2021  MÄRZ

Richard-Flohrs Richardsen schied nach 35 Jahren im Gemeinderat aus und trat von seinen jetzigen politischen Ämtern zurück.

 

Gemeindevertretung SPO und Ausschüsse sind umbesetzt worden

Richard-Flohrs Richardsen hatte bereits in der Dezembersitzung zum 31. März seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern bekannt gegeben.

Es stand zwar nicht auf der mit insgesamt 31 Punkten höchst umfassenden Tagesordnung, aber alle Anwesenden wussten, dass die 20. Sitzung der Gemeindevertretung in St. Peter-Ording auch so einiges an Personalitäten im Gepäck hatte. So wurde es eben auch seine letzte Sitzung.

 

Das machte Bürgervorsteher Boy Jöns schon in seiner Eröffnung klar.

Er begrüßte Bürgermeister Rainer Balsmeier zu seiner ebenfalls letzten Sitzung im obersten Gremium der Gemeinde und dessen Nachfolger Jürgen Ritter – ab 1. Mai – zu seiner „inoffiziell“ ersten. Gleichzeitig hieß er Tourismusdirektorin Katharina Schirmbeck willkommen.

 

Nach der Einwohnerfragestunde – mit zum Teil auch kontroversen Passagen, aber das ist in SPO nichts Neues – standen mit der Umbesetzung von Ausschüssen und Wahlen des Vorsitzenden für den Finanzausschuss sowie des 1. stellvertretenden Bürgermeisters sowie dessen Ernennung und Vereidigung zunächst einmal „Formalitäten“ an.

 

Seit 1986 hat sich Richard-Flohrs Richardsen ehrenamtlich politisch für St. Peter-Ording eingebracht. 1941 in Remagen geboren, kam er 1946 nach Brösum und besuchte bis zum Abitur 1960 das Gymnasium St. Peter. Sein Name sagt schon aus, dass er nach Eiderstedt gehören muss, erinnert doch das „Flohrs“ in seinem Vornamen an Martje Flohrs. Ihr Trinkspruch „Et gah uns wol op unse olen Dage“ ist auf der Halbinsel immer noch gegenwärtig und aktuell. Er war von 1960 an zunächst als Maschinenbaulehrling, dann Student, anschließend Maschinenbau-Ing. in Bayern in der Kunststoffbranche und zuletzt bis 1976 an der Berufsschule Husum auswärts tätig. Danach übernahm er in Ording Drift das von seiner Mutter begründete Kinderheim, später wurde es „Landhaus Richardsen“. Mit nun 80 Jahren hatte er für sich den Abschied aus der Gemeindepolitik festgesetzt. Ganz ist ihm das allerdings nicht gelungen: Man hat ihn überzeugen können: Im Bauausschuss bleibt er noch als nun bürgerliches Mitglied.

 

In dieser Sitzung aber sollte er noch einmal richtig arbeiten, machte Boy Jöns in seiner Laudatio gleich deutlich. Als insgesamt 20 Jahre Vorsitzender des Finanzausschusses hatte er zunächst die Prüfung der Jahresrechnung für 2019, etwas später dann Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2021 und außerdem die Gewinn- und Verlustrechnung 2018/2019 für die Friedhöfe vorzustellen. Und auch sonst war er noch an allen Punkten beteiligt, u.a. als „Insider“ an den B-Plänen Nr. 73 für den Einzelhandel in Ording (Edeka/Aldi) sowie den B-Plan Nr. 48 für die 3. Änderung, das Gebiet „Camping Olsdorf“ betreffend.

 

Boy Jöns hatte seinem Fraktionskollegen von der CDU zuvor bescheinigt: „Du hast Großes für unsere Gemeinde geleistet.“ Richardsen war erst zweiter und ab April 1998 erster stellvertretender Bürgermeister und begleitete so Rainer Balsmeier bis heute über dessen gesamte Amtszeit. Sitz und Stimme hatte er im Sparkassenzweckverband, in der Aktiv-Region und beim Wasserbeschaffungsverband. „Du hast dich immer intensiv vorbereitet und gingst akribisch vor. Wenn du auch nie als großer Redner aufgetreten bist, war deine Perfektion im Thema der Sache höchst zuträglich. Herzlichen Dank für diese Arbeit und deinen Einsatz für die Gemeinde St. Peter-Ording“, würdigte der Bürgervorsteher das kommunalpolitische Wirken des scheidenden Gemeindevertreters, dem stehend großer Beifall gespendet wurde.

 

Richard-Flohrs Richardsen dankte und blickte in Kürze zurück. Dr. Ortwin Nissen und Heinrich Schop hatten ihn in die politische Arbeit der CDU eingebunden. Von Jörg Friedrich von Sobbe hat er dann den Finanzausschuss übernommen. Schon in der ersten Wahlperiode ist er dort Mitglied gewesen. Sein Dank ging auch an Bürgermeister Rainer Balsmeier für die Zusammenarbeit. Vertretungsaufträge habe es relativ selten gegeben. Insgesamt habe er mit Jürgen Gutleben und auch Wolfgang Sieg als Gemeindevertreter drei Bürgermeister erlebt.

 

  • In die freie Gemeindevertreterposition der CDU-Fraktion rückt Roger Heim. Er ist ab nun auch Mitglied im Finanzausschuss.
  • Erster stellvertretender Bürgermeister ist jetzt Jan Duggen (CDU).
  • Den Vorsitz im Finanzausschuss übernimmt das bisher bürgerliche Mitglied Bernhard Lackhoff (CDU).

 

Diese und weitere Umbesetzungen beschloss die Gemeindevertretung entsprechend der Vorlage. Auch alle anderen Tagesordnungspunkte wurden abgearbeitet. Nur beim Satzungsbeschluss für den B-Plan Nr. 73 gab es eine Neinstimme. Zweimal gab es eine Enthaltung. Damit gingen alle Tagesordnungspunkte bis auf einen einstimmig durch die Gemeindevertretung.

 

Mit angemessenen Worten für die hervorragende Art und Weise der Wahrnehmung des Amtes als Bürgermeister richtete sich Boy Jöns zum Abschluss des öffentlichen Teils an Rainer Balsmeier und sagte mit zwinkernden Augen: „Danke, dass Sie sich das angetan haben.“

Hans Jörg Rickert, 29. März 2021, HN und www.jb-spo.de

Großes Lob von Andrea Kummerscheidt für Rainer Balsmeier

 

Fast 12 Jahre ist er Vorsitzender des Schulverbandes Eiderstedt gewesen

„Sie haben den Schulverband Eiderstedt zu dem gemacht, was er heute ist“, leitete Andrea Kummerscheidt, Bürgermeisterin der Stadt Garding, ihre kurze Laudatio für Rainer Balsmeier, Bürgermeister der Gemeinde St. Peter-Ording, ein. Die elfte Sitzung war gerade genauso zu Ende gegangen, wie sonst auch: Ohne viel Aufregung, schnörkellos und orientiert an einer guten Ausstattung der fünf Standorte für eine solide Schularbeit. Das sind die Theodor-Mommsen-Schule in Garding mit der Nebenstelle in Tetenbüll und die Utholm-Schule in der Kirchenleye (Utholm-Schule) und das Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil (Nordseeschule) in der Pestalozzistraße bzw. im Fasanenweg in St. Peter-Ording.

2009 entstand der Schulverband durch die seitens der Landesregierung erfolgte Umwandlung des Schulwesens mit der Schaffung von Gemeinschaftsschulen, zum Teil mit Oberstufen, an denen das Abitur vergleichbar dem am Gymnasium erworben werden kann. Das war für die Schulstandorte auf Eiderstedt nicht einfach, zumal Tönning insbesondere von Garding Schüler abzog. Garding wurde damit nur noch Grundschulstandort. Das führte u.a. auch zu Auseinandersetzungen mit Tönning, die inzwischen beigelegt sind. Hier war der Schulverband gefordert.- Die Schulstandortstruktur auf Eiderstedt ordnete sich neu, u.a. hat Oldenswort inzwischen eine private Grundschule. Insofern ist die amtsangehörige Gemeinde Oldenswort kein Mitglied im Schulverband. Auch Kotzenbüll und Norderfriedrichskoog gehören ihm nicht an.

Das stand „zwischen den Zeilen“, als Andrea Kummerscheidt ihrem Bürgermeisterkollegen und seit 2009 auch Schulverbandsvorsteher im Namen der Runde der Vertreter der Gemeinden kundtat: „Sie haben durch Ihre professionelle und souveräne Arbeit überzeugt. Es gab nie große Diskussionen. Auf Augenhöhe und im direkten und menschlichen Kontakt haben wir im Schulverband miteinander gute Lösungen auf den Weg gebracht. Danke!“- Rainer Balsmeier dankte ihr und gab neben Erinnerungen an einige wichtige Ereignisse an die Runde zurück: „Wir haben eine ganze Menge erreicht. Ich habe Sie gerne mitbegleitet.“ Das ging auch in Richtung Peter Th. Hansen, den Vorsitzenden des Hauptausschusses des Schulverbandes, in dem Entscheidungen in gleicher Weise konstruktiv vorbereitet werden. Gegenüber den Schulleitungen hob Balsmeier das positive Feedback hervor, das auch dieses Mal in den Berichten durchklang.

Im Hinblick auf die Herausforderungen durch Corona fasste Schulleiter Nils Ole Hokamp für seine beiden Kolleginnen Nina Rother und Doris Birkenbach das dann so zusammen: „Schule hat mit dem, was derzeit ist, sehr viel Zusätzliches zu regeln.“ Nach Hoffnung auf Erleichterungen innerhalb kürzerer Zeit hörte sich das nicht an.

Alle Tagesordnungspunkte von Jahresabschluss für das Jahr 2019, die Nachtragshaushaltssitzung für 2021 und auch die für die Anschaffung von neuem Klassenmobiliar für die Utholm-Schule gingen durch, diese allerdings nur mit erheblichen Abstrichen, nachdem Irritationen beseitigt werden konnten. In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, wie sorgfältig bei aller Unterstützung der Schularbeit im Schulverband abgewogen wird, ob Geld für Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden kann. Gerade der Digitalpakt stellt den Schulverband zurzeit vor große Herausforderungen.

Spenden gingen bis zum 31.12.2020 zugunsten des Jos beim Schulverband ein von der VR Bank Westküste in Höhe von 500 € und seitens der Tourismuszentrale in Höhe von 1373 €. Für jede Rückmeldung zur Tourismusakzeptanzstudie der TZ gab es einen Euro.- Seitens des Jos hatte man mit dem Einstudieren eines neuen Musicals begonnen. Zurzeit ruht diese Jugendarbeit Corona-bedingt seit einem Jahr. Ragna Bielfeldt und Alina Krügel waren als Honorarkräfte tätig. Sie spendeten ihr Honorar in Höhe von zusammen 1680 € und hoffen mit allen Beteiligten auf wieder bessere Zeiten. Das Musical hätte im Herbst 2020 zum 75-jährigen Schuljubiläum des Gymnasiums aufgeführt werden sollen.

Weitere Informationen unter https//www.amt-eiderstedt.de, danach über „Amt und Gemeinden“ zu „Schulverband Eiderstedt“ und weiter „Protokolle“.

Hans Jörg Rickert, 22. März 2021, HN und jb-spo.de

TIPP – Natur pur in der Tümlauer Bucht beim Grudeweg

 

Wattenmeer-Erlebnis der besonderen Art für wirkliche Naturfreunde

Der Natur gegenüber ist höchste Rücksichtnahme angesagt.

Die Tümlauer Bucht am Ende des Grudewegs an der Grenze zwischen Brösum und Ording vom Norderdeich aus zu erkunden hat etwas. Wind und Wetter jeglicher Art müssen einem dabei schon egal sein, den Flutkalender muss man kennen und vor allem Einsamkeit mögen. Für Gruppen ist dieses Ziel auch nicht gedacht. Hier muss man sich einfach als „einsamer Gast in der Natur“ wohlfühlen können. Der Natur gegenüber ist höchste Rücksichtnahme angesagt. In der Brutzeit – sie beginnt im März - ist es selbstverständlich, hier nicht zu stören.

Der Weg von Hungerhamm aus über die Deichtreppe und dann auf dem seeseitigen Katastrophenweg in Richtung Grudeweg und dann über die Deichrampe weiter zu den Beobachtungshütten – oder eben in umgekehrter Richtung – vermittelt ab März Eindrücke genug.

Kiebitze und Austernfischer treffen wieder ein und besetzen ihre Reviere, ebenfalls Rotschenkel.- Goldregenpfeifer und andere Zugvögel machen Rast und ziehen weiter. Enten und Säbelschnäbler finden sich bei den Wasserflächen ein. Manche brüten hier. Auch Brandenten sind zu beobachten. Hasen tummeln sich auf den Fennen. Ab und zu sieht man sie „jachtern“. Häsinnen locken die Rammler einfach an. Später kommen die Alpenstrandläufer, von denen sich seit einigen Jahren in Nähe der Pütten eine Kolonie entwickelt hat. Und wenn dann die Gänse weg sind, sind die Vögel auch wieder da. Es ist schon erstaunlich, welchen ihrer Art man hier begegnen kann. Lerchen allerdings sind hier nur wenige. Sie findet man vor allem in Böhl.

Aber von Mitte Oktober bis März sind hier auf diesem Stück Eiderstedt hauptsächlich nur Nonnengänse anzutreffen. Es sind bis Mai „Heerscharen“ von ihnen auf den Fennen. Man muss sie ja nicht aufscheuchen. Schließlich müssen sie dann noch mehr Gras fressen, um ihre Energiereserven wieder aufzufrischen. Aber es gibt auch Tage, wo es ihnen hier zu ungemütlich ist und sie sich weiter binnenwärts aufhalten.

Am 7. März nutzte ich dieses Jahr die Gelegenheit für eine Wanderung hinaus auf die Sandflächen vor Dünen und Deich bis hin zum Hauptpriel, von der Deichrampe am Ende des Grudeweges ausgehend. Das Wetter war bedeckt, aber es war Niedrigwasser. Nur wenige Nonnengänse waren im Watt. Ansonsten war es leer und still,

so recht noch geeignet für eine „Einsamkeitstour“.

 

BILDERFOLGE

Hans Jörg Rickert, 14. März 2021, www.jb-spo.de

Siehe auch unter www.jb-spo.de

2020      April      Nonnengänse sammeln sich zum Flug in die Arktis

Es ist Hasenhochzeit in Ording

2019      April      Tipp - Es ist wieder Vogelzeit am Grudeweg

Mai        Ein Schweizer hat der Vogelwelt zuliebe seine Liebe für Eiderstedt entdeckt

Auf Kiebitzküken lauern viele Gefahren, aber die Eltern sind wachsam

2018      Febr.     Tipp - Vogelbeobachtungen und mehr auf Eiderstedt im Februar

                März     Tipp - Wintertourblicke in St. Peter-Ording

2017      Mai        Brutzeit im Nationalpark

Wir machen das! – Selbsttestung auf SARS-CoV-2-Viren in der NOS

 

Im Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil St. Peter-Ording läuft die Aktion

Es ist Mittwoch, der 24. März um kurz vor 8 Uhr im Jos, dem Gebäude von Schulverband Eiderstedt und Gemeinde St. Peter-Ording für Jugendzentrum, offene Ganztagsschule und Schulsozialarbeit. Für seinen eigentlichen Zweck ist es geschlossen. Funktionell aber ist es auch super geeignet für die Durchführung der Selbsttestung auf SARS-CoV-2 Viren.

Am Montagmittag hatten sich Schulleiter Nils-Ole Hokamp, der Mediziner Dr. Volker Sprenkmann und Daniel Schädler, der für die offene Arbeit im Jos hauptverantwortliche Koordinator, verabredet. Sie waren sich bereits einig, Schülerinnen und Schülern der Nordseeschule sowohl des Gymnasiums als auch des Gemeinschaftsschulteils die Möglichkeit zur Selbsttestung anzubieten. Dr. Sprenkmann hatte sich bereit erklärt, dies mit zu unterstützen und zu begleiten. Der pensionierte Arzt ist auch beim Impfen mit im Einsatz. „Wir machen das!“ war der gemeinsame Slogan. Es war an dem Tag nur noch darum gegangen, wie es organisatorisch zu machen sei. Damit wurde Daniel Schädler beauftragt.

Nun war der große Schülerarbeitsraum des Jos entsprechend hergerichtet. Er ist für diese Maßnahme über eine Tür zur Pestalozzistraße hin zugänglich. Sie diente als Eingang für die Testwilligen. Der Ausgang erfolgte über den Aufenthalts- und Spieleraum und den sich anschließenden regulären Eingangsbereich. Dort hatte Sandra Philippsen – offene Ganztagsschule und Schulsozialarbeit – vom Büro des Jos aus alles im Blick.

Auf den Tischen lagen grüne Zettel mit der Aufschrift „gereinigt“. Das Raumpflegepersonal war seiner Aufgabe nachgekommen. Beim Eingang war für die Desinfektion der Hände alles bereit. Notwendige Materialien wurden an jeden Platz gelegt: Nasenabstrichtupfer, Pufferröhrchen, dazu die kleine Kappe und eine Wäscheklammer zum Halten des Röhrchens, Teststreifen und Bleistift. Dieser diente zur persönlichen Kennzeichnung des Teststreifens mit selbst gewählten Initialen durch den jeweiligen Probanden, um im Falle eines positiven Tests Verwechslungen ausschließen zu können.

Daniel Schädler war gerade dabei, die Anlage für das Info-Video zur Durchführung des Tests und zwecks Überbrückung für die während des Tests erforderliche Wartezeit ein Unterhaltungsvideo zu installieren. Da ertönte über Lautsprecher die Durchsage von Schulleiter Nils-Ole Hokamp: „Heute beginnen ja die Selbsttests für die Klassen 7 bis 12. Morgen ist noch einmal die Gelegenheit dazu. Sollten es zu viele Teilnehmer werden, wird versucht, Freitag einen Nachholtermin anzubieten. Der Freitag ist vorgesehen für die Klassen 5 und 6 sowie für den 13. Jahrgang der Oberstufe.“

Das betraf im Jos aber nur die Schüler*innen des Gymnasiums. Im Gemeinschaftsschulteil im Fasanenweg führten Schüler der 9. bzw. 10. Klassen ihre Tests schon am Montag bei Anwesenheit von Schulsozialarbeiterin Thekla Prokop und Lehrkraft Alexander Bohn durch. Am Dienstag war bereits Start der schriftlichen Abschlussprüfungen. Für die anderen Klassenstufen war ebenfalls Mittwoch der vorgesehene Termin für die Durchführung dieser freiwilligen Testungen.

Der organisatorische Aufwand für den Vorlauf ist schon enorm. Außer einer umfassenden und verständlichen Information über die Möglichkeit der Durchführung der freiwilligen Selbsttests sind die Formulare „Einverständniserklärung zur Selbsttestung mittels PoC-Antigen-Test und Einwilligung zur Verarbeitung personenbezogener Daten“ anzufertigen und zu verteilen. Aber das hat an der Nordseeschule sehr gut geklappt. Die ersten Schüler aus der 7. Klasse hatten alles ordnungsgemäß dabei. Daniel Schädler nahm das entgegen, kontrollierte hinsichtlich erforderlicher Unterschriften, und das Testen konnte beginnen. Pro Jahrgang nahmen bisher etwa die Hälfte aller Schüler*innen teil. Für jeden Durchlauf nahm man sich entsprechend Zeit, etwa eine Stunde für alles einschließlich Erklärung und Beantwortung von Fragen. Besondere Vorkommnisse gab es bisher nicht.

Hans Jörg Rickert, 24. März 2021, HN und www.jb-spo.de

Sachstandsbericht zur Hochwasserthematik zeigt Fortschritte auf

 

Für die von den B-Plänen 1 und 36 Betroffenen gibt es Hoffnungszeichen

 

1,5 Mio € und mehr schlügen in der Straße „Im Bad“ an Aufwendungen für mobile Hochwasserschutzwände zu Buche, begann Carsten Eritt seinen Sachstandsbericht zur Hochwasserthematik in der letzten Bauausschuss-Sitzung.- Es war die 33. In der lfd. Legislaturperiode seit Juni 2018.

„Wir können inzwischen scharf sagen, inwieweit ein Grundstück beeinträchtigt ist“, sagte Bürgermeister Rainer Balsmeier und ergänzte: „Wir sind es den Anliegern schuldig, dass wir die B-Pläne 1 und 36 abschließen.“ Derzeit liegen die Pläne seit einem Jahr „auf Eis“. Mit dem LKN hat man sich abgestimmt, welche Alternativen es geben könne.

Für den B-Plan Nr. 13 existieren bereits Festsetzungen derart, dass gewerblich genutzte Räume erst ab einer Höhe von 5,10 m über Normalhöhennull errichtet werden dürfen, solche für Wohnzwecke erst ab 5,60 über NHN. Deutlich erkennbar ist das im „Blanker-Hans-Weg“ und im „Strandläuferweg“. Entsprechende Flächen werden dort gewerblich genutzt bzw. dienen der Verwendung für Fahrzeug-Stellplätze. Ähnlich müsste man das für die B-Pläne 1 und 36 festsetzen, nur das aufgrund des angestiegenen Meeresspiegels eine zusätzliche Erhöhung um jeweils 10 cm mitberücksichtigt werden muss.

B-Plan 36                                                                                         B Plan 13

Solange der Regionaldeich nicht dem Standard eines Landesschutzdeiches entspricht, sind für die Gewährung des Hochwasserschutzes alternative Maßnahmen erforderlich. Die Gefährdungslage stellt sich für die Bebauung aber unterschiedlich dar. Gemeindevertreter und Ausschussmitglied Bodo Laubenstein fragte u.a. auch deswegen nach, inwieweit die Sicherstellung des Hochwasserschutzes eine öffentliche Aufgabe sei. Bürgermeister Rainer Balsmeier machte deutlich, dass Grundstücksbesitzer ihre Anlagen selber schützen.

Seitens des Gutachters für den Regionaldeich gibt es grundsätzlich vier Varianten einer möglichen Ertüchtigung, um den Standard eines Landesschutzdeiches zu erreichen. Es ist jetzt zu klären, welche der Varianten näher betrachtet werden sollten. Nur eine, aber auch alle vier könnten in Frage kommen, so der Bürgermeister.

Seitens der Verwaltung wird davon ausgegangen, dass die Bebauungspläne in der für den 12. April anberaumten Sitzung des Bauausschusses dann auch bezüglich des Hochwasserschutzes angepasst werden könnten. Zunächst hatte das Landeswaldgesetz neue Anpassungen erforderlich gemacht, danach das Landeswassergesetz. Grund der Überarbeitung des B-Planes 1 war anfangs gewesen, dass im Laufe der Jahre entgegen geltendem Baurecht Umbauten u.a. von Abstellräumen in Ferienwohnungen vorgenommen worden sind. Die Verwaltung möchte bzw. muss deswegen eine eindeutige Rechtslage herstellen.

 

Seit etwa zehn Jahren ist der B-Plan in Sitzungen des Bauausschusses immer wieder Thema. Derzeit gilt der Zustand von vor 50 Jahren.

Hjr, 19. März 2021, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu auch unter www.jb-spo.de 2020

Jan.        Am Landeswald- und Landeswassergesetz kommt niemand vorbei

Okt.       Bauausschuss und Bürger haben es in St. Peter-Ording nicht leicht

Nov.      Die Hochwasserproblematik fordert viel von St. Peter-Ording

Dez.       Bausachen sind komplex und bedürfen gründlicher Vorarbeiten

Finanzausschuss bewegt Millionen bei geringem öffentlichen Interesse

 

Klare Erläuterungen sorgten für einstimmige Empfehlungsbeschlüsse

Bei der 18. Sitzung des Finanzausschusses am 8. März in der Aula der Nordseeschule ging es um etliche Millionen. Das war schon an der Tagesordnung erkennbar:

Prüfung der Jahresrechnung der Gemeinde für 2019,

Wirtschaftsplan 2021 des Eigenbetriebes Tourismus-Zentrale und

Haushaltsplan sowie Haushaltssatzung inkl. Stellenplan 2021 für die Gemeinde St. Peter-Ording.

Kenntnisnahme der Gewinn- und Verlustrechnung 2018/2019 für die Friedhöfe St. Peter-Ording und die damit verbundenen Ausgleichszahlungen seitens der Gemeinde an das Ev.-Luth. Nordfriesische Friedhofswerk.

- Das ist vertragsmäßig so geregelt. Sie belaufen sich für 2018 und 2019 auf zusammen rund 180.000 €. Im Haushalt 2020 wurden bereits ca. 85.000 € bereitgestellt und im Haushalt 2021 ist der Ansatz mit 87.100 € angegeben.

 

Im Haushaltsplan findet sich letztlich alles finanzielle Verwaltungshandeln von der Ergebnisrechnung 2019 bis hin zur Planung 2024 wieder. Aufgabe der Mitglieder des Finanzausschusses ist dabei, sich insgesamt zu informieren, sich bei aufkommenden Fragen zu den Haushaltspositionen über die Vorarbeiten aufklären zu lassen und schließlich für die Gemeindevertretung einen Empfehlungsbeschluss zu fassen.-

 

Das geschah auch dieses Mal, und der Beschluss war einstimmig.

 

Wegen „Corona“ hatte man seitens des Amtes Eiderstedt bereits am 25. Januar 2021 allen Mitgliedern der Gemeindevertretung und des Finanzausschusses den Entwurf des Zahlenwerkes für 2021 übersandt. In der Regel gibt es zwei Sitzungen des Finanzausschusses vor Beschlussfassung durch die Gemeindevertretung. Wegen Corona war es dieses Mal nur eine Sitzung, deshalb auch der Informationsvorlauf von über sechs Wochen.- Andreas Voß – bürgerliches Mitglied für die FDP - fragte bei einigen Positionen nach. Er war seitens der FDP-Fraktion anwesend in Vertretung für das wie er bürgerliche Mitglied Horst Fischer. Der Klärungsbedarf insgesamt war gering. Bürgermeister Rainer Balsmeier hatte die Erläuterung des Planes umfassend vorgenommen.

 

Im Ergebnisplan werden Erträge in Höhe von 15.065.000 € und Aufwendungen von 15.046.600 € festgesetzt. Der Haushalt schlösse dann mit 18.400 € Überschuss ab. Im Finanzplan stehen aus der Verwaltungstätigkeit 13.971.100 € Einzahlungen 13.484.700 € Auszahlungen gegenüber. Die Einzahlungen aus der Investitions- und Finanztätigkeit belaufen sich auf 746.900 €, die Auszahlungen auf 7.247.900 €. Die Anzahl der Stellen ist mit 12,94 angegeben. Einschließlich des Eigenbetriebes TZ sind es ca. 190 Stellen.

 

Gemäß Finanzausgleichsgesetz entscheidet eine Gemeinde selbst über die Verwendung der Schlüsselzuweisungen des Landes für übergemeindliche Aufgaben. Deren Quote wird mit 36,48 Prozent ausgewiesen. Aufzubringen wären demnach 827.420 €. Gezahlt aber werden nur 412.128 € als zentralörtliche Zuweisung. Balsmeier war in seiner Erläuterung erinnernd auf die Tatsache eingegangen, dass dem Antrag der Gemeinde auf Einstufung als Unterzentrum nicht stattgegeben worden war.- Solche Hinweise befinden sich im Vorbericht.

 

Die Auswertung der Produktkontenübersicht erfolgt ab Seite III.220. Hier finden sich dann z.B.

  • 610.000 € für die Sanierung des „Olsdorfer Kruges“
  • bzw. 300.000 € für die Anschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges für die Feuerwehr und
  • 9.000 € Zuschuss an die DLRG für ein Allrad-Einsatzfahrzeug.
  • Die Kosten für die Kita, Schulen, kulturelle Einrichtungen wie Museum und Bücherei sind hier genauso ersichtlich wie ein
  • Darlehen in Höhe von 630.000 € an die Breitbandgesellschaft.

 

Das ist in Teilen vorher auch durch die Fachausschüsse der Gemeindevertretung gegangen.

 Letztlich aber entscheidet nun die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 22. März über all diese Maßnahmen, die sich bei den Haushaltspositionen hinter den Beträgen verbergen.

Insofern wird auch verständlich, dass der Bürgermeister vor Eintritt in die Behandlung der Finanzpunkte angesichts der leeren Stühle für die Öffentlichkeit diese Tatsache vorab so kommentierte: „Ich freue mich zwar über das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern bei vielen Sitzungen, in denen der Raum gefüllt ist, aber wenn wir hier wie heute Millionen bewegen, ist kein Mensch da.“

Das ist nicht nur dieses Mal so gewesen.- Finanzen sind ein schwieriges Geschäft, aber die Entscheidungen fallen im Finanzausschuss. Die Gemeindevertretung „segnet das letztlich nur noch ab“. Anders wäre es auch nicht machbar.- Deshalb ist ein größeres öffentliches Interesse einfach wünschenswert.- Alle vier Empfehlungsbeschlüsse fielen einstimmig.

 

Außer den sechs von sieben Mitgliedern des Finanzausschusses – vier regulär und zwei als Vertreter - waren aus dem Fachbereich Finanzen des Amtes Eiderstedt Christian Rach, Karl-August Petersen und Sabrina Becker anwesend. Als Gemeindevertreter war Bodo Laubenstein gekommen, aber er war nicht vertretungsberechtigt. Tourismusdirektorin Katharina Schirmbeck -sie hat am 1. März ihre Tätigkeit aufgenommen - verfolgte die Sitzung mit ebenso großem Interesse wie Jürgen Ritter als ab 1. Mai dann Bürgermeister von St. Peter-Ording. Für Richard-Flohrs Richardsen war es die letzte Sitzung als Vorsitzender des Finanzausschusses. Er gibt seine politischen Ämter am 31. März ab.

Hans Jörg Rickert, 11. März 2021, HN und www.jb-spo.de

Siehe dazu auch unter www.jb-spo.de

2019      August                 Sitzung des Finanzausschusses befasste sich mit den Kosten für die Friedhöfe

2020      Nov/Dez.            Finanzausschuss St. Peter- Ording waltete gründlich seines Amtes

2021      Febr.                     Der Wirtschaftsplan der TZ geht für 2021 von einem hohen Verlust aus

Willkommen an Bord

Tourismus-Direktorin Katharina Schirmbeck startet in St. Peter-Ording   (Bericht und Foto: TZ-SPO)

 

Die neue Tourismus-Direktorin Katharina Schirmbeck hat ihre Tätigkeit in St. Peter-Ording aufgenommen. Seit 1. März 2021 arbeitet sie mit Blick auf Dünen, Pfahlbauten - den Wahrzeichen des Ortes - und Nordsee in ihrem Büro in der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording. „Ich freue mich, hier zu sein“, sagt sie, „und freue mich auf die vielfältigen Aufgaben in einem einzigartigen Ort wie St. Peter-Ording“. 

 

Ihre ersten Tage sind von Besprechungen geprägt, vom Kennenlernen ihrer Mitarbeiter, der politischen Vertreter und touristischer Akteure. Und von Vorbereitungen für die Sommersaison. „Aktuell ist die Bewältigung der Pandemie am wichtigsten“, sagt Katharina Schirmbeck. „Wie ist der Stand der Dinge? Was sind die dringendsten Themen? Wie starten wir in die Saison? Momentan können wir nur von Tag zu Tag planen, aber wir müssen uns jetzt vorbereiten.“ Die Tourismus-Zentrale arbeitet in diesem Zusammenhang auch eng mit dem Ordnungsamt zusammen. In einem ersten Schritt öffnet sie am 17. März das Gesundheits- und Wellness-Zentrum für medizinische Behandlungen. 

 

Blick in die Zukunft

Neben den aktuellen Herausforderungen hat Katharina Schirmbeck jedoch auch künftige Themen im Blick. „St. Peter-Ording ist ein einmaliger Ort an der Nordseeküste Schleswig-Holstein, hat großes Potenzial und ist gut für die Zukunft aufgestellt. Eines meiner Ziele ist, dass sich St. Peter-Ording im Schulterschluss mit den lokalen und regionalen Akteuren, mit Politik und Gastgewerbe zu einem modernen, nachhaltigen Ort weiterentwickelt. Dabei müssen alle Interessensgruppen im Ort Gehör finden, denn ich möchte die unterschiedlichen Interessen vereinen.“ 

 

„Auch die Digitalisierung ist mir sehr wichtig. Die Tourismus-Zentrale hat in diesem Bereich viel erreicht, zum Beispiel bei der Online-Buchbarkeit“, sagt Katharina Schirmbeck. „Ich möchte aber außerdem das Thema Digitale Gästekarte weiter voran bringen.“ Ein entscheidender Punkt dafür sei die Glasfaseranbindung, die erst am Anfang stehe.

 

Persönlich genießt sie nach 15 Jahren in der Großstadt jedoch vor allem erstmal das, was St. Peter-Ordings Besonderheit ausmacht: die Nordsee, die frische Luft, die Weite der Landschaft und des Strandes. 

 

Katharina Schirmbeck

Katharina Schirmbeck setzte sich im November 2020 in der zweiten Runde des Bewerbungsverfahrens um die Position der Tourismus-Direktorin in St. Peter-Ording durch. Die gebürtige Osnabrückerin studierte Tourismusmanagement an der Hochschule Bremen, in der sie heute nebenberuflich als Dozentin arbeitet. Sie war 14 Jahre für den Reisekonzern TUI in Hannover tätig. Nach Marketing-Positionen im Fernreisegeschäft leitete sie zuletzt das IT-Management der TUI und war für die digitale Transformation beim Einkauf von Hotel-Kapazitäten verantwortlich. 

---------------

Das  JAHRBUCH wünscht Frau Schirmbeck einen guten Start und viel Erfolg !

Steinkauzprojekt beim Westküstenpark ist erfolgreich gestartet

 

Eiderstedts Eulenbeauftragter Armin Jeß und seine Mitstreiter haben viel vor

 

„Adam und Eva“ und „Rosalie und Trüffel“ sind die Namen für die beiden Steinkauzpaare, die Ende Januar beim Westküstenpark die extra für sie errichteten zwei Volieren bezogen haben. Aus Baden-Baden bzw. Bad Segeberg kamen sie für ein Nachzucht- und Auswilderungsprojekt nach St. Peter-Ording. Das hat sich auch gut angelassen. Die Paare mögen sich. Das ist keineswegs selbstverständlich. Von ihnen angelegte Nahrungsdepots und „Frühlingsgefühle“ – über Kamerakontrolle festgestellt – lassen das erkennen.

Die Geschlechtserkennung war im Vorweg über DNA anhand von Federn erfolgt. Die Käuzchen leben insgesamt sehr versteckt und sind bei Tag kaum zu beobachten. Den zwischenzeitlichen Wintereinbruch haben sie gut überstanden. Die Hoffnung ist groß, dass es im April Gelege mit drei bis fünf Eiern geben wird. Die ausgebrüteten Jungvögel werden dann später zu gegebener Zeit ausgewildert.

 

Armin Jeß, Birger Schmidt und Toni Thurm aus St. Peter Ording, Anika Budde aus Tetenbüll und Ellin Schulze aus Tönning gehören zu den Eulenbetreuern auf Eiderstedt. Sie haben ein Faible für Eulen entwickelt. Anika Budde hatte z.B. vor einiger Zeit eine Schleiereule beobachtet und war von diesem Vogel einfach fasziniert. Sie machte sich im Netz kundig. So kam es zum Kontakt mit Armin Jeß, dem seitens des Landesverbands Eulenschutz seit mehr als 20 Jahren zuständigen Eulenbeauftragten auf Eiderstedt.

Schleiereulen finden sich noch auf etlichen Hofstellen. Uhlenfluchten gab es früher in jedem Haubarg. Auch Steinkäuze waren auf Eiderstedt beheimatet. Ihr Vorkommen hier ist jedoch seltener geworden. Bei Poppenbüll, Witzwort und Oldenswort gibt es diesen kleinen Eulenvogel noch. Zu seiner Orientierung muss die Umgebung in einem Radius von ca. 1000 Meter durch Knicks, Obstwiesen und Bebauung strukturiert sein. Dann fühlen sich Steinkäuze wohl. Auch Artgenossen ziehen sich gegenseitig an.

 

Die Eiderstedter Eulenfreunde hatten deswegen die Idee, hier wieder Steinkäuze anzusiedeln. Durch Mitarbeiter vom Tierpark Eekholt haben sie sich in Sachen Steinkauz-Haltung schulen lassen. Mit dem Landesverband für Eulenschutz entwarfen sie eine auf 10 Jahre angelegte Projektskizze und wurden bei diesem Vorhaben auch sofort von der Gemeinde St. Peter-Ording und dem Westküstenpark unterstützt. Das Land Schleswig-Holstein bewilligte die für diese Artenschutzmaßnahme erforderlichen Mittel in Höhe von 5000 €. Die Gelder dienten in erster Linie der Materialbeschaffung für die Zucht- und Auswilderungsvolieren. Errichtet wurden die jeweils 8 m x 3 m x 3 m großen Volieren in freiwilliger Arbeit im Herbst des vergangenen Jahres. Über 300 Arbeitsstunden waren einschließlich des ehrenamtlichen Einsatzes weiterer Helfer wie Wilhelm Jeß erforderlich. Das Werk kann sich sehen lassen. Es fügt sich wunderbar in das Gelände ein.

 

Anlässlich eines Fütterungstermins stellten Armin Jeß, Anika Budde, Toni Thurm und Birger Schmidt das Projekt kürzlich Bürgermeister Rainer Balsmeier in Anwesenheit von Westküstenparkleiter Peter Marke vor. Birger Schmidt hatte für die Fütterung Eintagsküken und Mäuse mitgebracht. Die Fütterungskosten werden vom Eulenschutzverband getragen. Für freilebende Steinkäuze sollen auf geeigneten Höfen in Poppenbüll, Oldenswort und Witzwort weitere Nistkästen angebracht werden. Interessierte Hofbesitzer können sich gerne melden!

 

Wenn auch schon Paten für den zukünftigen Nachwuchs gewonnen werden konnten, so ist die Versorgung der Dauerhaltungstiere finanziell aufwendiger als ursprünglich angenommen. Es werden deswegen noch Unterstützer gesucht. Nähere Informationen erhalten Sie bei Armin Jeß, jess.armin@gmx.de und über https://www.eulen.de/verband/hauptseite-steinkauzprojekt

Hans Jörg Rickert, 10. März 2021, HN und www.jb-spo.de

Siehe auch unter www.jb-spo.de

2019      Juli         Ein gutes Jahr für Schleiereulen auf Eiderstedt

Der Glockenturm bei St. Peter trägt wie früher wieder einen St. Georg

 

Ein langgehegter Wunsch ist dank Spenden in Erfüllung gegangen

orgIn gleißendem Sonnenlicht präsentierte sich der Heilige Georg, auch als St. Jürgen bekannt, zur Mittagsstunde am 2. März 2021 auf der Spitze des Glockenturmes neben der Kirche St. Peter im Dorf ganz neu. Neblig und fast windstill war es am frühen Morgen gewesen. Die Windstille war erwünscht, denn bei zu viel Wind wäre die Montage kaum durchführbar gewesen. Die Wetterfahne ist schon länger von der Metallbaufirma „Ideen in Metall“ aus Handewitt fertiggestellt gewesen.

Der Initiative von Christoph Jensen ist es zu verdanken, dass „St. Georg“ nun wie vor ca. 170 Jahren vom Glockenstapel grüßt und als Zweiter über Kirche und Dorf St. Peter wacht. Er gehört zu den 14 „Nothelfern“ des Mittelalters. Er half in Kriegsgefahr, bei Fieber, in Zeiten von Pest und stand für den rechten Glauben. Stadtteile und sehr viele Kirchen sind nach ihm benannt. Er war Christ und im 4. Jahrhundert ein römischer Offizier gewesen. Er wurde enthauptet und gehört deswegen zu den christlichen Märtyrern. Gemäß Überlieferung ist er der Drachentöter. Dieses ist nun wunderbar von unten aus in mehr als 12 Meter Höhe zu erkennen.

Das Design für den Drachenkämpfer wurde gemäß Vorstellungen der Kirchengemeinde entwickelt und danach aus hochwertigem Edelstahl gefertigt. Metallbauer Johann Neifer hat auch den vorherigen Aufsatz mit der abgeflachten Kugel (Ellipsoid) mit viel Liebe zum Detail aufgearbeitet und restauriert. Besonders die obere Hälfte der „Kugel“ bedurfte wegen der Witterungseinflüsse einer sehr sorgfältigen Bearbeitung. Der Edelstahl wurde grundiert, mit gelber Farbe beschichtet und anschließend vergoldet. Das geschah jeweils in mehreren Arbeitsschritten. Mehrfache Trocknungs- und Härtungszeiten gehörten dazu. Der Dachaufsatz ist pyramidenförmig und aus Kupfer. Die Anbringung nahm im wesentlichen Metallbaumeister & Schweißfachmann Tim Vieland allein vor. Mit Johann Neifer tauschte er sich unten vorab immer sorgfältig über alle Einzelheiten der Montage aus. Mit dem Hubsteiger ging es mehrfach rauf und runter.

Gemeinsam hatten sie zunächst oben die Lage gepeilt. Wegen Schweißarbeiten und damit verbundenem Funkenflug waren Brandschutzmaßnamen erforderlich, u.a. war unterhalb der Befestigungsstelle von innen im Turm oben ein zum Teil mit Wasser gefüllter Eimer angebracht. Er diente zum Auffangen von Funken. Der Glockenturm ist mit Holzschindeln gedeckt und insgesamt ein Holzständerbau. Das Holz selbst ist „knochentrocken“.

 

Nun ist ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Nach der Anschaffung der neuen Lobback-Orgel konnte 1999 auch der Glockenturm errichtet werden. Dieser war mit der vergoldeten Kugel schon ein Schmuckstück. Es fehlte nur noch der St. Georg.- Wer aber hat in den letzten Jahren noch gewusst, dass das bisher nicht möglich gewesen war, weil sich im Turm eine Mobilfunksendeanlage befand. Die Antenne fungierte gleichzeitig als Turmspitze. Es war ein Zugeständnis an technische Erfordernisse. Vor einigen Jahren aber ist die Mobilfunkanlage verlegt worden.

 

Das war für Christoph Jensen Anlass, im Januar 2020 in der Kirchenzeitung „Achteihn“ einen Spendenaufruf zu starten. In ihm erinnerte er an die Chronik des Hauptpastors Johann Hamkens von 1771. Dort ist nämlich auf Seite 17, § 5 zu lesen: „In dem beym Südosten der Kirchen stehenden hölzernen Glockenhause hängen 2 ziemlich grosse und hell klingende Glocken.“ Auf der übernächsten Seite ist am Ende von § 5 noch dieser Absatz angehängt: „In dem Windflügel dieses Thurms ist der Ritter S. Georg über den Lindwurm zu Pferde reitend, mit der Jahrzahl 1732.“

Über Kollekten und Einzelspenden sollte das Vorhaben finanziert werden. Man wusste, 8000 € seien nötig. Cirka 11.000 € sind es nun insgesamt geworden. Das Geld ist da. Im vergangenen Jahr gab es überraschend 8.000 € als Einzelspende. Der Spender möchte namentlich nicht genannt werden. Kollekten brachten ihren Teil dazu, und die Backhaus-Crew der AG Ortschronik im Verein KulturTreff e.V. spendete aus den Erlösen des Brotverkaufs 2.000 €. - Karl-Heinz Peters (*1928) und Karl-Heinz Hansen (*1932) sind gelernte Tischler bzw. Zimmerer und gehören seit 2007 zur Backhaus-Crew. Gemeinsam mit Fritz Fock und Karl Wiese (beide verstorben) haben sie 1999 als Rentner in ehrenamtlicher Tätigkeit den Glockenturm gezimmert.

Der Spendenaufruf vor einem Jahr hatte so geendet: „Um dieses Vorhaben zu finanzieren, das St. Peter ein weiteres Stück historischer Identität zurückgibt, bitten wir um Ihre Mithilfe.- Ganz nach dem Motto, mit dem schon viele schöne Projekte in St. Peter verwirklicht wurden: Wenn viele mitwirken, kann viel bewirkt werden.“ - Mit Christoph Jensen freuten sich Pastor Michael Goltz, Claus Heitmann und Walter Petersen. Sie hatten die Aktion im Laufe des Tages verfolgt. – Wie sehr sich ehrenamtliches Engagement in St. Peter-Ording zum Wohle des Ortes in der unterschiedlichsten Weise einbringt, ist wahrhaftig bemerkenswert.

Hans Jörg Rickert, 03. März 2021, HN und www.jb-spo.de

 

Siehe auch Hefte der AG Ortschronik „Aus der Ortsgeschichte“:

Heft 12, Juli 1990 – S. 65 ff.        „Die Chronik der Pastoren Johann Hamkens von 1771 ….“

Heft 21, 2000 – S. 124 -172         „Der Glockenturm von St. Peter“

 

Siehe dazu unter www.jb-spo.de

Sept. 2019           Verein KulturTreff – Was wäre St. Peter-Ording ohne seine Ehrenamtler?

Juni 2019             20 Jahre Lobback-Orgel mit großem Konzert in St. Peter gefeiert

April 2 2019        Das Backhaus auf der Historischen Insel ist ein Anlaufpunkt

April 2018            Mitgliederversammlung im Zeichen des Jubiläums - Orgelbauverein feiert in diesem Jahr seine Gründung vor 25 Jahren

Dez. 2015            Adventsidee der HN 2015 - Türen zum Advent: Der Glockenturm neben der St. Peter-Kirche

Button                  Geschichte SPO, darunter auch „Historische Insel“