichnen: Wenn das Nahrungsangebot hier vorhanden ist, verzichten sie doch gern auf die gefährlichen Routen über Gibraltar in den Sudan oder östlich über die Türkei und Israel nach Ost- bzw. Südafrika und wieder zurück.

Graugänse haben in diesem Winter auf Eiderstedt besondere Aufenthaltsorte für sich gefunden: Maisfelder. Sie konnten wegen des vielen Wassers von oben und der dadurch feuchten Äcker nicht vollständig bzw. gar nicht abgeerntet werden. Nun sind sie für die Gänse ein wahres Fressen. Hier finden diese nicht nur reichhaltige Körnernahrung. Die Gänse sind außerdem auch farblich gut geschützt und so kaum zu erkennen, würden sie sich nicht selbst durch ihre Rufe bemerkbar machen, mit denen sie sich gegenseitig warnen. Ab und zu fliegen immer wieder einige auf, wenn sie sich gestört meinen. Das Nebeneinander der Fennen, Wasserflächen und Maisfelder scheint für sie paradiesisch zu sein.

Immer wieder fällt auch auf, dass die Gänse in diesem Winter auch weiter im Land zu finden sind. Waren sie sonst vor allem auf den Fennen hinter dem Norderdeich in Ording, sind sie am Neuweg und beiderseits der B 202 anzutreffen. Seltener sind Gänsepopulationen aus Grau- und Nonnengänsen gemischt. Mit ihren eigenen Artgenossen schnattern sie lieber zusammen.

So oft wie diesen Winter hat man auch seltener viele Möwen im Land gefunden. Es heißt ja: Möwen im Land bedeutet Schlechtwetter auf See.

Hans Jörg Rickert, 26. Januar 2018, www.jb-spo.de

Siehe auch:

Januar 2018                  „Winterimpressionen“ in Böhl und Ording

Dezember 2017             „Harr ik mi man doch op den Weg na Afrika mokt“

Baueinweisung für die Grabenmaßnahme am Grudeweg

 

Wer nach dem Abbiegen von der B 202 in Ording zu den Campingplätzen Saß und Schulz auf dem Grudeweg weiter Richtung Norderdeich fährt, quert bei der Brücke den Brösumer Sielzug. Zwischen Deich, Grudeweg und Sielzug befindet sich ein entsprechend gekennzeichnetes Landschaftsschutzgebiet, das die dort gelegenen Pütten einschließt. Vor der Brücke befindet sich direkt angrenzend südlich des Sielzuges auf ca. 100 m Länge und am Grudeweg auf ca. 150 m Länge eine Fenne von 1,5 ha, die an den beiden anderen Seiten von zusammen 250 m Graben begrenzt wird. Sie gehört der Stiftung Naturschutz und wird bewirtschaftet vom Brösumer Landwirt Rudolf Hamkens. Die Fennen entlang des Grudeweges sind u.a. Brutgebiet für Kiebitze. Auf der beschriebenen Fenne gibt es von Frühjahr ab auch eine Seeregenpfeiferkolonie. Der Grabenzustand ist in einem nicht mehr ordnungsgemäßen Zustand. Die Staueinrichtung zum Brösumer Sielzug ist „rott“, die Überquerung für das Vieh am Ende des anderen Grabens liegt zu tief und entspricht somit nicht den Nutzungsvoraussetzungen. Im vergangenen Herbst hatten sich die Stiftung Naturschutz mit dem Kreis Nordfriesland, Amt Eiderstedt und Gemeinde St. Peter-Ording in Absprache mit Rudolf Hamkens dahingehend verständigt, die Gräben im Sinne des Naturschutzes für Wiesenvögel und Artenerhaltung wieder in Ordnung zu bringen.

So trafen sich nun Gudrun Beuck von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein aus Kiel-Molfsee, Claus Ivens aus Kotzenbüll als Berater, Rudolf Hamkens als bewirtschaftender Landwirt und Kay Hansen aus Tetenbüll zwecks Baueinweisung für die Grabenmaßnahme vor Ort. Er ist mit der Durchführung der Maßnahme beauftragt. Die Gräben werden bezüglich Wasserstand und Ufergrenzen instandgesetzt und an ihren Enden jeweils eine Wasserstandsregulierung zum Sielzug bzw. zum Straßengraben eingerichtet. Dort wird mit Hilfe von Verrohrung ebenfalls jeweils eine Überquerung zu den angrenzenden Grünflächen geschaffen. Man hofft, so schnell wie möglich mit den Arbeiten beginnen zu können. Allerdings ist das zurzeit wegen der starken Bodenvernässung aufgrund der Witterung der vergangenen Monate derzeit noch nicht möglich. Bis Ende Februar müsste das aber schon spätestens erfolgen.

Hans Jörg Rickert, 25. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Die Kandidaten der CDU für die Gemeindevertretung St. Peter-Ording stehen fest

 

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung stellte der CDU-Ortsverband St. Peter-Ording seine Kandidaten für die Kommunalwahl am 6. Mai auf. Der Gemeindewahlausschuss hatte die Einteilung des Gemeindegebietes in die Wahlkreise Ording/Bad, Dorf und Böhl am 12. Dezember vorgenommen und eine Woche später veröffentlicht. Das Verfahren zur Aufstellung der Kandidaten erfolgte nach dem Gemeinde- und Kreiswahlgesetz für Schleswig-Holstein, dem Parteiengesetz sowie der Satzung der CDU Schleswig-Holstein. Pro Wahlkreis bewerben sich drei Kandidaten direkt um einen Sitz in der Gemeindevertretung. Weitere Kandidaten können über die Liste in das Gemeindeparlament gewählt werden, wenn die Anzahl der Stimmen das für die Partei hergibt. Das ist ebenfalls gesetzlich geregelt.

Richard-Flohrs Richardsen, Uwe Karl Kirchner und Thorsten Malorny bewerben sich für die CDU im Wahlkreis Ording/Bad um ein Direktmandat in der Gemeindevertretung. Boy Jöns, Jan Duggen und Harry Bresemann sind es im Wahlkreis Dorf sowie Bodo Laubenstein, Ingrid Brill und Hans Joachim Löhmann im Wahlkreis Böhl. Auf der Liste der CDU folgen weitere 11 Mitglieder. Damit haben insgesamt zwanzig Mitglieder der CDU St. Peter-Ording ihr Interesse an der Mitarbeit in der Gemeindevertretung und ihren Ausschüssen bekundet. Gemäß Beschluss durch die Mitgliederversammlung führen Boy Jöns, Richard-Flohrs Richardsen und Ingrid Brill die Liste an.

Insgesamt 25 Mitglieder des CDU-Ortsverbandes waren im „Strandgut Resort“ anlässlich der Wahl ihrer Kandidaten für die Kommunalwahl anwesend. Vorsitzender Bernd Lackhoff begrüßte und eröffnete die Versammlung. Mit der Leitung der Wahl wurde Oliver Grunau beauftragt. Für das Protokoll bestimmte das Gremium Maren Grunau, die zugleich Schriftführerin des Ortsverbandes ist.

Im weiteren Verlauf der Sitzung erörterte die Versammlung auch die Vorstellung ihrer Kandidaten, z.B. im Zusammenhang mit Veranstaltungen im Hinblick auf die Kommunalwahl und zu Themen, welche die Gemeinde und ihre Gremien beschäftigen. Man möchte Bürgerinnen und Bürger informieren und mit ihnen in einen Dialog treten. So ist beabsichtigt, Ende Februar/Anfang März zu einer ersten öffentlichen Veranstaltung einzuladen.

Hjr, 24. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Aus den HUSUMER NACHRICHTEN – Ausgabe Nr. 21 vom 25. Januar 2018

Statt alter Wohnhäuser ein weiteres Hotel

 

An der Strandpromenade von St. Peter-Ording soll ein Hotel entstehen, der Bauausschuss spricht sich für Vorentwurf des Bebauungsplans aus.

von Ilse Buchwald    (mit freundlicher Genehmigung)

25. Januar 2018, 08:00 Uhr

Um zwei der großen Filet-Stücke von St. Peter-Ording ging es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde – nämlich um das Gelände an der Strandpromenade und das Gebiet zwischen Alter Post und der Kurklinik Stadt Hamburg im Ortsteil Bad. Wie schon mehrfach berichtet lässt die Gemeinde ihre Bebauungspläne insgesamt überarbeiten, um sie den modernen Anforderungen anzupassen. Das Gremium befasste sich mit dem Bebauungsplan Nr. 1 (Gebiet südlich und östlich der Straße Im Bad sowie nördlich der Straße Kieferneck) und ferner mit den Bebauungsplänen Nr. 13 a und 13 c (Strandpromenade). Sie werden anstelle des alten B-Plans Nr. 13 aufgestellt, um mit den – wegen der unterschiedlichen Anforderungen – langwierigen Verfahren endlich zum Abschluss zu kommen.

Stadtplaner Helmut Reggentin aus Zarpen bei Lübeck stellte den Vorentwurf für den neuen B-Plan Nr. 13c vor. Er umfasst acht Grundstücke am südlichen Ende der Strandpromenade. Die fünf mittleren Flurstücke sind laut Vorentwurf als Sondergebiet Hotel und Gastronomie vorgesehen, die jeweils äußeren als Sondergebiet Ferienwohnungen. Auf den Grundstücken 13 bis 17 soll ein Hotelneubau entstehen. Dieses Gelände sowie die Hausnummer 11 werden für den Autoverkehr von Süden über die Fritz-Wischer-Straße erschlossen. Es ist eine schalltechnische Untersuchung geplant.

In der Diskussion ging es um einen Turm, der laut B-Plan 13 im Sondergebiet Hotel bisher zugelassen war – mit einer Höhe von 18 Metern und einer Grundfläche von 72 Quadratmetern. Im B-Plan Nr. 13c soll laut Entwurf eine Gebäudehöhe von 15 Metern über Straßenniveau gelten. Gemeindevertreter Uwe Kirchner (CDU) mahnte an, das zu überdenken. Denn in anderen B-Plänen werde akribisch auf die Höhen geschaut und hier würden einfach drei Meter mehr zugelassen werden. Laut Sven Jacobsen von der Amtsverwaltung sei der bestehende B-Plan noch nicht so alt, der Turm sollte dringelassen werden. Kirchner regte an, das rechtlich prüfen zu lassen. Der Vorentwurf wurde einstimmig gebilligt. Die Planungen sollen der Öffentlichkeit in einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

 

Einen Schritt weiter ist die Gemeinde beim B-Plan Nr. 13a. Er umfasst die Strandpromenade von der Straße Am Kurbad bis zum Strandläuferweg. Der Bauausschuss beschloss einstimmig den erneuten Entwurfs- und Auslegungsbeschluss. Nach der letzten Auslegung im Sommer 2015 hat die Prüfung der Stellungnahmen Zeit und einige Änderungen erfordert. So wurden der Geltungsbereich um das Gebiet des B-Plans Nr. 13c und beispielsweise die Zahl der Geschosse für das Grundstück Strandläuferweg 11 reduziert. Der B-Plan wird nun noch einmal öffentlich ausgelegt. Der Termin und die Unterlagen werden auf der Internet-Seite des Amtes Eiderstedt eingestellt und sollen dann auch über den Digitalen Atlas des Landes zugänglich gemacht werden.

Nach denselben Modalitäten soll auch der B-Plan Nr. 1 auslegt werden, da wegen der Stellungnahmen nach der letzten Veröffentlichung im Sommer einige Änderungen eingearbeitet werden mussten. Dafür sprach sich das Gremium mit fünf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen aus. Hans Halket Kraus (SPD) wunderte sich, dass im Plan an der Stelle des heutigen Parkplatzes neben der Alten Post ein Baufeld eingetragen worden sei. „Der Parkplatz sollte doch in den nächsten fünf Jahren nicht angefasst werden.“ Reggentin begründete dies mit einem Vorsichtshalber, für den Fall, dass ein Investor käme, der ein Hotel nach dem Willen der Gemeinde bauen wolle.

Grünes Licht gab es auch für die Flächennutzungsplan-Änderung für die ehemalige Skaterbahn an der Strandpromenade. Dort soll ein Spiel- und Familienhaus entstehen.

– Quelle: https://www.shz.de/18902206 ©2018

 

Bilder zu B-Plan 13 C – Strandpromenade (jb-spo hjr)

DRK - Zweimal gemeinsam Stricken im Monat JB-SPO - Jan 2018

Zweimal gemeinsam Stricken im Monat

 

Den Spielenachmittag des DRK Ortsvereins im Saal des ev. Gemeindehauses gibt es in St. Peter-Ording schon länger. Parallel dazu waren nun zum allerersten Mal Strickbegeisterte im Kaminzimmer tätig. Ingrid Brill hatte dazu die Initiative ergriffen und das mit der Vorsitzenden des DRK Marlene Pauly-Burchatzky abgesprochen. - Gemeinsam mit den Spielefreunden, ob Skat, Rummikub oder Brettspiele, beginnt der Nachmittag ab nun am ersten und dritten Montag eines Monats zusammen mit Kaffeetrinken um 14:30 Uhr. Ende ist immer spätestens um 17:30 Uhr.

Beim Handarbeiten saßen mit Ingrid Brill zusammen Brigitte Bogensee (strickte an einer Jacke), Helga Jöns (häkelte an einem Tischdeckchen), Erika Zühlke (hatte eine Strickweste neu angefangen) und Monika Böhm (strickte am Kissenbezug). Inge Seiffert war schon wieder weg. Sie hatte zusammen mit einer Urlauberin reingeschaut.

Stricken und Häkeln und überhaupt Nadelarbeit sind seit Jahren wieder in Mode. Das war dann eine Zeit lang meist verpönt. Früher lernten das wie auch Kochen vor allem die Mädchen schon in der Schule. Das waren für sie Pflichtfächer. Nun hat man diese Art Beschäftigung vor einigen Jahren wiederentdeckt und weiß sie zu schätzen. Stricken und das Klappern der Nadeln wirken nicht nur beruhigend, auch Kreativität und logisches Denken werden gefördert. Kopf und Hand wirken zusammen. So sind beide Gehirnhälften aktiv. Und mit Herz waren die fünf Damen sowieso dabei. Ihr Können geben sie gerne auch an Jüngere weiter.

Wer am Stricken oder auch Häkeln bzw. Sticken Lust hat, ist herzlich willkommen. Stühle sind noch genug frei und gemütlich ist es im Kaminzimmer sowieso. Nächster Stricktermin ist im Februar aber erst Montag, der 19. Februar 2018.

Hjr, 23. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Gemeinsamer Jahresempfang von Kirchen- und Kommunalgemeinde

Rückblick mit Dank und Vorausblick mit Zuversicht

 

Pastorin Regine Boysen eröffnete den gemeinsamen Jahresempfang von Kommunalgemeinde St. Peter-Ording und Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating. Sie, Bürgervorsteher Boy Jöns und Bürgermeister Rainer Balsmeier hatten für diesen dritten Januarsonntag in das ev. Gemeindehaus eingeladen. Gekommen waren sowohl Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Einrichtungen, Vereine und Verbände sowie auch viele Bürgerinnen und Bürger. Leitwort war wie bereits in den vergangenen Jahren „Erzähl mal“. Das galt insbesondere für die Zeit nach den offiziellen Berichten an den vielen Gruppentischen. Stühle mussten nachgestellt werden, ehe der Empfang informationsreich, vielfältig und ernsthaft, aber durchaus auch humorvoll starten konnte.

Im Reigen der Berichte erinnerte Regine Boysen an das vergangene Jahr, das mit vielen Veranstaltungen im Zeichen der 500. Wiederkehr der Reformation gestanden hatte. Dazu gehörten u.a. das von Henrik Kloth geschriebene und mit jungen Leuten aufgeführte Luther-Musical und viele kirchenmusikalische Aufführungen unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen.- Kirche sei in Bewegung. Dies zeige sich nicht nur auf Kirchenkreisebene, auch direkt vor Ort. Im Hinblick auf die Pfarrstellensituation in St. Peter-Ording und Tating entstünde gerade ein konstruktiver Dialog. Nicht nur in Bezug auf die ev. Kindertagesstätte und deren Erweiterungsbau betonte sie: „Politische und kirchliche Gemeinde pflegen hier am Ort echte Partnerschaft.“

Boy Jöns begann seinen im ganzen launigen Bericht mit den fehlenden Eschen in der Wittendüner Allee. Sie mussten im März wegen Pilzbefall gefällt werden. „Nackt“ fühle sich die Einfahrt nach St. Peter-Ording an. Das aber werde sich aufgrund erfolgreicher Intervention der Gemeinde bald wieder ändern. Positiv vermerkte er den seit November wieder eingerichteten Rettungswagenstandort im Strandweg, die Aufnahme des Ortes in das Städtebauförderungsprogramm, den Bau von 75 Mietwohnungen (davon 30 gefördert) im Ketelskoog, die künftige Möglichkeit von Ausstellungen von Werken aus der Sammlung der Gemeindegalerie und mehr. Großen Beifall gab es für Willi Bahrenfuß, der sein 50jähriges Jubiläum als Gemeindevertreter hatte feiern können, und für Bürgermeister Rainer Balsmeier, der acht Jahre und acht Monate zusätzlich auch den Posten des Tourismusdirektors mehr als nur ausgefüllt hatte. Im Namen aller dankte ihm Boy Jöns herzlich. Constanze Höfinghoff hat mit Jahresbeginn diesen Aufgabenbereich übernommen. Sie konnte leider nicht anwesend sein.

Für 2018 liegt dem Bürgervorsteher besonders die Kommunalwahl am 6. Mai auf der Seele. Das war zu spüren, als er ein Plädoyer für die Beteiligung an der Wahl für die Gemeindevertretung und den Kreistag hielt. „Da bestimmen Sie, wie wir zusammenleben, was und wo wir etwas tun wollen. Bundestag und Landtag sind die Legislative. In den Kommunalparlamenten wird verhandelt und entschieden, was für den Ort und seine Bürgerinnen und Bürger getan werden soll. Die Gemeindevertreter setzen um. Sie sind exekutiv für den Ort tätig. Gehen sie bitte zur Kommunalwahl!“ Er würdigte deren ehrenamtliche Tätigkeit und übertrug das auf alle am Ort Engagierten.

Das griff Rainer Balsmeier als dritter Redner auf und richtete dabei sein Augenmerk insbesondere auf die Freiwillige Feuerwehr: „Wenn es auch nicht so aussieht: die Feuerwehrleute arbeiten ehrenamtlich“, hob er hervor. Vieles am Ort würde nicht funktionieren, gäbe es kein Ehrenamt. Das gelte ohne Schmälerung für alle, aber in einem besonderen Maße für die Freiwillige Feuerwehr. Mit 102 Einsätzen stand die FFW St. Peter-Ording im Kreis Nordfriesland mit Husum und Niebüll an der Spitze, darunter waren 51 Hilfeleistungen und 7 Brände, aber auch sieben Einsätze im Rahmen der Nachbarschaftshilfe für andere Wehren. Hinsichtlich der Zahl der tagsüber verfügbaren Feuerwehrleute fehlen besonders solche der Altersgruppe zwischen 25 und 40. „Wir brauchen Feuerwehrleute. Die Situation ist wohl noch nicht dramatisch, aber großer Grund zur Sorge.“ Welche Anreize man für die Tätigkeit in der Feuerwehr geben könne, sei im Augenblick im Gespräch. Dringlich bat Balsmeier Familien und Freundeskreise um Werbung für die Mitarbeit in der Gemeindewehr.

Zuvor hatte er von hervorragenden Zahlen und auch Maßnahmen im Bereich des Tourismus wie der Gemeinde berichten können. Dabei hatte er aber nicht außer Acht gelassen, dass die Belastung durch Abgaben seitens der Gemeinde an Amt und Kreis sowie für Kita und Schulverband in einem Maße gestiegen sei, dass diese vermutlich auf längere Sicht haushaltsmäßig nicht aufgefangen werden könnte.

Vorangegangen war ein ebenfalls sehr gut besuchter Gottesdienst in der St. Peter-Kirche, zu dem die Kirchengemeinderätin Gudrun Fuchs „op Platt begrööten dä“. Das gehört sich so auf Eiderstedt. Christoph Jensen und Kantorei St. Peter beeindruckten mit Orgelspiel und kirchenmusikalischen Beiträgen und gaben dieser kirchlichen Feier eine besondere Note. Die liturgische Leitung hatte Regine Boysen. Pastor Manfred Rosenau hielt die Predigt. In ihr schlug er einen großen Bogen vom Pfahlbau Strandbar in Ording über Helgoland zur Insel Patmos in der Ost-Ägäis vor Kleinasien. Dorthin hatte es den Apostel Johannes geführt. Die von ihm geschriebene Offenbarung sei wörtlich genommen das Weltuntergangsbuch in der Bibel. Aber Johannes sage uns auch, was wir gegen die Apokalypse tun könnten. Alle Konfrontation, alles Schreckliche könne überwunden und positiv verändert werden durch Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade. Die Tränen ließen sich dann abwischen.

Hans Jörg Rickert, 21. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Geschichten op Platt in’t Ole Raathuus in Gaarn

 

De eerste Vördrag vun’n Heimatbund Landschop Eiderstedt in 2018 stünn in’n Teken vun Plattdüütsch. Dat is so Usus wurrn, wat de HLE sien Maten un Frünnen in’t Winterhalfjohr inlaadt to Vördräge in dat „Ole Raathuus“ in Gaarn. Dörtig Lüüd hebbt wüsst, woso se an düssen Avend na Gaarn fohrt sünd, ok wenn dat Wedder nich jüst dorto inladen dä. De Winter harr mit Snee un ok Temperaturen üm Null so toslagen, wat dat slecht to Fohren weer. Best lopen dä düsse Avend. Dor weren sachts twee Fruunslüüd, de weten dään, wolang dat gahn schull. Hans Meeder, Vörsitter vun‘n Heimatbund, begrött Marianne Ehlers un Renate Poggensee. Vörstellen müss he de beiden nich, de in Welt opwussen sünd un för de Plattdüütsch ehr Spraak is. Dat Publikum kummt nämlich wegen Platt un de beiden Süstern. Dat weer nu ok nich dat eerste Maal, wat man se beleven kunn.

Renate Poggensee hett dat Leit in‘n ADS-Kinnergoorn in Tönn un sorgt dorför, wat de Kinner dor al fröh bi’t Singen, Snacken un Spelen wat mit Plattdüütsch to kriegen hebbt. Marianne Ehlers is Bibliothekarin. Se is meist vernarrt in Böker un in Platt. Sülvens schrifft se ok. Vun 2007 an is se de Vörsittersche vun de Fehrs-Gill. - Düsse Sellschop sorgt al en lang Tiet för de Förderung vun de nedderdüütsche Spraak. – 2010 is se bi’n Sleswig-Holsteenschen Heimatbund Referentin för Plattdüütsch wurrn.

„Bunt as dat Leven“ weer dat Motto för düssen Avend. Dat Publikum schull so ’n roden Faden hebben. So weren dat de Farven vun Gröön bet Blau, an de de beiden ehre Geschichten andockt harrn. Marianne Ehlers söcht de Geschichten vun ole, bekannte un ok nee‘e Autoren rut, ok en poor vun ehre. Dat besnackt se denn mit ehr Süster, wat se un woso se dat beid op ‘e Weg bringen wüllt. Dorbi kreiert se en Mapp, un denn kann dat los gahn. Se modereert un leest jümmers in Wessel.

Ehre eerste Geschicht weer en Fabel vun de Deerten. Achter‘n Pariner Barg bi Bad Schwartau hebbt de vun den leven Gott ehren Steert kregen. Den harr de Schöpfer vergeten. Dat weer to de Tiet, wo uns Eer noch ganz gröön weer. Wieldes de Frosch ok gröön is, geev dat en Geschicht, wo en Minsch besapen op‘t Rad in’n Graben lannen dä un vunwegen sien Utsehn nu Froschkönig nöömt wurr. Bi Gröne Seep belevte man Reinmaken in ole Tieden un so güng dat anhand vun Farven dörch unse lütte Welt mit Geschichten, de dat Leven so schrifft. De Farv Swatt-Witt stunn för fröher, avers mit „Wacken open Air“ un „De Swatten sünd dor“ ok mal för hüüt. Bi „Gold un Sülver“ kunnst wat vun „gülden Nääs“ hören. Pilze weren bi Geel un Bruun an ’e Reeg. Bi Root durv de „Rode Grütt“ nich fehlen un bi Blau höör dat op. Dat weer jo keen Farv. Vörher geev dat aver noch en passend Geschicht.

Hans Meeder un Geschäftsführer Armin Jess müssen gornich veel seggen. De Beifall spreek för sik. Dat hett gefullen. Dat sä ok Hilke Neitzke ut Gaarn. Se is keen Plattdüütsche, blots se mag de Spraak un kann se ok verstahn. De Geschichten sünd schöön to hören un erinnern an Begevenheiten. Dr. Jens Peter Kruse un sien Fru weren ut Husum kamen. He sä blots: „Wenn wi to Plattdüütsch kaamt, denn hett uns dat gefullen!“ De üm em rüm lachen. Dat weer sachts ok ehr Meen.

De nächste Vördrag is Dünnersdagavend, 15. Februar, Klock halbig acht in’t „Ole Raathuus“. Thema is: „Das Rettungswesen im Kreis Nordfriesland - vom Brand- bis zum Katastrophenschutz im Sturmflutfall". Boye Hach ut Husum snack dorto op Hoochdüütsch. Platt warrt ok snackt. Op Eiderstedt geiht dat nich ohne.

Hans Jörg Rickert, 19. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Winterliches Intermezzo mit Schnee im Dorf

 

Orkantief „Friederike“ zog über Deutschland hinweg. Ein Vergleich mit Kyrill vor elf Jahren tat sich auf, aber nicht für Schleswig-Holstein. Wir so ganz im Norden blieben vom Sturm verschont. Aber es gab am Donnerstag, 18. Januar ein winterliches Intermezzo mit Schnee. Von morgens an schneite es bis etwa nachmittags. Die Flocken waren verhältnismäßig groß und damit auch feucht. Doch bei den Temperaturen bis etwa zwei Grad plus blieb er liegen. Langsam Fahren war für die Autofahrer schon angesagt. Dadurch entstanden auf den Straßen auch glatte „SchneeEisFahrspuren“, die das Fahren nach dem Schneefall nicht gerade angenehm machten.

Das Dorf und der Südstrand präsentierten sich im Schnee anders und sogar überraschend schön mit unerwarteten Fotomotiven. Da ist unterhalb des Dorfdeiches die „Historische Insel“ mit ihren Häuschen vom Backhaus bis zum Schipperhuus und verschiedenen Blickmotiven. Auch die kleineren Häuser auf der Dorfseite ducken sich bei Schnee irgendwie anders an den Deich. Das Vorland am Südstrand bzw. der Seedeich präsentieren sich winterlich aufgefrischt. Und wenn man dann oben auf der Überfahrt in Richtung Böhl schaut, den Leuchtturm und die Pfahlbauten in Böhl im Blick und zugleich den Deich und die Vorlandsträucher und „Bäume“ sozusagen vor der eigenen Nase hat, ist das ein besonderes Wintererlebnis!

Für Tjade und Luis war die Aufforderung, sich beim Backhaus im Fenster gespiegelt fotografieren zu lassen, ein zusätzlicher Gag. Natürlich wollten sie gerne das Bild zugeschickt haben. Kann man es ihnen verdenken?

Hans Jörg Rickert, 18. Januar 2018, www.jb-spo.de

 „Winterimpressionen“ nicht nur in Böhl und Ording

 

Naturerlebnis pur an frostigen Tagen

Sonntag, 7. und Montag 8. Januar 2018 bescherten zwei frostige Sonnentage, danach war es wieder trüb, grau mit ab und zu seltenen Aufheiterungen, aber trotz der hohen Luftfeuchtigkeit kein Regen bei Temperaturen durchweg über Null. Am Mittwoch, 3. Januar war der letzte richtig starke Regentag gewesen (22 mm). Zum Glück, denn die Böden sind gesättigt und das Wasser in den Gräben stand hoch. Auf den Fennen und Ackerflächen waren zum Teil große Wasserflächen. Was für eine Bedeutung frostige Tage für den Wasserhaushalt haben, konnte man gut erkennen, wenn man an aufeinander folgenden Tagen sein Auge auch den Gräben widmete. Der Wasserstand in ihnen war gesunken; die Frostspuren an den Rändern des Sielzuges vor der Brücke beim Parkplatz der Wittendüner Allee geben Zeugnis davon.

Der Böhler Leuchtturm inmitten der Dünenwälder hinter dem Seedeich ist an sonnigen Tagen Anlaufpunkt, ganz gleich in welcher Jahreszeit. Die Rundbank, entstanden aufgrund der Initiative der Böhler Runde, erfreut sich großer Beliebtheit. Von ihr aus reicht der Blick weit bis ins Bad, zum Südstrand, auf die Sandbank und das Meer sowie zur Seekiste und an manchen Tagen sogar bis Büsum. In den Dünensenken präsentiert sich zurzeit deutlich sichtbar Wasser Wie in den Salzwiesen lässt sich scheinbar der Gefrierprozess nachvollziehen. Weiß ist das Eis immer da, wo sich unterhalb Luftblasen befinden. Weit entfernt auf der Sandbank sind zwei Reiter unterwegs. Der Plattenweg in kurzer Entfernung unterhalb der Deichtreppe beim Leuchtturm im Vorland lockt zum Spaziergang Richtung Sandbank der Sonne entgegen.

Auf den Salzwiesen hinter dem Norderdeich bis zum Grudeweg in Ording waren keine Gänse zu sehen. Auch bei den Pütten keine Vögel, aber beim Sielzug! Richtung Ording fast nur Stockenten als Päärchen (Sie „verloben“ sich immer schon im Herbst.), In Richtung Brösum dann außer ihnen auch viele Bleßhühner. Unterhalb des Deiches beim Küstenschutzweg im Gesträuch ein Rotkehlchen; kugelig aufgeplustert trotzt der kleine Vogel dem kalten Wind. Vom Sonnenschein und im Windschutz ist die Landseite des Deiches grün, aber sowohl unten die Berme als auch oben die Krone und die Seeseite sind frostig bereift. Der Leuchtturm und die Kirche Westerhever fesseln jedes Mal neu den Blick. Teleaufnahmen fangen fliegende Möwen ein, aber auch die Brandenten im Watt und weiter hinten vor allem Graugänse.- Die Nonnengänse haben sich auf den Fennen beim Gallumweg  eingefunden. Ein Turmfalke rüttelt über dem getrockneten Sonnenblumenfeld und „blumt“ dann auf einer auf.

Von der B 202 auf dem Neuweg Richtung Dorf und vor dem Bahnübergang links in die Bövergeest kommt man am Friedhof vorbei zum Campingplatz Olsdorf. Das Zierapfelbäumchen ragt mit seinen kleinen roten Früchten vor dem gelben Haus aus der Hecke heraus. Sie leuchten kräftig im Sonnenlicht. Aber auch die Spuren von Luft und Wasser unter der Eisdecke im kleinen Restgraben davor faszinieren.

Bilder: Beim Campingplatz Olsdorf in der Bövergeest

Hans Jörg Rickert, 11. Januar 2018, www.jb-spo.de

Siehe auch im Jahrbuch :

Januar 2016 – Spaziergänge: Bad und Böhl im Schnee

Jahresempfang des CDU-Ortsverbandes St. Peter-Ording

 

Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion des Schleswig-Holsteinischen Landtages Hans Jörn Arp zu Gast

Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion des Schleswig-Holsteinischen Landtages Hans-Jörn Arp aus Wacken fühlte sich im Kreise der Mitglieder des Ortsverbandes der CDU, der Freunde und Gäste sichtlich wohl. Ortsvorsitzender Bernhard Lackhoff hatte anlässlich des Jahresempfanges 2018 der CDU St. Peter-Ording zum Dreikönigstag in „Axels Strandhütte“ am Südstrand eingeladen. „Die Location kenne ich wohl – und ein so schöner Raum“, bekannte der Kieler Politiker angetan von der Atmosphäre, die von Anfang an als locker, gelöst, ja heiter bezeichnet werden konnte. Dazu trug er entscheidend bei, als er sich, von Boy Jöns aufgefordert, vorstellte. Seit 1970 ist er Mitglied der CDU und nach kommunalpolitischer Tätigkeit seit 2000 Landtagsabgeordneter.- Launig berichtete der heute 65jährige aus seinem Leben. Dabei ließ er auch kurz seine sozialkritische Jugendzeit Revue passieren und erzählte sichtlich begeistert von Wacken Open Air, ohne seine anfängliche Skepsis gegenüber „Heavy Metal“ zu verbergen. Das war aber nur der motivierende Auftakt zu einem unaufgeregten, sachlichen und ernsthaften politischen „Morgentalk“ mit ihm und untereinander. Gekonnt und souverän moderierte diesen Boy Jöns, nachdem Bernhard Lackhoff unter den vielen Gästen Astrid Damerow (MdB) und Klaus Jensen (MdL) besonders begrüßt hatte. Dabei hatte er auf die Bedeutung der Kommunalwahl am 6. Mai hingewiesen und dazu aufgefordert, mit den Kandidaten und Gemeindevertretern der CDU über das zu sprechen, was gut oder nicht so gut läuft, sowie sich zu Themen auszutauschen, die wichtig für jeden persönlich und für die Gemeinde sind, damit wir auch weiterhin sagen können: “St. Peter-Ording ist ein Ort, an dem wir gut und gerne leben.“

Boy Jöns bat Hans Jörn Arp im weiteren Verlauf um Informationen aus der Landespolitik und begann mit: „Warum funktionierte die Bildung der Koalition im Land reibungslos, im Bund aber nicht?“ - Arp erläuterte, dass man im Kieler Landtag schon in der letzten Legislaturperiode mit den Grünen zu Vereinbarungen bezüglich der parlamentarischen Arbeit gekommen war, die von beiden Seiten eingehalten worden sind. „Wir kannten uns und hatten zueinander Vertrauen.“ Hinsichtlich der Wichtigkeit der Themen Infrastruktur, Bildungspolitik, Kita-Gebühren, Digitalisierung, Innere Sicherheit und Energie für das Land besteht Konsens. Sowohl auf Fraktions- als auch Regierungsebene wird wöchentlich zu festen Terminen miteinander gesprochen. „Bis jetzt haben wir keine Krise gehabt. Nach außen wirkt unsere Arbeit ruhig und harmonisch. Das wollen die Leute.“ Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Grünen und die FDP für die Themenfelder Umwelt bzw. Wirtschaft wichtige Parteien sind. Bezüglich der Außenpolitik und mehr war sein Bekenntnis zur amtierenden Bundeskanzlerin unverrückbar. „Wir brauchen Frau Merkel.“ Auf die Infrastruktur angesprochen, machte er deutlich, wie man mit der Verlagerung von Planungsarbeiten in die Privatwirtschaft Kapazitäten für den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr geschaffen habe, um auch bei B 5 und A 21 weiter zu kommen, und das auch mit den Grünen. “Die Koalition sieht sich als Anwalt für die Menschen und die Natur.“

Während des zwischenzeitlichen Imbisses verteilte Boy Jöns zwecks Sammlung von Fragen für die zweite Gesprächsrunde Bierdeckel als Hilfsmittel zum Aufschreiben und Rückgabe an ihn. Mit folgenden Themen ging es weiter: Schnelles Internet, Pflegenotstand/Fachkräftemangel, Marschenbahnentwicklung, Ortsumgehung Tating, Radwegenetz, Versorgung der älteren Generation und Straßenausbaubeiträge. Bei diesem Thema schien Hans Jörn Arp zunächst auszuweichen und erinnerte an die Einführung der Pflicht zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen durch die Vorgängerregierung. Mit der Freistellung der Kommunen von dieser Pflicht, habe man den Gemeindevertretungen ein Stück Verantwortung mehr gegeben. Er verwies dazu auch auf die höheren Gewerbesteuereinnahmen und die Möglichkeit der Erhöhung von Grundsteuern. Dann brachte er in diesem Zusammenhang die Entlastung der Gemeinden für Kitas ins Spiel. Diese habe für die Koalition Priorität. Plakativ formulierte er: „Kitas sind wichtiger als Straßen.“ Seiner Argumentation aber konnte man so nicht folgen. Straßenausbau und die Erhebung von Ausbaubeiträgen sind in St. Peter-Ording ein brisantes Thema.- Als erster äußerte sich deswegen Bürgermeister Rainer Balsmeier. Er zeigte sich enttäuscht, dass man klassisch gute Stellungnahmen für die Beibehaltung der Straßenausbaubeiträge „vom Tisch gefegt“ habe. Die Kommunen werden damit Schwierigkeiten haben. „Mehr Spielräume“ und „mehr Verantwortung“ auf diese Art seien der „falsche Weg“. Unterstützung erhielt er vom stellvertretenden Landrat Jörg-Friedrich von Sobbe, der die Problematik dieses Themas im Kommunalwahlkampf darstellte und forderte: Die CDU müsse umgehend ein Informationsblatt zum Thema Straßenausbeiträge erarbeiten und zur Verfügung stellen, damit seitens der Kandidaten für die CDU in den unterschiedlich finanzstarken Gemeinden gleiche Aussagen gemacht werden können. Hans-Jörn Arp anerkannte das und sicherte zu, das Thema mit nach Kiel zu nehmen und sich dafür zu verwenden.

Hans Jörg Rickert, 06. Januar 2017, HN und www.jb-spo.de

Birte Krause wanderte am Strand und sammelte Plastikmüll

 

Diesen schönen frostklaren himmelblauen Wintersonnentag wollte Birte Krause so richtig für sich nutzen und fuhr gegen zwölf Uhr von Hamburg nach St. Peter-Ording. Das ist für sie nicht ungewöhnlich. Oft fährt sie an einem Tag schnell mal hierher an die Nordsee, ganz gleich zu welcher Jahreszeit, macht alleine einen Strandspaziergang und genießt die Atmosphäre von Weite und Freiheit. Wenn es passt, geht sie auch im Dorf oder Bad Shoppen. Die aufgeschlossene junge Frau, die in der Automobilbranche arbeitet und in Hörnerkirchen im Kreis Pinneberg an der Grenze zum Kreis Steinburg aufgewachsen ist, lebt da ganz spontan. Auch an diesem Tag fuhr sie wieder nach Hamburg zurück.

Dass sie allerdings mit einer Kiste Plastikmüll von ihrem Strandspaziergang in Böhl auf dem Weg durchs Vorland zum Leuchtturm zurückkehren würde, das hatte auch sie in Hamburg noch nicht gedacht. Beim Strandübergang Böhl hatte sie ihr Fahrzeug geparkt. Sie kennt sich aus und wusste, welchen Weg sie in den eineinhalb bis zwei Stunden so nehmen wollte. Freude pur war bei ihr angesagt ob des herrlichen Wetters.- Außerdem hat sie einen Blick für die Natur. So faszinierte sie im Vorland das frische noch dünne Eis mit den „Gefrierspuren“.

Nebenbei war ihr Blick schon zuvor auf die orange- und blaufarbigen „Dolly-Ropes“ gefallen, die erheblich zur Plastikvermüllung der Meere beitragen. Die Hamburgerin weiß, dass es abgerissene Plastikreste sind, die als Scheuerschutzfransen an den schweren Grundschleppnetzen angebracht sind, um diese vor vorzeitigem Abrieb zu bewahren. Es sind eben Verschleißartikel der Fischereiindustrie, die so konstruiert sind, dass bei Meeresbodenkontakt mit der Zeit einzelne Fäden abreißen. Vögel nutzen diese dann auch zum Nestbau. Nicht nur Jungvögel verenden qualvoll an ihnen. So hatte sie erst nur diese gesammelt. Als sie noch eine Fischereikiste entdeckt hatte, sammelte sie alles, was ihr an Plastikresten in den Weg kam.

Birte Krause war selbst erstaunt, was sie da alles gefunden hatte. Das erzählte sie freimütig. Eigentlich hatte sie die Kiste mit dem Müll noch entsorgen wollen, sie auf Hinweis dann aber bei einem der Müllbehälter beim Böhler Leuchtturm abgestellt. Mitarbeiter der TZ fahren die Deichstrecken zwecks Entsorgung der Müllbehälter regelmäßig ab und würden auch „ihre Kiste“ mitnehmen. So konnte sie, wie die Nordsee nun selbst von diesem Plastikmüll befreit, ihren Weg zum Parkplatz weniger anstrengend zurücklegen. Sie wollte vielleicht auch noch in den Ort.

Hans Jörg Rickert, 07. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Amüsanter Vorlese- und Erzählabend mit Autor Janne Mommsen

 

Janne Mommsen alias Volkmar Nebe las an diesem Abend aus seinem siebten Föhr-Roman „Seeluft macht glücklich“. Dazu erzählte er von sich und seiner kleinen und großen Protagonistenwelt, wie es bei diesen Autorenlesungen in St. Peter-Ording üblich ist. War der Besuch am Neujahrstag bei „Küsten-Crime - Neujahr special - neue Krimis von der Nordseeküste“ schon super gewesen, konnte Büchereileiter Andreas Falkenhagen bei der zweiten Veranstaltung im neuen Jahr ebenfalls wieder viele Interessierte begrüßen. Schon da wurde klar: Das wird ein amüsanter Abend.

Volkmar Nebe ist kein Unbekannter. Dass der 1960 in Kiel Geborene ein Synonym hat und auf dieses gleichermaßen hört, ist kein Wunder. Denn der Drehbuch- und Vielschreiber bezeichnet sich selbst als Grenzgänger zwischen verschiedenen Genres. Sein Vorleben weist unterschiedlichste Tätigkeiten auf: Nach dem Abitur Zivildienst bei den Mürwiker Werkstätten in deren Nebenstelle im Gotteskoog, Psychologiestudium und Helfer in der Psychiatrie, Erfahrungen als Stahlarbeiter, LKW-Fahrer und Traumschiffpianist sowie Musikstudium.- Groß geworden mit Geschichten aus der Kinderbibel, verheiratet, zwei Kinder und Verwandtschaft auf Föhr ist er heute Dozent für Musical/Chanson an der Schauspielschule Kiel. Er schreibt leidenschaftlich gerne und lebt mit seiner Familie in Hamburg. Das Drehbuch zum Nordfriesland-Film „Das Glück wohnt hinterm Deich“ (8.1.1999 arte, mit u.a. Dominique Horwitz ) stammt mit aus seiner Feder. So einer hat etwas zu erzählen.

Die gleichalten Protagonisten seines aktuellen Romans sind Jasmin und Thore. Der Kölnerin, die im katholischen Marienkrankenhaus als Verwaltungskraft arbeitet, wird eine Auszeit verordnet. Sie reist nach Föhr. Dort begegnet sie Thore, der den „Platten“ an ihrem Rad beheben soll. Sie vereinbaren kurzerhand für acht Wochen einen Tausch ihrer Wohnungen. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Aber das Leben schreibt eben auch scheinbar unmögliche Geschichten. An solchen Begebenheiten fehlt es in dem Roman nicht, auch nicht an den entsprechenden Dialogen und Pointen.- Es waren mehr Grientjer als lauthalses Lachen, ab und zu Gluckser und amüsiertes Zuhören, die Janne Mommsen beim Publikum erzeugte, das sich über seine Hintergrundinformationen zu Föhr und den anderen Protagonisten freute. Schließlich sind da noch Ralf in Köln, der beste Freund von Jasmin, die auf Föhr Urlaub machende Unternehmerin Frau Kannengießer, Thores Freunde Lars und Jens und viele Charaktere mehr. Dazu gibt es Lokalkolorit von Föhr und Köln, eben Urlaubslektüre mit Information, die zusätzlich zu Seeluft glücklich macht. Dafür sorgte Janne Mommsen reichhaltig und vielfältig.

Sylke Schmidt aus Taunusstein und Annette Ranft aus Hattersheim jedenfalls waren restlos begeistert. Sie wollten Janne Mommsen „live“. Den hatten sie. Auch bei Stefan und Claudia Parusel aus Biblis hatte dieser Abend die Erwartungen voll erfüllt. Sie nutzen und schätzen das Veranstaltungsprogramm während ihrer Aufenthalte in St. Peter-Ording und hatten die Karten schon im Vorwege bestellt. Der nächste Termin steht bereits: 20. Februar - Vorabend der Biike - Premierenlesung mit der Autorin Constanze Wilken zu ihrem neuen Wales-Roman „Die Klippen von Tregaron“.

Hans Jörg Rickert, 4. Januar 2018, HN und www.jb-spo.de

Neujahr – Momentaufnahmen am 1. Januar 2018 in St. Peter-Ording

 

Es ist der erste Tag des Jahres 2018. Das Wetter ist durchwachsen, hat von allem etwas im Angebot. Die Gäste in St. Peter-Ording schreckt selbst ein Regenschauer nicht. Man freut sich, will die frische Luft genießen und ist gemeinsam unterwegs. Auch Shopping ist möglich.- Ich fragte mich, was die Menschen zum Jahreswechsel nach St. Peter-Ording gelockt hat, welche Wünsche sie am ersten Tag des Jahres für sich selbst und die Welt haben. Vielleicht glückte es ja, ein paar Momentaufnahmen zu machen. Es glückte tatsächlich schon im Dorf bei der ersten Zufallsbegegnung. Auch am Strandübergang Köhlbrand und auf der Buhne war es nicht anders. Aufgeschlossen und mitteilsam waren sie, ließen sich gern auf ein Gespräch und mehr ein.

Nach Friedrichstadt war Familie Dietz aus Lübeck mit ihrer Tochter und dem Kromfohrländer gereist. Mit diesem Kurzurlaub wollten sie auch wegen ihres Hundes dem Böllern in der Silvesternacht entgehen. Nun waren sie zu einem Abstecher nach St. Peter-Ording aufgebrochen und im Dorf unterwegs, um den Neujahrstag zu genießen. Das Bekleidungsangebot hatte sie haltmachen lassen:“20 % Nachlass – mal sehen.“ Shopping gehört für sie zum Urlaub dazu, bekannten sie. Ihre persönlichen Wünsche für 2018 sind vor allem Gesundheit, und für die Welt sind ihnen Frieden und mehr Aufrichtigkeit in der Politik wichtig. Als sie dann erfuhren, dass in St. Peter-Ording das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nicht gestattet ist, und auf der Buhne am Silvesterabend ein Feuerwerk veranstaltet wird, war der Kommentar: „Gut zu wissen!“

Zwischen „Dorf 8“ und „Täglich“ hatte Harry Bresemann seinen Glühweinstand aufgebaut. Der fand regen Zuspruch. So zwischendurch mal ein wenig Aufwärmen, tat schließlich gut. Hier hatten sich unter vielen, auch Einheimischen, Freunde aus Celle, Hamburg, Schenefeld und Elmshorn eingefunden. Sie hatten zusammen Silvester gefeiert. Wegen der beiden Hunde waren sie nicht beim Feuerwerk gewesen. St. Peter-Ording selbst hat es ihnen angetan, da auch besonders das gemütliche Flair des Dorfes. Zum Campingurlaub kommen sie ebenfalls gerne. Gesundheit und Frieden haben bei ihnen Vorrang.

Vom Strand kam Delia Inhester-Sawetzki aus Moers mit ihrer Familie. Urlaub haben sie hier schon oft gemacht. Auch jetzt sind sie im „Alten Anker“ in Ording zuhause, aber zum ersten Mal zu Silvester. „Wir lieben St. Peter-Ording. Für die Kinder ist das wie ein Zuhause.“- „Richtig cool“, war die einhellige Bestätigung. Sie wünschen sich mehr Zeit für das Miteinander und Gesundheit. Dann waren es die Kinder: „Wir wollen Frieden und dass es keine Kriege gibt. Und der Hunger muss weg.“ Am liebsten hätten sie noch viel mehr erzählt.

Die beiden Paare aus Elmshorn und Mittelfels in Niederbayern waren sich zufällig am Strandübergang begegnet. Sie wollten zum bzw. kamen vom Strand. Die Mittelfelser hatten sich vom Elmshorner fotografieren lassen. Der bezeichnete sich in Bezug auf St. Peter-Ording als „Wiederholungstäter“. Übers Camping in Böhl sei das gekommen. Gesundheitliche Gründe hatten die Niederbayerin nach hier gebracht. „Mich hat das Nordseefieber gepackt; ich liebe St. Peter-Ording!“ Gesundheit war bei beiden Paaren der persönliche Wunsch. Ein größeres Umweltbewusstsein, mehr Solidarität und ein Ende des Terrors waren für sie von größter Bedeutung für die Welt.

 

Die Siebziger Fritz, Uwe und Willi – aus Steinau an der Straße (Hessen), Hamburg bzw. Cuxhaven - standen im Windschatten geschützt vor dem Bernsteinladen auf der Buhne. Ihre Frauen hielten sich beim Ladeneingang auf. Später stießen sie dazu. Vor 41 Jahren hatten sie sich im Iran kennengelernt. Als Schlosser bzw. Baggerfahrer waren die drei Männer dort 1977 für Hochtief beim Bau des KKW Bushere tätig gewesen und wegen der damaligen Unruhen 1979 nach Deutschland zurückgegangen. Seitdem treffen sie sich jährlich zu Silvester jedes Jahr woanders. Auch sonst werden Feste verschiedener Art miteinander begangen. Zum ersten Mal waren sie nun zum Jahreswechsel in St. Peter-Ording. „Super hat uns das gefallen. Das Feuerwerk war spitzenmäßig!“ Gesundheit und noch oft so schön Silvester feiern können – Mallorca steht für nächstes Jahr schon fest - Frieden und Essen für alle, Freiheit und Toleranz wünschten sie.

Im Laden war Familie Manthey aus Hildesheim. Boy Jöns informierte sie gerade anhand eines zierlichen Silberringes mit Bernstein. Urlaub nutzen sie gerne auch zum Shoppen. St. Peter-Ording kennen sie schon über Jahre und sind immer wieder gerne hier. Ihr sechs Jahre alter Sohn kennt es gar nicht anders. Mehr Ruhe und weniger Stress wünschen sie sich, dazu weniger Krisen und Konflikte sowie mehr Vernunft in der Politik und nicht so „komische“ Leute an der Macht.

Inzwischen regnete es mal wieder. Dunkel war es auch geworden, aber immer noch kamen Urlauber von der Seebrücke zur Buhne. Bei der Strandbude 1 und bei Pasquale war reichlich Besuch. Man ließ es sich gut sein. „Das hier hat etwas von Relaxen und Urlaubsflair“, waren sich zwei Braunschweigerinnen einig.

Hans Jörg Rickert, 1. Januar 2018, www.jb-spo.de

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